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Die Sonne, so strahlend und Schwarz

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Ein sprachgewaltiger und überraschender Coming-of-Age-Roman für Jugendliche, voller Tiefgang und Gefühl, neu und aufregend.

Seit ihrer ersten Begegnung ist Nova völlig fasziniert von Akoua. Ihre Gedanken kreisen nur noch um dieses Mädchen, das mit ihrem Strahlen Novas Welt zum Leuchten bringt. Es ist Liebe auf den ersten Blick und der Beginn einer aufregenden Zeit voller erster Male. Ein Neuanfang, der keinen Platz mehr für bittere Erinnerungen lässt. Denn Nova ist glücklich und denkt kaum noch an das, was ihre Mutter, ihr kleiner Halbbruder und sie erlebt haben. Doch dann geschieht das Unvorstellbare und der Schmerz kehrt zurück …

Ein temporeicher Versroman mit einer queeren, Schwarzen Protagonistin, die den Mut findet, nach vorn zu schauen.

384 pages, Hardcover

First published July 27, 2022

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About the author

Chantal-Fleur Sandjon

13 books5 followers

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Community Reviews

5 stars
185 (52%)
4 stars
116 (33%)
3 stars
37 (10%)
2 stars
10 (2%)
1 star
2 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 46 reviews
Profile Image for leynes.
1,322 reviews3,711 followers
September 20, 2024
Chantal-Fleur Sandjons Die Sonne, so strahlend und Schwarz stand schon gaaaanz lange auf meiner Wunschliste. Wie viele von euch wissen bin ich großer Fan von Elizabeth Acevedos Versromanen für Jugendliche. Seit jeher habe ich mir gewünscht, dass wir einen Roman im Stil von The Poet X auch mal auf Deutsch bekommen. Ich weiß, solche Vergleiche hinken oft, aber mir war vor Sandjons Buch kein einziger deutschsprachiger Versroman für Jugendliche mit einem Schwarzen Hauptcharakter bekannt. Es würde mich wirklich nicht wundern, wenn Die Sonne, so strahlend und Schwarz der erste Roman dieser Art im deutschsprachigen Raum ist. Mögen viele weitere folgen. <3

Es handelt sich hier um ein Coming-of-Age-Roman, in dem es auch um schwere Themen wie Rassismus, häusliche Gewalt, Alkoholismus und gewolltes (und ungewolltes) lesbisches Coming-out geht. Wir folgen der 17-jährigen Nova Nyanyoh, die gerade mir ihrer Mutter Rebekka und ihrem kleinen Bruder Cosmos aus einem Berliner Frauenhaus aus- und in eine neue Wohnung eingezogen. Nova freut sich auf einen Neuanfang – ohne die Schläge von Cosmos' Vater Marcus, die zuletzt ihren Arm zertrümmert und aus Rebekka eine Trinkerin gemacht haben. Mit in ihr neues Leben nimmt sie einen wichtigen Teil ihres alten: ihre Rollschuhe, denn Nova ist Rollkunstläuferin. In der Halle hat sie gelernt, was dem Roman als Motto vorangestellt ist: "Wichtig ist nicht / ob du fällst / denn das wirst du / wieder und immer wieder. / Wichtig ist nur / was nach dem Fall / geschieht."

Nova hat das schon oft erlebt. Hinzufallen. Geschubst zu werden. Nicht nur von ihrem Stiefvater. Auch von ihren Mitschülern. Denn Nova ist Schwarz und wird so von ihren weißen Klassenkamerad*innen anders gemacht. Damit sich keine mit Spucke geformten Papierkügelchen mehr in ihren krausen Haaren verfangen, hat sie irgendwann angefangen, diese zu glätten.

Beim Aufstehen und Weitertanzen, nicht auf der Hallenbahn, sondern im Leben, begleiten wir Nova in diesem 384 Seiten starken Roman. Denn der Stiefvater kehrt zurück. Und Nova schafft es zu handeln: Sie rettet sich und ihren kleinen Bruder. Dass sie das kann, hat sie Akoua zu verdanken. Das Mädchen, mit dem sie ihre erste Liebe erlebt. Und das ihr hilft, sie selbst zu sein.

