Wie ein Sturm ist das Werk Emily Brontës in das Leben von Mithu Sanyal hineingefegt. Die erste Lektüre des Romans »Sturmhö Wuthering Heights« hatte für die Autorin von »Identitti« lebensprägende, lebensverändernde Kraft.
Mithu Sanyal hat ein mitreißendes Buch über das Leben und Schreiben der weltberühmten englischen Autorin geschrieben, der man zu Lebzeiten mangelnde Weiblichkeit vorwarf und deren Buch als gefährlich galt. Für Sanyal, Tochter einer polnischen Mutter und eines indischen Vaters, war und ist »Sturmhöhe« ein Buch, in dem sie die eigene Fremdheitserfahrung wiederfand, ein Buch, das ihr in ungefähr allen wichtigen Lebensmomenten irgendwie weiterhalf und sie immer begleitet. Beim Sex, beim langweiligsten Urlaub der Welt, bei angeheirateten englischen Verwandten, die sich nach dem Empire zurücksehnen, und beim Planen der Revolution. Denn darum geht es vor allem in diesem um das Wunder, wie ein mehr als 170 Jahre alter Roman auf alle wesentlichen Fragen von heute zu Gender, Race, Class und Geistern klare, aktuelle, zukunftsweisende Antworten hat.
Ach, so kann Sekundärliteratur also auch sein? So persönlich, leidenschaftlich, inspirierend und witzig? Das hat wirklich Spaß gemacht. Und Lust, tiefer einzusteigen, tiefer in den Brontë-Kosmos, mir Identitti doch mal anzuschauen und zu hoffen, dass die frische Reihe "Bücher meines Lebens" so lebendig fortgesetzt wird.
Selten (oder gar nie?) wurde ich so lebendig, amüsant und persönlich an eine berühmte Schriftstellerin herangeführt. Natürlich gibt es hier viel Wissenswertes und gut Recherchiertes über Emily Brontë zu erfahren, aber die persönliche Einbettung macht den Reiz aus, beginnend mit der ersten Begegnung zwischen Mithu Sanyal und Emily Brontë: Kates Bushs Song „Wuthering Heights“.
Zu den kleinen persönlichen Impressionen und Abschweifungen gehören beispielsweise diese hier: Als Teenager mit ihrer Mutter im Urlaub, in einem verschlafenen englischen Ort, plündert die Mutter die dortige Bibliothek und liest ihrer Tochter die Biografie der Brontës vor. Dabei ist vorlesen nicht das richtige Wort, denn die Mutter, scheinbar selbst ein großes Erzähltalent, schmückt dabei mehr aus als dass sie buchstabengetreu vorliest: „Auch meine Mutter hatte die Fähigkeit, Bücher spannender nachzuerzählen, als sie waren. Deshalb ging ich jahrelang davon aus, dass Franz Kafkas „die Verwandlung“ eine Geschichte voller Mitgefühl und Wärme ist, bei der am Ende herauskommt, dass Käfer auch nur Menschen sind.“ Oder der Life Hack zum Radfahren in Cornwall: “Lasst es sein! Cornwall hat zu viele Berge.!
Und mit großer Leichtigkeit analysiert Sanyal Fragen nach Sex, Class und Race im Roman, so war Heathcliff ganz offensichtlich ein POC, ein früher Mixed Race-Charakter in der Literatur. Und bei Haworth handelt es sich eben nicht nur um einen Ort inmitten einer Moorlandschaft, sondern auch einen Ort, der geprägt ist von der nahen Stadt Leeds und den Folgen der Industrialisierung. Und danke für den Aussprachehinweis: Haworth klingt wie eher wie Hauwass.
