Einundzwanzigmal ist Christian Zaschke in seinem Leben umgezogen, doch so wohl wie in Hell's Kitchen, dem einst so berüchtigten Stadtteil in New York, hat er sich noch nirgends gefühlt. Das liegt nicht nur daran, dass der SZ-Korrespondent für Amerika hier eine bescheidene Bleibe in einem ehemaligen Schwesternwohnheim gefunden hat, in der sein schwarzes Bürotelefon bisweilen klingelt und Freund V., der Fremdenführer, dran ist und Ausflüge befiehlt. Es liegt auch daran, dass hier Menschen leben wie Robert, ein außergewöhnlich nervöser Friseur mit zitternden Händen. Über diesen magischen Ort und die Menschen, die ihn bevölkern, berichtet Christian Zaschke in seinem Buch.
»Mit Zaschkes Geschichten aus New York muss ich vorsichtig sein. Sie machen süchtig, weil sie so gut sind. Strenge drei pro Tag, mehr nicht. Sonst gibt es kein Halten, und ich lese alle auf einmal.« Axel Hacke
»Christian Zaschkes Kolumnen ,Hell’s Kitchen’ gehören zu den schönsten Texten, die in deutscher Sprache über die Stadt New York zu lesen sind« Andreas Bernard
Christian Zaschke schreibt seit 2001 für die Süddeutsche Zeitung, zuerst in München, zwischen 2011 und 2017 in London und seit 2017 New York. Für seine Heimatredaktion hat er in dieser Zeit nicht nur über die amerikanische Tagespolitik berichtet, sondern auch zusätzlich eine Kolumne gefüttert, in der er in 107 Beiträgen sein Leben in „Hell’s Kitchen“ beschrieben hat, diesem einstmals wegen seiner Bandenkriege und hoher Kriminalitätsrate berüchtigten Viertel in Manhattan, mittlerweile aber auch, wie so viele New Yorker Stadtteile mit Geschichte, der Gentrifizierung zum Opfer gefallen.
Aber darum geht es dem Autor nicht. Weder erfährt man Details zur Geschichte des Viertels, noch zu New York. Stattdessen nervt er mit nichtssagenden, inhaltsleeren und sich permanent wiederholenden Aussagen über sein Apartment im 17. Stock des ehemaligen Schwesternwohnheims, seinen ständig zitternden Friseur, der entweder alkoholabhängig oder an Parkinson erkrankt und deshalb nicht in der Lage ist, einen ordentlichen Haarschnitt hinzubekommen, die Schrottbar Rudy’s, deren Adresse aus welchen Gründen auch immer nicht genannt werden darf und in der er Stammgast ist. Tipps zu den interessanten und einzigartigen Ecken des Big Apple? Fehlanzeige, und sehr frustrierend für alle, die sich Infos über Erlebenswertes abseits der Touristenpfade von einem Insider erhoffen. Und unterm Strich null Erkenntnisgewinn für all diejenigen, die schon mehrfach in New York waren.
Mein Resümee? Eine Anhäufung von Banalitäten, die man sich getrost sparen kann. Da wäre selbst die Schilderung meines Aufenthaltes in der Notaufnahme in der Lower East Side unterhaltsamer gewesen.
Das Buch war eine Empfehlung aus dem Newsletter von Axel Hacke. Prompt habe ich es als aktuelle Lesung bei rbb-Kultur gefunden und ich habe es sehr geliebt! Dazu hat auch viel der wunderbare Vorleser Ulrich Matthes beigetragen. Ich liebe es, wie warmherzig und humorvoll Zaschke sogar die Corona-Zeit beschreibt. Mit Sicherheit werde ich Weiteres von ihm suchen. Hell's Kitchen ist definitiv ein Highlight meiner Leseliste der letzten Zeit und eines der Bücher, bei denen ich sehr bedauere, am Ende angekommen zu sein.
Ich liebe New York, ich liebe Christian Zaschkes Geschichten darüber. Ich habe direkt Fernweh bekommen und möchte am liebsten sofort in den nächsten Flieger springen. Diese Detailverliehbtheit und vor allem Geschichten über die Menschen, denen er begegnet, macht dieses Buch so wertvoll. Mal ein anderer "Reiseführer" - ich habe mir gleich einige Dinge markiert. Für alle New York Fans und alle die es werden wollen. Sehr schnell zu lesendes Buch, sehr flüssig geschrieben. Hoffentlich gibts eine Fortsetzung.
Vielen Dank an den Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar.
Tolle Geschichten, die immer wieder irgendwo anfangen und an einem unerwarteten Ort enden. Schöner Schreibstil - lustig, interessant und trotzdem immer respektvoll.
Diese Art, Stadt und Menschen zu sehen, möchte man sich zu eigen machen.
Ob als New Yorker oder als Tourist: die schönste Art, ein bisschen tiefer zu blicken.
Im Buchladen gesehen - musste ich sofort haben. Nicht gemäß der Empfehlung nur 2 Kapitel pro Tag gelesen. Ich bin schwerstens begeistert. Werde bei meiner heurigen New York Reise sicherlich das ein oder andere Mal an dieses Buch denken.