»Es ist ihr Traum, auf den großen Weltbühnen zu tanzen. Doch dieser Traum tötet sie.«Ein ermordetes Mädchen, als Ballerina auf zugefrorenem Eis drapiert. Eine merkwürdige Nachricht, an die Stirn des Opfers gepinnt. Kriminalkommissar Marcel Schweißer und sein Team jagen einen perfiden Mörder.
Die Hinweise führen die Ermittler in eine Ballettschule, in der das getötete Mädchen trainiert hat. Die Besitzerin, Nina Renner, war vor dreizehn Jahren das Opfer einer besessenen Ballettlehrerin, die zwei Jugendliche unter grausamer psychischer Folter zu Starballerinen machen wollte. Doch ihr Plan scheiterte mit Ninas Flucht. Ist die Entführerin zurückgekehrt, um ihr Werk zu vollenden? Oder rufen die Dämonen der Vergangenheit in Nina das Schlimmste hervor?
Ein bösartiger Thriller, der Manipulation und kranken Hass vereint und mit dramatischen Wendungen überzeugt.
Eiskalter Tanz ist der dritte Teil der Reihe rund um den ehrgeizigen Kommissar Marcel Schweißer. Die Fälle der Reihe sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden. Die Hintergrundgeschichten des Ermittlerteams entwickeln sich stetig, sind in den Folgebänden zum besseren Verständnis jedoch kurz angerissen. 1. Verdorbene Brut 2. Teil: Gefährliche Angst 3. Eiskalter Tanz 4. erscheint im Sommer 2023
Carmen riss die Augen auf. Sie nickte. Zumindest war es ein kläglicher Versuch, den Kopf zu bewegen, denn die Frau presste ihn tief in den Schnee. Neben den Ohren knarzte dieser. Carmens Körper brannte von der Kälte. »Schaffst du es, den Schmerz des Eises fortzuatmen?« Carmen schloss die Augen und versuchte, ruhig Luft zu holen. Doch die Panik in ihr hinderte sie. Eine gefühlte Ewigkeit verging, ihre Lungen protestierten schmerzhaft. Dann ließ der Druck nach. Die Frau erhob sich, zog Carmen hoch. »Komm schon, kleine Ballerina. Beginnen wir mit dem Training.« Zitternd folgte Carmen ihr ins Haus. In ihrer Kehle brannte Galle. Die Frau brachte sie wieder hinunter in den Keller. Carmen sah eine Tür, die von außen abgeriegelt war, als wäre es eine Gefängniszelle. Durch eine schmale Luke erkannte sie einen Schatten. »Geh weiter!« »Ist dort ein weiteres Mädchen drin?«, fragte Carmen zögerlich, darauf eingestellt, die Frau noch wütender zu machen. Doch sie musste es einfach wissen. »Kümmere dich um deinen Auftritt.« Die Frau schubste sie in das kleine Kellerzimmer. »Du trainierst alle Drehungen und Sprünge, die du bisher gelernt hast, bis ich stopp sage. Kein Wasser am Waschbecken trinken. Nicht hinsetzen. Das Zimmer ist videoüberwacht, also versuch nicht, mich für dumm zu verkaufen.« Carmen nickte. Die Frau ging hinaus. Dann ertönte die Musik vom Schwanensee erneut.
Inhalt Zwei Teenie-Mädchen verschwinden spurlos. Beide sind leidenschaftliche Balletttänzerinnen. Jahre später taucht eine der beiden wieder auf - völlig verstört - ihre Freundin: tot. Marcel Schweißer wird zu einem grausamen Tatort gerufen: ein weiteres Mädchen ist tot. Dieses Mal drapiert in einer Ballettpose aus dem Schwanensee, auf einem zugefrorenen See, im Tutu, an ihre Stirn ist eine ominöse Nachricht gepinnt. Was haben die alten und neuen Fälle gemeinsam? Und was ist damals wirklich geschehen? Schweißer und seine Truppe haben alle Hände voll zu tun, denn der Mörder hört nicht auf. Und er ist schnell.
Thema und Genre Wieder ein gekonnter Psychothriller aus der Reinhardt-Feder. Hier geht es brutal zu. Viel Blut, viel Gewalt, nichts für schwache Nerven. Noch dazu ist es echt anspruchsvoll.
