Hinter Franziska liegen zwei Jahre in Paris und eine auf erwachsene Art beendete Beziehung. In Sachen Selbstverwirklichung steht sie gut da – abgeschlossenes Studium, solides Einkommen, gesundes Sozialleben, untrügliches Stilempfinden – und doch scheint etwas zu fehlen.
Auf der Suche nach der verlorenen Leichtigkeit sitzt sie in Cafés, arbeitet Aufträge ab, treibt Sport und trifft ihre Um sie herum prallen Lebensentwürfe aufeinander, Stadtflucht und reflektierter Drogenkonsum, authentische Social-Media-Profile und künstlich beschworene Zwischenmenschlichkeit. Franziska beobachtet die Ambivalenzen ihrer Gegenwart ungerührt und schreibt darüber aus sicherer Distanz in einem Romanmanuskript - bis ein unabgeschlossenes Kapitel sie mit großer Wucht einholt.
Mit feinem Humor und einer präzisen Sprache beschreibt Carla Kaspari ein Milieu, ohne ihre vorzuführen, aber auch ohne auf sie hereinzufallen.
Carla Kaspari hat es wirklich getan. Sie hat dem absurden Druck einer Person in der Online-Öffentlichkeit standgehalten. Sie hat das geschrieben, wonach wir alle gesucht haben, dem Faserland unserer Generation. Kaltschnäuzig und professionell.
Zum Glück ist das Buch dabei kein Stück wie Faserland, denn es ist ein Blutbad. Kaspari zeigt eine enorme Empathie für die Figuren, hört sich ihre Beweggründe an wie ein Gefängnispfarrer vor der Hinrichtung. Sie vergibt, aber sie verzeiht nicht. Kaspari weiß ganz genau, wo sich die Yuppies der Generation Y aufhalten. Straßennamengenau. Kennt ihre Marken, Gewohnheiten, Überlegungen. Ihre Verachtung speist sich aus tiefer deontologischer Reflexion. Sie zeigt die Leute, wie sie sind, das ist Schmerz und Strafe genug.
Sie nimmt den Leser an die Hand und führt ihn mit Leichtigkeit völlig in die Irre, bis er selbst reuig zu ihr zurückkehrt und verspricht, nie wieder dem deutschen Autobiografismus zu erliegen. Erst dann wird er an den Kern der Geschichte herangelassen.
Ein Buch für diese Zeit, so selbstreferenziell, dass es jetzt gelesen werden muss, wenn es verstanden werden will. Wie eine Insta-Story mit 24h Verfallsdatum.
Und das allerwichtigste: Sie braucht Berlin dafür nicht, denn Berlin spielt keine Rolle mehr.
Ein Buch wie dieser plötzliche Moment von Klarheit auf einer Party, in dem man aufsteht und nach Hause geht und mit niemandem der Beteiligten je wieder ein Wort wechselt.
Im Mittelpunkt dieses Romans steht die junge Franziska. Sie hat ein Leben, dass von außen gesehen der allgemeinen Zuschreibung: „Perfekt“ entspricht. Sie hat ein tolles Studium abgeschlossen und sogar in Paris studiert, sie hat nun einen guten Job, treibt Sport, hält sich gesund, hatte eine Beziehung, die aber erwachsen gelöst wurde… und so weiter. Von außen alles gut. Aber wie sieht es innen drin aus in Franziska? Sie beginnt ein Roman zu schreiben und beobachtet dafür ihr Umfeld und Freunde. Das erleben wir mit und begleiten sie durch ihren Gedankenwust. Ich empfand es als eine interessante Art der Reflektion! „Wie alle glücklichen Momente war auch dieser vorbei, sobald er wahrgenommen wurde“. (S. 91) Dieses Buch ist aus meiner Sicht ein guter Spiegel unserer Zeit, ein Portrait einer Generation die auf Leistung getrimmt ist und durch das Getrieben sein kaum Zeit findet um zu reflektieren und realisiert, dass das nicht das Ende vom Lied sein kann. Auch der Schreibstil spiegelt dies aus meiner Sicht treffend, auch hier fließt ein, dass man sich nicht näherkommt und die Tiefe fehlt in so mancher Dimension. Carla Kaspari ist bissig, schonungslos und ja, auch witzig, aber hat einen ganz eigenen Humor. Mir hat es Spaß gemacht zu lesen. Klar, es ist sicher ein Buch das polarisiert. Vor allem, weil das Cover eventuell auf eine leichte Sommerlektüre hoffen lässt und dann kommt überraschend guter Inhalt hervor in Form einer besonders gelungenen Milieustudie. Aus meiner Sicht eine gute Wendung, andere mögen enttäuscht sein. Ich hoffe daher inständig, dass das Buch seine Leserschaft finden wird!
