Henry Silberbaum ist kein Rabbi, wie er im Buche steht. Er liebt Kriminalromane, Polohemden, seine Espressomaschine und sein Rennrad. Aber auch seine Schüler und die Bewohner des Jüdischen Seniorenstifts in Frankfurt liegen ihm am Herzen. Als eine alte Dame überraschend stirbt, ist sich der Rabbi sicher: Das war Mord! Doch keiner glaubt ihm. Kann er den brummigen Kommissar Berking davon überzeugen, der ihn kürzlich verhaftet hat? Henry riskiert seinen Job, um die Wahheit zu finden. Und plötzlich befinden sich der Rabbi und der Kommissar mitten in einem lebensgefährlichen Mordkomplott.
Michel Bergmann, geboren in Basel, Kinderjahre in Paris, Jugendjahre in Frankfurt am Main. Nach Studium und Job bei der »Frankfurter Rundschau« beim Film gelandet. Zuerst Producer, dann Regisseur, zuletzt als Drehbuchautor u.a. »Hallo, Onkel Doc!« »Otto – Der Katastrofenfilm«. Seit 2010 auch Romanautor: u.a. »Die Teilacher«, »Herr Klee und Herr Feld«, »Weinhebers Koffer«. »Der Rabbi und der Kommissar« ist sein erster Kriminalroman.
Eigentlich kann die Frankfurter Jüdin Ruth Axelrath sich nicht beklagen: Nach dem frühen Tod ihres ersten Mannes hat dieser ihr ein Vermögen hinterlassen, sodass sie sich auch mit 80 Jahren keine Sorgen um ihren Lebensstandard machen muss. Doch seit einiger Zeit ist sie misstrauisch. Ihr zweiter Mann, der Galerist Max Axelrath, betrügt sie doch nicht etwa? Glücklich ist Ruth jedenfalls nicht mehr. Deshalb beschließt sie, nach Israel auszuwandern und ihren Lebensabend bei ihrer Tochter und den geliebten Enkeln in Eilat zu verbringen. Dieser Tochter möchte sie irgendwann auch ihr Vermögen vererben, erzählt sie Rabbi Silberbaum, und eine Million an die jüdische Gemeinde Frankfurt spenden. Das hört der Rabbi doch gerne!
Als Ruth Axelrath kurze Zeit später verstirbt, keimen argwöhnische Gedanken bei Henry Silberbaum auf. Die alte Dame saß doch noch vor ein paar Wochen quietschfidel in seinem Büro! Wollte sie etwa irgendjemand aus dem Weg schaffen, bevor sie ihr Testament ändert? Rabbi Silberbaum macht sich an die Ermittlungen. Doch das ist gar nicht so einfach, wenn einem keiner glauben will. Zeit, sich mit einem Polizisten anzufreunden. Der auserwählte Polizist hat nur leider anfangs gar kein Interesse daran, sich mit dem ermittlungswütigen Glaubenslehrer anzufreunden. Und schon gar nicht daran, einen stinknormalen Todesfall komplizierter zu machen, als er offensichtlich ist.
Kann Henry Silberbaum Gerechtigkeit für Ruth Axelrath finden?
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„Du sollst nicht morden“ ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe von Michel Bergmann und gleichzeitig das erste Buch, das ich von ihm lese. Der Krimi selbst ist unterhaltsam und kurzweilig, ich habe ihn gerne gelesen. Die Charaktere konnte man sich gut vorstellen und ich mochte alle Protagonisten ganz gerne, allen voran natürlich Henry Silberbaum, der kein gewöhnlicher Rabbi, sondern ein schneidiger Mittdreißiger mit Smart und dem ein oder anderen Laster, ist. Besonders schön fand ich seine Chats mit der New Yorkerin Zoe, ich hoffe, wir erfahren in den nächsten Büchern mehr über sie. Ist das seine Freundin? I am intrigued.
Außerdem hat mir gut gefallen, wie viel man über das jüdische Leben in Deutschland erfährt. Auch, dass so viel jiddisch im Text vorkommt, fand ich super. Hinten drin ist ein Glossar für alle jiddischen Gesprächsfetzen, aber es ist trotzdem spannend zu sehen, wie viel man auch so davon versteht. Das Buch ist durchsetzt mit jüdischem Humor und guten Witzen, welche vor allem durch die Authentizität leben (Bergmann ist selbst Jude).
