Ende des 19. Therese von Bayern erfüllt so gar nicht die Erwartungen, die ihre Zeit an eine Prinzessin hat. Sie weigert sich zu heiraten und interessiert sich brennend für Naturwissenschaften – und es zieht sie in die Ferne, in das Land ihrer Trä Brasilien. Gemeinsam mit drei Begleitern reist sie über den Atlantik und taucht ein in eine tropische Welt voller Wunder. Therese ist wie gebannt von diesem Land, erlebt seine Schönheit und Vielfalt, aber auch Gefahren und Grausamkeit. Sie lernt einen Mann vom Volk der Tupí kennen, der ihr ein Leben näherbringt, das sich von ihrem gänzlich unterscheidet. So wird diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis – und zur Geschichte einer besonderen Liebe.
Brasilien im Jahr 1888. Prinzessin Therese von Bayern ist mit ihrer Entourage auf Forschungsreise, um den Amazonas zu erkunden. Mit dabei auch ein Einheimischer, der ihr nicht nur die Natur nahebringt, sondern auch die Menschen des Landes, besonders die Ureinwohner und deren Sicht aufs Leben.
Im Jahr 1924 ist Therese dabei ihre Sammlungen zu kategorisieren und katalogisieren. Dabei holt sie sich Hilfe von Veronika, der Reisebegleiterin der vergangenen Amazonasreise. Die beiden schwelgen in Erinnerungen, doch auch die nahe Vergangenheit hat bei beiden Spuren hinterlassen.
Prinzessin Therese von Bayern war mir vor diesem Buch kein Begriff, obwohl ich in München aufgewachsen bin. Teil des Geschichtsunterrichts war sie definitiv nicht. Umso mehr hat mich dieses Buch begeistert, in dem wir sie in Ausschnitten ihres Lebens begleiten dürfen. Katharina Innig nimmt uns mit auf Thereses Amazonasreise, die diese im Jahr 1888 gemacht hat. Hier werden die Leser entführt in eine Zeit in der das Reisen noch anstrengend und auch gefahrvoll war. Es gelingt der Autorin nicht nur die Gesellschaft Brasiliens, sondern auch die Landschaft und das ganze Drumherum so intensiv zu schildern, als wäre man selbst auf dieser Reise. Allerdings hat man den Vorteil sich nicht mit Ungeziefer, Unwettern, gefährlichen Tieren und anderen Unwägbarkeiten herumschlagen zu müssen. Man hat aber trotzdem das Gefühl dort gewesen zu sein. Davor ziehe ich meinen Hut, das gelingt nur wenigen Autor*innen.
Der Zeitstrang im Jahr 1924 hat mich genauso überzeugen können. Hier erleben wir Therese, die ihr Leben gelebt hat und auf ihre Reisen und Sammlungen zurückblicken kann. Die Begegnung mit der Reisegefährtin lässt bei ihr auch Erinnerungen wach werden, die sie lange verschlossen hat. Schön fand ich hier zu erfahren, wie Therese ihre letzten Lebensjahre am Bodensee verbracht hat, wie sie sich gesellschaftlich engagiert hat und ihren Adelstitel ganz selbstverständlich hintenangestellt hat.
Mir hat dieses Buch, wie man sicher schon gemerkt hat, ausgesprochen gut gefallen und ich würde mir wünschen, dass die Autorin uns noch mehr solche Geschichten erzählt. Von daher kann ich dieses Buch nur empfehlen, es gehört sicher zu meinen diesjährigen Highlights.
Eines der Bücher, die ich dieses Jahr am schnellsten verschlungen habe. Dem Buch an sich hätte ich für seinen Schreibstil und das Storytelling wohl vier Sterne gegeben, aber dafür, dass es mir diese völlig in Vergessenheit geratene, wahnsinnig inspirierende Person vorgestellt hat, bekommt es den fünften Stern.