Freizeit war ein wirklich vielversprechendes Buch. Das Cover gefällt mir unheimlich gut und lädt für mich zu einem lockeren, sommerlichen Lesevergnügen ein. Leider ist da für mich zu viel schief gelaufen.
Wir begleiten Franziska auf einer Art Selbstfindungstripp. Sie war zwei Jahre in Paris, wo sie ordentlich Geld verdient und halbherzige Beziehungen geführt hat. Zurück in Deutschland merkt sie, dass sich einiges verändert hat und dieses Gefühl, dass irgendwas fehlt, nicht nachlässt. Sie findet nicht wieder ganz in ihre Freundeskreis und mit dem Buch, an dem sie arbeitet, läuft es auch nicht optiomal.
Die Geschichte ist nichts neues und wurde schon unterschiedlich gut erzählt. Diese Version ist eher oberflächlich geblieben und Franziska kam mir nicht wirklich nahe. Gerade am Anfang hatte ich total mit ihrer bockigen, langweiligen Art zu kämpfen. Wäre eine Entwicklung drin gewesen, die nicht erst am Ende etwas durchscheint, hätte ich mich wahrscheinlich mit ihr anfreunden können, so blieb es bei Naja, okay. Leider war die erste Hälfte unendlich zäh für mich. Dag lag unter anderem daran, dass die Autorin sehr viel Wert auf Markennamen und Details gelegt hat. Soll wohl relatable sein, wirkte auf mich leider sehr gewollt. Auch mit dem Schreibstil hatte ich zwischendurch zu kämpfen. Die Geschichte wird in der dritten Person erzählt, was gar nicht funktioniert hat. Dieses ständige “Franziska macht x. Franziska denkt y. Franziska macht z.” hat mir überhaupt nicht gefallen. Franziskas beste Freundin Mina hingegen war mir schnell sympathisch und ich mochte es, dass die Geschichte immer ein bisschen hin und her gesprungen ist und wir beide in Rückblenden noch besser kennen lernen konnten. Auch hier fand ich die Umsetzung eher schwierig und hatte manchmal Probleme, bei den Sprüngen durchzublicken und die Situationen einzuordnen.
Nach der Hälfte kam ich dann aber tatsächlich besser mit dem Buch klar. Der Schreibstil wurde flüssiger und es sind immer mehr interessante Beobachtungen in die Geschichte eingeflossen. Leider war das nicht annähernd genug für mich.
Das Buch möchte ‚Das Lebensgefühl einer Generation‘ einfangen. In meinen Augen nimmt es sich dabei ein bisschen zu ernst und erreicht sein Ziel nicht. Für mich war vieles zu gewollt, anderes kratze zu sehr an der Oberfläche. Eine Empfehlung kann ich leider nicht aussprechen, obwohl ich es so gern gemocht hätte.
Irgendwo hatte ich gelesen, dass das Buch ab der Hälfte besser wird... auf der letzten Seite hab ich immer noch drauf gewartet. Die Story war okay, vermutlich wäre aber jeder Charakter besser als Hauptfigur geeignet gewesen als die komplett egoistische, nur mit sich selbst beschäftigte Franziska. Der Schreibstil war überhaupt nicht meins. Hat mich total an Pokemon erinnert, da werden Namen auch nie durch Pronomen ersetzt.
