In einer Schicksalsgemeinschaft sind Petru, Cheta und Magare verbunden, gezwungen in ewiges Kindsein: Sie leben am Rande einer gesichtslosen Großstadt. Täglich müssen sie dafür sorgen, dass die Schatzkiste des Krakadzil voller wird. Der wird schnell ungehalten, wenn die Kasse nicht stimmt, und so rücken die drei Jungs aus, um denen wegzunehmen, die es am ehesten zu verschmerzen scheinen. Auszuhalten ist das für sie nur mit einer täglichen Ration Feenstaub. Alles wird anders, als Petru Marja kennenlernt: Nicht nur lernt er mit ihr die Sprache der Stadt zu verstehen, er erfährt auch zum ersten Mal in seinem Leben, was Familie sein kann. Als den drei jungen Taschendieben ein Neuling zur Ausbildung übergeben wird, wechselt Petrus Leben ebenso wie das seiner Schicksalsgenossen noch einmal die Richtung.
Auf einer Insel, die niemand je findet, leben die drei Jungen, die nicht erwachsen werden können. Mit Feenstaub fliegen sie sich aus ihrer Wirklichkeit, landen aber immer wieder auf dem harten Boden der Realität. Es ist eine Nerverland-Geschichte, die nichts Märchenhaftes hat, sondern mit der eiskalten Lebenswirklichkeit einiger konfrontiert.
Dieses Buch. Es ist so ganz anders, als ich erwartet habe. Die Art, wie es geschrieben ist, ist Poesie pur. Die Autorin findet wunderschöne Worte für eine Wahrheit, die niemand hören will.
Die Aufmachung des Buches hat mir sehr gut gefallen. Wenig Text auf wenig Seiten, gefüllt mit so viel Inhalt und einer Atmosphäre, die einen tief ins Geschehen eintauchen lässt.
Erst habe ich nicht genau verstanden, was los ist, worum es geht. Denn es werden keine expliziten Beschreibungen, eher Umschreibungen, Bilder und Metaphern verwendet. Doch nach und nach setzen sich die lyrischen Fetzen zu einem Gesamtbild zusammen und es wird einem die Tragik der Geschichte langsam bewusst. Die Autorin spielt bewusst mit starken Bildern, die ich mal mehr und mal weniger intensiv wahrnehmen konnte. Der Schreibstil ist einfach atemberauend.
Trotz des außergewöhnlichen Schreibstils lässt sich das Buch leicht und schnell lesen. Man sollte also aufpassen, dass man über manches nicht einfach drüberliest.
Die Autorin übt Gesellschaftskritik, zwingt uns, hinzusehen und beschreibt bei genauerem Hinsehen Themen, die unter die Haut gehen und von denen man nicht möchte, dass sie wahr sind.
Ich gehe absichtlich kaum auf die Geschichte ein, denn ich möchte niemandem das Erlebnis wegnehmen, das ich mit diesem tollen Buch hatte. Es lohnt sich, es zu lesen. Es berührt, begeistert und hallt noch lange nach.
Eine namenlose Großstadt, rau und gnadenlos. Drei Jugendliche, die in die Kriminalität gezwungen werden. Ein Gangsterboss, der die jungen Menschen für Diebesgut mit einer Droge versorgt. - Das ist der Stoff für Cornelia Travniceks Roman "Feenstaub". In kurzen, teilweise fast derben, teilweise aber auch fast poetischen Sätzen lässt die Autorin die Leser*innen in eine Welt abtauchen, die zwar rein von den verwendeten Worten magisch und märchenhaft erscheint, die jedoch durch und durch brutal ist und auf die Ausbeutung der Schwachen ausgelegt ist.
Cornelia Travniceks Roman erzählt die Geschichte von Petru, der mit zwei weiteren Jugendlichen für seinen "Chef", den Krakadzil, in der Stadt klauen muss. Die drei leben auf einer Insel, dem Niemandsland, und versuchen ihr Leben durch die Einnahme des "Feenstaubs" irgendwie zu ertragen. Eines Tages trifft Petru auf Marja und findet in ihr so etwas wie eine Familie, außerdem macht sie ihm ein besonderes Geschenk: sie bringt ihm die Sprache der Stadt bei. So nimmt Petrus Leben eine unerwartete Wendung...
