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Einfach nur Paul

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Ein bewegender Coming-of-Age-Roman über Sehnsüchte, Identität und Toleranz. Und die großen Fragen des Heranwachsens: wer bin ich und was sehen die andern in mir?

In Pauls Leben läuft alles schief: Er liebt ein Mädchen, das er nicht bekommen kann, ist Frontmann einer Band, in der alle besser singen als er selbst und jedes Gespräch mit seinem Vater endet in einer Brüllorgie. Als er dann auch noch erfährt, dass er nicht der biologische Sohn seiner Eltern ist, scheint das Leben am Höhepunkt von „kompliziert“ angekommen. Allerdings ahnt er da noch nicht, was die Suche nach seiner Mutter aufdecken wird … und dass die Erfüllung seiner Sehnsucht nicht der einzige Weg zum Glück ist.

272 pages, Kindle Edition

First published October 14, 2022

13 people want to read

About the author

Tania Witte

8 books2 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 10 of 10 reviews
Profile Image for CorniHolmes.
956 reviews43 followers
October 24, 2022
Endlich gibt es neues Lesefutter von der deutschen Autorin Tania Witte! Sowohl ihre zwei vorherigen Jugendbücher „Die Stille zwischen den Sekunden“ und „Marilu“ als auch der Roman „Wild – Sie hören dich denken“, den sie gemeinsam mit Antje Wagner unter dem Pseudonym Ella Blix geschrieben hat, waren echte Highlights für mich. Auf „Einfach nur Paul“ war ich daher wahnsinnig gespannt.

Paul ist 16 Jahre alt und nicht so wirklich glücklich mit seinem Leben: Er ist Mitglied in einer Band, in der er eigentlich gar nicht sein möchte, und verliebt in ein Mädchen, das er nicht bekommen kann. Obwohl er viel mehr auf elektronische Musik steht, heimlich davon träumt, ein erfolgreicher DJ zu werden und kein Talent fürs Singen hat, verlässt er die Band nicht und macht weiter den Frontmann. Amira zuliebe. Amira, seine allerbeste Freundin, die die Band damals gegründet hat und für die Paul schon seit langem deutlich mehr empfindet als nur Freundschaft. Amira erwidert seine Gefühle jedoch nicht, was Paul auch weiß. Dennoch ist er gerne mit ihr zusammen. Vor allem in der letzten Zeit kann er ihre Nähe gut gebrauchen. Paul gerät ständig mit seinem Vater aneinander, gefühlt kann er ihm nichts recht machen, jedes Gespräch mit ihm endet in einem lautstarken Streit. Als seine kleine Schwester für ihren Biologieunterricht etwas Unglaubliches herausfindet, gerät Pauls Welt komplett aus den Fugen. Bei einem Blutgruppentest kommt raus, dass er nicht der biologische Sohn seiner Eltern sein kann. Auf einmal sind da lauter Fragen in seinem Kopf. Wer ist seine richtige Mutter? Warum hat sie ihn verlassen? Wer ist er eigentlich? Eine Suche voller Herausforderungen beginnt. Ob Paul die Antworten auf seine Fragen finden wird?

Da mir die bisherigen Jugendromane von Tania Witte so gut gefallen haben, habe ich mir von ihrem neuen Werk nun natürlich sehr viel erhofft und um es kurz zu machen: Meine Erwartungen konnten auch dieses Mal gänzlich erfüllt werden! Tania Witte ist es in meinen Augen erneut hervorragend gelungen, wichtigen Stoff einfühlsam und leicht und mit einer genau richtigen Portion Humor zu verpacken. „Einfach nur Paul“ erzählt eine berührende und tiefgründige Geschichte über viele aktuelle und sensible Themen wie die Frage nach der eigenen Herkunft und dem Finden zu sich selbst, über Freundschaft, Familie, unerfüllte Liebe, Glenderklischees und Toleranz. Das Buch besitzt eine Menge Tiefgang und bewegt und stimmt nachdenklich, zugleich enthält es aber auch eine wunderbare Leichtigkeit und zaubert einem des öfteren ein Schmunzeln auf die Lippen. Ich hatte dank des flüssigen und jugendlichen Schreibstils einen mühelosen Einstieg in die Geschichte und da mich die Handlung von Beginn an packen und fesseln konnte, habe ich die gut 272 Seiten innerhalb kurzer Zeit verschlungen.