Ich dachte beim Lesen die ganze Zeit so ich bin Franziska und musste heulen, weil alles so eine subtile Wucht hat oder auch lachen, weil jeder Nebensatz stimmt, dabei hab ich wenig mit ihr gemeinsam, sie ist einfach nur so geschrieben, dass ich mich irgendwie direkt identifizieren will. Vielleicht weil ihre Gedanken so schlau sind und sie so viel wahrnimmt. ich weiß, dass Autor*innen das hassen aber wie viel Carla steckt in Franziska? oder andersherum
Ich habe das Buch zu Ende gelesen und erst dann bemerkt, dass die Autorin Carla Kaspari 1991 geboren ist. Das Buch ist auf jeden Fall eine Aufzeichnung ihrer Zeit, ein prägendes Porträt von einer Frau, die von 20 auf 30 älter bzw. erwachsener wird. Ich habe die Atmosphäre und die Hauptperson im gesamten Buch sehr geliebt. Sie ist distanziert und genießt die eigene Einsamkeit, aber trotzdem geht der Blick immer wieder zur nächstmöglichen Attraktion/Person, heimlich suchend nach Nähe und Liebe. Die Autorin hat die Gefühlslage und Lebenssituation der 20-30-jährigen gut eingefangen und dargestellt. Nur hätte mir das Buch etwas kürzer mehr gefallen.
Da in dem Buch allerdings nicht wirklich viel "passiert", sondern eher beobachtend erzählt wird, wird es für manche auch langweilig und zäh vorkommen. Aber das Buch wurde besser mit jedem Kapitel und vor allem zum Ende hin. Ich bin schon gespannt auf das nächste Buch von Carla Kaspari!
** Dieses Buch wurde mir über NetGalley als E-Book zur Verfügung gestellt **
Zum Inhalt: Eigentlich könnte Franziska zufrieden sein. Ein abgeschlossenes Studium, ein ausreichendes Einkommen, ein normales Sozialleben, Stil und doch ist sie irgendwie nicht wirklich zufrieden. Ihr fehlt die Leichtigkeit. Sie hängt in Cafes ab, macht ihre Arbeit, treibt Sport und trifft Freunde. Von außen betrachtet sie die Ambivalenz, die sie erlebt und schreibt darüber ein Skript für einen Roman bis etwas sie einholt. Meine Meinung: Vielleicht bin ich für das Buch zu alt, aber ich konnte mit diesem für mich oberflächlichen Buch mal so gar nichts anfangen. Irgendwie erschien es mit wie irgendwie aneinander gereihte Ereignisse und Begegnungen, mit irgendwelchen Social Media Episoden, mit oberflächlichen, ja auch oft unsympathischen Protagonisten, die mir am Ende überhaupt nichts sagten. Auch der Schreibstil war nicht wirklich meins. Fazit: Das war so gar nicht meins
Irgendwie ein komisches Buch. Es hinterlässt Spuren, weil man sich irgendwie gesehen fühlt, weil man so alt ist wie Franziska und einige Dinge so oder zumindest so ähnlich auch kennt. Es hinterfragt unsere Generation, kennt sie, beschreibt sie, observiert. Franziska ist in jeder Hinsicht unsympathisch wie irgendwie auch nachvollziehbar. Sie hat eine merkwürdige Distanz zu den Dingen um sie herum, die jeglichen Gefühlsaufbau zu ihr undenkbar macht. Der schreibstil, hat er mir am Anfang gefallen, gefällt mir nicht (Franziska sagt, Franziska denkt, dann,…). Ein bisschen mehr Show don’t Tell hätte dem Buch gut getan, so erschien es fast ein wenig plakativ. Auch waren manche Dinge für meinen Geschmack etwas zu überspitzt dargestellt, ich konnte das Zerreden von Menstruationszirkeln irgendwann nicht mehr hören. Manchmal habe ich mich gefragt, in wie weit dieser Roman autobiografisch ist.
Dieses Buch habe ich unfassbar schnell gelesen. Aber das liegt daran, dass ich auch unfassbar viel gescannt habe, da ich keine Geschichte spürte. Die Protagonistin schreibt schöne poetische Texte, die mir sehr gefallen haben, aber das Buch an sich hatte für mich einfach kaum Inhalt. Es war eine Ansammlung von Charakteren, die für die heutige Zeit einfach zu typisch waren.
Das Buch von Sophie Passmann hatte mir letztens ja leider auch nicht so gut gefallen und hatte es darauf abgebrochen.
