Ein Appell für mehr Gerechtigkeit im abgehobenen System Profifußball und in einer globalisierten Welt.
Wie gerecht ist es, dass ein Fußballer Millionen verdient, während eine Putzfrau von einem Job allein nicht leben kann? Dass wir jederzeit ein Glas Wasser trinken können, aber täglich 2.000 Kinder an Krankheiten sterben, die durch verunreinigtes Wasser übertragen werden? Die Frage der Gerechtigkeit zieht sich durch Neven Subotićs Leben … schon lange bevor ihm dies bewusst wurde.
In den neunziger Jahren floh er mit seinen Eltern aus Jugoslawien nach Deutschland, als die Abschiebung drohte, gingen sie in die USA. Mit 17 kam er wieder, um Fußballprofi zu werden. Mit Borussia Dortmund wurde er Meister und galt als einer der besten Verteidiger der Liga. Es folgten Nächte des Rauschs, schnelle Autos, ein riesiges Haus mit Jacuzzi – aber es kamen auch Zweifel und Scham. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere entschied er, seine Leidenschaft und sein Geld denen zu widmen, die ein Leben im anderen Extrem führen müssen: Heute ermöglicht die von ihm gegründete Stiftung Menschen in Äthiopien Zugang zu sauberem Wasser. Fast seine ganze Zeit und der Großteil seines Gehalts fließen in diese Arbeit. Das Buch erzählt von einem Sportler, den das kapitalistische System Profifußball groß machte, bevor er zum gesellschaftspolitischen Aktivisten wurde. Ein Plädoyer für mehr Bewusstsein und Gerechtigkeit in einer ungerechten Welt...
Über den Autor und weitere Mitwirkende Neven Subotić, geboren 1988, spielte als Fußballprofi u.a. bei Borussia Dortmund, dem 1. FC Köln und Union Berlin und arbeitet seit 2012 für seine Stiftung. Einmal im Jahr reist er nach Äthiopien und besucht die Projekte, von denen bisher über 200 abgeschlossen wurden.
Sonja Hartwig, geboren 1985, ist Autorin. Nach dem Studium in Leipzig wurde sie an der HenriNannen-Schule ausgebildet. Sie schreibt Reportagen und Portraits, die vor allem in der ZEIT erscheinen, aber auch im Stern, im SPIEGEL und im Magazin der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht wurden. Über Kazım Erdoğan, einen Psychologen in Berlin, hat sie ein erzählerisches Sachbuch veröffentlicht (DVA).
In der ersten Hälfte des Buch war ich noch etwas zwiegespalten, denn Subotic stellt sich mir da nach meinem Geschmack etwas zu sehr als Marionette des Fußballsgeschäfts dar, der dem Gruppendruck folgend seine Freizeit mehr vor der Playstation als mit Sinn stiftenden Maßnahmen verbrachte. Aber er bringt die Überleitung zu seinem Lebenswandel in nachvollziehbare Worte. Die zweite Hälfte dreht sich dann um sein Engagement in Ostafrika mit seiner Stiftung, die in erster Linie die Trinkwasserversorgung in den ländlichen Gebieten Äthiopiens verbessert. Da packte mich Subotic dann wirklich in einer Art und Weise, dass es mir noch lange durch den Kopf gehen wird. Gebe ich wirklich alles, um die Welt zu verbessern? Ich habe auch den inneren Drang zu helfen und sinnvolle Tätigkeiten auszuüben? Was könnte ich machen, um mehr von mir zu geben? Einwenig Fleischverzicht, Radfahren und keine Kreuzfahrten unternehmen sind wirklich keine Dinge, die auch nur annährend an "alles geben" herankommen. Neven Subotic war nicht nur ein toller Verteidiger auf dem Platz, er ist auch jemand, der permanent neue Dinge in Angriff nehmen muss. Vielleicht auch getrieben durch die Eltern und ihrer Einstellung zur Arbeit. Insofern war es am Ende dann doch gut, dass er so ausführlich über seine Jugendzeit zu Beginn des Buchs beschrieb.
Neven Subotic, Ex-Fussballer mit einer Teil-Biographie, Teil Lebensführungsbuch, Teil Weltverbesserungs-Kapitalismuskritik. Seine Familie muss in den 1990er aus dem bosnisch-serbischen Teil Jugoslawiens fliehen vor dem Kreis. Er landet im Schwarzwald. Die Eltern kommen (eigentlich illegaler weise) mit Gelegenheitsjobs durch. Ende der 90er wird ihr Aufenthalt in Deutschland nicht mehr geduldet und sie gehen in die USA. Vater war immer sportlich, was auch auf die Kinder überträgt. Schwester soll Tennisprofi werden, was am osteuropäischen Übervater scheitert. Neven spielt Fußball, kommt zufällig zu allerlei Chancen, hat aber auch das nötige Talent um in der Bundesliga zu landen. Jürgen Klopp fördert ihn in Mainz und Dortmund. Nach dessen Weggang stockt auch Subotics Karriere. Eigentlich immer still, zurückhaltend und motiviert, kommt mit dem Geld und Erfolg eine Phase der Überheblichkeit und der falschen "Freunde". Da Neven aber immer misstrauisch bleibt, nichts schlimmeres. Auf der Sinnsuche entscheidet er sich nach längerer Recherche für eine gemeinnützige Stiftung, die in Äthiopien und anderen afrikanischen Ländern Trinkwasserbrunnen bohrt. Viele Sinnfragen, Kritik an den Reichtumsverhältnissen und Verzichtsrhetorik.
