Zelten? Was hat sich Großtante Lisbeth denn dabei gedacht? Nach ihrem Tod im gesegneten Alter von 92 macht diese den Zelturlaub zur Bedingung für ein stattliches Erbe. Evi, getrennt, alleinerziehend und gestresst, nimmt die Herausforderung an. Sie packt ihre Sachen und fährt mit ihrer vierzehnjährigen Tochter Helena auf einen Campingplatz nach Rügen.
Doch Wunsch und Wirklichkeit klaffen auseinander. Das Wetter ist schlecht, die Ausrüstung mies, die Leute befremdlich, die Tochter schlecht gelaunt. Aber da gibt es diesen attraktiven alleinstehenden Familienvater und die sehr netten Besitzer des Campingplatzes. Evi bleibt, und die Geschichte nimmt ihren Lauf …
Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen. Ich mochte die Figuren, die zwar teilweise ein bisschen stereotyp waren, aber trotzdem Tiefgang hatten. Besonders schön fand ich Evis innere Zwiesprache und ihre Beziehung zu ihrer Tochter Helena. Von mir gibt's vier Sterne für diesen tollen Camping-Liebesroman.
Testamentsvollstreckung mit Folgen – Ein großartig humorvoller Urlaub auf Rügen
"Liebe ist schön, von einfach war nie die Rede" von Sandra Poppe ist nach "Liebe beginnt, wo Pläne enden" bereits der zweite Roman der Autorin beim Lübbe Verlag und ist dem Titel entsprechend am ehesten dem Genre des Liebesromans zuzuordnen. Allerdings bietet das Buch weit mehr als eine einfache Liebesgeschichte oder gar einen seichten Plot ohne Botschaft oder jedweden Tiefgang: Jede(r), der/die in seinem/ihrem Leben bereits einmal in den Genuss eines Campingsurlaubs kam oder zu Hause einen oder mehrere Teenager bei Laune zu halten hatte oder auf Partnersuche war, wird viele der fiktiven Charaktere und Gegebenheiten mit all seinen Schwierigkeiten, die es mit sich bringt, mühelos aus dem eigenen Leben wiedererkennen. Fast schon im Stile des großartigen Vicco von Bülow - alias Loriot - beobachtet Sandra Poppe Menschen in ihrer Umwelt bei alltäglichen Situationen und gibt das Geschehen in einer satirisch, leicht überzeichneten Weise wieder, sodass dem Leser beim Studium der Lektüre permanent ein Schmunzeln bis hin zu einem lauten Lachen ins Gesicht gezaubert wird. Lustig und äußerst unterhaltsam wird hier eine wirklich interessante Geschichte erzählt ohne dabei jemals den Fluss zu verlieren oder auch nur entfernt Langeweile aufkeimen zu lassen – einmal angefangen zu lesen, gibt es für den Leser keine Chance mehr der Handlung zu entrinnen, zu sehr wird man humorvoll und emotional mitgerissen. Es ist übrigens kein typischer Frauenroman (oder das, was man sich als Mann darunter vorstellt) und auch als Mann sollte man zumindest einen Blick in das Buch werfen – wem humorvolle, geistreich gewitze Literatur gefällt, wird sehr wahrscheinlich auch von diesem Werk begeistert sein.
Alles beginnt mit der Testamentsvollstreckung von Tante Liesbeth - Gott habe sie selig!, sie ist zumindest im Kopf von Hauptprotagonistin Evi eine der großartigsten Untoten aller Zeiten - und die Tante hat sich da für ihre Hinterbliebenen in der Tat so einiges einfallen lassen: Singstunden plus Auftritt für Evis Schwester Isabell, einen Halbmarathon für Evis Vater und Camping für die alleinerziehende Evi zusammen mit ihrer 14-jährigen Tochter Helena … sonst, ja sonst, wird es bei Verweigerung von Liesbeths Wünschen eben kein Erbe geben. Ergo wird zum Zelten auf Rügen aufgebrochen, was Evi, die aufgrund der Trennung von Fast-Ex-Ehemann Claas leider noch ein bisschen zu viel unter Selbstzweifeln leidet und sich komplett in Arbeit gestürzt hatte, vor nahezu unlösbare Probleme stellt: Wie soll man sich denn entspannen, wenn man sich nebst Ameisenüberfällen, ständig um einen pubertierenden Teenager kümmern muss, deren Hormone, für dieses Alter typisch, zwischen Surflehrer und Stofftier noch ein wenig hin- und hergerissen sind, die Firma in der Heimat am Laufen halten soll, mit dem möglicherweise alleinerziehenden Zeltnachbarn flirten möchte oder beim nahegelegenen Waschhaus, namentlich der einzige Ort, wo es Strom gibt, während des Geschirrspülens den Geräuschen der Nachbarn beim Toilettengang lauschen kann (und umgekehrt), mal abgesehen davon, dass das Personal vor Ort auf den ersten Blick nicht gerade freundlich und hilfsbereit zu sein scheint und beim Bedanken meist nur ein „Da nicht für!“ entgegnet, der Gaskocher seinen Dienst nicht erfüllt sowie die Einkaufsmöglichkeiten und die Mobilität trotz Mietfahrrad sehr eingeschränkt sind. Auch mangelt es nicht an einer Chakra-Truppe, die einem für‘s (erfolglose) Meditieren bis hin zur Geisterbeschwörung vereinnahmen möchte, oder lokal Niedergelassenen, die uns Floskeln wie „Is’ Meer, was? Wird besser. Wird schlechter.“ um die Ohren hauen sowie Betrunkenen, die mal so eben im Vorzelt übernachten möchten. Und so wandert der/die Leser:in zusammen mit Evi humorvoll von einem überraschenden Abenteuer zum nächsten. Auch an Verehrern mangelt es der Protagonistin keineswegs, aber ob und mit welchen der Verehrer sie schließlich zusammen kommt, sollte jeder Leser für sich selbst in Erfahrung bringen.