Die Sonne, so strahlend und Schwarz ist ein Roman, der von Selbstermächtigung erzählt. Es ist kein "Problembuch", das sich von -ismus zu -ismus hangelt, sondern in erster Linie ein Roman, der von Liebe und Resilienz erzählt.

Ich muss eingestehen, dass mich der Roman sprachlich, ganz im Gegensatz zu lyrischen Meisterwerken wie The Poet X oder Clap When You Land, nicht aus den Socken gehauen hat. Ich fand die Sprache eher mittelmäßig. Die Verse oft zu prosa-artig. Die gewählten Worte oft sehr kitschig. Trotzdem musste ich dem Buch fünf Sterne geben, denn es ist mit Abstand das beste Buch, das das Thema häusliche Gewalt behandelt, das ich jemals gelesen habe.

Die Beschreibung der häuslichen Gewalt war so eindrücklich, so erschüttert, sie hat mich in ihrer ganzen Wucht getroffen. Dieses Buch ist so wichtig, ist Zeuge, zeigt Wege raus auf. Ich bin selbst zum Glück nie Opfer häuslicher Gewalt geworden, aber alleine das Lesen hat mir gereicht. Der Stiefvater Marcus war so eine erdrückende Präsens in diesem Buch und warf einen so erstickenden Schatten – es war kaum auszuhalten. [Insgesamt große Triggerwarnung, was das Thema betrifft, weil einige seiner Ausbrüche und ihre Konsequenzen, bspw. dass Rebekka ihr ungeborenes Kind verliert nach einem Tritt in den Buch, eindrücklich beschrieben werden.] Meine ganze Anmerkungen zu ihm ("IT'S ON SIGHT", "LET'S FIGHT" und finally: "let's kill him") habe ich wirklich wörtlich so gemeint. Ich war soooooo unendlich froh und erleichtert, dass Nova es da rausschafft und am Ende für sich und ihren kleinen Bruder die Reißleine zieht und den Kontakt zur Mutter abbricht, die Marcus immer wieder verzeiht und in die Wohnung lässt, obwohl er ihrer Tochter den fucking Arm gebrochen hat. Es ist eine fucking harte Entscheidung, aber die einzig richtige.

Inhaltlich hat mich dieser Handlungsstrang total abgeholt und gefesselt. Ich hab das Buch innerhalb eines Tages gelesen, weil ich wissen musste, dass Nova und Cosmos aus dieser Scheiße rauskommen. Den Handlungsstrang mit Akoua und der ersten Beziehung der Protagonistin war cute, aber jetzt nicht zu 100% meins. Dafür bin ich vielleicht einfach schon zu alt und hab' solche Geschichte (Misskommunikation inklusive, ugh) zu oft gelesen.

Wie auch immer, Die Sonne, so strahlend und Schwarz ist ein toller Roman, der mir unheimlich viel bedeutet. Und auch der erste deutschsprachige Roman, in dem die Protagonistin einen Teil meiner Identität teilt (weiße deutsche Mutter und Schwarzer kamerunischer Vater, woo hoo! – auch wenn ihr Vater aufgrund der rassistischen Politik der DDR das Land zwangsmäßig verlassen musste). Bücher wie diese geben mir Hoffnung für die Zukunft. Ich find's einfach so nice, dass Schwarze Kids heute sowas lesen können und nicht irgendwelche Stories von weißen Autor*innen, in denen sie nie vorkommen oder wenn, dann nur abgewertet werden. This is the future. Hope this gets translated someday [if you don't find anyone, hit me up, I'll do it for free.]

And thanks, Chantal-Fleur, for introducing me to Véronique Tadjo and Tanella Boni (zwei ivorische Dichterinnen). Sehr fein. Da hat man gleich wieder Stoff für die Leseliste. :>
Profile Image for Elena.
1,041 reviews417 followers
August 5, 2022
"Auch ich träume
mit offenen Augen
von einer Sonne
so strahlend und Schwarz."