Kein schlechtes Buch, aber wenig neues. Mit ist das Ganze zu wenig tiefgehend und detailarm. Wäre mehr gegangen, aber vielleicht sollte es nicht zu sehr privates offenbaren und Subotic in den Vordergrund stellen. Warum dann überhaupt das Buch schreiben.
Sehr interessantes Hörbuch - ich weiß auch gar nicht so recht, was ich dazu sagen soll, denn Lob verbittet sich Herr Subotic ja mehr oder minder kategorisch. Ich mochte jedenfalls die Offenheit, mit der er über seinen Lebensweg berichtet, die Stationen, an denen er - in seinen Augen - falsch abgegebogen ist, nur um dann später einen ziemlichen U-Turn hinzulegen. Thematisch wird relativ viel abgedeckt - etwas mehr Tiefe hätte ich mir vielleicht beim Themenkomplex Fußball gewünscht, zur Kommerzialisierung des Sports, das wird eher nur angeschnitten. Dafür habe ich in Bezug auf Äthiopien wirklich viel erfahren, wurde gezwungen, mich mit Themen auseinanderzusetzen, mit denen ich bislang wenig Berühungspunkte habe. Insgesamt gesehen sind da schon viele spannende Ansätze drin, das Buch regt definitiv zum Nachdenken an, ohne dabei groß die Moralkeule zu schwingen (außer vielleicht ein bisschen im Epilog, aber selbst da ist es nicht extrem). Insgesamt gesehen gibt es dafür vier Sterne von mir.
Neven Subotic war schon als Fußballer einer meiner Lieblinge, durch sein Buch und auch die Auftritte zu seiner Stiftung habe ich ihn als Menschen immer mehr zu schätzen gelernt. Ich finde es inspiriert zum umdenken und zeigt wege auf um bei einer besseren Welt zu helfen. Ein Tolles Buch, welches mich durchgehend begeistern konnte
Ich war früher schon einmal Unterstützer der Stiftung. Nach Kontenwechsel und finanziell angespannter Situation Co dann aus den Augen verloren. Ich war immer von Nevens Art begeistert. Die Bescheidenheit ist ein hohes Gut, das ich anstrebe und doch oft im Alltag nicht erreiche. Das Buch ist von Anfang bis Ende sehr spannend, auch ganz ohne BVB Affinität. Wer BVB Fan ist, findet hier spannende Eindrücke, aber noch sehr viel mehr. Klasse. Uneingeschränkte Empfehlung. PS: meine Unterstützung für die Stiftung habe ich nun wieder reaktiviert
Ich habe selten so ein reflektiertes Buch gelesen. Ich würde das Buch in grob drei Phasen gliedern: seine Fluchtgeschichte, seine Profi-Fußballkarriere und die Gründung seiner Stiftung. In allen Phasen reflektiert er kritisch. Beispielsweise die Flüchtlingspolitik in Deutschland, den Kapitalismus des Fußballs oder die eurozentrische Herangehensweise in Ländern des globalen Südens. Er macht sich kluge Gedanken und ich habe davon profitiert.
Für mich stark angefangen und schwach aufgehört. Vielleicht weil ich mich mit Fußball kaum auskenne und die erste Hälfte dadurch neu und spannend war, während ich mich mit den Themen der zweiten Hälfte schon öfter beschäftigte.
Ich hatte mir persönlich mehr von dem Titel erhofft, vielleicht auch mal mehr aus dem Biografie Stil rauszubrechen und recherchieren, wo jeder einzelne zur Veränderung beitragen kann.
Neven Subotic ist den meisten als Fussballer bekannt, der bei Stationen wie Mainz 05 oder Borussia Dortmund als einer der besten Innenverteidiger Deutschland gilt. All das erfüllt ihn nur halb. Das Luxusleben, von dem er denkt, dass er es leben muss, kann ihm nicht das geben, was tief in seinem Inneren verankert ist. Scham und Zweifel gewinnen die Oberhand und Neven merkt, dass es eine Sache gibt, die ihm viel mehr wert ist, als alles Geld der Welt. Das Gefühl, anderen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, indem er mehr tut, als nur der Fussballer Neven Subotic zu sein. Er gründet eine Stiftung, die sich hauptsächlich darauf konzentriert Schulen und Trinkwasserbrunnen in Afrika zu bauen, um den Menschen dort ein besseres Leben zu bieten. Aufkommende Kosten zahlt er aus eigener Tasche, bekommt so endlich das Gefühl, etwas Gutes damit zu tun. Und er ist oftmals selbst vor Ort, um sich ein Bild von dem zu machen, was er in die Wege geleitet hat. Um die Menschen und die Umgebungen kennenzulernen, um noch mehr zu helfen.
