Streamjumper. Was könnte lästiger sein als diese anonymen User, die zum Spaß in anderer Leute Simulationen einbrechen? Vielleicht Streamjumper, die mörderische Botschaften hinterlassen? Jackpot!
Es ist das Jahr 2204 und das Verbrechen schläft noch immer nicht. Seit der Ermordung ihrer Mutter – eine Politikerin, die sich oft unbeliebt gemacht hat – befindet sich Niobes Leben in einer immer steileren Abwärtsspirale. Welche Erleichterung, dass sie in ein paar Wochen zu einem fernen Planeten aufbrechen und all das hinter sich lassen kann – sofern ihr Stalker sie nicht vorher in die Finger bekommt. Als sich dessen makabre Botschaften zu häufen beginnen und von der virtuellen in die reale Welt wechseln, tritt Personenschützerin L in Niobes Leben. Ihr neuer Bodyguard ist wortkarg, geheimnisvoll und verflucht sexy. Genau die Art Problem, die Niobe so kurz vor dem Abflug nach Gaia noch gefehlt hat.
Sameena Jehanzeb wurde 1981 in Bonn geboren. Bei Tag ist sie diplomierte und selbstständige Grafikdesignerin, Illustratorin und Scherenschnittkünstlerin, eine nimmermüde Sarkasmusschleuder und Katzenbändigerin. Bei Nacht wird sie zur Geschichtenweberin und verfasst Abenteuer in den Bereichen Fantasy und Science-Fiction.
Sowohl beim Schreiben als auch beim künstlerisch-handwerklichen Arbeiten setzt sie sich am liebsten mit phantastischen Themen, Sagen und Märchen auseinander oder begibt sich auf einen Ausflug in die Zukunft.
Kommata sind ihre selbsterklärten Todfeinde, ihre ewige Dankbarkeit gebührt daher professionellen Korrektoren.
2020 | 1. Platz beim Selfpublisher Buchpreis für »Was Preema nicht weiß« 2020 | Shortlist beim Krefelder Preis für Fantastische Literatur für »Was Preema nicht weiß« 2021 | »Was Preema nicht weiß« ist nominiert für den Kurd Laßwitz Preis 2021 | »Was Preema nicht weiß« auf der Longlist des Phantastikpreis der Stadt Wetzlar
Mir hatte »Was Preema nicht weiß« von Sameena Jehanzeb sehr gut gefallen, obwohl der SF-Anteil in diesem Buch recht gering war. Deshalb habe ich das neue Buch der Autorin gespannt erwartet und wurde auch nicht enttäuscht. Der äußere Eindruck ist ausgesprochen positiv: ein schön gestaltetes Buch in Klappenbroschur mit einem Titelbild, das, wie man beim Lesen bemerkt, die beiden Hauptfiguren sehr gut trifft. Man merkt dem Buch an, dass es durch ein Korrektorat und ein Lektorat gegangen ist, was nicht unbedingt selbstverständlich ist. Ein Selbstverlag mit professionellen Büchern! Auf der Innenseite des Buchumschlags findet sich eine »Begriffs-Datenbank«, also eine knappe Erklärung wichtiger Begriffe der Welt, in der der Roman spielt. Schon bei der Lektüre dieser Datenbank (was man vielleicht nicht gleich am Anfang machen sollte), merkt man, dass in diesem Buch viele SF-Themen angesprochen werden: Die Erde wurde von Außerirdischen übernommen, die sich vorrangig um den Erhalt des Planeten kümmern und die Menschen nur noch dulden. Die Menschheit hat ein erstes Fernraumschiff gebaut, dessen Start kurz bevorsteht. Es gibt Cyborgs (Cybe genannt) und genetisch modifizierte Lebewesen sowie Klone (Tweaks genannt). Diese Gruppen werden stark diskriminiert und haben nur eingeschränkte Rechte. Es kann z.B. passieren, dass man nach einer lebensrettenden Operation aufgrund der eingesetzten Hilfsmittel plötzlich als Cybe gilt und seine Rechte