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Die göttlichen Artefakte #1

The Curse of Time and Taste

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IM RAUSCHEN DER WELLEN HALLT DAS LIED DER GÖTTER WIEDER Meuchelei, Sittenlosigkeit und Raubzüge ̶ in Vanelles Heimat gelten Piraten als das Ungeziefer der Meere, welches ihre Familie seit Generationen auszurotten versucht. Doch als sie nach einer schicksalshaften Begegnung auf das Schiff der berüchtigten Alverre-Bande gerät, steht die Welt der Piratenjägerin Kopf. Hier lernt Vanelle, wie bunt das Leben in Wirklichkeit ist. Besonders ihr mysteriöser Käpt’n gibt ihr Rätsel auf. Viele Gerüchte kreisen um Rivay Alverre, doch welche Ziele verfolgt das mürrische Kind der See tatsächlich? Vanelle kann dem Sirenenruf nach einem wilden Abenteuer voller vergessener Legenden, gefährlicher Götterbiester und geheimnisvoller Schatzkarten nicht widerstehen … Ein fesselnder Fantasy-Piratenroman, der in allen Farben des Regenbogens strahlt.

400 pages, Paperback

Published June 15, 2022

5 people are currently reading
101 people want to read

About the author

Anne Herzel

9 books14 followers
Anne Herzel wurde 1992 im mittelfränkischen Dinkelsbühl geboren. Heute lebt sie mit ihrer Frau Lena in Leipzig. Schon während ihrer Jugend hat sie sich intensiv mit dem Schreiben beschäftigt, dies jedoch erst mit ihrem Journalismus-Studium wieder aufgegriffen. Ihre Buchideen entwickelt sie aus dem Antrieb heraus, Sichtbarkeit für Menschen aus der queeren Community zu schaffen. Insbesondere auf Twitch ist sie, gemeinsam mit ihrer Ehefrau, Teil einer aktiven Gemeinschaft, die sich für LGBTQIA+ und marginalisierte Menschen im Allgemeinen einsetzt.

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Community Reviews

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34 (47%)
4 stars
16 (22%)
3 stars
10 (14%)
2 stars
10 (14%)
1 star
1 (1%)
Displaying 1 - 26 of 26 reviews
Profile Image for Kathrin.
23 reviews4 followers
September 27, 2022
Als queere Person mit einer großen Schwäche für Piraterie hätte ich dieses Buch lieben sollen. Der deutsche Buchmarkt hat in puncto Diversität einiges aufzuholen, und es freut mich sehr, hier eine positive Entwicklung zu sehen. Leider war der Roman für mich eine herbe Enttäuschung. Das Buch ist queer, setzt sich aber nicht damit auseinander, was das eigentlich bedeutet, und präsentiert stattdessen marginalisierte Charaktere wie eine Checkliste, die es abzuhaken gilt. Abseits einer guten Grundidee kann ich an diesem Buch leider nichts loben. Es macht sich meiner Meinung nach sehr stark bemerkbar, dass zwischen Idee und Veröffentlichung nur ein Jahr vergangen ist. Das zeigt sich in einem holprigen Schreibstil und unkorrigierten Rechtschreibfehlern, besonders im letzten Drittel des Romans, unausgereiften Charakterskizzen und Plotideen, sowie mangelnder Recherchearbeit. Das Gerüst ist da; die Ausarbeitung wurde versäumt.

Der Schreibstil hätte sehr von ein paar zusätzlichen Überarbeitungen profitiert. "Die unsaubere Silhouette des Feuerballs hing wie ein altersschwaches Glühwürmchen zu ihrer aller Haupt" kann ich ja noch als persönlichen Geschmack durchgehen lassen, da der Vergleich zumindest Sinn macht, aber "die See lag ruhig und unbekümmert vor ihr wie ein Teppich, der sich dann und wann leicht kräuselte"? Hier hätte es tiefergehender Textarbeit bedurft, um herauszufinden, an welcher Stelle Vergleiche zur Atmosphäre beitragen und wann sie Lesende aus der Geschichte reißen. Ähnlich irritierend war, dass die Gemütsbewegungen der Charaktere ständig aus ihrer Mimik ersichtlich zu sein schienen. Jeglicher Augenbewegung wird so viel Bedeutung beigemessen, dass kaum eine Seite ohne Erwähnung auskommt. Auch die Augenfarbe der agierenden Charaktere ist selbst im dramatischsten Moment so wichtig, dass sie immer wieder erwähnt werden muss - ebenso ihr Alter und ihre Größe, die zur Unterscheidung herangezogen werden. (Da ich mich tatsächlich nicht immer daran erinnern kann, welcher Charakter jetzt größer oder älter sein soll, hat das für mich wenig Unklarheiten beseitigt.) Das ist vermutlich auch, was selbst tragische Ereignisse und gefühlvolle Momente für mich zur Tortur gemacht hat; es fehlt das Feingefühl dafür, welche Details etwas dazu beitragen, ein gewisses Gefühl zu transportieren. Stattdessen wird versucht, formulaisch mit Bildern aus visuellen Medien den inneren Gefühlen der Charaktere Ausdruck zu verleihen: Sie rutschen die Wand entlang zum Boden oder schlagen mit der Faust gegen einen Baum, das Bild eines Bilds in dem echte Emotion nur imitiert wird.

The Curse of Time and Taste macht für mich den Eindruck, als wäre es im falschen Imprint veröffentlicht worden. Gut, der Titel kommt geradewegs aus einem YA-Buchtitel-Generator, aber das muss nicht unbedingt ein Vorbote für den Inhalt sein, schließlich ist der Roman in einem regulären Fantasy- und Science-Fiction-Imprint erschienen. Lieblose Darstellungen blutiger Tode ändern aber nichts daran, dass der Inhalt geradewegs aus einem Jugendbuch gefallen sein könnte. Die Moral des Romans, "Was ist schon normal?", wird erbarmungslos in die Köpfe der Lesenden gehämmert. Eine tatsächliche Auseinandersetzung damit, was Geschlecht und Sexualität in Gaia (und unserer Welt) bedeuten, findet allerdings nicht statt. So werden zum Beispiel die alten Gottheiten als geschlechtslos bezeichnet, doch welchen Einfluss eine solche religiöse Grundlage auf die Entwicklung einer Gesellschaft haben würde, kommt nicht vor. Hier geht so viel Potential für die Erforschung nicht-binärer Identitäten verloren. Außerdem wird über Gottheiten trotzdem nur mit Er-Pronomen gesprochen, was mehr als ärgerlich ist.
Die Nebencharaktere sollen so viel mehr sein als ihre Marginalisierung, werden aber letzten Endes doch wieder darauf reduziert. Der Versuch einer vorurteilbehafteten Protagonistin verhallt erfolglos, die Charaktere sind kaum mehr als Scherenschnitte und der Plot ist bar jeglicher Nuance; das wird spätestens beim ersten Auftritt der bösen, schmutzigen, gemeinen Piraten schmerzlich bewusst. Eine organische Entwicklung des Plots oder tatsächlich charaktergetriebene Wendungen sucht man hier vergebens, denn es passiert immer genau das, was eben passieren muss, damit der Plot behäbig voranschreiten kann.

Vanelle hätte so viel Potential gehabt, die Lesenden als Außenstehende in die Welt der Piraterie einzuführen. Leider wird ihr Charakterbogen nie ganz gespannt: Schon nach wenigen Kapiteln wird sie aufgrund ihrer von Kania erkannten inneren Güte in den Kreis der ausgearbeiteten Charaktere des Schiffs aufgenommen. Konflikte mit anderen bleiben Nebenschauplätze, und Vanelle ist hier ganz klar im Recht gegen bodenlose Anschuldigungen, obwohl Misstrauen ihr gegenüber zu Beginn definitiv angebracht ist. Über ihre Vorurteile kommt sie schnell hinweg, und als ihr altes Weltbild in einem Streit mit Rivay aus ihr herausbricht, bleibt das ohne Konsequenzen. Ihre Sexualität entdeckt sie in einem One-Night-Stand, den sie vollkommen grundlos für den Anfang einer Beziehung hält. Weder deutet das Worldbuilding an, dass es gängig ist, Beziehungen mit sofortigem Beischlaf einzuleiten, noch hat Vanelle bis zu diesem Zeitpunkt eine richtige Chance, Gefühle zu entwickeln. Ich wünschte, es hätte für das Infragestellen ihrer Sexualität ein richtiges Build-up gegeben; eine Erkundung ihrer romantischen Vergangenheit, Momente, in denen sie sieht, wie auf dem Schiff auch gleichgeschlechtliche Paare offensichtlich miteinander zärtlich sind, der vorsichtige Wunsch einer ähnlichen Beziehung. Stattdessen bleibt dieser große Schritt flach und bar tatsächlicher Gefühle.
Ihrer Vergangenheit fehlt die Tiefe, weil sie keine richtigen Konsequenzen hat. Die Grenzen, die ihr durch ihre Erziehung gesetzt wurden, überschreitet sie schnell. Ihr Trauma taucht nur in opportunen Momenten auf; der Alkoholmissbrauch ihres Vaters führt zuerst dazu, dass sie selbst nicht trinkt, und wenige Seiten später scheint sie daran nicht mehr zu denken. Ihre entstellende Narbe ist letzten Endes nur eine feine Linie, die man auch auf offiziellen Illustrationen erst suchen muss und ist damit bezeichnend für Vanelles gesamte Hintergrundgeschichte. Schlimmer noch: Der zarten Narbe der gutherzigen Vanelle wird am Ende des Buches das stark vernarbte Gesicht einer Widersacherin gegenübergestellt, ein Tropus, der übermäßig oft verwendet wird und dabei schädliche Muster reproduziert. Das ist umso frustrierender in einem Roman, der damit wirbt, Diversität positiv abzubilden.

