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Die sieben Schalen des Zorns

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Wo endet das Recht auf einen selbstbestimmten Tod?

Dr. Max Keller ist Arzt mit Leib und Seele. Für seine Patienten will er nur das Beste. Bis ihn seine totkranke Tante mit einem letzten Wunsch konfrontiert, der sein Leben aus den Fugen geraten lässt: Er soll ihr helfen, zu sterben.

Obwohl er als Arzt dem Leben verpflichtet ist, hilft Keller der alten Frau das ihre zu beenden. Er beschafft die nötigen Medikamente, assistiert bei deren Einnahme. Wenig später eröffnet die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen ihn. Der Vorwurf: strafbare Tötung auf Verlangen. Keller droht der Entzug der Approbation und eine Freiheitsstrafe. Doch hat er Maria wirklich getötet? Und wie weit reicht das Recht auf einen selbstbestimmten Tod? Ein aufrüttelnder Roman über die Frage, welche Hilfe man am Lebensende in Anspruch nehmen darf.

400 pages, Hardcover

Published April 14, 2022

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Markus Thiele

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Displaying 1 - 20 of 20 reviews
Profile Image for Sofia.
445 reviews18 followers
April 30, 2022
Vielen lieben Dank an den benevento-Verlag und Literaturtest für das Rezensionsexemplar!
Meine Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Wie auch bereits bei „Die Wahrheit der Dinge“ ist die Aufmachung auch dieses Buches der Autor ein absoluter Hingucker. Der Titel ist im Fokus, ansonsten ist das Cover eher schlicht, aber nichtsdestotrotz ein Blickfang. Unter dem Umschlag ist das Negativ des Covers, was mir auch hier wieder sehr gefallen hat. Die Aufmachung ist (nicht zuletzt durch das Lesebändchen) sehr hochwertig, was den stolzen Preis von 22 € rechtfertigt.
Der Titel ist sehr prägnant. Ohne den Inhalt zu kennen, sagt er einem nicht viel (oder wenn man, wie in meinem Fall, die Bibel nicht kennt, und daher vor dem Lesen auch nicht bemerkt, dass es eine Anspielung daraus ist), aber im Anschluss muss man zugeben, dass er sehr raffiniert gewählt ist.


Meine Meinung:
„Die Sieben Schalen des Zorns“ behandelt die hochspannende Problematik der Sterbehilfe und die Frage danach, wann eine solche in Ordnung d. h. erlaubt ist, und ab welchem Punkt sie strafbar ist oder sein sollte, welche Grenzen ihr gesetzt sind und inwiefern diese Grenzen willkürlich sein könnten.
Diese Diskussion ist nicht nur für mich als Jurastudentin sehr interessant, sondern angesichts der Häufigkeit, mit der Fälle wie der behandelte im deutschen Alltag auftauchen, die sich oftmals im grauen Bereich, in dem die Handlung des Arztes ihm zumindest moralisch nicht zwingend vorzuwerfen ist, bewegen, generell relevant und sehr aktuell.


An dem Buch hat mir dabei sehr gut gefallen, wie der Autor die Diskussion anhand verschiedener Standpunkte, der Rechtsprechung und der Probleme und der Schwierigkeiten in solchen Sterbehilfe-Fällen dargestellt hat. All dies hat er sehr gut in die Handlung eingebaut, sodass man auch als juristischer Laie gut den einzelnen Argumenten folgen und sich eine eigene Meinung bilden kann.

„‚Ich glaube, ich habe was dazugelernt. Ich glaube, dass die Würde beim Sterben nicht aufhört. Sie ist nicht kleiner oder größer als zu Lebzeiten. Sie ist genauso da, also muss sie auch bis zum Schluss respektiert werden. Und wenn es bei mir mal so weit ist, will ich mich frei entscheiden können, ob ich meinem Leben ein Ende setze oder nicht. Und dann soll mir meine Ärztin auch helfen dürfen, ohne gleich dafür in den Knast zu kommen.‘“ (S. 227)

Dabei werden im Rahmen der Geschichte zunehmend mehr Handlungsstränge relevant, womit wir auch schon bei meinem ersten Kritikpunkt wären.
Zwar ist von Anfang an ersichtlich, dass der Autor auf etwas hinauswill, und beim Lesen kann man sich auch denken, welche Funktionen die einzelnen Subplots haben sollen, welche Rollen die vielen Figuren einnehmen und wohin das Ganze führen wird. Allerdings holt Thiele viel zu weit aus. Gerade im Mittelteil gibt es sehr viele Momente, in denen ich mich gefragt habe, ob es wirklich nötig ist, dass er uns so viele Details, so ausführliche Dialoge und viele augenscheinlich irrelevanten Informationen gibt. Ich denke, dem Buch hätte es sehr gut getan, wenn er sich gerade in diesen Szenen wesentlich kürzer gefasst und vielleicht auch das eine oder andere ausgelassen hätte.
Am Ende ergibt alles durchaus einen Sinn und alle gedanklichen Knoten lösen sich, aber durch diesen komplizierten, fast schon wirren Aufbau verliert man beim Lesen schnell den Fokus und das Interesse an der eigentlich relevanten Fragestellung des Buches. Die vielen interessanten Gedanken, die der Autor diesbezüglich hat, geraten dadurch mitunter zu sehr in den Hintergrund, und das Buch wird langweilig.