Charaktere Marcel Schweißer ist zurück. Mental gestärkt, privat glücklicher denn je und doch holen ihn immer wieder die Dämonen der Vergangenheit ein. Auch die zweite Hauptfigur Nina Renner wird von ihrer Kindheit heimgesucht. Ihre traumatischen Erlebnisse machen ihr sehr zu schaffen. Da gibt ihr ihre Ballettschule Halt und Stabilität. Mit Feuereifer und viel Disziplin kümmert sie sich um ihre Schützlinge. Doch es dauert nicht lange und die aktuellen Ereignisse holen sie unsanft in die Realität. Ihre Entwicklung mitzuerleben hat unglaublich viel Spaß gemacht.
Handlung und Schreibstil Dieser Plot ist Dynamit. Es war mir wiedermal ein Fest, Marcel Schweißer zu begleiten. Viele Twists haben mich mal wieder an der Nase herum geführt. Dabei war es aber immer gut verständlich und leicht verfolgbar. Der Schreibstil kommt mir dieses Mal etwas gehobener vor. Die Autorin probiert sich aus und schafft dabei das fast unmögliche. Es ist eine Geschichte entstanden, die zugleich eine Hommage an einen tollen und anspruchsvollen Sport darstellt, aber zugleich auch die Strapazen der Sportler*innen aufzeigt. Und die können im Ballett immens sein. Das alles verpackt in einen ultra-spannenden (Psycho-)Thriller und es ist vollbracht. Die Schreibtisch-Täterin hat wieder zugeschlagen.
Fazit Eine unfassbar spannende und zugleich traurige Geschichte, die es so in diesem Setting noch nicht gab. Allerdings sollte man hart im Nehmen sein. Vollends verdiente 5 🌟 und eine absolute Leseempfehlung.
Mein Eindruck: Andrea Reinhardt gehört für mich zu den Must-Reads im Thrillergenre, so dass ich es kaum erwarten konnte, dass ihr neustes Buch bei mir einzieht. Kaum war es auf meinem Reader, habe ich schon mit dem Lesen begonnen. Schließlich lässt man Marcel Schweißer nicht lange warten.
Der Einstieg gelang mir hier ohne weiteres und ich war sehr schnell mitten drin in der Geschichte. Die Spannung ist von Anfang an da und zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Durch den locker leichten Schreibstil flog ich nur so durch das Buch. Die bildliche Darstellung der Autorin sorgte zeitgleich, dass ich mir alles gut vorstellen konnte und ein regelrechtes Kopfkino hatte, so dass ich das Buch sehr ungern aus der Hand legen konnte.
Die Autorin versteht es, die Handlung so zu konstruieren, dass der Leser durch die immer wieder wechselnden Perspektiven bis zum Schluss nicht wirklich sagen kann, wer denn jetzt der Täter ist und am Ende so richtig überrascht wird.
Aber Spannung, Nervenkitzel und ein schöner Schreibstil sind nicht alles, was dieses Buch für mich so besonders macht. Es sind auch die verschiedenen Emotionen, die die Autorin mit der Geschichte an die Oberfläche gebracht hat. Wie zum Beispiel Traurigkeit, was Nina Renner alles erdulden musste, Wut auf die Entführerin und Trauer um die Opfer.
Ich persönliche brauche eine düstere und beklemmende Grundstimmung, damit ich mich so richtig gut fallen lassen und den Thriller auch genießen kann. Und das habe ich hier definitiv bekommen. Wobei ich zugeben muss, dass ich bei Andrea nie daran zweifle, da sie eine der wenigen ist, die die Stimmung so dem Leser rüberbringen können, dass sie auch wirklich gefühlt wird.
Gut ausgearbeitete Charaktere findet man hier auch. Die Entwicklung von Marcel Schweißer geht mit jedem neuen Buch weiter und macht ihn sympathischer und authentischer. Aber auch der Rest wirkt auf mich sehr authentisch in ihren Rollen und machen sie auf die ein oder andere Art sympathisch.
Fazit: Spannung, Nervenkitzel, gut durchdachte Charaktere in Verbindung mit einer düsteren und beklemmenden Stimmung bekommt man mit „Eiskalter Tanz“. Thrillerleser kann ich dieses Buch nur empfehlen und kann es kaum erwarten, bis der nächste Reinhardt Thriller erscheint.