Rivay ist zwar ein POV-Charakter, allerdings sind Kapitel aus Rivays Sicht spärlich gesät. Rivays Verhältnis zur binären Welt Gaias erfahren wir hauptsächlich durch Vanelle, die ausnahmslos jene Pronomen für Rivay verwendet, die in Mitteleuropa traditionell Kleidern und Hosen zugeschrieben werden. Wie unfassbar langweilig. Und wie schade, dass ein neutrales Pronomen nur ein einziges Mal in diesem Roman vorkommt: in einem Lied, bei dem man nur annehmen kann, dass es in diesem Ausschnitt eventuell von Rivay handelt. Andere Charaktere scheinen immer entweder das eine oder das andere Pronomen zu verwenden, was den Eindruck erwecken kann, dass Rivay eben doch binär wahrgenommen wird, selbst wenn ein außenstehender Charakter über die nicht-binäre Identität Rivays spricht. Ein Charakter, dem es einfach egal ist, welche Pronomen verwendet werden, ist natürlich eine legitime Darstellung von Nichtbinarität. Rivay ist aber der einzige nicht-binäre Charakter des Romans, weshalb es umso frustrierender ist, dass Vanelles Kapitel so stark überwiegen und sich bis zum Ende an binären Geschlechterkonzepte klammern.

Kaum etwas an diesem Buch hat mich so wütend gemacht wie Ranias Behandlung im Zuge der Ballszene. Das gesamte Setup schien nur darauf abzuzielen, sie grundlos zu retraumatisieren, um dann über Dysphorie sprechen zu können. Ich hatte erwartet, dass sie aus gutem Grund ihre alte Identität annehmen muss - weil ihnen ihre alte Position die Tür zum Ball öffnet, oder weil Rivay sich dort im Kleid vorgestellt und ihnen so den Zutritt gesichert hat, und deshalb nun nicht in Hosen auftauchen kann, ohne einen Skandal zu verursachen. Stattdessen wird eine fadenscheinige Erklärung geliefert (es müssen zwei heterosexuelle Paare sein, damit niemand sie belästigt), die Gruppe schleicht sich ein, und bei der erstbesten Gelegenheit übertritt ein Mann die gesellschaftlichen Konventionen und die fadenscheinige Erklärung zerfällt, als Vanelle darauf eingehen muss. In keinem Moment erfahren die Lesenden, warum Rivay nicht einfach in Hosen auf den Ball gehen kann. Diese Szene wäre eine Chance gewesen, Geschlechtlichkeiten zu erkunden, aber es ist ganz klar, dass der Plot hier nur ein Ziel hatte: im trans Charakter Dysphorie auszulösen.

Abgesehen von den Charakteren, die namentlich genannt werden, ist die Crew des Schiffs eine namenlose Masse. 150 Menschen sollen hier mitsegeln - eine enorm große Crew im Vergleich zu historischen Quellen, die im goldenen Zeitalter der Piraterie eine durchschnittliche Besatzung zwischen 15 und 125 belegen. Das alles passt überhaupt nicht mit dem Lebensstil auf dem Schiff zusammen, der kaum etwas mit Piraterie zu tun hat. Jeden Tag ein Festmahl, kaum Unruhe wegen spärlich gesäter Gelegenheiten Gold zu verdienen, und selbst in einem Fantasyroman scheint es mir absurd, auf einem Schiff eine Badewanne mit genug Platz für mehrere Personen einzubauen. Die Atmosphäre auf dem Schiff gleicht eher einer Kreuzfahrt, aber es überrascht wenig, dass hier keine auch nur im Entferntesten realitätsnahe Darstellung eines Segelschiffs erfolgt. Schließlich fällt die Bezeichnung "Kahn" so oft abseits ihrer tatsächlichen Bedeutung, dass hier gar keine nähere Auseinandersetzung mit Schifffahrt passiert sein kann.

Auch bei der Darstellung von Schnee, Obstbäumen und Schnaps macht sich bemerkbar, wie wenig Zeit für Recherche war. Details wie diese können eine Geschichte entweder mit Leben füllen oder das Interesse von Lesenden abtöten. Die Erwähnung von Matelotage erweckt den Eindruck eines Versuchs, sich mit historischen Realitäten auseinanderzusetzen, wird jedoch davon ausgehebelt, dass die Erwähnung nicht mal in populärwissenschaftlich korrektem Zusammenhang fällt.
Wie gern hätte ich von einer Welt gelesen, in der die ahistorische Wunschvorstellung queerer, gleichberechtigter, demokratischer Piraterie in der Phantastik weitergesponnen wird. Ich muss wohl weiterträumen.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Kikoro.
48 reviews3 followers
June 24, 2022
Als das Buch erstmals angekündigt wurde, habe ich es sehnlichst erwartet. Die ganze Prämisse klang von Anfang an vielversprechend: Piraten, alle möglichen Repräsentationen der LGBTQIA+-Community und eine gehörige Portion Fantasy. Und zu meiner großen Freude ist dieses Werk nicht unter meiner Erwartungshaltung zusammengebrochen. Im Gegenteil: es ist sogar weit darüber hinausgewachsen. Als Angehörige ebenjener LGBTQIA+-Community kam ich voll und ganz auf meine Kosten. Ich habe sogar unglaublich viel Neues dazu gelernt und war wirklich überrascht, wie einfühlsam die Autorin die einzelnen Charaktere über ihre Sexualitäten und Identitäten hat sprechen lassen. Jede einzelne Diskussion regte zum Nachdenken an. Man merkt richtig, wie viel Arbeit, Mühe und Recherche und wie viel Mitarbeit mit Mitgliedern aus der Community in das Werk gesteckt wurde.

Und auch der Schreibstil überzeugt auf ganzer Linie: fesselnd bis zum Schluss, detailliert, aber nicht zu überladen, schön formuliert und sichtlich mit Wissen gespickt. Die Handlung ist zu keiner Zeit langweilig oder bar jeder Logik, der Handlungsstrang überzeugt durch Stringenz und Konsequenz. Der vorkommende Figurencast hat genau die richtige Größe, sodass jeder Charakter in Szene gesetzt wird und niemand vorrangig zu kurz kommt. Wenngleich der Fokus natürlich auf den beiden Hauptprotagonist*innen liegt. Sehr hervorzuheben ist dabei die Reise der Protagonistin Vanelle, die mit der Zeit immer mehr über sich hinauswächst und ihr Herz nach und nach für all die Menschen, die so anders als die sind, denen sie vorher begegnet ist, öffnet, und mit ihrer verständnisvollen Art, ihrer Aufgeschlossenheit und ihrer Akzeptanz ein absolutes Vorbild für einen jeden von uns darstellt.

Die Storyline macht unglaublich viel Spaß und ist so fesselnd, dass man gar nicht anders kann, als das Buch schnellstmöglich durchzulesen. Sowohl Fans von typischen Piratenklischees als auch Freunde innovativer Ideen kommen hier auf ihre Kosten. Man möchte einfach wissen, wie es weitergeht und welche Abenteuer die Piraten als nächstes erleben. Der erste Teil macht auf jeden Fall ganze große Lust auf die nächsten beiden Teile.

