Während mir der erste Dobelli-Band (klares Denken) gut gefallen hatte, sind mir hier einige Fehler und Argumentationslücken aufgefallen.
Der Autor führt immer wieder soziobiologische Argumente an, etwa daß unser Gehirn sich evolutionär zur Maximierung des Fortfpfanzungserfolgs und nicht zum Erkennen von Wahrheiten entwickelt habe. Dem einfachen Gegenargument, das Gehirn als all-purpose-Computer könne die eine Aufgabe vielleicht so gut wie die andere erledigen, stellt er sich nie.
An anderer Stelle heißt es, es gäbe 1000e Bücher, wie mit Risiken, aber keines darüber, wie mit Unbestimmtheit umzugehen sei. Hat der Mann von Bayesscher Statistik, die sich in den letzten 10, 20 Jahren durchgesetzt hat und durch Autoren wie Nate Silver allmählich auch populärwissenschaftlich verbreitet wird, überhaupt nichts mitbekommen?
Dabei hat er sonst- lobenswerterweise - keinen der exzellenten Sachbuchbestseller von Taleb, Kahnemann & Co. unausgeschlachtet gelassen.
Trotz allem: nette Badezimmerlektüre.