Die Geschichte beginnt damit, dass Moas Großmutter Elsa stirbt und ihrer Enkelin überraschend ihre Wohnung samt trauerndem Hund hinterlässt.
Moa hängt einerseits wegen der Oma an der Wohnung, andererseits verliebt sie sich immer mehr in den hübschen Rückzugsort und spielt mit dem Gedanken, sie nicht nach der Renovierung zu verkaufen. Ihr Freund hält weiterhin an diesem Plan fest. Außerdem will er ein modernes Haus in Stockholm und interessiert sich mehr für seinen Job als für Moa.
Während Moa mit ihren Gefühlen und ihrer Zukunft hadert, erhält sie plötzlich Briefe, die ihre Oma ihr vor ihrem Tod geschrieben hat. Diese beinhalten kleine Aufträge, verraten aber auch bisher unbekannte Details aus Elsas Leben.
Es hat mir sehr gefallen, wie bedacht die Geschichte erzählt wird. Moa, sehr introvertiert, findet durch die Aufträge langsam zu sich und erkennt, dass sie eine eigenständige Person ist, mit Wünschen und Träumen, und nicht nur die angepasste Version von sich selbst, die ihr Freund gerne hätte.
Der Roman hätte echt ein kleines, stilles Highlight werden können, wäre da nicht das letzte Drittel. Ohne zu spoilern, das Geheimnis der Großmutter ist etwas sehr, sehr schreckliches. Aber so gut und behutsam zuvor Moas Emanzipation erzählt wurde, so wird den Leser:innen nun dieses Geheimnis vor die Füße geworfen, als Schockmoment. Dadurch wird es banalisiert. Schade, es hat den Eindruck, den ich von dem Roman hatte sehr getrübt.