Hinzu kommt, dass die Figuren durchweg eher eindimensional bleiben. Ich habe das Buch vor zwei Wochen beendet und könnte jetzt weder die Protagonisten und schon gar nicht die Nebenfiguren näher charakterisieren. Zwar stehen sie im Rahmen der Diskussion stellvertretend für unterschiedliche Ansichten, was ich durchaus raffiniert fand, aber dabei bleiben sie durchweg blass und austauschbar. Über ihre Funktion in der Sterbehilfe-Problematik hinaus haben sie nämlich kaum nennenswerte Charakterzüge, sodass sie die Handlung nicht wirklich tragen können.


Gegen Ende kommt Thiele zu einem schönen Abschluss des Falles und fasst die Diskussion noch einmal zusammen, ohne ein endgültiges Schlussfazit zu ziehen. Das hat mir hier wiederum sehr gut gefallen, da man so auf den letzten Seiten noch einmal erneut dazu angeregt wird, über das Gelesene nachzudenken und sich seine eigene Meinung zu bilden. Die 200 Seiten davor, in denen sich die Handlung zu sehr gezogen hat, kann dieses Fazit jedoch nicht vollständig aufwiegen.


Fazit:
Der Autor überzeugt hier mit einer spannenden Diskussion der strafrechtlich und rechtspolitisch höchst relevanten Frage, ab wann Sterbehilfe strafbar ist bzw. sie es sein sollte, welche Grenzen dafür gelten und ob oder inwiefern diese Grenzen willkürlich gesetzt sind.
Er bedient sich dabei eines fiktiven Falls, der so ähnlich aber sicherlich in Deutschland an der Tagesordnung sein könnte.
Vor allem im Mittelteil wird das Lesen hier jedoch etwas anstrengend, da man zwischenzeitlich nicht wirklich den Eindruck hat, dass der Autor noch den Überblick behält, so viele verschiedene, scheinbar nebensächliche Handlungsstränge laufen nebenher. Am Ende ergibt alles durchaus einen Sinn und alle gedanklichen Knoten lösen sich, aber durch diesen komplizierten, fast schon wirren Aufbau verliert man beim Lesen schnell den Fokus und das Interesse an der eigentlich relevanten Fragestellung des Buches. Kurz: Die Idee ist hochspannend, die Umsetzung eher weniger.
3/5 Lesehasen.
Profile Image for Rosecarie.
427 reviews1 follower
April 17, 2022
Max ist Arzt. Er widmet sich dem Retten von Leben, heilt Krankheiten und folgt dem hippokratischen Eid. Doch als seine Tante, die wie eine Mutter für ihn war, ihn um die Erfüllung ihres letzten Wunsches bittet, begibt er sich in eine moralische und gesetzliche Grauzone. Er half ihr dabei, zu sterben, würdevoll und ohne Leid, so wie sie es sich wünschte. Doch vor de Gesetz hat er sich nun womöglich des Mordes schuldig gemacht. Er bittet seinen besten Freund und Staatsanwalt um Hilfe… er hat doch nichts Unrechtes getan? Soll Max dafür nun wirklich belangt werden?

Die Thematik hat mich gleich angesprochen. Ein sehr emotionales und moralisch aufgeladenes Thema, an das sich niemand so recht rantraut. Schon gar nicht der Gesetzgeber.

Das Buch beginnt schon mit einem sehr spannenden Vorwort, das bei mir zuhause direkt zur Diskussion geführt hat. Das ging so weit, dass ich das Buch erstmal wieder beiseitelegen musste, weil wir mussten ja erstmal diskutieren :D So soll das sein, genau das habe ich mir von dem Buch erhofft.

Zu Beginn ist alles noch sehr verworren. Wir starten in der Vergangenheit mit einem Unfall, kriegen aber erstmal nichts von den Konsequenzen mit, weil dann ein größerer Zeitsprung folgt. Da gibt es verschiedene Perspektiven und verschiedene Handlungsstränge, bei denen man zwar einen Zusammenhang erahnen, aber noch nicht ganz verstehen kann. Der Aufbau der Geschichte hat mir gut gefallen.

Dem Autor ist es gut gelungen, die Waage zwischen Fiction, Plot und Realität bzw. juristische Fakten zu halten. Die Lesenden kriegen erstmal gute Basics an die Hand, um das Dilemma überhaupt in seiner Gänze zu begreifen. Er greift die Diskussion aus verschiedenen Perspektiven auf, hat aber auch eine ganz klare eigene Haltung zur Thematik. Nämlich, dass das Gesetz hier willkürlich eine Grenze zwischen Freitod und Mord zieht und dass die Paragraphen dazu verfassungswidrig sind, da sie in das Persönlichkeitsrecht, in dem Fall, dem Recht in Würde und selbstbestimmt zu sterben, eingreift.