Vielleicht ist diese total realistische aktuelle (meiner Meinung nach recht pessimistische) Literatur einfach nicht meins. Aber ich habe es versucht.
Dennoch kann ich sagen, dass ich wie gesagt ein paar Elemente sehr schön fand.
bemerkenswert unsympathischer hauptcharakter, aber umso schönerer schreibstil! war etwas verwirrt von den zeitsprüngen und kam anfangs nur langsam in die erzählung rein, das ende hat mich allerdings sehr berührt. alles erinnert ehrlicherweise ein wenig an sally rooney!
Als Leser*in folgt man Franziska auf ihren Weg durch ihr Leben, sie scheint nach einer gescheiterten Beziehung und nach zwei Jahren in Paris auf der Suche nach sich selbst zu sein und was sie eigentlich vom Leben will. Sie lässt sich treiben, erinnert sich an vergangene Tage und schreibt an ihrem Manuskript weiter, das stark von ihrem eigenen Leben und ihren Blick auf die Welt geprägt ist. Ebenso wird man als Leser*in Zeuge, wie sie ihre Mitmenschen und ihre Umwelt beobachtet und man lernt ihre Freunde und Familie kennen.
Soweit so gut oder in diesem Fall auch eher nicht gut. Denn der Roman konnte mich überhaupt nicht begeistern. Es war für mich weder ein handlungsorientierter Roman noch eine Milieu- oder Charakterstudie, dazu fehlte einfach der roter Faden und Tiefe für mich. Auch sehe ich den Roman nicht als einen Roman über die junge Generation, denn ich bin Teil dieser Generation und ich fühl mich nicht angesprochen oder entlarvt. In Bezug auf den Buchinhalt ist zu sagen, dass die Charaktere mir alle fremd geblieben sind und zu oberflächlich dargestellt wurden, sie waren für mich alle nur Hüllen ohne irgendwelche besonderen Eigenschaften und Gefühle. Die Handlung, so weit vorhanden, plätscherte vor sich hin, ohne dass sie irgendwie mein Interesse geweckt hätte. Auch der Schreibstil war nicht mein Fall. Es war mir sprachlich zu einfach gehalten, es liest sich für mich so, als hätte ein Schreibanfänger den Roman verfasst. Ich weiß bis jetzt immer noch nicht, was ich eigentlich gelesen habe und was der Roman mir sagen wollte oder sein wollte.
Für mich leider eine große Enttäuschung und ich kann auch keine Leseempfehlung aussprechen. (1.5 Sterne)
„Freizeit“ von Carla Kaspari reiht sich problemlos in die klassischen Coming of Age Romane der letzten Jahre ein. Mit den bekanntesten wie Allegro Pastell verbindet sie die Rastlosigkeit und das Nichtankommen der Protagonisten. Auch die Beziehungen der Hauptfigur sind nichts Neues, dennoch ist der Handlungsstrang spannend und man bleibt in der Geschichte gefangen.
Der Schreibstil von Carla Kaspari ist an manchen Stellen etwas gewöhnungsbedürftig, auf mich macht es den Anschein, als experimentiere die Autorin selbst noch etwas herum, um ihren Stil zu finden.
Nichts desto trotz hat es Spaß gemacht, das Buch zu lesen und für alle jungen Seelen da draußen, die einen Spagat zwischen der Profilierung seiner selbst und der Befriedigung der eigenen Bedürfnisse verspüren ein toller Roman um zu erkennen, dass man mit diesen Gefühlen nicht alleine ist, sondern eine ganze Generation danach schreit!
Leider empfand ich das Buch als geradezu schmerzhaft belanglos. Vielleicht liegt es auch an mir, da ich scheinbar eine ausgeprägte Abneigung gegen diese „Generationen-Porträts“ der Millennials habe, siehe auch „Komplett Gänsehaut“ von Sophie Passmann. Und das, obwohl ich mich selbst, wenn auch knapp, der Millennials-Generation zuordne. Ich mochte keine der Protagonist*innen, der Schreibstil hat mich gegen Ende wirklich wütend gemacht, die Klischees sind hier ganz dick übereinander aufgetragen. Wenn ich es nicht als Hörbuch gehört hätte, hätte ich es bestimmt abgebrochen, um nicht so aktiv meine Zeit zu verschwenden, so habe ich doch durchgehalten und war bei manchen Beobachtungen Kasparis positiv überrascht über ihre Prägnanz. Trotzdem hoffe ich, dass wir uns bald darauf einigen können, dass diese absolut klischeehaften und austauschbaren Millennial-Franziskas genug in Büchern ergründet wurden und fast jedes andere Thema ein interessanteres Buch hergibt.
