De schitterende poppenfabriek Langbein werd opgericht tijdens het hoogtepunt van de Weimarrepubliek. Ze overleefde twee oorlogen, de Duitse tweedeling en nationalisatie, maar ging uiteindelijk jammerlijk ten onder. Nu is er niets meer over van de eervolle Langbein-traditie.
De erfgenamen van de voorheen florerende poppenfabriek, Eva, Iris en Jan, zijn verwikkeld in een familiestrijd. Door het faillissement van het geliefde bedrijf en meerdere erfrechtelijke geschillen staan de fabriek en de bijbehorende woning er slecht voor.
Als een van de zeldzame Langbein-poppen, zorgvuldig genaaid en geschilderd door opa Langbein, op een internetveiling verschijnt, komt het verleden opeens dichterbij en worden de drie erfgenamen gedwongen hun geschillen achter zich te laten en alles op alles te zetten om de familiegeschiedenis te redden.
Eine Familiengeschichte, die kurz nach der Jahrhundertwende beginnt und in der heutigen Zeit endet. Ganz besonders die Rückblicke in vergangene Zeiten habe ich mit großem Interesse verfolgt. Auch wenn der Familie Langbein in so gut wie jedem Kapitel was negatives widerfährt. Selbst wenn sie mal einen Glückstag erleben, wie mit der witzigen Aktion auf der Messe, kommt dann am nächsten Tag wieder der Dämpfer. Doch die Langbeins geben nie auf, blicken immer nach vorn. "Lieber die Zuckerdose als das Leben" ist ihr Motto.
Da die Familie Spielzeugfabrikanten sind, erfährt man auch über dieses Handwerk ziemlich viel. Die Autorin hat intensiv Recherche betrieben, und konnte vor allem auch auf die Erfahrungen ihrer eigenen Vorfahren zurück greifen. Mir war Sonneberg als 'Spielzeugstadt' auch ein Begriff. Als Otto dann so viel über Plüschtiere spricht und herstellt, musste ich aber mal googeln wie die denn ausgesehen haben könnten. Zu Hause hatten wir nämlich nur wenige Kuscheltiere, zumindest bis 1989. Ich habe zu meinem 1. Geburtstag eine Stoffpuppe mit Kunststoffgesicht (und zwar nur das Gesicht, nicht der gesamte Kopf, waren aus einem weichen Plastik) bekommen und zum 4. Geburtstag einen Teddybären. So mit 6 kam noch eine Plastikpuppe hinzu - aber das war's. Alle drei 'leben' auch heute noch bei mir. Warum ich aber kein Sammelsurium an Plüschtieren besaß, ist mir jetzt auch klar: die gingen alle ins Ausland, entweder in die Sowjetunion oder in den Westen. Die DDR-Kinder mussten sich mit den Resten begnügen.
Die einzelnen historischen Abschnitte, die hier beleuchtet werden, sind einem geläufig. Die Weltkriege, die goldenen Zwanziger, die Verstaatlichung zu DDR-Zeiten... Aber was das konkret für so eine Unternehmerfamilie bedeutet hat, welche Bedingungen zu den jeweiligen Zeiten herrschten und was sie produzieren konnten, das war alles Neuland für mich - das ich sehr gespannt gelesen habe. Kati Naumann hat das alles aber auch wunderbar beschrieben, und ihren Protagonisten wahrlich Leben eingehaucht. Ich konnte mir tatsächlich vorstellen, wie ich mit den Langbeins auf dem Sofa in der Küche sitze, und beim Hören einer "Herricht & Preil" Platte Plüschtiere stopfe, mit Augen versehe oder Gesichter aufmale.
Ich habe das Buch in gerade mal 24h durchgelesen, es liest sich sehr einfach und entwickelt einen unglaublichen Sog. Die Geschichte der Langbeins, der Sonneberger Spielzeugherstellung und Entwicklungen im 20. Jahrhundert waren interessant und hatten gleichzeitig eine nostalgische Note. Die Personen waren allesamt sympathisch, aber insgesamt etwas zu glatt und blass. Auch die Geschichte hat keine richtigen Spannungshöhepunkte, sondern ist immer etwas oberflächlich, wie eine Chronik. Ich hätte mir mehr Tiefgang und mehr emotionale Ansprache gewünscht.
Zuerst hat mich bei diesem Buch der Titel und das schöne Cover angesprochen. Die Kurzbeschreibung hat mich dann vollends davon überzeugt, dass ich dieses Buch lesen möchte.
"Wo wir Kinder waren" von Kati Naumann erzählt die Geschichte der Familie Langbein und deren Spielzeugfabrik in Sonneberg in Thüringen. Erzählt wird in 2 Zeitebenen - der Gegenwart und der Vergangenheit ab der Kaiserzeit bis nach der Wiedervereinigung. Ich brauchte kurz um in das Buch reinzukommen aber dann war ich fasziniert von der Geschichte. Die Familie lebte für ihre Firma, diese war "das Herz" und stand immer an erster Stelle. Nicht nur dass man sehr viel Interessantes über die Spielzeugherstellung erfährt - auch die ganzen politischen, wirtschaftlichen und menschlichen Entwicklungen und Erlebnisse werden in die Geschichte mit eingebaut. Und zwar gelungen.
Nach der Insolvenz der Firma und diversen Erbstreitigkeiten steht es aktuell schlecht um das Firmengebäude mit Wohnung. Eva und Jan ( in Sonneberg aufgewachsen ) sowie Iris ( lebte in der BRD, ihr Vater flüchtete in den Westen ) sollen das Haus räumen und stoßen dabei auf viele Erinnerungen aus ihrer Kindheit. Passend dazu werden die Ereignisse aus der Vergangenheit erzählt.
In diesen "Aufräumwochen" passiert viel mit den Dreien, die Entwicklung der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Ich habe diese deutsch-deutsche Geschichte sehr gerne gelesen, das Thema fand ich hochinteressant und die Umsetzung gelungen.