Mit ihrem großartigem, für jeder-_Mann_ lesbaren, unkomplizierten und sehr humorvollen Schreibstil nimmt Sandra Poppe ihre Leser auf eine tolle Erkundungsreise nach Rügen mit. Dabei lernen wir nicht nur die Sehenswürdigkeiten Rügens, sondern vor allem auch das Leben auf einem Zeltplatz in seiner ganzen prachtvollen Palette kennen. Der gesamte Roman ist dabei angefangen vom Titel "Liebe ist schön, von einfach war nie die Rede", der gleichermaßen genau soviel Ironie wie Wahrheit in sich birgt, über das poppige Cover bis hin zum Epilog und zur abschließenden Packliste in sich stimmig und schlichtweg mitreißend. Obwohl die Autorin alles aus Sicht der Protagonistin Evi schildert, gelingt ihr eindrucksvoll und geschickt, den Leser so in den Bann des Geschehens zu ziehen, dass er das Gefühl hat, vor Ort alles selbst miterleben zu dürfen. Alle Figuren des Romans sind dabei sehr liebevoll, einfühlsam, authentisch und ihrer Rolle entsprechend so charakteristisch gezeichnet, dass jeder Leser vermutlich sein ganz eigenes Bild der jeweiligen Personen vor Augen hat und glaubt diese seit Tagen und Wochen bereits zu kennen. Selten habe ich mich bei einem Roman so gut amüsiert und unterhalten gefühlt.
Fazit: "Liebe ist schön, von einfach war nie die Rede" ist ein wunderbarer Roman für alle, die gleichsam der Protagonistin Evi, einfach mal abschalten und das Leben von seiner lustigen Seite aus genießen möchten. Sandra Poppe hat hier ein tolles Buch vorgelegt, bei dem es auch, aber keineswegs nur um Liebe geht. Im Vordergrund werden vielmehr alltägliche Schwierigkeiten, die jeder Leser auf die eine oder andere Weise von sich selbst ebenso kennt, mit viel Humor und Ironie präsentiert. Nichtsdestotrotz hat das Buch Tiefgang genug, um die Eltern-Teenager-Problematik genauso wie die Fragen, die einem bei der Partnersuche in den Sinn kommen, gründlich zu beleuchten und bietet ferner durchaus die Möglichkeit eigenes Verbesserungspotenzial im Umgang mit seinen Mitmenschen zu bedenken. Als Leser bin ich stets mittendrin im Geschehen und sehr gerne reise ich in einem der nächsten Romane Sandra Poppes zusammen mit Protagonistin Evi wieder nach Rügen, um mir Sätze wie „Is’ Meer, was?“ oder „Da nicht für!“ anzuhören, die mir wie all die liebevoll gezeichneten Charaktere des Romans, mittlerweile sehr ans Herz gewachsen sind.
Zelten? Was hat sich Großtante Lisbeth denn dabei gedacht? Nach ihrem Tod im gesegneten Alter von 92 Jahren macht diese den Zelturlaub zur Bedingung für ein stattliches Erbe. Evi, getrennt, alleinerziehend und gestresst, nimmt die Herausforderung schließlich an. Sie packt ihre Sachen und fährt mit ihrer vierzehnjährigen Tochter Helena auf einen Campingplatz nach Rügen.
Doch Wunsch und Wirklichkeit klaffen auseinander. Das Wetter ist schlecht, die Ausrüstung fehlerhaft, die Leute seltsam, die Tochter mies gelaunt. Aber da gibt es diesen attraktiven alleinstehenden Familienvater, einen ungebetenen nächtlichen Besucher, den amüsanten Chakra-Klub und die sehr netten Besitzer des Campingplatzes. Evi bleibt, und die Geschichte nimmt ihren Lauf ...