Alles in allem kann ich das Werk wärmstens empfehlen. Insbesondere für jeden, der sich der LGBTQIA+-Community angehörig fühlt, aber auch jedem, der gerne tolle Fantasygeschichten liest. Das Buch ist einfach für jeden gemacht und das zeigt sich auf jeder einzelnen Seite. Die mühsame Arbeit, die Erfahrungen und Eindrücke der Autorin, die umfangreiche Recherchearbeit und ganz viel Liebe und Leidenschaft für die Geschichte machen dieses Buch zu einem absoluten Must-Read für jeden, der gute und spannende Geschichten mag und kein Problem damit hat, in eine Welt voller Regenbogen, Diversität und (Selbst)Akzeptanz zu tauchen.
Profile Image for feder_magie.
818 reviews13 followers
July 13, 2022
Jeder Mensch hat einen Ort verdient, an dem man sein kann, wie man ist, und sich verstanden fühlt. Genau das spiegelt The Curse of Time and Taste wider. Die Charaktere sind einzigartig in all ihrem Sein und Konflikte entstehen nicht daraus, wie man sich identifiziert. Anne zeigt einen ganz neuen Weg auf, nicht binäre Charaktere ihren Raum zu geben. Mir wurde schnell klar, dass man wirklich eine gute und auch allgemein geltende Lösung braucht, um jeden Menschen mit Respekt, aber trotzdem klar und deutlich ansprechen zu können.

Direkt am Anfang lernen wir Piratenjägerin Vanelle kennen, die auf dem Weg zu ihrem ersten richtigen Abenteuer ist – und direkt bei Käptn Rivay landet seines Zeichens genau das, was Vanelle eigentlich bekämpft: nämlich Piratin mit Leib und Seele. Seine einzigartige Crew habe ich ebenfalls sofort ins Herz geschlossen, Vanelle dagegen war sich noch nicht sicher, wie sie mit der neuen Situation umgehen sollte.

Ich habe mir ganz viel Abenteuer und Spannung erhofft und genau das habe ich mit dem Buch bekommen. Der Lesende befindet sich auf einer wirklich erlebnisreichen Reise über Meere und auch Land. Zwischen den obligatorischen Schatzkarten und bekannten Piratenstuff, finden wir aber auch kreative neue Ideen, um dem altbekannten Schema frischen Wind in die Segel zu hauchen.

Jede Seite ist so super spannend, dass ich das Buch am liebsten komplett in einem Zug inhaliert hätte. Im ersten Band der Reihe gibt es keine Liebesgeschichte zu bestaunen, dafür aber fantastisches Worldbuilding, als hätte Anne ihr Leben lang nichts anderes gemacht, als Welten zu erfinden. Mit größter Konsequenz und Vielfalt reihen sich die Szenen aneinander und ich spürte richtig, wie viel Herz und Seele Anne in dieses Buch gesteckt hat.

Dazu kommt, dass es ein Own Voice Roman aus dem deutschsprachigen Raum ist, was wir hier, neben Own Voice Übersetzungen, dringend brauchen. Ich teilte kürzlich die riesige LGBTQ+ Regalwand aus der Mayerschen in Düsseldorf, in der zu 80% nur englische Titel standen. Der Markt ist auf dem Weg sich zu revolutionieren, The Curse of Time und Taste ist definitiv ein wertvolles und wichtiges Buch, auf dem Weg dorthin.

Für mich ein Jahreshighlight und ich möchte unbedingt wissen, wie es mit Rivay, Vanelle und der Crew weitergeht. Egal wie du dich identifizierst, dieses Buch ist ein Safe Place für alle und dazu wirklich super spannend.
Profile Image for VLovesBooks.
40 reviews2 followers
August 6, 2024
Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, weil es sich um eine queere Piratengeschichte handelt. Ich muss sagen, dass es sich lohnt, sich durch den doch eher anstrengend zu lesenden ersten Teil der Geschichte zu kämpfen, weil das Buch gerade zum Ende hin noch mal richtig Fahrt aufnimmt und durch die Konfrontation mit der Vergangenheit sehr spannend wird. 

Ich möchte vorweg noch sagen, dass ich sehr froh bin, dass es dieses Buch gibt, weil es für mehr Repräsentation sorgt. Ich kann mir auch vorstellen, dass es für jemanden, der bisher wenig Wissen über die LGBTQIA+ Community hat, ein lehrreicher, fiktiver Einstieg sein kann. Insgesamt mochte ich das Buch, ich habe nur leider mit dem Schreibstil so meine Schwierigkeiten, weswegen ich hierzu auch ein bisschen was schreiben wollte. Ich nörgle gefühlt auch immer bei meinen Lieblingsfilmen viel herum, gerade weil sie mich so bewegen und ich jedes Detail wahrnehme. Hier ist es ähnlich, deswegen versuche ich mal, hier meine Leseeindrücke festzuhalten und ein bisschen konstruktive Kritik zu äußern. :) 

Erst Mal zu den Formalien, weil die mich, glaube ich, besonders gestört haben:

Ich muss sagen, dass es mir besonders zu Anfang schwer gefallen ist, in die Geschichte hineinzufinden. Das hat vor allem am Schreibstil und der Formatierung gelegen. So gibt es manchmal auf einer Seite einen einzigen Absatz, oder es wird bei einer neuen wörtlichen Rede kein Absatz gemacht, sodass ich den Satz drei Mal lesen musste, bevor ich überhaupt wusste, wer hier eigentlich spricht: 

“”Gut. Wir lassen die Feuersteine hier -”

“Nein. Nimm du sie, Rivay.”

“Du stirbst, wenn das Feuer ausgeht!” Vinrick lächelte grimmig.

“Dann darf ich es eben nicht ausgehen lassen. Lasst mich nur nicht warten.”” (S. 289)

Hier hätte der Teil “Vinrick lächelte grimmig” in die nächste Zeile, zu der letzteren wörtlichen Rede, gehört; so wie es hier gemacht wurde, denkt man ja, Vinrick würde sagen “Du stirbst, wenn das Feuer ausgeht”, was allerdings nicht der Fall ist. Das passiert in dem Buch leider ziemlich häufig und oft in noch verwirrenderer Weise, was ich wirklich schade finde.

Dann fand ich es besonders schwierig, mir einige Charaktere zu merken, vielleicht, weil sie sich alle sehr ähnlich waren, vielleicht, weil sie sehr wenig vorkommen, vielleicht aber auch, weil es nicht viel mehr über sie zu wissen gibt als ihre Sexualität. Es könnte auch daran liegen, dass in dem Buch sehr viel von Ort zu Ort gesprungen wird, wodurch die Charaktere ständig wechseln und man nicht viel Zeit bekommt, sie in der Tiefe kennenzulernen.

Wenn z.B. Aelin Vanelle von seiner Asexualität erzählt, nimmt das höchstens eine Seite ein, was ich sehr schade finde, weil dadurch versäumt wird, in die Tiefe zu gehen. Was genau bedeutet Asexualität in dieser Welt? Vielleicht erfahren wir ja mehr dazu im nächsten Band. Ich denke, man hätte die Sexualitäten der Charaktere im Verlaufe des Buches besser einbinden können, statt sie gleich zu Beginn listenartig abzuarbeiten.

Vanelle und Rivay kann ich leider nicht so gut leiden wie andere Charaktere in dem Roman, was schade ist, weil sie ja die Protagonist:innen sind. Bei Rivay hätte ich es schön gefunden, seine:ihre Geschlechtsidentität genauer zu beleuchten, weil ich die ganze Zeit davon ausgegangen bin, sie:er wäre genderfluid, ich habe nun aber in einer anderen Rezension gelesen, sie:er sei nicht binär. Hier hätte es die Möglichkeit gegeben, noch mehr zu dem Thema zu erklären, statt nur zu sagen “Das eine, das andere, beides gleichzeitig und nichts davon. Such dir etwas aus, es ist mir egal.” (S. 39), gerade weil sich das Buch, so wie ich es verstanden habe, an Menschen richtet, die noch nicht viel über Queerness wissen. Außerdem finde ich nicht schön, dass die Trans-Person nur retraumatisiert wird, um den Lesern zu erzählen, worum es sich bei Dysphorie handelt, wenn es für den Plot gar nicht notwendig gewesen wäre. Das Gespräch, dass sie und Vanelle am Ende des Buches führen, hätte hier auch so stattfinden können (die Szene mit dem Gespräch finde ich wiederum sehr stark, was bestimmt auch mit dem Sensitivity Reading zu tun hat).