Und das macht er ganz geschickt mit sehr lebendigen Figuren, die alle eine eigene spannende Geschichte zu erzählen haben, eine Vergangenheit mit sich rumschleppen und auf Ziele hinarbeiten. Der Autor arbeitet mit der Sicht verschiedener Perspektiven, springt in die Vergangenheit, dann wieder in die Gegenwart und lässt ein großes und schlüssiges Gesamtbild entstehen.

Die Nebenstories kommen ein bisschen zu kurz, denn es sind sehr viele und das Hauptthema „Sterbehilfe“ nimmt natürlich sehr viel Raum ein. Es war der Versuch des Autors, den Figuren Farbe und Tiefe zu geben, was ihm die allermeiste Zeit auch gelungen ist. Alles konnte aber eben dann doch nicht auserzählt werden.

Sterbehilfe, der Tod ganz allgemein, Kirche, Glaube, Sünde, Trauma, ein Unfall, Schuld, Geheimnisse, Wissenswertes über das Segeln, Alkoholerkrankung, Schwangerschaftsabbruch und der Paragraph, der das Werben dafür verbietet, zwischendurch taucht auch noch das Jugendamt auf - alles sehr spannende und interessante Themen, es ist dann für die knapp 400 Seiten doch recht viel.

Die Szenen im Gerichtssaal fand ich ganz besonders spannend, aber letzten Endes hat mich einfach das Gesamtpaket überzeugt. Der Autor hat ein tabuisiertes Thema aufgegriffen und einen runden und gelungenen Roman geschaffen, der sich die Thematik der Sterbehilfe sehr differenziert anschaut. Das alles verpackt in eine unterhaltsame Geschichte mit schön ausgearbeiteten Figuren und einem angenehmen Spannungsbogen. Da hab ich jetzt auf jeden Fall noch eine Weile was zum Nachdenken!
Profile Image for Tinstamp.
1,104 reviews
June 19, 2022
Bisher habe ich jeden Roman von Max Thiele aus dem Benevento Verlag gelesen. Seine Bücher sind von realen Justizfällen inspiriert. Man erkennt als Leser sehr schnell, dass der Autor selbst promovierter Rechtsanwalt ist.

In seinem neuen Justizroman hat sich der Autor einem hochsensiblen Thema angenommen. Es geht um Sterbehilfe und die Frage, wo das Recht auf einen selbstbestimmten Tod aufhört. In Österreich, wie auch in Deutschland, ist Sterbehilfe eine rechtliche Grauzone und die Justiz hat viele Schlupflöcher. Als Laie hat man meistens eine doch vorgefertigte Meinung dazu, doch schon ein kleiner Handgriff kann einem vom "Helfer" zum "Mörder" degradieren, denn nur wenn der Sterbewillige die tödlichen Substanzen eigenständig einnnimmt, bleibt der Vorgang straffrei.
Als die Tante von Dr. Max Keller an Alzheimer erkrankt, lässt sie zu Beginn ihrer Krankheit ihren Wunsch schriftlich festhalten, dass sie sterben möchte, bevor sie niemanden mehr erkennt und keine Tätigkeit mehr selbst ausführen kann. Max verabreicht ihr die tödliche Dosis und wird angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, dass seine Tante nicht mehr in der Lage war, die tödliche Substanz eigenständig einzunehmen. Max droht eine Freiheitsstrafe, sowie der Verlust seiner Arztlizenz. Der Grad zwischen Recht, Rechtsprechung und Mord ist klein.

Die Vorgängerromane des Autors haben mich beide begeistert. In "Die Schalen des Zorns" hat er jedoch ein Meisterwerk geschaffen. Mich hat die Geschichte rund um Max, Jonas, Agnes und ihre Mutter Maria richtig mitgenommen. Der Autor erzählt wieder auf zwei Zeitebenen. Dem Leser gibt dies Einblicke in das Innenleben sämtlicher Protagonisten und Antagonisten.
Max als Angeklagter, der auf Wunsch seiner Tante Sterbehilfe geleistet hat und Jonas, der als Staatsanwalt das Verfahren eröffnet, sind sehr vielschichtige Figuren. Durch die Rückblicke in die Vergangenheit lernt man die beiden Freunde, die Verstorbene und ihre Tochter sehr gut kennen. Ihre interessanten Vergangenheiten, zerstörten Hoffnungen und Träume werden sehr bildhaft erzählt.
Mehr will ich zum Inhalt gar nicht mehr sagen, denn Max Thiele versteht es großartig immer wieder neue Sachverhalte aufzudecken, überraschende Wendungen einzubauen und viele Facetten der Charaktere zu zeigen.

