Die zurückhaltende Moa, die in einem Stockholmer Auktionshaus arbeitet, hat allerhand Ihr Freund interessiert sich nur für seine Karriere, ihre Mutter lebt nicht mehr und das Verhältnis zum Vater ist angespannt. Dann verstirbt ihre Großmutter Elsa und hinterlässt ihr einen trauernden Hund sowie eine renovierungsbedürftige Wohnung. Nach und nach jedoch entwickelt sich diese Wohnung zu Moas Zuflucht. Sie stürzt sich in das Renovierungsprojekt und erhält unterdessen immer wieder Briefe, die ihre Großmutter vor ihrem Tod an sie geschrieben hat. In diesen Briefen erteilt Elsa ihr kleine Aufträge – und lässt ihre Enkelin endlich teilhaben an ihrer dramatischen Lebensgeschichte. Indem sie sich mit den Geheimnissen ihrer Großmutter auseinandersetzt, erkennt Moa, dass die Beziehung, die sie führt, in Wirklichkeit nur darauf ausgerichtet ist, sich ihrem Freund anzupassen. Sie beginnt, sich endlich ein eigenes Leben aufzubauen, fernab von den Ansprüchen anderer.
Moa führt kein Bilderbuchleben. Ihre Mutter ist verstorben, das Verhältnis zum Vater angespannt, ihr Freund ist in die Arbeit eingespannt und jetzt verstirbt ihre Großmutter Elsa, welche ihr eine renovierungsbedürftige Wohnung und ihren Hund hinterlässt. Während sich Moa mehr und mehr in die neue Wohnung als Projekt flüchtet, findet sie Briefe ihrer Großmutter, die sie an Moa gerichtet hat. Sie beinhalten kleine Aufträge. Und Elsas Lebensgeschichte.
Meinung
Das Buch ist gut und flüssig zu lesen. Tolle Beschreibungen von Orten und Charakteren. Man durchlebt einmal die komplette Gefühlswelt. Es gibt interessante Geheimnisse, die sich zeigen. Und die Geschichte ist definitiv nicht vorhersehbar, hält also immer eine spezielle Spannung aufrecht. Es hat eine gewisse Tiefe und vermittelt dem Leser stets darauf zu hören, was man im Leben wirklich möchte und geht daher mit einem gewissen Drang zur positiven Veränderung einher.
Was ich mir erhofft habe: Ich mochte 24 Gute Taten von Jenny Fagerlund sehr gerne, auch wenn es ernster war als erwartet. Auf jeden Fall wollte ich mehr lesen von der Autorin. Was mir gefallen hat: Obwohl es in dem Buch um Aufbruch und Wechsel geht ist es nicht ein totales Umkrempeln des Lebens. Zum Beispiel hat Moa ihren Arbeitsplatz schon früher gewechselt. Und auch dass ihr Freund nicht einfach nur als total negativ dargestellt wurde hat mir gefallen. Zu oft wird in solchen Romanen der Status Quo als Katastrophe und total ungesund dargestellt und nur der radikale Wechsel macht alles besser. Auch fand ich es gut, dass die Briefe ihrer Oma und die Aufgaben nicht zu viel und überzogen waren. Gerade die „Aufgaben“ ihrer Oma waren doch ganz vernünftig und nicht extrem. Überhaupt mochte ich es, dass das Buch seine Botschaft nicht über Extreme zeigt sonder im Kleinen, Ruhigeren.
Was mir nicht gefallen hat: Das einzige, was ich persönlich nicht so toll finde ist die Botschaft, dass man immer wieder auf die Eltern zugehen soll als Kind, auch wenn diese einen sehr verletzt haben und das vielleicht auch noch tun. In diesem Fall war es noch ganz okay, wie oben geschrieben gibt es keine Extreme. Aber ich finde das ein schwieriges Thema.
Fazit: Ich wurde nicht enttäuscht, genau genommen gefällt mir das Buch fast noch besser als „24 Gute Tagen“. Ein wunderschöner, flotter Roman über das Finden des eigenen Weges. Das Coverbild ist, wie auch schon bei „24 Gute Taten“ wieder wunderschön.
Danke an netgalley und den Dumont Verlag für das kostenlose Leseexemplar.
Eine beschauliche, lebensnahe Geschichte, in der es um schrittweise Neuanfänge, Freundschaft und Familie geht. Die perfekte Sommerlektüre, die den Leser nach Stockholm und Umgebung versetzt. Eine hyggelige Empfehlung.
Moas Großmutter ist verstorben und hat ihr ihre Wohnung vermacht. Als Moa anfängt in dieser zu räumen und sich um den Hund ihrer Großmutter Iris zu kümmern, bekommt sie immer wieder Briefe von ihr, die sie um Kleinigkeiten bitten, die Moas Leben aber stark verändern werden.
Moa lebt mit ihrem Freund Ruben zusammen in einer Wohnung, die eigentlich nicht ihr Stil ist. Ruben ist derjenige, der in ihrer Beziehung den Ton angibt und Moa immer wieder dazu bringt, sich selbst hintenan zu stellen. Für ihn ist klar, dass Moa die Wohnung der Großmutter verkauft und das Geld in eine gemeinsame Wohnung, die er aussucht, investieren wird. Moa lässt das anfangs auch mit sich machen, doch durch die Briefe der Großmutter und den Aufenthalt in ihrer Wohnung erkennt sie, was sie wirklich will und steht erstmals auch für ihre Meinung ein.
