What do you think?
Rate this book


180 pages, Paperback
First published February 28, 2020
Es ist dann einfach still, und das macht diese Momente so wertvoll. Es dauert zuerst immer eine kleine Weile, bis sich die Stille aus ihrem Versteck hervortraut. Nur zögerlich nähert sie sich, wie um auszukundschaften, ob ihr denn wirklich keine Gefahr droht. Dann aber, sobald sie Vertrauen gefasst hat, lässt sie sich auf einen nieder, wie ein gehetztes Tier, das sich endlich in Sicherheit befindet, senkt sich über den Raum und erfüllt uns beide mit ihrem Nichtswollen.
S. 103
Im Nebel, so kommt mir vor, werden die Menschen sanfter, man bewegt sich langsamer und vorsichtiger - es ist wie eine milde Naturkatastrophe, die uns vor Augen führt, dass wir alle im selben Raumschiff sitzen und verständnisvoll miteinander umgehen sollen.
S. 171
Ich habe mit dieser Arbeit, mit dem Fotografieren und dem Entwickeln und Verfertigen von Abzügen in meinem zur Dunkelkammer gewordenen Badezimmer, unbewusst den Versuch unternommen, einen Zustand herbeizuführen, der es mir erlaubt, mich in ein beziehungs- und gesellschaftsloses Wesen zu verwandeln, mich aus jeder Beziehung zu Menschen herauszuziehen [...].
S. 105
Als ich mich wieder entkrampfe, pulsiert ein Schmerz meine Arme hinauf, und bevor dieser Schmerz in einer riesigen Explosion meinen Brustkorb sprengt, erfasst mich die unglaublich naheliegende und tödliche Gewissheit, dass diese Welt nichts als ein subversiver Schimmelpilz in einem durch und durch digitalen Universum ist [...].
S. 134
'Bist du sicher, dass du keine Hilfe brauchst?', rufe ich in die Küche.
'Ist bald fertig, danke!', kommt Mariannes Antwort.
S. 7
'Gleich fertig', sagt Marianne, ohne ihren Blick von der Pfanne auf dem Herd abzuwenden.
'Danke', sage ich, trete hinter sie, umarme sie und küsse ihren Nacken.
S. 180