Der Kriminalfall selbst war nicht unglaublich spannend, aber die Ermittlerkombination aus dem charmanten Rabbi Silberbaum und dem kräftigeren deutschen Polizisten (Typ Currywurstbude) fand ich recht gelungen.
Doch wie so oft gibt es auch Dinge, die mir nicht gefallen haben. So finde ich zum einen die Art, wie der Autor Frauen schreibt, sehr unangenehm stereotyp. Alle sind sie wunderschön oder zickig, wenn nicht gar durchtrieben. Größtenteils bleiben sie in Nebenrollen, eine starke, ehrliche Frauenfigur fehlt dem Krimi. Außerdem (#redflag🚩) lässt Bergmann es sich nehmen, Künstler wie Woody Allen oder Roman Polanski zu verteidigen, alles natürlich durch den Blickwinkel seines Rabbiners. Da merkt man halt doch, wie der Autor zu Belästigung und Missbrauch steht. Schade!
Ich werde trotzdem mal auf die weiteren Bände warten und hoffe, dass der Autor es schafft, die Defizite, die mir hier aufgefallen sind, etwas zu beheben. Ansonsten sehe ich nämlich wirklich großes Potential für die Reihe.
Eigentlich eher 3,5 aber nicht gut genug für 4. Wenn ich das Manuskript auf den Schreibtisch bekommen hätte, hätte ich mich über ein gutes Fundament gefreut und gesagt "Super, lass uns was draus machen". Nun weiß man natürlich nie, wie das Manuskript war, bevor es ins Lektorat gekommen ist - für mich war diese veröffentlichte Version allerdings mehr Bruchstück, als als eine runde Geschichte. Schade. Vor allem, weil es in Frankfurt spielt und ich es immer witzig finde, wenn man die ganzen Orte kennt, an denen die Geschichte spielt.
Ich musste mich zu Anfang erst mal etwas reinlesen und in den Fluss kommen, aber dann mochte ich es gar nicht mehr aus der Hand lesen. Was für ein sympathischer Charakter, spannende Geschichte und herrliche Wendungen. Gerne mehr!
REZENSION – War es zeitlich so gewollt, dass ausgerechnet im Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ beim Heyne Verlag im Oktober mit „Du sollst nicht morden“ der Debütkrimi von Michel Bergmann (77) veröffentlicht wurde? Zumindest war der Zeitpunkt passend gewählt, ist doch Bergmanns Auftaktroman zu seiner bereits auf acht Bände ausgerichteten Krimireihe rund um das jüdische Leben in Frankfurt am Main nicht nur ein Unterhaltungsroman, sondern vermittelt zumindest ansatzweise einiges Wissenswerte über das moderne Judentum in Deutschland. In „Du sollst nicht morden“ lernen wir den Polohemden tragenden und einen Smart fahrenden modernen und liberalen Rabbiner Henry Silberbaum kennen, der sich engagiert um seine Gemeinde im Jüdischen Gemeindezentrum Westend, um die Schüler der dortigen Schule und um die Bewohner des jüdischen Altenstifts kümmert, das man als das Budge-Seniorenheim in Seckbach erkennen darf. Als dessen Bewohnerin Ruth Axelrath kurz nach ihrer Ankündigung, ihre Vermögensverhältnisse in Deutschland klären und nach Israel zur Tochter auswandern zu wollen, überraschend stirbt, denkt der krimi-belesene Rabbi sofort an Mord, zumal die Seniorin seiner Gemeinde doch gerade erst eine Million Euro zur Gründung einer Bibliothek versprochen hatte. Bestimmte Indizien scheinen nach und nach seinen Verdacht zu stützen. Doch Kommissar Robert Berking, der den Rabbi erst kürzlich nachts auf dem jüdischen Friedhof irrtümlich festgenommen hatte, vermisst eindeutige Beweise, um offiziell Ermittlungen aufnehmen zu können. So muss sich Rabbi Silberbaum zwangsläufig allein des vermeintlichen Mordfalles annehmen, nur gelegentlich vom Kommissar mit Tipps unterstützt. "Mein Bestreben ist es, den Juden ein Recht auf Durchschnittlichkeit zu geben. Und zu sagen: Schaut her, ja, es ist nichts Besonderes, Jude zu sein", hat sich Michel Bergmann mal in einem Interview