Die Parallelen zwischen Travniceks Roman und dem Märchen "Peter Pan" sind kaum von der Hand zu weisen. Während letzteres aber tatsächlich märchenhaft ist, grenzt sich der Roman doch stark von einem Märchen ab. Viel mehr präsentiert die Autorin die harte Realität vieler Kinder und Jugendlichen in den Großstädten dieser Welt, sie thematisiert den Menschenhandel und den Umgang mit Drogen, die dieses Leben irgendwie erleichtern sollen.
"Feenstaub" ist ein besonderer Roman mit einem wichtigen Thema, der mich aber leider durch die sprachliche Ausgestaltung nicht richtig berühren und mitnehmen konnte. Normal tauche ich in eine Geschichte tief ein und werde danach wie aus einem Sog ausgespuckt. Hier paddelte ich die ganze Zeit aber nur an der Oberfläche. Das ist aber sicherlich Geschmackssache und geht jeder*jedem Leser*in anders.
"Feenstaub" stand auf der Shortlist des Österreichischen Buchpreis 2020 und ist wirklich lesenswert. Wenn ihr Lust auf ein Märchen habt, das in Wirklichkeit gar keines ist, solltet ihr das Buch lesen. Für mich hat es allein schon wegen dem außergewöhnlichen Cover einen Preis verdient!
Ich habe entschieden, Feenstaub nochmals zu lesen. Ich habe es beim ersten Mal vor allem in der U-Bahn und meiner Pause gelesen und hatte irgendwie das Gefühl, ich hätte was versäumt. Ursprünglich hatte ich das Buch mit 4 Sternen bewertet, habe mich aber entschieden, es auf 5 aufzuwerten. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und wird mich sicherlich noch länger begleiten. Es hat mich berührt. Ich habe seit dem Sommer, als ich es zum ersten Mal gelesen und habe und jetzt auch öfters an das Buch gedacht. Es ist recht schnell zum Lesen, auch leicht zu lesen. Es besteht aus kurzen Texten, die fast schon etwas Poetisches an sich haben, es ist aber keine Lyrik. Auf manchen Seiten stehen nur ein paar Sätze, andere Seiten erzählen kurze Geschichten. Alles zusammen wirkt wie die (bewusste) Aneinanderreihung von Ausschnitten oder Episoden rund um die Hauptfigur Petru. Im Buch geht es um eine Insel, die im Nirgendwo liegt und die man eigentlich nur finden kann, wenn man weiß, wie sie sich befindet. Das ist das Niemandsland. Auf dieser Insel lebt eine Gruppe von jungen Burschen, eher Buben, die sich dadurch finanzieren, dass sie stehlen und diese Diebesgut an einen Art Chef und zeitgleich Händler gegen Geld verkaufen. Über diesen kommen sie an Nahrung, kaufen sich aber von dem Geld, ebenfalls auf der Insel, Feenstaub. Der Feenstaub wird von jemandem vor einem in die Luft geblasen, damit man möglichst viel davon einatmen kann. Dieser Feenstaub glitzert und es heißt, dass man, wenn man während dem Einatmen an etwas Gutes denkt, sogar fliegen kann. Das Buch ist eine Gesellschaftskritik, denn es wird recht schnell klar, dass die Burschen durch Menschenhandel aus einem anderen Land, wahrscheinlich aus dem ehemaligen Ostblock, in eine wohlhabende Stadt gekommen sind, evtl. Frankreich, da sich Petru später Pierre nennt. In dieser Stadt werden die eben aktiv. Kinder fallen nicht so auf. Ich will zur Geschichte nicht zu viel sagen. Man darf sich durch die formale Aufmachen nicht abschrecken lassen. Auch nicht davon, dass wenig erklärt wird, wenig diskutiert wird, die Jungs wenig hinterfragen oder nicht über ihre Vergangenheit, ihre Gefühle oder ihre aktuelle Situation reden. Man muss mal ein Stückchen lesen, um die Hintergründe der Erzählung mal zu erfassen. Es ist es aber absolut wert bis zum Ende zu lesen!
i actually read an arc in january already, but back then it wasn't on goodreads yet. it was so short, i finished it in two hours. it's written in a very abstract sort of way? it was a little hard to understand and translate all the metaphors into real life and i'm still not quite sure if i got it right. nonetheless, it was a beautiful story and made me think.