Die Cousinen Eva und Iris und ihr Cousin Jan sind die Nachkommen der Puppenfabrik Langbein. Die Puppenfabrik hat viele Höhen und Tiefen überstanden. Die Weimarer Republik, den 1. und 2. Weltkrieg, die Teilung Deutschlands und die Verstaatlichung in der DDR. Nur die Wiedervereinigung nicht. Eva, Iris und Jan räumen das Haus aus, indem die Familie seit ihrem Urgroßvater gelebt hat. Viele Erinnerungen stecken in den Räumen. Auch als bei einer Internetauktion eine der seltenen Langbein-Puppen versteigert wird und Eva diese ersteigert kommen viel Erinnerungen an die Kindheit und die Fabrik zurück. Auch ein Funken Hoffnung fängt an zu sprießen. Hat die Fabrik noch einmal eine 2. Chance? „Wo wir Kinder waren“ ist ein wunderschöner und tiefgründiger Roman von Kati Naumann der dem Leser einen guten Einblick in die (ost-) deutsche Geschichte gewährt. Das Buch hat 2 Zeitebenen. Die Kapitel der Gegenwart wechseln sich mit denen der Vergangenheit ab. In der Gegenwart räumen Eva, Iris und Jan das Stammhaus der Familie Langbein. Hier kommen viele Erinnerungen aus der Kindheit und von Erzählungen der Großeltern zurück. Die Urgroßeltern haben das Haus und die Fabrik errichtet und seither hat die Familie hier gelebt und Puppen und Spielwaren hergestellt. In der Vergangenheit geht es bis ins Jahr 1910 zurück. Damals wurden die Puppen noch in Heimarbeit hergestellt bis Albert Langbein seine Fabrik gegründet hat. Hier erfährt der Leser viel über das Leben der Familie Langbein, die Entwicklung, die Höhen und Tiefen der Fabrik. Auch über die Bedeutung der Stadt Sonneberg als „Weltspielzeugstadt“ erfährt man so einiges. Mir war Sonneberg bisher nur als Stadt der Glaswaren aus Lauscha bekannt. Für mich, die in Westdeutschland aufgewachsen ist, ist es interessant zu lesen wie das Leben und die Strukturen in der DDR sich entwickelt haben. Plötzlich ist es nicht mehr Recht sein eigener Herr zu sein. Eine Generation die ihr Werk aufgebaut hat, für ihre Angestellten gesorgt hat und alles Geld wieder in das Werk gesteckt hat wurde enteignet. Was das für die Fabrikbesitzer bedeutet haben muss, plötzlich nur noch ein Angestellter in deinem eigenen Werk zu sein ist in dieser Geschichte deutlich zu spüren. Kati Naumann erzählt die Geschichte seht bildhaft, es entsteht beim Lesen ein richtiges Kopfkino. Die Protagonisten sind durchweg sympathisch. Besonders lieb habe ich Otto und Flora Langbein gewonnen. Auch Eva, Iris und Jan wurden mir im Laufe der Geschichte immer sympathischer. War am Anfang noch eine Distanz zwischen ihnen, der von einem Familienzwist herrührt, nähern sie sich im Laufe des Buches immer mehr an. „Wo wir Kinder waren“ wird ohne Zweifel zu den Highlights 2021 gehören.
Die Schriftstellerin Kati Naumann hat mich mit ihrem Roman „Wo wir Kinder waren“ total erreicht. Der vorige Roman gefiel mir auch schon gut.
Der Roman spielt in der Puppenmacher- und Spielzeugstadt Sonneberg und zeigt die Familiengeschichte von 1898 bis 2019. Albert Langbein gründet die Puppenfabrik. Die Autorin gibt die Stimmung wunderbar autistisch werden. Die Sorgen und Freuden und der Kampf kann man hautnah miterleben.
2019 erben Eva, Iris und Jan die marode Fabrik und das Stammhaus. Sie wollen alles ausräumen, eh man das Haus vermieten kann. Dabei kommen viele Erinnerungen hoch. Einiges erfahren sie erst jetzt aus den Dokumenten.
Während des Dritten Reichs müssen die Vorfahren schon für die Fabrik kämpfen. Dann kommt die Zeit der DDR, in denen Eigentümer gezwungen werden, immer wieder nach zu geben.
Die Großmutter der Erben gefiel mir besonders gut. Sie machte ihrem Mann immer wieder Mut und packt immer wieder mit an.
Dieser Roman ist ein prima Zeitdokument. Et fesselt und unterhält gut .
Vor 2 Jahren war Kati Naumanns Debütroman "Was uns erinnern lässt" eines meiner Jahres-Highlights und erhielt auch den "Lieblingsbuch-Status". Deshalb habe ich mich auf ihren neuen Roman sehr gefreut. Leider kann er nicht ganz mit ihrem Vorgänger mithalten. Trotzallem hat mir auch dieses Buch gut gefallen.
In "Wo wir Kinder waren" habe ich endlich einen historischen Roman mit einem neuem Thema in diesem Genre gefunden. Kati Naumann erzählt in Anlehnung an ihre eigenen Vorfahren über die Spielzeugherstellung. Sie beschreibt das Leben der Familie Langbein, die seit Generationen Puppen und Plüschtiere erzeugen. Gegründet wurde sie 1910 von Albrecht Langbein, der damit das Ein- und Auskommen von drei Generationen gesichert hat.
Auch der zweite Roman der Autorin spielt im Sperrgebiet des Thüringer Waldes, in der ehemaligen DDR, wo sie den Großteil ihrer Kindheit verbracht hat. Auf zwei Zeitebenen, die sich gegeneinander annähern, erfahren wir sehr eindringlich über diese Region, die für die Spielzeugherstellung bekannt war. In Sonneberg und Umgebung lebt die ganze Gegend von diesem Wirtschaftszweig. So auch die Familie Langbein, deren Puppenerzeugung um die Jahrundertwende aufgebaut wird. Der Familienbesitz wurde immer wieder an die Nachfahren vererbt, bis die Politik der DDR die Fabrik und selbst das Wohnhaus verstaatlichte. Nach der Wende sind die Billigprodukte der DDR ebenfalls nicht mehr gefragt und Sonneberg verliert einen ganzen Wirtschaftszweig. Im Strang der Gegegenwart stehen die Urenkel Eva, Jan und Iris vor den Scherben des ehemals florierenden Betriebes. Sie sind zusammengekommen, um das Wohnhaus asuszuräumen, das vermietet werden soll. Nach anfänglichen Streitereien durchleben sie nochmals ihre Kindheit und setzen sich mit ihren Erinnerungen auseinander. Die große Enthüllung, die zwar nirgends angekündigt wurde, die ich aber durch die Geschichte doch irgendwie erwartet habe, blieb am Ende aus. Im Gegensatz dazu, legt die Autorin sehr viel Liebe in ihren Vergangenheitsstrang, der die Puppenherstellung im Wandel der Zeit äußerst lebendig und detailliert beschreibt. Für mich war es tatsächlich neu, dass in der ehemaligen DDR bereits Puppen produziert wurden, die ich selbst zu dieser Zeit bei uns in Österreich nicht finden konnte oder nicht besaß. Als ich ein Kind war gab es weder Puppen, die bewegliche Arme hatten, noch welche, die man aufs Töpfchen setzten konnte. Ich muss aber auch sagen, dass ich ein Mädchen war, das nicht gerne mit Puppen spielte...erst als die Barbies immer bekannter wurden, fand ich mehr gefallen daran, war damals aber schon fast zu alt dafür. Ich habe lieber Indianer gespielt oder Spiele im Freien, wenn endlich Ferien waren und die Nachbarin Besuch von ihren Enkelkinder hatte. Umso gespannter habe ich die Erzählung über die Anfänge der Puppenerzeugung gelesen und auf Instagram die Fotos der Autorin bestaunt, die Förmchen und Formen zeigte, in denen die Einzelteile einer Puppe hergestellt wurden Zwei Kriege, die Hyperinflation, die Teilung Deutschlands und die Planwirtschaft haben die Familie Langbein nicht unterkriegen lassen - erst die Verstaatlichung und später der Fall der Mauer war ihr Untergang.
Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin ist lebendig und bildhaft. Mit viel Liebe zum Detail und toller Recherchearbeit erzählt Kati Naumann über eine Familie, deren Motto "Das Herz ist die Fabrik" und die Puppenherstellung ist. Die Charaktere in der Gegenwart blieben allerdings etwas blass und an der Oberflläche. Sie waren für mich nur schwer greifbar. Das kann die Autorin besser! Im Gegensatz dazu sind die Figuren im Vergangenheitsstrang lebendig und authentisch. Besonders Flora ist mir ans Herz gewachsen, die vom armen Taglöhnerkind zur Firmenchefin aufsteigt und dennoch nie vergisst, woher sie kommt. Zu Beginn des Buches gibt es einen Stammbaum der Familie, der einen tollen Überblick gibt und am Ende gibt es noch ein informatives Interview mit der Autorin.
Fazit: Kati Naumann hat wieder eine besondere Geschichte erzählt, die einen Rückblick in die Spielzeugherstellung in der ehemaligen DDR gibt. Leider kommt ihr zweiter Roman nicht ganz an ihr Debüt heran, das mich damals begeisterten konnte. Trotzdem hat mich dieser Generationenroman gut unterhalten und ich habe viel Neues erfahren dürfen.
„Ich frage mich: Wie weit darf man gehen, um eine Tradition aufrechtzuerhalten?“ (Zitat Seite 317)
Inhalt Eva, gelernte Spielzeuggestalterin, hat schon als Kind begeistert Spielzeug getestet, als sie zwischen fünf und dreizehn Jahre alt war. Dies war in Sonneberg, damals DDR. Heute ist Eva zweiundfünfzig Jahre alt und lebt immer noch in Sonneberg. Gemeinsam mit ihrem Cousin Jan und ihrer Cousine Iris gehört sie zur Erbengemeinschaft der ehemaligen Spielzeugfabrik Langbein, gegründet von ihrem Urgroßvater Albert Langbein. Als Jan das alte Haus der Familie räumen muss, da es vermietet werden soll, wollen Eva und Iris helfen. Sie tauchen tief in ihre gemeinsamen Kindheitserinnerungen an dieses Haus und besonders an ihre Großmutter Flora ein, entdecken die abwechslungsreiche Geschichte der Familie und einige alte Familiengeheimnisse, gleichzeitig wächst das gegenseitige Verständnis und langsam formt sich eine Idee.
Thema und Genre In diesem Familien- und Generationenroman geht es um die wechselvolle, reale Geschichte der Spielwarenerzeugung in der Spielwarenstadt Sonneberg von 1910 bis nach der Wende, am Beispiel eines fiktiven Familienunternehmens.
Charaktere In der Buchinnenseite findet sich ein Stammbaum der fiktiven Familie Langbein. Alle Charaktere sind sehr lebensnah, stimmig und authentisch geschildert, ihre Handlungen und Entscheidungen sind nachvollziehbar. Es ist ein bunter Reigen an Figuren, die uns in dieser Geschichte begegnen und alle haben eines gemeinsam: sie sorgen sich um die Familie und das Familienunternehmen.
Handlung und Schreibstil Die Handlung wird in zwei Zeitebenen erzählt und der Aufbau ist sehr kreativ und originell, auch sprachlich macht es richtig Freude, diese Geschichte zu lesen und die Spannung kommt nicht zu kurz. Die drei Cousins finden im alten Familienhaus einen besonderen Gegenstand, oder sie entdecken Unterlagen, bisher unbekannte Dokumente, und im nachfolgenden Kapitel wir genau jenes Ereignis in der Vergangenheit geschildert, in dem jeweils dieses gerade entdeckte Objekt eine Rolle spielt. Dadurch erfahren wir beim Lesen auch alle Hintergründe, welche die Erben nicht wissen können. So entsteht langsam ein großartiger Familienroman, ergänzt durch sehr lebendige, interessante Schilderungen des Handwerks der Spielzeugherstellung, besonders von Puppen und Plüschtieren, im Wandel der Zeit, von der Handarbeit zur Industrialisierung. Auch der Alltag und die täglichen Probleme der Menschen in jener Zeitspanne, in der Sonneberg zur DDR gehörte, sind sehr eindrücklich geschildert.
Fazit Ein großartiger Familien- und Generationenroman, ein lebhaftes, vielschichtiges Zeitbild. Reale Vorbilder und eine intensive Recherche ergänzen die packende Geschichte mit interessanten Informationen und ergeben in Summe ein überzeugendes Leseerlebnis.
Kati Neumanns neuer Roman ist nicht der zweite Teil ihres großen Erfolgsromans "Was wir erinnern", auch wenn Cover und Titel daran erinnern. Allerdings gibt es leichte Berührungspunkte und auch die Romanstruktur ist ganz ähnlich. Es geht um die Gründerfamilie einer Spielzeugmanufaktur im thüringischen Sonneberg, übrigens einst wegen des großen Erfolgs und der internationalen Exporte "Weltspielwarenstadt" genannt - und die Autorin konnte hier sicher aus dem Vollen schöpfen, denn ihre Großeltern lebten eben dort und betrieben eine Puppenfabrik.
Das Romangeschehen läuft auf unterschiedlichen Zeit-Erzählebenen: Eva und ihr Cousin Jan sowie Cousine Iris agieren in der JetztZeit - es geht um Ost-West-Deutschland und um Erbstreitigkeiten. Mit der zweiten Zeitebene stellt die Autorin die Historie der Spielwarenproduktion und das Familienleben ab 1910 und bis 1978 dar. Besonders diese geschichtliche Rückschau ist ausgesprochen gelungen und so interessant! Wir lernen das Leben zu Kaisers Zeiten kennen, marschieren fröhlich in den 1. Weltkrieg, durchwandeln Wirtschaftskrisen und versinken im braunen Abgrund, um in zwei Deutschen Staaten mit Grenzen und Sperren wieder aufzutauchen. Und die Fabrik? Und die Familie? Hat sie alles zusammenhalten können und Höhen und Tiefen überdauert? Mit viel Lesefreude empfehle ich diesen gelungenen Roman zur eigenen Lektüre!
Schön, wenn man im Januar schon ein Jahreshighlight lesen durfte. Denn ein Jahreshighlight ist das neue Buch von Kati Naumann für mich auf jeden Fall.
Doch worum geht es eigentlich? Die Geschichte wird uns auf zwei Erzählebenen geschildert. Zum einen gibt es den historischen Erzählstrang – beginnend mit 1910, in dem wir den Werdegang der Spielzeugfabrik der Familie Langbein begleiten. Besonders schön fand ich die kleinen geschichtlichen Details über das Leben zur damaligen Zeit. Ich hatte bisher z.B. noch nie etwas vom Anti-Kitsch-Gesetz gehört.
Der zweite Erzählstrang spielt in unserer heutigen Zeit und wir lernen die Urenkel Iris, Jan und Eva der Fabrikgründer kennen. Die drei räumen das Familienanwesen aus und zwar Zimmer für Zimmer. Dabei kommt das ein oder andere zum Vorschein – seien es Familiengeheimnisse, seien es besondere Familienbesitztümer.
