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Von hier betrachtet sieht das scheiße aus

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Ben Schneider ist erst 29, hat aber schon genug vom Leben im Hamsterrad: aufstehen, arbeiten, Sorgen machen, sterben. Seinen Job bei einer Wirtschaftsprüfungskanzlei hasst er mindestens so sehr wie seinen Vorgesetzten. Der Kontakt zu seiner Familie ist größtenteils abgerissen, für die Liebe oder Freunde hat er schon lange keine Zeit mehr.
Wenn ihm das Leben also nichts mehr zu bieten hat, findet Ben, könnte er doch zumindest über einen coolen Abgang nachdenken. Einfallsreich und überraschend sollte der sein. Sein Dealer Tobi hat die perfekte Lösung: Er kann ihm im Darknet einen Auftragskiller besorgen. Ben ist einverstanden, will aber noch 50 Tage Zeit haben bis zum großen Finale. Doch diese 50 Tage ändern alles ...

336 pages, Paperback

First published May 18, 2022

14 people are currently reading
421 people want to read

About the author

Max Osswald

7 books12 followers
Max Osswald ist Autor, Comedian und findet es sehr unterhaltsam, über sich selbst in der dritten Person zu schreiben. Neben „Quarterlife Crisis“ (2018) veröffentlichte er diverse Kurzgeschichten und war ein Jahr lang als Fernsehautor für eine öffentlich-rechtliche Produktion tätig. Max Osswald war 2019 Finalist des NightWash Talent Awards und der bayrischen Poetry-Slam-Meisterschaften. Sein größter Erfolg 2021 war es, trotz steigender pandemieinduzierter Verzweiflung eine Einladung zu „Das Supertalent“ (RTL) abgelehnt zu haben. Max Osswald hält es für seltsam, dass in jeder Vita Sätze so oft mit dem Vor- und Nachnamen der Person begonnen werden. Max Osswald tut es aber trotzdem, weil er es lustig findet. Max Osswald lebt in einer Stadt.

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Community Reviews

5 stars
191 (34%)
4 stars
230 (41%)
3 stars
97 (17%)
2 stars
29 (5%)
1 star
4 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 61 reviews
Profile Image for Jin.
846 reviews148 followers
May 19, 2022
Allein der Titel ist der Knaller und hat mich dazu bewegt das Buch in die Hand zu nehmen. Das Buch stellt nicht nur die Gedanken von Millennials/Gen Z sehr gut dar, sondern auch was man sich vom Leben wünschen sollte oder was man am besten mit dem Leben tun kann. Ich fand es tröstend das Buch zu lesen, da hinter der bissigen, reizenden Sprache auch eine gewisse Verletzlichkeit und Hoffnung durchschimmerte. Allen voran fand ich die Ehrlichkeit der Geschichte besonders gut und auch wie die Geschichte sein Ende fand. Ich habe selbst jahrelang in München gelebt, daher waren die Münchner Orte, die im Buch vorkamen, ein großer Plus. Als Unterhaltung fand ich das Buch sehr gut, auch wenn manche Aspekte etwas vorhersehbar waren. Es hat mich ein bisschen an "On My 29th Birthday, I Decided to Die One Year Later" und "Veronika Decides to Die" erinnert. Nur überzeugender und besser zugeschnitten auf die heutige Generation.

** Dieses Buch wurde mir über NetGalley als E-Book zur Verfügung gestellt **
85 reviews2 followers
May 17, 2022
Let’s be honest: Der Titel hat mich direkt angesprochen, ich musste das Buch lesen, scheiß egal, worums geht. Tatsächlich hat mich dann auch der Inhalt angesprochen. Das Lesen war dann ein ziemliches Auf und Ab. Um ehrlich zu sein, weiß ich immer noch nicht so ganz, was ich von dem Buch halte.

Der 29-jährige Ben Schneider hat genug. Die Arbeit, die sein Leben bestimmt, nervt ihn. Für Freizeit hat er kaum Zeit und auch das Schlafen ist kaum noch erholsam. In seiner Verzweiflung lässt er einen Auftragsmörder engagieren - Direkten Selbstmord möchte er nicht begehen und so bleiben ihm noch 50 Tage, bis sein Leben ein Ende finden soll.
Er kündigt seinen Job, nicht ohne sich bei seinem ätzenden Chef zu rächen, und lernt dann spontan Emma kennen. Eine junge Frau, die ihm eine andere Seite des Lebens zeigt.

Die Idee ist so genial und am Anfang war ich auch total begeistert. Max Osswald hat ein großes Talent dafür, Emotionen einzufangen. Er selbst kommt aus dem Comedy Bereich und das zeigt sich hier immer wieder. Obwohl er sich hier einem krassen Thema widmet, hat er mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Er liefert hier eine wundervolle Mischung aus Tiefgründigkeit und Humor. Die besten Vorraussetzungen also.

„Schlafen, essen, trinken, ficken – egal, was, letztendlich lenken wir uns nur ab, bis das alles hier vorbei ist. Man macht und tut, man rät und versucht, doch im Vergleich zu Tetris kann man die Scheiße, die man gebaut hat, nicht mit ein paar Klicks aus dem Weg räumen, das Leben lässt sich nicht einfach neu starten, wenn man es verkackt hat.“

Leider hab ich schnell gemerkt, dass ich mit Ben einfach nicht warm werde. So sehr ich auch versucht habe, mein Mitgefühl zu halten, ich war irgendwann doch zu genervt. Er bezeichnet sich selbst als Mittelmaß, definiert sich über Leistung und verbrennt sich selbst, wenn er mit seinen Gefühlen nicht umgehen kann. Eine eigentlich interessante Perspektive, und er macht auch eine interessante Entwicklung durch. Trotzdem war er mir total egal.

