Dieses Buch ist alles. Absolut alles. Jettes wundervollen Schreibstil, der absolut einzigartig ist, habe ich bereits in Know Me Again und Know You Again kennengelernt, aber in diesem Band wirkte alles noch ausgereifter und entwickelter. Ich bin durch die Seiten geflogen und habe es absolut geliebt, mal ein Buch zu lesen, das ausschließlich aus der Sicht eines Protagonisten geschrieben wurde. Sonst sehen wir die Bücher ja eher aus der Sicht der Protagonistin oder aus beiden Sichten.
Ich fand es wundervoll, dass wir ausgerechnet Simons Sicht auf die Situation haben, da er mit den gleichen Gedanken und festgefahrenen „Standards“ an diese besondere Beziehung herangeht. Ich würde vermuten, dass seine Gedanken diejenigen sind, die wir alle in uns haben. Die Angst, die (ungewollten) Vorurteile, das Denken, sich entscheiden zu müssen. Und genau daher ist es so wundervoll, dass wir seinen Weg begleiten und sehen, wie er und seine Einstellung, sein Denken sich wandeln und zeigen: Es gibt nicht immer entweder oder. Manchmal geht auch beides.
Ella ist der Wirbelwind, den Simon definitiv braucht, auch wenn ich nicht hinter jeder ihrer Handlungen stehe. Aber wann handeln wir schon alle zu 100% richtig? Nie. Und Ella eben auch nicht. Sie ist menschlich, herzlich, liebevoll, offen, wundervoll. Dilan ist der ruhigere Gegenpart, der mir auch sehr gut gefallen hat, weil er immer Verständnis aufbringt und es schafft, aus mehreren Winkeln auf eine Situation zu blicken. Zu dritt sind sie ein unschlagbares Team. Auch wenn du dir niemals vorstellen könntest, eine Beziehung zu dritt oder mit mehreren Personen zu führen (was absolut okay und valide ist): Gib diesen 3 eine Chance! Dieses Buch zeigt so wundervoll, wie wir alle genau wie Simon unser Denken öffnen können. Dieses Buch kann helfen, für mehr Akzeptanz zu sorgen.
Und wenn ich irgendwo noch einmal lese, dass dieses Buch zu viel Queerness enthält: Friends, that’s how the world is. Du siehst es nur nicht, weil queere Menschen nicht auf der Stirn stehen haben, dass sie queer sind. Und da queere Menschen mit Akzeptanz zu kämpfen haben, suchen sie sich im Freundeskreis natürlich Menschen, die diese Akzeptanz aufbringen und daher – meistens – auch queer sind. Die Welt ist bunt. Es gibt kein „zu viel“ bunt. Niemals.
Ich lege dieses Buch allen ans Herz, die Queerness mögen, die einem wundervollen Dreierteam eine Chance geben wollen, die tiefe Gefühle und Charakterentwicklungen lieben, die Fehler verzeihen und die dazu einen Schreibstil kennenlernen wollen, den sie so noch nie gelesen haben.