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Wunderfrauen-Trilogie #1

Quello che il cuore vuole

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Germania, 1953. L’ombra della guerra finalmente comincia a dissiparsi, il paese affronta un nuovo inizio colmo di speranza. Luise Dahlmann vuole essere più di una semplice moglie e casalinga, sogna il suo piccolo negozio di alimentari, lo vede già davanti a sé: un lungo bancone con grandi barattoli di dolci, un frigorifero per i prodotti freschi, torte burrose, calze di seta, panini fragranti ogni mattina...
La cosa che più le dà gioia è poter essere finalmente indipendente, grazie a una discreta somma di denaro lasciatale in eredità dalla suocera. Desidera essere se stessa e per la prima volta, dopo tanto tempo, osa fare qualcosa di suo. Il cammino di Luise si intreccerà a quello di altre tre donne: Annabel von Thaler, ricca moglie del medico della porta accanto, Helga Knaup, giovane infermiera, e Marie Wagner, rifugiata originaria della Slesia, da dove è stata espulsa. In questi anni segnati dal miracolo economico e da nuovi e inediti inizi, hanno tutte un desiderio in comune: tornare a essere felici.
Tra amore, amicizia ed emancipazione femminile, l’autrice di bestseller tedesca Stephanie Schuster narra i destini di quattro donne in movimento verso un nuovo mondo, alternando i loro punti di vista in una narrazione irresistibile e coinvolgente.

432 pages, Kindle Edition

First published August 1, 2020

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Stephanie Schuster

18 books6 followers

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Displaying 1 - 30 of 75 reviews
Profile Image for Elena.
1,041 reviews418 followers
March 3, 2021
Starnberg, Bayern, 1953: Endlich wieder glücklich sein - das wünschen sich Luise, Helga, Marie und Annabel. Während Luise von ihrem eigenen Laden und so von ihrer Selbstständigkeit träumt, möchte sich Helga aus den Fängen ihrer strengen Eltern befreien. Marie musste von ihrem Gutshof in Neuschlesien fliehen und sucht in Starnberg nach Arbeit. Annabel wacht derweil mit Argusaugen über ihren Sohn - und kämpft um die Anerkennung ihres Arztgatten. Nach und nach kreuzen sich die Wege der vier Frauen immer wieder und verweben sich miteinander...

"Die Wunderfrauen -Alles was das Herz begehrt" ist der Auftaktband der historischen Roman-Trilogie rund um Luise, Helga, Marie und Annabel. Band 1 spielt in den 1950er Jahren und fängt die Stimmung der Menschen in der Nachkriegszeit perfekt ein. Der Schauplatz des Romans ist ganz zauberhaft, die ländliche Gegend und die Beschreibungen dieser waren so bildhaft, dass ich mir alles schön vorstellen konnte. Stephanie Schuster verbindet dabei Fiktion mit realen Ereignissen wie das "Wunder von Bern" oder die Sonnenfinsternis, was mir sehr gut gefallen hat. Auch die vier Frauen waren mir wirklich sympathisch und ich habe mit großer Freude ihre Geschichten verfolgt. Alle Erzählstränge und Protagonist*innen haben mich sehr gefesselt, an Spannung hat es da nie gemangelt.

Besonders gelungen waren für mich die Einträge in Luises Ladenkunde. Es finden sich alte Rezepte, Ideen für ihren Tante-Emma-Laden und kleine Anekdoten der Kundinnen, aber auch viel Zeitgeschehen. Das hat dem Roman eine besondere Note gegeben.

Leider hat eine Sache mein Lesevergnügen aber sehr getrübt: Die Autorin verwendet in ihrem Roman sehr, sehr oft das N-Wort, zudem zieht sie Vergleiche bezüglich der Hautfarbe mit Lebensmitteln, die ich hier nicht reproduzieren möchte. Das hat mich massiv gestört und mich teilweise regelrecht zusammenzucken lassen. Ich kann mir vorstellen, dass Stephanie Schuster diese rassistischen Ausdrücke aus Gründen der Authentizität nutzt. Trotzdem kommen sie im Roman völlig unkommentiert daher. Ich wünsche mir einen sensibleren Umgang mit dem N-Wort oder noch besser die komplette Vermeidung dieses rassistischen Ausdrucks.

Es ist wirklich schade, dass heute noch eine solche sprachliche Ausgestaltung eines Romans gewählt wird - vor allem im Hinblick darauf, dass das Buch an sich eine wirklich schöne Geschichte beinhaltet. Ich werde die Reihe weiterlesen, weil ich die vier Frauen ins Herz geschlossen habe, hoffe aber gleichzeitig, dass die Autorin, aber auch das Lektorat des Verlags die Verwendung rassistischer Sprache überdenken. So hinterlässt "Die Wunderfrauen - Alles was das Herz begehrt" doch einen etwas faden Beigeschmack bei mir und ich muss eine Triggerwarnung für das N-Wort und andere rassistische Ausdrücke aussprechen.
Profile Image for Gitti.
1,167 reviews
July 29, 2020
Starnberg im Jahr 1953. Die Wunderfrauen sind vier Frauen, die versuchen in den Zeiten des Wirtschaftswunders ihre Träume zu leben, ihre Ängste zu besiegen und in die Zukunft zu schauen. Louise überredet ihren Mann sie einen kleinen Gemischtwarenladen eröffnen zu lassen. Helga bricht mit ihren Eltern und beginnt eine Ausbildung zur Krankenschwester, Marie kommt auf ihrer Stellensuche auf dem Hof von Louises Brüdern unter und Annabel fürchtet um ihre Ehe.

Abwechselnd begleiten wir die vier Frauen durch die Jahre 1953 und 54 bis zum WM-Sieg der deutschen Fußballer. Dadurch, dass die Vier ganz unterschiedliche Charaktere haben und jede mit anderen Problemen zu kämpfen hat, zeichnet die Autorin ein breit gefächertes Bild der deutschen Nachkriegsgesellschaft. Auch die Vergangenheit spielt immer wieder eine Rolle, Marie ist aus Schlesien vertrieben worden, Helgas Eltern waren wohl in Nazigeschäfte und Judenvertreibungen verwickelt und Louise hat eine Zeitlang als Köchen in einem Lager für Displaced Persons gearbeitet.

Aufgelockert wird das Ganze immer wieder durch die Notizen Louises in ihre diversen Merkhefte, die sie zum Führen ihres Ladens anlegt.

Mir hat das Buch gut gefallen, am liebsten waren mir Marie und Louise. Helga war mir teilweise zu egoistisch und Annabell zu unsicher. Aber im Laufe der Geschichte lernt man alle so gut kennen, dass die Defizite hinter den liebenswerteren Eigenschaften verschwinden. Schade fand ich, dass Annabelle am Ende eigentlich zur Nebenfigur verkommen ist und nur noch aus der Sicht von Helga und Louise auftaucht. Was manch norddeutschen Leser etwas verwirren dürfte, sind die Passagen in denen breit bayerisch „gesprochen“ wird. Für Leser, die den Dialekt nicht kennen oder gar beherrschen mag sich das wohl wie eine Fremdsprache lesen. Selbst ich habe gelegentlich mit geschriebenem Dialekt Probleme, obwohl ich ihn mündlich gut verstehe, da ich ja selbst in München aufgewachsen bin.

Alles in allem war es ein schönes Buch, das bei mir auch Kindheitserinnerungen an Ausflüge zum Starnberger See wachgerufen hat. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es mit den Vieren denn weitergehen wird. Die Leseprobe zu Band zwei war schon mal ganz vielversprechend.
Profile Image for Geli.
246 reviews11 followers
January 2, 2021
Grundsätzlich ein spannendes Setting, mich hat aber das Hin- und Hergespringe gestört, die Geschichte kam erst spät in Fahrt. Das Ende macht neugierig auf die Fortsetzung.
Schön fand ich die historische Einordnung mit Ereignissen wie den ersten Fernsehapparat, Telefone für Privathaushalte und natürlich die Fußball-Weltmeisterschaft. Auch die Notizen aus Luise Dallmanns Aufzeichnungen fand ich interessant und auflockernd.
Profile Image for Lissanne.
218 reviews1 follower
December 3, 2022
Auteur Stephanie Schuster beschrijft in Alles wat je hart begeert hoe het was in Duitsland in de jaren ‘50. Ze is de archieven ingedoken om de details zo goed mogelijk op papier te krijgen. Dit boek, vertaald door vertaalster Davida van Dijke, schijnt een licht op hoe vier vrouwen hun leven weer oppakken na de oorlog.