Zum Plot muss ich sagen, dass es gerade zu Anfang nicht sehr viel Plot gibt. Im Prinzip passiert in den ersten zwei Dritteln nicht viel mehr, als dass Vanelle die verschiedenen Diversitätsmerkmale der Crew mitbekommt, sie ihr Weltbild hinterfragt und ein paar dumme Entscheidungen trifft… Als sich aber mehr mit dem Plot beschäftigt wird, gewinnt das Buch deutlich dazu. Ich finde die Hintergrundgeschichte von Rivay sehr spannend und freue mich darauf, im nächsten Band mehr darüber zu lesen. Gerade auch, weil sich jetzt doch noch mehr Fantasy-Elemente angekündigt haben, die mir bisher ein wenig zu kurz geraten sind. 
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Claudia.
9 reviews
June 20, 2022
In diesem Buch werden so viele Bereiche des normalen Lebens reflektiert….man muss es einfach lesen.
Mit Vanelle, die unter doch schwierigen Bedingungen groß geworden ist, lernen wir unsere Protagonistin am Scheidepunkt ihres Lebens kennen. Sie muss alle Gedanke über Bord (😅) werfen und Entscheidungen treffen, die sonst überfordern würden.
An Bord des Piratenschiffes ist sie eine Aussätzige, bedeutet doch ihr Nachname das Gegenteil zu den Piraten. Doch sie hat keine Wahl und sie nimmt sie an….und sie lernt für ihr Leben. Mit Rivay, ihrem doch oft launischen Captain und seinen engsten Freunden wird sie in eine Welt katapultiert, die ihr alles abverlangt, ihr aber auch in einigen Dingen die Augen öffnet.

Ich mochte einfach alles an dem Buch: die Welt, der magische Anteil (von dem möchte ich unbedingt noch mehr erfahren), aber auch von Menschen, die anders sind und doch so normal wie wir „Normalen“ sind….
Es war einfach ein Fest den Piraten auf ihrem Weg ein bisschen zu begleiten und zu sehen, das auch sie ganz normal sind und uns auch einiges beibringen können und manche Sachen machen, weil sie es müssen. Und zusammen mit Vanelle haben wir auch erkannt, wer wirklich unsere Freunde sind und wer dann doch ein falsches Spiel spielt…

Ich muss unbedingt wissen wie es weitergeht….was ist das zwischen Vanelle und Rivay, was bedeuten die Karten und die göttlichen Artefakte und werden die Piraten wirklich eine erfolgreiche Reise erleben??
Man sollte es lesen!!! Definitiv!!!
Profile Image for jo.ojo.o Midnight.
46 reviews9 followers
September 8, 2023
Ich hatte irgendwie völlig falsche Erwartungen an das Buch, ich dachte es wäre eine Lesbian-Enemies-to-Lovers-Story (also Piratenjägerin vs Piratin), aber es gibt überhaupt keine Love Story...
Zum Buch: Man merkt, dass es ein Debutroman ist, der Schreibstil ist okay, aber an vielen Stellen gibt es sehr merkwürdige Vergleiche/Metaphern, die wohl blumig wirken sollen, mich aber einfach nur verwirrt haben.
Die Kapitel sind sehr unterschiedlich lang, manchmal gefühlt jede Seite ein Absatz und dann seeeeeiitenlang einfach runtergeschrieben. Finde ich nicht so gut.
Die Charaktere waren okay, Vanelle manchmal etwas nervig, aber ein paar Nebencharaktere sind mir ans Herz gewachsen. Allerdings war ich auch oft verwirrt, wer überhaupt wer war, weil es doch viele Nebencharaktere gab, zu denen ich dann aber kaum Erinnerung hatte. Ein Personenverzeichnis wäre sehr hilfreich gewesen.
Rivay fand ich ganz cool, aber er hätte Vanelle nicht so lange im Dunkeln tappen lassen sollen, das war etwas nervig.
Die Handlung war auch nur so lala, ich fand sie manchmal verwirrend und sie ist eigentlich die ganze Zeit nur vor sich hingeplätschert.
Zu den guten Seiten: Das Setting ist der Autorin wirklich gelungen, ich konnte mir die Welt echt gut vorstellen.
Auch die queere Repräsentation war toll, ich hätte mir allerdings noch mehr Auseinandersetzung sowohl wie die Gesellschaft in dieser Welt damit umgeht, als auch von Vanelle selbst damit gewünscht.
Ich finde es großartig, dass ein Nicht-Binärer-Charakter in der Hauptrolle ist, manchmal aber war der Pronomenwechsel verwirrend, gerade wenn es auf der selben Seite passiert ist und nicht nach einem Kapitel. Außerdem wurde hier die Chance verpasst, Neopronomen zu benutzen, da es Rivay ja egal ist, hätten bestimmte Charaktere auch andere Pronomen für sie benutzen können.
Na ja, alles in allem ein solides Buch mit Potenzial nach oben, was die Autorin mit zukünftig immer mehr Erfahrung hoffentlich auch füllen wird. Ich freue mich auf Teil 2.
Profile Image for Yvonne.
109 reviews16 followers
August 7, 2022
“The Curse of Time and Taste: Die göttlichen Artefakte” von Anne Herzel ist für mich das erste Fantasy-Buch, in dem Pirat*innen die Hauptrolle spielen. Und ich bin einfach nur begeistert von ihrem Debüt! Leute, lest das Buch! Vielen vielen Dank für das Rezensionsexemplar, @wellenlogbuch !

⚠️ CN: Blut, Dysphorie, Geiselnahme, Gewalt (emotional, häuslich, körperlich), Mord, Tod

Vanelle ist angehende Piratenjägerin und landet durch einen schiefgegangenen Handel auf dem Schiff von Käpt’n Rivay. Durch Rivay und ihre Crew lernt Vanelle zu hinterfragen, was “normal” überhaupt bedeutet und beginnt ihren Horizont zu erweitern. Dabei werden die Crewmitglieder nicht in Schubladen gesteckt, sodass gezeigt wird, dass die Figuren so viel mehr sind als ihre Queerness. Es wird bspw. nicht explizit benannt, dass Rivay nicht-binär ist, stattdessen wird gezeigt, wie er unterschiedliche Pronomen verwendet und sich nicht im binären Bereich von Geschlecht wiederfindet. Genauso lernen wir im Verlauf der Geschichte auch zwei Piratinnen kennen, die in einer Beziehung sind, eine trans Piratin und einen aroace Pirat.

In diesem Debüt gibt es aber nicht nur queere Figuren, sondern auch PoC Figuren und einen non-verbalen Piraten. Ich finde es schön, dass die anderen Gebärdensprache verwenden und auch, dass dies immer beschrieben wird. Als Nichtbetroffene kann ich allerdings nicht beurteilen, ob die Darstellung gelungen ist. Die Crew ist größtenteils unglaublich sympathisch und ich habe so viele von ihnen in mein Herz geschlossen.

Abgesehen von den Charakteren hat mir auch die Geschichte und das Worldbuilding unglaublich gut gefallen. Ich muss zugeben, dass ich positiv überrascht wurde, dass es viel um Freundschaft, Selbstfindung und das Erkennen des eigenen Wertes geht. Denn ich hatte ein bisschen Sorge, dass es zu einer Lovestory kommen könnte, die alles andere in den Hintergrund rücken lassen würde, was aber zum Glück nicht der Fall war! Nun will ich aber wissen, wie es weitergeht! Was passiert, wenn Rivay alle Karten findet und gibt es noch mehr göttliche Artefakte? Ich kann es kaum abwarten, die Crew auf ihr nächstes Abenteuer zu begleiten.
Profile Image for Ancla Müller.
844 reviews5 followers
July 24, 2024
Fabelhaftes Piratenabenteuer mit tiefgängigen Themen

**** Worum geht es? ****
Vanelle war für ihre Familie nie genug, als Piratenjägerin versucht diese sich zu beweisen, gerät allerdings in die Fänge der Alverre-Bande. Gefangen auf dem Schiff erfährt Vanelle wie vielseitig die verhasste Piratenbande eigentlich ist und dass deren Leben so bunt und freundlich ist, wie sie sich selbst ihr Leben immer vorgestellt hat. Der Ruf nach vergessenen Legenden und berüchtigten Schatzkarten wird so laut, dass Vanelle nicht mehr widerstehen kann. Als Teil der Bande erfährt sie was echte Freundschaft heißt und blickt hinter die Gerüchte um Rivay Alverre.

