Benjamin Grossman hat es geschafft, so glaubt er: Einst in einem Pariser Problemviertel aufgewachsen, ist er als Europachef des amerikanischen Streaming-Anbieters BeCurrent, vergleichbar mit Netflix, in die Stadt zurückgekehrt. Ein kleiner, banaler Fehler zieht aberwitzige Folgen nach sich: Er verliert sein kostbares Handy - mit George Clooneys Privatnummer! - oder wurde es ihm gestohlen? Der Junge, den er als Dieb verdächtigt und gegen einen Eisenzaun geschubst hatte, wird am nächsten Morgen tot aufgefunden. War er Schuld daran?
Eine junge, türkischstämmige Polizistin tritt dem Toten, den sie für betrunken hält, in die Seite. Ein zusammengeschnittenes Video davon geht viral: Ganz Paris, die dauererregte Stadt der sozialen Gegensätze, der Reichen und Geflüchteten, der Migranten und Medienmogule, ist in Aufruhr – und die sozialen Medien wirken als Brandbeschleuniger. In einer Art Victor Hugo-Roman 2.0 über Paris als eine Weltstadt des radikalen Wandels erzählt Négar Djavadi in dieser rasanten Geschichte von Menschen unter Druck, von Siegern und Besiegten, von einer Jugend, die keinen Schutz mehr zu genießen scheint, und von einem Erfolgszwang, der immer neue Opfer fordert.
Négar Djavadi was born in Iran in 1969 to a family of intellectuals opposed to the regimes both of the Shah, then of Khomeini. She arrived in France at the age of eleven, having crossed the mountains of Kurdistan on horseback with her mother and sister. She is a screenwriter and lives in Paris. Disoriental is her first novel.
Als Nicht-Französin kann ich nichts zu dem Setting sagen, aber generell hat mich dieses Buch sehr gefesselt und aufgewühlt. Die Charaktere sind sicherlich absichtlich überzeichnet, aber viele Mechanismen von viral gegangenen Ungerechtigkeiten und folgender Eskalation kennen wir natürlich auch selbst. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll, dass zum Beispiel zwei der Charaktere, die eindeutig Täter sind, so einfühlsame POV-Kapitel bekommen haben. Auch die Reproduktion von rassistischer und sexistischer Sprache, nur um die Einstellung des Charakters zu verdeutlichen, finde ich unnötig und schwierig. Was meiner Meinung nach hängen bleiben sollte, ist eine Erinnerung daran, wie pervers es ist, in irgendeinem EU-Land zu leben und abgestumpft zu sein in Hinblick auf die verbrecherischen Praktiken gegenüber Geflüchteten oder generell zu uns gekommenen Menschen. Ob sie nun buchstäblich vor unserer Haustür oder weniger sichtbar an den Meeren leben und sterben, unsere Ignoranz zeugt von einer gewissen Entmenschlichung und das wurde für mich hier gut aufgerüttelt.
Une enfilade de clichés, des personnages stéréotypés ou caricaturaux, un ton donneur de leçons pour une histoire sans originalité et une écriture assez plate. La fin est un peu plus efficace.
Je n’ai pas trop aimé le début, culotté de commencer le récit avec un personnage comme Benjamin Grossman. Tellement pas accroché d’ailleurs, que je l’ai laissé tomber pendant 2 ans. Et puis la mayonnaise prend.
Je ne sais pas si j’aime tant ce récit car il doit beaucoup à son hyper-localisation, dans un lieu que je connais bien.
Quatre ans après le succès de Désorientale, Négar Djavadi revient avec un second roman choral très différent, mais tout aussi poignant. Plongée surprenante dans une arène, celle de Paris. > http://untitledmag.fr/rentree-littera...
Je ne l'ai pas fini, pour le moment, j'abandonne cette lecture. Je n'arrive pas à rentrer dedans, à m'attacher aux personnages. Peut-être que ce n'est pas le moment...
Un peu déçue, j'avais adoré le précédent roman de Négar Djavadi...