Drei Wochen totale Entschleunigung auf einem bezaubernden Zeltplatz an der Ostsee
Ein wunderbarer Roman für alle Camping-Fans und solche, die es werden wollen
Meine Meinung
Ein unterhaltsamer Roman über die Tücken des Lebens und wie Frau sich dabei neu entwickelt. Wer würde sich nicht über ein nettes Erbe freuen? Aber wenn es dann an Bedingungen gekettet wird, ist man not amused. Evi, bald geschieden und Mutter einer pubertierenden Tochter, ist entsetzt, dass Tante Lisbeth sie für drei Wochen zum Zelten schickt. Angekommen auf dem Campingplatz, hatte ich ein kleines deja-vu aufgrund der Beschreibungen. Er ähnelte einem Campingplatz auf Rügen, auf dem wir vor Jahren zwei Nächte verbracht haben. Somit kann ich bestätigen, dass der Roman gefüllt ist mit wunderschönen Beschreibungen, die uns an die Ostsee träumen lassen. Mit Evi und ihrer Tochter erleben wir ein Mutter-Tochter Verhältnis, wie es vielfach irgendwo sich genauso abspielt. Und natürlich erleben wir auch die Tücken des Campings kennen. Evi hat viel freie Zeit und lernt die Facetten vom Campingurlaub kennen. Es stolpern ihr auch ein paar männliche Exemplare über die Füße, die ihr Herz in Aufregung bringt. Sandra Poppe hat einen locker leichten Schreibstil und ich konnte mir alles sehr gut bildlich vorstellen. Evi ist so normal einfach und hat auch ihre Schwachstellen, aber sie ist furchtbar menschlich. Und auch mit Helena hatte ich viel Spaß.
Fazit
Liebe ist schön, von einfach war nie die Rede von Sandra Poppe erzählt die Geschichte von einem Erbe, das erst ausgezahlt wird, wenn der Campingurlaub absolviert wurde und auch die anderen Familienmitglieder ihre Aufgabe erledigt haben. Mit authentischen Beschreibungen, Herzflattern und Situationskomik unterhält uns die Autorin. Der Roman ist in einem Rutsch gelesen, nur im letzten Drittel fand ich Evi etwas kindisch in ihrer Reaktion. Gott sei Dank hat sie die Kurve noch bekommen und ich konnte den Roman mit einem Lächeln beenden. Von mir gibt es 4,5 🐥🐥🐥🐥 und eine Leseempfehlung.
Einfach nur schön Sandra Poppe hat es wieder geschafft uns einen Wohlfühlroman erster Klasse zu liefern. Diesmal begleiten wir Evi und ihre 14 jährige Tochter Helena auf einen Campingurlaub nach Rügen. Ausgetüftelt von der verstorbenen Großtante Lisbeth, die ihr Erbe für Evi, ihren Vater und ihre Schwester nur verteilt, wenn Bedingungen erfüllt werden. Mit diesen Aufgaben möchte sie das Leben der Erben zum Positiven verändern. Zurück zu Evi und Helena. Zwischen den beiden herrscht Pubertätskrieg gepaart mit den Folgen der anstehenden Scheidung von Evi und Claas. Wir erleben mit, wie dieser Campingurlaub mit vielen Stolpersteinen startet. Treffen auf eine bunte Mischung von Campern ("Real Life", wer schon campen war, wird einige wieder erkennen) und begleiten Evi durch das Gefühlschaos im Männertrio. Dazu der wunderbare Humor von Sandra Poppe, der mir schon im ersten Buch so gut gefallen hat. Die Kapitel sind schön kurz gehalten, versehen mit treffsicheren Überschriften. Die Beschreibungen von Rügen machen Lust direkt die Koffer zu packen und die Insel zu erkunden. Auch diesmal gibt es neben allem Humor auch wieder kleine Lebensweisheiten aus Situationen, die dem ein oder anderen sicher bekannt vorkommen. Das Cover ist ähnlich gestaltet wie im ersten Buch und hat damit einen hohen Wiedererkennungswert. Ich vergebe gerne 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung für beste Unterhaltung.
Auch wenn mich das Buch nicht zum Zelten bekehren konnte, hat es mir einige interessante Einblicke geliefert und vor allem jede Menge gute Laune verbreitet. Besonders gefallen hat mir, dass das Buch sich selbst nicht so ernst nimmt und einen durchgängigen Humor versprüht hat, so wie ich es bereits beim Lesen des Titels erwartet hatte. Jeden Tag gab es neue Pannen, aber auch schöne Begegnungen und Erlebnisse, auf die man sich freuen konnte. Zwar war das (Happy) Ende schon frühzeitig abzusehen, auch weil ich einen relevanten Gedankengang der Hauptperson nicht teilen konnte (als Leser:in weiß man ja oft mehr), aber es war überaus lustig zu sehen wie Evi die Männer für sich sortiert hat. Fazit: ein Rundum-Wohlfühl-Gute-Laune-Buch, das mit der Packliste fürs Zelten (oder sonstigen Urlaub) am Ende sogar noch einen nicht zu verachtenden praktischen Nutzen für alle Listenliebhaber (wie mich) bietet.