Frankfurt am Main, im Jahr 1830. Während eines rauschenden Fastnachtsballs wird Millicent Wohl, eine junge und wissbegierige Frau, plötzlich Zeugin eines brutalen Raubüberfalls in einem Museum. Eine schwarze Gestalt eilt an ihr vorüber – und verschwindet im Nichts. Milli versucht den Diebstahl aufzuklären, doch niemand glaubt ihren Hinweisen. Da erhält sie Hilfe von unerwarteter Seite: der alte Goethe ist inkognito in Frankfurt, und der Dichterfürst hat ein großes Interesse an der Wiederbeschaffung des Diebesguts. Eine atemlose Jagd auf finstere Mächte und Sagengestalten beginnt …
T.S. Orgel ist das gemeinsame Pseudonym der Brüder Tom und Stephan Orgel.
Tom Orgel wurde im März 1973 in Görlitz geboren. Er ist Mediengestalter und diplomierter Grafik-Designer und arbeitete bereits als Dozent, Herausgeber und Redakteur eines Kunstmagazins und in der Art Direktion mehrerer Werbeagenturen. Heute lebt er mit Frau und Kind im Spessart und verdient sein Geld als selbständiger Grafik-Designer und Texter. Er bekämpft seinen Rollenspielentzug mit dem Schreiben von phantastischen Erzählungen.
Sein Bruder Stephan Orgel, Jahrgang 1976, ist Verlagskaufmann und hat Betriebswirtschaft studiert. Er lebt und arbeitet heute irgendwo in Hessen in der Verlagsbranche, unter anderem als Redakteur für ein Fachmagazin. Er ist begeisterter Rollenspieler und verbringt einen Großteil seiner Freizeit mit dem Schreiben von phantastischen Geschichten.
Dieser historische Mysteriekrimi hat mich sofort angesprochen, als ich das Buch in der Vorschau gesehen habe. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass es bei Lovelybooks dazu eine Leserunde gab und ich mitlesen durfte. Interessant ist auch der Fakt, dass es die Geschichte zuerst als Hörbuch gab und erst danach als Print. Für Fantasyleser ist T.S. Orgel sicherlich ein Begriff - für mich war es das erste Buch des Autorenduos Tom und Stephan Orgel.
Februar 1830 in Frankfurt am Main. Die Bürger der Stadt feiern in den Sälen des Senckenberg Museum ausgelassen Fastnacht. Während sich die Faschingsnarren amüsieren, geschieht im Untergeschoß des Museums ein brutaler Raubüberfall. Die junge Millicent Wohl wird Zeugin des Übergiffs auf ihren älteren Kollegen und sieht einen Mann mit dem Schädel Friedrich Schillers fliehen. Milli nimmt wagemutig die Verfolgung des Diebes auf - leider erfolglos. Die hiesige Polizei agiert ziemlich lasch. Sie ist nicht wirklich interessiert, den für sie unwichtigen Diebstahl aufzuklären, doch Milli lässt der Raub keine Ruhe. Der Schädel ist eine Leihgabe des berühmten Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe an das Museum, der seinen Adlatus Abaris zu Milli schickt. Gemeinsam sollen sie den Schädel von Friedrich Schiller wiederbeschaffen und Millicent ahnt nicht, dass dieser Auftrag sie zu Geheimgesellschaften, Sagengestalten und einem Zirkus führen wird....
Was für eine coole Geschichte! Das Autorenduo erzählt mit sehr viel Humor und bildhaften Beschreibungen des historischen Frankfurts eine spannende mystische Geschichte. Schillers Dichterfreund Goethe ist zu dieser Zeit ein alter grantelnder Mann, der sich inkognito in Frankfurt aufhält. Mit seinem geheimnisvollen Adlatus Abaris, der Milli unterstützen soll und dem Kutscher Heinrich begeben wir uns als Leser auf eine spannende Verfolgungsjagd. Was zu Beginn nach einem kleinen und vorallem rätselhaften Überfall ausgesehen hat, entpuppt sich sehr schnell zu weitaus Größerem.
Der Spannungsbogen wird von Beginn an mit dem Raubüberfall und dem mystischen Verschwinden des Schädels von Friedrich Schiller hervorragend aufgebaut. Die Charakterbildung der Figuren ist absolut gelungen. Sie wurden mit viel Liebe ins Detail beschrieben. Mit Millicent haben wir eine äußerst liebenswerte, anfangs noch schüchterne, jedoch mit der Zeit eine sehr emanzipierte junge Frau als Hauptfigur. Sie ist mutig und intelligent. Ihr zur Seite steht der geheimnisvolle und undurchschaubare Abaris, der ihr immer wieder in brenzligen Situationen zu Hilfe kommt. Kutscher Heinrich vervollständigt das interessante Trio. Von Goethe erhalten wir ein sehr interessantes Bild. Der vor sich hin grantelnde alte Mann mit anhaltenden Zahnschmerzen geht seiner Wirtin ziemlich auf die Nerven und doch ist er der Schlüssel zum Geheimnis rund um Geheimbünde und Verschwörungen. Einen ebenfalls großen Teil nimmt das "fahrende Volk" ein, wobei das Autorenduo auf die noch bis heute andauernden Vorurteile und unseren Umgang mit Minderheiten eingeht. Wer die Gegenspieler sind und was es mit dem Schädel auf sich hat, wird erst im Laufe des Buchs erklärt, wobei es am Ende zu einem tollen Showdown kommt.
Besonders gefallen hat mir der Erzählstil. Der versteckte Humor zwischen den Zeilen, die Anspielungen auf Werke der beiden Dichtergrößen und der Hauch an Mystik, der für mich als Nicht-Fantasy-Leserin genau richtig war. Die bildhaften Beschreibungen von Frankfurt und der Umgebung sind ebenfalls gelungen.
Die Geschichte um den Raub ist am Ende zwar abgeschlossen, jedoch gibt es einen kleinen Vorgeschmack auf ein hoffentlich weiteres Abenteuer mit Millicent. Ich würde mich sehr darüber freuen.