Die beiden Erzählstränge wechseln sich bei ständig ab und als Leser erfährt man immer wieder, wie diese Geheimnisse entstanden oder die Besitztümer zur Familie gefunden haben, die die drei Enkel Jahrzehnte später entdecken. Dieses Wechselspiel hat mir wahnsinnig gut gefallen.
Zwischendrin gab es sogar einen kleinen Verweis auf ihr vorheriges Buch „Was uns erinnern lässt“. Trotzdem sind beides eigenständige Geschichten – aber die Schauplätze der beiden Bücher sind nicht weit voneinander entfernt.
Für mich eine klare Leseempfehlung für alle die Familienromane mögen.
Zum Inhalt: Als Eva, Iris und Jan die ehemalige Spielzeugfabrik Langbein erben, werden sie dadurch sehr an ihre glückliche Kindheit erinnert. Im Wechsel von Gegenwart un Vergangenheit wird die Geschichte der Familie und der Spielzeugfabrik erzählt. Durch den Fund einer besonderen Form keimt die Idee, das alte Handwerk neu zu beleben. Meine Meinung: Was mir gut gefallen hst, war der Einblick in die Familiengeschichte und auch in die Fabrikation von Spielzeug. Ein wenig schwer getan habe ich mich zunächst mit dem Schreibstil, irgendwie fand ich den nicht so eingängig, musste mich erst mal eingewöhnen. Insgesamt hat das Buch keine große Highlights, aber wer eine eher ruhig erzählte Geschichte mag, ist hier sehr gut aufgehoben. Als Figur hat mir zum Ende hin Anita, die so gerührt über den Fund des Models war. Ich hab mich recht gut unterhalten gefühlt. Fazit: Interessante Familiengeschichte
„Aber Mine klagte nicht. Sie mischte das Mehl mit Gips und buk ihr Brot selbst. Es schmeckte scheußlich, aber es lag wenigstens schwer im Magen.“ Allein, wenn ich diesen Satz lese, bekomme ich schon wieder Gänsehaut und „Lust“ (wenn man das überhaupt sagen kann) auf weitere Geschichten, die in der deutsch-deutschen Geschichte, die Zeiten der beiden Weltkriege inbegriffen, spielen.
Ich habe mich wirklich sehr auf „Wo wir Kinder waren“ von Kati Naumann gefreut. Der Vorgänger „Was uns erinnern lässt“ war in 2020 ein absolutes Lesehighlight für mich und natürlich hätte ich mit dem neuesten Roman der Autorin auch gerne wieder ein Lesehighlight gehabt. Aber das hat die Geschichte über die Familie Langbein leider nicht ganz geschafft. Auch wenn ich gleich zu Beginn darauf hinweisen will, dass ich hier auf ganz hohem Niveau meckere. Aber das ist wohl das Problem mit zu hohen Erwartungen und die hatte ich nach meiner Euphorie zu „Was uns erinnern lässt.“
Kati Naumann erzählt in ihrem Roman die über 100-jährige Geschichte der (fiktiven) Spielzeugfabrik Langbein in Sonneberg. Neben dem Vergangenheits-Strang, der Anfang des 20. Jahrhunderts startet, befinden wir uns in einem zweiten Erzählstrang in der heutigen Zeit bei Eva, Jan und Iris, Cousin und Cousinen, die gemeinsam der Geschichte ihrer Familie auf den Spuren sind. Iris ist durch die Flucht ihres Vaters im benachbarten Bayern aufgewachsen, Jan und Eva hingegen in der ehemaligen DDR. Die Autorin hat ihre familiären Wurzeln in dem kleinen thüringischem Ort und auch in ihrer Familie gab es Spielzeugmacher, sie weiß also, von was sie uns hier berichtet.
Für mich steht und fällt ein Buch mit seinen Figuren und diese sind auch der Grund, warum das Buch bei mir etwas schlechter abschneidet, als „Was uns erinnern lässt,“ denn gerade der Gegenwartspart um Eva, Jan und Iris war ein wenig nervig und fast schon abgedroschen. Vor allem Eva ging mir auf den Geist mit ihrer leicht wehleidigen Art und ihren Minderwertigkeitsgefühl gegenüber der bayrischen Cousine. Dafür war der Vergangenheitsteil grandios, der hätte definitiv 6 von 5 Sternen verdient. Wir bekommen hier zum einen einen Einblick in die Puppen- und Spielzeugherstellung ab Ende des 19. Jahrhunderts, aber auch tolle Charaktere und eine Liebesgeschichte präsentiert, die selbst mir total ans Herz ging – vermutlich weil sie EIN Teil der Geschichte ist, aber nicht der Hauptteil. Ja, vor allem Flora hat sich von Anfang an in mein Herz geschlichen und sich dort festgesetzt. Als Patenkind von Mine Langbein stammt sie selbst jedoch aus sehr einfachen Verhältnissen, aber sie ist so schlau, so clever, so liebenswert, eine absolute Herzensfigur. Aber auch die anderen Figuren in diesem Part waren spannend, vor allem fühlten sie sich echt an. Das ist überhaupt die große Kunst der Autorin, dass sich ihre Geschichten und Figuren so echt, so real anfühlen, selbst wenn sie fiktiv sind und nur auf einem Körnchen Wahrheit basieren. Auch die Bilder, die sie anbringt (ich sage nur „der Dattelkern“) sind fantastisch. Ganz ganz großartig erzählt!!!
Auch wenn ich im Gegenwartsteil ein wenig genervt war von den Figuren, so sind doch Bücher wie die von Kati Naumann, die Geschichten, die ich momentan lesen will, die mich faszinieren, selbst wenn sie mitunter heftig und grausam sind. Lange genug habe ich einen großen Bogen um die deutsche Geschichte der letzten 100 Jahre gemacht und ich bin wirklich froh, dass ich auch dank Kati Naumann letztlich doch noch die Kurve gekriegt habe.
Die Entwicklung einer Sonneberger Spielwarenfabrik und die faszinierende Familiengeschichte dahinter
2019 treffen sich Eva, Iris und Jan, Erben der früheren Traditionspielwarenfabrik Langbein, in Sonneberg um das zur Fabrik gehörende Stammhaus zu entrümpeln. Die drei haben sich über die Jahre hin auseinandergelebt und geraten ständig in Konflikt miteinander. Doch beim gemeinsamen Ausräumen kommen vermehrt Erinnerungen hoch: an die Anfänge der Spielwarenfabrik, an ihre Entwicklung, an persönliche Schicksalsschläge, an politische Ereignisse und an wichtige gemeinsame Erlebnisse, die die drei Verwandten verbinden.
Autorin Kathi Naumann schreibt angenehm, flüssig und unkompliziert. Sie erzählt aktuell von Evas Situation, während sie sich mit ihrer Cousine Iris und dem Cousin Jan auseinandersetzt. In Rückblenden werden außerdem wichtige Ereignissen aus der Vergangenheit der Familie Langbein und entscheidende Kapitel aus der Geschichte der Spielzeugfabrik geschildert. Durch den gekonnten Einsatz von Rückblenden wird immer klarer, wieso die Beziehung von Eva, Jan und Iris belastet ist. Dank Kathi Naumanns abwechslungsreicher Erzählweise war ich rasch von der Geschichte um die Langbeins und ihr Unternehmen gefangen.
