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Kluft und Liebe

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Ob in Liedern, Filmen oder Büchern: Liebe wird zu etwas Ungreifbarem, Zufälligem, Schicksalhaftem verklärt. Sie entzieht sich unserem Einfluss und überwindet alle Grenzen. Aber ist das wirklich so? »All you need is love«?
Was ist mit Rassismus, Behinderung oder tief verankerten patriarchalen Strukturen und Verhaltensmustern? Was passiert, wenn in einer Liebesbeziehung die eine Person durch ihr Aussehen oder ihr Auftreten von unserer Gesellschaft diskriminiert wird und die andere nicht? Spielt das in dieser Beziehung wirklich keine Rolle?
Josephine Apraku sagt: Doch! Denn soziale Ungleichheit macht auch vor unseren Beziehungen keinen Halt – im Gegenteil. Unsere intimsten zwischenmenschlichen Verbindungen sind im Prinzip Petrischalen unserer Gesellschaft: Was da draußen im Großen passiert, geschieht auch im Kleinen zwischen uns und unseren Lieben. Auch in der Paartherapie wird Diskriminierung als Herausforderung in Beziehungen noch nicht genug Beachtung geschenkt.
»Kluft und Liebe« zeigt, wie Diskriminierung uns in der Liebe voneinander trennt, wie wir trotzdem zusammenfinden und daran gemeinsam wachsen können.

288 pages, Paperback

Published September 6, 2022

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About the author

Josephine Apraku

9 books17 followers

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Community Reviews

5 stars
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4 stars
68 (33%)
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Displaying 1 - 19 of 19 reviews
Profile Image for Hanna.
58 reviews8 followers
January 21, 2023
4,5 ⭐️ Soo gut! Ich glaube ich konnte ziemlich viel für mich mitnehmen, gerade die Reflexionsteile fand ich persönlich total hilfreich. Auch wenn ich ingesamt länger gebraucht habe um das Buch zu lesen und gerne schneller gewesen wäre, glaube ich, dass das einfach kein Buch ist, das Mensch schnell lesen sollte. Es braucht Zeit und Gedanken.
Jetzt nach dem lesen habe ich noch einige Fragen offen, die ich für mich beantworten will, aber most definitely in a good way.
Außerdem bin ich mir sicher, dass ich das Buch noch häufiger in die Hand nehmen werde um über Kluft und Liebe nachzudenken und bin sehr dankbar für all die Anreize, Aufforderungen und Gedanken die Josephine Apraku dafür aufgeschrieben hat!
Profile Image for Pia Pascale.
4 reviews
November 19, 2022
Josephine Apraku schreibt in “Kluft und Liebe” so klar und liebevoll, scharf-und feinsinnig zugleich. Ich habe unterstrichen und rausgeschrieben, mit dem Buch lernen dürfen. Es hat für mich vieles was ich davor schon zu dem Thema gelesen habe (u.a. bell hooks) so toll zusammengeführt.
Ich habe mir dadurch die Zeit genommen, kritisch zu überlegen was Liebe für mich wirklich bedeutet und habe eine große, wachsende Liste angefangen. Und dabei habe ich nochmal verstanden wie wichtig es ist, ungleiche bzw. ungerechte Machtverhältnisse formulieren und benennen zu können weil sie eben nicht nur diffus gefühlt sondern real und strukturell sind. Wir müssen ihnen aber nicht machtlos ausgeliefert sein sonder können gemeinsam daran arbeiten sie zu dekonstruieren. Große Empfehlung für dieses bestärkende Buch!