**** Mein Eindruck ****
Eine atmosphärische, tiefgründige und gleichzeitig spannende und unterhaltende Fantasy Geschichte, die mich vom aller ersten Satz an begeistern konnte. Die Protagonistin fühlte sich von Anfang an unglaublich echt und nahbar an. Beim Lesen konnte ich mich leicht in ihrer Geschichte und den Abenteuern verlieren. Die Freundschaften entwickelten sich langsam und authentisch. Die einzelnen Charaktere sind schlichtweg bunt und vielfältig, Themen wie Diversität und Individualität fügen sich hier auf ganz natürliche, überzeugende und berührende Weise in die Geschichte ein. Die Autorin erschafft mit ihrem bildlichen Schreibstil und direkten Dialogen eine Umgebung die im Einklang mit dem Piratensetting ist. Das gesamte Buch fühlte sich für mich beim Lesen einfach stimmig an, ich erlebte aufregende Momente, gefühlvolle Situationen und auch Ruhepausen. Dabei blieb mein Interesse stets hoch. Die Handlung konnte auch mit ihren Wandlungen überzeugen und die zunehmende Komplexität für zusätzliche Spannung sorgen. Ein durchweg gelungener Auftakt, der viel Stoff für die Fortsetzungen liefert, auf die ich mich direkt stürzen möchte.

**** Empfehlung? ****
Fans von Fantasy Geschichten im Piratensetting können hier interessante Abenteuer erleben, zusätzlich wird man mit wunderschönen Freundschaften und gefühlvollen Momenten belohnt, die als Teil der Handlung vollends natürlich wirken. Eine klare Leseempfehlung!
Profile Image for Prims Weltenarchiv.
236 reviews2 followers
August 22, 2022
Dies war mein erstes Buch der Autorin und ich sage DANKE.
Nicht nur, dass es mein erstes war, das sich so speziell mit LGBTQIA+ beschäftigt und ich etwas für mich Neues erleben durfte, die Storyline dieser Geschichte hat mich außerdem vom Hocker gerissen.
Ich lese nicht oft etwas über Schiffsreisen und Piraten, normalerweise muss ich das was zu sehen und nicht nur lesen. Aber ich hatte richtig Lust auf eine Piratengeschichte! Und was soll ich sagen, ich habe es in nur zwei Tagen verschlungen, obwohl ich 1000 andere Dinge hätte tun müssen.
Das Cover allein ist schon ein Traum, hinzukommt der angenehme und bildhafte Stil der Autorin und ein Plot, der mich nicht loslassen konnte.
Die Figuren hatten alle ihr Entwicklung und Tiefe, es war nicht langatmig oder "zu erfunden".

Ich wäre dann jetzt bereit für die Fortsetzung. Sofort. Gestern bitte^^

Mein Fazit:
Ich bedanke mich für dieses Lesehighlight. Es hatte alles und noch mehr, war schlicht perfekt für mich. Von mir gibt es daher eine absolute Leseempfehlung und 5+ von 5 Sternen!

32 reviews
August 22, 2022
Obwohl ich normalerweise nicht wirklich ein Fan von Piraten bin, habe ich das Buch verschlungen!
Es ist so spannend und man muss die (meisten ;) ) Charaktere einfach gern haben. Ich fand es außerdem wirklich sehr angenehm, wie die Identitäten der Personen in die Story eingebettet waren. Dass Menschen ihre Identität einfach ausleben, anstatt dass ihr Label nur kurz erwähnt wird, habe ich noch nie so gesehen, ich bin aber ein großer Fan davon!
Profile Image for Ramon.
9 reviews2 followers
September 11, 2022
Sehr diverse Piratengeschichte mit Fantasyelementen, bei der eine angehende Piratenjägerin selbst zur Freibeuterin wird.
War nicht zu langatmig, hatte einen schönen Schreibstil, der sich schnell weglas. Ich hätte mir nur noch etwas mehr an hintergrundinfos gewünscht. Die Geschichte war mir dann etwas zu schnell erzählt zum Ende. Achtung es gibt nen cliffhanger
4 von 5 Schatzkartenteilen
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Kiareads.
95 reviews1 follower
January 1, 2023
Okay Wow. Das Buch war bis zum Schluss spannend.
Tatsächlich hatte ich zwischen durch einen hänger, weil mir die Charaktere einfach zu viel wurden (so ne ganze Piraten Manschafft sind auch sehr viele Leute) aber das Ende war einfach Spannung pur.

Aber kommen wir zum wesentlichen:
Der Schreibstil lässt sich sehr einfach lesen und hat mich schnell in die Geschichte einfinden lassen.
Die Handlung brauchte etwas um so richtig in Schwung zu kommen, aber das Worldbuilding ist da sehr ausgetüftelt und brauchte auch einfach Zeit, damit man sie verstand. Vor allem die Karte hat da viel geholfen!
Und die Charaktere: Wow. So viel Diversität auf 400 Seiten hab ich bisher nicht erlebt. Für LGBTQ+ Einsteiger genau das richtige! Ich als Queere Person kannte viele Dinge bereits und das hatte glaube ich auch dazu geführt, dass ich echt lange brauchte für den Anfang, weil vieles "wiederholung" für mich war. Aber die Umsetzung und wie mit diesen Themen umgegangen wurde, war sehr authentisch und real. Die Charaktere (vor allen Aelin) waren sehr greifbar.

Jedoch hatte ich meine Probleme mit Vanelle. Ich hoffe wir werden in Band 2 warm miteinander, weil ich sie einfach so gar nicht nachvollziehen konnte. Sie war mir zu naiv, zu neugierig und zu Holzköpfig. Ich hoffe, sie wächst in ihre Rolle als Protagonistin hinein!

Also zusammengefasst: vor allem für Menschen, die sich mehr mit dem Spektrum des Regenbogens beschäftigen möchten, eine absolute Buchempfehlungen! Aber auch natürlich für Queere Menschen, die mehr Repräsentation wünschen, hier eine gelungene Empfehlung.
Profile Image for traumwelttaenzer.
109 reviews2 followers
October 25, 2022
Ein sehr schönes Buch. Fantasy und Piraten - was will man mehr. Bin sehr gespannt auf den 2. Teil.
Profile Image for Stefanie.
2 reviews
September 20, 2022
Pirates - but make them queer

Es gibt so ein paar Komponenten die für mich den Unterschied ausmachen, zwischen einem Buch dass ich enttäuscht weglege (oder garnicht erst lesen möchte) - und einem Buch, dass es mir unmöglich macht daran vorbeizugehen (oder es wegzulegen).
"The Curse of Time and Taste" kombiniert einige dieser Komponenten -
- Fantasy mit einem vielversprechenden Worldbuilding
- Found Family
- Queerness
- vielseitige, interessante Charaktere

Und das Buch schafft es auch, all diese Punkte - mit kleinen Abstrichen - sehr gut umzusetzen und miteinander zu verweben.

Meine Kritikpunkte - nachdem ich das Buch in zwei Tagen verschlungen habe - sind eher minimal und mit Sicherheit sehr Subjektiv, trotzdem möchte ich sie gleich zu Beginn dieses Reviews nennen.

ACHTUNG, milde Spoiler:

Kritikpunkt 1: Pacing
- Mein persönliches Gefühl war, dass die Autorin ihre Figuren wirklich und wahrhaftig mag und die Beziehungen zwischen den Charakteren sehr gerne zeigen wollte -
Tatsächlich führte das - für mich - aber auch dazu, dass sich der Anfang des Buchs und die Zeit, die Vanelle braucht um sich auf dem Schiff einzufinden, etwas gehetzt und zu schnell anfühlte.
Ich hätte mir gewünscht, am Anfang des Buchs mehr von Vanelles ursprünglichem Leben als Piratenjägerin zu sehen, auch damit man noch besser versteht was für eine 180 Grad-Drehung ihre Situation auf dem Schiff ist. Man bekommt zu Anfangs erzählt, wie sie ausgebildet wurde und aufgewachsen ist, man sieht es allerdings nie wirklich.

Kritikpunkt 2: Vanelle
- Der Punkt ist völlig Subjektiv und wahrscheinlich auch Geschmackssache, aber ich bin leider bis ziemlich zum Schluss nicht wirklich warm mit Vanelle geworden. Ich verstehe den Appeal, eine Heldin zu haben die auf der einen Seite "besonders" ist, auf der anderen Seite aber auch als eher "durchschnittlich" beschrieben wird. In Vanelles' Fall fühlte sie sich für mich wie eine der YA/NA-Protagonistinnen an, die man in fast jedem Roman antrifft. Der Kontrast zwischen einer messerscharf denkenden, gut ausgebildeten Piratenjägerin und der Frau, die kopflos völlig waghalsige Entscheidungen trifft, obwohl jeder ihr sagt sie soll es nicht tun - ich hatte manchmal Probleme beim Lesen da die Brücke zu schlagen.
Allerdings muss ich sagen dass manche Kleinigkeiten, wie das ständige Erwähnen wie sehr Vanelle es liebt zu essen sich zum Ende hin als großer "Aha"-Moment entwickelt haben - und ich mochte diesen Twist SEHR gern.