Bei all den verschiedenen Figuren, die im Roman vorkommen, fällt es anfangs noch etwas schwer, die Orientierung zu behalten. Wie Eva, Jan und Iris genau miteinander zusammenhängen, wird aber relativ schnell klar. Die Firma Langbein wird von deren Urgroßvater Albert Langbein gegründet, dessen Sohn Otto später die Leitung übernimmt. Otto setzt sich engagiert für die Firma ein, möchte sich seinem Vater gegenüber unbedingt würdig erweisen. Er kommt nur sehr schwer über den Tod seines Bruders Fritz hinweg, der wie ein Geist über ihm zu schweben scheint. Ottos Frau Flora leisten ebenso Wichtiges für die Fabrik, sie hilft mit Leidenschaft mit. Ihr Motto: „Alles, was man tut, soll man mit Liebe tun. Oder es sein lassen.“ Flora und Otto sind das Herz der Firma, auch als die Puppenfabrik Albert Langbein ins VEB Kombinat und Plüschwaren Sonni umgewandelt wird. Die Familie Langbein ist eine ganz besondere, sehr interessante Familie. Die verschiedenen Mitglieder spielen im Lauf der Handlung differenzierte Rollen, tun ganz Unterschiedliches, teils auch Fragwürdiges um die Firma in der DDR am Laufen zu halten. Zu vielen Figuren entwickelte ich als Leser schnell einen Bezug, manche empfand ich als weniger einnehmende, aber dennoch plausible Charaktere, die Beweggründe für ihr Handeln blieben für mich stets nachvollziehbar.
„Wie weit darf man gehen, um eine Tradition aufrechtzuerhalten?“ Diese Frage stellen sich Eva, Iris und Jan und natürlich auch die Leser. Und in dem Zusammenhang geht es vor allem darum: Wie weit ist die Familie Langbein konkret gegangen? Überaus spannend, das beim Lesen zu erfahren. Die Geschichte der DDR wird hier in eine mitreißende Familiengeschichte gepackt, nebenher gibt es sehr viel Informatives über die Spielzeugherstellung in Sonneberg zu lernen. Gefallen hat mir vor allem die Bedeutung, die „Familie“ in diesem Roman einnimmt. So viel Affinitäten, so viel Konfliktpotential es auch geben mag, letztendlich vermag Familie doch vieles auszuhalten und aufzufangen. Familie verbindet. Das erkennen die Protagonisten immer wieder aufs Neue. Bestimmte Gegenstände beispielsweise Alberts Füllfederhalter haben eine ganz besondere Bedeutung für die Figuren, sie tauchen immer wieder zu verschiedenen Zeitpunkten auf, auch sie erzählen Geschichten, haben Symbolkraft, das wurde eindrücklich herausgearbeitet. Die Familie der Autorin Kathi Naumann besaß selbst in Sonneberg eine Puppenfabrik, die Autorin stöberte im Familienschatz, untersuchte intensiv die eigenen Familiengeschichte. Sie nahm ihre eigene Familie zum Vorbild für die fiktive Familie Langbein. Ihre gründlichen Recherchen werden im Roman sehr offensichtlich, sie machen den Plot sehr authentisch und realistisch. Für mich ist „Wo wir Kinder waren“ ein hochinteressanter Ausflug in die Spielwarenproduktion, eine Zeitreise ins thüringische Sonneberg und ein tiefer, persönlicher Einblick in die Strukturen einer Unternehmerfamilie. In diesem lesenswerten, kurzweiligen historischen Roman werden Erinnerungen lebendig.
»Die Fabrik ist das Herz.« Dieser Ausspruch zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben der Langbeins. Eva, die in der einstigen Weltspielwarenstadt Sonneberg gewissermaßen in der Fabrik ihrer Großeltern aufwächst, beherzigt diesen Leitspruch von klein auf. Auf Herz und Nieren prüft sie die Plüschtiere und Puppen der Spielzeugfabrik Langbein und macht ihre Leidenschaft später sogar zu ihrem Beruf, indem sie Spielzeugtesterin wird. Nachdem die Fabrik nach der Wende untergeht und die Hinterbliebenen sich um das Erbe streiten, scheint von der ehemaligen Langbein-Tradition nichts mehr übrig zu sein. Nur in dem alten Familienhaus, das nun vermietet werden soll, hat sich nichts verändert. Als die mittlerweile 52-jährige Eva mit ihrem Cousin Jan und ihrer Cousine Iris das Haus räumt, kehren die drei nicht nur gedanklich in ihre glückliche Kindheit zurück, sondern entdecken auch viele Gegenstände und Dokumente, dank derer sie sich der ehemaligen Familiengeschichte annähern und unbekannte Familiengeheimnisse lüften. Ein wichtiger Fund lässt sie einen weitreichenden Beschluss fassen: Sie wollen das Herz der ehemaligen Spielzeugfabrik wieder zum Schlagen zu bringen.
„Wo wir Kinder waren“ ist Kati Naumanns persönlichster Roman. Darin arbeitet sie ihre eigene Familiengeschichte auf. In Sonneberg, das für seine lange Tradition der Spielzeugherstellung bekannt ist, führten ihre Urgroßeltern die Puppenfabrik Scherf. Aus den Scherf-Puppen wurden im Roman die Langbein-Puppen, die von der Familie Langbein zunächst in häuslichen Verhältnissen und dann in modernen Produktionsstätten hergestellt werden. Die Autorin lässt uns in zwei Handlungssträngen an der Familiengeschichte und der Puppenherstellung teilhaben. Wir erleben chronologisch von 1910 bis 1978 den Aufbau der Puppenproduktion, der mit dem Ehepaar Albert und Mine sowie ihren vier Kindern beginnt und mit dem jüngsten Sohn Otto und seiner Frau Flora samt Kindern und Enkelkindern schließt. Der Erzählstrang, der in der Gegenwart spielt, wird von ebendiesen drei Enkelkindern bestritten: Eva, Jan und Iris – alle drei 1966 zur Welt gekommen. Sie sind die Erben der Spielzeugfabrik, die nach der Wiedervereinigung untergegangen ist und von der scheinbar nur noch einige – in der ganzen Welt verstreute – Puppen übrig geblieben sind. Doch als eine alte Drückerform für einen Langbein-Puppenkopf auftaucht, sind sie im Besitz eines wichtigen Elements, mit dem ein erneutes Aufleben der alten Tradition denkbar wird.