Vielleicht, weil er mir einfach unsympathisch war. Seine Selbstgefälligkeit hat mich zwischendurch nur angekotzt und in seiner Position ist es ja total verständlich, dass er so miesepetrig ist, trotzdem konnte ich mich nicht drauf einlassen. Das kann auch daran liegen, dass das Buch allgemein sehr krass und klischeebeladen ist. Drogen wandern hier durch die Gegend als wären sie nichts, und natürlich muss noch mal ein Seitenhieb gegen das Bouldern sein, ist jetzt ja gerade cool. Mir war das alles einfach zu gewollt, zu negativ. Außerdem war das Ende so wahnsinnig vorhersehbar.. Ich hab das Gefühl, dass das auch noch mal sehr viel für mich kaputt gemacht hat.

„wenn man sich auf der Überholspur befindet, stellt man dummerweise oft die Richtung nicht mehr infrage.“

Emma war mir dafür fast sympathisch. Sie ist eine intelligente Frau und hat einiges zu sagen - Leider war ihre Rolle hier sehr klar. Sie dient Ben zur Charakterentwicklung, hilft ihm auf und erklärt ihm das Leben. Viel mehr tut sie nicht, viel mehr ist sie nicht.

Trotz allem fand ich das Buch nicht schlecht! Es bietet eine andere Perspektive und ich liebe den Schreibstil von Max Osswald. So viele tolle Formulierungen und kluge Beobachtungen. Ich kam wirklich gut durch das Buch und bin, wie ihr merkt, total hin und hergerissen.

Ich würde das Buch gern empfehlen und ich bin mir sicher, dass es sehr vielen Leuten gefallen wird. Es war leider einfach nicht mein Buch, aber macht euch gern euer eigenes Bild! Ich hoffe auf jeden Fall auf ein weiteres Buch des Autors, dieses hatte ja einige gute Elemente.
Profile Image for 308fairy.
7 reviews
October 8, 2022
Ich bin zufällig auf dieses Buch gestoßen und die guten Rezensionen haben mich darin bestärkt, es zu lesen.

Mich persönlich hat die Story sehr angesprochen und das Ende macht Mut, sein eigenes Leben in die Hand zu nehmen. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen, das Buch zu lesen und darüber nachzudenken, wie man sein Leben leben möchte.

Einziger Kritikpunkt ist meiner Meinung nach die Art, wie Max schreibt - mir war es persönlich teilweise zu vulgär und umgangssprachlich.
Profile Image for lilli&#x1f344;.
47 reviews63 followers
May 5, 2022
Wow!
Tolle Story!
Wie Ben über Leben und Tod nachdenkt finde ich mega interessant!
Tod ist ja doch irgendwo ein Thema über dass man nicht gerne spricht.
Ben's Mindset ist irgendwo nachvollziehbar! Das Leben kann nun mal sehr einseitig und belastend sein.
Das Ende hat mir sehr sehr gut gefallen!
Ich finde das Buch sehr humorvoll geschrieben und würde es auf jeden Fall weiterempfehlen.
Profile Image for Sarah.
73 reviews399 followers
June 14, 2022
Ben möchte sterben. Mit gerade mal 29 Jahren hat er genug vom Leben. Da er aber nicht weiß wie er sich das Leben nehmen soll, beauftragt er einen Auftragskiller über das Darknet. Während seinen letzten Wochen tut er Dinge, die er davor nie getan hätte: Er kündigt seinen Job, feiert auf einem Hippie Festival und versöhnt sich endlich mit seiner Schwester. Und vor allem trifft er Emma. War die Entscheidung sterben zu wollen vielleicht ein unüberlegter Kurzschluss? Doch wie meldet man sich von einem Auftragsmord ab, wenn man nicht mal die Nummer des Mörders hat?

Dieses Buch ist so traurig, reflektierend und hoffnungsvoll zugleich. Es behandelt sensible Themen und bringt einen aber trotzdem immer wieder zum Lachen. Max Osswald schenkt dem Leser die perfekte Mischung aus Gen Z, Denglisch und ernsthaften Sorgen des alltäglichen Lebens. Ich kann das Buch nur empfehlen (und hoffe, dass es irgendwann verfilmt wird)!

Was mir am Buch besonders gefällt: Ben wurde die Möglichkeit gegeben seine Entscheidung rückgängig zu machen und dem Leben eine zweite Change zu geben.
Profile Image for Mo.
146 reviews
November 13, 2022
"Weil ich nicht mehr will."

Ben möchte sterben. Schwiiiiieriges Thema. Die Widmung - Für alle Suchenden. - fand ich sehr schön und hat mich direkt ins Herz getroffen. Ich war gespannt zu lesen, wie es Ben wohl ergehen würde, nachdem er einen Auftragskiller damit beauftragt, ihn in 50 Tagen umzubringen, weil er einfach keinen Bock mehr auf sein Leben hat...

Bei einem Gespräch relativ nah am Anfang zwischen Ben und seinem Dealer Tobi erzählt Tobi von dem Fährmann aus der griechischen Mythologie, der die Seelen über den Fluss Styx begleitet: "Das ist der Fluss, der die Welt der Toten von der Welt der Lebenden trennt." Letztendlich fragt er Ben: "Auf welche Seite möchtest du?" Diese Frage blieb mir die ganze Zeit beim Lesen im Kopf. Ja, auf welche Seite möchte er eigentlich?