Katharina Innig nimmt den Leser mit in das Leben von Prinzessin Therese von Bayern. Eine äußerst intelligente , sehr wissbegierige Frau, die selbstbewusst ihren Lebensweg so gestaltet , wie sie es möchte. Sie stellte ihr ganzes Leben in den Dienst der Wissenschaft und Forschung. Durch tragische Umstände war es ihr nicht möglich, ihre große Liebe zu heiraten. Diese Reise hat Therese wirklich unternommen.
In diesem Roman vereinen sich zwei Zeitstränge: 1888 reist Therese mit 3 Begleitern an den Amazonas, um die dortige Pflanzen und Tierwelt und ihre Lebensräume zu bestaunen und Neues zu entdecken.
Fast 40 Jahre später genießt sie als alte Dame ihr ruhiges Leben in der Villa am See in Lindau am Bodensee. Dort besucht sie ihre damalige Reisegefährtin Veronika. Sie wollen gemeinsam Ordnung in ihrem Arbeitszimner machen. Dabei lassen sie ihre Erlebnisse der Reise Revue passieren.
Auf ihrer Reise erleben Therese und ihre Begleiter, auch Kito, ein Einheimischer aus dem Stamm der Tupi ist dabei, viele spannende, faszinierende ,sehr interessante aber auch gefährliche Momente. Katharina Innig beschreibt die Geschehnisse so lebendig und bildhaft, daß ich das Gefühl hatte, mit ihnen in Brasilien zu sein. Ich konnte förmlich die Tiere hören, die Pflanzen riechen, anfassen und die Hitze spüren. Einige Beschreibungen haben mich so neugierig gemacht, daß ich nach weiteren Informationen geschaut habe( Google hilft :)) . Trotz aller Schönheit des Landes wird auch von den Schwierigkeiten der Ureinwohner berichtet, die friedlich und glücklich in ihren Dörfern in den Malocas leben, aber von den Europäern ausgenutzt und vertrieben werden , z. Bsp vom ,,Kautschukbaron".
Auf dieser Reise erfährt Therese durch den Tupi Kito vieles von der Lebensart der Ureinwohner und deren Schicksal . Ein paar Tage verbringen sie in ihrem Dorf, was sehr eindrucksvoll beschrieben wird.
Die Protagonisten sind authentisch, liebevoll und gut beschrieben; jederzeit konnte ich mich in sie hineinversetzen und ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehen, ihre Freude , ihre Liebe , Leidenschaft, aber auch ihre Sorgen und Ängste spüren. Der Text lässt sich flüssig und leicht lesen.
Katharina Innig hat einen hervorragenden Roman über Therese von Bayern geschaffen, der neugierig auf mehr aus dem Leben der Prinzessin macht. Ich möchte auf jeden Fall noch mehr über diese so interessante und wissbegierige Frau erfahren, die zu ihrer Zeit ganz anders war ,als man es im Allgemeinen erwartet hat. Sehr gut gefallen hat mir dazu das Nachwort, in dem noch mehr Fakten aus dem Leben der Prinzessin dargelegt werden, welche die Grundlage und Inspiration zu diesem Roman bildeten.
Diese Geschichte über die so starke Persönlichkeit hat mich von Beginn ab fasziniert und in den Bann gezogen, ich konnte es kaum aus der Hand legen. Zugleich hat es mich berührt , Therese und ihre Freundin habe ich schnell liebgewonnen.
Von ganzem Herzen empfehle ich diese bildgewaltige und faszinierende, äußerst lebendig erzählte Geschichte weiter.
Mit diesem Buch bringt Katharina Innig dem Leser die Prinzessin Therese von Bayern auf eine leichte und dennoch beeindruckende Weise näher! 1888 bricht Therese gemeinsam mit Begleitung Veronika und anderen auf eine Forschungsreise nach Brasilien auf. Dort gilt es die Vielfalt der Pflanzen und Tiere einzufangen und zu katalogisieren. Therese ist wie gebannt von diesem Land und seinen Wundern, sie lernt aber auch Gefahren und Grausamkeiten kennen-und den geheimnisvollen Toki vom Volk der Tupi...