Egal, wie man zur Sterbehilfe steht, man erkennt wie schwierig dieses Thema ist und wieviele Grauzonen es hat. Der Autor gibt viele Denkanstöße, wertet nicht und hebt dabei nie den Zeigefinger. Unaufdringlich flicht er dabei auch das Thema Glauben und Religion ein. Als Leser fragt man sich willkürlich, wie man selbst gehandelt hätte.
Mit seiner Art das Gesetz auch für Laien verständlich zu machen kann der Autor immer wieder mit seinen Romanen bei mir punkten. Der Titel wird im letzten Drittel des Buches für den Leser verständlich, wenn er wie ich keine Ahnung von der Bibel hat.

Markus Thiele schreibt über Themen, die ich in früheren Büchern von Jodie Picoult geliebt habe, die aber leider kaum mehr in ihren letzten Romanen Platz finden. Umso mehr freue ich mich in Zukunft auf weitere spannende Romane des Autors.

Fazit:
Ein Roman mit einem sehr herausfordernden Thema, der mich von der ersten Seite an gefesselt und emotional mitgenommen hat. Die Geschichte hallt noch lange nach und gibt viele Denkanstöße. Für mich ist "Die sieben Schalen des Zorns" der bisher beste Roman des Autors. Natürlich gibt es eine riesige Leseempfehlung von mir!
Ein Tipp: Wer gerne Ferdinand von Schirach liest, könnte auch mit Markus Thiele Freude haben.
1,292 reviews2 followers
May 12, 2022
Als der Arzt Max Keller seiner schwer an Alzheimer-Demenz erkrankten Tante hilft zu sterben, begibt er sich in eine höchst brisante Grauzone des Gesetzes. Ist es rechtens einem Menschen beim sterben behilflich zu sein? In wie weit ist das gesetzlich strafbar und was ist vielleicht noch erlaubt?

Ausserdem geht es im Buch um die Vergangenheit von Max, der von Anfang an kein leichtes Leben hat und seinem Freund Jonas, der später Staatsanwalt wird. Auch hier wimmelt es von Geheimnissen und Dramen...

Das Thema dieses Buches fand ich schon immer sehr faszinierend und interessant da musste ich diesen Roman einfach lesen! Der Anfang hat mir auch sehr gut gefallen und die Seiten sind nur so dahin geflogen dank eines lebendigen und mitreißenden Schreibstils! Dann jedoch ging das Buch immer mehr weg vom eigentlichen Thema Sterbehilfe und man hat stattdessen eine Menge aus der Vergangenheit von Max, Jonas und Max Tante Maria erfahren. Dies hat mir zwar einerseits die Personen näher gebracht, hätte aber auch teilweise etwas gekürzt werden dürfen und ich habe mich kurzzeitig gefragt ob das eigentliche Thema der Sterbehilfe nur noch Randthema wird!?

Diese Sorge war jedoch völlig unbegründet und im nachhinein muss ich auch sagen, dass es wichtig war mehr über die Vergangenheit der einzelnen Personen zu erfahren da dies auch für den Fall an sich nicht unerheblich gewesen ist. Und ab der Hälfte des Buches konnte ich es auch nicht mehr aus der Hand legen! Spannend wie ein Krimi, wendungsreich mit einigen Überraschungen und einem wirklich sehr emotionalen Ende, bei dem ich sogar ein paar Tränchen verdrücken musste, was bei mir wirklich eher eine Seltenheit darstellt!

Das Buch ist aus vielen verschiedenen Sichtweisen geschrieben, die kapitelweise wechseln. So erfährt man nicht nur die Gedanken von Max und Jonas, sondern auch von Max Cousine Agnes und warum sie so auf den Fall reagiert. Mir hat dies wirklich gut gefallen und hat dem Buch noch mehr Lebendigkeit verliehen.

Ohne Frage ist dies ein Buch, was einen noch lange beschäftigen wird und das nachhallt. Man kommt nicht umhin sich selbst zu fragen wie man zum Thema (aktive) Sterbehilfe steht und auch ob nicht einige Gesetze generell einmal überholt werden sollten! Mir hat das Buch unheimlich gut gefallen und das Ende hat mich so sehr in seinen Bann gezogen, dass ich dem Buch trotz ein paar langatmigen Stellen im Mittelteil doch die volle Punktzahl geben möchte! Wer sich einmal mit dem Thema Sterbehilfe beschäftigen möchte sollte sich das Buch unbedingt holen!
Profile Image for Aki .
799 reviews14 followers
September 21, 2022
Ich muss gestehen, dass ich dem Inhalt des Buches mit gemischen Gefühlen gegenüber gestanden habe und es auch noch immer tue. Sterbehilfe ist ein Thema, das gerne unter den Tisch gekehrt wird. Moralisch nicht vertretbar. Ein Thema, über das man selten spricht, aber über das so mancher von uns mit Sicherheit schon nachgedacht hat.