Erzählt wird die Geschichte meist aus der Sicht von Paul in der Ich-Perspektive. Mir hat unser 16-jähriger Hauptprotagonist auf Anhieb gefallen. Er ist ein supersympathischer Typ und lebensnah gezeichnet, er denkt viel nach und verliert sich öfters in seinem Kopfchaos, er liebt Musik und steckt voller großer Lebensträume, er eckt an und fällt gerne auf (zumindest manchmal) und hält überhaupt nichts davon, sich in eine Schublade stecken zu lassen. Paul trägt gerne Nagellack und Make-up – was andere davon halten, kümmert ihn nicht groß. Diesbezüglich macht Paul einfach sein Ding, wofür ich ihn sehr bewundert habe, es gibt aber auch einiges in seinem Leben, das er nicht so selbstbewusst durchzieht. So möchte er eigentlich gar nicht in der Band sein, die seine beste Freundin Amira gegründet hat, traut sich aber nicht, Amira die Wahrheit zu sagen und macht ihr zuliebe mit. Also ich fand Paul einfach nur toll. Ich habe sein Fühlen, Denken und Handeln jederzeit nachvollziehen und mich auch als Erwachsenen ohne Probleme in ihn hineinversetzen können.

Auch die Nebencharaktere mochte ich sehr. Sie wurden wie Paul vielschichtig ausgearbeitet und wirken wie Personen aus dem echten Leben. Da hätten wir zum Beispiel die bereits von mir genannte Amira, in die Paul schon seit langem verliebt ist (sie aber leider nicht in ihn); und Em, die eigentlich nicht Em heißt und blaue Haare hat und auf die Paul während seiner Suche nach der Wahrheit treffen wird. Und dann wäre da natürlich noch Pauls jüngere 14-jährige Schwester Linn, die er immer liebevoll Keks nennt und die sich mit ihrer bezaubernden und pfiffigen Art sofort in mein Herz geschlichen hat.

Neben den Figuren konnte das Buch auch mit der Erzählweise bei mir punkten. Wie oben schon erwähnt, wird der größte Teil aus dem Blickwinkel von Paul geschildert, es gibt aber auch immer mal wieder kurze Einschübe in einer anderen Schriftart, bei denen es sich um Briefe an Paul von einer Person namens K. handelt. Wer K. ist und was es mit den Briefen auf sich hat, werde ich euch hier jedoch nicht verraten, das müsst ihr schon selbst herausfinden.
Auch sonst möchte ich hinsichtlich der Handlung gar nicht weiter groß was sagen. Stellt euch einfach mal darauf ein, dass euch das Buch auf eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle mitnehmen wird und ihr es am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen mögt. Bei mir zumindest war es so, ich habe insgesamt eine sehr emotionale Zeit mit „Einfach nur Paul“ verbracht. Und wie ich es von Tania Witte gewohnt bin, hat sie mich auch dieses Mal mit einer für mich völlig unvorhersehbaren Wende zum Ende hin ziemlich aus den Socken hauen können. Was diesen Plottwist angeht, werde ich hier aber definitiv nicht weiter ins Detail gehen, da ich ansonsten ziemlich spoilern würde.

Der Ausgang der Erzählung hat mich ebenfalls zufriedenstellen können. Er ist passend und schließt den Roman rundum gelungen ab.

Fazit: Mitreißend, bewegend, authentisch und ehrlich. Eine wundervolle Coming-of-Age-Geschichte über die Suche nach der eigenen Identität und dem richtigen Platz im Leben.
Dies war mein viertes Werk aus der Feder von Tania Witte und auch mit diesem hat mich die deutsche Autorin vollauf begeistern können. Das Buch greift viele wichtige Themen auf und steckt voller Emotionen und Tiefgang, es ist ernst und unterhaltsam zugleich, großartig geschrieben und nicht nur ein Roman für Jugendliche ab 12 Jahren, sondern auch für erwachsene Leser*innen. Ich habe Paul nur zu gerne auf seinem Weg zu sich selbst begleitet und kann jedem nur empfehlen es mir gleichzutun. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!
Profile Image for JuliesBookhismus.
1,187 reviews
June 15, 2023
Absolut wundervoll und zeitgemäß
Anfangs dachte ich noch, dieses Buch geht um einen verwöhnten Teenager, der eben nicht bekommt was er will. Doch mit der Zeit ist es soooo viel mehr als das geworden.
Auf der Suche nach Liebe, Familie Zusammenhalt und sich selbst findet dieser wundervolle, aber auch nervige, Junge nicht nur zu sich selbst. Er findet so viel mehr, seine Familie vereint, seinen Traum ein Stück näher und dann fängt es auch noch an wie wild zu kribbeln.
Unfassbar toll, zeitgemäß und pädagogisch wertvoll. Dieses Buch sollte unbedingt als Schullektüre eingeführt werden. Es enthält so viel Aufklärung, Verständnis, Liebe und Freundschaft. Ich hatte so oft Gänsehaut und es hat mir soviel Emotionen entlockt.
Besonders Kinderund Teenager, die noch in der Findungsphase sind und Eltern, die sie dabei begleiten, sind bei diesem Buch absolut richtig! Totale Leseempfehlung!
Profile Image for Sibylle Paraquin.
Author 3 books3 followers
October 20, 2022
In einem Rutsch durchgelesen hat mir dieses Buch die Quarantäne erleichtert, ließ die Zeit vergehen und mich nicht ständig auf den Husten konzentrieren.