Fazit: Ein historischer Roman mit einem Hauch Mystik und Abenteuer, der mich sehr gut unterhalten hat. Die humorvollen Dialoge und die facettenreichen Charaktere haben die Lesefreude noch gesteigert. Doch auch das Düstere und Geheimnisvolle kommt nicht zu kurz. Für mich als kaum Fantasy-Leser hatte diese Geschichte die perfekte Mischung. Eine Leseempfehlung!
Das Buch hat mich wahnsinnig neugierig gemacht und konnte mich auch nicht enttäuschen.
Milli wird Zeugin eines Diebstahls und gerät so in ein wirklich spannendes Abenteuer. Es wurde nämlich der Schädel von Friedrich Schiller entwendet. Die junge Frau begibt sich im Auftrag von Niemand geringerem als Goethe auf die Suche nach dem Diebesgut. Das wird nicht ganz einfach, denn die Gegner machen es ihr nicht besonders leicht und schrecken auch vor Mord nicht zurück.
An ihrer Seite Goethes Adjudant Abaris, in dem mehr steckt, als es scheint, und der Kutscher Heinrich. Die Story steckt voller toller Sachen die es zu entdecken gibt und wird von der ein oder anderen Überraschung begleitet. Es gibt hier viele tolle Einflüsse. Nicht nur Goethe spielt eine erheblich Rolle, sondern auch verschiedene Gestalten nicht menschlichen Ursprungs. Der Autor schafft es einen in das Geschehen zu ziehen und sorgt dafür, dass man sich nur schwer vom Buch trennen kann, da man ständig wissen will was als nächstes kommt und dahinter steckt.
Milli ist ein richtig toller Charakter. Eine junge Frau, die sich Gehör verschafft, klug, wissbegierig und wahnsinnig sympathisch ist.
Auch die anderen Charaktere sind wahnsinnig toll getroffen. Egal ob Abaris, Goethe, Heinrich oder die Nebencharaktere.
Fazit
Mit viel Witz und einer tollen Handlung, bringt der Autor hier eine super Story an den Start. Mich für meinen Teil konnte der Verlauf wirklich begeistern und wahnsinniggut unterhalten. Milli ist ein toller Charakter mit dem ich wirklich gern unterwegs war und ich mochte sie vom Fleck weg. Ebenso ihre Verbündeten in diesem Fall. Das Ende deutet ja einen kommenden Fall an und darüber würde ich mich wirklich freuen. Von mir gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Johann Wolfgang von Goethe wird vieles nachgesagt, was er angeblich getan haben und in welchen Gruppierungen er sich angeschlossen haben soll. In diesem Mystery-Krimi greifen die Brüder Orgel genau dieses Thema auf. Wir schreiben das Jahr 1830 als die Museumsangestellte Millicent Wohl Zeugin eines Diebstahls wird. Das Diebesgut: Der Schädel von Friedrich Schiller. Kein Offizieller glaubt der Angestellten, als sie plötzlich unerwartet Hilfe von Johann Wolfgang von Goethe erhält, der sich inkognito in Frankfurt aufhält.
Damit sind schon viele Zutaten genannt, die diesen Roman ausmachen. Neben den beiden Autoren und der Museumsangestellten kommen noch der Adlatus und der Kutscher von Goethe ins Spiel. Wer die Gegenspieler sind und was es mit dem Schädel auf sich hat, wird erst im Laufe des Buchs erklärt. Bis es soweit ist, gibt es nämlich relativ viel zwischenmenschliche Beziehungskonversation zwischen den einzelnen Parteien, so wie es der ein oder andere Leser aus vergleichbaren Roman kennt. Ein wenig erinnert mich die hier erzählte Beziehung zwischen Goethe und seinem Adlatus ein wenig an Sherlock Holmes und Watson, wobei in diesem Fall Millicent einen wesentlichen Beitrag zu innerhalb der Ermittlungsarbeiten beiträgt. Die beiden Autoren lassen es sich in diesem Zuge nicht nehmen, die schwierige Stellung einer gebildeten Frau in jenen Zeit herauszukitzeln.
Alle Figuren des Romans sind sehr sympathisch und ansprechend dargestellt, was sogar auch für die Widersacher gilt. Zusammen mit einer wendungsreichen und unvorhersehbaren Geschichte sorgt dieses Buch für viel Unterhaltung und spannende Momente. Die Mystery-Einlagen tragen hier maßgeblich dazu bei, dass die Geschichte sich ein wenig unerwartet entwickelt (mehr verrate ich jetzt vom Inhalt wirklich nicht mehr). Allerdings muss der Leser diese Art von Romanen mögen, in denen historischen Figuren ein wenig Mystik eingehaucht wird.
Fazit
Ich fand den Roman sehr unterhaltsam. Die Kombi der unterschiedlichen Figuren ist ebenso gelungen wie die Verstrickungen dieser innerhalb der Erzählung. Ob die Mystery-Elemente wirklich hätten sein müssen, lasse ich mal dahingestellt, auch wenn sie für Überraschungen und Abwechslung sorgen. Auf jeden Fall muss der Leser Romane mit historischen Figuren ohne direkten Bezug zur Vergangenheit mögen.
Unter dem Autorennamen T. S. Orgel haben die beiden Orgel- Brüder ihr Werk „Die Schattensammlerin – Dichter und Dämonen“ veröffentlicht, welches sich nur schwer in ein Genre einordnen lässt. Vielmehr ist es ein gelungener Mix aus historischem Kriminalroman und einer guten Prise Fantasy. Dabei lässt sich das Werk ohne weitere Vorkenntnisse lesen.