- Chantal-Fleur Sandjon, "Die Sonne, so strahlend und Schwarz"

Nova fühlt sich endlich heimisch und frei in der neuen Wohnung in Berlin, die sie mit ihrem kleinen Bruder und ihrer Mutter bewohnt. Alles wird besser hier, das spürt sie, sie denkt kaum noch an den Schmerz und die dunklen Tage, die sie durchlebt hat. Sie schließt neue Freundschaften, schöpft Kraft aus den Alten und plötzlich steht auch noch Akoua vor ihr, die strahlt wie die Sonne und noch mehr Licht in Novas Leben lässt. Doch dann holt die Vergangenheit sie wieder ein und Nova weiß nicht, wie sie ihr entkommen kann.

Was für ein besonderes literarisches Debüt! Chantal-Fleur Sandjons Roman "Die Sonne, so strahlend und Schwarz" ist in Versform geschrieben, kunstvoll erstrecken sich die Worte teilweise wie Bilder über die Seiten und die Sätze klingen im Kopf ganz außergewöhnlich schön nach. Sowohl optisch, als auch stilistisch bietet dieses Buch total viel!

Erzählt wird die Geschichte der queeren Schwarzen Protagonistin Nova, die sich, ihren Bruder und ihre Mutter aus einem Umfeld häuslicher Gewalt zu befreien versucht, ihre erste große Liebe findet, überlegt, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte und mit Rassismus sowie Queerfeindlichkeit zu kämpfen hat. Chantal-Fleur Sandjon fügt durch ihren Roman der Buchwelt eine neue, vielfältige Stimme hinzu, die mich gerade ob der erzählerischen Form sehr berührt hat.

"Die Sonne, so strahlend und Schwarz" liest sich wirklich wunderschön, hallt nach und fesselt gerade auch aufgrund der vielen Facetten des Aufwachsens, die angesprochen werden. Ein toller Coming-Of-Age Roman einer afrodeutschen Autorin, den ich sehr gerne empfehle, nicht nur jugendlichen Leser*innen!
Profile Image for Liam.
94 reviews135 followers
July 26, 2022
[Vielen Dank an Chantal-Fleur Sandjon und den Thienemann-Esslinger Verlag für das Rezensionsexemplar!]

TW: häusliche Gewalt, Rassismus, Mobbing, Fehlgeburt, Selbstmord, Gewalt, HP-Anspielungen, Alkoholismus

Als ich das Cover von „Die Sonne, so strahlend und Schwarz“ zum ersten Mal gesehen habe, wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Deswegen war ich überglücklich, als der Thienemann-Esslinger Verlag mir angeboten hat, mir ein Rezensionsexemplar zu schicken. Nochmal vielen Dank!

„Die Sonne, so strahlend und schwarz“ ist eine Liebesgeschichte in Versform zwischen zwei Schwarzen queeren Mädchen, die in Berlin spielt.

Besonders gut gefallen hat mir der kreative Umfang mit der Form. Das Buch ist nicht einfach nur in Versen geschrieben – auf manchen Seiten befindet sich nur ein Wort, andere stehen auf dem Kopf, und manchmal stellen die Wörter Formen wie Herzen oder Eiskugeln dar. Es macht wirklich Spaß, ein Buch so zu lesen, und die Geschichte wirkt dadurch noch viel realer.

Auch die Charaktere sind mir schon nach wenigen Seiten ans Herz gewachsen. Nova ist eine unglaublich starke und beeindruckende Protagonistin, und ihre Liebesgeschichte mit Akoua ist zuckersüß und emotional. (Übrigens gibt es auch eine nichtbinäre Nebenfigur, Felix*. Ich freue mich immer über trans Repräsentation in Büchern, besonders wenn sie so gut gelungen ist wie in diesem Fall.)

Das Buch thematisiert aber nicht nur eine süße queere Sommerliebe, sondern auch deutlich ernstere Themen (siehe Triggerwarnungen oben). Da ich von keinem dieser Themen direkt betroffen bin, kann ich nicht beurteilen, wie gut sie in dem Buch umgesetzt worden sind, aber mir persönlich hat es sehr gut gefallen, wie die Autorin Themen, die auf völlig unterschiedliche Weise emotional sind (z.B. erste Liebe vs. häusliche Gewalt, queer joy vs. Rassismus) zu einer wunderschönen Geschichte verwoben hat.

