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Siggi Buckmann #1

Richter morden besser

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Als junger Student träumte Siggi Buckmann davon, die Welt ein Stück gerechter zu machen. Als alter Hase im Richteramt schiebt er nur noch Dienst nach Vorschrift. In den Behörden regiert die Bürokratie, und sämtliche Urteile, die Siggi fällt, werden in Berufungsverfahren wieder aufgehoben. Wozu sich also Mühe machen? Doch als ein Obdachloser ums Leben kommt, ohne dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, beginnt Siggi, die Dinge anders zu betrachten. Vielleicht ist die Arbeit im Justizapparat ja doch zu etwas gut. Schließlich weiß er inzwischen sehr genau, wie man mit einem Verbrechen davonkommt ...

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Published July 11, 2022

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Thorsten Schleif

14 books4 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 20 of 20 reviews
Profile Image for Wal.li.
2,563 reviews70 followers
July 23, 2022
Grundsatz

Einen idealistischen Richter, der Karriere macht, gibt es nicht. Davon kann Siggi Buckmann ein Lied singen. Er ist ist mit über fünfzig noch einfacher Richter am Amtsgericht. Neben den Urteilen, die er spricht und die oftmals vorm Landgericht abgeschwächt werden, stellt er Listen über die Kollegen auf, welche so vorhersehbar handeln wie nur was. Doch dann stirbt der Junkie Fredi an einer falschen Dosierung. Buckmann ist wirklich betroffen. Er kannte Fredi, der nach einem Schicksalsschlag abgestürzt ist, schon ewig. Und Fredi hat Buckmanns Tochter mal aus einer üblen Klemme geholfen. So etwas vergisst der Richter Siggi Buckmann nicht.

Es würde nicht wundern, wenn aus diesem Romandebüt eine Reihe würde. Das Leben des Amtsrichters Siggi Buckmann verläuft eigentlich in ruhigen Bahnen. Er spricht seine Urteile, er weiß, wie es läuft, und er hat sich damit arrangiert. Seine Ehe ist im Guten auseinander gegangen und er hat zwei tolle Töchter, die studieren. Über das System macht er sich manchmal lustig, aber er lebt damit. Bis Fredi einfach so zu Tode kommt, der dritte Junkie in kurzer Zeit. Ein guter Mensch. Buckmann veranlasst, dass in dem Fall ermittelt wird. Doch irgendwie scheint nicht gewollt zu sein, dass die Verantwortlichen an Fredis Versterben zur Rechenschaft gezogen werden.

Wenn man auch nur irgendetwas mit rechtlichen Dingen zu tun hat, weiß man, dass der Grundsatz immer auch eine Ausnahme beinhaltet. Und so fragt man sich nach dem Lesen des Klappentextes, warum und wie der Amtsrichter Buckmann dazu kommt, den Grundsatz zu überdenken. Ist es wirklich nur der plötzliche und unnötige Tod von Fredi, den der Richter über die Jahre gehegt und gepflegt hat, wenn er ihn schon nicht von der Sucht befreien konnte. Oder hat da vielleicht ein Tropfen das Fass zum Überlaufen gebracht? Man mag ja im System zurecht kommen, aber man muss es nicht mögen. Und mit über Fünfzig neigt sich das Arbeitsleben dem Ende zu, da kann man schon mal etwas unleidlich werden. Dann sucht man sich eine ganz andere Tätigkeit, ein Hobby oder man beginnt, die Grundsätze zu überdenken. Es ist nicht ganz klar, ob man die Verwaltungsstrukturen kennen muss, um den Reiz des Buches genießen zu können. Ist dies jedoch der Fall, wird man so manches mal zustimmend schmunzeln. Und wenn es ans Eingemachte geht, wird einem das Lachen auch mal im Halse stecken bleiben. So oder so wird man mit diesem etwas ironisch sarkastischen Kriminalroman sehr gut unterhalten.
331 reviews1 follower
December 7, 2022
Buchtitel: Richter morden besser
Autor/in: Thorsten Schleif
Verlag: Heyne
ISBN: 9783453426160
Ausgabe: Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 11.07.2022