Das Buch beschreibt nicht nur Nevens Leben jetzt, sondern auch den steinigen Weg dorthin. Von der Flucht aus Jugoslawien, über ein Leben in New York hinweg und bis zu dem Zeitpunkt, an dem er in Deutschland als Fussballer die Herzen der Fans erobern konnte. Neven Subotic hat eine unglaubliche Persönlichkeitsentwicklung hinter sich und ist doch immer er selbst geblieben, so komisch das jetzt auch klingt. Dieses Buch ist eine echte Leseempfehlung für alle, die hinter die Fassade eines Fussballers schauen will, der dankbar für das ist, was er erreicht hat. Und dem genauso viele Menschen dankbar sind, für dass was er ihnen mit ihrer Stiftung ermöglichen kann. Und auch weiterhin wird.
Tolles Buch, ja, aber was ist das Herausragendste an ihm? Vermutlich die Ehrlichkeit und Offenheit des Autors in Bezug auf seine Fehler und sein Verhalten in der gar nicht so weit entfernten Vergangenheit.
Den meisten von uns fällt es oft schwer, sich eigene Fehler einzugestehen, geschweige denn diese auch noch gegenüber anderen zuzugeben. Dem Autor gelingt genau das in diesem Buch sehr überzeugend. Er beschreibt wie er, selbst aus bescheidenen Verhältnissen stammend, dank harter Arbeit und ein paar glücklicher Zufälle zu unerwartet viel Berühmtheit und Vermögen kam. Und wie er aufgrund zweifelhafter Vorbilder damit umzugehen lernte. Ein kopiertes Verhalten, das ihm heute absurd und lächerlich erscheint.
Neven's Geschichte ist eine wertvolle Erinnerung an die wahren, wertvollen Werte in unserem kurzen Leben.
Alles hängt mit allem zusammen. Und dafür lohnt es sich, alles zu geben!
An sich ein nettes Buch und Neven Subotić, von dem ich vor dem Buch noch nie gehört hatte, ist mir richtig sympathisch geworden. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, was vermutlich auch zu der Sympathie beigetragen hat, da er das Buch selbst vorliest.
Ungefähr die erste Hälfte des Buches handelt von seiner Kindheit, dem Beginn seiner Fußballkarriere und allem, was so dazu gehört. Zugegeben: Vieles davon hat mich persönlich nicht interessiert, aber gerade seine Herkunft zeigt, wieso er so bodenständig ist.
Ich habe die etwas intensivere Auseinandersetzung mit der Ungleichheit vermisst, die ich beim Lesen der Inhaltsangabe erwartet hatte. Gerade diese Auseinandersetzung durch einen Fußballspieler war für mich aber der eigentliche Grund, warum ich das Hörbuch überhaupt angehört habe.
Sehr inspirierend. Es geht um seine Flüchtlingsgeschichte, seine Kindheit/Jugend,seine Fußballerkarriere und seine Stiftung. Man merkt das er je älter er wurde, desto mehr er seine Art zu denken und das System des Fußballs zu hinterfragen beginnt. Am meisten hat mir das Kapitel darüber wer eigentlich zivilisiert ist. Ich habe mich danach gefragt warum uns die Menschen in Afrika immer als so bedürftig hingestellt werden, wenn sie unsere Luxusgüter herstellen.
Diesem Buch wünsche ich viele Leser*innen! Man muss kein Fußballfan sein, um Zugang zu diesem Buch zu finden.
Die Geschichte eines Mannes, der seinen Sinn des Lebens sucht - und findet. Ein Mann, der auch Fehler gemacht hat, aber sich immer wieder reflektiert und ehrlich zu sich selbst ist. Ein Mann, der mehr als "nur der Fußballer" ist.
Spannende Einblicke in die Welt des Profi-Sports und was wir eigentlich abfeiern an Sportlern und worum es wirklich geht. Der Author teilt private Eindrücke, Reflektionen und wie er einen Unterschief machen möchte.
Anders als erwartet. Weniger Sport, mehr gesellschaftliches Engagement, was beim Lesen aber absolut schlüssig ist. Tiefgründig, bewegend und inspirierend.
Auf der Suche nach Vollkommenheit und einem Beitrag für die Welt erzählt Neven Subotic seine Geschichte. Habe ihn als Dortmund Spieler gehasst. Was sich jedoch hinter dem Fußballer für ein Mensch verbirgt hätte ich nie gedacht. Eine tolle Hommage an alle die die wirklich was verändern wollen, gerade wenn man so im Mittelpunkt der Gesellschaft steht und viel von einem erwartet wird.