Also wenn ihr noch nach der perfekten Strandlektüre sucht oder ein Buch für den Sommer-TBR braucht – lest „Die Sonne, so strahlend und Schwarz“!
Profile Image for Selin.
50 reviews3 followers
December 1, 2025
Musste grad in der Bahn weinen

Wowoowowowow
Ich bin ganz bewegt und konnte mich zwischen 4 und 5 Sternen nicht entscheiden

Später Review
Profile Image for Dean_o.
239 reviews70 followers
March 28, 2024
"Die Sonne, so strahlend und Schwarz" ist ein Schwarzer, queerer Roman in Versform einer afrodeutschen Autorin, der in einem großen deutschen Verlag herausgebracht wurde. Leider ist das in der deutschen Literaturlandschaft noch die absolute Seltenheit. Umso wichtiger, dass wir die Autor*innen unterstützen, die es trotz allen Widrigkeiten geschafft haben!

Ganz abseits davon ist dies aber auch einfach ein absolut wunderschönes Buch.
Die Autorin schafft es die vielen Seiten und Erfahrungen der Protagonistin darzustellen, mal stark und mutig, mal wütend und am Boden zerstört.
Absolut schön geschriebenes, mitreißendes, emotionales und vor allem so wichtiges Buch.
Nicht nur für Jugendliche, nicht nur für Schwarze Jugendliche, sondern für uns alle.

TW: Rassismus, (häusliche) Gewalt, Alkoholismus, Fehlgeburt, Selbstmord
Profile Image for Lowin1000.
590 reviews7 followers
September 23, 2022
Rezension 


Zuerst muss ich sagen kam ich nicht in das Buch,, Die Sonne so Strahlend und Schwarz ", von Chantal-Flur Sandjorn rein. 


Warum? Naja, ich wurde von der Art überrascht, das es ein Versroman ist und kein klassischer Roman. Diese Story hätte ich klassisch besser gefunden. 


Manchmal kam es mir vor das die Autorin erstmal indirekt die Botschaft im Buch vermittelt. Wie es ist schwarz und queer zu sein, keine gute Kombi. Leider… 


Langsam wird Spannung und beklemmung aufgebaut, was wirklich mit Nova los ist. Da bin ich bisschen geschockt das es keine Triggerwarnung gibt!


Es geht um häusliche Gewalt. Ich denke das es einige triggern würde. Ich persönlich bin selbst Opfer von körperlicher, seelischer, häuslichen Gewalt in meiner Kindheit und konnte die Situation von Nova nachvollziehen. 


Das was Nova am Ende getan hat verlangt großen Mut. Ich bin sehr stolz auf sie und auf jeden Menschen der sein Schicksal selbst in die Hand legt. 


Ein gutes Buch im Nachhinein mit noch mehr Möglichkeiten. Ich kann es an die Menschen empfehlen, die sich mal einlassen möchten, wie es wäre schwarz zu sein. Da man in die Gedankenwelt von Nova eindringt. Aber auch an die Menschen die Mut brauchen. 


Die Liebesgeschichte ist sanft und leicht. 


Vielen Dank für das Bereitstellen des Leseexemplars an den Verlag! 


Alles Gute eure Jassy! 
Profile Image for Jona Maëlle.
30 reviews2 followers
December 19, 2025
Hab das Buch so geliebt. Am Anfang brauchte ich ein wenig um in den Schreibstil rein zu kommen - das gesamte Buch ist in Versform geschrieben - aber das ging recht schnell. Große Bewunderung dafür, wie die Textform hier den Inhalt trägt und unterstützt! Auch die Story hat mich schnell gepackt. Eine queere coming-of-age love story und Auseinandersetzung mit Anti-Schwarzem-Rassismus sowie mit häuslicher Gewalt. Die Dramaturgie des Textes finde ich ebenfalls sehr gelungen. Kurz vor dem Ende wurde alles nochmal sehr düster und ich habe wirklich richtig selber mitgelitten. Aber das Buch endete so, wie auch sein Grundton ist: empowernd und uplifting.
Profile Image for emma.
2 reviews
January 6, 2024
4.5 💫wunderschön und traurig zugleich
Profile Image for Juliane Seidel.
Author 31 books33 followers
October 10, 2022
Story:
Für Nova ist der Umzug ans andere Ende ein Neubeginn – weg von ihrem gewalttätigen Ziehvater in eine neue Umgebung mit neuen Freunden. Endlich wagt sie es, Hoffnung zu schöpfen und ein wenig zur Ruhe zu kommen, denn in ihrem alten Leben gab es für ihre Mutter, ihren Halbbruder und sie keine Sicherheit. Zudem lernt sie Akoua kennen und lieben, und findet erstmals Glück, als ihre Gefühle erwidert werden. Doch ihr buntes, neues Leben hält nur kurze Zeit an, als sich ihr Ziehvater wieder in das Leben der kleinen Familie drängt und ihre Mutter nicht die Stärke findet, ihn zurück zu weisen …