Profile Image for Aleyna.
1 review1 follower
September 6, 2023
leider hab ich mir beim dem Titel mehr zum Thema ökonomische Ungleichheit erhofft. Die Analyse patriarchaler Strukturen durch eine intersektionale Brille war sehr gut durchdacht, aber finanzielle Ausbeutungsverhältnisse wurden immer nur oberflächlich angesprochen, was schade ist, da sich besonders beim Thema Paarbeziehung so viel hätte einbringen lassen
Profile Image for Soeph.
170 reviews1 follower
March 1, 2023
4,5
Sehr viele spannende Inputs, vor allem die Reflexionsfragen sind sehr hilfreich und inspirierend. Zwischendurch hat es sich etwas gedoppelt, aber ich habe mich mit vielen darin erwähnten Sachen ja auch nicht zum ersten Mal auseinandergesetzt. Das letzte Kapitel war dann noch einmal richtig gut. Props auch an den Lesekreis :)
487 reviews2 followers
September 8, 2022
Immer wieder hört man, dass Liebe bedingungslos ist und alles überwindet, aber stimmt das wirklich? Kann alleine durch Liebe jegliche Ungleichheit und auch Diskriminierung überwunden werden?
Genau mit diesem Thema setzt sich Josephine Apraku in diesem Buch auseinander und spricht dabei nicht nur ausführlich über Liebe und Beziehungen, sondern auch über Diskriminierung und mögliche Auswirkungen. Dabei werden so wahnsinnig viele wichtige und interessante Informationen und Sichtweisen geteilt, die außerdem auch durch viele Bücher, Studien oder auch durch Interviews mit anderen Expert*innen gestützt werden. Auch, dass immer wieder Definitonen eingebaut werden, die selbst alleine schon ein Gedankenanstoß sind, fand ich sehr hilfreich.
Durch die Schwere des Themas, den hohen Informationsgehalt und auch die vielen Reflexionsfragen, die dazu aufrufen, selber darüber nachzudenken und zu handeln, lässt sich das Buch natürlich nicht in einem Rutsch durchlesen. Ich musste immer wieder pausieren und das Buch weglegen, auch, um weiterhin konzentriert und aufnahmefähig zu bleiben und nichts zu verpassen. Wahrscheinlich konnte ich trotzdem gar nicht alles mitnehmen und ich würde allen ans Herz legen, das Buch mehrmals zu lesen.

Insgesamt also ein extrem wichtiges Buch für alle, aber keine leichte Kost, die man mal schnell liest, sondern es braucht wirklich auch Wille zur Veränderung und eine intensive Beschäftigung mit dem Buch.
1 review
September 8, 2025
Es geht um soziale Ungleichheiten in Beziehungen*. Ich find oft sind Bücher zu politischen Themen unnötig kompliziert geschrieben (man fragt sich manchmal ob's mehr darum geht, mit Eloquenz und mit Wissen zu prahlen oder darum, anderen Menschen tatsächlich Wissen zu vermitteln) - aber dieses Buch ist richtig zugänglich geschrieben (als Leser*in wird man zB mit "Du" angesprochen und dazu eingeladen sich Notizen an den Rand zu schreiben/eigene Gedanken zu dem Thema zu machen. Und es ist auch ein sehr persönliches Buch in dem eigene Beziehungserfahrungen der Autor*in beschrieben werden) und das fand ich voll schön!

*Es geht dabei auch um verschiedene Formen von "Beziehungen": also zum Beispiel nicht nur um monogame Beziehungen - es dreht sich aber auch nicht nur um romantische Beziehungen (ich fand das Kapitel, in dem es um Freundschaften geht sehr gut geschrieben)
Profile Image for Kjatottel.
4 reviews
August 24, 2023
3.5
Ich nehme viele neue Perspektiven und Inspirationen aus dem Buch mit. Besonders der Teil zu Freund*innenschaft hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich hoffe, dass möglichst viele Personen dazu kommen, dieses Buch zu lesen um mehr über sich selbst und eingegangene oder zukünftige Beziehungen zu erfahren.

Für mich erschien das Buch nur an manchen Stellen unübersichtlich, da es viele Punkte wiederholt aufgreift, weil die Texte manchmal mit Gedanken ausufern und versuchen, vorher Geschriebenes mit einzubinden und Verbindungen zu verdeutlichen. Für Personen, die gerne kurz und präzise zum Punkt kommen wollen beim Lesen, kann es manchmal etwas frustrierend sein. Das heißt, es sollte etwas mehr Zeit für das Buch eingeplant werden (sollte es aufgrund der Reflexionsphasen sowieso).
Profile Image for literaturys .
13 reviews1 follower
January 1, 2024
neben der wirklich exzellenten Ausarbeitung der Thematik hat mich der Schreibstil der wirklich intim dargestellten Momente besonders berührt und hat zwischendrin für eine tiefgehende bereichernde abwechslung gesorgt ✨
Profile Image for Seitenmusik.
388 reviews21 followers
June 30, 2025
In "Kluft und Liebe" nimmt Josephine Apraku die Leser:innen mit auf eine kritische Reise durch die Mechanismen von Liebe, Macht und Diskriminierung. Die Autorin ist feministische Aktivistin und Wissenschaftlerin mit Fokus auf intersektionale Machtstrukturen. Ihr Buch verbindet persönliche Anekdoten mit fundierter Analyse und fordert ein neues Verständnis von Liebe als politischer Praxis.