In dit boek volgen we het leven van 4 vrouwen in Duitsland die na de oorlog weer langzaamaan hun weg vinden. Luise Dahlman heeft net afscheid genomen van haar schoonmoeder en kan eindelijk aan de slag met een gekoesterde droom: het openen van een winkel op haar onderverdieping. De uit Pruisen gevluchte Maria Wagner vindt onderdak op de boerderij van Luise’s broer Martin. Jonge verpleegkundige in opleiding Helga Knaup vecht voor haar plek op de opleiding en Annabel Thaler, de doktersvrouw die tegenover Luise woont, ziet de komst van Luise’s winkel maar een beetje achterdochtig aan.

Deze vier dames uit compleet andere sociale klimaten krijgen omstebeurten een hoofdstuk toegewijd, waardoor je ze goed leert kennen. Je leest in hun hoofdstukken niet alleen over hun eigen leven, maar je ziet soms ook een van de andere dames langskomen. Één van de hoofdthema’s is dan ook de ontluikende zelfstandigheid die elk van de dames door gaat maken. Een beetje extra inzicht in het verleden van de hoofdpersonages zou wel hebben geholpen, maar de auteur focust zich erg op de ontwikkeling van de vrouwen vanaf de start van het verhaal.

Het verhaal begint met een gymnastiekles in de winkel van Luise, gegeven door Helga, waar Marie gezellig meedoet. Daarna gaan we terug in de tijd en zien we hoe de dames vriendinnen worden. Schuster heeft een prettige egale schrijfstijl, maar dat egale kan soms leiden dat het verhaal eentonig aanvoelt. Ondanks de vele gebeurtenissen die de vier dames doormaken, valt het verhaal soms in een sleur. Er gebeurt dan niet heel veel spannends, wat ervoor kan zorgen dat je als lezer wat verveeld raakt tijdens het lezen. Gelukkig kan Schuster het goed oppakken door weer een spannende gebeurtenis te introduceren, waardoor het boek weer een beetje op gang komt.

Wanneer je een verhaal over het verleden schrijft kun je er bijna niet omheen, maar er zijn een aantal scènes in dit boek waarin racisme, discriminatie en zelfs verkrachting een hoofdrol spelen. Hoewel deze thema’s niet expliciet benoemd worden, weet je als lezer goed wat er aan de hand is. Er zijn daarnaast duidelijke tekenen van de denazificatie van Duitsland en merk je dat sommige personages zelfs lang na de oorlog nog heel wantrouwend zijn. Gelukkig zijn er een hoop blije omstandigheden die deze negatieve thema’s weer een beetje optrekken, zoals de geboorte van een baby en ontluikende liefde. Schuster zich goed ingelezen in de tijdsperiode want ze schrijft met veel gusto over de eerste tv en het WK waarin Duitsland zich toch aardig ver wist te schoppen.

Al in al was het concept heel intrigerend, maar was de uitvoering ietwat teleurstellend. Door de langzame stukken in het verhaal ben je als lezer soms wat minder geïnteresseerd in het boek, terwijl dit met zo’n mooie cast aan personages en grote selectie aan gebeurtenissen toch anders zou mogen zijn. Aan de andere kant eindigt het boek met een cliffhanger, waardoor je stiekem toch weer benieuwd bent naar wat er is gebeurd, hoe je het boek ook vond.
Profile Image for Alexandra - Alexs books and socks.
838 reviews35 followers
October 14, 2022
Wondervrouwen. Een titel die klinkt en die meteen je aandacht trekt want willen we niet allemaal wondervrouwen zijn? Of beter gezegd, zijn we niet allemaal wondervrouwen? In dit boek volgen we vier vrouwen waarvan hun verhalen mooi met elkaar verwerven zijn.

Die verweving brengt de auteur op een heel leuke manier door afwisselend een ander personage aan het woord te laten. Zo zie je een gebeurtenis dus uit verschillende hoeken en kanten wat het verhaal en de karakters van de personages heel gedetailleerd maakt. (Zonder té gedetailleerd te worden.)

Ook schrijft auteur heel vlot, de vele personages en gebeurtenissen worden nooit te veel of verwarrend. Zit er heel erg veel ‘diepte’ in dit verhaal, dat misschien niet maar zeer zeker meer dan voldoende om met de personages en de verhaallijnen mee te voelen en leven.

Het eindigt met best wel een cliffhanger dus ik moet gewoon het volgende boek gaan lezen. Ik wil ook gewoon echt dat volgende deel lezen want deze vier vrouwen zijn samen en apart, zijn op de manier hoe ze tegenslagen verwerken, hoe ze zich doorheen het leven duwen, absoluut wel wondervrouwen.

Met herfstweer op komst is dit boek nog meer een aanrader. Dit boek, een dekentje, kopje lekkere thee,… ideaal.
Profile Image for Catia.
93 reviews1 follower
September 6, 2020
Zum Inhalt (Klappentext):

„Darf‘s ein bisschen mehr sein?“ 1953, zu Beginn der Wirtschaftswunderjahre, träumt Luise Dahlmann von ihrem eigenen kleinen Lebensmittelgeschäft. Hier soll es nach Jahren des Verzichts wieder alles geben, was das Herz begehrt. Sie sieht es schon vor sich: die lange Ladentheke mit großen Bonbongläsern darauf, eine Kühlung für Frischwaren, Nylonstrümpfe, buttriger Kuchen, sonntags frische Brötchen … und das Beste daran: endlich eigenständig sein. Endlich nicht mehr darüber nachdenken, warum ihre Ehe nicht so gut läuft, endlich sie selbst sein und etwas wagen.
Drei Frauen werden immer wieder Luises Weg kreuzen: Annabel von Thaler, die wohlhabende Arztgattin von nebenan, die junge Lernschwester Helga Knaup und Marie Wagner, geflohen aus Schlesien. Sie alle haben in den Zeiten des Aufbruchs und des Neubeginns einen gemeinsamen Wunsch: Endlich wieder glücklich sein.


Meine Meinug:

Ich lese gerne historische Romane über den Anfang des 20. Jahrhunderts, also die dann vor allem den 1. oder 2. Weltkrieg behandeln. Deswegen fand ich es mal spannend, ein Buch über die Nachkriegszeit zu lesen. Spannend finde ich außerdem, dass dort vier verschiedene Frauen im Mittelpunkt stehen. Ich finde Geschichten über starke Frauen immer gut und da kann es meiner Meinung nach nicht genug von geben.

Der Einstieg in das Buch ist mir soweit ganz gut gelungen. Der Prolog deutete auf einen späteren Zeitpunkt in der Geschichte hin, wodurch meine Neugierde geweckt wurde. Auch wenn ich dann schon wusste, dass alle Protagonisten zusammen kommen und was sie dann zusammen machen, fand ich es sehr spannend den Weg bis dahin zu lesen.

Erzählt wird in der 3. Person erzählt, die Sicht der Hauptperson wechselt aber immer wieder, wodurch der Fokus auf ein Charakter liegt. Eine Ausnahme bildet eben der Prolog und der Epilog. Der Schreibstil ist meiner Meinung nach passend zu dem Jahrzehnt, in dem es spielt, auch wenn ich mich historisch da nicht so gut auskenne.

Am Anfang begleitet man die Frauen in ihren Kapiteln einzeln. Da sind die Berührungspunkte zu den anderen Frauen noch gering. Das ändert sich dann mit dem Verlauf der Geschichte. Nichts desto trotz bleibt es dabei, dass das Kapitel, dass zu einem Charaktere gehört, weiterhin auch ihr gehört. Es wird dann nur ihre Gedanke und Gefühle wiedergegeben. Außerdem liegt ein Fokus auf Luise Dahlmann als Charaktere, was aber in Ordnung ist, da ich sie recht sympatisch finde. Am interessantesten fand ich Marie, aber ich denke, dass jeder da so sein Liebling haben wird.

Womit ich nicht ganz so gut zurecht kam, war mit den Sprüngen in der Geschichte. Da zwischen den Charaktere hin und her gesprungen wird, zeitlich aber zeitgleich bei einer anderen Frau was anderes wichtiges passiert, reist man in der Zeit immer mal wieder ein Stück zurück. Das hätte für mein Geschmack die Autorin anders lösen können. Irgendwie fand ich es manchmal schweirig, den genauen Zeitablauf in meinem Kopf zusammen zu bekommen.

Sonst begleitet man als Leser das Leben der Frauen. Das ist wirklich sehr interessant und spannend. Jede hat ihre eigene persönliche Probleme, die sie bekämpfen muss. Das Schöne an diesen Buch: Die Frauen halten zusammen und helfen sich gegenseitig. Auch andere Themen wurden angesprochen. Sei es die Nachwirkung von Hitlers Herrschaft, die Auswirkung der Besetzung in Deutschland, die Rolle der Juden in der Nachkriegszeit usw. Das fand ich wirklich alles sehr interessant und ich hatte das Gefühl, dass die Autorin gut recherchiert hat.