Während des Lesens von „Wo wir Kinder waren“ wird ersichtlich wie viel Arbeit, Liebe und Recherche Kati Nauman in ihren neuesten Roman gesteckt hat. Wie die Autorin in einem Interview berichtet, hat sie viel Archivarbeit betrieben, Wirtschaftsberichte und Fachbücher studiert, ehemalige Zeitzeugen und Spielzeughersteller befragt sowie ihre eigenen Erinnerungen und die Erzählungen ihrer Familienmitglieder, insbesondere ihrer Großmutter, in die Geschichte einfließen lassen. Auch auf einen großen Familienschatz an Dokumenten, Briefen, Fotos, Geschäftsbüchern und Gegenständen aus der Zeit konnte Kati Naumann zurückgreifen. Für die Zeit der Arbeit hat die Autorin wieder in Sonneberg, der Stadt ihrer Kindheit, gelebt. Das Ergebnis davon ist ein berührender Roman, eine spannungsreiche Geschichte und – nicht zuletzt – ein wichtiges Zeitdokument. Ein Werk, das mit viel Liebe und Herzblut geschrieben wurde, was auf jeder Seite zu spüren ist und das es zu lesen lohnt!
„Die Fabrik ist das Herz“, erklärte Albert. „Vielleicht bin ich der Kopf, und ihr seid die Hände, aber die Fabrik ist das Herz, das uns alle am Leben erhält.“
Mit diesem Buch erfährt der Leser mehr über die Spielzeugfabrik der Familie Langbein, die in der Kaiserzeit gegründet wurde, die Weimarer Republik, zwei Weltkriege und die DDR überstanden hat. Der Leser ist mitten im Zeitgeschehen und erfährt gleichzeitig mehr über die damalige Herstellung von Spielzeug.
Das Buch wird in zwei Zeitebenen erzählt. In der Gegenwart (2019) begleiten wir die Erben der Fabrik Eva, Iris und Jan. Längst hat die Firma ihre Pforten dicht gemacht und die Herstellung eingestellt, nun wird aber eine der seltenen Puppen auf einer Versteigerung angeboten. Über diesen Weg treffen die drei wieder zusammen und wollen im alten Haus der Grosseltern aufräumen. Sie finden dabei erstaunliches heraus und erinnern sich über die alten Dinge immer mehr auch an die eigene Vergangenheit. In der Vergangenheit geht es allen vorran um das mittellose Mädchen Flora, die über Umwege bei der Familie Langbein aufgenommen wird und sich nach und nach zur guten Seele der Fabrik entwickelt, zusammen mit ihrem Freund und Sohn der Familie Langbein, Otto. Gemeinsam begleiten sie die Spielzeugfabrik über stürmische Zeiten.
Der Klappentext hatte mich gleich auf dieses Buch aufmerksam gemacht, denn es ist ungewöhnlich über so eine Fabrik zu lesen, im Wandel der Zeiten. Der Autorin ist dies aber wirklich sehr gut gelungen und sie hat einen tollen historischen Roman geschrieben, der teilweise sogar an die Erzählungen aus der eigenen Familie anknüpft. Der Schreibstil ist einfach und locker gehalten, vieles ist sehr lebendig und bildhaft geschrieben worden. So kann man sich ganz auf die Geschichte konzentrieren und ins Buch eintauchen!
Die Vergangenheit der Fabrik wurde ganz besonders schön ausgearbeitet, die historisch wichtigen Eckdaten wurden wunderbar mit der Handlung verwoben. Nun ist es natürlich so, dass man in einem Buch das von 1900 bis 2019 handelt nicht alles unterbringen kann, deshalb hat die Autorin es so gelöst, dass sie immer wieder grössere Zeitsprünge in der Vergangenheit eingebaut hat. Es las sich, als würde man jedes mal eine kleine Geschichte oder Anekdote der Familie erzählt bekommen und nicht als würde man einen zusammenhängenden Roman lesen, dies hat mich aber überhaupt nicht gestört, da es dadurch immer spannend geblieben ist und ich es nicht oberflächlich empfand. Auch die Spielzeugherstellung war sehr interessant und aufschlussreich zu lesen und der Wandel davon über die verschiedenen Jahrzehnte! Ich konnte einiges neues darüber lernen und mitnehmen. Am Ende fügt sich die Geschichte aus der Vergangenheit zur Zeit der DDR immer mehr mit der Gegenwart zusammen. Die Protagonisten aus der Vergangenheit sind sehr gut gezeichnet, handelten stets nachvollziehbar und ich fand sie sehr sympatisch und stark! Im letzten Drittel des Buches geht es sehr viel um das Leben im DDR-Sperrgebiet, die Unterschiede zwischen Ost und West. Dies ist im Roman sehr schön ausgearbeitet, und man merkt hier, dass die Autorin weiss wovon sie schreibt. In den Handlungsstrang der Gegenwart musste ich mich erst einfinden. Die Charaktere waren anfangs blass und auch die Handlung kam nur sehr schleppend in Fahrt. Nach und nach änderte sich dass aber und im Endeffekt hat sich alles sehr schön zusammengefügt!
Fazit: Ein aussergewöhnlicher Roman, der mir sehr gut gefallen hat. Vorallem die Spielzeugherstellung und die Firma im Wandel der Zeit waren sehr eindrücklich und toll beschrieben, die Handlung in der Gegenwart hätte man noch etwas straffen können. Ich gebe gern eine Leseempfehlung für Interessierte und Fans des historischen Genres.
Eine fesselnde Familiengeschichte zur Zeit der Spielzeugmanufakturen
4,5 Sterne
Kurz zum Inhalt: Spielzeugstadt Sonneberg. Eva, Jan und Iris haben die ehemalige Fabrik des Spielzeugfabrikanten Albert Langbein geerbt. Die Manufaktur hat beide Kriege überlebt und sogar die Verstaatlichung nach der Gründung der DDR. Doch nach der Wiedervereinigung ging das Unternehmen pleite und somit ist nun eigentlich nichts mehr da, das vererbt werden könnte, jedoch eine große, zerstrittene Erbengemeinschaft. Als Jan beginnt, das Stammhaus zu räumen, hilft ihm seine Cousine Eva. Und auch die andere Cousine Iris kommt aus dem Westen, um zu helfen. Beim Ausräumen entdecken sie viele Erinnerungsstücke, Erinnerungen an die Vergangenheit kommen hoch, und die drei kommen sich nach und nach wieder näher.
Meine Meinung: Der Schreibstil von Kati Naumann ist ruhig aber beeindruckend; die Schicksale der Familie, die sich aufgeteilt und zerstritten hat, ist mitreißend. Die Geschichte erzählt abwechselnd über die Puppenmanufaktur Langbein in den Jahren 1910 bis 1978 und in der Gegenwart, als Eva, Iris und Jan das Stammhaus ausräumen. In der Vergangenheit erfährt man alles über die Familie, die Schicksale der Personen und natürlich der Puppenmanufaktur. Interessant und lehrreich fand ich, dass man als Leser spannende Einblicke in die damalige Spielzeugherstellung bekommt. Und natürlich die Geschichte Deutschlands, die großen Einfluss auf die Entwicklung der Fabrik hat. Man ist so erschüttert, als Otto Langbein alles tut, um die Fabrik in Familienbesitz halten zu können, als alles verstaatlicht wurde, nur damit sie nach der Wiedervereinigung dennoch pleite geht. In der Gegenwart fiebert man mit Iris, Eva und Jan mit, ob sie die Vorlage einer berühmten Puppe, die nach ihrer Großmutter gefertigt wurde, finden und ob si die Streitereien der Erbengemeinschaft beilegen können. Wie es dazu kam, dass Iris im Westen aufwuchs, war auch sehr aufwühlend zu verfolgen. Auch das Ende und wie sich alles auflöst, hat mir gefallen und mich berührt.