Ich kannte vor der Lektüre dieses bezuabernden Büchleins bereits Sturmhöhe sowie Jane Eyre (von Schwester Charlotte), auch waren mir die Biografie von Muriel Spark In sturmzerzauster Welt : die Brontës und die Fiktionalisierung der Biografien durch Tullys Die Verbrechen der Charlotte Bronte und das Geheimnis von Haworth bekannt. Aber hier lerne ich, dass ich mit den Brontës noch lange nicht fertig bin: Sturmhöhe muss erneut gelesen werden, von der Schwester Anne sollte auch noch ein Werk auf meine lange Leseliste (vielleicht Die Herrin von Wildfell Hall); und auch wenn ich Mauriers Adaption von Jane Eyre (Rebecca) etwas schwülstig fand, interessiert mich ihre (mir bislang unbekannte) Adaption von Sturmhöhe (Jamaica Inn); Joyce Carol Oates Essay „Magnanimity of Wuthering Heights“ klingt auch spannend; und vielleicht sollte ich doch noch einer der vielen zitierten Verfilmungen eine Chance geben….?
Und immer wieder schön, wenn man eine Idee wiederfindet, die man ähnlich auch kürzlich hatte. So wunderte ich mich letztens zum zweiten Mal bei der Lektüre eines Romans über Anette von Droste-Hülshoff, warum es in Deutschland im 19. Jahrhundert so wenige noch heute bekannte Schriftstellerinnen gab, während es in England so viele sind. Ich dachte dabei an Austen und wie schade es ist, dass die Droste deren Werke wohl nicht kannte. Und dann lese ich hier, dass die Droste von einer Literaturwissenschaftlerin als „vierte Schwester der Brontës“ vereinnahmt wurde.
Ich bin mir sicher, hier findet jeder etwas – egal, ob man Sturmhöhe bereits gelesen hat oder nicht. Es fehlt nicht viel und Mithu Sanyal macht auch mich zum „Wuthering-Anorak“.
Es war überaus faszinierend, wieviele verschiedene Aspekte es in Sturmhöhe zu entdecken gibt. Das Buch ist in der Beziehung ein wahres Schatzkästchen. Auch der persönliche Bezug, den Mithu Sanyal aufgrund ihrer Lebenserfahrungen zu Emily Brontës Geschichte hat, hat ein neues Licht auf den Roman und die Figur Heathcliff geworfen . Allerdings war das Geschriebene teilweise sehr abgehoben, zu detailliert und es wurde viel zusätzliches Hintergrundwissen vorausgesetzt. Man hätte auch noch Bilder zum besseren Verständnis abdrucken können, als solche Themen aufkamen. So habe ich eben über Vieles hinweggelesen und dabei das Gefühl gehabt, Einiges zu verpassen. Trotz alledem war es sehr informativ und spannend zu lesen. Auf jeden Fall sollte man Sturmhöhe vorher schon gelesen haben, um mit dem Buch überhaupt etwas anfangen zu können. Am besten auch noch das ein oder andere Werk der Brontë-Schwestern, um das Ganze einordnen zu können.
Mithu Sanyal beleuchtet in ihrem Essay über Emily Brontë und ihr Meisterwerk “Sturmhöhe” in bereits aus “Identitti” gewohntem, sarkastischem Tonfall die historischen und gesellschaftlichen Umstände der Autorin und der Entstehungszeit des Klassikers sowie dessen literarische Konzeption - nicht ohne ganz persönliche Eindrücke und Meinungen einzuflechten.
Sie geht sowohl auf Kernmotive des Textes ein, als auch auf den gesamten Mythos, der sich um die Brontë-Schwestern und das damals skandalöse Werk rankt. Durchaus literaturwissenschaftlich fundiert, eröffnete mir dieses Büchlein nochmals einen neuen Zugang zu “Sturmhöhe”, das mich vergangenes Jahr ehrlicherweise nicht übermäßig begeistern konnte. Mit ihrer Leidenschaft konnte Mithu Sanyal meine Neugier und meine Bewunderung für das Werk jedoch nochmals entfachen und dabei viele Schnüre zu heutigen modernen Lebenserfahrungen spannen.
Das war erhellend, das war unterhaltsam und das war auch sprachlich gesehen ein überzeugender Text.
Als Mithu Sanyal von Herausgeber Volker Weidermann gebeten wird, einen Text zu seiner neuen Reihe „Bücher meines Lebens“ beizusteuern, fällt ihre Wahl sofort sofort auf Emily Brontë und „Sturmhöhe“ - und das obwohl Werk und Urheberin auf den ersten Blick nicht weiter von ihrer Lebensrealität entfernt sein könnten. Im Verlauf des Buches werden wir jedoch verstehen, was Mithu Sanyal daran so anzieht, was das Werk mit ihren Beziehungen zu tun hat und mit welcher Figur sie sich am meisten identifizieren kann.