Gut gefallen hat mir auch, dass die Charaketere, auch wenn sie sie sich immer wieder abgewechselt haben, Tiefe hatten. Ich konnte sie gut greifen, ihre Gefühle und Probleme verstehen. Das finde ich immer wichtig, da diese Geschichte vor allem wegen der Charaktere lebt. Die Handlung an sich ist natürlich auch nicht unwichtig und da passier auch einiges, aber die Charaktere stehen eindeutig im Mittelpunkt.

Mir hat an diesen Buch leider das Ende nicht sehr gut gefallen. Es ist super offen und die Fortsetzung, die im nächsten Jahr rauskommt, spielt laut der Leseprobe einige Jahre später. Das finde ich ein bisschen blöd. Auch während dieser Geschichte gab es ein größeren Zeitspung von mehreren Monaten, wo dann erzählt wurde, was in den vergangenen Monaten passiert ist. Diese Lösung hat mir persönlich auch nicht so gut gefallen, da ich wieder eine Distanz zu den Geschehnissen verspürt habe.

Insgesamt ist es aber ein tiefgründiges Buch mit tollen Charaktere. Die Fortsetzung werde ich mir auf gar keinen Fall entgehen lassen. Für Fans von historischen Romane, die sich für eine Zeit interessieren, die gar nicht so weit weg ist, aber doch sehr vieles anderes, natürlich auch die Rolle der Frau, ist hier definitiv an der richtigen Stelle.
Profile Image for travelartandbookblogger .
120 reviews5 followers
March 7, 2021
Triggerwarnung: Die Wunderfrauen Band 1 reproduziert unkommentiert rassistische Sprache, die sich vor allem gegen BIPOC aber auch gegen Sinti und Roma richtet.



Triggerwarnung: Die Wunderfrauen Band 1 reproduziert unkommentiert sexistische und misogyne Sprache, außerdem werden zwei Vergewaltigungsszenen geschildert und es findet eine Täter-Opfer-Umkehr statt.



Triggerwarnung: Die Wunderfrauen Band 1 verharmlost den Holocaust.



Triggerwarnung: Die Wunderfrauen Band 1 enthält behindertenfeindliche Äußerungen und bedient sich unkommentiert nationalsozialistischen Vokabulars.



Triggerwarnung: Die Wunderfrauen Band 1 beinhaltet Homophobie.



Die Wunderfrauen - Alles, was das Herz begehrt von Stephanie Schuster erschienen im August 2020 im Fischerverlag ist ein historischer Roman, der in den Jahren 1953 und 1954 in Starnberg bei München spielt. Erzählt werden die Schicksale von vier so genannten Wunderfrauen: Luise Dahlmann, Inhaberin eines Lebensmittelgeschäfts, Helga Knaup, Tochter aus reichem Hause, die ihren Weg alleine als Krankenschwester bestreiten möchte, Annabel von Thaler, die adelige Arztgattin der Klinik, in der Helga arbeitet und schließlich Marie Wagner, die aus ihrer Heimat Schlesien vertrieben wurde.



Mir ist es aufgrund der bereits angesprochenen triggernden Thematiken nur schwer gelungen, mich auf die Geschichte an sich einzulassen. Dabei hätte der Roman wirklich Potential gehabt. Die Beschreibungen der technischen Errungenschaften zu dieser Zeit, wie beispielsweise Telefon und Fernsehen, die Parallelen zur WM 1954 oder die Einblicke in das Gefühlsleben von Kriegsheimkehrern - all das wurde durch die unkommentierte und mehrfache Verwendung des N-Worts und des Z-Worts und durch Vergleiche mit braunen Lebensmitteln, sowie durch die feindlichen Aussagen gegenüber Behinderten, Homosexuellen und Frauen zunichte gemacht.



Am allerschlimmsten fand ich, dass der Roman versucht hat, die Schuld der Deutschen zu relativieren auf Kosten einer Verharmlosung des Holocausts. Ja, es mag sein, dass der ein oder andere nicht freiwillig gehandelt hat oder keine andere Wahl gesehen hat, und auch, dass die deutsche Bevölkerung unter den Besatzungsmächten gelitten hat, sowie die Schlesier durch die Vertreibung - aber warum muss man das in Bezug zum Völkermord an den Juden setzen?



Authentizität ist keine Rechtfertigung für Rassismus, Antisemitismus, Misogynie, Ableismus und Homophobie, auch wenn es sich um einen historischen Roman handelt, sollte im Jahr 2020 bzw. 2021 ein Verlag so viel Verantwortungsbewusstsein besitzen, diese Inhalte nicht in so einer Form einfach wiederzugeben ohne diese kritisch einzuordnen.
Profile Image for Maria.
630 reviews14 followers
September 4, 2020
"Die Wunderfrauen" von Stephanie Schuster begleitet vier Frauen in den frühern 50er Jahren: Luise, Marie, Helga und Annabel. Dieser Band ist der erste Teil einer Trilogie.

Die vier (Wunder)Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Umso interessanter, dass sich ihre Lebenswege kreuzen. Die Story wird aus allen vier Perspektiven erzählt, so dass man als LeserIn immer wieder kapitelweise zwischen den Damen hin und her wechselt. Spannend ist, dass der zeitliche Ablauf mit einem Perspektivwechsel immer wieder unterbrochen wird. So liest man einige Gegebenheiten und die Hinführung darauf aus unterschiedlichen Perspektiven doppelt. Das kann beim Lesen etwas verwirren und umständlich erscheinen, ich habe mich hingegen doch schnell daran gewöhnt und habe es nicht als störend empfunden.

Durch den steten Perspektivwechsel konnte ich einen guten Einblick in alle Denkweisen der Charaktere erhalten. Luise, Marie, Helga und Annabel waren allesamt vielschichtig und facettenreich dargestellt. Auch die Nebencharaktere waren ausreichend detailliert beschrieben, um nicht sofort wieder von der Bildfläche zu verschwinden. Insgesamt haben mir die Charakterdarstellungen in diesem Buch sehr gut gefallen. Nicht alle Charaktere sind mir besonders sympathisch, aber so ist es nunmal in der Welt. Andere Charaktere haben innerhalb der Handlung spannende Wendungen gezeigt und sich entwickelt.

Die Handlung an sich hat mir auch gut gefallen. Die einzelnen Erzählstränge haben gut ineinander gegriffen und sich ergänzt, so dass die vier Perspektiven zu einer homogenen Handlung zusammengeschmolzen sind. Die Spannung ist zwischen den vier Leben, die nun unabdingbar miteinander verflochten sind, hin und her gewechselt, so dass es nie langweilig wurde. Ich hatte nur selten den Eindruck unnötige Längen oder Ausführungen zu lesen.
Profile Image for Fiona Mathijsen.
194 reviews1 follower
January 13, 2023
Het boek gaat over 4 vrouwen: Luise, die droomt van een eigen kruidenierswinkel om niet meer afhankelijk te zijn. Annabel de vrouw van de dokter. Helga, de student-verpleegkundige en Marie, die gevlucht is. Het verhaal speelt zich af in 1953, er is een nieuwe tijd aangebroken en ze willen allemaal weer gelukkig zijn.

 

Ieder hoofdstuk lees je over een van de 4 vrouwen. Het verhaal begint met een gymnastiekles in de kruidenierswinkel en dan maakt het verhaal een sprong in de tijd, naar het verleden. Daar lees je alles over de geschiedenis van de 4 vrouwen en hoe ze bevriend zijn geraakt. Je leert ze gaandeweg goed kennen en je ziet ook hoe verschillende de 4 vrouwen zijn. Ieder heeft zijn eigen sterke kant.

In het begin moest ik echt wennen aan de 4 verhalen, normaliter vind ik dit geen probleem, maar er kwam zoveel informatie over de 4 in voor, dat ik soms niet wist wie, wie ook alweer was. Toch was ik geboeid om door te lezen en vooral richting het einde kwam ik pas echt in het verhaal. Het einde is een open einde en maakt dat ik zeker deel 2 wil gaan lezen. Want hoe dan ook moet ik weten hoe het verder gaat.

 

Wij kunnen het ons niet voorstellen hoe het is om te leven na een oorlog, door dit boek krijg je wel een idee.