Klappentext: Frankfurt am Main, im Jahr 1830. Während eines rauschenden Fastnachtsballs wird Millicent Wohl, eine junge und wissbegierige Frau, plötzlich Zeugin eines brutalen Raubüberfalls in einem Museum. Eine schwarze Gestalt eilt an ihr vorüber – und verschwindet im Nichts. Milli versucht den Diebstahl aufzuklären, doch niemand glaubt ihren Hinweisen. Da erhält sie Hilfe von unerwarteter Seite: der alte Goethe ist inkognito in Frankfurt, und der Dichterfürst hat ein großes Interesse an der Wiederbeschaffung des Diebesguts. Eine atemlose Jagd auf finstere Mächte und Sagengestalten beginnt …
Schon vor längerer Zeit hatte ich mal ein Buch von Tom und Stephan Orgel in den Händen. Leider muss ich gestehen, dass ich mich damals mit dem Fantasybuch „Orks vs. Zwerge“ schwer getan habe, dafür war ich einfach zu sehr Team Zwerge. Da mich aber schon der ein oder andere Klappentext von ihren Büchern geködert hat, wollte ich den beiden Autoren noch eine Chance geben. Und ich wurde echt nicht enttäuscht, konnte mich „Die Schattensammlerin – Dichter und Dämonen“ wahrlich positiv überraschen. Schon der Schreibstil ist sehr angenehm. Auch wenn dieses Werk aus der Feder von zwei Autoren stammt, ist der Stil sehr flüssig. Ich konnte in diesem Werk nicht ausmachen, wer für welchen Part im Buch verantwortlich war und konnte auch keine Stolpersteine im Bezug auf einen Bruch im Schreibstil erkennen. Dabei schafft es das Autorenduo, dass der Leser in den Bann gezogen wird. Die Geschichte wird temporeich und voller Spannung erzählt. Dennoch wird eine gekonnte Atmosphäre aufgebaut, dass man als Leser das Gefühl hat, man befindet sich derzeit im verschneiten Frankfurt im Jahre 1830. Gefallen hat mir auch der Humor in diesem Buch, es werden einige humorvolle Andeutungen gemacht, sodass ich oftmals während des Lesens schmunzeln musste. Erst während ich das Buch gelesen habe, habe ich erfahren, dass dies ursprünglich ein Hörspiel ist. Dennoch fand ich die Übertragung in das Buchformat sehr gelungen. Der temporeiche Stil hat mir gefallen und permanent wird Spannung erzeugt. Schon auf den ersten Seiten wird durch den Überfall und den damit verbundenen Diebstahl eines Schädels Spannung erzeugt, wobei diese nicht abbricht - sondern permanent aufrecht erhalten wird. Auf vielfältige Weise wird hier Spannung erzeugt, sodass man als Leser nur zu gerne miträtselt, was hinter all dem wohl steckt. Man fragt sich, warum wurde dieser Schädel aus dem Senckenberg Museum gestohlen und was es mit diesem wohl auf sich hat. Zusammen mit Millicent Wohl, der weiblichen Protagonistin begibt man sich auf Lösung des Rätsels. Diese ist eine sympathische und gebildete junge Frau, welche unverheiratet ist. Sie ist neugierig und steht für ihre Freunde ein. Mir war Milli, wie sie oftmals nur im Roman genannt wird, sofort sympathisch. Oftmals tue ich mich mit weiblichen Protagonisten in Büchern schwer, aber bei diesem Charakter nicht. Sie konnte mich mit ihrer toughen Art von sich überzeugen und gebannt habe ich ihren Abenteuern und Entdeckungen mitverfolgt. Sie erlebt den Diebstahl des Schädels mit, kann diesen jedoch nicht verhindern. Bei dieser Tat wird ein Freund von ihr verletzt und auch ihre Anstellung im Museum ist in Gefaht. An ihrer Seite ist Abaris, welcher der Adjutant von Goethe ist. Die beiden lernen sich im Verlauf des Buches kennen und arbeiten schließlich zusammen an der Aufklärung des Diebstahls. Auch dieser Charakter ist gut ausgearbeitet und ihn umgibt ein Geheimnis, welches im Verlauf des Buches gelüftet wird. Mir haben auch gut die Andeutungen gefallen, was Abaris schon alles erlebt hat. Daher hoffe ich, dass wir noch einige Abenteuer mit und über ihn erleben dürfen. Auch die Darstellung von Goethe hat mir gefallen, welcher inkognito in Frankfurt verweilt. In diesem Buch ist Goethe schon ein greiser Mann und ist stark von Zahnschmerzen geplagt. Positiv möchte ich auch noch das „Fahrende Volk“ erwähnen. Diese nehmen während der Handlung eine wichtige Rolle ein und mir hat die Darstellung der einzelnen Charaktere hier sehr gefallen, sodass ich mich freuen würde, mehr über sie zu lesen. Sie würden auf jeden Fall noch viel Material für weitere Erzählungen bieten. Allgemein gefällt mir die Verschmelzung von Fakten und Fiktion hier ziemlich gut. Ein paar Fakten aus dem Leben von Goethe, aber auch von Schiller sind in dieses Werk eingebunden worden, sodass es Spaß macht, diese zu entdecken. Aber natürlich ist auch ein guter Part Fiktion enthalten. Der Fantasyteil hat mir zugesagt, wobei ich mir an manchen Stellen jedoch ein bisschen mehr davon gewünscht hätte. Auch den Genremix finde ich gelungen und es macht Spaß, Seite für Seite tiefer in dieses historische Abenteuer abzutauchen.
Insgesamt hat mich das Autorenduo T. S. Orgel mit seinem Buch „Die Schattensammlerin – Dichter und Dämonen“ ausgezeichnet unterhalten. Sowohl die Handlung, der Schreibstil als auch die Charaktere konnten mich überzeugen, sodass die Seiten nur so dahingeflogen sind. Daher möchte ich 4,5 Sterne vergeben.
Wir befinden uns in Frankfurt am Main im Jahre 1830. Die junge Millicent Wohl ist im Senckenberg Museum angestellt und wird Zeugin des brutalen Raubes an Schillers Schädel. Das ruft neben der Polizei auch den Geber dieser Spende auf den Plan, der kein geringerer ist als der Dichterfürst Goethe. Es beginnt eine spannende Jagd nach dem Schädel, die finstere Mächte und sehr reale Sagengestalten auf den Plan ruft.
