Ein Auftrag führt die Künstlerin Hannah zurück in ihren Heimatort. Liebwitz soll das "Dorf der Liebe" werden - und Hannah das neue Standesamt verschönern. Doch der Empfang ihrer Familie verläuft frostig, und auch eine Begegnung mit ihrem Ex Finn lässt nicht lange auf sich warten. Und dann wird Hannah auch noch dafür verantwortlich gemacht, dass das älteste Ehepaar Deutschlands plötzlich Scheidungsabsichten hegt. Leider scheint nur einer helfen zu können - Finn, der ihr einst das Herz gebrochen hat ...
Die Rügen-Reihe von Marie Merburg ist eine meiner liebsten und so habe ich mich schon länger auf diesen neuen Teil gefreut. Ich mag die Bücher wegen ihrer liebevollen Charaktere, dem Zusammenhalt dieser und dem Setting am Wasser. Dieser Band spielt in einer neuen Umgebung und ich war etwas traurig, die Truppe aus den vorherigen Bänden nicht mehr zu treffen, aber war gleichzeitig auf die neuen Dorfbewohner gespannt.
In dem Buch geht es um die Künstlerin Hannah. Nachdem ihre große Liebe Finn sie vor 5 Jahren verlassen hat, ist sie nach Berlin geflüchtet. Nun führt sie ein Auftrag des Bürgermeisters zurück in ihr Heimatdorf und sie wird nach fünf Jahren sowohl ihren Eltern, als auch ihrem Exfreund wieder begegnen.
Die Idee rund um Liebewitz als Dorf der Liebe mochte ich gerne, genauso wie Hannahs Künstlerdasein. Die Umsetzung konnte mich leider nicht überzeugen.
Hannah kam mir zunächst ganz sympathisch vor: sie hat gemischte Gefühle, als sie nach fünf Jahren wieder in ihr Heimatdort fährt. Sie freut sich auf ihre beste Freundin Ella und über den Auftrag des Bürgermeisters, zwei Bilder zu malen. Gleichzeitig ist es sehr komisch für sie, nach der langen Zeit wieder auf ihre Familie und ihren Exfreund zu treffen. Als sie bei Ihrer Familie ankommt, merkt man direkt, dass dort einiges im Argen liegt: sie weiß überhaupt nicht, wie es ihren Eltern und ihrem Bruder geht und wie die Lage dort ist. Nach und nach begegnet man den dreien dann und ziemlich schnell habe ich gemerkt, dass ich mit dem Trio so gar nicht warm werden werde, besonders nicht mit Hannahs Mutter. Es wird beschrieben, dass die Mutter eine schwere Vergangenheit hatte und sie überträgt quasi alles, was ihr im Leben schlechtes widerfahren ist, auf ihre Tochter (auf den Sohn übrigens nicht!). Ich finde es sehr traurig, wenn man eine solch schwere Kindheit hatte, jedoch sind die eigenen Kinder daran unschuldig und es ist mehr als unangebracht, solch schlechtes Verhalten auf sie zu reproduzieren. Ich würde fast schon sagen sie ist toxisch: sie verbietet unter anderem ihrem Mann und Sohn, Hannah zu besuchen, weil diese ein Studienfach gewählt hat, mit dem sie nicht einverstanden ist. Ihr ist das Gerede der Dorfbewohner so unheimlich wichtig, dass sie dementsprechend aufpasst, was sie und ihre Familie tun. Zudem hat sie in der Vergangenheit Hannah ihren Berufswunsch versucht auszuschlagen. Hannah hat jedoch trotzdem ihr Traumfach studiert und ihre Mutter nimmt ihren Job als Künstlerin nun nicht ernst. (Die Mutter führt dabei keine sachlichen Bedenken auf, sondern ist einfach frech und unsensibel). Sie projiziert alles aus ihrer eigenen Kindheit auf ihre eigene Tochter und diese muss dann darunter leiden, obwohl sie offensichtlich nichts dafür kann. Uff. Außerdem hat die ganze Familie ein ganz gewaltiges