Worum geht’s?
Apraku geht der Frage nach, wie gesellschaftliche Ungleichheiten Liebesbeziehungen prägen und welche Herausforderungen daraus entstehen. Sie beschreibt, dass Machtgefälle unvermeidbar sind, da soziale Privilegien und Diskriminierung in jede Beziehung hineinwirken. Liebe wird als aktive Praxis verstanden, die gelernt und reflektiert werden muss, um nicht zur Reproduktion von Unterdrückung beizutragen. Das Buch behandelt Themen wie Macht, Begehren, Emotionen, Körperbilder, Konflikte, das soziale Umfeld sowie Arbeit und schließt mit einer visionären Forderung nach einer „liebevollen politischen Praxis“.

Meine Meinung
Ich kann es nicht anders sagen: Das Buch hat mich tief beeindruckt und soooo viel in mir ausgelöst. Aprakus These, dass Liebe ein „Tu-Wort“ ist, entmystifiziert die Vorstellung von Liebe als romantisches Schicksal und stellt sie als bewusste Praxis dar, die stetige Übung braucht. Besonders wichtig finde ich die Empfehlung zu regelmäßigen, strukturierten Check-ins in Liebesbeziehungen, die nicht nur Probleme adressieren, sondern auch positive Entwicklungen feiern und Machtverhältnisse kritisch hinterfragen. Diese Praxis fördert echte Gegenseitigkeit und reflektiert, wie Sorgearbeit oft ungleich verteilt bleibt – oft zu Lasten von Frauen und weiblich sozialisierten Personen.

Die Darstellung von Beziehungsanarchie ist ein spannendes Konzept, das traditionelle Beziehungsnormen infrage stellt und zur individuellen Gestaltung von Nähe und Intimität ermutigt. Dies ist für mich ein kraftvoller Impuls, um starre Kategorien wie „nur Freund:innen“ oder „offene Beziehung“ zu hinterfragen und stattdessen authentische Beziehungsformen zu schaffen, die frei von gesellschaftlichem Zwang sind.

Aprakus Einsicht, dass Gefühle politisch sind, eröffnet einen wichtigen Diskurs über emotionale Erfahrungen, die von rassistischen, sexistischen und ableistischen Zuschreibungen beeinflusst werden. Dass beispielsweise das Klischee der „wütenden Schwarzen Frau“ oder des „glücklichen Behinderten“ tiefgreifende Auswirkungen auf den Umgang mit Konflikten und Emotionen hat, macht die Notwendigkeit emotionaler Sensibilität und offener Kommunikation deutlich.

Die Analyse von Machtstrukturen in Beziehungen zeigt realistisch, wie Privilegien, etwa durch Hautfarbe oder Geschlecht, Konflikte und Ungleichheiten prägen. Aprakus Verweis darauf, dass gleichberechtigte Paare glücklicher sind, macht Hoffnung, dass bewusste Arbeit an Machtverhältnissen lohnenswert ist. Dies deckt sich mit feministischer Kritik am Patriarchat, die fordert, Machtasymmetrien sichtbar zu machen und aktiv zu bearbeiten.

Das Kapitel über das soziale Ökosystem verdeutlicht, dass Liebesbeziehungen niemals isoliert sind, sondern immer von äußeren gesellschaftlichen Kräften beeinflusst werden. Die Idee, als Paar ein gemeinsames „Team gegen Diskriminierung“ zu bilden, unterstreicht, wie wichtig Solidarität und gemeinsames politisches Engagement für eine gerechtere Beziehung sind.

Ich finde Aprakus Vision, Liebe als politische Praxis zu verstehen, die Verantwortung, Gelassenheit und Kreativität verlangt, inspirierend. Das Buch fordert auf, gesellschaftlichen Wandel im Privaten zu beginnen und Liebe als Werkzeug des Widerstands gegen Ungleichheit zu begreifen.