Der Schreibstil Ich finde es ja immer spannend, wenn mehrere Autoren zusammen an einem Werk arbeiten, also nicht im Sinne einer Anthologie oder so. Bei “Die Schattensammlerin” könnte ich nicht sagen, wer der beiden Autoren hier welchen Teil geschrieben hat oder dass es beim Lesen irgendwelche signifikanten Unterschiede gab. Ganz im Gegenteil, die Geschichte liest sich super flüssig und hat mich bereits nach kurzer Zeit in ihren Bann gezogen.
Es gibt Raum für viele Beschreibungen und Details, ohne dabei auch nur im Geringsten langweilig zu werden. Stattdessen bin ich Milli gespannt durch ihr Abenteuer gefolgt und habe die vielen Sticheleien der unterschiedlichen Charaktere herzlichst genossen. Das einzige Manko sind ein paar kleine Fehlerchen, mal ein fehlender Buchstabe, mal ein kleiner Logikfehler. Den Lesefluss hat das Ganze jedoch nicht gestört.
Die Charaktere Die junge Millicent Wohl war mir gleich sympathisch. Sie ist bodenständig und belesen und stellt sich mit ihrem Wissensdurst, ihrer Neugier und ihrem immer größer werdenden Mut gegen das herrschende Frauenbild. Doch auch viele weitere Charaktere hat man schnell ins Herz geschlossen, ganz egal, ob sie nur kürzere Rollen spielen oder im ganzen Buch aktiv sind. Hier sind zum Beispiel Abaris, Heinrich und auch Josef zu nennen.
Andere brachten mich innerlich zum Kochen, wie der Herr Hollweg. Doch ich will ja nicht spoilern. Insgesamt sind die Charaktere alle super authentisch und greifbar. Man muss einfach mit ihnen mitfiebern und kann ihre Beweggründe schnell nachfühlen. Und Goethe ist eben Goethe. Als Hörspiel ist dieses Buch gerade in Bezug auf die Charaktere sicher nochmal ein besonderer Genuss. Der Herr Buchner beispielsweise wird in herrlichem Dialekt zu Papier gebracht und natürlich auch so gelesen. Hier hatte ich den Vorteil, dass mir „seine“ Stimme aus der Lesung noch nachhallte, während ich die Dialoge mit ihm gelesen habe.
Die Geschichte Die Geschichte ist so viel mehr als Dichter und Dämonen und doch fast es das Buch recht treffend zusammen. Das historische Frankfurt am Main sowie die anderen Schauplätze werden detailreich und authentisch beschrieben. Man muss es nicht von den Autoren selbst gehört haben, um zu merken, dass hier wirklich viel Recherche-Arbeit drinsteckt.
Doch das betrifft nicht nur die Welt an sich, sondern auch den Charakter des Goethe, Hintergründe und Ereignisse rund um Schillers Schädel und mehr. Nicht zu vergessen sind natürlich die Sagenwesen und Geheimbunde, die zunehmend größere Rollen spielen und der Wolpertinger, den ich nicht unerwähnt lassen kann. Die Sorgfalt, mit der hier Historie und Fantasie miteinander verwogen wurden, lässt die Grenzen zwischen beidem verschwimmen.
Das Geheimnis um Schillers Schädel Ich liebe Geschichten, die die Realität und die Fantasie so miteinander verschmelzen lassen und „Die Schattensammlerin“ ist da wirklich ein Paradebeispiel. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und mehr als einmal dafür gesorgt, dass ich deutlich zu spät ins Bett gegangen bin. Von mir daher eine klare Leseempfehlung und ich hoffe auf einen weiteren Band!
Diese Rezension ist auch auf meinem Blog weltenschmie.de zu finden.
Bei der Schattensammlerin handelt es sich um die junge Millicent Wohl, die mitten in der Fastnachtszeit 1830 in Frankfurt am Main etwas Ungewöhnliches erlebt. Das Senckenberg-Institut (Museum) feiert seine Eröffnung mit einem rauschenden Fest. Die junge Millicent Wohl ist eigentlich als Hilfe des Präparator Josef Buchner angestellt. Doch heute soll sie während des Festes aushelfen. Als sie im Kühlkeller Champagner sucht, bekommt sie mit, wie Josef Buchner überfallen wird. Eine seltsame Gestalt raubt ausschließlich den Schädel Schillers und lässt den Präparator schwer verletzt zurück. Johann Wolfgang von Goethe wird außer sich sein, denn das ist der Schädel seines Dichter-Freundes Schiller, welchen er dem Museum zur Verfügung gestellt hat. Milli verfolgt den Dieb und stolpert direkt in die Fastnachtszüge der ausgelassen feiernden Stadt Frankfurt. Sie verliert den Dieb in einer Sackgasse aus den Augen. Wie kann es sein, dass der von dort verschwunden ist? Es gibt dort keinen anderen Ausgang als den, durch den sie gerade in die Gasse gelaufen ist. Ein kleinwüchsiger Mann musste etwas gesehen haben, stand er doch genau mit dem Blick in die Gasse. Doch auch dieser verschwindet im Getümmel. Bei der Vernehmung wegen des Diebstahls und den Angriff auf den Präparator nehmen die Polizisten die junge Frau nicht ernst. Johann Wolfgang von Goethe lädt Milli in sein Haus ein, denn er glaubt der jungen Frau. Er überredet Milli zusammen mit seinem Adlatus, Herr Abaris, zu der Wiederbeschaffung des Schädels. Der Adlatus ist schon seltsam, aber die Gestalten, die sie treffen werden, sind auch nicht ohne. Seltsame Gestaltwandler und okkulte Beschwörungen machen die ganze Geschichte zu einer sonderbaren Suche nach dem Schädel Schillers. Abenteuer pur Die Schattensammlerin ist ein sehr unterhaltendes Buch. Das Autorenduo, die Brüder Tom und Stephan Orgel, sind keine Neulinge in Sachen Fantastische Literatur. Sie haben schon viele Orks und Zwerge kämpfen und Abenteuer bestehen lassen. Dabei kamen preisgekrönte Bücher heraus. Bei der Schattensammlerin haben sie sich bei den Dichtern Goethe und Schiller bedient, was den Roman noch spannender macht. Außerdem hat man das Gefühl, sie kennen die Orte des Geschehens sehr gut. Die neu errichtete Altstadt Frankfurt ist die perfekte Kulisse. Dort könnte man vielleicht Milli Wohl zwischen den Häusern entdecken. Mir hat es sehr großen Spaß gemacht, die junge Frau auf ihrem Abenteuer zu begleiten. Die Autoren haben ihr eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein auf den Leib geschrieben. Zu dieser Zeit waren die Damen der Gesellschaft sicherlich nicht ganz so modern, wie Millicent sich verhält. Es passt alles perfekt zusammen und die Suche nach dem Schädel Schillers wird nicht langweilig. Immer wieder geschieht etwas, dass den Leser vorantreibt. Ein bisschen Gefrotzel, ein kleiner Kampf, merkwürdige Figuren, die Magie in sich haben. Und natürlich die Dichterfürsten. Ich habe den Verdacht, dass Goethe vielleicht tatsächlich ein klein bisschen so verschroben war, wie die Autoren ihn in ihrem Roman beschrieben haben. Und dieser Adlatus Abaris, ist schon fast liebenswürdig. Ein Abenteuer, das ich sehr gerne gelesen habe. Ich hoffe auf ein Wiedersehen mit der mutigen Millicent Wohl.