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der es bereit in sich hat. Er regt zum Nachdenken an und lässt den Leser damit auch nach dem Lesen nicht sonderlich los.
Mit Sprüngen in die Vergangenheit, die Max und seine Jugendzeit betreffen hat der Autor zudem ein Wollknäul gesponnen, dass es zu entwirren gilt.
Durch mehrere Perspektiven gelingt es dem Autor einen Zusammenhang zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu schreiben, der dem Leser erst nach und nach ein Gesamtkonzept ermöglicht.
Immer dann, wenn ich dachte, ich habe mich in der Geschichte zurecht gefunden und Hintergründe erfragen oder erahnen können, hat Markus Thile einen neuen Faden gesponnen, der alles wieder zunichte gemacht hat.

Durch das von ihm gewählte Thema hat er die moralische Seite in mir in Frage gestellt und ich habe mich nicht nur einmal gefragt, wie ich entscheiden würde.
Es gibt einene Aspekt in meinem engeren Familienkreis, der ähnlich ist und bei dem ich meine moralischen Aspekte auch in Frage stellen muss, aber das möchte ich hier nicht weiter erläutern.
Jedenfalls hat mich der Roman des Autors sehr beeindruckt und Markus Thiele hat es geschafft, dass die Handlung auch jetzt noch in mir nachhallt.
Juristische Fakten, Realität und Fiktion. Markus Thiele hat es geschafft, alles in einem Buch zu vereinen und dabei auch an die eigenen Moralvorstellungen appelliert.

Das Buch hat dafür gesorgt, dass ich mich im Nachhinein nicht klar positionieren kann und auch nicht will, aber es hat zum Nachdenken angeregt. Dem Autor ist es gelungen, dass ich mich auf Gedankengänge eingelassen habe, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Ich habe einiges wieder verworfen oder neu überdacht.

Für mich ein gelunger Roman, der nicht nur das Thema Sterbehilfe aufgreift und die eigene Moral hinterfragt, sondern sich noch mit viel mehr Thematik beschäftigt, über die nicht nur längst nachgedacht wird, sondern auch noch viel mehr nachgedacht werden müsste: Psychologische Entwicklung nach einem Traum, Schwangerschaftsabbrüche und Alkoholsucht. Um die Entscheidung um Leben und Tod. Um die Frage nach dem richten Umgang mit Leben und Tod und dem Wunsch eines Menschen, ihm letzteres zu ermöglichen.
Wie würdest du entscheiden?
406 reviews1 follower
May 16, 2022
+ + + Gibt es ein Recht auf selbstbestimmten Tod?

Mir sind schon die ersten beiden Bücher des Autors, "Echo des Schweigens" und "Die Wahrheit der Dinge", aufgefallen, weil ich die Cover sehr gut gemacht finde. Inhaltlich hat mich aber erst sein neuestes Werk angesprochen. Da mir das aber ausgesprochen gut gefallen hat, werde ich mir bei Gelegenheit die früheren Bücher auch noch besorgen.

Es geht im Buch um eine schwierige juristische Frage bzgl. Sterbehilfe. Ich habe mich damit noch nicht bewusst beschäftigt, aber nach dieser Lektüre bin ich überzeugt, dass es eine breite öffentliche Diskussion braucht und klare politische Rahmenbedingungen. Ärzte, die schwerstkranken Patienten, auf deren ausdrücklichen Wunsch "erlösende" Medikamente verabreichen, stehen mit einem Fuß im Gefängnis. Es geht dann um Tötung auf Verlangen, Totschlag oder sogar Mord.

Markus Thiele erzählt eine Geschichte, die einem Fall aus den Niederlanden ähnelt, bei dem eine Ärztin vor Gericht stand, weil sie einer Alzheimerpatientin im fortgeschrittenen Stadium tödliche Medikamente verabreicht hat. Die Patientin hat das im Vorfeld, im Frühstadium der Erkrankung so festgelegt, trotzdem ging der Fall vor Gericht.

Neben den Fragen zur Sterbehilfe / attestiertem Suzid / Tötung auf Verlangen, gibt es einiges Interessantes aus der Welt der Justiz. z.B. Wie arbeitet ein Staatsanwalt? Muss jemand der schuldig gesprochen wird, auch bestraft werden? Alles sehr lehrreich und keineswegs trocken präsentiert.

Der Autor hat der Hauptfigur Dr. Max Keller viel aufgebürdet und einige Schicksalsschläge erleiden lassen, die Max Keller an einem gütigen und menschliebenden Gott zweifeln lassen. Dadurch kommt noch eine zusätzliche moralisch - religiöse Komponente dazu. Darf der Mensch eigenständig das von Gott gegebene Leben beenden?