Mir hat das Buch gut gefallen, es lies sich schön lesen und war im Großen und Ganzen ein Wohlfühlbuch. Die Wohnung und die Freunde der Großmutter sind einfach herzerwärmend und auch Moas Arbeitsplatz und ihr Mentor dort sind ganz wunderbar beschrieben. Nur Ruben trübt das Ganze etwas ein, er ist sehr übergriffig und sieht nur seine eigenen Bedürfnisse. Als es dann zum entscheidenden Gespräch kommt kracht es zwar erst einmal kurz, aber im Großen und Ganzen endet auch das sehr harmonisch. Das kann man durchaus kritisch sehen, für mich war das ein wenig zu harmonisch.
Trotzdem kann ich das Buch nur empfehlen, es ist eine schöne Wohlfühllektüre, die auch ein wenig den Anstoß zum Überdenken eigener Handlungsstrukturen geben kann.
Die Geschichte beginnt damit, dass Moas Großmutter Elsa stirbt und ihrer Enkelin überraschend ihre Wohnung samt trauerndem Hund hinterlässt.
Moa hängt einerseits wegen der Oma an der Wohnung, andererseits verliebt sie sich immer mehr in den hübschen Rückzugsort und spielt mit dem Gedanken, sie nicht nach der Renovierung zu verkaufen. Ihr Freund hält weiterhin an diesem Plan fest. Außerdem will er ein modernes Haus in Stockholm und interessiert sich mehr für seinen Job als für Moa.
Während Moa mit ihren Gefühlen und ihrer Zukunft hadert, erhält sie plötzlich Briefe, die ihre Oma ihr vor ihrem Tod geschrieben hat. Diese beinhalten kleine Aufträge, verraten aber auch bisher unbekannte Details aus Elsas Leben.
Es hat mir sehr gefallen, wie bedacht die Geschichte erzählt wird. Moa, sehr introvertiert, findet durch die Aufträge langsam zu sich und erkennt, dass sie eine eigenständige Person ist, mit Wünschen und Träumen, und nicht nur die angepasste Version von sich selbst, die ihr Freund gerne hätte.
Der Roman hätte echt ein kleines, stilles Highlight werden können, wäre da nicht das letzte Drittel. Ohne zu spoilern, das Geheimnis der Großmutter ist etwas sehr, sehr schreckliches. Aber so gut und behutsam zuvor Moas Emanzipation erzählt wurde, so wird den Leser:innen nun dieses Geheimnis vor die Füße geworfen, als Schockmoment. Dadurch wird es banalisiert. Schade, es hat den Eindruck, den ich von dem Roman hatte sehr getrübt.
Moas geliebte Großmutter ist gestorben und hat ihr die Stadtwohnung hinterlassen. Außerdem auch noch ihren Königspudel Iris. Plötzlich mit neuen Aufgaben konfrontiert, hinterfragt Moa ihr Leben und ihre Entscheidungen, denn sie hatte sich von ihrer Großmutter im Streit getrennt. Als sie dann auch noch Briefe von Oma Elsa bekommt, in denen diese von ihrem Leben während des Krieges erzählt, ist Moa ganz in den Bann ihrer Großmutter gezogen. Alles Dinge, die sie nie wusste oder über die sie nie geredet haben, kommen jetzt ans Licht.
Jenny Fagerlund schreibt Herzensgeschichten. Geschichten über den Neuanfang, das Loslassen und das Wiederfinden von besonderen Dingen im Leben. 'Briefe an Moa' ist da keine Ausnahme. Die Protagonisten sind natürlich, herzerwärmend und manchmal auch fies, kalt und zielstrebig. In all dem muss Moa ihren Weg finden und den Mut haben, sich für ihr eigenes Leben zu entscheiden.
In einer Beziehung muss man eben Kompromisse eingehen.
Das ist wahr. Aber ich denke nicht, dass es einem auf Dauer guttut, wenn man sich selbst aufgibt.
Fazit: Eine Geschichte zum Innehalten und besinnen auf das, was einem wichtig ist und wenn man das nicht weiß, muss man sich die Zeit nehmen, darüber nachzudenken.
Das Buch ist wirklich schlecht. Der Klappentext klingt nach einer interessanten Geschichte, aber die Briefe spielen einfach kaum eine Rolle und sind auch nicht sonderlich interessant. Alles in dem Buch wird zweimal erzählt, einmal als Introperspektive der Protagonistin und dann noch einmal schlecht wiedergegeben in einem Dialog. Eigentlich mag ich cozy Bücher, aber das ist echt nicht gut. Auch ihr Freund, bei dem man ab auf der ersten Seite darauf wartet, dass sie ihn ditscht, dauert halt bis zum Schluss und selbst da ist sie so "tjoa, hat halt nicht gepasst", dabei ist er die ganze Zeit ein toxisches Arschloch, der ihre Gefühle und Meinungen konsequent übergeht, sie in Dinge rein gaslightet und sie schafft es bis zum Schluss nicht das anzuerkennen.
Nachdem ich schon 24 Gute Taten von Jenny Fagerlund gelesen und geliebt habe. War ich natürlich neugierig auf ihr neues Buch. Und auch hier ist es wieder eine süße Geschichte darüber wie wichtig es ist seinem Herzen zu folgen uns sich nicht fremdbestimmen zu lassen. Gleichzeitig macht es neugierig mal nach Schweden zu reisen. Für alle die bildhafte Beschreibungen mögen und kleine Herzensgeschichten lieben.
Wer hier einen Roman auf zwei Zeitebenen erwartet, wird leider enttäuscht. Die Vergangenheit ist zwar schockierend, spielt aber nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr handelt es sich hier um einen Frauenroman, in dem die Hauptcharakterin sich behaupten lernt.