Dieses Buch ist das zu Papier gebrachte Hörspiel, das im letzten Dezember in zwei Teilen bei Audible erschienen ist. Es erzählt die komplette Hörspielgeschichte rund um Schillers Schädel und hält sich sehr genau an die Vorlage.
Millicent Wohl arbeitet im Senckenberg-Museum in Frankfurt. Im Jahr 1830 wird sie Zeugin eines Raubüberfalls im Keller des Gebäudes. Anscheinend wurde nur ein Schädel entwendet. Doch da es sich bei diesem um den von Schiller handelt, steht ihr an der Seite von Goethes Adlatus Abaris eine Suche nach den Tätern bevor, der sie zu Geheimgesellschaften, Sagengestalten und einem Zirkus führt.
Die Handlung spielt im Jahr 1830 und den Autoren gelingt es hervorragend die historischen Details und belegten Ereignisse und Personen der damaligen Zeit in ihre Handlung einzubauen. Goethe spielt als alternder, von Zahnschmerzen geplagter Dichter, der sich durch Schillers Schädel neue Schreibideen verspricht, eine wichtige Hintergrundrolle. Diese füllt er, dank seines geschichtlich nicht belegten Geheimaufenthaltes in Frankfurt samt Frankfurter grüner Soße, schmerzerfüllt und eher schlecht gelaunt aus. Sein Adlatus übernimmt den aktiven Part und setzt die Wünsche seines Auftraggebers ergänzt durch seine eigenen Vorstellungen in die Tat um. Ihm zur Seite steht, neben dem Kutscher Heinrich, die junge, wissbegierige Millicent, die mit ihren Kenntnissen und Wagemut überzeugen kann.
Eine hervorragend gelungene Mischung aus Charakteren, die sich jeder Herausforderung stellt und so dem Täter langsam aber sicher auf die Spur kommen. Der Fall ist sehr spannend, entwickelt sich, wächst und stellt immer neue Herausforderungen, die in einem spannenden Finale enden. Dank der Hörspielgrundlage gibt es viele Gespräche zwischen den Charakteren, um die Handlung voranzutreiben.
Da ich zusätzlich auch das Hörspiel gehört habe, kann ich sagen, dass die Handlung hervorragend zu Papier gebracht wurde, allerdings ohne zusätzliche Inhalte zu bieten. Bei der Hörspielfassung hat mir die Besetzung sehr gut gefallen. Das Zusammenspiel funktioniert super, die Action wird gut dargestellt und nur die Sprecherin wird manchmal von für mich störender Musik unterlegt, die das Zuhören erschwerte. Ansonsten perfekte, spannende Unterhaltung mit einem historischen Kriminalfall in Umfeld Goethes.
Zurück zum Buch: Es hat mir sehr gut gefallen, sowohl Buch als auch Hörspiel sind beide hervorragend, wobei man wahrscheinlich nur eine Variante, die einem mehr zusagt, konsumieren muss. Der Fall ist klasse, die mystischen und sagenhaften Inhalte passen perfekt und die Charaktere sind so gelungen, dass ich gerne mehr von ihnen lesen möchte. Geheimgesellschaften passen in die Zeit, die Mitglieder des Zirkus sind ein toller Haufen besonderer Menschen und ihre Gegner sind wunderbar gnadenlos.
Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der gerne historische Geschichten mit einem gehörigen Hauch phantastischem Inhalt liebt, wobei dieser vor allem in der zweiten Hälfte seine Kräfte entfalten darf. Es erwartet die Lesenden ein historisch korrektes Setting voller belegter Persönlichkeiten, die durch gelungene Hauptcharaktere ergänzt werden und in eine stimmige, mitreißende Geschichte hineingeraten, in der nicht nur Schillers Schädel zu Leuchten beginnt. Nur die Schriftart hätte etwas kleiner gewählt werden können, um der Papierknappheit ein bisschen Einhalt zu gebieten!