Charmant fand ich den New Yorker Sicherheitsfüllfederhalter, der sich als roter Faden durch die Vergangenheit zieht, und der für die männlichen Langbeins von großer emotionaler Bedeutung war. Sehr hilfreich ist der Stammbaum der Familie Langbein im Buchdeckel. Schön fand ich, dass das Hotel Waldeshöh' aus Kati Naumanns vorigem Roman "Was uns erinnern lässt" auch in einer Szene vorkommt. Das ließ mich wieder an ihr anderes bezauberndes Buch erinnern, das ich auch sehr empfehlen kann.
Fazit: Mitreißende, gefühlvolle und berührende Familiengeschichte und Erinnerungen an ein fast vergessenes Handwerk.
Deze rustig kabbelende roman focust op het leven van Otto en Flora Langbein die een poppenfabriek beheren en de drie kleinkinderen jan, iris en Eva wiens levens sterk met elkaar verweven is door de band met hun grootouders en de fabriek.
De poppenfabriek Langbein werd opgericht in 1910. Ze overleefde twee oorlogen, de Duitse tweedeling en nationalisatie, maar het lukt hen niet de poppenfabriek te behouden. De erfgenamen van de voorheen florerende poppenfabriek, Eva, Iris en Jan, zijn verwikkeld in een familiestrijd. Door het faillissement van het geliefde bedrijf en meerdere erfrechtelijke geschillen staan de fabriek en de bijbehorende woning er slecht voor. Als een van de zeldzame Langbein-poppen, zorgvuldig genaaid en geschilderd door opa Langbein, op een internetveiling verschijnt, komt het verleden opeens dichterbij en worden de drie erfgenamen gedwongen hun geschillen achter zich te laten en alles op alles te zetten om de familiegeschiedenis te redden.
Het verhaal wordt verteld vanuit het verleden en het heden. De twee verhaallijnen zijn nauw met elkaar verbonden en verspringen per hoofdstuk. Hetzelfde stukje geschiedenis wordt dan vanuit een ander perspectief beschreven. Zo lees je bijvoorbeeld dat vader Otto in het verleden een reusachtige beer maakt voor in de etalage en in het heden vinden de erfgenamen de beer dan terug in het oude huis terwijl zij aan het opruimen zijn.
Het verleden speelt zich af met als achtergrond twee wereldoorlogen waarin het gezin Langbein familieleden verliest en die ook een enorme impact heeft op de fabriek. Ook de splitsing in Duitsland zelf tussen het oosten en het Westen spelen een belangrijke rol omdat een van de kinderen van Otto en Flora besluit naar het westen te gaan en daardoor afgesneden wordt van de rest van het gezin.
Het verhaal is zo beeldend beschreven dat je het huis met al zijn oudheden zo voor je ziet. Ook de relatie die de neef en de twee nichten met elkaar hebben en steeds meer opbouwen tijdens het opruimen van het oude huis is prachtig verteld.
Een minpuntje vind ik dat de stamboom van de familie Langbein achter in het boek zit en niet voor in. Deze kwam ik pas tegen toen ik het boek al uit had.
Also erstmal hat mich der Roman wie auch schon Kati Naumanns Buch "Was uns erinnern lässt", gut unterhalten. So richtig schön zum Eintauchen und schnell mal fertig lesen geeignet.
Die Familiengeschichte, verknüpft durch zwei Zeitebenen war interessant und ich fand es gelungen, wie die Autorin diese Verbindungen mit der Vergangenheit herstellt.
Leider bleibt sie mir dabei etwas zu oberflächlich und ich finde das sie mehr als einmal um die kontroversen Themen herumschifft. Vor allem die Zeit des Nationalsozialismus wird dabei extrem oberflächlich betrachtet. Ich finde, das Naumann es sich es sich insgesamt doch sehr einfach macht, als sei alles eben einfach "nur" der Krieg gewesen. Da ist die Autorin für meinen Geschmack zu sehr bemüht, ihre Figuren ja als "gute" Deutsche darzustellen, die sich nicht um den Nationalsozialismus scheren und denen es eh nur um die Fabrik geht. So eine Herangehensweise finde ich ehrlich gesagt nicht so gut, vor allem weil das sehr verklärend ist und eben einfach nicht die Realität abbildet. Auch wenn mir nach dem Lesen des Nachworts klar wird, weshalb sie manches dann doch so wohlwollend beschreibt. Da sie sich hier an ihrer eigenen Familiengeschichte orientiert hat und mit Sonneberg ganz persönliche Erinnerungen verbindet.
Die Zeit in der DDR ist etwas realistischer beschrieben, wieder ist das Thema Enteignung im Mittelpunkt. Ich gebe zu, das ich schon hoffe, das Naumanns nächster Roman sich dann auch mal mit anderen Aspekten der DDR Geschichte beschäftigt.
Was mir persönlich sehr gefallen hat, war die Frage, wie es zum Familienstreit kam und auch die Dynamik des Trios Eva, Iris und Jan mochte ich. Außerdem ist Sonneberg historisch betrachtet tatsächlich eine bekannte Spielzeugstadt gewesen - auch das Cover des Buches zeigt z.B. die Stadt in Thüringen.
Tatsächlich hat mich dann auch mehr deren Geschichte interessiert, als die Vergangenheit, die mir eben insgesamt an vielen Stellen etwas zu verklärend war. Mir persönlich haben insgesamt einfach etwas vielschichtige Figuren gefehlt.
Kein wirklich schlechter Roman, aber mir zu sehr auf reine Unterhaltung ausgelegt.
Zum Buch: Die Sonneberger Spielzeugindustrie ist in der ganzen Welt bekannt. Eva, Iris und Jan sind direkte Nachfolger der Spieözeugdynastie Albert Langzeit. Die drie hatten sich im Laufe der Jahre zerstritten und sich auch nicht mehr viel zu sagen, gab es doch eine riesige Erbengemeinschaft und im Prinzip nichts mehr was zu vererben wäre. Jans Vater, der als letzter im Stammhaus der ehemaligen Fabrik wohnte, kam ins Heim. So beginnt Jan das Haus zu räumen seine Cousinen helfen im. Zu Beginn, damit nichts wegkommt, aber mit jedem Tag werden die Erinnerungen besser und das Verhältnis der drei ändert sich.
