Ich wollte höher fliegen, weiter springen, tiefer tauchen. Hier in dieser Gondel erlaubte ich mir, für einen kurzen Moment zu hoffen.
Caden dachte, er hätte das Schlimmste bereits erlebt. Doch als seine Vergangenheit ihn einholt und nicht nur ihn, sondern auch Luca in Gefahr bringt, erkennt er, dass es etwas noch Zerstörerischeres gibt als die Vergangenheit. Hoffnung. Sie lässt ihn höher fliegen und weiter träumen. Doch wer höher fliegt, kann tiefer fallen. Und dann stürzt er. Hart und ungebremst dem Abgrund entgegen.
Aber wer fängt dich auf, wenn alles, was dich zusammenhält, plötzlich zerbricht?
Es ist der zweite Teil der Chicago Lights Reihe. In allen Büchern spielen Caden und Luca die Hauptrolle. Begleite die beiden auf ihrem spannenden Weg, von der Dunkelheit zurück ins Licht!
Die Autorin führt die Geschichte um Cadens Psyche konsequent fort, nicht so überzeugt hat mich der Thriller-Plot
Die Autorin bleibt sich und der Geschichte treu. Wir erleben weiterhin, wie Caden kämpft, aber immer wieder abrutscht und seinen Schmerz und die Flashbacks mit selbstzerstörerischen Bewältigungsmechanismen bekämpft. Ein Teil seines Umfelds verhält sich dazu noch ziemlich kontraproduktiv, triggert ihn immer wieder oder zieht ihn in den Sumpf hinab. Hier spielt ausgerechnet sein Bruder, Liam, der ja vorgibt, ihn beschützen zu wollen, immer wieder eine sehr unrühmliche Rolle und man fragt sich langsam, ob er das absichtlich tut.
Luca versucht für ihn da zu sein und ihm positive Erlebnisse zu schaffen. Es ist für ihn ein Eiertanz, aber es gelingt ihm hin und wieder.
Auch in diesem Band steigen wir tief ab in Cadens Gedanken und Gefühlswelt und dürfen hautnah miterleben, wie es ist, einen Flashback zu haben.
Es hat mir total gut gefallen, dass nicht alles sofort Friede, Freude, Eierkuchen ist und ein anderer Mensch es schnell schafft, eine gebrochene Seele zu heilen. Das macht die ganze Geschichte sehr realitätsnah und hilft einem, Empathie für traumatisierte Menschen zu entwickeln, um nicht die gleichen Fehler zu machen, wie Cadens Umfeld. Und es macht die Geschichte sehr spannend, da man nie weiß, was sein Umfeld nun wieder verzapft und ob es Caden gelingt, damit angemessen umzugehen. So ist man die ganze Zeit zwischen Bangen und Hoffen gefangen.
Was mich nicht so überzeugt hat ist der Suspense-Plot: Die „Wohngemeinschaft“ aus Liam, Caden und Luca wird weiterhin bedroht und es dringen immer wieder Menschen in die Wohnung ein – trotz Überwachung und Bodyguards? Was treiben die den ganzen Tag? Bis zum Ende haben offenbar keinerlei ernsthafte Ermittlungen stattgefunden, um wen es sich dabei handelt und was sie wollen. Dennoch ist die Frage natürlich spannend, um wen es sich bei A., einem der Gegenspieler handelt, der sich zumindest Caden gegenüber zu erkennen gibt und sich sehr widersprüchlich verhält.
Und nach und nach wird immer mehr aufgedeckt, was im Gefängnis und früher schon in Cadens Kindheit passiert ist.
Wie bereits in Teil 1 mochte ich die Beziehung zwischen Caden und Luca. Gerade, dass Luca viel Verständnis für Cadens Trauma zeigt und ihm so einen Safe Space bietet, um offen über Grenzen und Bedürfnisse reden zu können.
Auch fand ich es schön, dass man mehr über Liam erfahren hat.
Aber argh, dieses Ende, man kann kann doch ein Buch nicht mit so einem Cliffhanger enden lassen! Ich dachte der von Band 1 wäre fies, aber das hier... Ich hätte mit dem Hören warten sollen, bis ich den dritten Band habe und direkt weiterlesen kann...