Rebecca Schiller und ihre Familie haben ihr Haus in der Stadt für einen kleinen Hof auf dem Land aufgegeben. Aber was die Erfüllung eines Traums war, entwickelt sich für Rebecca zu einem Albtraum. Sie beginnt an sich und ihrem Lebensplan zu zweifeln. Diese Zweifel werden immer stärker, bis sie beginnen, ihr Leben zu übernehmen.
Die Erzählung beginnt am Ende der Geschichte, als Rebecca an einem Konzentrationstest teilnimmt. Sie muss Farben und Formen zuordnen. Eigentlich eine leichte Sache, aber unter dem Druck, beobachtet zu werden, zerbricht sie. Was sie überhaupt in diesen Raum geführt hat, wusste ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht, ebenso wenig wie es Rebecca selbst wusste. Was ihr allerdings klar war, war dass ihre Leben nicht so war, wie sie es sich vorgestellt hatte. Seit sie aufs Land gezogen war, hatte sie immer stärker den Eindruck bekommen, als ob etwas mit ihr nicht stimmte und sie die Einzige war, die das sah.
Es ist schwer, wenn man sich innerhalb der eigenen Familie alleine fühlt. Rebecca kann nicht ausdrücken, was sich in ihrem Inneren abspielt. Ich hatte den Eindruck, als ob sie nach außen hin eine lange Zeit perfekt funktionierte und niemand wusste, wie es ihr wirklich ging. Ob das daran lag, dass sie ihre wahren Gefühle so gut verbergen konnte oder dass ihre Familie es nicht sehen konnte oder wollte, war mir dabei nicht immer klar. Obwohl es mehr als einmal einen Ausbruch gab, bei dem ich den Eindruck hatte, dass ihr Mann keine Hilfe war, weil er sich nicht damit auseinander setzte, warum Rebecca gerade jetzt explodiert war. Es schien mir fast so, als ob ihm die Gefühle seiner Frau unangenehm waren. Vielleicht tue ich ihm hier aber Unrecht, denn ich kann mir gut vorstellen, dass er mit der Situation auch überfordert war. Es hat einige Zeit gedauert, bis Rebecca sich eingestehen konnte, dass sie Hilfe braucht und noch länger, bis sie die richtige Hilfe bekommen hat.
Ich war mir beim Lesen nicht immer sicher, ob mir Rebeccas Geschichte wirklich gefällt und bin es immer noch nicht. Vieles von dem, was sie berichtet, konnte ich nachvollziehen. Aber es hat mich nicht so mitgenommen, wie ich es erwartet hätte. Über lange Strecken hinweg war es die Geschichte einer Frau, die ihren Traum leben will und in der Realität aufwacht. Das, was mich daran berührt hat, war zu wenig für mehr als einen durchschnittlichen Eindruck.