Ich gestehe, ich bin nicht gleich warm geworden mit diesem Buch. Der Anfang war recht nebulös und vage, bruchstückhaft, wie Traumsequenzen, die man nicht auf Anhieb versteht. Aber dann hat mich die lyrische Qualität dieser Vignetten berührt. Außerdem sind die Übernahmen aus "Peter Pan" sehr fein in den Text eingebaut und verleihen ihm eine besondere Stimmung. Das Märchenhafte und Fantastische der Kindergeschichte bleibt zwar sprachlich spürbar, wird aber auf der Handlungsebene zerstört: Es geht um Jugendkriminalität, Straßenkinder, Menschenhandel, Drogen.
Peter Pan, der Junge, der nicht erwachsen werden will, der fliegen kann und sich auf der Insel Neverland mit anderen Jungs, den Lost Boys, von einem Abenteuer ins nächste stürzt, ist ein Freigeist, der tut, was ihm gefällt. Sein Pendant Petru in Travniceks Buch jedoch DARF nicht erwachsen werden, als Taschendieb müssen er und die drei anderen Jungs, mit denen er auf der Insel Niemandsland (in einem Fluss in einer nicht näher bezeichneten Großstadt) ganz allein lebt, überleben, sich klein machen, nicht auffallen - wenn sie erwachsen wären, wären sie strafmündig, würden ins Gefängnis kommen oder abgeschoben. Ihr Diebesgut müssen sie an ihren Boss abgeben, Krakadzil (nicht nur der Name erinnert an das Krokodil bei Peter Pan!), der sie schlägt und bedroht, wenn sie nicht genug gestohlen haben. Er hat sie auf die Insel gebracht und beutet sie aus - in Petrus Fall behauptet er, das Geld für die sterbenskranke Großmutter des Jungen zu verwenden. Ertragen lässt sich das nur mit einer Prise des titelgebenden "Feenstaub" - einer Droge.
Doch dann lernt Petru Marja kennen und findet in ihr seine erste Liebe. Das silberne Etui, das er ihr gestohlen hatte, bringt er ihr wieder - er habe es gefunden. Von da an ist er gern gesehener Gast bei Marja und ihren Eltern, er lernt von ihr lesen, zwischen ihnen entstehen Gefühle... doch da ist noch sein anderes Leben auf der Insel, das ihn schließlich einholt.
Die kurzen Kapitel, zu Beginn gleichen sie durch ihre impressionistische Ausdrucksstärke vielmehr lyrischen Vignetten, lassen viele Lücken offen. Wenig wird völlig auserzählt, fast alles bleibt fragmentarisch. Das passt zur Hauptfigur, mit der wir es zu tun haben, denn auch Petru gibt nicht viel von sich preis. Und es passt zu den verschiedenen Stimmungen, die wir im Buch finden und die unverbunden nebeneinander Platz finden: Brutalität und erste Liebe, Kriminalität und Freundschaft, Fürsorge und Verlassenheit. Die große Stärke des Buches liegt aber darin, dass sich trotz dieser Leerstellen ein zusammenhängendes Bild ergibt, dass wir als Leser:innen einer Geschichte folgen dürfen, die uns berührt.
Fazit: Sehr empfehlenswert! Zu Recht für den österreichischen Buchpreis nominiert.
Herzensbuch. Die Handlung ist simpel. In einem nicht näher bezeichneten Land, obwohl ich aufgrund der Eigennamen der Protagonisten Rumänien assoziiere, liegt eine Insel in einem Fluss. Es muss sich um eine abgelegene Flussbiegung handeln, denn dort kommt niemand hin. Meist liegt Nebel über den Bäumen. Am Ufer liegt ein Boot mit Rudern.
Was es mit der Insel auf sich hat, will ich nicht verraten. Andere Rezensionen verraten es euch sicher, aber hier lest ihr nichts davon. Ich sage nur so viel: Die Atmosphäre stimmt.
In fast lyrischen, kurzen Texten, die aber nichts mit Gedichten zu tun haben, vermag es Cornelia Travnicek eine Geschichte zu verdichten und fast märchenhaft zu gestalten, aber gleichzeitig so zu schreiben, dass man zu keinem Zeitpunkt im Märchenhaften abtauchen kann. Nein, kein Märchen, keine Sage, das ist Gesellschaftskritik pur. Das ist heute.
Originell empfinde ich "Feenstaub". Gut, ich stellte eine gewisse Nähe mit Lisa Tetzners "Die schwarzen Brüder" fest. Aber wer kennt diesen Roman heute noch. Nach so langer Zeit darf man eine Idee neu formulieren.