Eigene Meinung:
Mit dem Jugendbuch „Die Sonne, so strahlend und Schwarz“ legt die afrodeutsche Autorin, Lektorin, Literaturaktivistin Chantal-Fleur Sandjon ihre zweite Veröffentlichung im Jugendbuchgenre vor. Der ungewöhnliche, teils autobiografische Roman entstand im Rahmen eines Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds und erschien im Juli 2022 im Thienemann Verlag.

Die Geschichte von Nova nimmt die Leser*innen von der ersten Seite gefangen – obwohl der Einstieg aufgrund des ungewöhnlichen, stilistischen Mediums zunächst etwas gewöhnungsbedürftig ist. Man begleitet sie in ihr neues Zuhause, wo sie zaghaft Hoffnung schöpft und ihr Leben sich endlich zum guten wendet. Erst nach und nach erfährt man, was ihr widerfahren ist und welche Probleme ihre Familie und sie dazu zwangen, ans andere Ende von Berlin zu ziehen. Doch selbst hier hat Nova mit den Ausläufern ihres alten Lebens zu kämpfen, denn die Spuren häuslicher Gewalt sind zu Beginn noch immer präsent, ebenso wir der Alkoholmissbrauch ihrer Mutter zunehmend schlimmer wird. Und als schließlich ihr Ziehvater wieder bei ihr auftaucht, droht ihr altes Leben mit aller Gewalt erneut über ihren Bruder und sie hereinzubrechen.
Die Autorin spricht viele ernste Themen an, die im Laufe des Buches mal intensiver, mal nur am Rande behandelt werden: (Alltags-)Rassismus, Queerfeindlichkeit und Mobbing, häusliche Gewalt, Alkoholismus und Depression – Nova hat wahrlich viele Probleme zu bewältigen. Dem gegenüber stehen Novas neue Freund*innen und ihre Gefühle für Akoua, die für Nova wie die Sonne strahlt und ihr die Kraft gibt, sich selbst treu zu bleiben und ihren Weg zu gehen. Sehr schön ist auch, wie die Autorin die Kultur ihrer Heimat einflechtet und den Leser*innen kurze Einblicke in gänzlich andere Traditionen und Geschichten gewährt.

Die Figuren sind sehr authentisch und greifbar, man kann sie trotz der wenigen Worte sehr gut erfassen und ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehen. Gerade Nova geht den Leser*innen sehr nahe, weil man stets direkt bei ihr ist und ihre Höhen und Tiefen mitbekommt. Sie ist eine unglaublich starke Figur, die sich trotz aller Widrigkeiten ihren Platz im Leben sucht und bereit ist für sich und ihr Glück zu kämpfen – natürlich im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Auch Akoua und Novas beste Freundin Mitra lernt man sehr gut kennen – auch sie sind starke, weibliche Figuren, die ihren Weg gehen und an ihren Zielen festhalten.

Stilistisch legt Chantal-Fleur Sandjon ein ungewöhnliches Buch vor, das den Leser*innen in Erinnerung bleibt und lange nachhallt. Es mag auf den ersten Blick seltsam erscheinen, die gesamte Geschichte in Versform zu lesen, zumal die Gestaltung der Textblöcke an sich (mal steht nur ein einzelnes Wort auf einer Seite, mal kippen die Wörter in alle Richtungen) zusätzlich eine Bedeutung hat. Daher empfiehlt es sich, den Roman in Buchform oder mit einem größeren Tablett zu lesen, denn die Darstellung des Textes ist nicht für einen kleinen Reader geeignet. Nichtsdestotrotz kann die Geschichte um Nova fesseln und jugendliche Leser*innen für sich gefangen nehmen. Das liegt vor allem daran, dass der Stil insgesamt an den gängigen Chatstil erinnert – nur kurze Sätze, kurze Gedanke und in einigen Punkten nur leichte Andeutungen. Auf diese Art gelingt es der Autorin ihre Figuren wesentlich authentischer und greifbarer zu gestalten, als es ein Buch in Prosaform mit vielen Beschreibungen gekonnt hätte. Gefühlt ist das Buch näher an der heutigen Jugend dran und kann daher umso mehr fesseln.

