Die junge Studentin Trixie ist gerade auf dem Nachhauseweg von ihrer Arbeit im Café in der Speicherstadt Hamburgs, als sie vom Licht auserkoren wird.
Kurz darauf wird sie von düsteren Schatten angegriffen und im letzten Moment, bevor ihr Lebensstrang mit der Sense durchtrennt wird, von einer mysteriösen Gestalt gerettet. Bevor sie die Situation richtig begreifen kann wird sie ohnmächtig und wacht mitten in der Nacht in ihrem eigenen Bett auf. Alleine.
Was ist passiert? Entsprechen ihre Erinnerungen der Realität? Trixie macht sich auf die Suche. Ohne auch nur in Ansätzen zu verstehen in was für einer gefährlichen Situation sie sich befindet. Sie ist zwischen die Fronten eines uralten Konflikts geraten, der seinen Ursprung in der Unterwelt hat. Dunkel- und Hellschatten streiten um die Vormacht auf der Oberwelt. In unregelmäßigen Abständen wird ein Mensch auserkoren als Lichtgeborene. Diese muss von den Hellschatten beschützt werden, bis sie ihr Schicksal erfüllt hat. Das Schicksal erwählt hierfür einen Vertreter der Hellschatten. In Trixies Fall ist es der undurchsichtige und auch etwas grummelige Dennis, der nun widerwillig ihr Leben vor den immer aggressiver werdenden Angriffen der Dunkelschatten zu retten hat. Denn andernfalls wird unsere Welt, die Oberwelt fallen und jegliches Leben ausgelöscht.
Zum Glück für die Welt entwickeln sich zwischen Dennis und Trixie stärker werdende Gefühle, was Dennis noch weiter anspornt seine Mission zu erfüllen. Unterstützt wird er dabei von seiner düsteren Freundin Layla und von den besten Freunden der Hellschatten, den Mäusen.
Björn Beermann hat mit Schuld und Kuchengabel sein Debutroman veröffentlicht. Er lebt in Hamburg in seiner kunterbunten und etwas chaotischen Welt und versucht mit wachsendem Erfolg dieses Chaos mit Hilfe der Kreativität zu bändigen. Am Liebsten schreibt er in Cafes bei mehreren Kaffees während er die Menschen beobachtet oder nach einem Spaziergang im Stadtpark an seinem heimischen Laptop. Hier kann er sich dann auch leidenschaftlichen Diskussionen mit seinen Figuren hingeben ohne dabei schräg angeschaut zu werden.
Cover: Einfach wunderschön, mit kleinen, aber feinen Details. 😍
Meinung: Auch wenn ich den Klappentext ein wenig zu lang finde, hat dieser mich recht neugierig gemacht. Schatten, die in unserer Welt um die Vormacht kämpfen, ein Mensch, welcher sein Schicksal erfüllen muss, dazu ein Hauch Romantik und das alles spielt sich auch noch in meiner Heimatstadt ab.
Die Grundidee dieser Geschichte fand ich wirklich cool, genau wie das Setting, das war es aber auch schon. Mir fehlte es im gesamten Buch an tiefe, authentischen Figuren und vor allem an Informationen, wodurch sich meine Freude beim lesen stark in Grenzen hielt. Bis zum Schluss hat die Geschichte es nicht geschafft, mich zu fesseln, obwohl ich immer wieder gehofft habe, noch abgeholt zu werden.
Trixie als Protagonistin gefiel mir zunächst ganz gut, doch leider blieb sie auch im Verlauf der Geschichte wie alle Figuren eher blass. Sie ist eine Studentin, welcher in der Freizeit gerne zeichnet und sich für gute Zwecke engagiert. Trixie lebt mit einer Freundin und ihren kleinen Bruder in einer WG. Immerzu macht sie sich sorgen, dass ihr Bruder auf die schiefe Bahn geraten könnte und dieser seine Ausbildung nicht wirklich ernst nimmt. Dennis hat überhaupt keine Lust auf die Oberwelt und schon gar nicht nun einen Menschen beschützen zu müssen. Ihn als Figur fand ich sehr undurchschaubar, sein denken und Handeln war für mich oftmals einfach nicht wirklich nachvollziehbar. Hier und da gab es einzelne nette Momente, wo er etwas sympathisch wirkte. Was ich sehr schade fand, war die Umsetzung der Perspektivwechsel. In einem Satz liest man in den Gedanken von Trixie, im nächsten von Dennis oder Layla zumindest ein Absatz bzw. ne Leerzeile wär schön gewesen.
Was mich wirklich gestört hat, ist das bis zum Schluss so viel nicht wirklich klar war und es einfach an der liebe zum Detail mangelte. Zwischenzeitlich fühlte es sich eher so an, als würde ich den Entwurf einer Geschichte lesen, weil einfach so viel nicht wirklich ausgearbeitet ist. Die Erklärung, wie die Dunkelschatten und Hellschatten entstanden sind, ist mir einfach viel zu oberflächlich. Wie kam es überhaupt zu den Differenzen? Was genau hat es mit den anderen Wesen, welche vor kommen auf sich? Was genau sind sie und was ist deren Aufgabe?