Meine Meinung: Eine Zeitgeschichte weit über ein Jahrhundert erzählt. Das wichtigste Teil, der New-Yorker-Sicherheitsfüller. Diese Detail führte durch das ganze Buch, ist aber eigentlich total nebensächlich. Die Geschichte beginnt im Jetzt, im Sommer 2019. Aber eigentlich beginnt die Geschichte 1898, als Albert Langbein mit seiner Frau die Fabrik gründete. Immer abwechselnd, ein Kapitel jetzt, ein Kapitel früher, wird die Geschichte der Spielzeugdynastie Langbein erzählt. Je nachdem was die drei Cousins im Haus finden, wird die passende Vergangenheit erzählt und so nähern wir uns langsam der Zeit, bis die Fabrik verstaatlicht wurde. Ein ganzes Leben nur fürs Spielzeug, sehr beeindruckend aber auch bedrückend erzählt. Ein schöner Schreibstil, auch die Lebensgeschichte von Otto und Flora war sehr berührend. Am Ende hat vielleicht nicht alles gepasst und wurde vielleicht nicht alles aufgedeckt, aber es war sehr schön zu lesen. Genausolche Geschichte mag ich so gerne, wenn die Vergangenheit in eine berührende Geschichte gepackt ist und trotzdem einen geschichtlichen Hintergrund hat. Gut recherchiert und flüssig erzählt. Kindheitserinnerung werden geweckt.
Eine Spielzeugfabrik im thüringischen Sonneberg, seit Jahrzehnten in Familienhand. Nach der Wiedervereinigung ist nicht mehr viel von der Firma übrig. Die Erben Jan, Iris und Eva versuchen die Fabrik zu retten und die Jahrzehntealte Tradition zu wahren. Aber wird ihnen das gelingen?
Eine Familiengeschichte die es echt in sich hat. Die Gegenwart, die frühe Vergangenheit, 1978, und die lange zurückliegende Zeit von 1910 erzählen eine unglaublich berührende Familiengeschichte. Der Autorin ist es sehr gut gelungen in allen drei Zeitepochen eine authentische Atmosphäre zu schaffen. Ich mag Familiengeschichten immer sehr gerne lesen, wenn sie, wie in diesem Fall, auch noch über verschiedene Zeitebenen gehen, umso besser. Eine Story voller Missverständnisse, Geheimnisse und Detaillierte zu der ehemaligen DDR. Absolut lesenswert und empfehlenswert. Auch für alle, die im Westen oder nach der Wende geboren sind.
“Wo wir Kinder waren” ist zugleich die Geschichte der Familie Langbein als auch die der Thüringer Spielzeugproduktion, die einst einen weltweiten Ruf hatte. Von 1910 an bis in die heutige Zeit begleiten wir über vier Generationen die Familie, für die sich das Leben immer in erster Linie um ihre Fabrik drehte. Selbst die Kinder waren davon nicht ausgenommen. „Die aufregendste Tätigkeit, die sie jemals ausgeübt hatte, war die einer Spielzeugtesterin gewesen. Ihre Karriere begann, als sie fünf Jahre alt war, und endete mit ungefähr dreizehn.“ Sorgen bereiteten dem Familienunternehmen unter anderem die Weltkriege oder die Umwandlung in einen Volkseigenen Betrieb der DDR. Daneben gibt es die ganz normale Interaktion zwischen Eltern und Kindern, Kontakte zwischen Ost und West oder Erbstreitigkeiten. Es ist diesem Roman anzumerken, wie intensiv sich die Autorin mit der Geschichte Thüringens beschäftigt hat. Sie schafft eine authentische Atmosphäre und hat mir damit erneut eine vergnügliche Lesezeit beschert.
Mir gefiel schon "Was uns erinnern lässt" von Kati Naumann sehr gut und darum war ich auch umso neugieriger auf ihr neues Buch. Hier geht es um die Familiengeschichte der Langbeins, die einst Besitzer einer erfolgreichen Spielzeugfabrik waren; doch diese Glanzzeiten sind lange Geschichte. Lange waren die Puppen ein Markenzeichen. Erzählt wird diese Geschichte auf zwei Zeitebenen, einmal in der Gegenwart und zum anderen in der Vergangenheit, beginnend im Jahr 1910 (bis 1978). So erfahren wir als Leser viel über die Geschichte der Familie und der Fabrik, aber auch immer wieder über den historischen Kontext vom Ende der Kaiserzeit, über den Ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg,... Aber auch über das Puppenhandwerk erfährt man hier viel Informatives. Handlungsort ist Sonneberg in Thüringen. Ein gute Geschichte, in die man eintauchen kann.
Je leest dit verhaal vanuit het verleden en het heden. Dit wisselt elkaar steeds af en hierdoor wordt er steeds meer duidelijk wat er gebeurt is. Deze verhaallijnen lopen mooi in elkaar over. De erfgenamen ruimen het huis op van hun voorouders en bij allerlei dingen die ze tegenkomen horen verhalen, die je dan weer leest vanuit het verleden. Er komen wel veel namen voor en achterin het boek zit een stamboom maar die had beter voorin kunnen zitten want ik zag hem pas toen het verhaal uit was maar had het tijdens het lezen wel fijn gevonden om er af en toe even op te kunnen kijken hoe het nu zat en wie wie is. Het is een fijn, rustig verhaal met een prettige schrijfstijl. Het kabbelt lekker door.
Eine wundervolle Story und eine Zeitreise durch die Geschichte Deutschlands des 20. Jahrhunderts zusammen mit den Langbeins. Das Buch ist nicht vollgepackt mit Action, sondern aus meiner Sicht eher ein Slow Read, der einen vor allem packt aufgrund der wunderschönen Familiengeschichte der Langbeins, voller Liebe, Hoffnung, Zusammenhalt und Durchhaltevermögen. Unglaublich wie viele Niederlagen sie erleben mussten und sich jedes Mal wieder davon erholten. Extrem spannend fand ich den Einblick ins Leben während der DDR-Zeit und des zweiten Weltkriegs.
Der Klappentext "Eine mitreißende Familiengeschichte über ein fast vergessenes Handwerk" passt wirklich hervorragend.
Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen: In der Gegenwart, als die drei Erben der früheren Puppenfabrik Langbein, Eva, Iris und Jan, zusammen das alte Wohnhaus der Familie entrümpeln, damit es neu vermietet werden kann und dabei auf viele Erinnerungen stoßen, sowie in der Vergangenheit, angefangen im April 1910, als Albert und Mine mit ihren vier Kindern die Ausstellung der Spielzeuge in der lokalen Turnhalle besuchen, die für die Weltausstellung in Brüssel gedacht sind.
Und so wandert die Erzählung durch die Zeit und zeigt dabei, wie sich die Verhältnisse geändert haben, wie sich durch Kriege und persönliche Ereignisse die Familie anpassen musste und es doch immer Spielzeug aus der Spielwarenfabrik Albert Langbein gab, die aus dem kleinen Örtchen Sonneberg exportiert wurden. Nach dem Krieg kam die Teilung Deutschlands und damit auch der Familie.
Mir es hat richtig gut gefallen, der Familiengeschichte zu folgen und dabei zu lernen, wie die Vorgänge in der DDR zur Vereinnahmung der Betriebe abliefen, wie die Fabrikation der Spielzeuge lief und auch die persönlichen Schicksale bis in die Gegenwart mitzuerleben.
Ein wirklich wunderbar erzählter Roman über die DDR und Spielzeuggeschichte, sehr empfehlenswert.