verliert. Diskriminierung ist eines der Themen, die im Roman immer wieder eine Rolle spielen. Dazu kommt noch eine Fülle von »Kleinigkeiten« im Weltenbau wie ein Ohranhänger, der als Zeichen für Beziehungsstatus, sexuelle Orientierung und Interesse genutzt werden kann. In der Begriffs-Datenbank, die auch ein »Institut für Historische Rückgewinnung« erklärt, findet sich ein netter Verweis auf »Wasteland« von Judith und Christian Vogt. Diese Welt, deren Bausteine geschickt und ohne Infodump eingeführt werden, bildet den Hintergrund für eine spannende Krimihandlung und eine Liebesgeschichte. Niobe wird von einem Stalker, der sich »Ghost« nennt, mit dem Tode bedroht. Sie wendet sich an die Polizei und ihr wird L (ja: nur »L«) als Bodyguard vermittelt, genauer: als CPO, also »Close Protection Operative«, eine Bezeichnung, auf die L immer wieder großen Wert legt. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich eine Liebesbeziehung, die viele Hindernisse überwinden muss. Gleichzeitig werden die Angriffe durch »Ghost« heftiger und mehr und mehr Details aus dem Leben der beiden Frauen ergänzen den Weltenbau. Meine anfängliche Begeisterung kühlte im zweiten Drittel leicht ab: hier geht es vor allem um die Beziehung und die Annäherung der beiden Frauen. Dies hat mich nicht so mitgerissen und einige Motive wiederholten sich dabei zu oft, wie z.B. die ständigen Drohungen des Stalkers. Ich habe dies vor allem deshalb bedauert, weil mich mehr Details aus der Welt interessiert hätten, als wieder und wieder zu lesen, wie L ihre Klientin Niobe anschmachtet. Andererseits ist es aber auch glaubwürdig, dass die Beziehung der beiden »kompliziert« ist: sie haben Geheimnisse voreinander, sie haben beide eine Vergangenheit, die mit den aktuellen Problemen in Verbindung steht. Dann wird es aber noch einmal richtig spannend, Zusammenhänge der Figuren werden entdeckt und der politische Hintergrund wird vertieft. Aber das soll hier nicht verraten werden. Sameena Jehanzeb überzeugt stilistisch sowohl in den spannenden Passagen, wie auch bei der Schilderung der Beziehung zwischen Niobe und L. Dabei wird das Geschehen immer wieder etwas aufgelockert. Es ist natürlich keine einfache Welt, der Grundton des Buches ist aber dennoch positiver als ich das von vielen aktuellen Dystopien gewohnt bin und unter der oberflächlichen Krimi-Handlung finden sich andere Themen, wie das der Diskriminierung von Minderheiten.
"Frozen, Ghosted, Dead" (mir fällt gerade erst auf, wie passend der Titel ist!) war ein großes Highlight für mich!
Und das, obwohl es der zweite Versuch war, das Buch zu lesen ... Das liegt vor allem daran, dass ein großes Thema in diesem Buch Stalking ist. Und zwar nicht als Vergangenheitspunkt, über den ein Hauptcharakter hinweg kommen muss. Niobe wird im Hier und Jetzt gestalked - es hat bereits vor einiger Zeit angefangen, wurde von ihr aber nicht ernst genommen, erst als die Nachrichten bedrohlicher und realer werden. Dabei ist die Bedrohung der Situation so gut gemacht, dass ich beim ersten Mal abbrechen musste. Was Niobe durchmacht, geht unter die Haut und man sollte sich dieser Thematik auf jeden Fall bewusst sein, bevor man anfängt zu lesen. (Es ist aber im Klappentext klar erwähnt und gibt zudem noch eine Contentwarnung, die am Anfang des Buches direkt verlinkt ist.)
