Mir gefällt Celia Fremlins Schreibstil gut und auch, wie sie die Charaktere und ihr Innenleben darstellt. Ich würde dieses Buch empfehlen, wenn man auf der Suche nach etwas angenehm zu Lesendem ist, aber nicht auf eine gewisse Tiefe in Wort und Personenkonstellation verzichten möchte. Wie auch schon bei ihrem Buch „Die Spinnenorchidee“ allerdings gibt es für mich auch einen großen Kritikpunkt. Auf mich haben die Handlung und Hintergründe etwas abstrus und abgeschnitten gewirkt, als es auf den Höhepunkt zugelaufen ist. Mir kam es so vor, als stehe fest, dass irgendeine psychisch aufreibende Wendung eintreten musste, egal um welchen Preis, und die Personen, die bisher gut nachvollziehber in ihrem Charakter gelebt haben, plötzlich so unterstützend zur Katastrophe gehandelt haben, dass es mir sehr unrealistisch vorkam. Diese Wendungen wurden jeweils mit einer knappen Erklärung persönlicher Wesenszüge versehen, was mich eigentlich nur noch mehr aufgeregt hat, weil es mir so vorkam, als würde nachträglich eine Begründung gesucht worden sein um ja auf den verrückten Twist, die Spannugn kommen zu können. Da hat mir die echte Tiefe gefehlt und das hat den allgemeinen Lesegenuss etwas überschattet. An sich schade, da der interpersonelle Spannungsaufbau ansonsten gut gelungen ist und selbst andersartige Charaktere sich auch mit ihren Schwächen und Abgründen gut in das Gesamtbild einfügen.