Inhalt:
"Der Richter, dein Henker
Als junger Jurastudent träumte Siggi Buckmann davon, die Welt ein Stück gerechter zu machen. Als alter Hase im Richteramt schiebt er nur noch Dienst nach Vorschrift. In den Justizbehörden regiert die Bürokratie und sämtliche Urteile, die Siggi fällt, werden in Berufungsverfahren wieder aufgehoben. Erst der Tod eines obdachlosen Junkies rüttelt Siggi wieder wach. Als niemand die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen will, beginnt Siggi, die Dinge anders zu betrachten. Da er das System seit Jahrzehnten kennt, weiß er, wie man dessen Schwachstellen nutzen kann. Vielleicht kommt ja auch er selbst mit einem Verbrechen davon?
»Hätten Kommissar Schimanski und Richterin Barbara Salesch einen unehelichen Sohn gezeugt, wäre er der geistige Zwillingsbruder von Strafrichter Buckmann.« Karsten Dusse, Autor von »Achtsam morden« "

Meinung:
Zuerst möchte ich mich beim Bloggerportal, dem Autor und dem Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken!
Bereits der Klappentext hatte mich schon vor dem Lesen angesprochen. Auch das Cover hat mich neugierig gemacht. Besonders die Kombination aus rot und schwarz sorgt für einen tollen Kontrast.
Doch ist auch der Inhalt so toll, wie er durch den Klappentext scheint? Meiner Meinung nach, ja! Doch wieso? Nun, fangen wir einmal am Anfang an. Hier wird man erst direkt mit dem ersten Toten konfrontiert, wodurch die gesamte restliche Ermittlung entsteht. Dadurch wird man sofort ins Geschehen geworfen, auch wenn man danach eher langsam weiter geführt wird, damit es einen nicht direkt überfordert. Für mich war es auf jeden Fall etwas Besonders einmal eine solche Geschichte aus der Sicht eines Richters zu lesen, schließlich hat man sonst zumeist einen standardmäßigen Ermittler, dem man auf Schritt und Tritt folgt. Das sorgt für eine ganz andere Atmosphäre und komplett andere Einblicke. Außerdem sorgen auch die zusätzlichen Perspektivenwechsel dazwischen immer einmal wieder für Spannung und besseres Verständnis der Gesamtsituation. Allgemein ist das Buch in meinen Augen von vorne bis hinten einfach nur absolut spannend. Immer wieder wird man auf falsche Fährten geführt und am Ende scheint es immer noch nicht die richtige gewesen zu sein. Der Autor hat mich immer und immer wieder überrascht. Genau so stelle ich mir einen guten Krimi vor. Nicht nur, dass man gemeinsam mit dem Hauptprotagonisten zur Auflösung eines Falles geführt wird, sondern auch die Plottwists, die im Laufe der Geschichte immer wieder auftauchen. Dazu kommen auch der Humor und der Witz, welcher das Ganze dann aber wieder auflockern und eine sehr angenehme Leseatmosphäre schaffen.
Die Protagonisten selbst sind sehr unterschiedlich. So hat man Siggi, bei dem man immer das Gefühl hat, dass man ihm trauen kann. Andererseits hat man auch viele Protagonisten, auch zum Beispiel seine Vorgesetzten, bei denen man nie weiß, woran man ist. So ergibt sich ein nahezu perfektes Netz aus den verschiedensten Personen, die alle andere Charaktereigenschaften aufweisen. Meiner Meinung nach macht genau das das Buch irrsinnig authentisch und realistisch.
Auch der Schreibstil ist durchaus angenehm. Man tendiert durch die recht einfache Schreibweise, welche mit dem ein oder anderen Fachbegriff gespickt ist, dazu, das Werk innerhalb kürzester Zeit zu lesen.

Fazit:
Ich finde, dass es ein absolut gelungener Krimi ist, welcher Humor und Spannung perfekt vereint. Von mir gibt es deswegen eine absolute Leseempfehlung für alle Krimi-Fans!
Profile Image for Bücherhörnchen.
364 reviews30 followers
January 7, 2024
Das Buch fand ich ziemlich gut. Ich scheine eindeutig einen Typ Hörbuch zu haben (Krimis mir Humor bei denen die eigentlich Guten morden. Ist das ein Genre?)

Zunächst möchte ich den Leser loben. Aber das ist nicht das erste Mal, dass ich etwas von Simon Jäger höre und ich finde ihn sehr angenehm und kann ihn nur empfehlen.

Nun zum Buch. Es gibt tolle und (gefühlt) realistische Einblicke in den Alltag und die Problem als Richter und mit dem deutschen Justizsystem. Zunächst dachte ich deswegen es wäre etwas langatmig, aber das ist es gar nicht, denn die Geschichte baut sich auf und die Informationen sind auch notwendig.