Ein ausdrucksstarker Roman über die Gesellschaftsschichten von Paris
Worum geht’s? In einem kleinen Laden wird Benjamin Grossmanns Handy gestohlen. Er verfolgt den Jugendlichen, den er als Täter vermutet, um ihn zur Rede zu stellen. Am nächsten Tag wird der Junge von einer Polizistin tot aufgefunden, die mit einem Fußtritt versucht, den vermeintlich Bewusstlosen zu wecken. Kurz darauf geht ein Video über diese angebliche Polizeigewalt viral.
Meine Meinung: In ihrem Gesellschaftsroman „Die Arena“ beschreibt Négar Djavadi eindrucksvoll die Gesellschaftsschichten in Paris. Ihr Schreibstil lässt die unterschiedlichen Milieus lebendig werden. Die Viertel der Reichen, der Ärmeren, die Gangs und die Lager der Immigranten.
Mit Benjamin Grossmann lernen wir die gehobene Pariser Schicht kennen. Er stammt aus einem ärmeren Viertel, in dem seine Mutter noch immer wohnt. Zu ihr hat er kaum mehr Kontakt, hat ein neues Leben begonnen. Ohne Sorgen. Es ist so schön wie schade zu sehen, wie er und seine Mutter tief verbunden sind und sich dasselbe voneinander wünschen, ohne es auszusprechen. Mit Asya Baydar erleben wir die Mittelschicht. Sie ist Polizistin und gerät aufgrund eines zusammengeschnittenen Videos, das viral geht, in den Mittelpunkt von Ermittlungen wegen Polizeigewalt. Sie, die als Ausländerin und eine der wenigen Frauen bei der Polizei zu einer Minderheit zählt, die sich hart hochgearbeitet hat und alles gibt erlebt, wie schnell das Leben durch ein kurzes Video zerstört werden kann. Und mit Camille alias @corky und den Jungs aus ihrem Viertel erleben wir die ärmere Schicht. Die Gangs. Anhand von ihnen und den Immigranten, wie z.B. Amir, zeigt Négar den Kampf ums Leben und Überleben. Und mit dem Journalisten Stéphane Jahanguir sehen wir, wie der Erfolgsdruck und Drogen ein Leben beeinflussen können.
Am Anfang habe ich etwas gebraucht, um in das Buch hineinzukommen, da die ersten Kapitel zwischen den unterschiedlichen Hauptprotagonisten doch etwas gesprungen sind. Als ich alle dann zugeordnet hatte, war das Buch aber umso spannender. Die Autorin hat uns mit hineingenommen in das bunte Leben von Paris. Mit Camilles Video haben wir gesehen, wie schnell man seine 5 Minuten Ruhm bekommt, wie schnell Leben zerstört werden können und wie schnell alles wieder vergessen ist. Und wir haben erlebt, wie Eskalation entsteht und die Leute aufgehetzt werden. Gut haben mir auch die unterschiedlichen Darstellungen der Arrondissements gefallen, nur ein paar Blocks auseinander und schon ist man in einer komplett anderen Welt. Das Buch ist ein Roman, der die Gesellschaft Paris auf wunderbare Weise widerspiegelt und uns am Leben einzelner Personen teilhaben lässt. Es gibt spannende Momente, es gibt Morde, es gibt lebensverändernde Ereignisse und es ist von Anfang bis Ende wirklich interessant zu Lesen. Man merkt, dass die Autorin in dieser Stadt lebt und einen tiefen Einblick hat – dieses Buch atmet Paris!
Fazit: Négar Djavadi lässt in ihrem Gesellschaftsroman „Die Arena“ Paris lebendig werden. Wir erleben die Stadt und ihre unterschiedlichen Milieus. Mit Benjamin Grossmann lernen wir die wohlhabende Bevölkerungsschicht kennen. Und wir sehen, wie eine Verwechslung ein ganzes Leben ändern kann. Ein bisschen leidgetan hat mir, dass er und seine Mutter dasselbe voneinander wünschen, es sich aber nicht auszusprechen trauen. Dass die beiden eigentlich eine tiefe Verbindung haben, die aber versteckt ist. Mit Camille erleben wir, wie schnell man mit einem Video 5 Minuten Ruhm erlangt. Und wie ein Video, das viral geht, Leben zerstören kann, obwohl es die Allgemeinheit schon einen Tag später wieder vergessen hat. Mit ihr bekommen wir auch einen Eindruck in die Welt der dort lebenden Immigranten und den Drogenhandel. Und anhand der Polizistin Asya, genannt Sam, erleben wir, wie gegen Polizeigewalt vorgegangen wird. Und wie mit gezielt geschnittenen Videos Leben zerstört werden können. Das Buch gibt ein eindrucksvolles Bild von Paris ab und ist zugleich spannend, erhellend und wirklich interessant zu lesen. Lediglich am Anfang hatte es einige Längen, bis ich in dann in die Geschichte eintauchen konnte.