☆3,5
Profile Image for luisa.
697 reviews1 follower
January 31, 2022
tw: sexuelle gewalt
tw: rassismus
tw: ableismus

es war an sich angenehm zu lesen aber einen richtigen plot ausser das leben der vier hauptdarstellerinnen gab es jetzt nicht

+ ein historischer roman OHNE verwendung des n-wortes ob es das gibt
(ja ich weiss es soll "realistisch" für die zeit sein etc aber kann man das nicht auch anders regeln 🙃)
338 reviews2 followers
August 9, 2022
Een heel leuk begin van een trilogie, alleen zo jammer dat het een JAAR!! duurt voordat het 2e deel uitkomt....
Profile Image for Titan_Tine.
94 reviews1 follower
September 26, 2025
3,5 Sterne
Kurzweilige Geschichte von vier Frauen in den 50er Jahren
Profile Image for Corinna.
114 reviews21 followers
March 17, 2021
Eine unterhaltsame und spannende Geschichte über vier Frauen, die nicht unterschiedlicher hätten sein können und doch miteinander verwoben.
Profile Image for Nicole Kuiper.
58 reviews
April 8, 2023
Zo mooi! Het leven van vier verschillende vrouwen komt samen in het naoorlogse Duitsland. Achterin leesclubvragen die mij nog meer aan het denken hebben gezet over dit boek. Heel benieuwd naar deel 2 (verschijnt juni 2023) en deel 3 (verschijnt 2024)).
Profile Image for Dani_liest.
430 reviews29 followers
Read
February 27, 2021
„Die Wunderfrauen“ von Stephanie Schuster hat mich angesprochen, da die Geschichte in den 50er Jahren beginnt. Ich habe schon viele Romane gelesen, die vor und während des zweiten Weltkriegs spielen, über die Zeit danach noch nicht so viele. Dabei sind gerade die 50er eine spannende Epoche. Der Krieg war vorbei, die Menschen hatten wieder Perspektiven und genossen die neue Freiheit, endlich wieder tun und lassen zu können, was sie wollten. Gleichzeitig ist das braune Gedankengut noch in vielen Köpfen verankert.
Stephanie Schuster spinnt ihre Geschichte rund um vier Frauen in einem kleinen Dorf in Bayern. Das Cover hatte mir assoziiert, dass es sich hier um Freundinnen handelt. Zunächst einmal kennen sich die Vier allerdings nicht. Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht der jungen Frauen, erzählt.
Insbesondere Marie und Luise habe ich sehr schnell in mein Herz geschlossen. Marie, eine ehemalige Gutshoftochter, die durch die Flucht alles verloren hat, hat mir durch ihren Optimismus imponiert. Mutig wirft sie sich in ein neues Abenteuer und gibt ihrem Leben eine neue Richtung.
Luise hat jung geheiratet. Eine überraschende Erbschaft macht es hier möglich ihren Traum von einem eigenen Tante Emma Laden zu verwirklichen.
Auch die quirlige Helga, der das Leben immer wieder Steine in den Weg wirft, mochte ich sehr gerne.
Annabel hat auf den ersten Blick etwas hartes, missgünstiges an sich, was sie weniger sympathisch macht. Hinter der harten Schale ist sie jedoch einfach ein einsamer Mensch, der sich nach Freunden sehnt. Insbesondere auf ihre Charakterentwicklung bin ich im nächsten Band sehr gespannt.

„Die Wunderfrauen“ hat mich von der ersten bis zu letzten Seite in den Bann gezogen. Manchmal musste ich ein wenig schmunzeln, weil der Erzählstil sehr detailliert ist, gleichzeitig wirkt die Geschichte gerade deswegen so real wie ein Film. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen und fühlte mich wie mitten dabei. Immer wieder streut Stephanie Schuster Kleinigkeiten ein, die den Zeitgeist widerspiegeln und aus denen man etwas lernen kann. Ich fand es zum Beispiel sehr interessant, dass die Auffanglager für Heimatlose erwähnt wurden. Darüber hatte ich mir noch keine Gedanken gemacht. Nun würde ich gerne mehr darüber erfahren. Außerdem hat mich das Buch angeregt, mich über die Aufstände des 17. Juni zu informieren.
Neben den politischen Informationen lernt man hier auch ganz alltägliche Sachen über die 50er. Zum Beispiel fühlt es sich heutzutage so hipp an, wenn man an einer Plank-Challenge teilnimmt. Dabei wurde diese Übung – damals noch unter dem Namen Unterarmstütz – schon vor 70 Jahren praktiziert. Spannend fand ich auch die Preisgestaltung im Tante Emma Laden. Heringssalat, bekam man quasi hinterher geworfen während eine Dose Ananas so viel wie heute bzw. sogar mehr kostetet.

Ich war richtig traurig, als ich am Ende angekommen war. Im Anhang ist das erste Kapitel des zweiten Bands bereits abgedruckt. Hier werden schon einige Fragen aufgeworfen und es endet an einer so spannenden Stelle, dass ich am liebsten sofort weiterlesen würde.
Von mir bekommt „Die Wunderfrauen – Alles was das Herz begehrt“ eine klare Leseempfehlung.
Profile Image for Jessica.
266 reviews2 followers
February 3, 2021
4,5 Sterne

"Du beschäftigst einen Kriminellen in deiner Geburtsklinik?"
"Ist jemand kriminell, nur weil er liebt, wen er liebt?"

Ein echt tolles Buch! Ich habe super viel über die Nachkriegszeit und der Alltag der Frauen gelernt. Auch die Notizen zwischendrin waren sehr interessant! Interessant fande ich auch den Buchaufbau und wie die Frauen in Beziehung zueinander stehen. Ich hätte aber keine Fortsetzung gebraucht, wenn das Buch noch 4-5 Kapitel mehr gehabt hätte..
Profile Image for Havers.
902 reviews21 followers
August 1, 2020
Anfang/Mitte der fünfziger Jahre gehören die dunklen Kriegstage der Vergangenheit an. Es ist eine Zeit des Aufbruchs, eine Zeit, in der sich die Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse ankündigt. Oft nur in kleinen Schritten, aber es ist ein Anfang. Besonders für Frauen, die in den Kriegstagen ihre Courage und ihren Einfallsreichtum bewiesen haben. Nachfolgenden Generationen werden diese Jahre als die Zeit des „Wirtschaftswunders“ im Gedächtnis bleiben.

Und genau in diesem Zeitraum beginnt der erste Band der Wunderfrauen-Trilogie, in deren Zentrum vier Frauen stellvertretend für unterschiedliche Lebensläufe und Ausgangsvoraussetzungen stehen. Sie haben Visionen, schmieden Pläne, wollen mehr vom Leben als Küche, Kinder, Kirche und setzen deshalb alles daran, ihre Träume Wirklichkeit werden zu lassen.

Die Autorin schreibt flüssig und gut zu lesen. Keine Angst, das ist nicht trivial, da immer wieder zeitgeschichtliche Fakten eingeflochten werden, die mit der Handlung verknüpft sind und manchmal für ungläubiges Kopfschütteln sorgen. Aber auch die Gräueltaten der Nationalsozialisten sowie der russischen und amerikanischen Armee werden thematisiert.

Erzählt wird abwechselnd aus den Perspektiven der Protagonistinnen in personifizierten Kapiteln, wobei sich die minimalen Überschneidungen im Rahmen halten. Das sorgt nicht nur für Abwechslung sondern erleichtert auch die Zuordnung und animiert zum Weiterlesen. Auszüge aus fiktiven Notizbüchern (Überlegungen, Anekdoten etc.) runden das Ganze ab.

Eine unterhaltsame Zeitreise, die jede Menge Erinnerungen geweckt hat. Und natürlich bin ich schon sehr gespannt, wie es mit Luise, Helga, Marie und Annabel weitergeht (Bd. 2 erscheint Ende Februar 2021).
Profile Image for Ellemir.
272 reviews6 followers
October 29, 2021
Vom Thema her hat das Buch mir sehr gut gefallen - verschiedene Frauenschicksale in der Nachkriegszeit und die Möglichkeiten und Einschränkungen der einzelnen Frauen. Der Alltag - speziell der von Frauen - in der Nachkriegszeit wird hier auch gut rübergebracht, einschließlich der Probleme, die daraus resultieren, dass alte Ansichten immer noch nicht ausgestorben sind.

Allerdings fand ich den Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig. Grundsätzlich habe ich nichts gegen wechselnde Blickwinkelfiguren - aber wenn in einem Kapitel bereits Bezug auf etwas genommen wird, das erst in einem späteren Kapitel der anderen Figur geschieht, ist das verwirrend. Beim ersten Mal habe ich noch gedacht, ich hätte etwas überlesen und ins vorherige Kapitel zurückgeblättert, später habe ich mich an diese Eigenheit gewöhnt - mögen muss ich das aber nicht.

