"Ein gutes Leben, das Richtige tun: Wie kann das gelingen? Gert Scobel und Markus Gabriel entwerfen eine neue Ethik, auf die wir – als Einzelne, als Gesellschaft und als Staat – unser Handeln auch in Krisenzeiten aufbauen können. Zwischen Gut und Böse liegen unzählige Möglichkeiten. Entsprechend weit spannen die beiden Philosophen ihre Gedanken: Anknüpfend an Traditionen der guten Lebenspraxis, an abendländische und asiatische Denkwege gehen sie der Frage nach, wie wir in einem komplexen Leben mit begrenzter Erkenntnis gute Entscheidungen treffen können. Im Dialog entwickeln Gabriel und Scobel das Prinzip der »radikalen Mitte«, in der sich unser Wissen, Denken, Fühlen, unsere Werte und Erfahrungen in einer Entscheidung und zugleich im Handeln verdichten. Werden wir uns dieser Mitte bewusst und kultivieren sie, erkennen wir in ihr die Wirklichkeit, aber auch den gewaltigen Raum der Möglichkeiten: und dazwischen uns selbst. In dieser Mitte, davon sind Markus Gabriel und Gert Scobel überzeugt, ist das Gute immer eine reale Option."
Markus Gabriel was born in 1980 and studied in Heidelberg, Lisbon and New York. Since 2009 he has held the chair for Epistemology at the University of Bonn; and with this appointment he became Germany's youngest philosophy professor. He is also the director of the International Center for Philosophy in Bonn.
Scobel und Gabriel philosophieren in Dialogform über Ethik, also das Richtige zu tun, wobei das Buch in drei Abschnitte (Aporie, Antinomie und An-Archie) unterteilt ist. Für mich als interessieren Leser, aber Nicht-Philosophen wird leider nicht alles verständlich.
Auch wenn die beiden stellenweise versuchen, die Ideen von sich und anderen bedeutsamen Denkern in einfacher Sprache zu erklären und anhand der Krisen der Zeit (Pandemie, Krieg und Ampelkoalition) illustrieren, blieb mir vieles nebulös - so wahrscheinlich auch der eigentliche Kern des Buches. Hinzu kommen Ausschweifungen über eben jene Themen, wobei manche Aussagen (dass laut Gabriel die Ampelkoalition moralisch gar nicht so schlecht regiere) schnell dahin gesagt sind, aber meiner Ansicht wenig kritisch durchdacht sind.
Insgesamt ist es dennoch lesenswert und ich nehme interessante Ideen mit, vor allem die Kritik an Kant und anderen Vordenkern sowie das Offenhalten der Mitte für ein gegenseitiges Zuhören und zu Wort kommen lassen ohne sich von extremen Polen vereinnahmen zu lassen.
anstrengendes format, da als interview oder gespräch verfasst, sehr sprunghaft, mit vielen unvermittelten themensprüngen, und: jetzt auch keine groß erkenntnis, im prinzip löuft es auf den mittelweg (radikale mitte) zwischen den extremen raus