Kommen wir nun zu den Dingen die mir gefallen haben/worauf ich mich im zweiten Band SEHR freue:

Worldbuilding und Magic-System der Welt scheinen eher soft und mysteriös zu sein, nicht viel wurde erklärt; was ich sehr mag. Wer weiß was für Fähigkeiten, Kreaturen und Inseln uns auf der Reise noch erwarten? Ich bin sehr gespannt.

How can you be on a pirate ship without shipping?
Die Beziehungen zwischen den Charakteren, ob nun romantisch oder einfach familiär/freundschaftlich, haben mir so so so gut gefallen.
So viele unterschiedliche queere, glaubhafte Identitäten die ein Leben als Outcasts zusammen auf dem Schiff führen - die Crew kennenzulernen war einfach herzerwärmend und ich mochte jeden einzelnen Charakter sehr gern.
Dieser Aspekt des Buches gibt mir einfach dieses warme zuckerwattige Gefühl in der Bauchgegend, dass ich mir immer sehr wünsche wenn ich queere Storys lese. (Wir Queers müssen viel zu oft Dinge wie "Kill the gays"-Tropes lesen)
Ein Buch, dass mir dasselbe gute Gefühl gab und welches ich über alles Liebe ist "The House in the Cerulean Sea". Wenn ihr also dieses Buch mochtet wegen der wohligen Found-Family-Queerness, dann sollte "The Curse of Time and Taste" euch wirklich gefallen.

+ Romantik ist kein Pfeiler des Buchs, was okay für mich war und auch passte - aber mein Romantiker-Herz würde sich sehr freuen wenn wir im 2. Band mehr vom angedeuteten Main-Ship sehen könnten ;)

was uns zum nächsten Punkt führt -

ICH LIEBE RIVAY!
Ich hab garnicht viel dazu zu sagen. Rivay ist einfach ein toller Charakter mit interessanter Background-Story, glaubhaften Schwächen, super-interessanten Stärken, tollem Design - ich lieb ihn einfach. Dass seine Identität so unbestimmt scheint (Non-binary? Trans-maskulin? Butch??)
macht ihn noch interessanter.
Ayee Captain, you could take me on your ship anytime

Was ist nun mein Fazit?

Lest das Buch.
Wirklich. Ob ihr Fantasy mögt, Abendteuer-Stories mit weiblichen Hauptcharakter, queere Literatur oder einfach einen Roman mit Wohlfühl-Feeling;
kommt an Bord mit der Alverre-Bande und lasst euch aufs Meer treiben.


3 reviews
June 15, 2023
»Ich stehe niemandem in etwas nach, nur weil ich eine Frau bin. Ich kenne meinen Wert. Dazu brauche ich deine Einschätzung nicht.«

Ein Schiff, dass das „normal“ sein vollkommen neu definiert:

„The curse of time and taste“ ist wohl das beste Debüt, welches mir 2022 untergekommen ist. Nicht nur die charakterliche Vielfalt, die Anne Herzel in ihren fantastischen Piraten-Roman eingebunden hat, konnte mich begeistern und vollkommen gefangen nehmen, sondern auch der souveräne, einnehmende Schreibstil, die durchweg passende Atmosphäre, die Lust macht, sich auf hohe See zu begeben, und die Kreativität, mit der hier eine eigene mythologische, geheimnisvolle Weltentstehung erschaffen wurde.

Vanelle — angehende Piratenrächerin von Oceanshare und Rivay, Kapitän der berüchtigten Alverre Flotte. Die Umstände, wie das junge Mädchen auf die Oasis gelang, sind genauso tragisch wie glücklich. Denn nie hat sich Vanelle so frei und angekommen gefühlt. Doch das Vertrauen der Mannschaft zu gewinnen, zerrt an ihren Kräften.
Nach einigen gefährlichen Schwierigkeiten wird das Leben auf dem Schiff Alltag, zarte, freundschaftliche Bande entstehen — doch Rivay verbirgt etwas, eine Ruhelosigkeit umtreibt den Käpt’n. Setzt die Segel — doch wohin?
Was sucht die Oasis?

„The curse of time and taste“ verströmt durchweg das klassische Feeling eines Piraten Romans und unterscheidet sich doch komplett von bekannten Geschichten. Das liegt zum einen an der Diversität, den verschiedenen Neigungen und Lebensstilen der einzelnen Figuren, andererseits an der Intention, die Rivay antreibt und dem mythologischen, göttlichen Hauch.
Mir hat die Stärke der Charaktere sehr imponiert, die Undurchschaubarkeit des Geschehens und das Geheimnisvolle, das die trügerische Suche des Schiffs begleitet.
Was öfter ruhig erscheint, entwickelt sich ständig wild und gefährlich. Seien es Überfälle, Entführungen, göttliche Bestien oder der Fluch, der mit übermenschlichen Mächten einhergeht. Wir begegnen Legenden und alten Sagen, in denen mehr Wahrheit steckt, als die Menschen dieser Welt erahnen, und berührende, aktuelle Hintergründe der Crewmitglieder.

Obwohl Vanelle und Rivay im Vordergrund stehen, wirkt es doch so, als hätte hier jedes Besatzungsmitglied ausreichend Raum, um sich zu entfalten. Jeder Pirat ist etwas Besonderes, auch wenn wir bereits im Auftakt der Trilogie Abschied nehmen, Verluste ertragen müssen. Es macht wahnsinnig viel Spaß, wie „normal“ die individuellen Vorlieben eingeflochten wurden. Eins ist ganz klar: auf der Oasis ist niemand so, wie es scheint.
Auch wenn der Kapitän unnahbar und distanziert wirkt, erfahren wir im Verlauf ausreichend Hintergründe, dass ein greifbares Bild, wenn auch aus Vermutungen, entstehen kann.
Die Handlungsorte wurden voller Details, Szenen lebendig beschrieben, doch verliert sich die Autorin nie in Ausschweifungen. Wendungen, Ereignis und Ruhe halten sich die Waage, Erkenntnisse und fantastische Gegebenheiten ergänzen das wilde Meeresabenteuer und machen diese Geschichte zu einem mitreißenden, abwechslungsreichen Erlebnis.

Anne Herzel hebt Queerness nicht hervor, lässt diese so authentisch einfließen, wie ich es mir von der Realität wünschen würde. Die Dialoge lesen sich locker und flüssig, sind ernst, tiefgründig sowie humorvoll, und, obwohl dieses ganz bestimmte Gefühl eines Piraten-Romans präsent ist, war der Ausdruck sehr modern.

Für alle, die sich in einer fantastischen Story voller unbekannter Gefahren verlieren wollen, in der Romantik keine vordergründige Rolle einnimmt, die Charaktere so bunt sind, wie das Leben, und einen Cliffhanger ertragen: lest es.
Profile Image for Johannes.
6 reviews
June 14, 2022
The Curse of Taste and Time ist epische Piraten-Fantasy in einer Welt, die zwar von der Technologie her an das Piratenzeitalter erinnert, gleichzeitig aber weit genug davon abweicht um als Fantasywerk wirklich Escapism zuzulassen.

Das Buch wird größtenteils aus der Perspektive von Vanelle Oceanshare erzählt, der Tochter des Herrschers der gleichnamigen Stadt.

Als Frau steht Vanelle nicht viel zu. Herrschen wird ihr kleiner Bruder Spinell. Stattdessen hat sich Vanelle der Piratenjagd verschrieben, etwas, wofür ihre Familie berühmt ist. Doch natürlich kommt es anders und nach einem fehl gegangenen Handel findet sich Vanelle auf einmal an Bord des Schiffes der berüchtigten Alverre Bande wieder. Und (natürlich) ist die Bande anders, als Vanelle sich Piraten vorgestellt hat.

Bereits nach wenigen Seiten war ich in dem Buch versunken. Die Autorin schafft es auf wirklich tolle Art und Weise ihre Welt und ihre Charaktere miteinander zu verknüpfen. Das Worldbuilding fühlt sich dicht und nachvollziehbar an (wobei ich persönlich die teilweise englischen Begriffe etwas merkwürdig fand, aber das ist sicherlich Geschmacksfrage).

Mich hat das Buch auch emotional gepackt. Teilweise war mir jedoch die Sprache ein wenig zu blumig und die Bösewichte waren ein bisschen zu eindimensional, wobei das nun wirklich meckern auf hohem Niveau ist.