Auch mit der einen oder anderen Figur hatte ich meine Probleme - mich hat es gestört, dass eine der Frauen im Lauf des Buches mehr und mehr zur Nebenfigur verkommt und keine eigene Stimme mehr hat. Und auch wenn ich auch verstehen kann, dass Männer hier eher Nebenfiguren sind, kommen sie mir als Figuren doch ein wenig zu kurz und sind in meinen Augen teilweise inkonsistent aufgebaut.
325 reviews1 follower
August 2, 2020
1953, der Zweite Weltkrieg ist zwar vorbei, doch sitzt er noch immer in den Köpfen der Menschen fest. Das bekommen auch diese vier zu spüren: Luise, Marie, Annabel und Helga haben bisher außer ihrem Wohnsitz (in und bei Starnberg) und dem ungefähr gleichen Alter (Anfang 20 bis Anfang 30) nichts gemeinsam. Wobei... Eine wichtige Sache habe ich noch vergessen zu erwähnen: Alle vier haben Träume und Pläne. Denn alle vier sind auf der Suche nach ihrem eigenen Glück.
Für Hela bedeutet dies, dass sie endlich selbstständig werden und weg von ihren herrischen Eltern möchte. Nicht so einfach, für die Tochter eines reichen Fabrikanten, die in ihrem bisherigen Leben noch nicht viel arbeiten musste. Auch Marie muss sich erst noch an die körperliche Arbeit gewöhnen. Früher, in ihrer Heimat, hatte ihre Familie zwar ein Gestüt, doch war die Arbeit mit den Pferden eher angenehm als anstrengend. Doch für die vertriebene junge Frau ist das nicht ihr größtes Problem. Immer noch leidet sie psychisch unter ihren Erlebnissen. Obwohl sie doch in Leutstetten endlich ein neues Leben beginnen möchte…
Annabel dagegen hat eher das gegensätzliche Problem. Als Arztgattin geht sie nicht zum Arbeiten und hat Angestellte, die ihren Haushalt führen. Hätte sie nicht ihren Sohn Friedrich, der ihr alles bedeutet, würde ihr wohl wirklich noch die Decke auf den Kopf fallen. Trotzdem sehnt sie sich nach mehr Auslastung- ein zweites Kind wäre doch schön. Doch ihr Mann ist da anderer Meinung… Und Luise ? Sie wünscht sich auch schon seit langem ein Kind, doch klappt es leider einfach nicht. Also macht sie sich erst einmal daran ihren eigenen Traum zu verwirklichen: Ein eigener Gemischtwarenladen eröffnen. Doch schon bald muss sie feststellen, dass auch dieser Wunsch nicht immer nach Plan verläuft.
Der Roman wird aus der Sicht von allen vier Frauen erzählt. Jedes „Kapitel“ handelt von einer anderen. Dabei sind die Kapitel nicht, wie man sie kennt, denn sie sind nicht durchnummeriert. Für den Leser bedeutet dies, dass man viel mehr in einen Lesefluss reinkommt. Natürlich sorgt aber auch noch der sehr angenehme Schreibstil dafür. Ganz besonders haben mir an ihm die bayrischen Passagen gefallen. Also hauptsächlich bei Unterhaltungen sind vereinzelt bayrische Sätze eingebaut. Das sorgt für Abwechslung und macht großen Spaß beim Lesen. Außerdem sorgt die, der Zeit entsprechende, Wortwahl für´ s richtige Flair. Dabei bleibt die Sprache aber stets leicht verständlich.
Auch die Charaktere haben mir sehr gefallen. Mit der einen Frau konnte man sich mehr, mit der anderen weniger identifizieren. Aber in sie reinversetzen und ihr Denken, Fühlen und Handeln nachvollziehen, konnte man bei jeder einzelnen. Insgesamt gibt es in diesem Buch sehr viele Figuren (alle toll ausgearbeitet und fassettenreich), da quasi vier verschieden Geschichten auf einmal erzählt werden. Man könnte jetzt meine, dass das Ganze irgendwie kompliziert wird, oder man bei den vielen Perspektiven durcheinander kommt, aber so ist es überhaupt nicht. Vielmehr erscheint es logisch, da die Geschichten sehr geschickt miteinander verstrickt werden. Das ist sehr interessant und regt ständig zum Weiterlesen an. So hatte ich, dieses relativ dicke Buch, sehr schnell durch und es wirkte sehr kurzweilig.
Fazit:
Der Auftaktband der „Wunderfrauen“-Trilogie hat mich begeistert. Es hat großen Spaß gemacht, den Roman zu lesen und so freue ich mich schon auf den Fortgang der Geschichte. Die Thematik ist wirklich interessant, toll beschrieben und sehr gut recherchiert. Dies ist ein Buch, das einen sehr in seinen Bann zieht. Es ist zwar nicht besonders spannend, eben so, wie man es von dem Genre kennt, dafür macht der Schreibstil, die Charaktere, einfach alles, ständig Lust zum weiterlesen. Der Roman ist perfekt zum Abschalten, da man sich voll auf die Geschichte einlassen kann. Wer historische Romane mag, sollte sich diesen auf keinen Fall entgehen lasse.
Daher gibt es von mir 5 von 5 Sternen und eine ganz klare Leseempfehlung !
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August 23, 2020
Vier Frauen erleben die Wirtschaftswunderzeit: mitreißend, interessant und unterhaltsam

Starnberg 1953: Gerade ist Luise Dahlmanns Schwiegermutter gestorben und das Ladenlokal im Haus ist nun freigeworden. Luise träumt davon, dort ihren eigenen Lebensmittelladen zu eröffnen. Doch ganz so einfach ist das auch nicht, zunächst muss ihr Mann Hans überzeugt werden und Geschäftserfahrung sammelt man leider auch nicht über Nacht. Auch Helga, Tochter einer reichen Münchner Unternehmerfamilie, die gerade durchs Abitur gefallen ist, wagt einen Neuanfang. Sie beginnt in der Frauenklinik eine Ausbildung zur Krankenschwester und lernt beim Tanzen einen amerikanischen Soldaten kennen. Marie hingegen musste aus Schlesien fliehen und sucht nun verzweifelt nach einer Anstellung. Die Aussicht, auf einem Gestüt zu arbeiten, zerschlägt sich, dafür bietet sich ihr unerwartet eine andere Möglichkeit. Arztgattin und Mutter Annabell ist mit ihrem Leben unzufrieden und fürchtet, dass ihr Mann wichtige Geheimnisse vor ihr hat. Die vier Frauen stehen während des Wirtschaftswunders vor ganz unterschiedlichen neuen Herausforderungen.

„Die Wunderfrauen“ liest sich angenehm flüssig und unkompliziert. Immer abwechselnd wird die momentane Situation von Luise, Marie, Helga und Annabell dargestellt. Sofort und ohne Probleme konnte ich mich in die Hauptfiguren und in die Geschichte hineinversetzen.

Die Wunderfrauen sind alle ziemlich verschieden: Luise hat einen ganz speziellen Traum, packt jederzeit zu, ist außergewöhnlich hilfsbereit und zu allen freundlich. Auf sie kann man sich verlassen, vor allem für ihre Brüder ist sie eine unersetzbare Stütze. Marie hat es nicht leicht, sie hat sich immer noch nicht von den furchtbaren Erlebnissen während des Krieges erholt und hat Schwierigkeiten, anderen zu vertrauen. Dadurch wirkt sie recht distanziert. Ganz anders die selbstbewusste, lebenslustige Helga, die ihrem Elternhaus den Rücken gekehrt hat und es nun alleine schaffen will. Eigentlich geht es Annabell von außen betrachtet am besten, sie wohnt mit ihrem reichen Gatten in einem schönen Haus und muss sich keinerlei finanzielle und existenziellen Sorgen machen. Trotzdem ist sie unglücklich, reagiert misstrauisch und nachtragend und steht sich selbst im Weg, unverkrampften Kontakt zu anderen aufzubauen. Alle Charaktere entwickeln sich mit der Zeit. Die Personenkonstellation und die Art, wie die gegensätzlichen Frauen Beziehungen zueinander aufbauen, empfand ich als interessant und plausibel. Die Protagonistinnen stehen für verschiedene Gesellschaftsschichten, die durch die Persönlichkeiten der Figuren ein individuelles Gesicht bekommen.