4 Sterne für diesen spannenden Gesellschaftsroman über eine lebendige Stadt der Unterschiede und Kulturen!
"Wer noch nie in Paris war, wer nur an Postkarten oder die prunkvollen Panoramen französischer Exportfilme denkt, kann sich nicht vorstellen, dass dieses Vierte [...] nur dreißig Gehminuten vom schicken Marais entfernt liegt. Anders als auf den weichgezeichneten Bildern sind wir hier am Nullpunkt [...] angelangt."
Négar Djavadi nimmt ihre Leser mit in den Osten von Paris - gar nicht so weit entfernt von den Sehenswürdigkeiten der Stadt leben hier Migranten, die Menschen mit kleinem Einkommen und die illegalen Geflüchteten. Alle Figuren, die Teil des vielfältigen Tableaus in diesem grandiosen Gesellschaftsroman sind, haben einen Bezug zur Cité. Entweder sind sie hier aufgewachsen und der Armut entkommen, wie im Fall des Streaming Dienst Managers Grossmann. Oder sie versuchen dort auf der Straße zu überleben wie Amir, der exemplarisch für die vielen Geflüchteten steht. Dann ist da noch Sam, eine junge Polizistin mit türkischen Eltern, die Tag für Tag von den Law-and-Order-Erwartungen der einen Hälfte der Gesellschaft und den Vorwürfen von Polizeigewalt von der anderen Hälfte aufgerieben wird. Über 460 Seiten gibt die Autorin Ausschnitte aus dem Leben vielen Bewohner der Stadt. Mal gehen diese Einblicke sehr tief (Grossmann und seine Familie) oder bleiben wie im Falle einer Gerichtsmedizinerin oder eines chinesischen Einwanderers an der Oberfläche. Dennoch kreuzen sich alle Lebenswege, als nach dem vermutlichen Mord an einem Jungen aus dem Viertel und sein Auffinden durch die Polizei Frust, Gewalt und Ablehnung in der Cité Rouge / Belleville überkochen.
Obwohl der Roman durchaus eine Hauptstory hat, scheint mir der Kriminalfall hier gar nicht so sehr im Vordergrund zu stehen. Vielmehr weckt der Text den Eindruck, eigentlich eine Serie zu schauen - nur eben in Buchform statt in bewegten Bildern. Sicherlich spielt dort hinein, dass die Autorin Drehbuchautorin ist und viel Wissen aus dem Bereich der Filmbranche mitbringt. Das hilft nicht nur, die vielen Charaktere mit Bezug zur Filmbranche treffend darzustellen. Ihre Erzählweise wird selbst oft zum Filmischen Erzählen: Etwa dann, wenn der Roman mit einer Actionszene beginnt oder wir auf eine vermeintlich unbeteiligte Person zoomen und uns plötzlich in ihren Gedanken wiederfinden. All das kann ich mir sehr gut auf der Leinwand vorstellen. Diese Erzählstimme ermöglicht es auch, viel über die Figuren zu erzählen, ohne das direkt sagen zu müssen. Nach dem klassischen Show-don´t-tell-Prinzip werden die Männer und Frauen im Roman durch ihr Umfeld, ihren Besitz und ihren Umgang mit anderen charakterisiert.
