Driving the Shiguli of the father Carl arrives in Berlin. The parents used the opening of the border to go west, we write in 1989. And now the story of Carl in East Berlin after the fall of the wall begins, the story of a short time in which there was something like romantic anarchy that transfigured left time of the squatter scene around the Prenzlauerberg. Lutz Seiler builds a novel out of it - again and again I have associations with another Berliner from a different period, Biberkopf - and vividly describes an era of German contemporary history that has long since been forgotten. Again and again the story changes to the parents' emigration story, thus showing the facets of foreign Ossis in the West.
Relektüre Juli 2023:
Lutz Seiler hat heuer bereits ) 3 Preise für sein bisheriges Gesamtwerk gewonnen, als Höhepunkt kann er da wohl den Büchner-Preis verbuchen. Grund genug, eine Relektüre seines Romans „Stern 111“ vorzunehmen, mit dem er 2020 den Preis der Leipziger Buchmesse (damals coronabedingt schon ohne Messe) gewonnen hat. Seither befindet sich der Roman auch in meiner Bibliothek.
Und die Relektüre hat sich gelohnt, ja, ich werde diesmal (3 Jahre später) sogar 5 Sterne, also meine Höchstwertung, vergeben, weil mir der Roman außerordentlich gut gefallen hat und ich hoffe, dass mir der Inhalt (s. dazu den Eintrag in Wikipedia zum Buch) diesmal besser im Gedächtnis bleibt, von meiner 2020er Lektüre kamen immer nur Erinnerungssplitter auf, ach-ja-Erlebnisse sozusagen, ach genau, da war doch was.
Da war doch was mit den Eltern der Hauptfigur Carl, die in den letzten Tagen der DDR (die Mauer ist gerade gefallen) ihren Jugendtraum wahrmachen und das Land verlassen, um sich schlussendlich auf die Spuren des Idols Bill Haley und seines Rock’n’Roll zu begeben, oder mit Carl, den in den Zwanzigern stehenden Sohn, den sie zurücklassen in ihrem Hasus in Gera, das er dann auch bald verlässt, und eher durch Zufall in der neu erstehenden Anarcho-Szene im Ostteil Berlins andockt. Die Beschreibung dieser Hausbesetzertruppe, die den Leerstand der zerfallenen Mietshäuser nutzt, um ein freies Leben zu versuchen, gelingt Seiler in diesem Roman ganz hervorragend. Ich fühlte mich mitten drinnen in den Halbruinen, den verkommenen Wohnungen, der friedliebenden Außenseitergruppe, die alt eingesessenen Außenseitern, alten Menschen, die die verfallenden Häusern nicht mehr entfliehen können, hilfreich zur Seite stehen, die versuchen, eine Arbeitergruppe aufzubauen, der sich die Arbeiter, damals wohl schon eher zur rechten politischen Seite neigend jedoch nicht anschließen, weil sie diese ganz andere Art nicht verstehen.
Die Milieuschilderungen sind das eine, die Beschreibung des Versuches von Carl Lyrik zu schreiben, die Darstellung des Produktionsprozesses von Lyrik, die ich auch als Poetikvorlesung durchgehen ließe, ist das andere, das fasziniert.
Eingebettet ist das Ganze in eine romantische Liebesgeschichte (natürlich ohne kitschiges Happy End) und einige der Typen, wie etwa der Hirte mit seiner Ziege Dodo sind unglaublich warmherzig dargestellt.
So flog ich, wie auch Dodo, immer einige Meter über dem Erdboden über den Text.
Seilers Lyrik (er ist ja als Lyriker bekannt geworden) werde ich wohl auch noch zumindest in Ausschnitten, lesen.