Kommunikationsproblem und es gibt so viele unausgesprochene Dinge. Vor lauter Scham vor der Reaktion der Mutter wird vieles verheimlicht. Sollte nicht die Familie für einen da sein und zusammenhalten? Über die Beziehung zwischen Finn und Hannah konnte ich mich leider auch nur aufregen. Finn hat aus gewissen Gründen Schluss gemacht und Hannah das Herz gebrochen, sie jahrelang nicht kontaktiert und als sie plötzlich wieder auf der Insel auftaucht, kommt er direkt wieder bei ihr an. Besonders mit den Gründen für das Ende der Beziehung passt das meiner Meinung nach gar nicht überein. Im Nachhinein stellt sich auch raus, dass Finn damals nicht den ehrlichen Grund für das Ende der Beziehung genannt hat, was ich einfach unfair finde. Zwischen den beiden gibt es ein ständiges hin und her. Mal wollen sie miteinander reden und Dinge aus dem Weg schaffen, am nächsten Tag sieht die Welt plötzlich ganz anders aus. Ich hatte das Gefühl, die beiden konnten sich überhaupt nicht entscheiden, ob sie der Beziehung noch eine Chance geben oder nicht. Was auch ein allgemeines Phänomen war, dass ständig Personen ihre Nase in Angelegenheiten gesteckt haben, die sich nichts angehen und ihre Meinung kundgetan haben, obwohl sie nie um Rat gebeten wurden.
Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass ich viele Dinge nicht so dramatisch gefunden hätte, wenn entsprechend damit umgegangen wäre. Aber ein kurzes Gespräch, ein kleines „tut mir leid“ hat mir da nicht gereicht, wenn es teils solche weitreichenden Aspekte waren.
Wen gibt es noch? Achja, das sich ewig streitende, am längsten verheiratete Paar des Dorfes: Else und Heinz. Man lernt die beiden als pure Streithähne kennen, die sich einfach nicht mehr ausstehen können. Warum diese nicht selbst auf die Idee kommen, sich zu trennen oder über ihre Probleme zu REDEN, ist mir ein Rätsel. Aber mangelnde Kommunikation gibt es hier ja zu Genüge.
Wer zudem auch gar nicht ging, war der Bürgermeister, der es mit der Wahrheit auch nicht so genau nimmt und mehrfach Dorfbewohner erpresst. Sowas geht in einem solchen Amt meiner Meinung nach gar nicht. Leider wird das wird auch nicht entsprechend aufgearbeitet. Er meint lediglich, er sei überfordert, und das wars. Das entschuldigt meiner Meinung nach aber keinesfalls die Sache.
Über die Dorfbewohner konnte ich ebenso nur den Kopf schütteln. Sie werden als sehr konservativ beschrieben, was ja nicht unbedingt schlecht sein muss. Nachdem sie aber Hannahs Mutter keine Brötchen verkaufen, weil sie eine Aktion von Hannah nicht gut fanden, dachte ich wirklich, ich lese nicht richtig.
Wen ich gerne mochte, war Ella, die beste Freundin von Hannah. Zunächst hatte ich gehofft, der nächste Band wird ihr gewidmet sein, denn dann hätte ich der Reihe wohl noch eine Chance gegeben. Als ich jedoch gelesen haben dass de manipulative Bürgermeister wieder eine Rolle spielen wird, Habe ich die Idee wieder verworfen.
Ich hatte mich wirklich dolle auf das Buch gefreut und von Herzen gehofft, ich liebe es so wie die vorherigen Bände, doch leider war das nicht der Fall.
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Ich habe die Rügen-Reihe der Autorin bisher immer unglaublich gerne gelesen, aber "Strandkorbzauber" ist nun das erste Buch der Reihe, das mich nicht so ganz überzeugen konnte.