Oft hatte ich beim Lesen dein Eindruck, dass die Aussagen über Serien und Filme auch ein Kommentar zum Werk selbst sind. So wird an mehreren Stellen betont, dass die Charaktere in Serien immer komplexer werden, mehrere Handlungsstränge parallel laufen und Moral nicht mehr eindimensional verhandelt wird. Grossmann selbst vergleicht sich mit den Figuren aus seinem Film. Mir hat diese Anlage - genauso wie der Metakommentar - sehr gefallen. Auf diese Weise gelingt es der Autorin, auch politisch heikle Themen wie zum Beispiel religiöse Konflikte im Nahen und Mittleren Osten zu verhandeln, ohne platt zu wirken, zu vereinfachen oder Partei zu ergreifen.
Das heißt jedoch nicht, dass Djavadis Roman unpolitisch wäre. Ganz im Gegenteil: Belleville zeigt Menschen in den verschiedensten Lesarten von Exil lebend. Es geht um den Frust, der sich aus den Pariser Vorstädten Weg in den inneren Stadtring bahnt. Es geht darum, wie Polizei, Politik und Mittelschicht mit diesen Menschen umgehen wollen und sollen. Anhand dieser Komplexität wird bereits deutlich, dass der Roman mit einem offenen Ende schließen muss. Denn eine einfache Antwort lässt sich nicht finden und würde dieses grandios gezeichnete Bild Paris verwässern. In diesem Zusammenhang liest sich "Die Arena" auch wie ein Art Gegenroman zu Houellebecqs Roman "Unterwerfung", der mit den Ängsten vor dem Fremden, insbesondere der Islamisierung, spielt. Djavadis zeigt mit ihrem Buch - gleichsam als Gegenstück- zwei Dinge: Zum einen sind die Menschen, über die gesprochen wird, längst da. Und zum anderen wird viel über sie geschrieben, aber ihre Geschichten werden nicht wirklich erzählt.
Fazit: Der Roman ist nicht nur thematisch spannend, sondern auch handwerklich meisterhaft gemacht. Zwar wird die Hauptstory nur sehr langsam erzählt, dafür taucht man tief ein in die Charakterwelt der Figuren. Eine absolute Leseempfehlung.
Le précédent roman de l’auteure Désorientale, ne m’avait pas spécialement plu.
J’entrais donc dans le roman sans à-priori. Et je l’ai dévoré !
L’auteure précise en début de roman que l’action se déroule dans un quartier précis de la capitale : l’Est parisien, mais qu’elle a pris des libertés avec la géographie locale. Tant mieux, moi qui ne connait pas particulièrement bien Paris, j’ai pu aisément m’y retrouver.
La mise en place est un peu longue : une cinquantaine de pages pour présenter les personnages et l’action principale, mais sur 425 au total, finalement, c’est peu.
Et puis certains personnages apparaissent aussi en cour de route, car ce roman est foisonnant.
Foisonnant également car, si le point de départ est la mort du jeune Issa une nuit, d’autres histoires viennent se greffer sur cette première histoire principale (Ariane et son mari Benjamin ; Thérèse la petite fille qui seule parle français dans sa famille ; Cathy la mère de Benjamin qui accueille un réfugié…).
Mais ce que j’ai surtout aimé dans ce roman, c’est qu’il donne un instantané sur 4 jours de notre société.
Benjamin qui travaille pour une société type Net-flix : jeune cadre dynamique qui ne vit que pour son boss à qui il voue un culte. Mais qui se rend compte qu’il est complètement déconnecté de ce qu’il se passe dans sa ville.
Cathy, qui accueille un réfugié hors de tout cadre, avec tout ce que cela implique.
Stéphane, père musulman, qui tente de monter sa chaine de télévision autour de la culture musulmane et qui intervient sur les plateaux télés.
Camille, la jeune fille qui filme la découverte du corps d’Issa et la poste sur les réseaux sociaux, ce qui déclenche des réactions en chaîne.
Sam, la jeune policière turque, qui découvre le corps et a un geste malheureux ; sa famille turque habitant l’Alsace.
J’ai aimé que l’auteure place des repères historiques dans sa narration. Ainsi, ce fameux quartier de l’est parisien était au paravent le lieu du gibet de la capitale : le gibet de Montfaucon, symbole de la peine de mort et de la cruauté judiciaire.