Was dann passierte, war leider nicht wirklich das, was ich mir erhofft hatte. Natürlich trifft Ben sofort eine Frau, die ihn so richtig vom Hocker haut. Sie ist die Definition von Hippie und damit das perfekte Gegenbeispiel zu Bens Suizidalität (ich zitiere: "Ich mag mein Leben. Ich find leben richtig geil. Ich will das so lange machen, wie's geht"). Und genau dieses klischeehafte Zusammenkommen an gegensätzlichen Charakteren fand ich ehrlich gesagt zum Kotzen und ich hab die Augen so heftig verdreht, als Emma auftauchte. Da war das Buch fast schon für mich gelaufen, weil ich einfach keinen Bock darauf hatte, dass Ben sich jetzt in eine "Carpe Diem!!"-Frau verliebt und sich dann nicht mehr umbringen will. Das wäre so einfallslos und traurig gewesen. Aber zum Glück (!!!!!!!!) sind sie am Ende nicht zusammen und gehen ihre eigenen Wege. Das fand ich super!

Im Vergleich dazu haben mir die Interaktionen mit seiner Schwester sehr gut gefallen und ich fand sie viel realistischer. Da hat man richtig gemerkt, dass es das war, was sowohl Ben als auch Nadine brauchten. Ich hätte gerne mehr davon gelesen als von dem Festival ("MIT BACKPFLAUMEN UND MANDELN!" - ne danke, mir ist schlecht) und all diesen Guten Menschen, die keine Handys klauen.

Ich war schon immer mein liebstes Versteck; blöd nur, dass es so gut ist, dass mich dort wirklich nie jemand finden kann.

Ich schwanke zwischen 3,5 und 3,75 Sternen (ja, so genau muss ich's hier nehmen), weil ich Emmas Charakter und ihre Abfärbung auf Ben einfach zu unglaubwürdig und unrealistisch fand und das hat mir leider gut die Hälfte des Buches verdorben. Andererseits verkörpert sie eben genau das, wonach Ben gesucht hat, und sie hat ihm ganz viele Wege aus dieser Leere gezeigt. Wenn ich es mir hätte aussuchen können, hätte ich gerne mehr von Ben alleine gelesen. Im Endeffekt auch gerne mehr von Alex und dem Grund, warum Ben sich so leer fühlt nach Alex' Suizid. Das Ende kam ein bisschen plötzlich mit einem absehbaren und hoffnungsmachenden Sinneswandel, der irgendwie wie aus dem heiteren Himmel fiel. Alles erdenklich Gute für die Therapie, Ben.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Melanie R..
75 reviews
April 1, 2024
Zu Beginn war ich mir nicht sicher, ob das Buch für mich zur richtigen Zeit kommt, weil ich die zynischen und depressiven Gedankengänge nicht auf Abstand halten konnte. Aber es hat sich gelohnt dran zu bleiben... Gibt man der Geschichte die Chance zur Reflektion, ist es wohl nah an der Realität vieler Menschen und doch so fern zu den alltäglichen Handlungsweisen. Im Laufe der Geschichte etwas vorhersehbar, aber das machte mir nichts.
76 reviews
July 12, 2022
"Von hier betrachtet sieht das scheiße aus", der Debütroman von Autor Max Osswald, sticht bereits durch seinen Titel aus der Menge heraus. Und der Name ist Programm:

Ben Schneider (29) ist im Leben festgefahren. Genauer noch befindet er sich in einer ermüdenden Endlosschleife aus Belanglosigkeit und Erschöpfung. Erschöpfung durch die immer gleichen Sorgen, die immer gleiche Arbeit in der seelenvernichtenden Wirtschaftsprüfungskanzlei und die immer gleiche, allumfassende Einsamkeit, die in seinem Leben Einzug gehalten hat.
Aber Ben hat die Schnauze voll von diesem "Kreislauf beschwerlicher Scheiße" und trifft einen folgenschweren Entschluss: Er will sterben.
Und noch eine Sache steht fest: Sein Tod soll keineswegs so mittelmäßig werden, wie sein Leben. Also engagiert Ben einen Auftragskiller, der ihn in genau 50 Tagen die Lichter ausknipsen soll.

Klingt düster? Ist es auch. Max Osswald hat sich hier ein sehr ernstes Thema zum Schreiben gewählt und trifft damit genau den Zahn der Zeit. In einer Gesellschaft, die uns bereits von Klein auf einzutrichtern versucht, das Geld und Karriere der Maßstab allen Seins sind und die Chancen im Leben an die eigene Leistung und Produktivität gebunden sind, haben sicher schon so einige im Laufe ihres Lebens an ihrem Werdegang gezweifelt und sich auf die Suche nach persönlichen Glück begeben.
In einer ganz ähnlichen Ausgangslage begegnen wir dem Protagonisten dieses Romans. Mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass Ben vom Leben nichts mehr erwartet. Mit seinen 29 Jahren ist er verbittert, von Zynismus zerfressen und hat sich jedwedes Schönreden erfolgreich abtrainiert. Für ihn gibt es nur die gnadenlose, zuweilen bitterböse und ungefilterte Wahrheit. Doch genau diese kompromisslose Ehrlichkeit des Protagonisten gibt dem ganzen Roman eine herrlich humorvolle Note.

Mir hat „Von hier betrachtet sieht das scheiße aus“ wirklich gut gefallen und ich finde es ist ein außergewöhnliches und beeindruckendes Roman-Debüt. Es ist diese Kombination aus Düsternis und humorvoller Spitzzüngigkeit, die mir auf Anhieb gefallen hat.
Der Schreibstil ist packend und modern und die Seiten fliegen binnen kürzester Zeit nur so dahin. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, weil ich es nicht beiseitelegen könnte.
Ich sollte dabei erwähnen, dass sich Osswald sehr expliziter Sprache bedient (was angesichts des Titels keine Riesenüberraschung ist) und damit vielleicht nicht jedermanns Geschmack trifft. Meiner Meinung nach hat das aber sehr gut zum Charakter der Geschichte und des Protagonisten gepasst.
Zuletzt haben mir auch die Kapitel und einzelne Gestaltungselemente im Buch sehr gefallen, sozusagen das Tüpfelchen auf dem i.