Persönlich hat mich nur gestört, dass der Mord so lange gedauert hat. Irgendwie hatte ich mit einem mehr… verdorbenen Charakter gerechnet…?
Aber ich freue mich schon auf den nächsten Teil.
Profile Image for Sofia.
445 reviews18 followers
August 15, 2022
Vielen lieben Dank an den Heyne-Verlag und das Penguin Random House-Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!
Meine Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.

Aufmachung:
Das Cover ist für mein Empfinden zwar jetzt nicht unbedingt ein Blickfang, aber mit einer typischen Fantasy-/ NA-Leserin, die sonst eher magische oder romantische Cover gewöhnt ist, bin ich da auch wohl die falsche Anlaufstelle. Thematisch trifft es das Buch nämlich durchaus sehr gut, denn durch den Richterhammer, der auf eine zerbrochene Platte aufschlägt, die wiederum auf einer kleinen Blutlache liegt, wird sofort deutlich, dass es sich hierbei um einen Justizkrimi handelt, insofern gefällt mir das Cover also doch ganz gut. Allerdings muss ich pedantischerweise hier natürlich darauf hinweisen, dass ein solcher Hammer eigentlich nur an amerikanische Gerichte gehört, aber das ist vielleicht auch schon Haarspalterei. :D
Den Titel finde ich äußerst amüsant und ebenfalls gut getroffen, was vor allem während des Lesens deutlich wird.

Meine Meinung:
Wer mir länger folgt, weiß, dass ich nach dem Studium und Referendariat (in gefühlten 2390 Jahren) gerne Richterin werden möchte. Dann ist klar, dass ein Buch, dass „Richter morden besser“ heißt, natürlich auf meine Leseliste wandert! :D
Bei diesem Titel erwartet man bereits ein leicht humoriges, sarkastisches Buch, das nebenbei möglicherweise auch das deutsche Rechtssystem ein bisschen auf die Schippe nimmt.
Dass mich „Richter morden besser“ jedoch so gut unterhalten könnte, hätte ich nicht erwartet!

Das liegt hauptsächlich am Protagonisten Richter Siggi Buckmann. Seine zynische, sarkastische und leicht selbstironische Art hat oft für den einen oder anderen Lacher gesorgt und ist der Grund dafür, dass man sich, auch bei einem größeren Altersunterschied und trotz verschiedenster Lebenserfahrung, gut in ihn hineinversetzen und mit ihm sympathisieren kann.
Das wiederum sorgt dafür, dass man von der Handlung mitgerissen wird, einem manche Figuren schnell ans Herz wachsen, man dagegen anderen gegenüber starke Antipathie empfindet.
Einige Szenen berühren, manche lassen einen atemlos eine Seite nach der anderen umblättern und wieder andere sorgen dafür, dass man über die Schwachstellen des deutschen Rechtssystems und der deutschen Justiz fassungslos den Kopf schüttelt.

Das ist der zweite Aspekt an diesem Buch, der mich positiv überrascht hat: Trotz des Humors, mit dem alleine „Richter morden besser“ bereits punkten kann, sorgt der Autor mit seiner nicht ganz so subtilen, deutlichen Kritik an der deutschen Justiz für einen Tiefgang, mit dem ich hier nicht gerechnet hätte. Das Buch ist sehr intelligent geschrieben, zwischendurch muss man durchaus auch mal zwischen den Zeilen lesen, und Vieles erschließt sich einem auch erst bei der Auflösung zum Schluss. Trotzdem fällt es einem nicht schwer, der Handlung und den Aussagen des Buches zu folgen. Der Autor und der Protagonist führen den Leser durch das Geschehen, verstecken hier und da gerade so viel Hinweise, dass man gut mitkommt, und veranlassen den Leser somit zu eigenen Theorien.
Durch die clevere Mischung aus Humor, Emotionalität und Kritik am Rechtssystem wird man also nicht bloß ans Buch gefesselt, sondern auch nachhaltig zum Nachdenken angeregt.