La série créée par Benjamin Another us sert de fil rouge à la narration, car tout le monde connait et aime cette série.
De même, de nombreuses marques de vêtements sont cités, des médicaments, et des titres de films ou de romans inventés : nous vivons au milieu de publicités permanentes.
L’auteure a su créer une atmosphère particulière (et ça j’adore) qui ne vous lâche pas, même une fois le roman refermé.
Un roman passionnant de bout en bout et qui offre une vision fine de notre société hyper-connectée aux réseaux sociaux.
Quelques citations :
Des centaines de milliers d’euros d’argent public dilapidés, plus de deux cent personnes au chômage du jour au lendemain. Deux cent personnes pour cinq malheureuses phrases ! (p.182)
Tout n’est que guerre. Partout. A chaque seconde. Guerre de territoire. (p.207)
(A propos des politiques) Ces « n’importe qui » inconsistants et creux, qui n’ont même plus le courage de descendre dans l’arène tels qu’ils sont, mais se présentent poudrés et magnifiés de pied en cap par des hordes de communicants. (p.316)
Et quand la gangrène s’installe (…) et que personne, nulle part, ne se sent ni responsable ni comptable de rien, alors vient le moment où l’infection finit par gagner tout le corps.Et le barrage cède. (p.374)
(A propos des migrants) Personne ne réalise à quel point ces gamins sont perturbés. Non seulement ils sont tous nés sous la guerre, mais leurs parents aussi. Ils n’ont connu que ça. La destruction et la mort, en boucle. Et on voudrait qu’ils réagissent comme nous. (p.411)
L’image que je retiendrai :
Celle de ce quartier particulier à cheval sur 4 arrondissements : les pouvoirs publics se renvoient donc la balle.
The tale of a high-achieving young man from the banlieu who's become a big player at a Netflix-like global entertainment brand, suddenly confronted by an eruption of violence in the Parisian suburbs, the unfolding of which is observed by a series of local characters, activists and troublemakers
It's a perfectly good portrayal of that setting , but it's so irredeemably bleak, it offers little reward to the reader. It's a setting, too, that I've already seen covered very often (the drug dealers,the 'dalle', the vandalised stairwells, the timid mothers, etc) - to the extent where I'm left wondering what this take adds to that body of work.
The film / media angle - that Benjamin comes from a cinephile family and works for a Netflix that's hoovering up stories and monopolising the world's attention - ought to be more interesting, and would be the kind of thing other French novelists like Aurelien Bellanger or Eric Rheinhardt would build a deeper philosophy out of. As it is, we see here that already familiar digital world of likes, hashtags and things viral that we all know rather too well already. The effect is that it reads a little like the view of your dad who thinks twitter is 'telling everyone what you had for breakfast' and that Instagram is all just concentrated narcissism. In this respect, it feels rather dated already.
One issue is perhaps the book's unevenness: a lot of the characters and action could have been more developed (and earlier on): in themselves, the photogenic radical mayor, the jaded minority spokesman (Stephane) and the teen citizen journalist could have worked harder. The end, oddly for a 400-page novel, comes a little too soon.
So, a little uneven and familiar. Knowing Djavadi's backstory, I'd perhaps be hoping for more of a Persian angle or something more distinctive, to bring more to the 'Troubled Banlieu' terrain. It's perfectly readable, but feels all a little bit 'done'.
Life couldn't be better for Benjamin Grossmann. He has an exciting and successful job at BeCurrent, a Netflix-like company. He is happily married and he will soon be a father. But when Issa Zeitouni stole his cell phone while he was visiting his mother in Belleville, a district of Paris, this event set off a chain reaction. The day after the theft, Camille, a young girl, uploaded a video to social media. The video shows Sam, a young police officer, who is kicking a corpse while dismantling a migrant camp. The body is none other than Issa Zeitouni. Over the next four days, an unfortunate accident turns into an inferno that sets fire to all of east Paris. Young people from the neighborhood, police officers, candidates for mayor and workers find themselves caught up in a spiral of violence.