Ich habe mich von Beginn an ein wenig schwer getan in das Buc reinzukommen, was vor allem an der Protagonistin lag, mit der ich von Anfang an nicht zu richtig warm geworden bin. Hannah war mir nicht so richtig sympathisch und sie wirkte auf mich recht unnahbar und distanziert. Auch Finn ist mir zu fremd geblieben und ich hatte nicht das Gefühl ihn richtig kennegelernt zu haben.
Das Setting konnte mich diesmal ebenfalls nicht so richtig überzeugen. Mir fehlte das Küstenfeeling und auch das angepriesene "Dorf der Liebe" kam für meinen Geschmack zu kurz. Unter "Dorf der Liebe" habe ich irgendwie deutlich mehr erwartet und nicht nur ein paar Bilder im Standesamt sowie das älteste Ehepaar Deutschlands. Hier hätte man meiner Meinung deutlich mehr machen können, um eine romantische Stimmung zu schaffen.
Der Schreibstil war wieder sehr flüssig zu lesen und auch wenn mich die Geschichte diesmal ein wenig enttäuscht hat, würde ich gerne wieder einen Roman der Reihe lesen.
Das Cover gefällt mir sehr gut. Man bekommt direkt Fernweh und Lust auf den Sommer. Die geschwungene Schriftart rundet das Bild perfekt ab. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Durch den bildhaften Schreibstil fühlt man sich direkt vor Ort. Hannah war mir von Beginn an gleich sympathisch und man kann die Geschichte gut mit ihr miterleben. Sie hatte es nicht unbedingt leicht im Leben und hatte auch keine Unterstützung von ihrer Familie. Finn mochte ich auch sehr gerne. In ihm steckt ein toller Mensch und Romantiker. Mir hat es besonders gut gefallen, dass man die Infos, was damals alles passiert ist, immer nach und nach erfährt. So bleibt das Buch etwas spannender. Die Geschichte wurde für mich von Kapitel zu Kapitel etwas besser und fesselte mich mehr. Das Ende fand ich wunderbar zu lesen. Nur den Strandkorb vom Titel und dem Cover habe ich etwas vermisst und die knisternden Szenen waren auch nicht übermäßig ausgeprägt. Die Geschichte lässt sich gut zwischendurch lesen, besitzt aber trotzdem einen gewissen Tiefgang. Eine tolle Wohlfühlgeschichte. Ich vergebe für das Buch 4 von 5 Sterne.
Zum Buch: Hannah kehrt nach fünf Jahren zurück nach Liebwitz, das sie für ein Kunststudium nach der unschönen Trennung von ihrer großen Liebe verlassen hat. Der Bürgermeister will aus Liebwitz das Dorf der Liebe machen und Hannahs Nachbarn Heinz und Else sollen als Vorzeigeehepaar dafür herhalten. Als alles schiefgeht kann nur noch Finn helfen, der Mann, der Hannah das Herz gebrochen hat ...
Meine Meinung: Sas Cover hat einen großen Wiedererkennungswert, man erkennt quasi auf den ersten Blick, wer es geschrieben hat. Die Geschichte ist toll erzählt, ein sehr flüssiger, angenehmer Schreibstil, gur ausgewählte Charaktere. Für mich waren aber Heinz und Else die Überraschung, die Wendung die die ganze Story nahm, kam total überraschend und hat mir sehr gut gefallen. Das Setting ist ein Traum, ich konnte den Wind und die Seeluft fast spüren. Total schön dargestellt alles. Für mich war es die richtige Mischung aus Romantik und Gefühl. Die Stimmung zwischen Finn und Hannah war geladen, man kann richtig mitfühlen. Ein sehr gelungener Roman mit viel Romantik und trotzdem noch eine spannende, berührende Geschichte. Für die volle Sternezahl war es mir stellenweise zu vorhersehbar. Es hat mich sehr gut unterhalten und ich freue mich schon auf weitere Romane der Autorin.