Fazit
"Kluft und Liebe" ist ein kraftvolles, kluges und berührendes Buch, das Liebe aus feministischer Perspektive neu denkt und praktische Wege aufzeigt, um Machtgefälle zu überwinden. Für alle, die Liebe verantwortungsvoll und emanzipatorisch leben wollen, ist dieses Buch eine unverzichtbare Lektüre. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.
Profile Image for Lesefruechte.
130 reviews1 follower
November 24, 2022
4,5⭐
Liebe ist bedingungslos, schicksalshaft, geprägt von Opferbereitschaft und für die Ewigkeit bestimmt. Angeblich.
Doch ist Liebe wirklich so bedingungslos, wie uns in Filmen und Büchern suggeriert wird und in denen Paare allen Widrigkeiten und Hindernissen zum trotz glücklich bis ans Ende ihrer Tage leben? Wo sind die Perspektiven (mehrfach) marginalisierter Personen? Die von Sexismus, Rassismus, Klassismus und Ableismus betroffen sind? Und die auch in Partner*innenschaften weiter wirken?
Dieser Perspektive widmet sich  Josephine Apraku in „Kluft und Liebe" und zeigt anhand verschiedener Bereiche, wie Verlangen, Emotionen, Körper oder Konflikte auf, wie Diskriminierung und Machtverhältnisse sich auf unsere Beziehungen auswirken und uns voneinander trennen.
Josephine Apruka bezieht sowohl die individuelle, wie auch die gesellschaftliche und institutionelle Ebene mit ein und verweist darauf, dass die im Buch beschriebene Perspektive keine neutrale, sondern durch Privilegien und Marginalisierung geprägt ist.
Die Ideen und Forschung vorausgegangene Denker*innen kritisiert Apraku, denkt diese weiter und vertieft sie. Es ist eine intersektionale Sicht auf Liebe, eine Sicht, die die heteronormativen Strukturen unserer Gesellschaft hinterfragt und anhand Theorie und Beispielen deutlich macht, wie sehr Diskriminierung unsere Beziehungen prägt, Gräben schafft, die teilweise unüberwindbar erscheinen mögen.
Für das Buch ist kein Vorwissen nötig, da durch Fußnoten und innerhalb des Fließtextes ausführliche Erklärungen geliefert werden. Dennoch ist das Buch durchaus anspruchsvoll und nicht einfach nebenbei lesbar, da es eine Fülle an Informationen liefert, die vielleicht auch dafür sorgen, die eigenen Vorstellungen von Liebe und Beziehungen zu hinterfragen.
Auch wenn das Buch kein Ratgeber sein soll, ist es an der ein oder anderen Stelle, in die Richtung abgedriftet, was mich etwas irritiert hat.
Das Buch hat zur Selbstreflektion angeregt, ich konnte auch für meine eigene Beziehung einiges aus dem Buch mitnehmen und würde das Buch allen als Einstieg empfehlen, die sich aus einer Machtkritischen Perspektive mit Liebe und gesellschaftlichen Narrativen über Beziehungen beschäftigen wollen. 
Profile Image for Lara.
600 reviews37 followers
May 31, 2024
Apraku schreibt hier sehr liebevoll zu dem Thema, was Liebe ist und warum Diskriminierung auch oder gerade in Liebesbeziehungen Einfluss hat. Ich konnte hier auch den ein oder anderen wertvollen Gedankenanstoß und die ein oder andere Frage mitnehmen.
Insgesamt glaube ich allerdings, ich habe dieses Buch vielleicht zu schnell gelesen. Das könnte auch daran liegen, dass ein beträchtlicher Teil des Buches die Wiederholung der Grundlagen zu Intersektionalität ist. Außerdem daran, dass ich einige der zitierten Autor*innen wie etwa bell hooks oder Emilia Roig schon gelesen habe. Und ich muss zugeben, dass ich die Reflexionsfragen eher oberflächlich durchgegangen bin.

Leider ist für mich auch nicht wirklich greifbar geworden, wie genau sich Diskriminierung individuell äußert, mir hat hier ein wenig die Brücke zu individueller Prägung, zu (mehrgenerationalen) Traumata, zu vielseitigeren Beispielen gefehlt. Und es ist dieser letzter Punkt, der mich am meisten in meiner Bewertung beeinflusst. Diese Brücke von Theorie zu Praxis über die Reflexionsfragen gelang mir nicht. Die Fragen blieben mir zu abstrakt ohne konkrete Anhaltspunkte zu bieten.
Profile Image for Jana.
94 reviews
July 14, 2023
Ich bin ehrlich, irgendwie fühlt es sich mit dem Ende des Buchen so an, als wäre mein Herz geheilt und zeitgleich ist einfach ne große Lücke entstanden. Kann das ganze gar nicht so ganz in Worte fassen. Dieses Buch hat mich in vielen Hinsichten geheilt ohne das ich wusste, dass diese Wunden überhaupt existiert haben und zeitgleich in vielen Bereichen die Augen geöffnet, welche ich jetze nie mehr schließen möchte/darf. Glaube ich übertreibe nicht, wenn das mit Abstand mein absolutes Lieblingsbuch geworden ist💜

Josephine Apraku schreibt so, als hättest du gerade ein sehr tiefgründiges Gespräch mit deinen besten Freund*innen. Josephine nimmt dich dabei an die Hand: Liebe und Diskrimierung besser zu verstehen und dich damit auseinanderzusetzen. Vor allem was du willst und brauchst oder dein*e Partner*in. Ich kann dieses Buch wirklich nur allem ganz ganz doll ans Herz legen!!!