Ich bin begeistert von dem Buch und hoffe, dass es viele Leser findet und breit diskutiert wird.
Profile Image for Lisa_V.
738 reviews3 followers
May 19, 2022
Vielschichtige und feinfühlige Umsetzung des sensiblen Themas Sterbehilfe

Wie schon das vorhergehende Buch auch, sprach mich „Die sieben Schalen des Zorns“ des Autoren Markus Thiele, sofort an. Erneut nimmt er sich ein anspruchsvolles, wie auch viel diskutiertes Thema in seinem Roman vor und konnte mich dabei mit seiner Umsetzung wirklich überzeugen. Die Geschichte kann dabei nicht nur thematisch, sondern auch durch ihre zahlreichen lebensnahen und authentischen Protagonist:innen punkten. Durch diese und ihre unterschiedlichen Lebensgeschichten und Meinungen, zeigen sich nach und nach zahlreiche Aspekte bzw. Schattierungen des Themas aktive und passive Sterbehilfe. Am Ende muss sich jede:r selbst eine Meinung bilden, dafür bietet der Roman auf jeden Fall zahlreiche Anregungen und Impulse. Darüber hinaus bietet das Buch auch einen Überblick über die aktuelle Rechtslage diesbezüglich und gibt außerdem gelungene Einblicke in die Möglichkeiten und Grenzen unseres deutschen Rechtssystems. Trotzdem ist die Geschichte überaus lebendig und gar nicht trocken! Gekonnt wechselt der Autor zwischen verschiedenen Perspektiven und Zeitsträngen hin und her, so dass am Ende ein stimmiges Gesamtbild entsteht. Trotz des eigentlich sehr emotionalen Themas bringt die Geschichte eine große Ruhe mit sich und macht gerade durch ihre Vielschichtigkeit immer wieder nachdenklich. Der Schreibstil gefiel mir durchgängig gut, auch deshalb da er trotz des ambitionierten Settings, nicht zu anspruchsvoll war und sich flüssig las. Und auch wenn am Ende, doch die ein oder andere Frage offen blieb, gefiel mir der Roman in seiner Gesamtheit doch so gut, das ich gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung vergeben mag.
Profile Image for Sophia Kaiser.
66 reviews
June 12, 2022
Gibt es selbstbestimmten Tod?
Jonas und Max verbindet eine jahrelange Freunschaft und die Liebe zum Segeln. Die Wege der beiden verlaufen in andere Richtungen als sie älter werden. Max wird Arzt, Jonas wird Staatsanwalt. Ein schwieriges Thema führt beide wieder zueinander. Max hat seiner todkranken Tante Maria ihren Wunsch erfüllt und ihr Sterbehilfe geleistet. Jetzt droht ihm ein Verfahren wegen des Vorwurfs der strafbaren Tötung. Und Jonas findet sich in einem Dilemma - steht er auf der Seite des Rechts oder auf der seines Freundes?
Markus Thieles Roman "Die sieben Schalen des Zorn" fasst ein schwieriges Thema wieder auf. Wo beginnt und wo endet das Recht auf selbstbestimmtes Leben? Wo liegt der Unterschied zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe? Und was wiegt mehr - Menschenwürde oder das Recht?
Die Kapitel des Romans berichten abwechselnd aus Max und Jonas Perspektive, was meiner Meinung nach eine gute Lösung ist beide Gefühlswelten abzubilden. Einblicke in die Vergangenheit erklären Max enges Verhältnis zu Maria und wie lang Jonas und Max Freundschaft zurückreicht. In manchen Momenten hat sich der Roman durch die Rückblicke ein wenig gezogen, deswegen auch der eine Stern Abzug. Dennoch fand ich vor allem auch die Gerichtsverhandlung und das endgültige Ergebnis super spannend. Man fühlt mit den Protagonisten, überlegt was man selbst in dieser Situation getan hätte.
"Die sieben Schalen des Zorns" ist ein spannender, anspruchsvoller und aufrüttelnder Roman, der auf jeden Fall zum Nachdenken anregt.

Profile Image for Sabs.
27 reviews
May 10, 2022
Schwieriges Thema realistisch dargestellt.
Für meinen persönlichen Geschmack wäre etwas weniger Story drumherum auch ok gewesen. Dass Hintergrundwissen notwendig ist, um die Motive der Figuren nachvollziehen zu können, ist natürlich klar. Jedoch war es mir da teilweise zu ausschweifend, was die Geschichte meiner Meinung nach an einigen Stellen etwas zu langatmig gestaltet hat.
Den Schreibstil des Autors, Markus Thiele, der neben seiner Autorentätigkeit auch Anwalt ist, finde ich leicht und angenehm zu lesen. Während ich das Buch las, wusste ich noch nicht, dass der Autor auch im Justizwesen beschäftigt ist, empfand die Darstellung der Geschichte jedoch als sehr authentisch. Nachdem ich nun einige Hintergrundinformationen zum Autor habe, ergibt diese Authentizität durchaus Sinn.
Die Gestaltung des Covers finde ich gelungen. Ich mag den Minimalismus. Zudem wird durch das s/w sicherlich auch das Morbide angedeutet. Den Titel hingegen finde ich zunächst erstmal nichtssagend und würde auch nicht erwarten, eine derartige Geschichte dahinter zu finden (im Buchladen hätte ich das Buch nicht in die Hand genommen, um den Klappentext zu lesen und festzustellen, dass die Handlung ein mich persönlich ansprechendes Thema bereithält). Wenn man das Buch liest, stellt man aber fest, dass es einen gewissen Bezug zur Geschichte birgt.

