Der Buchtitel würde im Internet als „Claickbait“ gelten. Das Buch wirkt auf mich, als wollen weiße Frauen unbedingt ein noch nicht bearbeitetes Thema finden, dass sie zu Expertinnen (worin?) macht.
Sie vermischen dabei Gender- und Herkunftsdiskriminierung, die gewählten Beispiele beschreiben sehr treffend, wie Rassismus „funktioniert“, der Bezug zur Selfcarebranche wird jedoch nicht gemacht bzw. wirkt sehr erzwungen.
Die gegenwärtige Rassismuskritik wird auf Selfcare übertragen, aber es wird nicht ganz klar, warum. Die Vorwürfe stimmen alle, sie beziehen Selfcare mit ein.
Warum aber genau selfcare dekolonisiert werden muss, wird nicht dargelegt.
Viele Behauptungen werden ohne Belege in den Raum gestellt. So wird z.B. die Sexualterapie zerpflückt und das Thema „Achtsamkeit“ exemplarisch bearbeitet, aber es geht in den analysierten Texten nur am Rande um Achtsamkeit. Der Bezug zur Dekolonisierung ist nicht erkennbar.
Im Laufe des Buches arbeiten sie sich weiter durch aktuelle Trendthemen, um diese allesamt einmal schlecht zu machen (wohlgemerkt wurde einleitend jedoch betont, dass all diese Themen auch in ihrem Leben relevant sind, typisch New Yorkerinnen halt).
Ernährungstrends werden oberflächlich in ihrer Absurdität erläutert, mit dem Fazit, dass gesunde Ernährung eine Frage der finanziellen Möglichkeiten ist und sich viele POC aber ja sowieso gesund ernähren, weil klassische Medizin zu teuer ist.
Das Buch kratzt absolut an der Oberfläche und ist in meinen Augen der Wunsch zwei weißer Frauen, mitreden zu wollen, aber wenig Neues sagen zu können. Es bietet keine Lösungsansätze und enthält keine Stimmen marginalisierter Gruppen.