Eigentlich ist Niobe nur noch wenige Wochen auf der Erde, die von den Telarin, einer übermächtigen Alienspezies, übernommen und in Hexagone aufgeteilt wurde. Dermaßen gezwungen sich zu benehmen, hat die Menschheit es einigermaßen geschafft, mit der Erde und sich selbst wieder klarzukommen und die Ressourcenkriege sind Vergangenheit. Aus eben jener Vergangenheit stammt L, Personenschützerin, die sich nicht gern Bodyguard nennen lässt, aber in ihren Anzügen eben wie ein heißer Bodyguard aussieht. Als Niobes Stalker aufdringlicher wird, übernimmt L inoffiziell den Personenschutz für die Zeit, die Niobe noch auf der Erde bleibt vor ihrer Abreise ins All. Und in dieser Zeit will sie eigentlich auf gar keinen Fall noch Bindungen zu Personen entwickeln, die zurückbleiben ...
Durch die Abreise tickt im Hintergrund unaufhörlich eine Uhr im Roman, für die romantische Entwicklung aber auch den Plot rund um den Stalker Geist, der seine Drohungen gern in Reimform schickt. Das macht das ganze sehr spannend und ich habe beiden Plotlines mitgefiebert. Gleichzeitig fand ich aber auch das Worldbuilding überragend gut. Selbst wenn es nicht permanent in den Vordergrund gestellt wird, hat man mit jeder Zeile das Gefühl, dass da unglaublich viel Arbeit reingeflossen ist und sich noch viel mehr erzählen lassen würde. Die Telarin etwa kommen nur sehr, sehr am Rande vor und über die Geschichte mit den Ressourcenkriegen und die anschließenden Veränderungen auf der Erde erfährt man nur sehr wenig über L. Während es einerseits sehr viel mehr Toleranz gibt und Fortschritte diesbezüglich, werden andererseits Cyborgs und Klone diskriminiert und haben keine eigenen Rechte. Niobes Mutter Mona war eine bekannte Politikerin, die sich gegen das diskriminierende Gesetz stark gemacht hat, bevor sie ermordet wurde, was der Aufhänger des Romans ist.
Das Geflecht hinter Mord und Stalking wird gut aufgelöst und hat mich immer mitfiebern lassen. Gleichzeitig war ich auch unglaublich großer Fan von Niobe und L als Paar. Auf jeden Fall verdient das Werk alle möglichen Sterne und war eines der Highlights dieses Jahr bislang!
Ich muss sagen, die Geschichte hat mich nicht von Anfang an gefesselt, aber gegen Ende fiel es mir doch schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Besonders gefallen hat mir das Worldbuilding. Alles in allem solide 4 Sterne.
Das hier ist mein erster richtiger Twitterfund, der zufällig in meine Timelime gespült wurde. Ich mag das Cover sehr gern, gut konzipiert mit etwas Noir Charme. Es ist schon eher ein leichter SiFi Roman, am Anfang habe ich mich wohl sehr wie der Bodygard "L" gefühlt. Etwas deplaziert in einer Welt, die ich nicht richtig verstehen. Aber man überwindet diese Phase nach ein paar Kapitel und kann dem Stalkingsfall von "L"s Klienten Niobe folgen. Ich fand das Einbauen von Stalking recht spannend, aber hätte mir da noch mehr kleinere zwischengestreute Angstmomente gewünscht, das hätte es weniger Dektektivroman-ähnlich gemacht. Achtung auch hier versteckt sich eine B-Love-Story, aber ich fand sie ganz okay. Ich habe auch das Ende erst nicht richtig verstanden, wahrscheinlich weil man die Welt hätte etwas besser erklären müssen, aber insgesamt hatte ich richtig Spaß und darum geht es mir aktuell beim Lesen.