Der Schreibstil hat mich von der ersten Seite an beeindrucken können. Er ist leicht und einfach zu lesen, aber so unglaublich bildhaft, dass ich den Eindruck hatte den Dschungel, die Tiere und Pflanzen zu sehen und die Geräusche hören zu können, als ob ich selber auf Reise am Amazonas wäre! Das Buch wird auf zwei Zeitebenen erzählt, einmal 1888 die Reise in Brasilien und dann 1924 in der Villa in Lindau am Bodensee, wo Therese die letzten Jahre ihres Lebens verbracht hat. Dies hat Abwechslung in die Geschichte gebracht und man hat die Perspektive der jungen-und alten Therese gesehen, was zusätzlich sehr interessant war.
Die Handlung war absolut toll und faszinierend. Ich habe so viel über Brasilien, den Amazonas und die indigenen Dschungelbewohner gelernt, aber auch über die Prinzessin von Bayern selbst. Ich hatte vorher keine Ahnung was für eine interessante, faszinierende und besondere Frau sie war, mit einem unglaublichen Forschergeist und Wissensdurst, der den Leser angesteckt hat! Mir war wirklich keine Sekunde langweilig und ich habe jede Seite des Buches genossen. Für mich stellt das Buch auf jeden Fall eines meiner Jahreshighlights dar und ich bin ein Therese-von-Bayern-Fan geworden! Auch das Nachwort ist sehr lesenswert und informativ.
Fazit: Wenn man an Abenteuern, dem Dschungel und historischen Romanen interessiert ist, empfehle ich dieses Buch unbedingt weiter!
Ich habe schon lange kein Buch mehr so schnell verschlungen. Therese von Bayern ist als historische Person einerseits natürlich interessant, andererseits ist die Geschichte so gut geschrieben, dass ich das Gefühl hatte auch mit durch Brasilien zu reisen. Die beiden Zeitlinien sind wunderbar miteinander verwoben. Die Autorin vergisst auch nicht den kolonialen Rahmen, in dem diese Geschichte spielt und geht mit der Thematik sowohl behutsam als auch kritisch um.
Roman über die Forschungsreisende Therese von Bayern, eine durchaus interessante und faszinierende Frau - angereichert mit einer etwas unglaubwürdigen Liebesgeschichte und einigen kleineren historischen Freiheiten
Inspirierende Geschichte über die Brasilienreise Therese von Bayerns. Selbst wenn sicherlich nicht alles historisch korrekt ist, erhält man einen guten Einblick in das Leben und die Wertvorstellungen der damaligen Zeit.
Prinzessin Therese von Bayern war Tochter des Prinzregenten Luitpold, Schwester des letzten bayerischen Königs Ludwig III., sie war Cousine ersten Grades des „Märchenkönigs“ Ludwig II., seinen Bruder Otto wollte sie heiraten und war ihm zeitlebens in Liebe verbunden. Auch als er an Schizophrenie erkrankte und bis zu seinem Tod unter Verschluss gehalten wurde, war sie eine der wenigen, die ihn regelmäßig bis zu seinem Tod besucht hatte. Thereses Lebensweg war so ganz anders als der einer typischen Prinzessin aus regierendem Hause, denn sie war sehr gebildet, beherrschte 12 Sprachen fließend und war vor allem eine anerkannte Naturwissenschaftlerin und Botanikerin, die die Welt bereiste. Für mich ist sie immer noch eine der faszinierendsten Wittelsbacherinnen.
Obwohl Thereses Leben reichlich Stoff für einen spannenden Roman bieten würde, bleibt es hier doch nur eine um ein paar biographische Eckdaten drumherum gesponnene rein fiktive Geschichte mit überwiegend fiktiven Charakteren. Weiteres Manko des Romans ist die detailverliebte Beschreibung der Flora und Fauna Brasiliens in dem Handlungsstrang, der Thereses Brasilienreise 1888 thematisiert. Mich hat das nicht gestört, weil mich so etwas interessiert, aber den Histo-Normalleser wird diese Detailversessenheit wohl eher langweilen. Die Figuren hätten etwas mehr Schliff vertragen, die Handlung etwas mehr Tiefe. Den Vogel abgeschossen hat die Autorin allerdings mit der völlig unglaubwürdigen Liebesgeschichte Thereses zu einem Indigenen, was den Roman für mich noch einmal ein gutes Stück abgewertet hat. Also summa summarum, die Therese im Buch hat mit der wirklichen Therese nicht viel gemein. Nur die gealterte Dame im Handlungsstrang kurz vor ihrem Tod kommt der wirklichen Therese etwas näher.