Fazit: Die Grundidee und auch das Setting fand ich ganz cool, aber leider war es das auch schon. Die ganze Zeit über habe ich gehofft, dass ich zumindest noch ein bisschen gefesselt werde, leider konnte die Geschichte mich bis zum Schluss nicht packen. Das Lesen fühlte sich an vielen stellen an, als würde ich einen Entwurf lesen und nicht ein fertiges Buch. Es mangelte an so vielen stellen an Informationen und die Figuren wirkten alle für mich sehr blass. Eigentlich mag ich es sehr aus verschieden Perspektiven zu lesen, doch auch hier gefiel mir die Umsetzung leider gar nicht. Auch wenn ich sehr gespannt auf diese Geschichte war, konnte diese mich leider nicht überzeugen. Ich danke NOVA MD für das Rezensionsexemplar.
Ich wurde von diesem Buch positiv überrascht. Am Anfang war ich total verwirrt, aber das hat sich dann ziemlich schnell gelegt. Ich finde das Konzept, dass man quasi die Rolle der Auserwählten einnimmt und nachspürt, wie sie empfindet auserwählt zu sein ohne zu wissen, dass sie auserwählt ist, ziemlich gut. Leider blieb die Unterwelt unter meinen Erwartungen zurück. Das Konzept ist total spannend und man merkt, dass noch mehr dahinter steckt und es nicht einfach nur schwarz-weiß ist, bleibt die lore oberflächlich. Genauso wie die Nebencharaktere. Dafür, dass Laila eine so große Rolle im Leben von Hellschatten Dennis einnimmt, bleibt ihr Charakter ohne Tiefe und ihre nur angeteaste Hintergrundstory macht es auch nicht wett. Zudem kommt ihr Ende sehr hastig und dann ist sie weg. Man möchte mehr. Zudem hat Dennis für sie alles riskiert und bekommt noch nicht einmal ein Danke. Vielmehr wird er noch ausgelacht und von ihr und Hades (der plötzlich auftaucht und der Ewigliche ist) aus ihrer plötzlichen Verbundenheit ausgeschlossen wird. Im Gegensatz dazu sind die Menschen gut ausgearbeitet, Trixies Verzweiflung kann man sehr gut nachfühlen. Es muss fürchterlich sein, wenn man das Gefühl hat den Verstand zu verlieren. Diese Erzählperspektive fand ich total interessant. Es war mal was anderes. Lotte und Per fand ich auch super, vor allem, weil sie im so starken Kontrast zu Trixies Gefühlen stehen und völlig kaltgelassen sind von allem was passiert.
Die Liebesgeschichte war zwar kitschig und vorhersehbar, aber trotzdem hat sie mir gefallen. Vielleicht war es dieses Sträuben von Dennis gegen jegliche Gefühle, die es so viel schöner gemacht haben, dass er am ende nachgegeben hat, Außerdem ist Dennis und Trixies Geschichte das genaue Gegenteil von Lailas Geschichte und zeigt, dass die Menschen noch kein völlig hoffnungsloser Fall sind.
Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Man kann gut in der Welt versinken und die plastische Erzählweise erweckt Hamburg vor dem inneren Auge zum Leben. Gerne mehr von diesem Autor!
Das Buch konnte mich sofort neugierig machen. Bei jemanden wie mir reicht manchmal ein Wort und da ich Mythologieadaptionen liebe, konnte mich die Erwähnung von Hades sofort überzeugen, dem Buch auch eine Chance zu geben.
Das Buch ist zwar dann nicht wirklich eine Adaption und Hades ist mehr im Hintergrund, aber es spielte dafür mit anderen guten Grundideen. Ich fand das Konzept des grossen Spiels zwischen Dunkel und Licht wirklich sehr interessant. Ich muss aber sagen, dass ich gerne mehr davon gesehen hätte. Es dient ja zur Ablenkung beider Seiten, womit sich auch alle beteiligen können, aber es spielt eigentlich nur zwischen Trixie, Dennis und ein paar Dunkeln.
Es ist mehr ein persönlicher Geschmack, weil ich dieses Konzept solcher besonderen Spiele gerne mag, aber ich hätte das alles einfach viel lieber in einem viel grösseren Rahmen gesehen, die auch Trixie mehr involviert hätten. An manchen Stellen kam es mir ein wenig vor, als wären ihre Geschichten eher separat gehalten, auch weil es etwas dauerte, bis sie mit Dennis zu tun hat. Ich mag zwar die Idee sehr, dass die Lichtgeborene auch nicht davon wissen darf, aber da hätte es noch Potential gehabt.
So ist es aber eine sehr gute Geschichte für Fantasyeinsteiger, da es nicht zu lastig auf diesen Elementen ist und auch so noch sehr viele Alltagssituationen bis zum Ende hin zeigt, die es für solche Leute einfacher machen, um durchzukommen. Die kurzen Kapitel sorgen ebenfalls dafür, dass man das Buch mit Rekordtempo durchliest.
Im Gesamten ist es eine wirklich tolle Geschichte, die einfach im Fantasyaspekt mehr Ausbau vertragen hätte. Ich bin ein riesiger Fan von Fantasy, weshalb ich es etwas schade finde, dass die Idee nicht mehr ausgebaut wurde, aber für andere genügt es vielleicht auch so. Von mir gibt es dafür vier Sterne.