Die Stadt Hurricane in Alaska. Hier leben anscheinend aufrechte Bürger ebenso wie entwurzelte Existenzen, die von den Schrecken ihrer Vergangenheit verfolgt werden. Alles verläuft in streng geregelten Bahnen, bis der Sohn des Polizeichefs aus purer Lust zwei Touristen ermordet. Sein Vater begeht einen verhängnisvollen Fehler, indem er versucht die Tat zu vertuschen. Skrupellose Elemente streben nach der Macht. Die Stadt zeigt ihr wahres, bisher nur notdürftig verborgenes Gesicht. Nur die Polizistin Pam Turner stellt sich dem Chaos entgegen. Bis sie feststellen muss, dass sie fast niemandem vertrauen darf.
“Hurricane” ist ein solides und stimmungsvolles Thriller-Hörspiel, dessen Story aber leider nicht mit der hochklassigen Produktion mithalten kann. Die Zutaten der Geschichte ähneln sehr denen der Hörspiel-Serie “Vidan”, was angesichts desselben Autors nicht verwunderlich ist. Wieder geht es um eine idyllische Kleinstadt in atemberaubender Landschaft, die von kriminellen Machenschaften aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Allerdings verzichtet Weber in “Hurricane” auf Mystery-Elemente und bleibt bei der Handlung einigermaßen realistisch.
Das größte Problem des Hörspiels ist die Tatsache, dass man als Hörer:in jederzeit über alle Perspektiven und Absichten voll informiert ist und dadurch nur selten Spannung aufkommt, von überraschenden Wendungen ganz zu schweigen. Auch die teilweise hölzernen Dialoge und die vorab platzierten Teaser der Episoden stören, ebenso wie das überhastete und eher willkürlich herbeigeführte Ende. Die hochkarätige Riege an Sprecher:innen täuscht über viele Schwachstellen hinweg und hält die Story gekonnt am Laufen, so richtig mitreißen will “Hurricane” insgesamt aber leider zu selten.
Ich habe mir nur eins der zehn Kapitel angehört. Ich fand es zwar generell nicht schlecht, aber es hat mich nicht ausreichend angefixt, um mir den Rest noch anzuhören. Die Dialoge wirkten oft nicht glaubhaft: zu sehr auf Hörspiel getrimmt, zu weit von realistischen Dialogen entfernt. Sowohl vom Inhalt der Dialoge her als auch von der Art und Weise, wie der Inhalt gesprochen wurde. Das hat das Hörerlebnis stark beeinträchtigt.