Fazit: Klare Leseempfehlung!
183 reviews
May 1, 2022
heftig und interessant

Die Zone zwischen Recht und Moral, wenn man es mit guter Absicht macht - ein sehr schwieriges, sensibles und auch emotionales Thema im Zusammenhang mit dem Tod. Ein Thema das jeden betrifft und somit jeden irgendwie berührt.
In diesem Buch wird genau diese Thematik in einem Roman behandelt.

1996 feiern drei Männer ihren Segelsieg mit reichlich Alkohol. Es kommt zu einem Unfall - mit einem Toten. Max schützt seinen Freund Jonas indem er sich als Fahrer ausgibt.
25 Jahre später: Max hilft seiner Tante beim Sterben - eine Grauzone und kein einfaches Pflaster. Er bittet Jonas, der mittlerweile Staatsanwalt ist um Hilfe.

In diesem Buch schafft es der Autor, sehr behutsam auf die verschiedenen Themen der Sterbehilfe einzugehen - ein Buch das beim Lesen sehr bewegt.

Ein wirklich gut geschriebenes Buch - sehr interessant verfasst - von mir gibt es eine Empfehlung, aber es ist wirklich kein Buch für Zwischendurch sondern heftige Kost.

Profile Image for Karola.
812 reviews7 followers
April 22, 2022
Selbstbestimmt sterben mit welchen Hilfen – juristisches Minenfeld in der BRD?
Mit diesem Titel wird Bezug genommen auf die Bibel. Im Gespräch mit Pfarrer Braun geht es um die Johannes-Offenbarung, in der Gott die alte Welt dem Erdboden gleichgemacht hat und seinen Zorn dabei auf sieben Schalen verteilt, die die Engel nach und nach auf die Erde ausschütten. Dabei trifft es jedes Mal den Hauptakteur Dr. Max Keller, der im Verlauf seines Lebens von ihm geliebte Menschen durch Tod verliert: seine Grossmutter, Ehefrau und Tochter, seinen Vater inklusive Bauernhof, seine todkranke Tante Marie. Ihr assistiert er beim Sterben und erfüllt damit ihren letzten Wunsch, nachdem Alzheimer in fortgeschrittenem Stadium ihr Leben mehr als unwürdig gestaltet.
Inspiriert von wahren Fakten der Justiz in Deutschland liest sich dieser Roman wie ein Krimi rund um das Thema ‚Sterbehilfe‘ mit moralischen, religiösen und juristischen Diskussionen über das Recht auf einen selbstbestimmten Tod.
Profile Image for Tina-Wonderland.
53 reviews
April 28, 2022
Vorab, mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Protagonisten sind alle sehr charakterstark beschrieben. Mir gefällt besonders die Schreibweise aus der Sicht jedes einzelnen. Man erfährt viel über die Vergangenheit der Freunde und versteht somit nach und nach deren Handlungen. Im Vordergrund steht die Unterstützung zur Sterbehilfe. Ich habe mich bisher nie mit dem Thema auseinandergesetzt. Daher kannte ich die rechtlichen Grundlagen nicht. Ich konnte durch das Buch meinen Horizont erweitern und wertvolles lernen. Es ist manchmal etwas traurig geschrieben, da die Kindheit bei dem Hauptprotagonisten nicht leicht war. Ich kann jedoch den Wunsch verstehen, dass man in gewissen Situationen im Leben einfach nicht mehr leben möchte.
Fazit: Das Buch klärt auf und macht die Sterbehilfe noch greifbarer. Nach diesem Buch habe ich selbst viel darüber nachgedacht und mir selbst eine Meinung gebildet. Danke!
78 reviews
May 8, 2022
Max ist Arzt und erfüllt seiner schwer erkrankten Tante den Wunsch, sie aktiv in den Tod zu geleiten. Er tut dies aus voller Überzeugung, doch muss er sich später vor Staatsanwalt und ehemaligen Freund Jonas verantworten.
Max Vergangenheit und Denkweise nimmt viel Raum in der Geschichte ein. Das ist essentiell, um seine Gründe für die aktive Sterbehilfe nachzuvollziehen. Sterbehilfe ist nicht nur ein ethisch- philosophisches Thema, sondern eine große Debatte deutschlandweit. Die Diskussion ist überzeugend, was nicht zuletzt daher rührt, dass der Autor selbst Jurist ist. Wie verantwortet sich Max letztlich vor Gericht?
Neben der schwerwiegenden Thematik steht auch die Freundschaft zwischen Max und Jonas wieder auf der Agenda. Können sie sich noch einmal annähern und das in sich wiederfinden, was sie in jungen Jahren in sich gesehen haben?
Ein in allen Hinsichten gelungenes Buch, das gesellschaftliche Themen unterhaltsam aufarbeitet.
103 reviews2 followers
June 20, 2022
Das Buch ist als gebundenes Buch aufgelegt.
Im Grunde ist das Buch ein Krimi. Nur wird der Mörder gleich zu Beginn der Geschichte vorgestellt.
In dem Buch geht es um Jonas de Loon und Max Keller. Beide kennen sich seit vielen Jahren und haben viele gemeinsame Erlebnisse. Doch Jonas steht bei Max in einer Schuld.