Es irritiert mich, das dieses Buch so eine gute Durchschnittsbewertung hat und ich es leider garnicht so gut fand :/
Die Story war für mich so vielversprechend - dieses Gefühl sich nicht sicher zu sein ob man "angekommen" ist, spielt glaube ich generationsübergreifend eine große Rolle in den 20er/30ern. Leider wurden viele grosse und wichtige Themen ( Entfremdung, Bindungsängste, ...) angesprochen aber nur oberflächlich behandelt. Franziska findet (so empfinde ich es) ihr Verhalten selbst blöd, reflektiert es aber 0,00
Franziska fand ich generell leider bis zum Schluss richtig unsympathisch. Generell habe ich aber nicht viel für Leute übrig die, die eigenen Freunde schlecht redet & hintergeht.
Ich fand aber ihre Beobachtungsgabe in Kombination mit dem Schreibstil von Kaspari sehr schön! Das Ende ist (nicht so wie der Rest vom Buch ... ) sehr gut gelungen und es sind sogar richtige Plots drinnen. ( Die von Franziska auch nicht reflektiert würden.)
Das Leben von Franziska Josefin Kummert mit Familie und Freunden – wenig ansprechend. Franziska: Mit 25 Jahren in Paris studierend, mit Cyril für eine Zeitspanne zusammen, nach zwei Jahren wieder zurück in Deutschland mit abgeschlossenem Studium, gutem Verdienst und in ihrer Freizeit oft mit ihrer Freundin Mina zusammen, unterwegs auf Parties, in Cafés etc. Franziskas und Minas Gedanken über ihre Lebensgestaltung über diverse Entwicklungsphasen hinweg werden preisgegeben. Die Charaktere wirken an der einen oder anderen Stelle zu flach trotz vieler Reflektionen über Drogen, Zwischenmenschlichkeit und verschiedenen Lebensentwürfen. Vermisst wird auch ein Spannungsbogen innerhalb der dreigeteilten Romanteile. Themen könnten vielleicht noch tiefgründiger heraus kristallisiert werden. Das Porträt dieser jungen Generation spricht mich nicht zu 100 % an.
Franziska und Cyril trennen sich. Sie haben sich bei ihrem Auslandsstudium an der Sorbonne in Paris kennengelernt und seitdem viel Zeit miteinander verbracht. Als Franziska wieder in Deutschland ist, muss sich sich erst einmal zurecht finden. Sie schreibt derzeit an einem Roman und ihre Freund*innen verhalten sich nicht so, wie sie es gewohnt ist. Das Buch erzählt von unterschiedlichen Lebensstilen, dem „Erwachsenwerden“ zum Ende der 20er und von Trennungen außerhalb der typischen Beziehungsebene.
Auf dem immergut Festival durfte ich in den Genuss von Carla Kasparis @carlakaspari_ Stimme kommen, als sie aus ihrem Roman „Freizeit“ vorlas. Mir ist direkt der Gedanke gekommen, das Buch unbedingt lesen zu wollen, da die Figuren so nahbar und authentisch gezeichnet wurden. Auch der Schreibstil sagte mir auf Anhieb zu. Beim Lesen des Romans fiel mir auf, dass ich Franziska doch nicht so sympathisch finde, wie in den vorgelesenen Stellen der Autorin. Eigentlich habe ich immer ein Problem mit mir unsympathischen Charakteren, allerdings fand ich hier das Zusammenspiel aller und die generelle Handlung super! Ähnlich wie bei Dolly Alderton hat mir bei „Freizeit“ der Erzählstrang zur Freund*innenschaft sehr gefallen. Die Geschichte zwischen Franziska und Mina, das Erleben des Verlustes einer engen Freundin war so schmerzhaft und gleichzeitig realistisch erzählt und hat mich sehr berührt. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und ich denke, ich habe auch das perfekte Alter um mich richtig in die Geschichte und Figuren reinzuversetzen. Von mir gibt es eine deutliche Empfehlung für einen eher Coming of Age Roman mit viel Gefühl und schönem Schreibstil. Perfekte Seelektüre 🩵
Ehrliche und interessante Gedanken einer 27-Jährigen! Franziska ist 27 Jahre und hat Paris und ihren Ex-Freund nach 2 Jahren verlassen. Sie hat ein abgeschlossenes Studium und kann von ihrem Einkommen ganz gut leben. Jedoch fehlt es ihr an Motivation, den Alltag zu meistern und ihre Freundschaften zu pflegen.