Fans epischer Fantasie kommen genau so wenig zu kurz, wie Menschen, die Piratenromane mögen. Eine besondere Empfehlung geht hier für Menschen aus der queeren (LGBTIQA*) Community raus. Man merkt, dass die Autorin sich hier viel Mühe gemacht hat um Repräsentation herzustellen, wobei es immer klar ist, dass die Identität der Charaktere vielschichtig ist und nicht nur aus einem Label besteht. Zwar ist die Welt in der Vanelle lebt eine repressive, aber auch unter einem queerfeministischen Ansatz kann man das Buch wirklich weiter empfehlen, nie wird toxische Maskulinität, oder sonstiges problematisches Verhalten als etwas positives dargestellt.

Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen und hoffe schon bald Band 2 in den Händen halten zu können.
Profile Image for Tim Novak.
5 reviews
July 13, 2023
---Achtung: Spoiler---
The Curse of Time and Taste ist das erste Buch von Anne Herzel und das merkt man beim Lesen auch. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Prolog. Dieser ist zwei Seiten lang und versucht einen Einstieg in die Welt zu geben, die Ziele der Protagonistin zu skizzieren und schließlich deren Aussehen zu beschreiben. Das Ganze liest sich wie eine Charakterskizze, die man in der Vorarbeit zu einem Roman schreibt, um während dem Schreibprozess eine Referenz zu haben. Es liest sich aber nicht wie der Einstieg in ein Buch. Durch die Kürze und die blumige Sprache, die sich mit Introspektion abwechselt, sind diese zwei Seiten der Inbegriff von Tell (und nicht Show).
Das Problem dabei ist, dass das Buch neben der kurzen Charakterisierung im Prolog und in Kapitel 1 keine weiteren Einblicke in die Grundmotivation der Protagonistin in ihrer normalen Lebensumgebung gibt, bevor die Geschichte 'Fahrt aufnimmt'. Dadurch wird diese erst in den folgenden Kapiteln, in denen sie bereits beginnt ihre Grundmotivation zu hinterfragen, fertig charakterisiert, was dazu führt, dass sie sich nicht wie ein mehrdimensionaler Charakter anfühlt. Hinter ihren durchaus mehrdimensionalen Charaktereigenschaften und Bedürfnissen steckt nicht genügend Substanz, die vor dem Einsetzen der Haupthandlung bereits aufgebaut wurde.
Darüber hinaus ist die Protagonistin, ebenso wie der andere view point character, häufig in dem Sinne naiv, dass sie simple Schlüsse über mehrere Absätze nicht machen kann und für den/die Leser:in bis dahin bereits offensichtliche Schlussfolgerungen erst sehr viel später zieht.
Leider ist auch der character arc der Protagonistin eher ein Tell als ein Show, denn obwohl sie am Ende des Buches ihre anfängliche Motivation explizit verneint, fehlt dem/der Leser:in der Kontrast zu ihrer Einstellung vor dem Einsetzen des Hauptplots. Sie befindet sich ständig im zweifelnden Zustand und es wird nicht klar, was dafür sprechen würde, dass sie ihre anfängliche Motivation beibehalten sollte, da diese im Prinzip in den ersten Kapiteln bereits entkräftet wird.
Abgesehen davon ist der Plot an sich sehr unpräzise. Das wird dadurch unterstützt, dass nicht klar ist, was die Protagonistin für Ziele hat. Im Prinzip ist der Plot daher die Geschichte einer jungen Frau, die Teil einer Gemeinschaft wird und dadurch lernt, ihr Weltbild aber auch ihr Selbstbild zu überdenken. Problematisch ist dabei, dass es häufig so wirkt, als ginge es eigentlich um die titelgebenden göttlichen Artefakte und andere zu findende Gegenstände, die sich nacheinander im Laufe des Buches am Ziel einer Schifffahrt befinden. Da die Autorin jedoch kaum Informationen zur Signifikanz dieser Gegenstände gibt und der Zusammenhang mit der Protagonistin nur sehr vage bleibt, lesen sich diese Abenteuer eher wie side quests. Dazu kommt noch, dass am Ziel der Fahrten immer etwas unerwartetes lauert, das aufgrund des fehlenden worldbuildings auch immer erst erklärt werden muss. Dadurch ergibt sich zwar im Laufe des Buches immer mehr ein Eindruck der Welt, in der die Charaktere leben, aber eben nur bruchstückhaft. Das Wissen über die Welt und wie diese funktioniert kann dem/der Leser:in leider nicht dazu dienen, zu eigenen Schlüssen zu kommen, da ständig Puzzlestücke fehlen, auf deren Existenz zwar hingewiesen wird, die aber sehr ungeschickt für später aufgehoben werden.
Das fehlende Worldbuilding ist ein weiterer Negativpunkt. Im Prinzip erfährt man, dass es Piraten gibt und Piratenjäger. Der Kontinent heißt Gaia. Die Stadt der Piratenjäger heißt Oceanshare. Und dann geht es los. Piratenjäger jagen Piraten, aber das passiert während der Geschichte nicht. Piraten tun Dinge, die Piraten eben so tun, aber das passiert auch erst im späteren Teil des Buches und dann auch nicht sehr ausführlich. Die Moral der Fraktionen wird nicht erforscht. Die Welt fühlt sich erstmal leer an. Obwohl ein Großteil der Handlung auf einem Schiff abläuft, wird wenig darauf eingegangen, wie der Alltag auf einem Schiff funktioniert, abgesehen von oberflächlichen Handlungen wie dem Schrubben des Decks, den Mahlzeiten an Bord oder dem Besetzen des Ausgucks. Es wird zum Beispiel nicht darauf eingegangen: wie die Navigation funktioniert, wie man die Segel verwendet, wie unterschiedliche Wasserströmungen oder Windverhältnisse das Reisen beeinflussen, wie man Ruder verwendet, etc. Als der oben erwähnte Überfall eines anderen Schiffes passiert, ist nicht klar, wie das eigene Schiff verborgen geblieben ist, wie es sich dem anderen Schiff genähert hat, was dabei zu beachten war, und so weiter. Dadurch fühlt sich die Piratengeschichte auch nicht wie eine an.
Das Ende schließlich hat mich etwas zu sehr an Lost erinnert. Die Geschichte hört mit einem cliffhanger auf, auf den auf 40 Seiten hingearbeitet wurde. Der Zeitpunkt, an dem dieser in die Geschichte eingearbeitet ist, fühlt sich recht arbiträr an, weil dieser Erzählstrang durch eine zufällige Begegnung begonnen wird. Diese hätte auch früher in der Geschichte stattfinden können. Oder eben erst später, in Buch 2. Die anderen Erzählstränge der Geschichte laufen nicht auf ein natürliches Ende zu, kulminieren nicht in einer finalen Suche nach einem Gegenstand oder einer wichtigen Entscheidung einer der beiden view point characters (vpc), sondern lediglich in Ereignissen, die durch einen Zufall ausgelöst werden und denen die vpc ohne große Gegenwehr ausgesetzt sind. Dadurch fühlt es sich, wie gesagt, eher wie das Ende einer Lost Folge an.

Im Großen und Ganzen finden sich aus meiner Sicht viele Dinge, die die Geschichte daran hindern, sich zu entfalten. An und für sich sind die Charaktere spannend und auch viele Teile dieses Buches. Um das Beste aus diesen herausholen zu können, hätte es noch einiger weiterer Monate Arbeit bedurft. Auch sprachlich ist besonders die Beschreibung der Umgebung an vielen Stellen noch hölzern oder zu weit hergeholt, um eingängig zu sein, und bricht den Lesefluss.
Ich denke, die Reihe hat Potenzial, aber dafür muss die Autorin mehr Zeit in das zweite Buch investieren, sowie Aspekte wie worldbuildung, characterisation und plot klarer machen. Ich bin gespannt wie es weitergeht, hoffe aber auch, dass ich beim zweiten Band, sobald er erscheint, weniger häufig aus dem Lesefluss gerissen werde und auch Spannung aufbauen kann, für das, was als nächstes passiert.
Das Buch hat eigentlich eine 2/5 Sterne Bewertung verdient. Ich gebe aber 3/5 Sterne, da ich es gut finde, dass diverse Sexualitäten und Identitäten in das Buch eingearbeitet wurden und hoffe, dass diese in einem weiteren Buch mit höherer Qualität erneut zu Aufklärung und Repräsentanz beitragen können. Einige gute Autor:innen haben ein erstes Buch geschrieben, das handwerklich in keiner Weise mit den späteren Werken vergleichbar war. Ich hoffe, dass es bei Anne Herzel ebenfalls so ist.
225 reviews
August 22, 2022
Story:

In der Geschichte begleiten wir eine junge Frau, die eigentlich immer ihr Leben ihrer Familie widmen und ihren Vater stolz machen wollte. Doch als es hart auf hart kommt, stößt dieser sich von ihr ab und überlässt sie mit von ihr abgekehrtem Rücken ihrem Schicksal. Doch der Hauptcharakter macht das Beste aus der Situation und beschreitet zusammen mit einer bunten Truppe einen neuen, abenteuerlichen Pfad in ihrem Leben. Sie begeben sich auf eine mystische und abwechslungsreiche Suche und begegnen dabei unterschiedlichen Gefahren und Hindernissen.

