18 gruwel- en griezelverhalen van Peter Handke en andere auteurs: Gerhard Amanshauser, Barbara Frischmuth, Peter O. Chotjewitz, Gabriele Wohnmann, G. F. Jonke, Peter Pongratz, Dominik Steiger, Michael Scharang, Peter Bichsel, Frederike Mayröcker, Gregor Laschen, Ernst Jandl, Gerburg Dieter, H. C. Artmann, Heinz Riedler, Elfriede Jelinek en Thomas Bernhard.
Peter Handke (* 6. Dezember 1942 in Griffen, Kärnten) ist ein österreichischer Schriftsteller und Übersetzer.
Peter Handke is an Avant-garde Austrian novelist and playwright. His body of work has been awarded numerous literary prizes, including the Nobel Prize in Literature in 2019. He has also collaborated with German director Wim Wenders, writing the script for The Wrong Move and co-writing the screenplay for Wings of Desire.
Dieses Buch, ein schmales Bändchen vollständig zu lesen war eine sportliche Leistung. Es hatte wenig mit Lust zu tun. Ich bemühte mich, die Texte „richtig“ zu lesen., aber das Bemühen hat mir wenig gebracht. Ich hatte einfach etwas anderes erwartet. Schließlich erschien der Band in einer Phantastik-Reihe (So wie mir mag es auch vielen auf das Genre ausgerichteten Lesern gegangen sein. Die Autoren spielten mit dem Genre Horror, das macht die Texte kopflastig. Sie sind Produkte der Höhenkamm-Kultur. Sie haben sich mit dem Schrecken beschäftigt, getreu dem Motto, das Peter Handke vorgegeben hat, aber nicht viele haben etwas Gutes, vergnüglich zu Lesendes zustande gebracht. (Er selbst hat die Autoren dazu angeregt, sich mit dem Schrecken zu befassen, so mein Eindruck) Das Gedicht von Jandl mit seiner typografischen Spielerei ist nicht eines seiner besten. Und auch der andere Beitrag, von Frederike Mayröcker, der die Versatzstücke des Horrors ironisch vorführt, erscheint mir nicht als der Gehaltvollste der Autorin. Dass der Text (anders kann man dieses Elaborat nicht nennen) auf das Wahrhaft Schreckliche, das heißt was der Autor (und auch ich stellenweise) als solches empfindet, die Determinierung des Menschen durch die Wirtschaft, seine Reduktion auf den Käufer, ist seinem Text vorangestellt und wird durch die Wiederholungen zum schrecklichen Leseerlebnis, Mit Absicht. Der Titel der ersten Geschichte war seltsam, aber der Inhalt, ein Kind im Säuglingsalter verpuppt seine ganze Welt, so meine Interpretation des rätselhaften Vorganges mit Überziehen von Fäden der ganzen Umgebung, ein Vorgang, der am Ende nicht gestoppt ist ist horrormäßig wenn auch nicht besonders fesselnd. Peter Pongratz „Sonnenuntergang“ ist die vom Sinnlichen intensivste Geschichte. Zwei Irre brechen aus, weil der Himmel die Wolken seltsame Zeichen formen. Am Ende stellt sich ihr Wahn als wahr, als reaal heraus. Eine Metapher für etwas anderes, nicht weniger Unheimliches? Auch von der Geschichte von Barbara Frischmuth habe ich ein konkretes Erinnerungsbild. Sie verschriftlicht einen Alptraum von der Vernichtung der Menschen durch Tiere, aber ohne das Mitleid für den Menschen entsteht. „Der Ghoul von Valle del Oca“ von Peter O. Chotjewitz ist reinlich (?) in ihrer Leichenfressermetophorik, doch Respekt vor seinem Versuch, einen Blick auf den Menschen durch ein ganz anderes Wesen, eben den Ghoul, zu werfen. Um was es G.F. Jonkes Erzählung geht, musste ich erst nachschlagen. Sie ist avantgardistisch, zumindest experimentell, und ich habe nicht geschnallt, wohinaus der Autor mit der Beschreibung Kunstels wollte. Ein Versuch, Erzählmuster zu hinterfragen? „Segelregatta“ von Gabriele Wohmann: Die Autorin will das schreckliche als Disparates aufzeigen, als Weltimmanenz, das was nebenher läuft. Meine Worte scheinen dies bestätigen zu wollen: der Text verstört. Ein weiterer bekannter Autor will auch verstören. Eine verstörende Erfahrung verschriftlichen. Peter Bichsel mit dem alltäglichen Verhalten einer Frau, das doch verstört, „scheinbar Gesichertes wird entlarvt“. Gregor Laschies „Mareen und die Zwischenzeit“ hat mir nichts gebracht, ärgerlich, nur durch die typographische Abwechslung auffällig. Genau dasselbe gilt für die Geschichte von Gerburg Dieter über eine merkwürdige Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau. Die Erzählung von Peter Handke ist typisch für ihn. Ihre Subjektivität ist radikal und hat tatsächlich Horror bei mir ausgelöst durch ihre Schilderung eines Verwandtenbesuches, der einem die Abgründe der Begegnung zwischen Menschen vor Augen führt. H.C. Artmann setzt sich als einziger mit der Beziehung von literarischem Horror und Erlebtem auseinander. Ein an einer Horror-Geschichte schreibender Autor erlebt einen Bombenanschlag, der ihn in seiner Gegenwärtigkeit und Unverständlichkeit sehr erschreckt, als wolle der Autor sagen, dies ist schlimmer, verstörender als jeder literarische Horror. (Wobei ich ihm nur zustimmen kann.) Heinz Riedler führt den Leser in die (Wahn)welt eines psychisch Kranken. Wo ist das Schreckliche? Mit dieser intellektuellen Einstellung hätte ich die Text lesen sollen? Verstörung durch die Perspektive auch hier. Elfriede Jelinek spielt mit dem Motiv des Vampirs. Interessant, anspruchsvoll ihre Erzähltechnik, aber wozu die Anstrengung? Herausforderung des Leserintellekts? Beeindruckend entfaltet Thomas Bernhard in seiner Erzählung „Aufland in Stilfs“ den Niedergang zweier in Isolation lebender Menschen. Das geht einem nahe, diese Ausweglosigkeit, dieser Verfall. Man vergisst dabei die „Außenwelt“ so zwingt Bernhard Bernhard die Aufmerksamkeit auf die Geschichte. Dominik Steiger spielt mit dem Schrecken. Guter Einfall, die Nichtexistenz einer Schreckensgeschichte mit einem am eigenen Leib erfahrenen schrecklichen Unfall zu erklären. In allen meinen Worten klingt die Frustration, die ich beim Lesen empfunden habe, nicht so stark an wie sie wirklich war. Mit dem Niederschreiben der Kritik habe ich die Herausforderung dann doch noch angenommen, aber das ist nicht der Sinn von Literatur, diese intellektuelle Frustbewältigung mittels Sprache zu provozieren, sondern das sinnlich-intellektuelle Vergnügen. Ähnlich anspielungsreich und abstrakt wie die Texte, das Titelbild von Celestino Pilati.