Für mich muss es nicht immer actionreich zugehen. Für mich reicht eine tolle Liebesgeschichte mit ein wenig Prickeln, Liebe und Humor aus. „His Secret Baby“ ist eine unheimlich süße Liebesgeschichte, die ich sehr gern gelesen habe. Sie hat mich unheimlich gut unterhalten.
Aber hier war es nicht nur die Liebesgeschichte von Deira und Cassius, die mich begeisterte, sondern das gesamte Paket, allen voran die Freundschaften sowie die kleine Tochter von Deira und Cassius, Makayla.
Die Protagonisten sind Deira und Cassius. Beide lernen sich in einem Luxus-Resort kennen, verbringen eine heiße Nacht zusammen. Doch sie kennen den Namen des jeweils anderen nicht. Daher kann Deira Cassius nie darüber informieren, dass er Vater ist. In einem verhängnisvollen Zusammenspiel von Zufällen begegnen sich die beiden wieder. Allerdings nicht ohne ein paar Komplikationen am Rande.
Deira ist eine tolle Protagonistin. Sie kämpft damit, über die Runden zu kommen und ihrer Tochter alle Möglichkeiten bieten zu können, die sie kann. Sie arbeitet in mehreren Teilzeitjobs, kümmert sich um ihre Tochter sehr herzlich. Sie ist aber zugleich sehr temperamentvoll und aufbrausend. Zudem versucht sie, ihrer Tochter Werte zu vermitteln und dass Geld nicht alles im Leben ist. Dafür steht sie auch ein und bietet später Cassius die Stirn.
Cassius ist dominant, arrogant, reich und gutaussehend. Er weiß, was er will. Doch er konnte Deira nie vergessen. Seine Versuche, sie zu finden, verliefen alle ins Leere. Er hat aber auch ein gutes Herz und ist verantwortungsbewusst. Ihm liegt viel an der Beziehung zu Deira, aber auch zu Makayla. Er ist sehr bemüht eine Beziehung zu seiner Tochter aufzubauen. Und das zeigt sich in mehreren Szenen auf sehr herzliche Art und Weise. Im Gegensatz zu Deira hat er noch Eltern. Doch von diesen ist er entfremdet. Zudem kämpft er darum, Deiras Selbstbewusstsein zu stärken und ihre beruflichen Fähigkeiten auszubauen, indem er ihr eine Stelle in seiner Firma vermittelt. Er unterstützt damit ihre Unabhängigkeit und gibt ihr damit die Möglichkeit, sich um sich selbst und die gemeinsame Tochter finanziell besser kümmern zu können. Allerdings ist Cassius wie Deira sehr stur, temperamentvoll und aufbrausend. Das sorgt für so manche explosive Stimmung zwischen den beiden. 😉
Neben den beiden Protagonisten gibt es noch eine paar sehr liebenswerte Nebencharaktere. Einer davon ist die 5-jährige Tochter von Deira und Cassius. Ich finde es schön, wie sie in die Geschichte mit eingebunden wurde. Es war schön zu sehen, wie sie ihren Vater kennenlernt und mit ihm eine Beziehung aufzubauen beginnt. Mir hat es zudem sehr gefallen, dass die Autorin sich dafür entschieden hat, die Entscheidung, ob sie ihren Vater kennenlernen und mit ihm Zeit verbringen möchte, der kleinen Tochter zu überlassen. Da hatte dann Deira als Mutter bei mir ein Stein im Brett. Sie hat sich dafür entschieden, mit ihrer Tochter die Situation zu besprechen und sie entscheiden zu lassen. Viele Eltern vergessen immer wieder, dass ihre Kinder selbstständig denkende Wesen sind. Natürlich kann man ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen, aber sie einem anderen Elternteil gegenüber negativ zu beeinflussen, wenn es dafür keinen (ersichtlichen) Grund gibt, finde ich immer schlecht. Kinder haben das Recht, ihre Eltern zu kennen, und zwar beide.
Ein anderer Nebencharakter, der mir sehr ans Herz gewachsen ist, ist die beste Freundin von Deira, Dani. Dani ist immer für Deira und Makayla da. Sie unterstützt sie, wo sie kann. Nicht nur mit einem Schlafplatz, sondern mit Rat und Tat. Sie puscht Deira und versucht, ihr Selbstvertrauen zu stärken. Sie hat auch immer ein offenes Ohr für sie und tritt für sie ein. Das finde ich toll. Ich mag die Freundschaft der beiden Frauen sehr, die gegenseitig füreinander einstehen und sich unterstützen. Diese Freundschaft hat die Geschichte wirklich bereichert.