Die Jagd nach Schiller Schädel hat begonnen – und wir sind hautnah dabei. Schon als ich dieses Buch zum ersten Mal entdeckt habe, wusste ich, das muss ich lesen. Ich liebe es, wenn Fakten und Fiktion vermischt und spannende Abenteuer gewoben werden. Dazu kommt, dass die Autoren einen unglaublich fesselnden Stil haben. Der Humor, der immer wieder mitschwingt oder auch die frechen Dialoge geben der Story das gewisse Etwas und eine angenehme Leichtigkeit, die einen nur so durch die Seiten gleiten lässt. Dennoch merkt man, dass die Autoren sehr viel Zeit auf die Recherche verwendet haben. Neben dem atmosphärischen Setting und der überaus spannenden Handlung sind es aber auch die Charaktere, die diesen Roman so lesenswert machen. Allen voran Protagonistin Milli, die immer wieder über sich hinauswächst, Mut und auch Köpfchen beweist. Unser werter Geheimrat Herr von Goethe spielt in diesem Auftakt eher eine Nebenrolle, die zwar auch wichtig, aber lang nicht so groß ist wie die anderer Akteure. Langer Rede kurzer Sinn: Das Buch ist absolut genial und hat mich gut unterhalten. Den Autoren ist es gelungen, mich nicht nur zu unterhalten, sondern mich mit geschickten Wendungen auch immer wieder aufs Glatteis zu führen. Der ganze Fall ist extrem clever durchdacht und bietet eine Menge Möglichkeiten, die einen immer wieder Rätseln lassen. Besonders charmant finde ich die vielen Bezüge zu anderen Geschichten, die immer mal wieder durchblitzen. Ich freu mich schon sehr auf die Fortsetzung und bin gespannt, was für einen Fall unsere Freunde diesmal lösen müssen. In der Zwischenzeit werde ich mir die Zeit wohl noch mit dem Hörspiel verkürzen, das auch sehr gut sein soll, wie ich nun schon von mehreren Seiten gehört habe.
Wenn die Gebrüder Orgel den begnadeten Schädel Schillers und den stark in die Jahre gekommenen Dichterfürsten Goethe an einen Ort verfrachten; daraus einen Kriminalfall entwickeln und diesen für das frühe 19. Jahrhundert untypisch durch eine junge dynamische Frau lösen lassen, dann sollte daraus ein kurzweiliger Roman entstehen. Stellen die beiden der Protagonistin dann auch noch mysteriöse Charaktere wie einen leicht mephistophelisch wirkenden Helfer Goethes oder Mitglieder einer sehr undurchsichtigen Zirkusgesellschaft an die Seite, dann wird aus einem kurzweiligen Roman auch noch sehr unterhaltsamer.
Zudem stecken in diesem Roman so schön viele mal mehr, mal minder versteckte Andeutungen aus dem Leben Goethes, dass das Buch bei aller Unterhaltung ganz verspielt auch den Intellekt des Lesers kitzelt. Interessant in der Gestaltung war für mich der fließende Übergang von einem recht historischen Kriminalroman zum Beginn hin zu einem fantastischen Kriminalroman mit historischem Setting. Stehen am Anfang des Buches noch Beschreibungen und auch Dialoge über die sich immer mehr modernisierende Welt, die alles Mystische ins Reich der Märchen und Legenden abtuen im Focus der Protagonistin, so beginnt mit ihrer Bekanntschaft mit dem mysteriösen Abaris, dem Helfer Goethes das gefestigte Weltbild zügig ins Wanken zu geraten.
Für mich ist auch dieser Roman ein sehr gelungenes Werk der Gebrüder Orgel, dass einen sehr flüssigen, lebendigen Sprachstil aufweist, der der Geschichte eben jene Kurzweiligkeit beschert, durch die ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte, bevor ich am Ende angelangt war. Ich würde gerne eine Fortsetzung in einem weiteren mysteriösen Kriminalfall lesen.
Frankfurt am Main, im Jahr 1830 Millicent Wohl wird Zeugin eines Raubüberfalls in einem Museum. Sie sieht eine schwarze Gestalt, die verschwindet. Milli versucht dem Dieb auf die Schliche zu kommen. Doch niemand glaubt ihren Hinweisen. Zu dieser Zeit weilt Goethe in Frankfurt und kommt Milli unerwartet zu Hilfe. Goethe hegt großes Interesse daran, dass das Diebesgut wiederbeschafft wird. Es beginnt eine Jagd auf finstere Mächte und Sagengestalten.
„Die Schattensammlerin“ von T.S. Orgel ist eine Mischung aus mystischer Geschichte mit Märchen- und Sagengestalten und historischem Krimi. Die Geschichte spielt in Frankfurt im Jahre 1830. Für mich als alteingesessene Frankfurterin ist es ein Geschenk diese Geschichte zu hören. Die Geschichte ist facettenreich erzählt. Es beginnt mit einem Raub im Museum und die Suche nach dem Dieb. Auch haben historische Persönlichkeiten wie der Geheimrat Goethe ihren Auftritt in der Geschichte und es wird ein Bogen geschlagen zu alten Mythen und Legenden. Das alles ist so gekonnt miteinander verwebt, dass es einfach nur Freude macht der Geschichte zu folgen. Dabei benutzen die Autoren T.S. Orgel eine Sprache die der Handlungszeit gut angepasst ist.
Random House Audio hat die Geschichte als gigantische Hörspielversion veröffentlicht. Die SprecherInnen Leonie Rainer, Tanja Geke, Friedhelm Ptok, Peter Miklusz, Matthias Matschke hauchen den Charakteren Leben ein.
Das Hörspiel „Die Schattensammlerin“ ist eine ganz klare Hörempfehlung.
Dies alles verbinde ich mit diesem fantastischen Roman.
Im verschneiten Frankfurt, beobachtet Milli, wie ihr Mentor im Museum, überfallen wird und ein kostbares Artefakt gestohlen wird. Doch keiner schenkt ihr Glauben und doch lässt der Diebstahl ihr keine Ruhe. Und nicht nur ihr, denn kein geringer als Goethe selbst, möchte dieses einmalige Stück zurückhaben.
Mit Begeisterung habe ich dieses Buch gelesen.
