Galina Gurewitz ist verschwunden. Seit drei Wochen ist die Weltklasse-Schwimmerin wie vom Erdboden verschluckt. Dennoch weigert sich ihre Mutter standhaft, eine Vermisstenanzeige aufzugeben. Genau wie Galinas Gatte, der zum Jähzorn neigende Geschäftsmann Semjon Gurewitz. Werden sie womöglich erpresst? Kommissar Berking von der Frankfurter Polizei hat leider keine Handhabe für offizielle Ermittlungen. Aber er hat seinen Freund, den kriminalistisch begabten Rabbi Henry Silberbaum, der sich einfach mal ganz informell in der russisch-jüdischen Gemeinde umhört. Dabei kommt er einer unglaublichen Geschichte auf die Spur …
Super Geschichte, toller Hauptcharakter, dazu gibt es immer noch Dinge die man dazu lernen kann. Bin gespannt auf den nächsten Teil der auf den letzen Seiten schon angeteasert wurde!
Es ist der zweite Fall von Rabbi Henry Silberbaum und Kommissar Berking. Eine junge Frau verschwindet und niemand scheint nach ihr zu suchen oder sie zu vermissen. Während dem Kommissar die Hände gebunden sind, weil niemand eine Vermisstenanzeige stellt, nimmt der Rabbi die Suche auf. Henry Silberbaum wirbelt bei seiner Suche und den vielen Nachfragen einigen Schmutz und Staub auf, der sich doch so schön auf rechtswidrige und unmoralische Vorgänge gelegt hatte.
Es ist ein typischer Regionalkrimi, angesiedelt in Frankfurt und in der jüdischen Gemeinde. Es ist kein spannungsgeladener und fesselnder Krimi, sondern eher eine gute Geschichte, die unterhält und dabei auch ein oder zwei Verbrechen aufklärt. Man lernt vieles aus der jüdischen Kultur und Sprache (es gibt ein Glossar am Ende, welches sehr hilfreich ist) kennen. Schnelle und witzige Dialoge, die unterhalten und für ausreichend Tempo sorgen. Der Schreibstil ist sehr gut und schön flüssig, man gleitet ganz entspannt durch die Geschichte. Ab und an baut der Autor noch eine Wendung ein, um dem Lesenden noch etwas Spannung zu liefern.
Ich habe relativ schnell das Ende erahnt, aber bis zum Finale wurde ich trotzdem gut unterhalten, da das Kopfkino bei dieser Geschichte sehr gut funktioniert hat.
Ein sehr gut und humorvoll geschriebener Krimi. Man bekommt einen guten Einblick in die jüdische Gemeinde und das Leben eines unkonventionellen Rabbiners der verbindet. Gut recherchiert und die Zusammenarbeit zwischen Kommissar und Rabbiner ist sehr gut dargestellt. Auch Themen wie Antisemitismus werden nicht gescheut und die Diskussion darüber regt zum Denken an.
Dieses Buch war ein bisschen schwächer, als der Vorgänger und braucht, bis er ins fahren kommt, weil viel Wiederholt wird, was im ersten Buch passierte. Das ist eigentlich ganz nett, weil man dann nicht unbedingt auf die richtige Reihenfolge angewiesen ist, aber es wird anstrengend, wenn man es direkt nach dem ersten Band liest.
Die Figur des Rabbis ist witzig und sympathisch. Man kriegt sehr viel über die jüdische Kultur, die Story war auch interessant, aber völlig gepackt hat mich das Buch nicht.