Geschrieben wird in der Ich-Perspektive, sodass man uneingeschränkten Zugang zu den Gedanken und Gefühlen Bens bekommt. Das fand ich super, denn so erhält seine Figur schnell Kontur und wird nahbarer. Dadurch wurde es auch um einiges leichter seinen düsteren Gedanken zu folgen und sich in ihn hineinzuversetzen. Mit seiner sarkastischen und der negativen Grundeinstellung wirkt er zwar nicht immer sympathisch, aber als Figur sehr echt.
Ben ist in der Tat ein außergewöhnlicher Protagonist und hat eine sehr mitreißende Entwicklung gemacht. Von seiner anfänglichen Lähmung durch die Last seines eigenen Lebens beginnt er in seinen letzten 50 Tagen weitere drastische Veränderungen vorzunehmen und scheint sich dabei nach und nach aus seinem Käfig zu befreien. Dabei fand ich wirklich gut, dass der Autor hier auf jedwede rosarot geschmückte Szene neuentfachter Lebensfreude verzichtet hat und Ben sich stattdessen langsam und ausführlich mit seiner Situation befassen musste.
Dabei ergibt sich so manch eine überraschende Situation oder neue Begegnung, die auch den Leser den ein oder anderen Denkanstoß mit auf den Weg gibt.

Unterm Strich ist „Von hier betrachtet sieht das scheiße aus“ ein sehr gelungenes Erstlingswerk. Kurzweilig und doch ungewöhnlich lädt es seine Leser ein auf eine Suche nach den Sinnbringenden Dingen des Lebens und macht Mut sein Leben einzig nach den eigenen Ansprüchen und Wünschen auszugestalten.
Ich hoffe, wir werden noch einiges von Max Osswald hören, bis dahin kann ich aber nur jedem nahelegen, diesem Roman eine Chance zu geben.

Profile Image for Dana.
48 reviews3 followers
October 4, 2022
Ich hab das Buch ganz zufällig beim gedankenlosen Dauerscrollen auf Instagram gefunden und bin echt sehr positiv überrascht. Ein Buch mit sehr viel Tiefgang, und jeder Menge schwarzem Humor.
Die Triggerwarnungen sollte man allerdings wirklich ernst nehmen.
Profile Image for Lenný Dialer.
78 reviews1 follower
December 26, 2022
Die Geschichte und der Zynismus holt, denke ich, alle aus meiner Generation ab. Alle, die das scheinheilige Konstrukt Arbeit "ja danke, dass ich hier sein darf, ich will natürlich hier 10 Jahre verbringen" kacke finden. Es werden viele Dinge in Gesprächen angesprochen, die nicht die übliche "aber nein, alles gut"-Katharsis erhalten. Rassismus wird benannt, Krankheit wird benannt, es wird stehen gelassen. Liest sich sehr gut, es ist keine blumige Sprache und dennoch sprachlich sehr sehr fein. Klare Empfehlung :)
Profile Image for Luise.
5 reviews
July 3, 2022
zynisch, ehrlich, zum totlachen

Ich habe dieses Buch aufgrund des Titels gekauft, ein echter Blickfänger im Laden! Wer hat sich das nicht schon einmal gedacht? Nein, ganz ehrlich, es ist grad alles ziemlich beschissen, sag mir nicht ich solle das aus einer anderen Perspektive sehen.
Am Anfang dachte ich mir dennoch, wow, der Typ ist ja echt extrem zynisch und depressiv. Aber trotzdem fand ich mich immer wieder laut lachend wieder, denn viele der Observationen des Protagonisten Ben treffen den Nagel einfach auf den Kopf. Viele der Charaktere sind so echt, dass einem direkt jemand einfällt der EXAKT so drauf ist und man möchte ihnen gerne genau so gegenübertreten, wie Ben das tut.
Man merkt, dass der Autor Teil einer Generation ist, die oft deprimiert, zynisch, lustlos scheint..kein Wunder in unserem Alltag. Leben um zu arbeiten, arbeiten um am Wochenende leben zu können. Lieben um geliebt zu werden, hassen um beliebt zu sein. Drogen zum runterkommen, Anzug um sich produktiv und erwachsen zu fühlen. Genau so lebt Ben, bis er beschließt, es einfach zu lassen.
Das Buch zeigt aber, wie viel man um sich rum nicht sieht, wenn man sich nur auf sein eigenes Leben und Leid konzentriert. Man verpasst sowohl Schönes als auch Schreckliches, wenn man Leute wegstößt, die Scheuklappen aufsetzt und auf nichts außer sich selbst achtet.

Schön fand ich auch, dass Ben nicht stereotypisch (etwa durch eine neue Romanze) wieder Lust aufs Leben bekommt, sondern bei seinem Plan bleibt. Oder auch nicht? Lest es selbst.

Das Buch ist in einer Art stream of consciousness geschrieben und wir lernen Ben und seine innere Welt unglaublich gut kennen. Im Laufe des Romans verstehen wir, wie er so ein zynisches Bündel an Depression wurde. Einige Stellen sind wunderschön geschrieben, voll mit hervorragend eingearbeiteten Stilmitteln und unerwarteten Einschüben.

P.S. ich habe einen minimalen Fehler gegen Ende des Buches gefunden, wer noch?
Profile Image for s.
78 reviews1 follower
June 7, 2024
Obwohl das Buch sehr negativ ist, hat es mich mitgerissen, war spannend und hat mich mitfiebern lassen. Es ist schön zu lesen, wie ein Leben sich verändern kann und wie wichtig es ist darauf zu achten, mit welchen Menschen man sich umgibt.

