Im Königreich Winter wird die alljährliche Ballsaison eröffnet, trotz des Krieges, unterdeck die einfachen Bürger Winters leiden. Während des Fest kommt es zu einem Anschlag, den die königliche Familie nur knapp überlebt. Von da an hat die Eisprinzessin Mariya fürchterliche Albträume, die sie als Warnungen für die Zukunft deutet. Als ihr Kindheitsfreund Koray ihr dann noch ihren Befürchtungen über die miserablen Zustände ihres Volkes bestätigt, entschließt sie sich zur Tat zu schreiten und sich den Nihilisten anzuschließen, um ihrem Volk zu helfen. Dabei ahnt sie jedoch nicht, dass ihre Handlungen eine fatale Kettenreaktion auslösen, die das Ende für ihre Familie und ihr ganzes Reich bedeuten könnte.
Maya Shepherd kreiert in „Eisiges Gold“ eine faszinierende Welt, welche auf eine Art hyperrealistisch im Stil des Zarenreich ist, aber auch einige magische Einschläge besitzt. So wird deutlich oft deutlich, dass die Zarenfamilie der Romanoffs eine Inspirationsquelle ist.(Was wird im Nachwort auch offengelegt und das dies kein historisch korrekter Roman sein soll/ist.) So fängt die Autorin eine ganz besondere eigne Magie ein und erschafft eine eigne originelle Welt. Dabei finde ich besonders die Aufteilung der Welt in die verschiedenen Reiche, welche jeweils wie einer der uns bekannten Monate benannt ist, überaus spannend und einfach nur cool. Zwar war es als erstes etwas befremdlich einen Monat als Landbezeichnung zu lesen, doch das hat sich bei recht schnell gelegt.
Außerdem finde ich die Art, wie hier die Fantasy-Elemente einbezogen wurden faszinierend, da zu Anfang eher schlicht mit diesen gehalten ist, was zumal daran liegt, dass die Magie generell aus dem Reich Winter verschwindet, doch umso tiefer die Geschichte einen in ihren Bann zieht, desto magischer wird es. Beziehungsweise ist die dortige Magie von eher finsterer Natur, was sowohl Spannung bringt, wie auch eine obskure Faszination inne hält.
Die Protagonistin Mariya scheint auf den ersten Blick eine einfache gutgläubige Prinzessin zu sein, da sie sich den Missständen des Volkes nicht bewusst ist, doch mit der Zeit wird immer deutlicher, dass sie schlicht weg fast völlig von der Außenwelt abgeschottet worden ist im Winterpalast, wobei dieser Umstand nicht mal eine feindselige Intention verfolgt, sondern lediglich eine Schutzmaßnahme, aufgrund des vor sich wütenden Kriegs. Somit ist es überaus verständlich, dass Mariya überrascht über die miserablen Umstände des Volkes ist. Wiederum ist es dann beachtlich, dass sie dann auch wirklich aktiv versucht etwas da gegen zu unternehmen. Zuerst, indem sie versucht mit ihrem Vater, dem Winterkönig, darüber zu sprechen und ihn zum Handeln zu bringen, und dann, nachdem dieser sich weigert, durch die Nihilisten. Es wird immer wieder deutlich, dass sie nur das beste für ihr Volk will, wobei sie durch ihre Bemühungen ebenfalls in eine Zwickmühle gerät, da die Königsfamilie kein hohes Ansehen mehr haben in der Bevölkerung und im besonderen bei den Nihilisten, weswegen es weiter Anschläge auf ihre Familie gibt, wodurch ihr Vertrauen in diese Gruppierung zerrüttet wird. So steht sie zwischen ihren Bestrebungen dem Volk zu helfen und der Schutz ihrer Familie und die Art, wie dieser Konflikt dargestellt wird, ließ mich einerseits mitfiebern, andererseits kann ich sie recht gut nachvollziehen und verstehen.
Das kommt auch, durch die detailreiche Beschreibung der Dynamiken innerhalb der Familie und seinen Mitgliedern. Im Prinzip ist die Familie Wintera ein chaotischer Haufen mit viel Verantwortung, der unter äußerlichen wie auch innerlichen Druck steht und versucht sein Reich und seine Famile aufrecht zu enthalten. Dabei mag ich besonders die Beziehung zwischen ihrer Schwester Anastasia und die mit Odessa. Da z.B Anastasia immer auf irgendeine Art eine Stütze für Mariya ist, wobei sie auf eine Menge Frohsinn in Mariyas Alltag beiträgt, allgemein ist sie ein cooler Charakter. Die Beziehung von Odessa und Mariya durchläuft, im vergleich von der von ihr und Anastasia, mehr Entwicklung, während der Geschichte. Zunächst ist Odessa eher kühl und auf ihre Aufgabe als Eisprinzessin fokussiert und behandelt Mariay, wie eben eine naive ahnungslose kleine Schwester (was sie zu beginn auch etwas war), doch nachdem Mariya sich ihr anvertraut bezüglich einer gewissen Sache (aus Spoilergrund mal nicht näher benannt),steht Odessa zu ihr und versucht für sie dazu sein.
Die Beziehung von Mariya und ihrem Kindheitsfreund Koray fand ich süß und ich kann gut verstehen, wie es zu deren kleinen Lovestory kommt, doch hat mir da persönlich ein wenig das Feuer gefällt ^^, was aber auch daran liegen kann, dass die Lovestory hier allgemein nicht groß in den Fokus gesetzt wird, was wiederum nicht schlimm ist, da die Intrigen innerhalb des Königshauses mehr als aufregend genug sind.
Alles in allem ein spannender Reihenauftakt, der den Zauber des Winter einfängt, mit einer faszinierenden Protagonistin wie auch einem fesselndem Wordbuliding.