Fazit:
„Die Sonne, so strahlend und Schwarz“ von Chantal-Fleur Sandjon ist ein tiefgründiges, intensives Jugendbuch, das durch starke, weibliche Figuren und einen außergewöhnlichen, fesselnden Schreibstil in freier Versform besticht. Trotz der vielen ernsten Themen strahlt die Geschichte Lebensmut und Zuversicht aus und zeigt auf, dass es sich lohnt, das Leben in die eigene Hand zu nehmen. Aus queerer und/oder diverser Sicht ist das Buch zudem lange überfällig gewesen, denn es gibt viel zu wenig Literatur von Own Voices Autor*innen. Umso schöner, dass Verlage inzwischen Bücher wie „Die Sonne, so strahlend und Schwarz“ im Programm haben. Wer neugierig geworden ist, sollte unbedingt einen Blick in Chantal-Fleur Sandjons Jugendbuch riskieren, es lohnt sich!
Profile Image for Majo.
11 reviews
December 19, 2023
In jeder Hinsicht so, so lesenswert! Mehr als einmal vor Rührung und Intensität geweint. <3
57 reviews
July 22, 2024
Wow! - Just one word.
What a book!
It doesn't matter how old you are or if you like poems - you definitely should read this book. Every single person in the world should read it. It is just a perfect book.
It is unique, deep, touching, modern ...
Written like a poem it is aesthetic. Telling about violence and fear it is overwhelming. Including every person on this earth it may the first book that is truly inclusive.
I have really never before read such a beautiful and complete book.
Profile Image for Amalie.
71 reviews5 followers
April 28, 2024

So schön, so schrecklich, so intensiv. Man legt es gar nicht weg. Ganz tolles Buch.
Profile Image for Mia.
271 reviews1 follower
April 14, 2024
„Auch ich träume
mit offenen Augen
von einer Sonne
so strahlend und Schwarz.“