„Routine und Komfortzone, die Mörderinnen eines jeden Lebens.“
„Doch wir richten uns danach und beten [Geld] an, erklären es zum Maßstab für Lebensglück, denn es ist messbar in Euro, Dollar und Urlauben an exotischen Orten, an die man reist, um dort beim Hotelfrühstück exakt das gleiche zu essen wie zu Hause“
„[Bereuen ist] gar nicht schlimm, sondern quasi immer nur ein Hinweisschild, um’s beim nächsten Mal besser zu machen. Oder zumindest anders.“
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Ihr_gossenpoet.
59 reviews
October 2, 2022
Eine subtile Kritik auf all diese Pseudo-Deepe Literatur wie "Das Cafe am Rande der Welt", weil das einfach privilegierter Utopiedreck ist. Dieses Buch zeigt derweil, dass es gut ist, auch mal wütend zu sein, es okay ist, bei den "richtigen" Menschen das egoistische Arschloch zu sein und das man auch gern mal spontan sein sollte.
1 review
October 3, 2024
Sehr unterhaltsam & kreativ geschriebenes Buch! Super witzig und trotzdem regt es sehr zum Nachdenken an. Die Dialoge sind sehr realistisch verfasst und man konnte es sich alles ziemlich bildlich vorstellen. Am Anfang war es für mich persönlich etwas anstrengend zu lesen und reinzukommen - ABER: es lohnt sich weiter zu lesen! 😉🤓
Profile Image for Janna Kamphof.
6 reviews
March 26, 2024
In vier Tagen gelesen - ich glaube, dass sagt schon einiges. Interessanter Schreibstil, sehr umganssprachlig, muss man mögen. Ich fand, dass es zur Geschichte gepasst hat. Spannende Story bis kurz vorm Ende. Sobald ich erahnt habe, wo es hingeht, hat das Buch mich nicht mehr so gepackt. Lässt nachdenken.
Profile Image for elenitsa. .
16 reviews
December 24, 2022
Zum Ende des Jahres hin noch ein absolutes Highlight!
Max, schreib bitte mehr und viel und vielmehr.

"Unverkrampft wollen, bedingungslos wünschen, drauf scheißen, wenns am Ende nicht klappt."
Das nehme ich mir als Motto fürs nächste Jahr mit. Danke dafür!
Profile Image for anna ☆.
46 reviews5 followers
June 19, 2023
4,5
hat nicht enttäuscht, genauso gut wie der Titel
Profile Image for Hens Books.
147 reviews29 followers
July 5, 2022
Ein junger Comedian schreibt seinen Debütroman und greift sich dafür ein todernstes Thema. Soweit so vielversprechend.
Der Rest geht aus meiner Sicht literarisch schief. So tiefgründig das Thema ist, so banal ist die Story. Lebensmüder 29-jähriger möchte sterben, heuert sich einen Mörder an und wird dann auf den letzten Metern seines Lebens doch von einer Frau vom Leben überzeugt. Dabei moralisiert sich der Autor durch zeitgenössische Klischees, sodass sogar ich, der ich so alt bin wie der Autor und die Hauptfigur, mich abgestoßen fühle. Auf jeder zweiten Seite muss ein Comedian-Gag untergebracht werden. Die Sprache ist derb und geradeaus, was per se nichts schlechtes ist, aber sie orientiert sich eher an der gesprochenen mündlichen Sprache. Für Leser*innen, die wenig lesen, und einen leicht zugänglichen Sprachfluss suchen, gut geeignet. Für mich war es nichts. Auch die Figuren bleiben eindimensional und unsympathisch.
Schade!
Profile Image for Veronika Elisabeth.
2 reviews
August 23, 2023
Interessanter Sprachgebrauch der nicht jedermanns Sache ist - meine schon 😀 einzelne Passagen hab ich Freundinnen vorgelesen und wir haben herzhaft darüber gelacht. Ich werde es auf jeden Fall weiterempfehlen
5 reviews
Read
June 25, 2024
TOLL ❤️💞✨️🤍💔
361 reviews
July 25, 2022
4.5 ⭐️

Ich fand das Buch toll!

Als erstes hatten mich gleich mal die Covergestaltung und der Titel angesprochen. Dann hatte mich der Schreibstil sofort überzeugt - flüssig und fesseln, anders/einzigartig, sehr lustig. Ich wollte nur kurz reinschnuppern und bin dann aber gleich für länger Zeit drangeblieben! Die Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet und ihr handeln nachvollziehbar. Toll fand ich auch das "Feingespür", welches für die Entwicklung der Atmosphäre an den Tag gelegt wurde! Die Story ansich hat sich ein paar Klischees bedient, diese waren aber trotzdem sehr gut eingebaut und überhaupt nicht plump, und das Ende war teilweise vorhersehbar, was ich aber auch nicht negativ empfand. Man kann sich ja auch freuen, dass man das Rätsel auch allein gelöst hatte :P Und wie gesagt, nachdem die ganze Story schon so ein inhaltlicher und emotionaler Rollercoaster war, hätte es mich echt nicht gewundert, wenn zum Schluss noch einmal eine richtig krasse Wendung eingebaut gewesen wäre.

Man merkt auf jeden Fall, dass Max Osswald Comedian ist und er kann echt schreiben! Ich bin gespannt, ob und wann es ein weiteres Werk von ihm gibt.


