Im hektischen Alltag nehmen wir uns viel zu selten Zeit, um durchzuatmen. Wir hetzen von Termin zu Termin und der Zeit hinterher, immer die Uhr oder das Handy im Blick. Dabei ist es gar nicht so schwer, dem Stress zu entfliehen, muss man doch bloß ein gutes Buch aufschlagen, um in fremde Welten abzutauchen und die Realität hinter sich zu lassen. Hier versammelt sind Geschichten, die uns den strapaziösen Alltag vergessen lassen, mit Helden, die uns ans Herz wachsen, und Momenten, die unser Leben bereichern. Der perfekte Begleiter für hektische Tage, an denen wir uns zur Ruhe mahnen müssen, um der Stille nachzuspüren und zu uns selbst zu finden.
ZUR RUHE KOMMEN mit William Boyd, Mascha Kaléko, Jamaica Kincaid, D. H. Lawrence, Joseph Roth, Joachim Ringelnatz, José Saramago, Hansjörg Scher- tenleib, Olga Tokarczuk, Anton Tschechow, Kurt Tucholsky und vielen anderen mehr.
Schon das Cover und der Titel versprechen so viel Ruhe - ich habe mir das Buch in einer stressigen Phase geholt und es vor allem in der Badewanne oder anderen Momenten gelesen, in denen ich Ruhe wollte.
Bestehend aus sehr sehr vielen Gedichten, Kurzgeschichten oder notierten Gedanken kommt eine Vielzahl an Autor*innen zu Wort, darunter Rilke, Mascha Kaléko, Tucholsky, aber auch internationale Schreibende wie Thoreau und Tschechow. Besonders gefallen haben mir eine Kurzgeschichte von Olga Tokarczuk sowie ein Text über einen sorgenfreien Sommer von Selim Özdogan.
Naturgemäß waren nicht alle Texte meins. Bei manchen habe ich mich gefragt, warum sie in der Sammlung gelandet sind und andere waren so kurz, dass sie nicht mehr waren als ein Hauch. Insgesamt habe ich ein bisschen mehr Natur-Kamin-Vogelzwitschern-Vibes erwartet, aber Ruhe bedeutet ja auch für jede*n etwas anderes.
Es ist sicherlich ein gutes Buch zum Verschenken und auch, um immer mal in die Lieblingstexte reinzublättern, wenn man die Ruhe sucht.
CN: Suizid, I-Wort, Kolonialismus, Ableismus, Krankheit, Tod