Mich hat die Geschichte sehr fasziniert. Gut, dass zu Beginn der Kapitel die Jahreszahlen und Orte angegeben sind. Da kann sich der Leser gut orientieren.
Mit einem Personenverzeichnis hätte ich die Zusammenhänge der einzelnen Personen des Buches besser verstanden. Irgendwie habe ich die Familienhintergründe beider jungen Männer immer mal wieder durcheinandergebracht.
Der Titel Buches ist eine Anlehnung an die Offenbarung der Bibel, in der Max sechs schreckliche Dinge erlebt aufgrund einer Verfehlung in der Jugend. Sieht in den Gerichtsverhandlungen um den Tot der Tante als siebte Schale.
Fazit:
Interessantes Zusammenspiel der Leben dreier junger Menschen
184 reviews2 followers
April 29, 2022
ein wunderschönes cover das meinen blick gleich angezogen hat und der inhalt ist äusserst interessant und gut geschrieben. in der hauptsache geht es um freundschaft und um sterbehilfe. sehr anschaulich wird verdeutlicht welche verschiedenen möglichkeiten der aktiven und passiven sterbehilfe es gibt und wie die rechtliche sicht dabei aussieht. auch die gedanken und gefühle der personen sind sehr gut dargestellt, somit versteht man auch die hintergründe und was für jeden eine wichtige rolle zu dem thema spielt. bei der freundschaft erkennt man wie weitreichend manches sich auswirken kann und auch noch nach vielen jahren eine rolle spielt. was ist man bereit für den anderen zu tun um ihm zu helfen und wie fühlen sich beide dabei zu der zeit, aber auch mit abstand. beide aspekte des buches regen zum nachdenken an und sind sehr bewegend geschildert. absolut empfehlenswert.
71 reviews1 follower
April 29, 2022
Der Roman um den Arzt Dr. Max Keller, welcher seiner schwer an Demenz erkrankten Ziehmutter Maria mit Medikamenten in den Tod hilft, behandelt eine unglaublich interessante und moralisch durchaus umstrittene Thematik: Wieso ist Sterbehilfe für den Einen noch legal und anderen Patienten, die beispielsweise nicht mehr alleine essen und trinken können, nicht zugänglich ohne helfende Personen damit strafrechtlich zu belasten?
Der Autor hat hier einen komplexen Roman erschaffen, ohne dabei zu sachlich zu erzählen. Vielmehr empfand ich das Leben des Arztes und seiner engsten Wegbegleiter bis hin zur Gegenwart und die Motivation, Maria in den Tod zu verhelfen, unglaublich gut beschrieben und die verschiedenen Erzählstränge verwoben sich nach und nach zu einem stimmigen Ganzen. Dabei gefiel mir besonders, dass auch andere Thematiken als die Sterbehilfe mit in den Roman einflossen.
Ich habe mich also von den "Sieben Schalen des Zorns" nicht nur gut unterhalten gefühlt. Vielmehr hatte nach der Lektüre des Buches auch das Gefühl, etwas "Sinnvolles" gelesen zu haben. Denn ich konnte zum Thema Sterbehilfe einiges dazu lernen und habe viele Anreize erhalten, überhaupt einmal darüber nachzudenken.
Fazit: Wer tiefgründige und komplexe Romane mag, wird hier auf seine Kosten kommen. Von mir gibt es eine klare Empfehlung.
Profile Image for Monerl.
482 reviews14 followers
May 28, 2022
Spannend, tiefgründig und nachhallend! Aktuelles Thema "Sterbehilfe", vielseitig betrachtet, toll & verständlich umgesetzt, auch für Laien. Absolute Leseempfehlung!
65 reviews1 follower
May 1, 2022
Unterhaltsamer Roman, etwas schwächer als die Vorgänger

Nach "Echo des Schweigens" und "Die Wahrheit der Dinge" ist der 2022 erschienene Roman "Die sieben Schalen des Zorns" das dritte Buch, das ich von Markus Thiele gelesen habe. Dabei ist er einer der wenigen deutschen Autoren, die ich überhaupt lese. Auch in diesem Roman verwebt er wieder ein reales Thema mit einer fiktionalen Geschichte. In diesem Roman geht es um das Thema Sterbehilfe. Wie auch die beiden Vorgängerwerke hat mir "Die sieben Schalen des Zorns" gut gefallen und konnte mich unterhalten. Allerdings muss ich anmerken, dass es von den drei Romanen meiner Ansicht nach der schwächste ist. Auch wenn der Aufbau wieder ähnlich ist, gibt es durch den großen Teil des Buches, der den Prozess vor Gericht bildet eine größere Abweichung. Dadurch war der Roman im Endeffekt nicht so spannend wie die vorherigen Bücher, da einfach weniger passiert ist. Trotzdem insgesamt immer noch ein guter Roman. Ich freue mich auf weitere Bücher von Markus Thiele
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