Grün und grau liegt er da, der Zoo der Toten, die Galerie der Ewigkeit, die letzte Ruhestätte. (S. 9)

Selbstmord ist der Cousinen Fick unter den Todesarten. Nicht verboten, fühlt sich aber auch nicht richtig an. Zumindest für alle anderen nicht. Wenn es aber sowieso nichts Richtiges im Falschen gibt, wäre das Falsche dann nicht das Richtige? (S. 10)

Und es ist egal, ob man beruflich Blut abnimmt, PowerPoint-Präsentation erstellt oder Schwänze lutscht, man prostituiert sich sowieso, verkauft sich, tauscht Lebenszeit gegen Geld und hofft, einen guten Deal gemacht zu haben. Man kriegt Menschen in den Arsch, die man normalerweise mit ebenjenem nicht mal anschauen würde, dann liegt man noch dran, rubbelt ihn wieder sauber und freut sich über das Trinkgeld. (S. 17)

Ich beginne den Arbeitstag mit dem Ziel, ihn zu beenden. Als hätte sich seit der Schule nichts verändert. (S. 25)

Schlafen, essen, trinken, ficken – egal, was, letztendlich lenken wir uns nur ab, bis das alles hier vorbei ist. Man macht und tut, man rät und versucht, doch im Vergleich zu Tetris kann man die Scheiße, die man gebaut hat, nicht mit ein paar Klicks aus dem Weg räumen, das Leben lässt sich nicht einfach neu starten, wenn man es verkackt hat. (S. 33)

Ich blättere in Schöne neue Welt und Die Glasglocke und frage mich, wieso die ganzen umgangssprachlichen Bezeichnungen für lesende Menschen so negativ klingen, Bücherwurm, Büchernarr, Leseratte, was für eine Scheiße, ich will doch weder Wurm noch Narr noch Ratte sein. Wieso nicht Literaturtiger oder Seitenadler, wegen überfliegen, weißte, haha, voll witzig, denke ich und freue mich, dass niemand meine Gedanken lesen kann, und höre dann auf, mich zu freuen, da mir anscheinend selbst über den Tod hinaus wichtig ist, was wildfremde Leute von mir halten. (S. 81)

Ich war und bin ein perfektes Chamäleon, das nach jahrelangem Anpassen vergessen hat, wie die eigene Farbe aussieht. (S. 85)

Make Orwell Fiction Again (S. 106)

Das Böse kennt weder Herkunft noch Geschlecht; wie tolerant und weltoffen von ihm. (S. 122)

Hunderte spazierende Leute um uns herum, ein nicht versiegender menschlicher Strom umhüllt uns, wir sind eine Insel in einem namenlosen Meer.
'Ist dir das unangenehm?', fragt Emma.
'Jap.'
'Wieso?'
[...]
'Weil wir mitten im Weg liegen.'
'Wem denn?'
'Blöde Frage, na den anderen eben.'
'Sicher? Wer sagt denn, dass das deren Weg ist? Was, wenn die anderen uns gerade mitten durchs Wohnzimmer laufen?' (S. 190)


'Woran misst du denn dein Leben?', frage ich.
'Ich messe alles daran, was ich mal meinen Enkelkindern erzählen will.'
Gute Antwort, wenn man Enkelkinder will, denke ich.
'Und wenn's am Ende nur imaginäre sind', fügt sie hinzu.
Immer noch keine schlechte Antwort. (S. 195)


Langfristig, was für ein Quatsch. Jede Form von Langfristigkeit ist eine Illusion. Man kann immer erst im Nachhinein sagen, ob etwas langfristig war. Jede Beziehung kann abrupt enden, jedes Gebäude einstürzen, jeder Job plötzlich gekündigt werden, egal, was für Versprechungen und Berechnungen am Anfang stattgefunden haben. Alles, was nach einer Weile noch steht, wird zum Wunderwerk erklärt. Über die Trümmerhaufen redet man einfach nicht. Und von denen gibt es deutlich mehr. (S. 291)
422 reviews4 followers
June 28, 2022
Tief gefallen – mit oder ohne Aufprall?

„Am Abgrund gibt es oft einen guten Ausblick. Wenn es vor einem nach unten geht, bedeutet das, dass man aktuell recht weit oben ist. Aber auch, dass man fallen kann. Das Fenster ist offen, unsere Welt klein und die Nacht alt.“ (S. 252)
Max Osswald kann schreiben, so viel steht 100%ig fest, nicht alle werden von seiner Lebensweisheit in derbem Tonfall begeistert sein, der immer auch eine Spur Humor an Board hat, aber lasst es euch gesagt sein: Es lohnt! Mir hat es super gut gefallen und ich hoffe, dass ‘Von hier aus betrachtet sieht das scheisse aus’ nicht sein einziger Roman bleiben wird.
Auf welchen Inhalt treffen wir hier mit diesem rotzigen Titel? Wir treffen auf Ben, der seinen besten Freund mit Anfang 20 verlor, da er sich vom Hochhaus stützte und nun landet Ben selbst 6 Jahre später in einer Lebenskrise und hat drastische Pläne. Er will sich umbringen, hat aber nicht die Courage es selbst zu machen und er engagiert einen Hitman um es in 50 Tagen geschehen zu lassen zu einem unbekannten Zeitpunkt.
„Unser Handeln wird angetrieben von Sehnsüchten, Triebe, Begehren, Wünschen. Man will, will, will. Ich wollte, wollte, wollte. Bis ich mich fragte, wieso. Und darauf keine Antwort fand.“ (S. 218f)
Aus dieser Idee entspinnt sich eine irre Geschichte, die viele Themen angeht: Was will ich vom Leben? Was ist ein erfülltes Leben? Bin ich offen mich treiben zu lassen? Ist Lebensstruktur ein Gefängnis oder ein angstminimierendes Gerüst? Und all diese doch recht elementaren Fragen an das Leben ist in diese makabre wie bissige Geschichte gewickelt. Lasst euch nicht abschrecken vom Todesthema. Es gibt Struktur und einen roten Faden, aber die Bilder links und rechts der Reise machen den Roman aus. Es wird gelebt, geliebt und gesponnen. Eine schöne Ablenkung vom Alltag.
„Es ist immer besser, etwas Schönes zu erfahren, dass irgendwann endet, als von vornherein darauf zu verzichten, weil es endet oder enden könnte. Alles endet. Und ja, am Ende ist es sowieso egal. Am Ende bleibt sowieso nichts. Am Ende ist das Ergebnis dasselbe. Aber man lebt ja nicht für das Ende, sondern für das Zwischendrin.“ (S. 328)
Erwähnenswert ist noch, dass der Roman fast ausschließlich in München spielt und einiges Bekanntes auftaucht!
Profile Image for Martina Weiss.
487 reviews5 followers
June 18, 2022
Der Titel hat mich sofort angsprochen und der Klappentext war vielversprechend, zugegeben die Idee ist nicht ganz so neu, man findet sie auch schon bei Jules Verne (Die Leiden eines Chinesen in Chna) und Aki Kaurismäki (I hired a contract killer).
Ben Schneider ist 29 und hat von seinem Leben - ein typisches Hamsterrad - die Nase gestrichen voll. Er beschließt über seinen Dealer einen Auftragskiller via Darknet zu buchen, da er für einen klassischen Selbstmord einfach nicht mutig genug ist. Er hat 50 Tage Zeit bis ihn der Auftragskiller erwischen kann.
Wir ahnen natürlich was passiert.... aber wie alles passiert ist mehr als lesenswert.
Max Osswald ist Comedian, aber ein Buch schreiben kann er ganz offensichtlich auch. Den Comedian merkt man, allerdings kommt der Humor nicht pointenhaft rüber, sondern ist gekonnt gesetzt ohne dem doch recht ernsten Thema Depression und Lebensmüdigkeit respektlos gegenüber zu treten.
Der Leser taucht von Anfang an tief in die Gedanken Bens ein und man spürt ganz deutlich diese Leere, diese Sinnlosigkeit. Man kann sich mit Ben identifizieren, seine Gedankengänge gut nachvollziehen und jubelt bei vielen bissigen Seitenhieben gegen die kaputte Gesellschaft innerlich mit.
Unaufdringlich philosophiert Ben, entweder alleine in seinen Gedanken oder zusammen mit Emma, die er zufällig kennenlernt, die seine Sicht auf das Leben nochmal gehörig verändert.