In Négar Djavadi's captivating novel, Paris becomes an arena in which each individual struggles against something, be it against the world and society in which they live, against their parents or against themselves. It is also an uprising of working-class Parisians. The novel is a ruthless and contemporary portrait of today's society. It's about social networks, likes, 15 minutes of fame, abandoned and socially disadvantaged neighborhoods, the misery of migrants. Questions about violence and racism are also raised. With her eloquent and atmospheric style of writing, the author has created a social fresco that will not let you go, even when the novel is over.
Selten habe ich mit einem Buch so gehadert. Seite um Seite weitergelesen, weil mich die Story grundsätzlich ansprach und ich wissen wollte, wie es weiter- bzw. ausgeht. In der Hoffnung, dass mich die Geschichte irgendwann doch noch packen und mitreißen würde. Doch das passierte nicht und nach 217 von 461 Seiten habe ich schweren Herzens aufgegeben. Vielleicht kommt irgendwann ein anderer, vielleicht besserer Zeitpunkt, um das Buch weiterzulesen. Oder ein anderer Leser verrät mir, wie es weitergeht?!
Gekämpft habe ich vor allem mit den unzähligen Längen und Schilderungen von (für mich) Nebensächlichem. Ja, es ist wichtig, zu verstehen, dass der Hauptprotagonist Benjamin, der selbst in dem Pariser Problemviertel aufgewachsen ist, bei der Arbeit bei einem Streamingdienst unter enormem Erfolgsdruck steht. Aber muss ich gefühlt jedes kleinste Detail seiner Arbeit wissen und den Arbeitgeber besser kennenlernen als meinen eigenen? Diese und ähnliche Abschweifungen haben die eigentlich spannende Haupthandlung immer mehr in den Hintergrund rücken und für mich die Spannung verpuffen lassen. Manchmal habe ich mir gewünscht, jemand hätte für mich im Vorfeld die wichtigen Passagen angestrichen, damit ich mich nur auf die hätte konzentrieren können. Vielleicht hätten der Geschichte 150 Seiten weniger gut getan?
Un peu Short cuts, un peu Bûcher des vanités, roman avec une foule de personnages. Un jeune cadre yuppy d'extraction populaire perd son téléphone portable lors d'une visite à sa mère dans son quartier d'origine -le roman se passe dans l'Est parisien autour de la Place Colonel Fabien- et le quartier bascule dans l'émeute. Tout le monde est impacté. Roman très contemporain : instantanéité des réseaux sociaux, buzz, likes, quart d'heure de notoriété ; style alerte et drôle malgré le sujet traité, les outcasts des quartiers abandonnés, misère des migrants, sans une société fracturée.
Toute ma volonté de marathonien ne m’a emmené que jusqu’à la page 312. J’ai adoré le premier livre et en ai même offert la traduction anglaise à un ami américain qui l’a dévorée en 2 jours … mais ce roman n’a rien du premier … on perd facilement le fil avec un style coq à l’âne de divers personnage que se croisent sans forcément se mêler - le mélange se fera peut-être à la fin, mais j’ai fini par me cogner contre un “mur” plus solide qu’en marathon … Très déçu …
Ce livre n'a rien à voir avec Desorientale. Mais j'ai adoré. Si on peut reprocher quelques lenteurs et un sujet raccoleur, on ne peut que souligner la capacité de Negar Djavadi à créer de l'empathie envers ses personnages. Ça m'a frappé, ça m'a perturbé et c'est ce que j'aime avec ses livres. Elle m'amène là où je ne m'attends pas d'aller.
J’avais beaucoup aimé Desorientale mais Arène ne m’a pas du tout laissé la même impression. Des clichés et de la violence à tous les coins de rue, beaucoup (trop) de personnages caricaturaux….j’étais contente d’arriver à la dernière page et au dénouement….
J’ai eu du mal à suivre les profils des différents protagonistes car très/trop nombreux. On perd le fil de l’histoire. Certainement un bon roman mais je ne suis pas « rentrée » dedans.
Trop de figures de styles et trop de name dropping (pop culture, marques etc…) qui obstruent le récit. Assez caricatural, dommage car bien documenté 2.5
This entire review has been hidden because of spoilers.
