In einem Moment, in dem hitzige Feuilleton-Debatten den Eindruck erwecken, es ginge um einen kurzlebigen Positionsstreit, stellt Charlotte Wiedemann klar: Was wir erleben, ist eine Zeitenwende – wir müssen unsere Haltung zur deutschen Geschichte aus einer kosmopolitischen Perspektive neu begründen. Das heißt: nicht-europäische, nicht-westliche Sichtweisen ebenso einbeziehen wie die Ansprüche einer jungen, diversen Generation in Deutschland. Wie lässt sich in Zukunft an den Holocaust und an die kolonialen Verbrechen erinnern? Globalhistorisch fundiert und persönlich zugleich denkt Charlotte Wiedemann die Idee des Antifaschismus neu und entwirft ein empathisches Gedenkkonzept für unsere Zeit.
Ein gut gemeinter, humanistisch-kleinbürgerlicher Appell für eine inklusive Erinnerungskultur zu vergangenen Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Singularitätsthese UND Anerkennung kolonialer Verbrechen. Palästina bildet dazu jedoch die Ausnahme. Palästina wird nicht im Rahmen von Kolonialismus diskutiert, sondern im Rahmen des Holocaust. Aus jüdisch- israelischer Perspektive. Unerträglicher Normalisierungsdiskurs. Beiden Seiten sollen den Schmerz der anderen nachfühlen- als sei die koloniale Unterdrückung bereits Erinnerung und Teil des Weltgedächtnis.