Am interessantesten war für mich eigentlich nur das Nachwort.
Therese von Bayern ist anders als es ihre Zeit von Frauen erwartet und sie hat einen großen Traum – Brasilien zu bereisen. Und ihr Vater, König von Bayern, ermöglicht es ihr dank seiner finanziellen Möglichkeiten. Mit der nötigen Begleitung (Gesellschaftsdame, Reisemarschall, Beschützer) bestreitet sie 1888 die Reise. Das Buch spielt dabei auf 2 Zeitebenen – zum Einen wird die Reise selbst beschrieben und zum anderen das letzte intensive Treffen von Therese und Veronika in Lindau 1924. Es gefällt mir sehr gut wie die verschiedenen Ereignisse ihre Zeit in die Geschichte eingewoben werden, z. B. der Kaiserwechsel sowie 1. Weltkrieg. Denn diese Themen sind keineswegs zu domiant, dennoch zeigt die Autorin wie diese das Leben der Menschen in dieser Zeit maßgeblich prägte. Man merkt dabei, dass Katharina Innig (das Psyeudonym von Tabea Mußgnug) Kunsthistorikerin ist. Die Beschreibung der brasilanischen Ereignisse, aber auch Thereses und Veronikas Rückblick haben mir sehr gut gefallen. Die Liebe kommt im Roman keineswegs zu kurz und auch Freundschaft, Respekt vor Natur und Einheimischen sowie das Leben im 19. Jahrhundert werden angesprochen. Dabei sind all diese Themen nie zu stark im Fokus, sondern fügen sich wunderbar ein in das Gesamtgefüge des Buches.
Was mich beim Schreibstil ein wenig stört, ist der Perspektivwechsel für die zwei Handlungsstränge – 1888 aus der Ich-Perspektive von Therese und 1924 aus Sicht eines neutralen Erzählers….aber die ruhige Art mit der beide Perspektiven beschrieben sind, hat mich sehr abgeholt – dabei war es keineswegs langweilig oder altbacken, sondern wirklich inspirierend. Auch wenn ich mich schon immer sehr für Geschichte interessiert habe, war mir Therese von Bayern nicht wirklich bekannt und ich konnte viel über sie in diesem Buch lernen.
Hauptsächlich steht Therese im Zentrum, aber auch ihre Freundin Veronika (die im Vergleich zu Therese fiktiv ist). Therese ist eine beeindruckende Frau, sie geht ihren Weg – auch wenn dieser so anders ist als üblich zu Ende des 19. /Anfang des 20. Jahrhunderts. Ich selbst arbeite wissenschaftlich, wenn auch nicht naturwissenschaftlich und die Art und Weise wie Therese ihre Forschung betrieb, sie später Museen zur Verfügung stellte und sich für die Gemeinschaft in Lindau engagiert, hat mir sehr imponiert. Von ihr können Frauen heute noch viel lernen, auch wenn sie ganz andere Voraussetzungen hatte durch ihre Herkunft. Sie hat den Wandel nach dem 1. Weltkrieg weit besser verkraftet und gestaltet als Veronika, dabei stammte Therese doch aus der bayrischen Königsfamilie und somit auf der „Verlierer-Seite“. Den Eindruck hat man bei ihr keineswegs.
Es war sicher auch eine Frage des Timings – aber das Buch hat mich genau richtig getroffen und abgeholt. Ich liebe Geschichte und ich mag Romane über starke Frauen. Beides kam hier zusammen – und dann noch in Form von Therese, die Prinzessin und Forscherin zugleich ist. Daher bleibt mir nichts anderes übrig als Therese und ihrem Brasilien-Abenteuer 5 von 5 Sterne zu geben.