zu seinem Roman geäußert. Als Kind internierter jüdischer Flüchtlinge in der Schweiz geboren, verfügt der in Frankfurt aufgewachsene Autor sicher über gute Voraussetzungen, darüber zu schreiben. Insofern hätte ihm mit seiner Krimireihe „Der Rabbi und der Kommissar“ ein Kleinod in der weiten Krimi-Landschaft gelingen können. Wer allerdings die Bücher von Salcia Landmann kennt oder die von Friedrich Torberg übersetzten Werke Ephraim Kishons schätzt, stellt zu hohe literarische Erwartungen an Bergmanns Roman. Wer diesen Roman andererseits nur als schlichten Krimi liest, dem drängt sich unwillkürlich der Vergleich mit dem gewitztem Pater Brown auf, wenn der Rabbi sich zu rechtfertigen versucht: „Einige Fakten zu ignorieren ist keine Lüge.“ Doch auch hier unterliegt Rabbi Silberbaum im literarischen Vergleich: Die Handlung ist zu dünn, die Sprache zu schlicht und reicht stellenweise bis in die Niederungen von Plattitüden: „Du bist fit wie ein Turnschuh.“ Zweifellos ist der Rabbi eine interessante Ausnahme unter den literarischen Ermittlern. Doch auch hier gelingt Bergmann nicht der große Wurf. Zwar findet man hin und wieder den in jüdischen Witzen geschätzten Sarkasmus: „Ist mit ihr gereist, bis nach Auschwitz. Und sogar wieder zurück!“ Doch allzu banal wirken dann die vom Rabbi erzählten, zusammenhanglos in den Text eingestreuten Judenwitze. Anzuerkennen ist der Versuch, uns einige antisemitische Vorurteile unter die Nase zu reiben: „Nu sei nicht so geizig, aber so seid ihr Juden!“ Doch warum muss Bergmanns Mordopfer ausgerechnet eine Multimillionärin sein? Stützt er damit nicht selbst eines dieser unsäglichen Vorurteile? Trotz der durchaus wissenswerten Einschübe über das Judentum, wobei sich der Autor auf die reformierte, in Deutschland vorherrschende liberale Strömung beschränkt, und eines Glossars mit Übersetzung der im Text vorkommenden jiddischen Begriffe kann ich den uneingeschränkt positiven Bewertungen mancher Rezensenten nicht zustimmen: „Du sollst nicht morden“ hat eine inhaltlich überschaubare, auf 280 Seiten gedehnte Handlung, der es leider an Dramatik und Spannung fehlt. Nur dank mancher ironischer, auch sarkastischer Passagen ist das Buch ein netter Unterhaltungsroman. Ob sich allerdings eine mehrbändige Reihe zu lesen lohnt, muss der Autor, von dem man doch weitaus Besseres kennt, erst noch beweisen.
Der Schreibstil ist nicht wirklich meins. Zu abgehackt, zu viel wird einfach erklärt, nicht aufgezeigt. Der Sarkasmus macht hier aber viel wieder gut. Die Witze empfinde ich zwar auch nicht lustig, aber der Sarkasmus trifft durchaus meinen Humor.
Der Kommissar ist mir sympathisch. Alle Figuren haben mehr als nur eine Macke und Charakterschwäche. Der Rabbi gar auf eine Art, dass ich ihn als Mensch unangenehm fände. Im Zusammenspiel mit dem Kommissar macht er sich meines Erachtens aber gut.
Der Kriminalfall ist soweit solide, nichts spektakuläres. Das Besondere dabei sind die jüdischen Komponenten. Der Anfangsverdacht kam mit einem Hinweis, der nur ein solcher mit dem entsprechenden Hintergrundwissen ist. Auf gewisse Weise ist dieses Buch damit auch lehrreich, wobei ich gleich dazu sagen muss: Wer hier ein wenig über das Judentum mitnehmen möchte, sollte nicht zum Audiobuch greifen. Die vielen jiddischen Begriffe werden hier nicht erklärt.
Das Buch geht schön in den nächsten Fall über. Das könnte eine durchaus interessante Reihe werden.
Als kleiner Ausflug in eine jüdische Gemeinde in Frankfurt ganz spannend. Die näher beschrieben Frauen haben eig. immer eine Wespentaille und sind auch sonst vor allem als attraktiv charakterisiert. Schön sind die Weisheiten einzelner Rabbiner.