Da ich alle Frauen irgendwie verstehen konnte -die eine mehr, die andere weniger - wollte ich natürlich jederzeit wissen, wie sich die Handlung um die Schicksale der Hauptfiguren weitergestaltet. Das Geschehen fesselte mich. Schon immer empfand ich die Zeit des Wirtschaftsaufschwungs der 50er Jahre als eine faszinierende, zuversichtliche, aber auch zwiespältige. Plötzlich hatten auch Frauen verschiedene Möglichkeiten, etwas anderes zu sein als „nur“ Hausfrau. Nach den schrecklichen Jahren des Krieges herrschte wieder Hoffnung und es bot sich Raum für ganz viele Neuanfänge. Trotzdem erwiesen sich so manche alte Denkweisen und Haltungen als viel tiefer verwurzelt als angenommen. Dies wird in Stephanie Schuster Roman sehr anschaulich und eindringlich gezeigt. Für mich ein kurzweiliger, lohnender Schmöker. Nach dem stimmigen, aber leider offenen und für manche Figuren unbefriedigendem Ende bin ich sehr gespannt, wie es mit Luise und Co weitergeht. Zum Glück erscheint die Fortsetzung schon bald.
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November 26, 2022
Alles wat je hart begeert

1953 - Starnberg Beieren.

Als de inwonende schoonmoeder van Luise Dahlmann sterft en hierdoor de benedenverdieping leeg komt te staan probeert Luise haar man te overtuigen om die ruimte om te toveren tot een kruidenierszaak. Luise had alles reeds netjes voorbereid en mede dankzij de mooie geldsom dat haar schoonmoeder haar nalaat komt haar droom werkelijkheid.

Helga Knaup is ontsnapt aan de grillen van haar ouders. Ze volgt een opleiding tot verpleegster in het ziekenhuis van Dokter von Thaler en is tot over haar oren verliefd op een Amerikaanse piloot. Als ze plots wordt ontslagen weet ze niet wat te doen maar gelukkig kan ze rekenen op de steun van haar vriendin Luise.

Marie Wagner diende noodgedwongen te vluchten uit Pruisen. Ze heeft onderweg verschrikkelijke dingen meegemaakt en is hierdoor emotioneel geblokkeerd. Ze ontmoet Martin, de oudere broer van Luise. In ruil voor kost en inwoon helpt ze mee op zijn boerderij. Ze is schuchter en wantrouwig maar stilletjes aan durft ze zich opnieuw open te stellen.

Annabel von Thaler is de vrouw van de dokter. Haar huwelijk is weinig liefdevol en haar man behandelt haar niet zoals het hoort. Ze heeft weinig om handen behalve het bespieden van haar overbuurvrouw Luise. Ze lijkt hierdoor op het eerste zicht wat naïef en jaloers.

Stephanie Schuster heeft een prachtig verhaal geschreven in vlotte taal – een verhaal met wisselend perspectief - 4 vrouwen die in principe alle vrouwen vertegenwoordigen in die tijd. Ze hebben elk hun specifieke eigenschappen die hun typeren : zorgzaam, rebels, moedig, terughoudend, innovatief, dapper, naïef, jaloers.

Het verhaal verloopt soms wat traag maar de schrijfster maakt voor mij alles goed door verrassend verschillende nieuwe elementen toe te voegen naar het einde van het verhaal toe wat het voor mij alvast heel nieuwsgierig maakt om het tweede deel te lezen.

Door het wisselend perspectief blijf je geboeid om hen verder te leren kennen. De vrouwen hebben de oorlog elk op een andere manier ervaren en de nasleep ervan is bij allen nog voelbaar hoewel de ene het beter verwerkt dan de andere. Wat ze gemeen hebben is alvast de wilskracht om erkend te worden, de nood om voor zichzelf te beslissen wat nodig is om gelukkig te zijn. De tijd is aangebroken om hun stem te laten horen, hun eigen keuzes te maken en te streven naar zelfstandigheid.

De schrijfster heeft niet alleen krachtige thema's maar ook historisch correcte elementen en vernieuwing typerend voor deze periode ( zoals de opkomst van de televisie en de overzeese muziekinvloed) verwerkt doorheen het verhaal. Het is interessant als buitenstaander om te lezen hoe ook het Duitse volk verder moest na de oorlog. Ook de denazificatie van Duitsland komt aan bod, hoe het land gezuiverd werd van nationaalsocialisten en hun denkbeelden.
Ik had het leuk gevonden mocht het verleden van de vrouwen wat meer uitgewerkt zijn maar misschien lezen we daar nog meer over in de volgende delen.

Een mooie passage uit het boek dat me is bijgebleven staat op pg 198:

...Indrukwekkend, Jack had zijn belofte waargemaakt. Hiervandaan zag je de andere oever en de hele bergketen erachter. De hemel lichtte turkoois op. Een perfect ansichtkaartmotief. De lucht was vol gezoem, het rook naar vers gras en bloemen, warme zomerlucht streek na de verkoelende snelle rit langs Helga’s huid. Grappig dat uitgerekend een Amerikaanse bezetter haar de schoonheid van haar eigen Beierse thuisbasis liet zien...

Ik mocht het boek lezen voor de Libelle Leesclub België - hartelijk dank hiervoor - ik heb het met veel enthousiasme gelezen en geef het 3,5 ☆

Belgisch Bookstagrammer Rebekka_leest
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September 4, 2020
Interessante Frauen, interessante Geschichte

„Darf‘s ein bisschen mehr sein?“ 1953, zu Beginn der Wirtschaftswunderjahre, träumt Luise Dahlmann von ihrem eigenen kleinen Lebensmittelgeschäft. Hier soll es nach Jahren des Verzichts wieder alles geben, was das Herz begehrt. Sie sieht es schon vor sich: die lange Ladentheke mit großen Bonbongläsern darauf, eine Kühlung für Frischwaren, Nylonstrümpfe, buttriger Kuchen, sonntags frische Brötchen … und das Beste daran: endlich eigenständig sein. Endlich nicht mehr darüber nachdenken, warum ihre Ehe nicht so gut läuft, endlich sie selbst sein und etwas wagen. Drei Frauen werden immer wieder Luises Weg kreuzen: Annabel von Thaler, die wohlhabende Arztgattin von nebenan, die junge Lernschwester Helga Knaup und Marie Wagner, geflohen aus Schlesien. Sie alle haben in den Zeiten des Aufbruchs und des Neubeginns einen gemeinsamen Wunsch: Endlich wieder glücklich sein.

„Die Wunderfrauen“ von Stephanie Schuster erzählt nicht nur eine Geschichte, sondern verbindet die Geschichte mehrerer Frauen. Luise ist die Leitfigur in diesem Buch. Ihre Entwicklung wird am längsten betrachtet. So erfahren wir von ihrem Wunsch, einen eigenen Laden zu öffnen, von den Schwierigkeiten damit und von ihrem Leid, kein Kind zu haben. Luise ist eine unglaublich liebenswerte Frau. Sie ist liebevoll, großzügig und kümmert sich immer um ihre Mitmenschen. Sie gibt immer ihr bestes, lässt sich nicht unterkriegen und schlich sich so schnell in mein Leserherz. Gespickt ist das Buch immer wieder mit Einträgen aus Luises Notizbuch, zum Thema Kochen, Ladenführung oder interessanten Gesprächen.
Ihre Geschichte wird begleitet von den Geschichten der anderen Frauen. Annabel, Helga und Marie kreuzen zunächst immer wieder Luises Weg, bis sich die Bahnen der vier Frauen immer weiter miteinander verknüpfen.
Wir erfahren bei jeder, welche Sorgen, Wünsche und Hoffnungen sie mit sich trägt. Wir erleben Positives wie Negatives aus ihrem Alltag und begleiten sie, bei so manch positiver Entwicklung.
Ein großes Thema ist natürlich der zweite Weltkrieg. Wir befinden uns in der Nachkriegszeit und jeder hat seine Wunden, die noch nicht komplett verheilt sind. Jede der Frauen hat ihre eigenen Entbehrungen, Verletzungen und Traumata, die der Krieg mit sich brachte. Sie alle haben einen Weg gefunden damit umzugehen und weiterzuleben.
Mir gefallen an diesem Roman vor allem die vielen Facetten. Es ist nicht nur die Geschichte einer Frau, sondern viele Geschichten, die sich alle miteinander verweben. Dazu ist das Setting in den 50er Jahren unglaublich spannend gewählt. Diese Zeit bietet so viele Altlasten und gleichzeitig so viel Hoffnung. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, in diese Zeit einzutauchen. Die Figuren sind so unterschiedlich und vielschichtig, dass es nie langweilig wird.
Mir hat das Buch richtig gut gefallen und ich kann es wirklich nur weiterempfehlen!
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August 3, 2020
Das Cover ist gut zum Buch gewählt, man sieht darauf die vier Protagonistinnen des Romans: Luise, Helga, Marie und Annabel. Diese vier Frauen dürfen wir in den 50er Jahren begleiten, in der Zeit, in der das Wirtschaftswunder langsam beginnt. Das Buch ist der Auftakt einer Trilogie, die bis in die 70er Jahre reicht.