Das Cover hat mich nicht umgehauen, passt jedoch zum Buchtitel und der Lässigkeit der Protagonistin. Ich vermute, dass der Schreibstil nicht jedem gefallen wird, da er recht einfach ist. Das Buch lässt sich aber somit flüssig lesen. Mir hat der Schreibstil sehr gefallen, da Franzsikas Gedanken perfekt zum Ausdruck kommen. Ich konnte mich in sie hineinversetzen. Durch die Zeitsprünge in die Vergangenheit wurde ein Spannungsbogen aufgebaut. Man erfährt wirklich viel über Franziskas Gedankenwelt und auch einzelne Details über ihre Freunde. Diese kommen auch in ihrem Buch vor, welches sie momentan schreibt.
Mir hat der kurzweilige Roman gut gefallen, ich habe Franziskas Gedanken und Handlungen mit Neugier verfolgt. Viele Gedanken von ihr kenne ich zu gut und konnte sie dementsprechend nachvollziehen. Carla Kaspari greift dabei viele Themen auf, wie z.B. den Umgang mit Social Media, den Smartphone-Konsum, den Drogenkonsum, die Ernährungsweise oder mögliche Schwierigkeiten in Beziehungen aller Art. Es wird zwar alles eher oberflächlich angerissen, jedoch mochte ich diese subtil kritische Sichtweise.
Bücher aus der 'Schmökerbox' haben mich eigentlich noch nie enttäuscht. Tja, aber wie heißt es so schön: Es gibt für alles ein erstes Mal. 'Freizeit' von Carla Kaspari war leider ein Buch, dass mich überhaupt nicht erreicht hat, weder emotional, noch mit den Charakteren und der Grundidee.
Und darum geht's....
Die 27-jährige Franziska kehrt nach 2 Jahren Paris, einer gescheiterten Beziehung und einem abgeschlossenem Studium in ihre Heimat Deutschland zurück. Zwischen Arbeit, ausufernden Partys, Drogen und Diskussionen über die Zukunft beginnt Franziska ein Buch zu schreiben, in welchem sie alle ihre Gedanken verarbeitet.
Ein schwermütiger und trockener Lesestoff...
Mich konnte Carla Kasparis Roman leider nicht erreichen. Und ich muss leider auch sagen, dass ich bis zum Schluss nicht so wirklich wusste was mir die Autorin eigentlich mitteilen will. Und diese Frage nach dem "um was geht es eigentlich?" hat mir das Lesen des sehr schwermütigen Romanes nicht gerade leicht gemacht.
Ich habe die ganze Stimmung und Atmosphäre als sehr erdrückend wahrgenommen und ich konnte die große Distanz zu Franziska auch bis zum Ende hin nicht überbrücken. Dieses nicht Greifen und Fassen können, hängt aber wahrscheinlich auch mit dem sehr speziellen Schreibstil der Autorin zusammen. Dieser ist sehr nüchtern und trocken, wirkt an manchen Stellen abgehackt, ist an anderen Stellen aber auch (zu) gewollt poetisch. Obwohl das Buch nur knapp 300 Seiten hat, habe ich ziemlich lange gebraucht, da sich kein schöner Lesefluss einstellen wollte.
Ich wünschte, ich könnte noch ein paar positive Worte sagen; es war aber leider nicht mein Buch. Ich habe allerdings durchaus viele positive Meinungen zu 'Freizeit' gelesen und gehört. Wenn dich dieses besondere Generationenportrait interessiert, dann schau dir doch auch ein paar lobende Rezensionen an. Ich bin mir nämlich sicher, dass Carla Kaspari mit ihrem Roman viele Menschen erreicht.
