Krawall und Kekse*
Shirley Jackson
liebevoll übersetzt von Nicole Seifert
" Unser Haus ist alt und laut und voll. Als wir einzogen hatten wir zwei Kinder und rund fünftausend Bücher." (S.7)
Dieser Satz könnte genauso gut von mir stammen und so ging es mir eigentlich das ganze Buch hindurch...immer wieder hatte ich das Gefühl uns selbst durch die Seiten scheinen zu sehen... Eigene Gedankengänge, gedacht in einem anderen Kopf, lange vor meiner Zeit.
"So leben wir jetzt, mein Mann und ich, unfreiwillig, als wären wir in einen Brunnen gefallen und hätten, da wir sowieso nicht mehr herauskommen, beschlossen, dass wir genauso gut bleiben und einen Stuhl und einen Tisch und irgendeine Lampe aufstellen können [...]. Ich wüsste nicht wie ich lieber leben würde,außer ohne Kinder und ohne Bücher, geräuschlos in einem Apartmenthotel, in dem für einen sauber gemacht und das Essen hochgeschickt wird und man nichts tun muss, außer auf dem Sofa liegen und - wie gesagt, ich wüsste nicht, wie ich lieber leben würde, ich musste aber, alles in allem, auch ziemlich viele Kompromisse machen."
Shirley Jackson schreibt so leicht und frisch, so brandaktuell und satirisch komisch, dass ich jede Seite geliebt habe. Ich habe gelacht wie selten bei einem Buch und mich so gefreut, dass es noch Literatur gibt, die die Mutterrolle zwar nicht verklärt oder idealisiert, aber auch nicht und das ist mir besonders wichtig, so bitterernst dramatisisiert, wie heute in allzuvielen Büchern.
Danke an den @arche_verlag für diese Entdeckung.
5 von 5 🌟