Die junge Milli ist eine außergewöhnliche Frau, gebildet und mit viel Wortwitz ausgestattet. Auch die anderen Protagonisten, sind hervorragende beschrieben und mit Liebe zum Detail beschrieben.
Die Art und Weise wie das Buch geschrieben ist, war ein wahrer Lesegenuss für mich. Die vielen spannenden Dialoge, mal humorvoll bissig und sehr interessant, ebenso die anschaulichen Beschreibungen der Orte und Begebenheiten, haben mich als Leser wie eine Figur in der Story fühlen lassen.
Die Spannung bleibt stets erhalten und viele Rätsel kommen dazu, die ein oder andere unglaubliche Handlung, sowie eine Prise Humor runden das Buch ab.
Gerne möchte ich noch mehr über diese mutige junge Frau lesen und natürlich, auch noch mehr über die anderen Charaktere erfahren. Ich hoffe es kommt noch ein zweiter Band.
Wer eine Story mit Charme, Übernatürlichen Rätseln und einer taffen Heldin sucht, ist hier genau richtig.
Nach einem Diebstahl im Senckenberg-Museum, in dem sie arbeitet, wird Milli in die Suche nach dem gestohlenen Gegenstand - bei dem es sich um nichts geringeres als Schillers Totenschädel handelt - hineingezogen. Da nur Milli den Täter gesehen hat und identifizieren kann, soll sie Abaris, den Adlatus von Goethe, welcher den Schädel dem Museum ausgeliehen hatte, unterstützen. Doch die Suche gestaltet sich schwieriger als gedacht und wird zu einer gefährlichen Schnitzeljagd, deren Spur bis zu einem Geheimkult und dessen dunklen Ritualen führt. Trotz des düsteren Themas ist das Buch mit einer humorvollen Leichtigkeit geschrieben, die einfach nur Spaß beim Lesen macht. Die Charaktere sind vielschichtig gezeichnet. Vor allem der geheimnisvolle Abaris gab mir anfangs Rätsel auf und auch Heinrich ist mir ans Herz gewachsen, während Goethe mit seiner grummeligen Art auf sympathische Weise nervt. Milli ist eine dickköpfige, starke und kluge junge Frau, die sich nichts vorschreiben lässt und auch nicht zimperlich ist. Die Handlung ist durchweg fesselnd und voller fantasievoller Überraschungen. Der Untertitel "Dichter und Dämonen" beschreibt das Gelesene sehr treffend, einzig der Bezug des Titels "Schattensammlerin" zum Inhalt des Buches entzieht sich mir nach wie vor, aber dieses Geheimnis wird hoffentlich bald in einer Fortsetzung gelüftet... Fazit: ein spannender historischer Roman mit Horror- und Fantasy-Elementen.
Genau das, was ich mir von der Geschichte erhofft hab! Es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht und war total unterhaltsam mit gleichzeitig anhaltender Spannung. Wir begleiten die Protagonistin Milli auf dem vermutlich größten Abenteuer ihres Lebens, als sie niemand geringerem als dem Herrn Goethe höchst persönlich in einem kniffligen Fall zur Seite stehen soll. Ich habe förmlich an den Seiten geklebt und habe dabei besonders genossen, dass trotz aller Spannung eine große Portion Humor in den Zeilen mit schwang. Der Charme der Geschichte wird nämlich für mich vorallem über den Schreibstil transportiert, der unglaublich flüssig und packend war. Und für alle, die solche Angsthasen sind wie ich, dieses Buch ist genau das richtige Maß an Krimi für meinen Geschmack. Es ist spannend, nicht zu brutal, kaum gruselig und durchweg unterhaltsam.
ACHTUNG SPOILER: Mein einziger Kritikpunkt ist der für mich eher unpassende übernatürliche Aspekt in der Story, ich hatte gehofft, dass sich alles realistischer aufklären würde, aber das ist vermutlich Geschmackssache.
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Ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht so ganz schlüssig bin, warum es „die Schattensammlerin“ heißt. Für mich ist es nicht ganz mit meinen Vorstellungen aufgegangen und möglicherweise hätte ich eher das Hörspiel hören sollen.
Dass Goethe auftaucht, finde ich ganz interessant, von mir aus hätte er auch mehr Raum bekommen können.
Schillers Schädel wird aus dem Senkenbergmuseum in Frankfurt gestohlen und nur Millicent Wohl kann als Zeugin helfen, den Fall aufzuklären. Dabei aber kommt sie nicht nur mit Goethe in Kontakt, sondern auch mit einer Truppe von Schaustellern. Und gerät selbst unter „Beschuss“. Ich mag die Zeit, in der es spielt: 1890.
An sich ist die Geschichte ja recht unterhaltsam, aber irgendwie bin ich nicht so wirklich warm mit geworden.
Meinung: Für mich ist dieses Buch ein Werk mit Licht und Schatten. Zum Teil bin ich ganz hingerissen von den Charakteren und dem poetischen Charme, zum Teil war mir die Geschichte aber nicht ansprechend genug. Beginnen möchte ich aber mit den positiven Aspekten. Allen voran muss man da wirklich die Figuren benennen. Alleine Goethe und seine rechte Hand fand ich teilweise einfach nur zum Schießen. Man kann sich den eigentlich gutherzigen, aber meist schlecht gelaunten Dichter wunderbar vorstellen. Auch sein Adjutant macht eine klasse Figur. Wo immer er hinkommt, macht er sich meist schnell unbeliebt, ist dabei aber unheimlich sympathisch. Auch die erst schüchterne und irgendwann resolute Millicent macht einfach Spaß. Und wer Kutscher Heinrich nicht in sein Herz lässt, dem ist eh nicht mehr zu helfen.