Fazit
Der Titel 'Freizeit' als auch das sommerliche Cover lassen einen lockeren und leichten Roman vermuten. Leider war es das für mich überhaupt nicht. Carla Kaspari schreibt sehr nüchtern und aus sicherer Distanz über das Leben einer Mittzwanzigergeneration - ein Portrait zwischen beruflichen Erfolgen, ausufernden Partys, dem Nachsinnen über die Zukunft, auseinander driftenden Ansichten, vergänglichen Freundschaften und Selbstfindung. Mich hat das Buch bzw. die Botschaft dahinter leider nicht erreicht, weshalb ich auch keine Leseempfehlung aussprechen kann.
2,5 Ich habe gerade das fünfte Buch in diesem Jahr vom SuB befreit, doch leider konnte mich dieses Mal keine große Begeisterung erreichen. Es ist eher eine zwiegespaltene Erfahrung. In 'Freizeit' von Carla Kaspari begleiten wir die 27- jährige Franziska durch eine eher verlorene Phase nach ihrem Studium. Sie hat zwei Jahre in Paris gelebt, geliebt und Affären gehabt. Nachdem alles vorbei ist, lebt Franziska nun zurück in ihrer Heimatstadt und treibt so vor sich hin. Sie schreibt Werbe- und Songtexte und arbeitet zwischendurch an ihrem ersten Roman. Es passiert viel, aber irgendwie bleibt alles oberflächlich und ohne große Highlights. Durch die Passagen, in denen sie ihre Gedanken zum Buch aufschreibt, entsteht ein Roman im Roman - allerdings auch hier ohne klare Zusammenhänge. 'Freizeit' greift viele Themen beiläufig auf, bleibt aber insgesamt eher oberflächlich und lässt vieles ungenutzt. Der Schreibstil hat mir grundsätzlich gefallen, doch leider hat sich beim Lesen kein flüssiger Lesefluss eingestellt. Ich habe das Buch lange gelesen, was für mich ein Zeichen dafür ist, dass es mich nicht richtig packen konnte. Was ich an Franziskas ehrliche Art und ihren Gedanken schätze, ist, dass ich mich des Öfteren darin wiederfinden konnte. Dennoch bleibt für mich die Frage offen, was die Autorin mit diesem Roman eigentlich vermitteln wollte - ich bin am Ende etwas ratlos. Schade, aber wie so oft im Leben: Nicht jedes Buch passt für jeden. Manchmal stimmt einfach die Chemie nicht, und das ist völlig in Ordnung.
Auf den ersten Eindruck hatte ich mir echt viel von dem Buch versprochen. Das Cover ist schön ansprechend gestaltet und die Kurzbeschreibung verspricht eine kurzweilige Aufnahme des Lebensgefühls einer Generation.
Beim Lesen des Buchs selbst war ich dann aber leider ziemlich enttäuscht. Es handelt sich eher um eine relativ zusammenhangslose Sammlung an Beschreibungen unpersönlicher Momente und Beobachtungen, die wild durcheinander gewirbelt sind. Franziskas Leben scheint recht ereignislos zu sein und die wenige Handlung die passiert scheint irgendwie völlig teilnahms- und gefühllos an ihr vorbei zu gehen. Auch die Charaktere aus ihrem Leben, die sie in ihrem eigenen Roman aufgreift, sind eher flach. Bei Franziskas Beschreibungen ihres Lebens und das ihrer Mitmenschen handelt es sich leider auch nicht wirklich um kurzweilig aufgearbeitete scharfsinnige Beobachtungen sondern ein eher zufälliges Sammelsurium ihres Alltags. Man fragt sich, wie Franziskas Lektorin im Buch selbst übrigens auch, "Was will der Text? Wo genau ist der Zusammenhang? Gell?"
Alles in allem kann ich das Buch leider nicht empfehlen. Das Versprechen, die Gefühls- und Lebenslage einer Generation einzufangen, wird leider nciht gehalten. Und auch sonst konnte das Buch mit seiner Schreibweise und CHarakter-Ausarbeitung nicht bei mir punkten.