Sehr unterhaltsam. Kein Spannungskrimi, aber auch kein typischer Regionalkrimi, der in jedem 5.Satz irgendeine Örtlichkeit beschreiben muss. Hat Spaß gemacht
Il rabbino, Henry Silberbaum, con un piccolo travestimento, si reca all’ippodromo per puntare su una cavalla sfavorita per conto di un suo parrocchiano ottantaseienne, Hugo Weisz. La fortuna è dalla loro parte: la cavalla, contro ogni pronostico, vince! Recatosi alla casa di riposo ebraica per comunicare la lieta notizia, Henry apprende che Hugo era deceduto proprio quella notte. In questa situazione, un po’ grottesca, conosciamo il rabbino. Tutto il romanzo è avvolto da una fine ironia che mi ha fatto sorridere più volte durante la lettura. Un’altra sua parrocchiana ottantenne, Ruth Axelrath, comunica al rabbino la sua intenzione di trasferirsi in Israele, per avvicinarsi alla figlia Miriam. Inoltre, è sua intenzione donare alla comunità di Francoforte, la città che aveva accolto lei e il suo primo marito, una somma considerevole per costruire una nuova biblioteca. La decisione della donna è maturata da quando ha iniziato a non fidarsi più del suo secondo marito, molto più giovane di lei. L’autore ci presenta, poco alla volta, il suo protagonista. Veniamo a sapere che a Henry piace nuotare, è un modo per “klern”, “rivoltare i pensieri”; che intrattiene una relazione a distanza con la sua fidanzata, Zoe, che vive a New York; che ha una vera e propria passione per i gialli tanto che, spesso, si addormenta con un libro in mano e che, la sua biblioteca, è “composta in buona parte da romanzi polizieschi”; infine che, sempre più spesso, si ritrova a pensare a Ester Simon, la direttrice della casa di riposo. Henry è anche insegnante e, ai suoi alunni, sta insegnando i 10 Comandamenti. In particolare il sesto: “Non uccidere” – che è proprio il sottotitolo del libro. Simpaticissima è la madre del rabbino. Come tutte le madri ebree, non dorme mai e vuole sapere ogni segreto del figlio! La donna è corteggiata dal migliore amico di Henry, Jossi Singer, il libraio specializzato in ebraismo. In una situazione bizzarra, e quasi comica, il rabbino viene arrestato mentre si trova al cimitero, nella sua giurisdizione, a causa di un malinteso. A condurlo in centrale è Robert Berking, il commissario capo, l’altro protagonista del libro. Questa conoscenza si rivela molto importante per Henry, soprattutto dopo essere stato informato da Max Axelrath che sua moglie Ruth era deceduta. “Che strano (…) è andata a trovarlo solo pochi giorni prima, e adesso …” Eppure c’è qualcosa che a Henry non quadra … anche Miriam, la figlia della donna, è scettica sulla presunta morte per arresto cardiaco. Lei non è in buoni rapporti col patrigno perché è convinta che avesse sposato sua madre solo per i suoi soldi. Henry espone al commissario tutte le perplessità sue e della figlia della defunta: “
” Il rapporto tra i due protagonisti è davvero esilarante. Siccome nessuno gli crede, si reca dal suo amico Rafi, Rafael Reichenberger, un avvocato dallo stile rinascimentale; uno dei personaggi più simpatici e bizzarri del libro! Per farci sentire pienamente immersi nella comunità ebraica, Michel Bergmann dissemina, nei dialoghi, tanti vocaboli yiddish, il cui significato è spiegato in un utile glossario alla fine del libro. È stato molto interessante leggere delle usanze ebraiche e dell’alimentazione kosher. Sulla copertina si vede anche un cane. Ebbene, quella è Betty, ma non vi svelo come arriva in casa del nostro Rabbi. Questo giallo mi è piaciuto tantissimo. È una di quelle letture che divertono e appassionano. Inoltre, termina con la promessa di una nuova indagine che, infatti, è già uscita e si intitola: “Non desiderare”.