Ebenso positiv wie die Figuren sind mir die wiederkehrenden Gedichteinwürfe aufgefallen. Ich mag diese kleinen Unterbrechungen, die sehr gut in die Geschichte und ihr historisches Flair passen. Leider gibt es für mich aber auch Schwachstellen, die das Lesen manchmal fad machten. Ich kann gar nicht explizit sagen, woran das gelegen hat, aber trotz vermeintlich viel Action durch häufige Auseinandersetzungen war ich nicht dauerhaft gefesselt. Auch das Ende lies mich nicht unbedingt befriedigt zurück. Die mystischen Einflüsse der Geschichte haben mir ebenso leider nur teilweise gefallen. Das Hin und Her mit den Gauklern war beispielsweise einfach nicht so meins. Daher komme ich hier trotz wirklich tollen Aspekten gesamt gesehen nur auf eine gemischte Bewertung.
Fazit: Ein Buch mit viel historischem Charme und wunderbaren Figuren. Die Geschichte selbst ist für mich ausbaufähig.
1830, Frankfurt am Main. Millicent Wohl arbeitet im Senckenberg Museum und wird während des stürmischen Fastnachtsballs Zeugin, wie ein alter Schädel entwendet wird. Als sie den Dieb verfolgt, löst sich dieser im Getümmel der Feiernden im Nichts auf. Weder Polizei noch ihr Vorgesetzter schenken Millis Beobachtungen große Beachtung, so versucht die junge Frau den Fall selbst aufzuklären und erhält dabei von keinem geringeren als Goethe selbst Hilfe. Der große Dichter weilt derzeit inkognito in der Stadt und hat ein persönliches Interesse an der Aufspürung des Diebesguts, denn der Schädel stammt von seinem guten Freund Schiller. Doch die Jagd gestaltet sich zunehmend schwierig, als sich dunkle Mächte um die Vorkommnisse offenbaren…
Meine Meinung
Ein phantastisches Hörspiel, wie es das Autorengespann T. S. Orgel in »Die Schattensammlerin – Dichter und Dämonen« kreiert haben, ist genau nach meinem Geschmack. Die Mischung aus historischem Setting und realen Persönlichkeiten verknüpft mit einer fiktiven und spannenden Story, die dazu noch mystische Fantasyelemente mitbringt ist in sich perfekt abgestimmt und liefert von der ersten bis zur letzten Hörminute einen hohen Unterhaltungsfaktor mit einer humorvollen Note.
T. S. Orgel entführen ihre Zuhörer in das Jahr 1830, Schauplatz ist Frankfurt am Main und insbesondere das Senckenberg Museum, in dem die Hauptakteurin Millicent Wohl angestellt ist. Die bildhaften Beschreibungen lassen ein lebendiges Bild der damaligen Zeit vor dem inneren Auge entstehen und durch die musikalische Untermalung und das Zusammenspiel der Sprecherinnen und Sprecher entsteht eine fesselnde Atmosphäre, der ich mich nicht entziehen konnte.
Millicent ist eine sympathische Protagonistin, die in ihrer von Männern dominierten Welt einen starken Kampfgeist benötigt und diesen auch immer wieder mutig unter Beweis stellt. In Kombination mit dem verschrobenen Dichter Goethe, der sich derweilen mitten in einer Schreibblockade befindet und dessen Adlatus Abaris sowie dem kampferprobten Kutscher Heinrich ergibt sich ein dynamisches Gespann, die den gestohlenen Schiller-Schädel samt Dieb aufzuspüren hoffen.
Die Handlung entwickelt sich zunächst in einem gemäßigten Tempo, da man zunächst die Charaktere kennenlernt und Informationen zusammengetragen werden. Diese gemächlichen Entwicklungen lassen dennoch keine Langeweile aufkommen, da es unheimlich viel Spaß macht den Stimmen, die teilweise noch von verschiedenen Dialekten geprägt sind, zu lauschen. Zunächst erweckt die Story den Eindruck eines fiktionalen historischen Krimis, doch als sich dann im späteren Verlauf phantastische Elemente dazugesellen, wird ein rasanter Showdown eingeläutet.
Das Gesamtpaket von »Die Schattensammlerin – Dichter und Dämonen« hat mir ausgesprochen gut gefallen, auch wenn es mir am Ende fast schon etwas zu schnell ging. Auf jeden Fall eine Empfehlung für alle Hörerinnen und Hörer, die keine Probleme mit historischen Persönlichkeiten in Fantasystorys haben und Lachern nicht abgeneigt sind. Das Hörspiel ist auch im Taschenbuch erschienen und ist als Reihe angedacht. Ich würde mich auf jeden Fall sehr über neue Abenteuer mit Milli und Co. freuen!
Fazit
Fantasy trifft auf History und dabei kommt ein unterhaltsames wie auch humorvolles Hörerlebnis heraus, dass in das Frankfurt am Main im Jahre 1830 entführt.
Leider konnte mich Die Schattensammlerin: Dichter und Dämonen nicht wirklich überzeugen, sodass ich 2,5 Sterne verteilt habe.
Plot Den Plot fand ich insgesamt sehr vorhersehbar und klischeehaft (wie die random Wurzel, über die Figuren stolpern). Auch ist es schade, dass erst am Ende wirklich fantastische Elemente vorkommen – diese sind dann auch sehr spannend. Das Buch hätte auch einige Seiten kürzer sein können, da manche Szenen irgendwie sehr langgezogen waren und andere den Plot gar nicht vorangebracht haben.
Schreibstil Den Schreibstil fand ich irgendwie anstrengend, bspw. mit dem ausgeschriebenen Dialekt oder den Selbstgesprächen der Figuren. Das Fatshaming hat mich auch genervt, genauso wie der Ableismus. Leute werden als „Krüppel“ bezeichnet, blinde Menschen als gruselig und von einer Figur wird immer von „dem Zwerg“ gesprochen.
Figuren Die Figuren waren mir ebenfalls zu comichaft und zu albern. Die Hauptfigur ist schon etwas not like other girls und ich fand es auch klischeehaft, dass die Russin die Böse ist. Am interessantesten an dem Buch fand ich die Beziehung zwischen Goethe und Schiller, obwohl Schiller schon tot ist, lmao.