Luises Schwiegermutter ist gestorben und nun möchte Luise aus den Räumlichkeiten einen Gemischtwarenladen auf die Beine stellen. Nicht abhängig sein und eine vollwertige Geschäftsfrau werden, das ist ihr Ziel!
Helga ist Lernschwester in einer Geburtsklinik und bevorzugt Männer nur für eine einzige Nacht...bis ein netter, gutaussehender Amerikaner auftaucht.
Marie kommt aus Schlesien und ist eine Vertriebene. In Bayern muss sie sich erst einmal zurechtfinden und der Job, für den sie sich beworben hat, als Bereiterin, klappt auch nicht.
Und schließlich begleiten wir im Buch die Arztgattin Annabel. Ihr Sohn macht sie glücklich, doch ihr Mann hat kaum Zeit für sie...und dann kommt es auch noch zu einem unerwarteten Zusammentreffen in der Klinik.

Dieser historische Roman hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin schafft es wunderbar, einen mit ihren Worten in die 50er Jahre zu führen und mit den Protagonistinnen mitfiebern zu lassen. Der Schteibstil ist leicht verständlich und einfach gehalten, so kann man sich gut auf die Geschichte konzentrieren. Erzählt wird Kapitelweise von einer der vier Frauen, wobei Luises Kapitel oft etwas länger sind als die der anderen. Man kann so wirklich wunderbar in die Gedanken-und Gefühlswelt der einzelnen Frauen eintauchen. Besonders toll fand ich, dass alle vier einen ganz eigenen, unterschiedlichen Charakter haben. So kann man schnell jede einzelne von ihnen gut auseinanderhalten. Alle vier Frauen waren mir sympathisch, die eine mochte ich mehr, die andere etwas weniger. Aber insgesamt konnte ich sehr gut mit jeder mitfühlen und mich in die Person hinein versetzen.

Anfangs tritt die Handlung für mich etwas auf der Stelle, gerade wenn es um Luise geht, da hätte man ein wenig kürzen können, als der Laden aber dann fertig ist, macht es viel Spass ihre Geschichte zu lesen.

Die Autorin spricht einige historische Dinge an wie die Traumata der Heimkehrenden Soldaten oder die Verschleppung in Arbeitslager. Hier war mir die Autorin etwas oberflächlich,da hätte ich gern mehr erfahren. Aber vielleicht kommt dies auch noch in den beiden anderen Büchern der Trilogie zum Zug.
Alles in allem ein sehr gelungener Auftakt, mit sympathischen Protagonistinnen und einer lesenswerten Geschichte rund um die Zeit des Wirtschaftswunders.
343 reviews5 followers
July 31, 2020
Wunderbare Zeiten - wunderbarer Roman. Aufbruch, Petticoats und Rock 'n' Roll. Außergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe, eine interessante und bewegende Familiengeschichte. Seit 1919 dürfen Frauen sogar wählen und im Parlament mitbestimmen, wenn auch leider immer noch in der Unterzahl. Frauen achten nicht nur auf Äußerlichkeiten, sondern wissen durchaus auch über Politik Bescheid. Vier Frauen und ein gemeinsamer Wunsch: Endlich wieder glücklich sein.
Das Dahlmannhaus war, außer zur Straße mit der Schaufensterseite, von einem kleinen Garten umgeben, und Luise's stets genervte Schwiegermutter war im Sommer gestorben. Tja, Henriette, dachte Luise, du hattest recht, ich bringe tatsächlich frischen Wind in die Familie. Ein Geschäft führen ist bei den Dahlmanns Tradition. Luise dachte an einen Gemischtwarenladen. Lebensmittel, Obst, Gemüse, Dinge des täglichen Bedarfs und natürlich ein paar Extras: Seidenstrümpfe, Zeitschriften, Schweizer Schokolade und Kaugummis. Schon sah Luise alles vor sich. Und zusätzlich könnte sie Kochkurse geben.
Inmitten der 1950er Jahre, den Zeiten des Aufbruchs, eröffnete Luise Dahlmann ein kleines Lebensmittelgeschäft in Starnberg, in der Nähe von München. Dort gibt es alles, was das Herz begehrt: Obst und Gemüse, Frischwaren, Nylonstrümpfe, buttrigen Kuchen, Schokolade … und jede Menge Klatsch und Tratsch. Drei Frauen kreuzen dabei immer wieder Luises Weg und werden schließlich ihre Freundinnen: Annabel von Thaler, die neidische Arztgattin von nebenan, die junge Helga Knaup aus München und Marie Wagner, geflohen aus Schlesien. Sie alle haben Träume und gemeinsam wagen sie den Neubeginn. Dieses Buch ist eine faszinierende Lebensgeschichte starker Frauen - für Frauen - zum Wegschmökern - voller Hingabe und Lebendigkeit erzählt. Es ist ein Roman voller realistischer Hoffnung, Neubeginn und Niederlagen. Stephanie Schuster beschreibt das Leben der unermüdlichen Luise Dahlmann, der wohlhabenden Arztgattin Annabel von Thaler von nebenan, der jungen Lehrschwester Helga Knaup und Marie Wagner, geflohen aus Schlesien, intensiv und voller wunderschöner Momente, die einen berühren. Die Atmosphäre ist großartig. Stephanie Schuster ist ein tolles Buch gelungen, emotional und wunderbar detailgetreu. Wer unterhaltsame und historisch gut recherchierte Familiengeschichten mag, der kommt an diesem Roman nicht vorbei. Turbulente Zeiten stehen uns Leserinnen bevor. Ein tolles Gesellschaftsportrait der 50' er Jahre! Unbedingt lesenswert!
Profile Image for Anika Franke.
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September 14, 2021
Es handelt sich um den Auftakt einer Trilogie, in der es sich um das Leben von vier Frauen dreht. Beginnend im Jahr 1953, der Beginn der Wirtschaftswunderjahre.  Diese Zeit ist für viele ein Neubeginn. Der Krieg ist vorbei, die Wirtschaft erholt sich und alle gehen mit einer größeren Hoffnung und Wünschen durch die Welt.

Luise Dahlmanns größter Traum ist es zum Beispiel einen kleinen Lebensmittelgeschäft zu eröffnen. Sie möchte endlich selbstständig sein. In ihrem Leben mal nach vorn schauen. Aber nicht nur in ihr ist dieser starke Wunsch nach Veränderung, nach Hoffnung. Während man Luise begleitet, trifft man immer wieder auf drei Frauen, welche ihren Weg kreuzen.
Zum einen Helga Knaup, sie ist die Tochter eine Fabrikanten. Möchte aber etwas ganz anderes machen und löst sich von ihrer Familie. Ihr Weh führt sie an die Seeklinik, wo sie als Schwesternschülerin tätig wird. 
Zum zweiten Annabel von Thaler. Ihr Ehemann ist der Chefarzt der Seeklinik. Bei ihr im Leben ist es nicht so einfach, aber zum Glück hat sie ihren Sohn Friedrich.
Und die dritte im Bunde ist Marie Wagner. Sie lebte auf einem Grut in Schlesien. Die Jahre auf der Flucht sind nicht spurlos an ihr vorbei gegangen. Scheint aber nun mit ihrem Job auf einen Gestüt langsam anzukommen.

Die Autorin schafft es, mich mit ihren Beschreibungen und Informationen in die Zeit der 1950er zu katapultieren. Das Lebensgefühl,  die Schicksale, Veränderungen und auch der Geist der Zeit sind super in die Story eingebunden. Jeder weiß, daß in dieser Zeit das Frauenbild, Flüchtlinge, sowie Vertriebene ein großes Thema waren. Liebe, Träume und Machtkämpfe werden hier perfekt mit in die Handlung eingeflochten. Alles ist unglaublich authentisch beschrieben. Ich konnte mich unsagbar gut hineinfühlen. Auch wenn diese Geschichte erfunden ist, könnte man meinen, sie ist wahrlich so zu dieser Zeit abgelaufen. Ich hatte als Leserin das Gefühl die wahre Geschichte der vier Frauen zu lesen. Jede der Frauen hat eine Vergangenheit, aber die Zukunft liegt vor ihnen und die wollen sie selbst gestalten.

Ich fand es toll, das jedes Kapitel einer Frau gewidmet wurde. Noch dazu findet man Anekdoten, Notizen oder auch Rezepte.
Für mich eine gelungene Reise in die Zeit kurz nach dem zweiten Weltkrieg, in der für viele ein Umbruch begann.