Ein richtig, richtig intensives, starkes, wunderbares Buch. Warum gab es solche Bücher nicht, als ich ein Teenie war?
Profile Image for Juli.
65 reviews
April 9, 2024
Mutig und poetisch🖤
Mein erstes Buch 2024, auch wenn es „nur“ ein Vers Roman ist. Ob ich es dieses Jahr schaffe, noch ein zweites zu lesen ? Es bleibt spannend. Danke, Abi
118 reviews
August 23, 2022
Das Buch klang auf dem Buchrücken nach einem ˋnormal´ geschrieben Buch. Es wurde aber eher wie ein Gedicht? geschrieben was vor dem Kauf leider nicht klar war fand ich sehr schade das das Buch eher falsch beworben wurde. Die Story an sich hat mich schon überzeugt aber grade am Anfang hab ich gar nichts verstanden, vorallem auch in welcher Beziehung die Leute zu Nova stehen… Wenn man sich für das Buch interessiert würd ich empfehlen sich vorher mal eine Leseprobe anzuschauen
Profile Image for Littlebookterror.
2,328 reviews92 followers
August 8, 2025
The Geschichte selbst war ziemlich gut, mir hat Nova's Perspektive echt gefallen.
Aber die Poesie war eher mittelmäßig. Sehr modern, eher vollstandige Sätze, die durch Absätze aufgetrennt wurden und manchmal mit etwas Formattierung herumgespielt - da hatte ich mir mehr erhofft.
7 reviews
October 29, 2022
Die Stimme, die dieses Buch einer zu oft verschwiegenen Geschichte verleiht, ist viel zu wichtig, um nicht gehört zu werden.
Profile Image for Minnie.
2 reviews
January 18, 2023
Wunderschön geschrieben mit einem interessanten und kreativen Format über ein wichtiges Thema
Profile Image for Annina.
45 reviews
Read
January 6, 2023
Chantal-Fleur Sandjon nennt es ein Debüt in ihrem Werk, weil sie den mutigen Schritt in ihre eigene Geschichte und ihren Ausdruck macht, der es auch ermöglicht, von ihrem Schmerz zu erzählen. Schon die Gestaltung des Buches macht deutlich dass es die afrikanische Sonne ist, die ihre Geschichte erhellt: sie strahlt dezent auf jeder Seite. Dennoch spürt man das Debüt: die Hauptfigur Nova beginnt zaghaft von ihrem Neubeginn in einer neuen Wohnung mit ihrer Mutter und ihrem Bruder zu erzählen. Was der zurückgelassene Schmerz war, erfährt man erst nach und nach. Zaghaft wirken die Verse zu Beginn, die oft in ein Symbol münden wie zum Beispiel "dieser junge, noch knosprige Frieden" und dort enden, als müsste sie sich auf diesem Wort erstmal ausruhen.
Man spürt die Sensibiliät von dem Mädchen, das mit Natur und Farben starke Empfindungen hat. Lehrmeister und Lektürenhilfen werden sich mit all den Sternen, Steinen, Blumen und Farben schwer tun, weil sie keine platte Symbolik zulassen, sondern als Teil der Geschichte mitwachsen wie Blätter an einer Pflanze.
Mit der Zeit wird sie vertraut mit ihrem neuen Leben und spricht entspannt über ihre neue Liebe, queere Freund:innen, farbige Freund:innen und was sie cooles zusammen erleben. Mein Gefühl war, dass sie hier die Versform öfter hätte loslassen können, damit der Abstand zur Lesenden auch kleiner wird. Die flüssigen Sätze, die die Handlung voranbringen, hätten nicht mehr künstlich in Verse zerhackt werden müssen.
Es kommt zum Zusammenprall der kulturellen Fülle mit dem, was sie unterdrückt hatte. Neben gemeinsamen politischen Aktionen ist es dann auch persönlich für sie Zeit, zu handeln.
Ich finde diese Schnittstelle von Kinderliteratur und politischer Bewegung sehr spannend für beide Seiten. Die Autorin bereitet den Weg für Bücher die nicht bio-europäisch anmuten, die eine uns fremde Logik und Erzähllinie haben, und die hoffentlich irgendwann nicht mehr die Kombination mit Gesellschaftskritik brauchen, um auf dem deutschen Markt akzeptiert zu sein.
Profile Image for Amelie.
35 reviews13 followers
December 29, 2022
» Hier sind wir
und reißen Regenbögen
in das Grau «

»Die Sonne, so strahlend und Schwarz« ist eine unglaublich impactful und wichtige Geschichte, die ich sehr gerne gelesen habe. Es ist nicht der erster Roman in Versform, den ich gelesen habe, aber der erste auf Deutsch als Originalfassung. Obwohl unsere Sprache manchmal sehr unhandlich sein kann, hat Chantal-Fleur Sandjon es fast immer geschafft, mich komplett mitzunehmen.

Es werden nicht nur wichtige Themen behandelt und diskutiert (an dieser Stelle: mir hat leider eine Triggerwarnung für die Geschichte gefehlt {Häusliche Gewalt, Rassismus, Queerfeindlichkeit}), sondern wir bekommen auch einen Einblick in das alltägliche Leben der Protagonistin - Rollschuhfahren, Tanzen, Meerschweinchen & Eis essen. Die Leichtigkeit und das Schöne waren also Teil.

Das Ende hat mich etwas unzufrieden zurückgelassen; einiges, was vorher angerissen wurde, erschien mir im Nachhinein sehr unnötig, weil das Ende es einfach ignoriert und nicht mehr behandelt hat. Ich glaube, es ging mir auf den letzten Seiten etwas schnell, was aber nicht heißt, dass ich das gewählte Ende für falsch halte.

Zwischendurch haben sich einige Lines zu gezwungen angefühlt, und ein paar Entscheidungen der Charaktere haben mich aufgeregt (bin einfach kein Fan von Miscommunication), aber das sind wirklich nur kleine Dinge. Besonders gut fand ich, wie zusätzlich zu line breaks auch mit dem Layout gespielt wurde. Ich liebe es, Dinge in Büchern zu lesen/sehen, die man nicht erwartet, weil es der mainstream Buchmarkt nicht tut.

