Containern, also Lebensmittel aus Mülltonnen von Supermärkte retten, ist in Deutschland verboten. Einige machen es trotzdem - aus ganz verschiedenen Gründen. Davon handelt „Auf der Tonnenseite des Lebens“ von Antje Leser, einem Jugendroman, der nicht nur was für die jüngere Generation ist.
Joel lernt Merle kennen, die einen Nachhaltigkeitsblog hat und wird beauftragt als ‚Mann vor Ort’ für sie zu ermitteln. Joel ist froh, nach dem Corona-Lockdown wieder Kontakt zu anderen Menschen zu haben und auch fasziniert von der charismatische Merle. Also fährt er zu den Kosumverweigerinnen Sina und Steff, die ihre Lebensmittel nicht kaufen, sondern retten. Nachdem Joel die beiden begleitet hat und merkt wie viel eigentlich weggeworfen wird, beschließt er regelmäßig mitzumachen, nicht weil er darauf angewiesen ist, sondern weil er die Menschen kennenlernen und ihnen später auch helfen will. Und dann ist da ja auch noch Kira mit dabei.
Nachhaltigkeit ist ein wichtiges und vielseitiges Thema. Dazu gehört auch Lebensmittelverschwendung, nicht nur im eigenen Haushalt, sondern auch von Supermärkten, die täglich Tonnen eigentlich noch essbarer Lebensmittel wegwerfen. Das ist in einer Zeit, in der die Preise in die Höhe schießen und manche Menschen nicht wissen, wie sie über die Runden kommen sollen, in einer Zeit, in der die Welt aus dem letzten Loch pfeift aufgrund unseres Konsumverhaltens, einfach nicht mehr tragbar. Und die Menschen, die sich dagegen auflehnen, werden bestenfalls belächelt, schlimmstenfalls verteufelt und bestraft. Davon handelt „Auf der Tonnenseite des Lebens“. Covid und dessen Folgen werden auch thematisiert, drängen sich aber nicht in den Vordergrund, was ich gut umgesetzt finde.
Sprachlich ist es jugendlich. Ich bin über manche Begriffe gestolpert, aber das ist wohl eher meinem Alter geschuldet. Am Ende ist es ein gelungener Jugendroman mit guten Story, der dazu einlädt über das Thema Nachhaltigkeit nachzudenken.