Natürlich bin ich schon ganz neugierig, auf Teil zwei. Ich freue mich schon die vier Frauen in den Swinging Sixties zu begleiten und hier auch wieder die Veränderungen mit zu erleben, welche die Zeit mit sich bringt.

Für mich hat dieses Buch ganz klar 5 von 5 Sterne verdient.
742 reviews3 followers
November 25, 2020
Also vorneweg muss ich leider mal wieder sagen, dass der Klappentext (der Hörbuchausgabe!) Käse ist. Die vier Frauen wagen nicht gemeinsam einen Neubeginn. Ihre Wege kreuzen sich, wie sich Wege von Menschen eben so kreuzen. Helga arbeitet in der Klinik von Annabels Mann. Annabel ist die Nachbarin von Luise. Und Luises Bruder nimmt Marie auf seinem Hof auf.
Helga und Marie haben keine große Wahl, sie sind eher auf der Flucht, als dass sie sich bewusst für etwas Neues entscheiden. Annabel macht gar nichts Neues. Nur Luise beginnt bewusst etwas Neues, indem sie einen Laden eröffnet.
Im Laufe der Geschichte wechselt die Perspektive regelmäßig, wobei sich die Handlung meist ein gutes Stück überlappt. Dadurch wird sehr deutlich, wie sehr sich Selbstbild und Fremdbild manchmal unterscheiden und wie schnell man andere Menschen vorschnell verurteilt. Die vier Frauen sind mir alle sehr sympathisch, auch wenn bzw. vielleicht gerade weil sie nicht immer perfekt sind, sondern auch hin und wieder egoistisch, naiv oder ungerecht. Es werden sehr viele Erzählstränge begonnen, denn nicht nur Helga, Marie, Annabel und Luise erleben Höhen und Tiefen, auch die Männer, mit denen sie zu tun haben, kommen zu Wort und erzählen vor allem von früher, bevorzugt von dem großen Unrecht, das ihnen im Krieg angetan wurde oder davon, was sie Gutes getan haben bzw. dass sie ja gezwungen waren zu tun, was sie getan haben und jetzt auch endlich mal gut sein müsse. Ja, so war das in den 50er Jahren vermutlich wirklich. Da wurde beschönigt, unter den Teppich gekehrt und anderen die Schuld zugewiesen. Aber hier fragen ein paar Frauen endlich mal nach und machen sich Gedanken.
Diese Männer sind mir leider fast alle unsympathisch, auch wenn sie ab und zu mal wirklich nett sein können. Aber was sie die meiste Zeit so an sexistischen, rassistischen, antisemitischen und ableistischen Sprüchen vom Stapel lassen, geht oft an die Schmerzgrenze. Aber so waren halt die 50er Jahre.
Am Ende bleiben leider einige Fragen offen, aber da dies der erste Teil einer Trilogie ist, hoffe ich, in den weiteren Teilen dann Antworten zu erhalten.
Am besten haben mir zwei Dinge gefallen: Luises halsbrecherische Motorradfahrt und die Massenklopperei am Ende der Fußball-WM. Die Beschreibungen verlangen förmlich nach einer Verfilmung!
53 reviews2 followers
July 23, 2020
Luise, Annabel, Helga und Marie haben eines gemeinsan, sie alle haben Träume, Hoffnungen und Wünsche. Vorbei die Jahre der Entbehrung, vorbei der Verzicht und die Angst des Krieges. Doch während es für die eine gut läuft, hat die andere mit Sorgen zu ringen, die für manch einen nicht vorstellbar sind. Während Luise den Traum eines eigenen Ladens verfolgt, muss die junge Marie um einen Neubeginn kämpfen, da sie als Vertriebene und zugleich als alleinstehende Frau arge Schwierigkeiten hat, eine Arbeit zu finden. Helga, die nicht nur durchs Abitur gerasselt ist, sondern zugleich auch ihre Eltern mit ihrem Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung vor den Kopf geschlagen hat, kämpft sich nun durch den harten Alltag als Lernschwester. Aber auch Annabel, wohlhabende Arztgattin, hat es nicht leicht. Neben einem Leben im goldenen Käfig hegt auch sie geheime Wünsche und Sehnsüchte, die sich immer mehr Bahn brechen. Werden sie alle am Ende trotz einiger Widrigkeiten zu Glück und Zufriedenheit finden oder ist das Leben am Ende doch ein ständiger Kompromiss? 


Der Autorin Stephanie Schuster ist mit ihrem Reihenauftakt "Die Wunderfrauen - Alles, was das Herz begehrt" nicht nur ein grandioser Reihenauftakt gelungen. Ihr ist auch gelungen, die Handlung rund um ihre sympathischen und zugleich vielschichtigen Protagonistinnen authentisch und sehr lebendig zu vermitteln. Neben einem tollen Schreibstil gefiel mir zugleich der stetige Perspektivwechsel zwischen den Protagonisten, welcher zudem zur besseren Nachvollziehbarkeit der Handlungsweisen beigetragen hat und außerdem dafür sorgte, dass die Spannung nicht auf der Strecke blieb. Toll war zudem auch der gewählte Zeitpunkt, zu dem die Handlung ihren Lauf nimmt, da man als Leser zugleich einen guten Eindruck vom damaligen Frauenbild erhält. Auch die äußere Gestaltung überzeugt auf ganzer Linie. Nicht zuletzt sorgt auch die gedeckte Farbwahl mit einem Hauch Sepiaoptik für ein nostalgisch angehauchte Flair, welches mich als Leserin im Sturm erobern konnte. Insgesamt ist der Autorin und dem Verlag ein absolut lesenswertes Buch mit einem äußerst ansprechendem Design gelungen, welches nicht nur zum Träumen verlockt, sondern zugleich auch hervorragend als Geschenk geeignet ist.

Profile Image for Annika Aus Mecki.
57 reviews2 followers
August 17, 2020
Eigene Meinung :

Dies war mein erster historischer Roman aus der Nachkriegszeit und ich muss sagen, ich bin begeistert. Er ist nicht nur historisch, aber man erfährt doch sehr viel aus dem Leben in dieser Zeit, was mich persönlich sehr interessiert und fasziniert. Ich möchte euch eigentlich nicht so sehr viel vom Inhalt erzählen, da es, wie ich finde, die Spannung und die Neugier beim Lesen schmälert.
Wir lernen 4 völlig verschieden Frauen aus der Zeit von 1953 kennen. Marie ist eine gebürtige Schlesierin und wurde aus ihrer Heimat vertrieben. Sie landet auf einem kleinen Bauernhof und wächst dort mit ihren Aufgaben. Helga ist die Zweitgeborene eines wohlhabenden Elternhauses, von der erwartet wird dass sie sich verheiraten lässt. Sie zieht nach ihrem nicht bestandenen Abitur aus, um sich von ihren Eltern nichts mehr sagen lassen zu müssen. In der Seeklinik in Bayern, fängt sie eine Ausbildung zur Krankenschwester an. Annabel ist die Frau des Leitenden Arztes dieser Seeklinik und in der Viererrunde die Älteste der Frauen. Sie hat ein Kind namens Friedrich, welches ihr Ein und Alles ist. Luise ist eine junge Frau die sich mit ihrem Mann und der Schwiegermutter ein Haus teilt. Sie hat nicht nur ihr Kind verloren, den kleinen Kasper, sondern auch jede Menge Schwierigkeiten mit der Schwiegermutter. Sie alle haben jedoch einen großen Traum der sie irgendwann verbindet.

Fazit :

Dieses Buch hat mich gefesselt und fasziniert. Die Lebensgeschichte jeder einzelnen Frau, ist traurig, spannend und tiefgründig. Mir war nicht bewusst, was die Frauen damals noch Alles durchmachen mussten. Wie sie behandelt wurden und wie schwer sie es hatten. An manchen Stellen habe ich fassungslos vor dem Buch gesessen und gedacht, 'wie kann das sein ?'
Natürlich gab es auch lustige Stellen und auch romantische, die mich haben schmunzeln lassen.
Ich finde es sehr gut, dass jede Frau aus ihrer Sicht erzählt und ihren Standpunkt klarstellen kann.
Jede Frau ist auf ihre Art eine Wunderfrau <3
Das Buch ist in einem so flüssigen Schreibstil geschrieben, dass man es in einem Schwung weg lesen kann.
Ich freue mich auf den 2. Teil, der leider erst in Februar 2021 erscheint.
Ein definitives Lesehighlight dieses Jahr und ich empfehle es JEDEM !!!!
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