All in all eine tiefe, bewegende und so wunderbar vielfältige und queere BIPoC Geschichte, die ich jedem ans Herz lege - damit Schwarze Sonnen nicht nur leuchten, sondern auch gesehen werden.
Profile Image for Janine Zachariae.
Author 38 books22 followers
February 12, 2023
as Buch von Chantal-Fleur Sandjon hatte ich zu Weihnachten von meiner Schwester bekommen (stand ganz weit oben auf meiner Wunschliste) und es tatsächlich schon lesen können - yay und weißt du was? Es ist so gut und erschreckend. Ein Highlight für 2023.
Es ist in einer Art Versform verfasst, mit kleineren Texten, die uns Nova näherbringen und dafür sorgen, dass wir auch die Nachrichten gut verstehen können.
Ich war zu Beginn überrascht, bin aber doch echt schnell in den Stil hereingekommen und habe es in Etappen schließlich gelesen. Es ist zu viel für einen Durchgang. Zu viel zu verarbeiten und zu verstehen. Wir haben es Rassismus und Queerfeindlichkeit zu tun und mit einer ähnlichen Situation, wie sie vor ein paar Jahren mit George Floyd geschehen ist. Das hat mich wirklich erschüttert. So etwas soll in Deutschland passieren? Es hat mir auch irgendwo die Augen geöffnet. Was in unserem Land passieren könnte. Die Geschichte ist fiktiv und doch steckt auch Wahrheit darin.
Es hat mich einfach geflasht und sehr beschäftigt.
Häusliche Gewalt spielt eine große Rolle und die Schäden davon.
Nova hat Probleme damit, sich zu öffnen und zu sagen, was tatsächlich los ist.
__
"Die Sonne so strahlend und Schwarz" hat mich umgehauen und das ohne wenn, und aber. Einfach, weil das Buch so ist, wie es ist und viele Figuren interessant gestaltet sind.
Profile Image for Ferina.
57 reviews
December 26, 2022
Die Sonne so strahlend und Schwarz ist ein ganz besonderes Buch auf so vielerlei Art und Weise.
Die Geschichte wird aus Novas Perspektive erzählt, als würde sie ein Gedicht-Tagebuch führen. Zuerst war die Versform etwas ungewohnt, doch man war recht schnell drin.

Die Geschichte greift so viele wichtige Themen auf und behandelt sie mit einer einem emotionalen und lyrischen Fingerspitzengefühl, das man so selten liest. Rassismus und Queerness werden ebenso behandelt wie häusliche Gewalt, Abschiebung und junger Liebe.

Das Buch ist ein pageturner auf seine ganz eigene Art und Weise. Es geht so vieles schnell voran, während stets dieser ruhige Unterton sich durch das Buch zieht.

Anmerkung: Die Formatierung hat anfangs in der NetGalley app und auf dem kindle nicht funktioniert. Erst eine Konvertierung in ein pdf hat das Lesen möglich gemacht.

Für mich ist dieses Buch eines der überraschungshighlights des Jahres und eine absolute Empfehlung!
44 reviews1 follower
November 14, 2022
Überraschend anders. "Die Sonne, so strahlend und schwarz" unterscheidet sich schon durch die Versform von anderen Jugendromanen. Manchmal fand ich das nur ungewöhnlich, manchmal klangvoll und schön. Immer kreativ.
Chantal-Fleur Sandjon vermittelt zu Beginn eine verliebte Leichtigkeit und später eine enorme Beklemmung, macht das Buch dadurch v.a. zum Ende hin zu einem richtigen Page-Turner. Ich glaube, die Autorin will u.a. ein Bild zeichnen (von vielen), wie es ist oder sein kann, als queere schwarze Frau in Deutschland erwachsen zu werden. Das gelingt zum Teil, zum Teil fehlt mir jedoch die Tiefe und die Schärfe, die ein paar mehr Seiten/Zeilen/Worte vielleicht hätten bringen können.

Triggerwarnung: Häusliche Gewalt
Displaying 1 - 30 of 46 reviews

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