Hier muss ich allerdings auch sagen, dass ich mir gut vorstellen kann, dass „Richter morden besser“ nicht unbedingt etwas für Fachfremde ist. Schleif integriert die inneren Abläufe am Gericht und in Ermittlungsverfahren sehr stark in die Handlung, ohne gesondert darauf einzugehen. Für jemanden, der ohnehin einen wenigstens geringen Durchblick hat, ist das natürlich gut, da die Geschichte so nicht mit unnötigen Erklärungen gefüllt wird, aber jemand, der mit dem Recht sonst keine Berührung hat, gerät hier möglicherweise etwas ins Schwimmen.
Hinzu kommt, dass der Autor in seiner Erzählung viele Jurawitze versteckt hat, die natürlich nicht nur tolle Easter Eggs für (angehende) Juristen sind, sondern gerade auch zum cleveren Charme des Buches beitragen. Bei wem jedoch ein Mord in mittelbarer Täterschaft oder Aussagen wie „Richter morden grundsätzlich nicht.“ (S. 218/304) nichts auslöst, dem entgeht meiner Meinung nach die große Stärke des Buches.
All das ist jetzt keine Kritik – ich stelle an ein Buch, das speziell den Richterberuf und Jura zum Thema hat, nicht den Anspruch, dass es Fachfremden das gleiche spaßige Leseerlebnis besorgt, wie Juristen. Vielleicht ist dem so, aber wenn nicht, dann solltet ihr nicht darüber enttäuscht sein, dass ihr, wenn ihr mit Jura nichts am Hut habt, nicht so viel Spaß an „Richter morden besser“ hattet wie ich. Fachfremden würde ich das Buch daher eher nicht empfehlen – es ist eben an Personen mit gewissem juristischem Hintergrund gerichtet und das merkt man auch.

Wenn ihr jedoch bereits ein wenig mit dem Thema in Berührung gekommen seid, werdet ihr hier eine clevere, humorige Auseinandersetzung mit der deutschen Justiz und dem Rechtsystem bekommen!


Fazit:
Eher keine Empfehlung für Fachfremde, aber dafür lege ich allen (angehenden) Juristen unter euch „Richter morden besser“ umso mehr ans Herz!
Durch gut versteckte Jurawitze, einem frechen Protagonisten mit sehr trocknem, sarkastischem Humor und überraschend viel Tiefgang sorgt dieses Buch für einige sehr unterhaltsame, aber auch nachdenkliche Lesestunden, die auch nachhaltig noch anhalten werden.
5/5 Lesehasen.
111 reviews
September 25, 2024
Eigentlich wollte ich ganz einfache Unterhaltung und fand dieses Buch in einem vergessenen Bücherstapel. Welch‘ Überraschung! Ein gut zu lesender Roman mit sehr sympathischer Hauptfigur! Empfehlenswert!
Profile Image for Lenni.
7 reviews
July 21, 2024
Das Buch ist super angenehm zum lesen. Es ist sehr spannend & humorvoll geschrieben.
Kann ich nur weiterempfehlen.
Profile Image for Elliott .
26 reviews
August 14, 2022
Selten so ein lustiges, spannendes und gleichzeitig akkurates Buch über die deutsche Strafjustiz gelesen.
Profile Image for Azyria Sun.
621 reviews4 followers
August 9, 2022
Ein Buch mit Wortwitz und Spannung – einfach herrlich

Worum geht’s?
Eigentlich ist Siggi Buckmann Richter aus Leidenschaft. Aber immer wieder werden seine gerechten Urteile vom Landgericht aufgehoben. Als dann ein Obdachloser ermordet wird und das Verfahren eingestellt werden soll, reicht es ihm und er nimmt die Sache selbst in die Hand.

Meine Meinung:
Mit „Richter morden besser“ schreibt Thorsten Schleif, der selbst als Richter tätig ist, einen Roman, der kurzweilig und amüsant zu lesen ist. Sein Schreibstil sprüht nur so vor sarkastischem Wortwitz und ist wirklich absolut mein Ding. Zugleich gibt es auch jede Menge spannende Stellen und ich wollte einfach immer nur weiterlesen.

Mit Siggi Buckmann haben wir einen Menschen, der Richter wurde, um die Welt besser zu machen. Und der dann feststellen musste, welch riesige und unabwendbare Probleme das deutsche Justizsystem aufweist. Beginnend mit zu wenigen Geldern und veraltetem Arbeitsmaterial bis hin zu „Gefallen“, die eingefordert werden für Unterstützungen, die man erhalten hat und weiter über Deals mit Verbrechern. Eine wirklich erschreckende „Vetternwirtschaft“, die der Autor hier aufzeigt. Und einfach traurig, wie viel Eigennutz doch hinter Vielem steckt.