Was ich an "Einfach nur Paul" liebe:
🎧 Paul: Sein Dinge Tot-Denken kommt mir extrem bekannt vor...
🤓 Linn: Was für ein toller Name! Und überhaupt. Bei so einem Geschwisterverhältnis werde ich auch als glückliches Einzelkind neidisch.
🏳️‍🌈 Repräsentation ganz selbstverständlich und auch an Stellen, an denen ich sie nicht erwartet hätte.
🍺 Charlotte: Wie toll kann eine Mutter sein? Ja.
📝 Die Briefe im Notizbuch. Wie viel Schmerz dahinter ist. Schnief.
✏️ Den Stil, die Sprache, wie ich in Pauls Kopf hinein gezogen wurde.

Wer es bis hier noch nicht gemerkt hat: Unbedingte Leseempfehlung! 😁
Profile Image for Juliane Seidel.
Author 36 books33 followers
December 7, 2023
Story:
In Pauls Leben läuft alles schief – unglücklich in seine beste Freundin verliebt, die seine Gefühle niemals erwidern kann und als Leadsänger einer Rockband, die weit von dem entfernt ist, was er als Musik wirklich machen will, erfährt er auch noch, dass seine Mutter nicht seine leibliche Mutter ist. Angetrieben von dem Wunsch mehr herauszufinden, begibt er sich auf die Suche, nicht nur nach seiner Vergangenheit, sondern auch nach sich selbst. Denn zwischen der Hoffnung, seine beste Freundin doch noch zu gewinnen und herauszufinden, warum seine Mutter gegangen ist, ist er auf de Suche nach seiner eigenen Stimme und dem Weg im Leben, der ihm richtig erscheint …

Eigene Meinung:
Mit dem Coming-of-Age Jugendbuch „Einfach nur Paul“ legt die vielfach ausgezeichnete Autorin Tania Witte ihren neuen Roman im Arena Verlag vor. Auf knapp 300 Seiten behandelt sie verschiedene, wichtige Themen, darunter auch diverse queere wie Asexualität/Aromantik und Transidentität, ohne den Schwerpunkt darauf zu legen. Das Hauptaugenmerk bleibt bei Paul und den klassischen Themen des Heranwachsens: Wer bin ich, was macht mich glücklich und welchen Weg möchte ich zukünftig einschlagen.

Die Geschichte entführt die Leser*innen direkt in Pauls Leben, in dem einiges in Schieflage geraten ist und mit dem er spürbar zu kämpfen hat. Seine große Liebe kann Pauls Gefühle nicht erwidern, die Band, der er nur wegen seiner Liebe zu seiner besten Freundin Amira angehört, macht ihn von Probe zu Probe unglücklicher und die Beziehung zu seinem Vater könnte schlechter nicht sein, den die beiden scheint nichts zu verbinden. Die klassischen, jugendlichen Probleme, von dem man weiß, dass sie dazu beitragen, die Hauptfigur voran zu bringen und seinen eigenen Weg zu finden. Die Tatsache, dass seine Schwester bei einem Test seiner Blutgruppe herausfindet, dass seine Mutter nicht seine leibliche ist, bringt schließlich den Stein ins Rollen und sorgt dafür, dass Paul sich endlich mit seinem Leben auseinandersetzt, während er nach seiner Vergangenheit sucht.
Tania Witte legt ein klassisches Jugendbuch vor, dass Themen behandelt, die für Jugendliche immer präsent sind – Selbstfindung, Identität, Akzeptanz, Familienzugehörigkeit und Liebe. Die Geschichte ist sehr authentisch und realistisch gehalten, entsprechende moderne, zeitgenössische Elemente sind gut in die Geschichte eingewoben und bilden den passenden Rahmen um jugendliche Leser*innen abzuholen. Sehr schön sind auch die queeren Elemente eingewoben – gerade das Thema Asexualität und Aromantik wird gut und glaubhaft eingebaut, das Thema Transgender/Transidentität kommt erst am Ende des Buches zum Tragen. Das ist gleichzeitig auch das einzige Manko an „Einfach nur Paul“ – zum Ende hin wird es recht hektisch und endet nach der großen Enthüllung zu abrupt. Hier hätte man dem Thema, das Pauls Leben doch gravierend über den Haufen wirft, ruhig noch einige Kapitel Platz einräumen können, anstatt auszublenden und den Rest in einem Epilog zusammen zu fassen. Dadurch geht viel Potenzial, aber auch Emotionen und Gefühle verloren.