„Mithu Sanyal über Emily Brontë“ beginnt mit einem Vorwort des Herausgebers, in dem dieser erklärt, wie die Idee zu seiner neuen Reihe entstand. Bezeichnenderweise folgen dann erst einmal vernichtende Kritiken zu „Sturmhöhe“; zeitgenössisch, aber auch aktuelle. Und dann beginnt Mithu Sanyal zu erzählen und zieht sofort in ihren Bann: von Kate Bushs Song „Wuthering Heights“, mit dem alles begann, von der Beziehung zu ihrem damaligen Freund Marcus und der Lektüre von „Sturmhöhe“, ihrem Einstieg in die Literatur der Erwachsenen.
Die Autorin betrachtet den Text dabei aus unterschiedlichen Blickwinkeln und untersucht ihn je Kapitel auf eine bestimmte Frage bzw. ein bestimmtes Thema hin, wie zum Beispiel Klasse, Race, Sex oder Geister. Es ist sehr angenehm, dass sie dabei nicht auf eine Interpretation des Textes festgelegt ist, sondern eine Vielzahl von ihnen nebeneinander existieren lässt. Es ist klar, welche Figuren und Themen zu Mithu Sanyal sprechen – als Leser*innen müssen und sollen wir das aber für uns selbst herausfinden. Am Ende des Buches sind als Ergänzung noch die Lebensdaten Emily Brontës und Quellenangaben zu finden.
„Mithu Sanyal über Emily Brontë“ ist mehr als eine literarische Interpretation oder eine Nacherzählung der Handlung. Es ist ein äußerst persönlicher und intimer Einblick in das Leben und Denken der Autorin selbst, in welchem sie Unsicherheiten und Verletzungen, aber auch Leidenschaften mit uns teilt. Und obwohl „Sturmhöhe“ noch nie zu meinen liebsten Klassikern gehört hat, möchte ich es jetzt unbedingt noch einmal lesen und mit anderen, vielleicht auch mit Mithu Sanyals Augen betrachten.
Ich habe das Buch zu Weihnachten bekommen und war erst etwas skeptisch. Sekundärliteratur habe ich nur für meine Uni-Hausarbeiten gelesen aber niemals freiwillig. Da ich aber zum einen Sturmhöhe vor vielen Jahren gelesen und gemocht habe und die Überschrift „Bücher meines Lebens“ drauf stand, musste ich das Buch sofort lesen.
Nun ca 150 Seiten später bin ich begeistert! Ich kannte die Autorin Mithu Sanyal vorher nicht. Sie schreibt locker und humorvoll, ich musste an vielen Stellen schmunzeln. Ihre Erzählung über Emily und Sturmhöhe ist vielschichtig und vielseitig und dabei keinesfalls trocken oder künstlich in die Länge gezogen (sieht man ja schon an der Dicke des Buches). Und sie redet das Werk keinesfalls tot oder verdirbt einen das erneute Lesen (steht jetzt auf jeden Fall an, das erste und letzte Mal ist Jahre her). Ich hatte erst die Sorge, dass ich nicht folgen könnte, weil meine letzte Sturmhöhe Lektüre schon so lange her war, aber sie Mithu Sanyal setzt Zitate und Nacherzählungen passend ein, sodass ich gut Folgen könnte. Alles in allem eine tolle und kurzweilige Erzählung über die Liebe zu ihrem „Buch des Lebens“, welche ich sehr genossen habe. Zusätzlich muss ich jetzt unbedingt Sturmhöhe rereaden und was ist ein größeres Lob an die Autorin?!
Hätte für mich gerne doppelt so lang sein können und noch tiefer auf die einzelnen und weitere Themen eingehen können. Ich bin aber zufrieden mit dem, was wir haben, denn das ist inhaltlich und sprachlich einfach toll. Literaturanalyse und -geschichte wird hier zugänglich gemacht und mit persönlicher Erfahrung verknüpft. Die Autorin bringt soviel von sich selbst ein, lässt aber gleichzeitig soviele Deutungsvarianten zu. Gerne mehr von solchen Werken.