Henry Rosenbaum ist Rabbiner in Frankfurt und in seinem Job manchmal sehr kreativ unterwegs und das passt seinem Gemeindevorsitzenden meistens nicht. Als nun die Frau Appelrath tot aufgefunden wird und er zum Ort des Geschehens gerufen wird, kommt ihm alles sehr ungewöhnlich vor. Die alte Frau Appelrath soll eines natürlichen Todes gestorben sein, doch für Henry sieht das alles nicht normal aus. Der Witwer verhält sich merkwürdig und seine Tochter, die aus Israel angereist ist, wirkt auch sehr verstört. Sie mag ihren Stiefvater nicht und beschuldigt ihn, ein Erbschleicher zu sein. Die Vermögensverwalterin, eine Rechtsanwältin ist sehr bestimmt und droht mit Klage. Doch Henry bleibt neugierig und nimmt die Ermittlungen auf, um Kommissar Berking zu überzeugen. "Der Rabbi und der Kommissar - Du sollst nicht morden" ist ein Krimi von Michel Bergmann, der im jüdischen Milieu Frankfurts spielt. Es ist ein wirklich besonderer Krimi, der für mich lange gebraucht hat, um in Schwung zu kommen. Doch die beiden Hauptakteure werden hier erst einmal vorgestellt und das braucht seine Zeit. Michel Bergmann versteht sein Fach und so gibt es eine gute Einführung in die Arbeit in einer jüdischen Gemeinde und seine Gläubigen. Es ist mit sehr viel Augenzwinkern geschrieben, denn Rabbi Henry übt seinen Beruf in einer sehr eigenen Auslegung aus. So ist er in der Gemeinde sehr beliebt unter den Mitgliedern, doch sein Gemeindevorstand ist sehr viel konservativer und hat mit ihm Probleme. Auch Kommissar ist am Anfang nicht begeistert doch sie freunden sich hinterher an und das tut dem Krimi sehr gut. Natürlich gibt es auch Frauen in diesem Roman, da ist seine Liebe in New York, die immer wieder ihre Ratschläge übermittelt. Dann ist da noch die Chefin des jüdischen Altenheims, die Henry auch sehr interessant findet. Der Fall an sich ist schon sehr verzwickt, auch da die jüdische Tradition manchmal umgangen werden muss und das kann Henry, wie kein zweiter. Natürlich werden auch immer wieder jüdische Redensweisen eingeflochten, die am Ende des Buches in einem Glossar erklärt werden. Der Spannungsbogen ist gut entwickelt und auch die Sprache ist bildhaft und sehr gut verständlich. Ich finde diesen Krimi sehr unterhaltsam, informativ und spannend und das ist es, was ich von einem Krimi erwarte.
Ich habe es ungefähr bis zur Hälfte geschafft, aber ich bezweifle, dass ich den Rest mir noch antue. Ich gebe zu, ich wollte etwas kurzweiliges und nicht zu tiefgründig oder grausames haben…und die letzten beiden Punkte haben gut geklappt. Der mittlere eher zu gut.
Unsere Hauptfigur ist ein klassischer, super cooler Schönling, dessen einzig spannender Charakterpunkt ist, dass er Rabbiner ist. Leider merkt man in den Charakterzügen davon nicht viel und er wirkt weder besonders Klever, noch besonders religiös, noch…irgendetwas anderes. Alle Frauen die ihm begegnen finden ihn natürlich toll und werden entweder als „Bombe“ oder „attraktiv unter all dem Makeup“ beschrieben. Ich dachte es wäre vielleicht eine erzählerische Entscheidung um dem Charakter eine Dimension zu geben (wenn auch keine sehr positive), nur um festzustellen das es eine Wahl des Erzählers ist. Aua. Zwischendrin baut sich dann in seinem romantischen Leben doch der Ansatz einer möglichen Spannung auf - etwas was dem Kriminalfall so gar nicht gelingt - da die schärfste aller Sexbomben gar keine Jüdin ist (allerdings Praktischerweise eine jüdische Mutter hatte)! Oh Nein! ABER keine Sorge - sie besucht Jerusalem und beschließt sofort eine zu werden!
Das war dann der Punkt wo ich das Hörbuch ausgemacht habe.
Wirklich…das einzige was ich positiv bemerken kann, ist was man über das Leben der jüdischen Gemeinde in Frankfurt erfährt, inklusive jiddischer Sprachfetzen, was ich spannender fand, als das ganze drumherum.