Und um diese Probleme baut der Autor eine wirklich amüsante und auch spannende Geschichte, in der der perfekte Mord in mittelbarer Täterschaft verübt wird. Wir lernen Siggi und seine – ich nenne es mal Clique kennen. Nick, den Polizeibeamten. Jakob, den Staatsanwalt. Dann noch Oliver und Uli. Eine wirklich lustige Truppe die sich ewig kennt und zusammenhält. Auch die anderen Charaktere – Duracell, Mr. Burns usw. – sind einfach unvergleichlich und passend zum Leben erweckt worden. Dieses Buch macht Spaß zu lesen und Lust auf mehr und zeigt zugleich viele Probleme auf, authentisch dargestellt und in einem unterhaltsamen Roman verpackt. Wir bekommen spannende Einblicke in tiefe Abgründe und haben noch einen Cliffhanger am Schluss, der auf einen weiteren Teil hoffen lässt. Von mir eine absolute Leseempfehlung!

Fazit:
„Richter morden besser“ von Thorsten Schleif ist ein Roman, der hoffentlich der Beginn einer langen Serie weiterer Bücher um Richter Siggi Buckmann und seine Jungs ist. Mit viel Charme und Wortwitz, aber auch mit Spannung und Sarkasmus, erzählt der Autor die Geschichte um einen perfekten Mord, die Probleme des Justizsystems, von Selbstjustiz und von Idealismus. Die Charaktere sind einfach unvergleichlich und amüsant, die Handlung spannend und komisch und die Andeutungen „was wir x später erfahren sollten“ halten einen dazu an, immer weiter und weiter zu lesen.

5 Sterne von mir für dieses wortgewandte und wortwitzige Buch – ich halte mich am Cliffhanger fest und hoffe auf einen baldigen nächsten Teil!
406 reviews1 follower
July 29, 2022
Rezension der Printversion:

+ + Richter morden grundsätzlich nicht - oder doch? [#1 - Siggi Buckmann]

Bei diesem Buch hat mich der Kommentar von Karsten Dusse "Hätten Kommissar Schimanski und Richterin Barbara Salesch einen unehelichen Sohn gezeugt, wäre er der geistige Zwillingsbruder von Strafrichter Buckmann" neugierig gemacht. Im Nachhinein kann ich sagen, dieser Vergleich passt wirklich.

Die Hauptfigur ist der Strafrichter Siggi Buckmann, der vom Justizalltag schon richtig abgestumpft und desillusioniert ist. Er macht Dienst nach Vorschrift und lebt mit den Klüngeleien in den Amtsstuben. Der plötzliche Tod eines obdachlosen Junkies weckt ihn aus seiner Starre. Mit diesem Mann hatte er eine persönliche Verbindung und er will den Verantwortlichen, derjenige der verunreinigte Drogen in Umlauf bringt, zur Rechenschaft ziehen. Als ihm von Dienstwegen her die Hände gebunden werden, geht er einen anderen Weg. Wo ist die Lücke im System? Gibt es eine Möglichkeit indirekt zu morden? Für diese Fragen findet Siggi eine Antwort und Lösung

Der Autor Thorsten Schleif ist selber Amtsrichter und dadurch bestens vertraut mit den Zuständen in der deutschen Justiz. Er hat einiges an Kritik am System in die Handlung einfließen lassen. Da ich schon Sachbücher von Juristen zu diesen Problemen gelesen habe, hat mich da nichts mehr gewundert.

Herr Schleif erzählt aus der rückblickenden Ich-Perspektive von Siggi Buckmann. Siggi hat eine sehr trockene zynisch-sarkastische Art, die man mögen muss. Mir hat das sehr gut gefallen. Ein ganz trockener Humor mit Spitzen an den richtigen Stellen.

Es ist kein klassischer Krimi mit ansteigendem Spannungsbogen. Man kann es vielleicht als - leicht zu lesenden Unterhaltungskrimi mit kritischen Kommentaren zum deutschen Justizwesen - beschreiben.

Mir hat es gut gefallen und das letzte Kapitel lässt auf eine Fortsetzung hoffen. Ich wäre auf jeden Fall wieder dabei.

Profile Image for hannahlinaina.
2 reviews1 follower
January 8, 2023
Als ein obdachloser Junkie verstirbt, wird Siggi Buckmann, Richter am Amtsgericht, hellhörig. Sein jahrelanger Dienst nach Vorschrift scheint seinen Sinn für kriminelle Machenschaften nicht getrübt zu haben, denn er merkt schnell, dass dies kein normaler Todesfall zu sein scheint und beginnt zu ermitteln. Als die Recherchen schließlich auch sein privates Umfeld bedrohen, schmiedet der Amtsrichter einen Plan, denn: Richter morden einfach besser.