Négar Djavadi entführt mit ihrem neuen Roman „Die Arena“ die Leserschaft nach Paris. Doch fernab der touristischen Hotspots und Sehenswürdigkeiten. Ich würde fast so weit gehen, dass man einerseits von Paris als Stadt gar nicht so viel mitbekommt, andererseits von den Parisern dafür desto mehr. Der Roman gleicht für mich einer Art Milieustudie, begleitet er doch mehrere Figuren aus verschiedenen Schichten, die aber durch ihre Herkunft, nämlich einem bestimmten Pariser Bezirk, vereint sind. Das gefällt mir gut an den Roman. Weniger gut dagegen gefällt mir, dass eben dadurch die Erzählerfiguren wechseln und die Handlung episodenhaft anmutet, wenngleich im Verlauf mehr oder weniger deutliche Querverbindungen zu erkennen sind. Mein großer Kritikpunkt betrifft die vielen Rückblenden, die aus meiner Sicht nur teilweise helfen, die Handlung voranzutreiben oder den Charakter der Figur umfassender darzustellen. Zuweilen glich mein Lesen daher fast schon einem Überfliegen.
Waou, la grosse claque ! un talent d'écriture époustouflant pour décrire un drame dans un quartier de Paris où se côtoient des gens simples, des migrants qui luttent pour survivre, des bandes rivales de quartiers, et des policiers dépassés, qui se télescopent pour bouleverser la vie d'un homme d'affaires. C'est un peu dur, mais surtout hâletant, à lire absolument
Nicht gerade im besten Viertel von Paris ist Benjamin Grossmann aufgewachsen, nachdem sein Vater abgehauen ist. Doch endlich hat er es geschafft, er ist zum Europachef eines amerikanischen Streaming-Anbieters aufgestiegen. Mit seiner Lebensgefährtin läuft es bestens. Ein neues Projekt ist ebenfalls am Start. Doch dann verliert er aus Unachtsamkeit - oder wurde es gestohlen? - sein teures Smartphone. Er darf nicht daran denken, wenn der Code geknackt wird. Er muss es schaffen, das Teil zurückzubekommen. Benjamin ahnt nicht, was er mit seiner Suche auslöst, die bei einem vermeintlichen Migranten beginnt und dann eine Kettenreaktion auslöst, die so wirklich nicht vorhersehbar ist.
Seine einfache Herkunft kann Benjamin Grossmann nicht verleugnen. Als seine Mutter ihm eröffnet, dass sie sein Zimmer an einen jungen unbegleiteten Flüchtlingsjungen vergeben hat und ihn bittet, seine Sachen abzuholen, ist er doch verletzt. Im Job ist auch mehr Schein als Sein, die Unsicherheit, die ihn häufiger überfällt, weis er gut zu überspielen. Der Verlust des Handys wirft ihn schon aus der Bahn, bei dem Gedanken, was alles darauf gespeichert ist, wird ihm sehr unwohl. Richtig mit der Angst zu tun bekommt Grossmann es, als der Junge, den er im Verdacht hat, das Handy zu haben, tot aufgefunden wird.
Ein auf den ersten Blick eher dummer Vorfall löst in diesem Roman etwas aus, mit dem nicht zu rechnen war. Nach der Beschreibung erhofft man ein turbulentes Chaos, in dem eine aberwitzige Wendung der nächsten folgt. Tatsächlich bekommt man eine Beschreibung einer Wirklichkeit, die wahrscheinlich nicht allzu fern vom heutigen Paris ist. Etwas schaukelt sich durch falsche Deutungen oder Einschätzungen zu einem Finale auf, das möglicherweise unvermeidlich, aber auch als belastend empfunden werden kann. Man wünscht sich, das Schlimmste hätte verhindert werden können. Was die Lektüre etwas erschwert, ist die vergebliche Suche nach einem Sympathieträger und die manchmal ein wenig ausufernden Beschreibungen. Dann aber gibt es diese mitreißenden Szenen, die einen wirklich packen und durch die man einen Eindruck von der Gemengelage im Paris von heute gewinnt. Ein tiefer Einblick in die Seelen derer, die häufig vergessen werden.