Natürlich mussten Witze mit eingebaut werden, was zwar Teils amüsant (wenn auch schon wieder einige Frauenfeindlich aus keinem echten Grunde waren) war, aber oft auch gezwungen wirkte, als ob ein Rabbi Krimi halt solche Witze haben MUSS, ob es jetzt in die Erzählung passt oder nicht. Leider war das auch nicht der einzige Stereotyp. Der Chef des Rabbi ist natürlich ätzend und hat scheinbar null Interesse an Religion, sondern nur an Image. Das Mordopfer ist Multimillionärin (aber sieht noch gut aus für ihr Alter! Gott sei Dank!). Der Polizist kommt wohl frisch von der Currywurstbude. Es ist echt schmerzhaft wie flach das Wasser ist.
ch brauche ja leider immer sehr lange für ein Hörbuch, weil ich mich stets zusammenreißen muss: Zu gerne schweifen meine Gedanken beim Hören ab und beschäftigen sich mit zig anderen Dingen. „Der Rabbi und der Kommissar“ hatte mit ungefähr fünf Stunden genau die richtige Länge für mich, weil alles darüber hinaus für mich tatsächlich eine ziemliche Herausforderung ist.
s ist ein eher leichter Krimi vom Inhalt und Tonfall, doch für mich als Hörbuch genau richtig. Ich mochte den Erzähler gerne, er vertonte die verschiedenen Figuren wirklich gut. Seine Stimme passte zum Inhalt. Teilweise hatte ich auch recht monotone Sprecher, was hier überhaupt nicht der Fall war. Dazu kam der Humor: Es war nicht albern, manchmal eher etwas subtil, doch die lustigen Elemente waren für mich gut in der Geschichte platziert.
Insgesamt ist dieser Krimi eher ein „cosy Krimi“: Es gab für mich jetzt keine großen Überraschungen, die Personen waren meistens nicht übermäßig tiefgründig und der Fall nicht besonders komplex. Dennoch mochte ich die Feinheiten, insbesondere, was das jüdische Leben anging, mit dessen Clichés der Autor ein wenig spielte. Dies tat der Autor jedoch in meinen Ohren mit einem durchaus ernsten Hintergrund. Der Autor selbst ist ein Kind jüdischer Flüchtlinge und wurde in der Schweiz geboren.
Wer es also kurzweilig und nicht allzu blutig mag, der ist hier vielleicht genau richtig 😊.
Es gibt nun schon so viele Krimireihen mit ungewöhnlichen Ermittler'innen: von der Campingplatzbesitzerin über den Pfarrer und die Tankstellenbesitzerin bis hin zur Heißmangelbetreiberin. Hier ist es nun ein Rabbi. Und der entspricht so gar nicht dem gängigen Klischee, sondern ist sehr modern. Diese Idee gefällt mir sehr gut. Ich finde die jüdische Kultur sowieso sehr interessant. Aber leider kam ich in diese Geschichte nicht richtig rein. Die Figuren sind irgendwie flach, die Story plätschert so dahin. Und der Kommissar ignoriert sämtliche Ungereimtheiten und Indizien. Mit Szenen im Schwimmbad kann man mich eigentlich immer begeistern, aber sogar die sind so langweilig geschrieben. Auch das Mordmotiv ist so abgedroschen, hach seufz, schade schade.
Sehr unterhaltsam. Lässt mich vage an die Father Brown Bücher denken, aber modern und jüdisch. Der Schreibstil ist gut, der Kriminalfall auch (das Timing hätte hier allerdings besser sein können) aber die Einblicke in modernes, jüdisches Leben in Deutschland sind hier sicher das Highlight. Das Hörbuch ist klar zu empfehlen. Bin gespannt auf die nächsten Bände.
Idea generale carina, si crogiola nella comfort-zone. Sembra padre Brown in versione ebraica. Finale alla signora in giallo, niente di nuovo all'orizzonte. L'idea di raccontare la cultura ebraica è buona ma forse intorno bisognava costruire di più. Carine le barzellette del rabbino.
Absolut empfehlenswert. Bergmann geht an den Mordfall mit viel Humor ran. Der Rabbi und der Kommissar sind eine ungewöhnliche Kombination, die aber hervorragend funktioniert.