Die Figuren sind sehr realistisch und authentisch gestaltet, so dass man sie sehr gut nachvollziehen kann. Paul ist ein sympathischer Charakter, der aus nachvollziehbaren Gründen mit seinem Leben und auch mit seiner eigenen Identität zu kämpfen hat. Er reift sichtlich im Laufe der Geschichte, was für einen Coming-of-Age Roman essentiell wichtig ist. Auch die übrigen Figuren sind gut umgesetzt, allen voran seine beste Freundin Amira und seine jüngere Schwester Linn, die ihm auf seiner Suche nach der Wahrheit unterstützen. Die übrigen Figuren bleiben leider ein wenig blass, da sie nur selten aktiv in Erscheinung treten und sich eher im Hintergrund halten. Das ist schade, aber bei knapp 280 Seiten hat scheinbar der Platz gefehlt.

Stilistisch legt Tania Witte ein solides, sehr gut geschriebenes, zeitgemäßes Jugendbuch vor, dass durch realistische Figuren, eine authentische Handlung und entsprechend gut nachvollziehbare Dialoge besticht. Die Autorin hat ein Händchen für jugendliche Figuren, die ansprechend und glaubhaft in Szene gesetzt werden. Es ist bewundernswert, wie viele schwierige Themen auf den knapp 280 Seiten angesprochen und behandelt werden. Leider wirken einige Szenen rückblickend recht nüchtern, fast schon emotionslos und zum Ende hin wird die Geschichte leider zu überstürzt abgehandelt – 50 Seiten mehr hätten de Buch und den Figuren, allen voran Paul, sehr gut getan.

Fazit:
„Einfach nur Paul“ ist ein gelungenes Coming-of-Age Jugendbuch, das durch authentische, sympathische Figuren, eine solide, realistische Handlung und einen guten, zeitgemäßen Schreibstil besticht. Tania Witte spricht eine Fülle wichtiger Themen an – einige werden tiefgängiger behandelt, einige leider etwas oberflächlich – die viel Stoff zum Nachdenken und Diskutieren bieten. Bis auf das abrupte Ende bietet „Einfach nur Paul“ alles, was man sich von einem klassischen Jugendbuch wünscht – Selbstfindung, Identität, Akzeptanz, Familienzugehörigkeit und Liebe, und einen jugendlichen Erzähler, der herausfinden will, wer er eigentlich ist.
Profile Image for Buchdoktor.
2,438 reviews195 followers
January 25, 2023
Der 16jährige Paul singt in der Schul-Band „Going Under“, weil seiner besten platonischen Freundin Amira die Teilnahme der Band an einem Band-Casting wichtig ist. Das Casting gilt als Vorstufe zur Teilnahme am ESC. Der Icherzähler hält sich nicht für begabt genug und zeigt seine Identität als Girl-Magnet allein Amira zu Gefallen. Doch sein mangelnder Ehrgeiz könnte Amiras Traum zum Platzen bringen. Der Widerspruch zwischen Pauls Bühnen-Präsenz und seiner Zurückgezogenheit im Privatleben beunruhigt seine Eltern und der Dauerkonflikt mit seinem Vater Martin um Pauls Berufspläne (DJ oder Producer) setzt dem Stress noch eins drauf. In dieser Situation erfährt Paul eher zufällig, dass er nicht der biologische Sohn seiner Mutter Charlotte sein kann, als seine jüngere Schwester Linn für ein Schulprojekt die Blutgruppen der Familie Mérida untersucht. Könnte der Konflikt mit seinem Vater darin begründet sein, dass Paul „nicht dazugehört“, fragt er sich.