Ein wirklich gelungener Debütroman, der meines Erachtens alles erfüllt, das man sich als Leser wünscht: Humor, Intelligenz, einen sympathischen Protagonisten und gute kurzweilige Unterhaltung.
Ich jedenfalls nehme etwas nach dem Lesen mit: Lebe immer so, als hättest du nur noch 50 Tage zu leben.
Profile Image for Lisa_V.
736 reviews3 followers
June 25, 2022
Ungewöhnlich, gedankenreich und humorvoll – Ein Roman der in vielfacher Hinsicht überrascht

„Von hier betrachtet sieht das scheiße aus“ des Autoren Max Oswald war für mich schon ein besonders Leseerlebnis. Die Geschichte beginnt nicht nur skurril, nämlich indem Ben seinen eigenen Mord in Auftrag gibt, sondern hält auch im weiteren Verlauf zahlreiche besondere, verrückte und stellenweise auch abgedrehte Momente bereit. Nach und nach stellt Hauptprotagonist Ben sein Leben auf den Kopf und lernt dabei jede Menge dazu. Besonders gut gefiel mir die wirklich gelungene Mischung aus humorvollen Szenen und tiefgründigen, lebensphilosophischen Abschnitten. Sprachlich war mir die Schimpfwortdichte gelegentlich etwas zu viel des Guten, dennoch las sich der Roman flüssig und interessant. Außerdem entwickelte die Geschichte eine regelrechte Sogwirkung, so dass ich einfach immer weiterlesen wollte. Für außergewöhnliche Effekte sorgte außerdem die grafische Gestaltung, durch welche der Autor seinem Text eine besondere Wirkung verleiht und die Erlebnisse der Protagonist:innen noch plastischer werden. Ehrlich gesagt fand ich Hauptprotagonist Ben nicht immer sympathisch, da er schon sehr negativ, manchmal selbstgefällig und als Person durchaus anstrengend war. Zum Glück gab es aber Nebencharaktere, welche dies mehr als ausglichen. Außerdem ist es natürlich nicht nötig jede Person in einem Buch zu mögen, um die Handlung gut zu finden. Deshalb gibt es dafür auch keinen Punktabzug, sonder eine uneingeschränkte Leseempfehlung.
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66 reviews
July 8, 2022
"Wenn es immer nur das Ende ist, wonach man sich sehnt: hat man es dann nicht auch in der Hand, diesen Zeitpunkt selbst zu bestimmen?" So steht es auf einer Seite in Max Osswalds Roman "Von hier aus betrachtet sieht das scheiße aus". Es geht um Depression, Selbstmordgedanken und den Sinn des Lebens. Besonders ins Auge sticht Osswalds Sprache, die von ungewöhnlicher Bildsprache, wie "die Sonne kotzt mir ins Gesicht", und vielen Kraftausdrücken geprägt ist. Es sind gerade diese Besonderheiten, die dem Roman seine Lockerheit und an einigen Stellen auch seinen Humor geben.
Inhaltlich geht es um Ben Schneider, der mit seinen 29 Jahren auf ein unerfülltes Leben zurückblickt und sich täglich fragt, für was er arbeitet, früh aufsteht oder sogar lebt. Er entschließt sich, seinem Leben ein Ende zu setzen - und zwar mit Hilfe des Darknets und einem Auftragskiller, den er engagiert. 50 Tage sollen ihm von seinem Leben noch bleiben, dann will er den Schlußstrich ziehen - oder besser gesagt: sich umbringen lassen.
Einen Stern Abzug gibt es, da die Storyline leider teilweise etwas vorhersehbar und die Auflösung zum Ende des Romans ein bisschen "einfach" ist. Dennoch ist Osswalds Debütroman eine kurzweilige und unterhaltsame Lektüre, lässt sich leicht runterlesen und enthält Passagen, die einen zum Nachdenken anregen, um was es im Leben wirklich geht - das Leben selbst.
Profile Image for stefanb.
259 reviews
May 30, 2022
Sinnsuche
Der Titel „Von hier betrachtet sieht das scheiße aus“ den der Autor Max Osswald für sein Werk gewählt hat, ist auf den ersten Blick erst einmal gewöhnungsbedürftig und hat mich auch kurz Zweifeln lassen, ob der Roman etwas für mich wäre. Der Klappentext hatte mich schließlich überzeugt, dass ich das Buch lesen müsste. Kurz vorab: Ich bin froh, dass ich es getan habe.
„Ich tauschte Zeit gegen Geld und Freude gegen Status und wusste dabei nie, was die eigentliche Währung des Lebens ist. Bis heute nicht.“ [21]
Der Protagonist Ben stellt alles in Frage, befindet sich auf einer Sinnsuche. Auf dem Weg zur Erkenntnis wird es ganz schön turbulent. Bei mir hat Max Osswald genau den Nerv getroffen. Die Mischung stimmt. Sprachlich, humorvoll und durchaus scharfsinnig beschreibt Osswald die gesellschaftlichen Themen, welche eine ganze Generation beschäftigen.
Für mich bringt er auch die schwierigen Themen mit einer ungeahnten Leichtigkeit zu Wort, dass es ein Lesevergnügen ist, wenn man Ben auf der Suche nach dem Sinn begleitet. Wie ich finde, ist das Ganze sehr pointiert geschrieben. So muss ansprechende Literatur sein.
„Am Ende bleibt sowieso nichts. Am Ende ist das Ergebnis dasselbe. Aber man lebt ja nicht für das Ende, sondern für das Zwischendrin.“ [240]
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389 reviews3 followers
August 1, 2022
Leichte schwere Kost