Sinossi editoriale Quali sono i compiti di un rabbino? Insegnare ai ragazzi, per esempio, dispensare consigli e ascoltare i membri della comunità. Come Ruth Axelrath, venuta ad annunciare a Henry Silberbaum la decisione di trasferirsi in Israele e lasciare il marito spendaccione che sospetta di infedeltà. Prima di partire da Francoforte, la donna desidera fare una cospicua donazione per creare una biblioteca della comunità. Se non che, pochi giorni dopo, viene trovata morta. L’anziana signora soffriva di cuore, e il decesso per infarto non sorprende nessuno. Nessuno eccetto il rabbino Silberbaum, che nota sul comodino una banana in un piattino del servizio riservato alla carne: uno strappo non da poco per un’ebrea osservante. L’apertura del testamento non fa che consolidare i suoi dubbi. Così, sfidando lo scetticismo del commissario che si occupa del caso, e le minacce di licenziamento da parte del suo direttore, Henry Silberbaum comincia a indagare a modo suo. Ad aiutarlo ci sono il suo proverbiale umorismo ebraico ed Esther, la bella direttrice della casa di riposo a cui sta impartendo lezioni di religione....
Locker leicht erzählt und spannend kommt dieser Debütroman daher. Ich konnte mich schon nach wenigen Seiten mit Henry Silberbaum sehr gut identifizieren. Das Cover ist bunt gedruckt. Der Leser erkennt einen gezeichneten Fahrradfahrer, welcher einen Berg hinunterfährt. Hinter diesem mit kleinem Abstand folgt ein Hund. Der Klappentext gibt eine sehr gute Einführung in den aktuellen Fall, ohne zu viele Details zu verraten. In der Handlung geht es um den Rabbiner Henry Silberbaum, welcher vom Tod einer ihm bekannten wohlhabenden Dame erfährt. Schnell ist dieser sich sicher, dass dieser Tod keinen natürlichen Ursprung hat. Trotz der Vorbehalte von seinem Arbeitgeber, sowie den Bedenken der Polizei von Frankfurt ermittelt er auf „eigene Faust“ und stößt schon sehr bald auf sehr wichtige Indizien.
Der Hauptdarsteller ist eine eigenbrötlerische, aber auf der anderen Seite auch weltgewandte Persönlichkeit. Er hat Humor und einen sehr großen Gerechtigkeitssinn. Seine Liebe für Krimis tut sein Übriges. Sehr schnell durschaut er die Machenschaften und beweist einen starken Charakter gegenüber allem Widerstand, welcher ihm im Zuge seiner Ermittlungen entgegenschlägt. Die wesentlichen Nebendarsteller der Geschichte sind Hauptkommissar Berking, Miriam Fajyner die Tochter des Mordopfers, Herr Axelrath der zweite Ehemann des Mordopfers, Frau Simon, eine Rechtsanwältin sowie Rafael Reichenberger, ein weiterer Rechtsanwalt. Mir hat am besten Hauptkommissar Berking gefallen. Am Anfang kommt dieser sehr mürrisch und menschlich unbeweglich daher. Im Laufe der Geschichte baut dieser immer mehr Vorbehalte gegenüber bestimmten Personen ab und entwickelt sich durchaus zu einer Bereicherung der Handlung.
Der Aufbau der Handlung ist stringent und es sind keine Zeitsprünge vorhanden. Die Story spielt in der heutigen Zeit in Frankfurt am Main und ist somit sehr gut nachvollziehbar. Die Spannung der Geschichte entwickelt sich gleichmäßig und wird erst am Ende aufgelöst. Der Schreibstil des Autors ist flüssig, humorvoll und dialogorientiert. Als Besonderheit der Erzählung sind mir die vielen jiddischen bzw. hebräischen Begriffe aufgefallen, welche am Ende des Romans sehr ausführlich in einem Glossar erläutert werden. Dieser Aspekt hat mir sehr gut gefallen und die Erzählung bekommt somit einen sehr guten „Na-Ost-Touch“. Der Leser taucht hinein in die jüdische Kultur und wird Zeuge von sehr detailreichen Besonderheiten. Ein Zitat aus dem Buch möchte ich in diesem Zusammenhang mal aufgreifen. Auf Seite 199 heißt es zum jüdischen Glauben: „Während alle Religionen eine auf dem Glauben begründete Weltauffassung diktieren und alle ihre Gläubigen gleichmachen wollen, ist das Judentum eher eine Lebensform, die sich weder nach innen noch nach außen angleicht, sondern sich bewusst unterscheiden will“. Dieser Satz lässt tief blicken und zeigt, dass gerade das Judentum eine Lebensphilosophie ist, welche man lebt, anstatt sie sich einfach wie einen Mantel überzustülpen.
Der Roman richtet sich an alle Krimifreunde egal welchen Alters oder Geschlechtes. Das Fazit ist positiv. Lustig und spannend kommt dieser Auftakt daher. Ich kann diesen Krimi allen nur wärmstens ans Herz legen und freue mich bereits auf eine Fortsetzung.