Ich liebe, wenn Menschen passioniert und begeistert über Bücher sprechen.
Mithu Sanyal bespricht und interpretiert Wuthering Heights und Emily Bronte so frei und weit, dass einige Deutungen zwar stellenweise doch etwas weit hergeholt scheinen, aber ich finde, es geht auch gar nicht so sehr darum, was Emily Bronte jetzt tatsächlich beeinflusst hat und was Cathy und Heathcliff wirklich darstellen sollen, sondern viel mehr darum, was eine lesende Person so alles aus einem Werk herauslesen und daraufhin das eigene Leben und auch die Welt drum herum aus einem erweiterten Blickwinkel betrachten kann. Plus fun (oder weniger fun) facts zu historischen Gegebenheiten und spannende Gedanken zu Race, Class und Gender. Fand ich ganz toll!
Super Ergänzung zu Wuthering Heights, das ich gerade erst gelesen habe. Sowas hätte ich gern zu jedem Klassiker, den ich ohne Uni-Kontext lese. Es ist wie gut verständlich aufgearbeitete Sekundärliteratur gepaart mit persönlichem Bezug/Anekdoten (auf die ich sogar verzichten könnte, aber das ist ja nicht das Konzept der Reihe und Mithu Sanyal ist zum Glück einfach cool... obwohl ihre Autorinnenlesung des Hörbuchs wirklich nicht mein Fall war).
The first book in a REALLY long time I just couldn't put down. Danke Mithu Sanyal, dass Du mit diesem Buch in mir die Freude am Lesen wiedererweckt hast. On to Wuthering Heights I go!
„Es macht etwas mit mir und zwar jedes Mal, wenn ich es lese. Ich weiß nicht, warum es das tut, ich weiß nicht einmal, ob ich es herausfinden möchte, wie es das tut – aus Angst, damit den Zauber zu brechen -, aber ich möchte ein wenig von diesem Zauber teilen.“ (Zitat Pos. 173)
Thema und Inhalt Dieses Buch ist der zweite Band der Serie „Bücher des Lebens“, herausgegeben von Volker Wiedermann. Die Idee dazu entstand während eines Videogespräches zwischen ihm und Mithu Sanyal. Es ging um Bücher, die Mithu Sanyal geprägt haben und zu der Autorin gemacht, die sie heute ist. Sie hat sich spontan und ohne nachdenken zu müssen für Emily Brontë entschieden. Entdeckt hatte sie das Buch Wuthering Hights auf Grund des gleichnamigen Songs von Kate Bush und sie war erst fünfzehn Jahre alt, als sie diesen Roman zum ersten Mal las. Sie war beeindruckt von dem Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Heathcliff und Cathy. Gleichzeitig konnte sie sich eine mit Heathcliff identifizieren, ein Fremder, ein Außenseiter in der Familie Earnshaw. Bis heute übt dieses Buch eine besondere Magie auf Mithu Sanyal aus und diese Magie möchte sie mit uns teilen.
Umsetzung An ein kurzes Vorwort von Volker Weidermann schließen Motti an, Zitate der damals vorwiegend ablehnenden Meinungen des viktorianischen Publikums. In dem folgenden Kapital „Warum“ schildert und erklärt Mithu Sanyal, was dieser Roman für sie bedeutet, in „Worum“ beschreibt sie, worum es in Wuthering Heights geht: Sie beleuchtet Handlung, Charaktere und geschichtliche Zusammenhänge aus vielen unterschiedlichen Perspektiven und ergänzt ihre persönlichen Eindrücke mit einer ebenso breiten Vielfalt an Aussagen, Interpretationen und Sichtweisen. In den beiden folgenden Kapiteln „Leben“ und „Nachleben“ geht es um die Mitglieder der Familie Brontë, vor allem natürlich um Emily Brontë. Mit den Kapiteln „Sex“, „Class“, „Race“ und „Ghosts“ vernetzt sie die Kernthemen dieses inzwischen einhundertfünfundsiebzig Jahre alten Romans mit unserer Zeit, schafft zeitlos aktuelle Verbindungen. Im Anhang finden sich die Lebensdaten Emily Brontës, die Quellenangabe zu den in den jeweiligen Kapiteln zitierten Textstellen aus dem Originalroman, sowie die Fußnoten.