Ach und glaube ich hab mit den Buch mein ganzen Freundeskreis genervt, welche ich konstant drüber geredet habe, wie fucking gut ich dieses Buch finde :)
Profile Image for Michelle_h.
61 reviews1 follower
June 18, 2024
Ganz ganz tolles Buch! Kann ich jeder Person nur wärmsten empfehlen
Profile Image for hannah ⭐️.
82 reviews3 followers
August 1, 2024
what an amazing book!!! definitely one of my favorites this year!!
josephine apraku writes so beautifully, accessible, touching, though provoking about love and how societal power dynamics and discrimination find their way into our relationships.
also such a practical book with reflection questions after every chapter. it’s offering a gorgeous analysis while not giving a one fits all solution but staying hopeful through it all.
also love it because they broach the issue of friendship in comparison to romantic relationships and talk about relationship anarchy.
not everything was new but i still learned so much and i feel like this is a book anyone can read at any time and find themselves within the topics and discussions.
read it my loves, it’s great!! <3
Profile Image for Flo.
11 reviews
April 4, 2024
"Das private ist politisch" ist der Grundsatz des frühen Feminismus. Dass das auch für Beziehungen gilt, weiß ich spätestens seit meinem Podcast über Polyamorie. Aber auch, dass soziale Ungleichheit Auswirkungen auf Beziehungen hat, habe ich schon selbst erfahren müssen. Mir fehlte aber lange das Bewusstsein dafür, wie zwischenmenschliche Beziehungen die Probleme der Gesellschaft widerspiegeln. Josephine Apraku nennt Beziehungen "Petrischalen der Gesellschaft" und macht bei deren Analyse auch vor ihrer eigenen Beziehung nicht halt.

In ihrem Buch zeigt sie die vielen Dimensionen der Diskriminierung, die sich gerade auch in Beziehungen fortführen können. Sie benennt binäre Sichtweisen, strukturellen Rassismus und Glaubenssätze über Beziehungen (Slide 4) und liefert unzählige Beispiele. Dazu zitiert sie oft aus anderen Werken und erklärt die verschiedenen Ebenen von Grund auf, ist aber zu keiner Zeit belehrend. Durch diesen Stil ist das Buch auch für Menschen ohne (feministische) Vorerfahrung geeignet. Für Menschen wie mich, die sich schon damit auseinandergesetzt haben, ist es aber auch nie langweilig oder wiederholend.

Auf der anderen Seite kommt die Praxis nie zu kurz: nach jedem Kapitel werden Reflexionsfragen präsentiert - es lohnt sich, sich diese auch wirklich selbst zu stellen! Dazu werden anerkannte Werkzeuge empfohlen, beispielsweise das Phasenmodell des Racial Identity Development (Slide 2). Dieses zeigt, dass sich sowohl Diskriminierungserfahrungen, als auch der Abbau derselben bei unterschiedlichen Personen jeweils ähneln. Ich habe mich im White Racial Identity Development erschreckend oft wiedergefunden und ich nehme an, das geht fast jeder weißen Person so, die dieses Modell das erste mal durchgeht. [1]

Auch das Relationship Smörgåsbord, auf der die verschiedenen Ebenen der eigenen Beziehung dargestellt werden können, wird vorgestellt. Es ist eine wahnsinnige Bereicherung für Beziehungen, Ebenen wie Care-Arbeit, rechtliche Fragen, Romantik, Kink, Finanzen, Exklusivität, Zukunftspläne usw. vor Augen zu haben und darüber reden zu können. [2]

Dass dieses Buch so abgenutzt ist, zeigt schon wie oft ich es in der Hand hatte. Ich kann es allen ans Herz legen und gebe 5 von 5 Sternen. Liebe und Macht schließen sich gegenseitig aus - wenn wir Machtstrukturen in Beziehungen abbauen, profitieren wir alle. Dieses Buch gibt uns die Tools dazu.

„Für mich muss Liebe, eben weil ich sie so verstehe, grundsätzlich radikal machtkritisch sein. Denn Unterdrückung ist – wenn auch oftmals unbemerkt – strukturelle Gewalt." - Josephine Apraku

[1] https://en.wikipedia.org/wiki/White_R...
[2] https://polytreff-stuttgart.de/2022/0...
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