Auch Cassius bester Freund Scott ist ganz nett. Aber auf ihn hätte ich noch verzichten können. Er war meistens nicht mehr als ein reiner Saufkumpan, bei dem Cassius seinen Frust herunterspülen konnte. Aber gut, auch solche Freunde haben ihren Vorteil. 😉 Immerhin steht Scott ihm zur Seite, wenn er ihn braucht. Allerdings herrscht zwischen den beiden Männern nicht eine so enge freundschaftliche Bindung wie zwischen Deira und Dani. Dennoch ist es gut, dass Cassius jemanden hat, an den er sich wenden kann.
Dieser verhängnisvolle Zufall des Wiedersehens ist mein erster Kritikpunkt. Deira konnte knapp 6 Jahre lang den Vater ihrer Tochter nicht ausfindig machen, obwohl er in derselben Stadt lebt und dann so ein Wiedersehen? Mit einem regelrechten Knall? Eher unwahrscheinlich. Gerade weil Cassius wohl ein so begehrenswerter und bekannter CEO sein soll. Da wirkt das Wiedersehen der beiden zu gekünstelt.
Und dann die Sache mit seiner Ex Michelle. Mal ehrlich. Die Frau hat keinen Grund sich in eine neue Beziehung einmischen, immerhin hat sie die Beziehung zu Cassius versaut. Warum sollte sie nach ihrer Handlungsweise ihm jetzt noch hinterherlaufen? Das finde ich unglaubwürdig und passt so gar nicht ins Konzept. Das hat mich wirklich gestört. Diese Frau war für mich nach dem ersten Viertel des Buches Geschichte und für sie hätte man keine weitere Zeile verschwenden sollen. Ohne diesen Dramapunkt hätte mir die Geschichte sogar noch etwas besser gefallen.
Der nächste, zu offensichtliche Aspekt war der mit dem Vorgesetzten von Deira. DAS hat sich natürlich angeboten und war klar, dass das noch thematisiert werden würde. Aber die Art und Weise wie es angefasst wurde, fand ich etwas unglücklich. Ich fand das Verhalten von Deira unprofessionell. Natürlich wäre man in ihrer Situation etwas überfordert, aber einfach seine Arbeit stehen und liegen lassen? Tut man nicht. Und erst recht nicht seinen Boss anfauchen. Unprofessionell ist da noch eine Untertreibung.
Und dann die Sache mit dem Detektiv. Mal ehrlich, was ist aus guter alter Kommunikation geworden? Kann man nicht erst einmal versuchen, einander kennenzulernen, anstatt einander auszuspionieren? Was ist mit Vertrauen? Wo kommt die Fixation mit dem Privatdetektiv her? Die fand ich übertrieben und absolut sinnlos. Ich hätte es besser gefunden, wenn Deira und Cassius endlich mal gelernt hätten, miteinander richtig zu kommunizieren. Das ist einer der Knackpunkte in ihrer Beziehung, der auf wackligen Beinen steht. Durch die mangelnde Kommunikation der beiden wirkt ihre Beziehung nicht so tiefgründig, wie sie könnte. Sie wirkt oberflächlich und teilweise lieblos. Es erfolgt für mich zu wenig Austausch der beiden miteinander über sich selbst, ihr Leben und ihre Vergangenheit. Man hat das Gefühl, dass die beiden sich eigentlich überhaupt nicht kennen.
Daher kommt das Ende für mich etwas überhastet daher. Man hat das Gefühl, dass sich die Protagonisten noch gar nicht richtig kennengelernt haben und schwupps schon sind sie in den Flitterwochen. Das wirkt alles übereilt und zu gekünstelt. Für die Beziehungsentwicklung hätte man sich mehr Zeit nehmen müssen, um eine glaubhafte emotionale Bindung zwischen den Charakteren zu schaffen. So wirkt sie bedauerlicherweise nur sehr oberflächlich.
Dennoch empfand ich „His Secret Baby“ als ein gelungenes, entspanntes Lesevergnügen mit viel Herz, ein wenig überflüssigem Drama und sehr sympathischen Haupt- und Nebenfiguren. Es hat mir Spaß gemacht, die Geschichte von Deira und Cassius zu lesen. Besonders die Einbindung der Tochter und der Freundschaften fand ich sehr gelungen. Gern werde ich wieder zu einem Buch der Autorin greifen, wenn ich nach einem entspannenden und wenig anspruchsvollen Lesevergnügen suche. Die braucht Frau schließlich auch! 😉
Hinweis: Ich habe das Buch dankenswerterweise als Rezensionsexemplar von der Autorin via Booksprout im Austausch für eine ehrliche Rezension erhalten.