In einem parallelen Handlungsstrang schreibt eine Person „K.“ seit dessen Geburt jedes Jahr zum Geburtstag an „Mein geliebtes Kind“. Mit immer kürzer werdenden Abständen bauen die Briefe Spannung auf, aus welchem Motiv K. es damals zurückgelassen hat. Ebenso spannend bleibt die Frage, warum Paul Amira seit fünf Jahren liebt, obwohl sie Sex mit ihm damals bereits ausdrücklich ausgeschlossen hat. Während die Beziehung zwischen Paul, Linn und Mutter Charlotte sich in der Krise festigt, hat Martin Mérida deutlich damit zu kämpfen, sein Männerbild und sein Leistungsethos mit einem Sohn zu vereinbaren, der Glitzerklamotten und schrillen Nagellack trägt. Linn dagegen (Spitzname: Keks, Idol: Ruth Bader Ginsberg) zeigt sich als Fels in der Brandung, als sie die Familienfotos systematisch nach einer Spur zu Pauls biologischer Mutter durchsucht. Durch das Bashing einer bestimmten Person zu Anfang des Buches ahnt man als Leser:in zwar, wohin die Handlung sich entwickeln wird, der Weg dahin zeigt sich trotz der Ahnung jedoch kaum weniger spannend. Für Paul und seine Unterstützer:innen ist ein Weg voller Irrtümer und voreiliger Schlüsse zu bewältigen, ehe er das Rätsel seiner Herkunft lösen kann.

Aus wechselnder Perspektive erzählt, ein glaubwürdiger, berührender Roman einer Identitätssuche zwischen asexueller, nichtbinärer und trans Identität.
Profile Image for SasaRay.
927 reviews5 followers
December 2, 2022
Suchend. Fragend. Darüberhinausschauend. Leseerlebnis :
"Einfach nur Paul" wird aus der Perspektive des gleichnamigen Protagonisten in der Ich-Form erzählt. Dazu gibt es nach jedem Kapitel Briefe von K. an das geliebte Kind. Die Zusammenhänge erfährt man nach und nach.
Paul und auch die anderen Charaktere werden sehr gut gezeichnet, wobei ihm eindeutig die größte Aufmerksamkeit zufällt und er dadurch sehr facettenreich porträtiert wird. "Ich suche mich, ich finde mich" ist definitiv der zentrale Schwerpunkt.
Der Schreibstil von Tania Witte ist sehr einnehmend und schafft es problemlos einen an das Buch zu fesseln. Die Fragen häufen sich innerhalb der Erzählung und mit jeder Antwort kommen gefühlt drei neue Fragen hinzu.
Der Handlungsverlauf hat mir sehr gut gefallen und der Wechsel zwischen Kapiteln und Briefen schuf mir eine sehr gute Lesedynamik.
Es hat mir viel Freude gemacht nach und nach hinter das Geheimnis um Pauls Mutter zu kommen und dieses zu lösen. Allerdings war mir persönlich das Ende einfach ein wenig zu kurz und ich hätte Paul gerne noch ein wenig begleitet.
Fazit :
"Einfach nur Paul" ist ein ganz besonderer Coming-of-Age-Roman, der die Problematik des Heranwachsens zum einen sehr gut erfasst und zum anderen den Leser dazu bringt über den Tellerrand hinaus zu schauen.
Bewertet mit 4,5 von 5 Sternen
Profile Image for Malte.
246 reviews4 followers
November 9, 2022
Ok, ich bin etwas zu alt als Zielgruppe, aber ich hatte trotzdem meine Freude an dem Buch. Weil alle Figuren so sehr sie selbst sind, jede*r hat eine Besonderheit, und von allen ist Paul noch der Normalste, und dann doch wieder nicht, er macht halt nur einfach sein Ding, und das ist verdammt sympathisch. Stellenweise etwas vorhersehbare Story, wobei mich das Ende aber doch total überrascht hat - wow! Es entwirrt sich einiges, aber es löst sich nicht in alles in Wohlgefallen auf. Da ist das Buch realistisch, und das ist verdammt angenehm.

Offenlegung: Ich bin mit der Autorin bekannt.
Profile Image for Fromme Helene.
112 reviews9 followers
January 11, 2024
Sehr schöne Young-Adult-Geschichte mit sensiblem Umgang der queeren Themen. Ich mochte die Charaktere und besonders Pauls starke Innensicht. Manche Beats und Anglizismen waren für mich ein bisschen "too much". Aber was weiß ich schon von Jugendsprache. ;)

Und typisch für die Autorin die unerwartete Entwicklung zum Ende, die den Leser wie aus dem Hinterhalt anfällt. Klasse! Ich lese Tania Wittes Jugendbücher immer wieder gerne, obwohl ich nicht zur Zielgruppe gehöre.
Profile Image for Sarah.
79 reviews
August 25, 2023
4,5/5

Das Buch hat so viele wichtige Themen sehr gut angesprochen. Es war echt sehr sehr angenehm und spannend.
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