Menschenhandel ist leider traurige Realität in alten wie in modernen Gesellschaften. Denn darum geht es. Immer haben wir gedacht, es sei aus und vorbei damit. Aber das Böse ist eben niemals auszurotten. Das Gute aber auch nicht.
Cornelia Travniceks Roman „Feenstaub“ ist große Literatur. Leicht zu lesen. Große Vorstellungskraft. Wunderbare Übersetzung eines Märchens in die Gegenwart. Traurig und schön.
Fazit: Ein Märchen, das leider keines ist. „Feenstaub“ hat im Handumdrehen mein Herz gewonnen.
Kategorie: Belletristik in seiner schönsten Ausgestaltung Verlag: Picus, 2020 Auf der Shortlist des Österreichischen Buchpreises.
Tři opuštění chlapci žijí sami na ostrově a každý den vyplouvají do velkého města, kde okradou, koho potkají. Svůj lup poté předávají svému kumpánovi výměnou za andělský prach – drogu, která jim zajistí dobrou náladu. Jednoho dne se Petru spřátelí s dívkou a pomalu poznává, jak vypadá normální život v rodině. Ostatním chlapcům se je ho výlety nelíbí a začnou se podle toho chovat.
Wau, tohle byla tak silná kniha. Vůbec jsem netušila, že by na mě až takhle mohla zapůsobit, neměla jsem u ní velká očekávání. Podle anotace jsem si nebyla ani moc jistá, jestli je to kniha pro mě. Ale nakonec je to přesně ta kniha, která zacvičí s mými emocemi a já ji se slzami v očích dočítám pozdě do noci, protože ji nemohu odložit.
Co mě okamžitě zaujalo jsou opravdu hodně krátké kapitoly, které umocňují naléhavost příběhu. Chvílemi to na mě působilo až jako poezie. Celé to vypráví chlapec Petru a pohled na jeho svět dětskýma očima byl opravdu moc smutný.
Pomalu odkrýváte šokující příběh. Je tu příběh o lidech na okraji společnosti, je to o zneužívaných dětech, o závislostech, rasismu, vyloučení ze společnosti. Je to silné, drsné, smutné, ale zároveň krásně napsané. Po každé kapitole jsem musela na chvilku zavřít oči a příběh rozdýchat a zahnat slzy.
Hodně situací je tu otevřených a je jen na čtenářově fantazii, kam ho až pustí a co si vše dokáže představit.
Je to zvláštní smutná knížka plná emocí, která se mě opravdu hodně dotkla a bude ve mně ještě dlouho rezonovat.
Am Rande der Stadt Die österreichische Schriftstellerin Cornelia Travnicek bringt uns mit dem Roman Feenstaub eine fantasievolle Geschichte nahe. Die Stimmung ist düster und und bedrohlich. Drei Jungen müssen für einen Mann als Taschendiebe arbeiten, wenn sie nicht genug stehlen, werden sie bestraft. Damit sie Ruhr geben bekommen sie Feenstaub, was wahrscheinlich eine Droge ist. Die Geschichte wird aus der Sicht Petrus erzählt. Seine Gedanken und Empfindungen bringen uns zum Nachdenken.
Die Autorin führt uns eindrucksvoll mit besonderem Stil durch die Geschichte. Was sie wie ein Märchen anfangen lässt, wird zu einer bedrohlichen Realität. Der Roman ist zu empfehlen.
ein wunderschönes und gleichzeitig wirklich tragisches buch. ich mochte den schreibstil unglaublich gern, den ich-erzähler der selbst nicht wirklich weiß was passiert und traum & wirklichkeit kaum auseinander halten kann. die sehr kurzen kapitel haben mir dabei geholfen immer interessiert und gespannt zu bleiben
Nějak nechápu, o co tady šlo. A vlastně se kniha četla dobře, jen téměř vše zůstalo bez kontextu a vysvětlení, že mi na konci nic nedávalo smysl, a tudíž pro mě příběh nefungoval. Zároveň tu jsou podivně krátké „kapitoly”, některé mají sotva pár řádků. Nevím, jestli je to autorčin styl, nebo se jedná o nějaký záměr. Jestli jo, já jsem jej neodhalila a opravdu jsem z toho celá wtf.
Das Buch hat mich zum Weinen gebracht. Wunderschön.
Edit 2. Mal lesen: Auch dieses Mal noch ein Kunstwerk. Zwar ist mir die Verworrenheit des Textes wieder aufgefallen, aber es war immer noch ein wirklich schönes Erlebnis.