Aufgrund der aktuellen NetgalleyDE Challenge nahm ich mal etwas in Angriff, was eigentlich überhaupt nicht in mein Beuteschema passte. Die Aufgabe war nämlich: Die Gewohnheiten über den Haufen zu werfen und ein neues Genre auszuprobieren. Tja, da wurde es für mich ein wenig knackig, denn eigentlich blieb da nicht viel übrig außer Horror und Frauenunterhaltung. OK, Horror musste es jetzt nicht unbedingt sein.
Damit ich die Aufgabe neben den zu lesenden Büchern machen konnte, entschied ich mich, bei den Hörbüchern zu schauen und wurde mit "Die Liebe braucht ein ganzes Dorf" von Kerstin Rubel fündig. Es wurde angenehm von Karin Kaschub gelesen und ich konnte der Geschichte sehr gut folgen.
Eine erfolgreiche Karrierefrau mit dem perfekten Hund, ein Ex, ein möglicher Zukünftiger und eine absolut beste Freundin, die nur das Beste für die wiederum ihre beste Freundin möchte. In wenigen Worten kann ich sagen, es ist durch und durch positiv, eine leichte Lektüre und mit einem sicheren Happy End. Die Geschichte plätscherte gemütlich vor sich hin und man erfuhr in allen Facetten, was um die Protagonistin Annika herum geschah - samt der Garderobe und Einrichtung in allen Details aller Beteiligten.
Sicherlich hat die Geschichte ihren Charme und sicherlich gibt es genug Frauen (und Männer?) denen solche Unterhaltung liegt und die keinen größeren Anspruch haben. Mir fehlte es jedoch an Spannung und die Protagonistin fand ich als erfolgreiche Karrierefrau(!) in Bezug auf ihre Karriere überhaupt nicht glaubwürdig. Selbst im Urlaubsmodus lässt sich eine Karrierefrau, die ein eigenes Unternehmen gründete, leitete und schließlich für viel Geld verkaufte nicht so herumschubsen, wie es Annika in diesem Buch vermittelte. Wo war ihr Rückgrat? Ihr Durchsetzungsvermögen? Ihr Verstand?
Überraschungen gab es in diesem Buch für mich keine. Mir war klar, wer die "neue Fremde" war, wie sich das Ganze entwickeln und wie es in etwa zum Happy End kommen würde. Irgendwann kam peu à peu für mich auch der Verdacht auf, dass es noch ein zweites Happy End geben könnte - wozu es schließlich auch kam. Das, was vielleicht als Spannung gedacht war, war für mich eher nervig, denn vieles war absolut offensichtlich - nur Annika, die kluge und erfolgreiche Karrierefrau, war für alles blind.
Feel-Good-Bücher lese ich durchaus gerne und sicherlich passt dieses Buch sehr gut in diese Sparte. Ich vermisste jedoch etwas die Spannung, Überraschungen und Glaubwürdigkeit der Protagonistin. Ja, das Buch hatte durchaus einen gewissen Charme und gegen Ende kam es zu einer Entwicklung, die mir schließlich etwas besser gefiel. Es war zwar ganz nett, mal etwas anderes auszuprobieren, für mich aber leider nicht so ganz das richtige Genre.