This book was recommended to me and I have no regrets reading it. I often had to smile and sometimes laugh out loud, which is always a good sign of a good book.
Rabbi Henry Silberbaum is an unorthodox Rebbe. He loves his community, but he also likes crime novels and if they take place in real life, so much the better. An elderly lady (Ruth) comes to his office and tells him that she wants to live in Israel with her daughter forever. She will bequeath an endowment fund of over 1 million euros to the Jewish community. Her current husband gets the right to live in the villa, but nothing more. She suspects that he is cheating on her and squandering their money elsewhere. Shortly after this visit, Silberbaum is contacted as Ruth is dead in her bed. The medical officer has already filled out the death certificate 'death as a result of a heart attack'. But Silberbaum senses a crime after looking around the room and the kitchen. He contacts the police and ends up with grumpy detective Robert Berking. The start of the two is not the best, as Berking wants clear evidence and Silberbaum follows his gut feeling. But Berking is openly interested in Jewish customs and customs. Silverbaum cannot suppress his detective streak and starts investigating on his own. With a few unorthodox tricks, he drives the culprits into a corner. Members of the Jewish community also help him with this. But Silberbaum has other construction sites. There is his mother, who on the one hand adores him and on the other hand constantly makes him feel that he is neglecting her. Then there's the director of the Jewish nursing home, who is madly in love with him, only there's no reciprocation since Silberbaum has a girlfriend in New York with whom he chats at odd times. And then there's the president of the Jewish community, who threatens to fire Silberbaum if he doesn't stop investigating.
This thriller is funny. It has many Yiddish expressions that you can find in the glossary, but you can understand most of them anyway. (4½)
Nachdem diese ja leider auf das Wochenende gefallen ist, ging es für mich ohne Unterbrechung weiter. Die kleinen Pausen im Alltag füllte ich mit diesem charmanten und unterhaltsamen Werk.
Der Rabbi und der Kommisar ist ein Krimi, wie ich ihn vorher so noch nicht gelesen habe und ich muss gestehen, auch wenn er an manchen Stellen meine Aufmerksamkeit kurz verlor, fühlte ich mich alles in allem gut unterhalten!
Mit Witz und Charme und einem gewissen Maß an Spannung lernt man nicht nur zwei echte Kerle kennen sondern taucht auch noch in die jüdische Welt mit ein. Die besondere Würze des Romans kommt vor allem durch die Figur des Rabbi Silberbaums. Ich persönlich habe noch keinen Krimi mit dieser Konstellation gelesen....und habe es sehr genossen. Der Blickwinkel ändert sich dadurch schnell und sorgt für eine ganz eigene Art des Spannungsaufbaus.
Ich kann das Buch jeden Empfehlen der es spannend und witzig mag und ab und an einfach etwas haben möchte, was nicht in den Mainstream gehört
Grazioso giallo tedesco con un rabbino che affianca un ispettore di polizia per risolvere un (forse) crimine nella comunità ebrea di Francoforte. Dopo preti e sacerdoti di tutte le confessioni possibili, ora si aggiunge anche un rabbino nelle schiere degli indagatori con professioni religiose, spero che presto qualcuno penserà a un libro gialli con detective imam, sarei curiosa di leggerlo. Questo giallo contiene anche tante informazioni, modi di dire e vivere sulla comunità ebraica europea, delle moltissime sfumature culturali e linguistiche, la tenacia e l'incredibile forza che questa comunità ha avuti e ha tutt'ora nel preservare e tramandare questa millenaria cultura, lo sforzo per adattarsi alle regole e alle leggi dei paesi in cui vivono.
Gerne würde ich mein Review auf jiddisch schreiben, aber dafür sind meine Kenntnisse leider nicht gut genug. Ganz ok, kann mir das schon als TV-Serie vorstellen. Ich fand allerdings die Chat-Abschnitte etwas überflüssig und mich haben die diversen Schreibfehler im Englischen gestört. Es sollen wohl 10 Bücher werden - eins für jedes Gebot.
Um Eines vorweg zu nehmen: Echte Spannung kommt bei der Lektüre nicht auf, aber das Buch ist recht witzig und originell. Außerdem erfährt man auch Einiges über das jüdische Leben... und etwas Krimi ist ja auch dabei