Von hier betrachtet sieht das scheiße aus von Max Osswald, erschienen im dtv Verlag am 18. Mai 2022.

Ben Schneider erfährt bei seinem Dealer, dass man in dessen Konkurrenz, dem Darknet, alles was man will bekommen kann. Ben, dessen ereignisloses Leben geht ihm mächtig auf den Zeiger, will aber spektakulär und für ihn unerwartet abtreten. Was liegt da näher, als für sich selbst einen Auftragskiller im Darknet für einen coolen Abgang zu engagieren. Er setzt sich selbst eine Frist von 50 Tagen in der er Zeit hat sein Restleben noch zu genießen.

Dieses Buch handelt von einem der alles richtig machen wollte und dann dem Leistungsdruck und der Überarbeitung nichts mehr entgegenzusetzen hat.

Der Autor lässt seinen Protagonisten Situationen zerpflücken und wirft manchen schwarzhumorigen Gedanken mit ein. Ein Buch das Spaß macht, aber gleichzeitig auch nachdenklich macht. Was ist uns wichtig, müssen wir an uns gestellte Erwartungen erfüllen und was ist, wenn uns das alles nicht glücklich macht.

Kein Buch wie ich es erwartet habe, aber auf jeden Fall lesenswert. Nur am Titel könnte man etwas rumfeilen.
Profile Image for Irsenica.
91 reviews5 followers
June 20, 2022
Ben ein 29-jähriger beruflicher erfolgreicher Wirtschaftsprüfer vergeht in seinen Weltschmerz und an der Sinnlosigkeit seines Lebens. Er beschliesst sein Leben ein Ende zu setzen.

Da er aber selbst nicht dazu fähig ist, beschliesst er einen Killer aus dem Darknet zu beauftragen. Thematisch nicht gerade eine gute Nachtgeschichte und Ben macht es mir auf den ersten Seiten nicht gerade leicht seine Sorgen und Nöte nachzuvollziehen oder mich in ihn reinzuversetzen. Für mich Jammern auf hohen Niveau, er ist absichert und hat alles selber in der Hand es zu ändern und das einzige was ihm dazu einfällt ist "Game Over". (Sorry Ben) Dummerweise hat er seinen Killer erst in 50 Tagen bestellt.

Und in diesen 50 Tagen kann schon allerlei passieren...

Max Osswald's "Von hier betrachtet sieht das scheiße aus" ist bissig zynisch aber auch humorvoll und Mut machend. Sprachlich war es auf jeden Fall ein Genuss. Deshalb 4 *

Keine Ahnung warum , aber das ist bereits mein 3. Buch mit Thema Suizid dieses Jahr, das reicht mir aber dann auch.
Profile Image for Jacky.
12 reviews
June 27, 2022
Max Osswald – von hier betrachtet sieht das scheiße aus

Ich habe das Buch nur angefangen zu lesen weil mich der Titel direkt gecatcht hat. Dann habe ich die ersten Seiten gelesen und diese haben mich direkt in ihren Bann gezogen.
Wir verfolgen Ben, welcher mit seinem Leben so unzufrieden ist, dass er beschließt Selbstmord zu begehen. Aber er möchte keinen „normalen“ Selbstmord begehen, sondern etwas woran sich die Menschen erinnern.
Der Schreibstil ist modern und man kann der Geschichte schnell folgen. Besonders mit den bissigen und zynischen Kommentaren lockert er das Thema Selbstmord auf, wodurch es angenehmer ist ein so ernstes Thema zu lesen. Osswald baut die kritischen Gedankengänge über die Hoffnungslosigkeit der jüngeren Generationen wirklich gut ein, wodurch es nicht aufgesetzt sondern sehr passend und angenehm ist und wirkt.
Leider hat die Spannung in der Mitte ein wenig abgenommen, wodurch ich fand, dass es sich ein wenig in die Länge gezogen hat.
Trotzdem ist es ein wirklich guter Roman, den ich nur wärmsten weiterempfehlen kann
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