Die Stadt als Ökosystem, in Gefahr "jederzeit" zu kippen, im Lichtblick der allgegenwärtigen Medien- und Social Mediawelt. Djavadi wählt viele größere und kleinere Blickpunkte, um die Geschichte eines Skandal in Paris zu erzählen: Eine Polizisten tritt bei einer Razzia eines Migrantenlagers einen jungen Mann, der bereits tot ist, brutal. Der Vorfall wird gefilmt und verbreitet sich rasant und löst eine Lawine aus.
Während die Prämisse spannend, voller Zündstoff, aktuell ist und brisant erzählt wird, verliert das Buch für mich aber teils an Wirkung im Hinblick auf den Fokus, den die Autorin setzt. Anhand von eingenommenen Seiten, ist Benjamin Grossmann einer der Hauptpersonen in Die Arena. Grossmann ist ein aufsteigender Medienchef, der das Frankreich-Geschäft des Streaming-Giganten BeCurrent übernommen hat und sich zwischen einem 100 Stunden/Woche-Job, seiner Familie und Social Media langsam verliert ohne es zu merken bzw. es willentlich ignoriert. Er spielt aufgrund eines Augenblicks eine sehr zentrale Rolle in der Handlung, die den Skandal und die folgenden Unruhen in der Stadt letztendlich auslöst. Das greift zwar thematisch in Bezug auf die Rolle der weißen Elite, das Erfahren oder Nicht-Erfahren von Konsequenzen und der generellen Medienwelt und dem modernen Geschichtenerzählen/-verarbeiten teils sehr gut, ist aber auf der anderen Seite nicht zwingend die Erzählung, die mich interessiert hätte. Weniger Thriller als tiefgehende Analyse und Panorama. Vielleicht hätte ich mir einfach ein anderes Buch gewünscht - passiert.
Aber wie gesagt: Neben Grossmann gibt es noch viele andere Perspektiven, die gerade zusammengenommen schon eher dem entsprechen, was ich mir vorgestellt habe, als ich das Buch aus dem Regal nahm. Opfer, Täter und alle Personen zwischen diesen beiden Polen finden im Werk eine Stimme, Djavadi will hier auf keinen Fall eine schwarz-weiß Geschichte erzählen. Manchmal bekommt man dann aber wiederum das Gefühl das hier Schicksale "erklärt" werden sollen, wo vielleicht etwas weniger Nachsicht angebracht wäre.
L'œuvre précédente de l'auteur, Désorientale, était un epos générationnel si profond et si complexe au sujet de la révolution iranienne de 1979, de sa préparation et de ses conséquences, que je suis honnêtement choquée de voir à quel point Arène est superficielle et désordonnée.
Son scénario semble très intéressant : Un portrait du Paris moderne à travers les multiples facettes du dernier stade du capitalisme et des écarts de richesse qui en résultent - en particulier dans les grandes métropoles.
Dès le départ, cependant, le roman prend beaucoup trop de temps pour présenter tous ses nombreux personnages. Je déteste les romans qui changent de perspective toutes les deux pages, mais dans ce cas, et avec ce nombre de protagonistes, une telle approche aurait peut-être été préférable. Vous pouvez passer ce qui semble être des quarts entiers du roman sans rencontrer à nouveau un personnage que vous avez lu il y a quelques heures.
Tout cela ne serait pas bien grave si l'histoire elle-même n'était pas un pot-pourri de stéréotypes de personnages et d'intrigues. Il y a un courant principal intéressant, à savoir le récit du téléphone perdu, qui devrait être le centre du roman, d'après le texte au dos. Cependant, il est tellement dilué par toutes les autres choses génériques que l'auteur veut nous dire sur la vie dans le capitalisme que tu peux à peine dire qu'il y a une intrigue principale.
Paris, quartier populaire de Belleville, un simple vol de téléphone déclenche une réaction en chaîne. Un engrenage si puissant qu'il va malmener chacun des protagonistes de cette histoire actuelle. Négar Djavadi signe un roman redoutablement efficace, rythmé et plein d'énergie.