Eingeteilt in kurze Romankapitel begleitet uns der humorvolle Hauptcharakter Siggi Buckmann durch die Ermittlungen. Hinter dem unscheinbaren Fall des Obdachlosen Fredi scheint doch mehr zu stecken, als man anfangs glauben möchte. Durch die kurzen Kapitel erhält der Leser kleine Portionen der Entwicklung, was die Spannung bis zum Ende des Romans hoch hält und für ungeduldige Menschen zwischenzeitlich zur Quälerei wird. Rundum ein sehr gelungener lesenswerter Roman.
Profile Image for Laura .
1 review
July 27, 2025
Sehr nettes Buch. Kapitel kurz bündig und mit wichtigsten Infos . War ein angenehmes Buch zu lesen. Leider mit cliffhanger
7 reviews
November 21, 2022
in einem anderen Leben wäre ich wohl Anwältin geworden.. daher find alles um dieses Beruf wahnsinnig interessant und lese sehr gerne über dieses Themengebiet. Und daher musste ich auch diese Buch lesen. Es ließ sich wirklich sehr gut lesen und ich fand es alles sehr gut beschrieben und man konnte sich wirklich sehr gut in die Thematik rein denken. Der Fall an sich war auch recht interessant, aber ich finde das Buch hätte gerne noch ein paar Seiten vertragen. Für mich war es dann doch bisschen zu schnell und zu "einfach" gelöst. Es war zum Ende etwas glatt würde ich es beschreiben. Sollten da aber noch weitere Bände kommen, ich würde auf jeden Fall mehr davon lesen :)
Profile Image for Debbie.
305 reviews
December 23, 2024
Okay, ich dachte, ich wüsste worauf ich mich einlassen würde, aber nope - falsch...Vorweg - ich bin mehr als begeistert vom Buch...Also der 2. Band könnte für mich kommen...

Dies ist der Debütroman vom Autor, der einen ehrlichen und scharfen Blick auf das deutsche Rechtssystem wirft...Er beleuchtet alle Seiten, positiv wie negativ...Ohne belehrend zu sein...Selbst ohne Jura studiert zu haben, fand ich mich im Buch gut zu recht und fühlte mich aber an keiner Stelle belehrt...Die einzelnen Begebenheiten vor Gericht sind für Laien erklärt, aber auch super spannend gestaltet...

Das Buch ist in 3 Teile aufgeteilt...Zum Großteil wird die Handlung aus der Sicht von Siggi Buckmann, alter Hase im Richteramt, geschildert...Und mit dieser Figur hat der Autor für mich einen Charakter erschaffen, der mitreißt...Er hat einen klaren Blick auf Alles, sprüht aber auch vor Sarkasmus und Wagemut...Sein Handeln den Verantwortlichen im vorliegenden Mordfall zur Rechenschaft zu ziehen, war für mich genial...Auf der einen Seite total simpel, aber auch erschreckend wie das Rechtssystem tickt...Und damit trifft der Autor einen Nerv, finde ich...Wie oft hat man nicht das Gefühl, dass die Großen mit milden Strafen davon kommen und an den Kleinen dafür ein Exempel statuiert wird...

Der Schreibstil von Thorsten Schleif kann ich ehrlich gesagt nicht in Worte fassen...Sachlich, nah, mitfühlend, spannend...Irgendwie eine Mischung aus Allem...

Für mich ist das Buch ein unerwarteter Schatz, der nun in meinem Bücherregal Einzug gehalten hat...Sarkastisch und frisch gibt der Autor dem Leser einen Einblick in ein undurchsichtig zu scheinendes System, was auch zum Nachdenken anregt...Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung...Vielleicht lest ihr aber erst eine Leseprobe vom Buch, wenn ihr euch unsicher sein solltet...

Ich wünsche schöne Lesestunden, xoxo
Profile Image for Ronja.
34 reviews
July 31, 2023
Kurzweilig, lustig, aber auch etwas vorhersehbar. Leider für meinen Geschmack etwas zu viel Kritik am deutschen Justizsystem, die zwar teilweise nachvollziehbar ist, aber für mich nicht oder zumindest nicht in dieser Menge in solch ein Buch gehört. Trotzdem unterhaltsam und lesenswert. Erinnert ein bisschen an „Achtsam morden“
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