Fazit Dieses Buch ist interessante, vielseitige, mit Vergnügen zu lesende Mischung aus literaturwissenschaftlichen Interpretationen und Meinungen und der eigenen Sichtweise von Mithu Sanyal, in Verbindung mit ihren persönlichen Erfahrungen und Gedanken. Mich hat es angeregt, wieder einmal das Original, „Sturmhöhe“ von Emily Brontë, aus dem Regal zu nehmen und mit Mithu Sanyals Anleitung neu zu entdecken.
Ja klar begann auch für mich alles mit Kate Bush...
- Mithu Sanyal über Emily Brontë, 00:01
Same!!!
🎧 gehört als Hörbuch
Ich habe Sturmhöhe als Lies mir was vor -WDR5-Hörbuch/Podcast gehört und in der letzten Folge war Mithu Sanyal zu Gast. Da ich den Talk mit ihr super spannend fand, habe ich direkt dieses Hörbuch gehört.
Ich glaube, ich mochte dieses Buch mehr als Sturmhöhe selbst 🤣. Und: ich mag Sturmhöhe durch dieses Buch mehr.
Es ist eine tolle Ergänzung zum Klassiker, vor allem für jemanden, der keinerlei Vor- und Hintergrundwissen hat. Sturmhöhe war mein erstes Buch der Brontës, und ansonsten weiß ich gar nix über sie. Ich finde es einfach so schockierend, dass alle Brontës so jung und an Tuberkulose gestorben sind. Auch ihr Migrationshintergrund war mir nicht bewusst. Außerdem war es vollgepackt mit vielen Anekdoten wie: Dass Charlotte ein Armband aus den geflochtenen Haaren ihrer toten Schwester Emily hatte? Sowas war in viktorianischen Zeitalter sehr beliebt? OMG 🤣🤣
Generell wurde der geschichtliche Kontext kurz, aber verständlich dargestellt. Ich kann mir richtig gut vorstellen, wie die Lebensumstände damals waren.
Auch einige Theorien werden angesprochen. Besonders interessant fand ich:
Zur Hörbuch-Version: Mithu Sanyal hat so eine angenehme Stimme, ich könnte ihr ewig zuhören wie sie über Sturmhöhe spricht.
Definitiv eine Empfehlung, als ergänzende Lektüre.
Es gibt Bücher, die lassen einen nicht los, auch wenn man sie eigentlich gar nicht so sehr mochte. Wuthering Heights ist für mich so ein Buch. Auch nach mehrmaligem Lesen erschließt sich mir nicht, was andere daran so begeistert. Aber genau deshalb höre ich mir immer wieder gern an, was eben diese Begeisterung auslöst. Und Mirthu Sanyal gelingt ist mit ihren verschiedenen Blickwinkeln auf den Roman, eine Vielfalt an Gründen anzuführen, es zu mögen und dem Buch mehr zu entlocken, als meines Erachtens von Emily Bronte je beabsichtigt war. Und vielleicht liegt darin die Stärke von Wuthering Heights. Nicht, dass es besonders gut wäre, sondern dass es einen nicht loslässt. Und dank Mirthu Sanyal bin ich fast schon wieder so weit, es noch mal zu lesen. Denn die Autorin tut genau das, was sie über ihre Mutter gesagt hat, die ihr als Kind Bücher nacherzählt hat, die davon spannender wurden, als sie es tatsächlich waren. Und das ist auch ein Talent.
This was eye-opening. Mithu and I share a lot of background: growing up in West Germany at the same time, early (for the eighties) exposure to Britishness and reading Bronte of our own volition as teens, British partner.
I loved this German view on Wuthering Heights, Emily, her sisters and a way of making sense of my own experience by these women writers. The obvious focus on violence, crossgenerational trauma and Heathcliff as a person of colour.