Ein Verbrechen das im Jahre 2204 aufgeklärt werden muss, und nebenbei noch eine Liebesgeschichte, darum hatte ich mir dieses Buch für die Oktober Challenge ausgesucht. Genauer hatte ich den Klappentext nicht studiert, so dass ich davon überrascht wurde, dass der Bodyguard eine PersonenschützerIN ist und somit beide Protagonistinnen weiblich. Es passte aber dazu, dass in dieser Zukunft alle sexuellen Orientierungen als gleichwertig akzeptiert werden. Dafür werden Tweaks (Klone) und Cybes (Cyborgs) nicht als vollwertige Menschen angesehen. Wir werden wohl leider immer etwas finden, um eine Minderheit auszugrenzen.
Obwohl es interessant war in eine so andere Welt einzutauchen, konnte mich die Handlung doch nicht vollständig packen. Dazu haben mich zwischendurch zuviele Details irritiert. Die Schlussauflösung hat mich einigermassen mit dem Buch versöhnt.
Dieser futuristische SF-Roman hat mich von der ersten Seite an gepackt & nicht losgelassen. Spannung wechselt sich mit ruhigen & romantischen Szenen ab, sogar Humor ist eingestreut. Auch das Ende habe ich überhaupt nicht vorausgeahnt, was selten ist. Von dieser Autorin werde ich auf jeden Fall mehr lesen!
Wieder einmal ein absolut empfehlenswertes Buch von Sameena Jehanzeb. Die Ideen, wie die Welt im Jahr 2204 aussehen könnte, waren so cool und die Protagonistinnen richtig sympathisch. Und das Rätsel, wer hinter den Drohungen steckt, hat mich echt mitfiebern lassen.
Zitat: « „Schade“, sagte Niobe beiläufig. „Das war ein verdammt guter Kuss. Steigt definitiv in meine Top 3 auf. Um zu klären, ob er den ersten Platz verdient, müsste ich aber nochmal eine Kostprobe bekommen.“ Wie bitte? »
Sameena Jehanzeb ist für mich einfach die Queen von Queeren Genremix Büchern! « Frozen Ghosted Dead » ist ein super spannender Mix aus: Thriller, Science-Fiction, Dystopie und Roman. Die Welt in der wir unsere Protagonisten L und Niobe Begleiten ist sehr detailliert und eindrucksvoll beschrieben. Niobe ist eine starke, fröhliche und vor allem humorvolle Persönlichkeit. Trotz einer schwierigen Familiensituation ist sie ein stets positiv gestimmter Mensch. L ist in sich gekehrter, behält meist einen kühlen Kopf und lässt andere nur schwer an sich ran. Ihre Eiskalte Bodyguard Art, bieten einen tollen Kontrast zur quirligen Niobe. Dank der beiden hatte ich wirklich einiges zu lachen und zu schmunzeln 🥰 Das erste auf einander treffen werde ich niemals vergessen 😂 einfach genial🙌 Apropos genial: Die Idee mit den Ohrringen. Hammer!! Warum existiert sowas noch nicht?😭 Ein revolutionärer Einfall! Ich meine Ohrringe, die anhand eines vorher festgelegten Farbschemas, aussagen welche Sexuelle Orientierung bzw. welchen Familienstand man hegt, ist doch einfach nur genial?! 😍🖤 Das Buch beinhaltet auch schwere Themen und teils nicht allzu appetitliche Szenen. Daher ist der QR-Code, ganz zu Beginn, sehr praktisch. Denn dort findet ihr die Trigger-Warnung ganz ohne gespoilert zu werden🤗
Fazit: Ich liebe, liebe, liebe es! Liebevoll ausgearbeitete Charaktere, ein spannendes Setting und lauter Emotionen. Ich habe mitgelitten, mitgefiebert, aber vor allem mitgelacht. Bis zum Schluss hatte ich wirklich keine Ahnung wer der Stalker sein könnte und habe das Ende so definitiv nicht kommen sehen! Ich brauche mehr Bücher der Autorin😍