Die Geschichte ist interessant und die dargestellte Welt gut durchdacht und stimmig. Leider ist sie zwar sehr unterhaltsam und liest sich angenehem, aber nicht sehr spannend. Die Geschichte bringt LGBTQ Themen auf eine unaufdringliche Art mit ein. Für meinen Geschmack waren es vielleicht ein bisschen viele verschiedene Themen auf einmal, aber diese wurden gut rübergebracht, sodass sie nicht gestört haben und es für mich auch interessant war sich in die Perspektive der Charaktere hineinversetzen zu können.

Charaktere:

Die Charaktere wurden gut vorstellbar dargestellt. Sie sind facettenreich und können überzeugen. Auch Nebencharaktere erhalten genug Raum, um sich zu entfalten. Die Charaktere handeln stets ihres Charakters entsprechend und haben interessante Hintergründe.

Schreibstil:

Der Schreibstil ist angenehm und führt gut durch die Geschichte und lässt den Leser in die Geschichte eintauchen.


Eine abenteuerliche Geschichte, die einen auf eine Reise in eine andere Welt mitnimmt.
Profile Image for Chrisii.
154 reviews1 follower
August 1, 2023
Hm, hm, hm.
Ich glaube, das ist das allererste Buch, in dem ich die Protagonistin nicht ein bisschen leiden kann.
Vanelle hat es mir zuweilen sehr schwer gemacht, weiterzulesen, weil ich ihre naive, sprunghafte, undurchdachte, unlogische und trotzige Art kaum aushalten konnte.

Allerdings habe ich mich durchgebissen und was bin ich froh darüber!
Die ersten 300 Seiten sind holprig, die Geschichte kommt mMn nur langsam in Fahrt. Es passiert viel und auch irgendwie nichts. Man erfährt kaum etwas über die Story dahinter. Leider gab es in meiner Ausgabe zusätzlich noch einige Lektorats- und Korrektoratsfehler.
Einige Umschreibungen wirken sehr gewollt und am Ziel vorbeigeschossen.

Dann jedoch in den letzten 100 Seiten hab ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen können.
Die Story wird spannend! Die Autorin zeigt, was wirklich in ihr steckt. Ich bin hooked!
Werde auf jeden Fall die weiteren Teile lesen (Stand jetzt: zweiter Teil bereits veröffentlicht, dritter für Anfang 2024 geplant). Zum einen, weil ich der Autorin die Chance geben will, mich mit ihrem Stil zu überzeugen - denn die wenigsten bleiben auf dem Niveau ihres Debüts stehen und entwickeln sich nicht weiter - und zum anderen, weil ich WIRKLICH wissen mag, wie es weitergeht.

Ein guter Roman, der unter dem bunten Segel der Gleichberechtigung schippert und besonders gegen Ende auch noch eine gute Story zu bieten hat.
2 reviews
July 4, 2023
Ich hatte den ersten Band jetzt schon länger auf der To Read Liste und da jetzt der Zweite rausgekommen ist, habe ich mich endlich auch mal dran setzten können.

Die Idee von einer Piratenjägerin auf einem Piratenschiff hat mir direkt gefallen, weil es direkt diese Situation von zwei befeindeten Seiten hatte. Dass sich daraus so eine Found Family Geschichte entwickelt hat, hatte ich nicht in diesem schönen Ausmaß erwartet. (Weiter geht das ganze in Band 2, dazu folgt da aber eine separate Review, weil ich nichts vorweg nehmen will)

Was ich am allermeisten mag, ist das der Cast so divers ist. Ich finde man merkt, dass das Buch Own Voice ist. Gleichzeitig dreht sich das Buch aber nicht nur um die Diversität des Casts sondern um das Abenteuer, auf dass sich die Charaktere begeben.

Das Ende hatte ich so nicht kommen sehen, und ich war froh, dass ich den zweiten direkt im Anschluss lesen konnte und nicht so lange warten musste!

Ich kann das Buch auf jeden Fall an alle die empfehlen, die Piratenabenteuer lieben, aber auch denen die einen liebevoll geschrieben queeren Cast lesen wollen!

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98 reviews
July 23, 2023
Ich finde, aus der Story hätte man viel mehr machen können. Ich finde sie sehr oberflächlich. Ich konnte zu keiner Figur wirklich eine Beziehung aufbauen. Ich glaube das Buch wollte zu viel. Hätte es sich entweder auf die Schatzsuche oder den Lgbtq Aspekt beschränkt, wäre es vielleicht besser geworden. So finde ich, dass beide Themen zu kurz kommen. Wirklich spannend wird es erst zum Ende hin. Wirklich schade. Hab mich so auf eine spannende Piratengeschichte gefreut.
Profile Image for Kat.
50 reviews18 followers
September 6, 2022
Es ist echt schon lange her, dass ich ein Buch in einem Rutsch durchgelesen habe. Kann The Curse of Taste and Time sehr empfehlen, wenn man spannende Fantasy mit Piraten lesen mag. Hab mich auch sehr darüber gefreut, dass eine aromantische Person dabei ist und dass diese durch ihre Taten so schön und realistisch beschrieben wird.
Profile Image for Jack.
47 reviews
December 4, 2022
Die Idee der Geschichte und die Konzepte hinter den einzelnen Charaktere sind super. Aber die Ausführung ist eher schwach. Man hätte meinen sollen, dass queere Fantasy Piraten genau das richtige für mich sind... dennoch war ich insgesamt ein wenig enttäuscht. Der Schreibstil ist stellenweise holprig und manche Beschreibungen erscheinen in sich wiedersepüchlich oder selbstrelativierend. Insbesondere wenn Gefühle und Reaktionen beschrieben werden. Auch habe ich das Wort Iriden noch nie so oft gesehen wie in diesem Buch.

Daran mit wie viel Liebe zum Detail ein Charakter beschrieben wird, kann der Leser schon abschätzen wie wichtig diese im Laufe der Story noch werden... Schade, dass ein Großteil der Piratencrew nicht einmal Namen hat. Auch wenn ein Charakter alt oder hässlich ist, kann der Leser schon erahnen, dass es sich um einen schlechten und gemeinen Menschen handeln muss.

Leider ist oft so richtig klar wie viel Zeit zwischen verschiedenen Ereignissen vergeht... Freundschaften werden anscheinend in atwmberaubender Geschwindigkeit getroffen.

Viele Aspekte der queeren Charaktere bleiben unerforscht.

Ich glaube insgesamt hätte man aus der Idee mehr rausholen können.

Gerade die letzten Kapitel nehmen jedoch noch einmal Fahrt auf und eigentlich möchte ich jetzt schon wissen wie es weitergeht. Dieser Kliffhänger am Buchende war spannender als gefühlt die ersten 2/3 des Buches.
14 reviews
September 21, 2022
Queere und abenteuerliche Schatzsuche

The Curse of Time and Taste entführt uns in eine sehr lebendige Welt. Voll mit See, Monster und Seemonstern

Der klare Fokus in dem Buch liegt auf den Charakteren und ihren Beziehungen zueinander, in der Crew um Rivay ist nur wenig so wie es zunächst scheint.Positiv fällt ziemlich schnell die wirklich breit gefächerte Menge an Repräsentation von Queeren Haupt- und Nebencharakteren auf.

Die Reisen der Piratenbande sind unterhaltsam, abwechslungsreich und sehr mysteriös. Für meinen Geschmack manchmal etwas zu mysteriös, viele Fragen und offene Handlungsstränge werden angeschnitten aber dann leider nie aufgelöst oder beantwortet. Auch das Buchende ist mehr als offen und fühlt sich deplaziert an, weitere 30-40 Seiten um zumindest einen befriedigenden Abschluss zu erreichen hätten meiner Meinung nach dem Buch gut gettan.

Abgesehen von dem etwas zu frühen Ende hat mir The Curse of Time and Taste sehr gut gefallen und ist eine tolle Erfrischung in diesen heißen Tagen.
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