Queere Geschichten werden häufig von Menschen erzählt, die nicht queer sind – Zeit, sie selbst zu erzählen!
In diesem Sammelband kommen 30 queere Autor*innen mit Bezug zum deutschsprachigen Raum zu Wort. Aus intersektionalen Perspektiven erzählen sie von ihren Erfahrungen und eröffnen dabei Räume zum Nachdenken. In wütenden, verletzlichen und kraftvollen Texten werden nicht nur Verbindungen sichtbar, sondern auch Ausschlüsse von der Dominanzkultur und innerhalb queerer Communitys. Dieses Buch macht deutlich, wie wichtig es ist, sich gegenseitig zuzuhören und beständig daran zu arbeiten, solidarische Bündnisse zu knüpfen.
Wie fühlt es sich an, als queere Person in einer Gesellschaft zu leben, die von cis-binärem Geschlechterzwang geprägt ist und die heterosexuelle Zweierbeziehung als Norm setzt? Welche subversiven Praktiken müssen Queers entwickeln, um in einer solchen Gesellschaft (über-)leben zu können? In diesem Sammelband berichten 30 Autor*innen von ihren vielfältigen Lebenswelten und zeigen: Es gibt sie nicht, die eine queere Realität. Denn Zusammenleben geschieht unter komplexen Machtbedingungen, die anhand verschiedener Differenzlinien verlaufen.
Mal analytisch, mal poetisch, immer persönlich sind die Texte der ganz unterschiedlich verorteten Autor*innen. Wir erfahren zum Beispiel, wie es sich anfühlt, als migrantisierte trans* Person, die in Marzahn wohnt, immer wieder mit klassistischen Stereotypen bezüglich des Stadtteils konfrontiert zu werden. Wie hart es ist, sich als fette, queere Frau in unserer Gesellschaft Respekt zu erkämpfen. Welche rassistischen Erfahrungen eine (gender-)queere, südost Asian Person in weiß-queeren Communitys macht. Andere erzählen davon, in der Praxis des Cruisens sich selbst zu erkennen und auf Resonanz zu treffen, vom Glücksgefühl, das sich beim Entdecken des eigenen nicht-binären Körpers einstellt oder von der Intensität, die sich im Entfalten queerer Beziehungen entwickelt.
Eine bunte, intersektionelle, vielschichtige und aufwühlende Sammlung an Erzählungen, Gedichten und Essays von queeren Stimmen. Sehr zu empfehlen! Besonders die Intersektionalität innerhalb der diversen Erzählstimmen hat mir sehr gut gefallen. War ein gelungenes Geschenk ✨
An incredibly deep, incredibly important, and incredibly diverse anthology about queerness - in all its different and beautiful shapes and forms. There were so many really incredible texts here… it was hard to stop reading but every now and then I had to and had to let it sink in. I understood more about myself while reading this but I also realized that there is more to learn, more to talk about, more to change to make the world a space where truly all are treated with equity.
This book is a jewel, shining with a polyphony that brings clarity on many levels. In fact, a bundle like this might be the only way to portray queerness in a way that makes sense…
I could have quoted many of the stories and texts, but there is one essay in particular that really “hit” me, namely the one by tâm* trâ’n. It sounds like this: “Du erkennst nicht die Macht und Gewalt, die von dir ausgehen. Du weigerst dich, dir das genauer anzusehen. Du als Antirassist*in, als Ausnahme, als ein*r von den Guten, weist all das von dir.“ (page 153) and also: „In Deutschland wird Queersein akademisiert - du kannst neue Sprache für Queerness schaffen und dabei Queerness intellektualisieren und Ausschlüsse produzieren. Wie schaffen es weiße Menschen, etwas, das so viel mit Gefühl und Lebendigkeit zu tun hat, so sehr zu vertheoretisieren? Queere Sprache ist oft englische Sprache - Kolonialsprache. Wenn du dich im Deutschen limitiert fühlst, greifst du darauf zurück.“ (page 155)
Ironically, by quoting this text and using the Autor*in as a token, I somehow fall into the trap that tâm* trâ’n themselves mentions (page 157): “zu oft habe ich erlebt, wie du meine Geschichten benutzt und als Teil deines weiten Erfahrungshorizonten erzählst.”
Ein Buch, das die queere Community in ihrer Vielfalt abbildet🏳️🌈 Dementsprechend haben mich manche Texte bewegt, zum Nachdenken gebracht, empowert mit anderen wiederum konnte ich nicht so viel anfangen.
Abgesehen vom Buch selbst, finde ich den Verlag sehr unterstützenswert!
Großartige und extrem wichtige Zusammenstellung von Texten queerer Autor*innen. 🫧💜
Einziger Kritikpunkt: wonach wurden diese ausgewählt? Und warum wurden von den über 400 genannten Einsendung nicht mehr als 30 abgedruckt? Gerne mehr davon 💜
»In Empathie für die Verletzungen und in Anerkennung der Kämpfe anderer. Im Feiern unserer Unterschiede. In kleinen und großen Gesten der Unterstützung. Im Dasein, Mithören, Mitdenken und Mitfühlen. Und in der Solidarität gegen die geteilte Erfahrung der Scham.«
»Hauptsache deine Grenzen bleiben gewahrt, während du Grenzen anderer ständig übertrittst.[…] Ich bin es leid, dich immer wieder rückversichern, umsorgen zu müssen, damit du mir zuhören kannst. Ich bin erschöpft davon, ständig vorsichtig sein zu müssen, was ich teile und wie ich Kritik äußern kann, damit du nicht davonschwimmst.«
Die Beiträge in diesem Buch haben mich alle sehr berührt. Viele habe ich sehr gefühlt, viele haben mir intime Einblicke jenseits meiner eigenen Lebensrealität gewährt. Meine einzige Kritik ist, dass nicht noch mehr Beiträge in diesem Buch sind, ich könnte ewig darin weiterlesen!