Etablierter Politiker trifft auf jungen Wutbürger, die Begegnung eskaliert: Ministerialrat Braubach ist schuldlos in einen folgenschweren Unfall verwickelt. Ein drogensüchtiger Junge ist ihm direkt vors Auto gesprungen und liegt nun schwerverletzt im Krankenhaus. Der Politiker sucht dessen Mutter auf, möchte helfen. Handelt es sich bei diesem Hilfsangebot bloß um politisches Kalkül? Davon ist zumindest Jerome, der Neffe der Altenpflegerin, überzeugt. In der Konfrontation mit Braubach lässt der unterbezahlte Paketbote seiner Wut auf ein ungerechtes System freien Lauf – ein Duell, das ohne Sieger bleibt.
Bei ersten Lesen hab ich mich nur über die mangelnde Impulskontrolle und unüberdachten Handlungen des Politikers und Jeromes aufregen können. Klassischer Fall von zwei Personen, die sich darum battlen, wer das größere Ego hat und beide verlieren. Aber gerade, dass die kurze Geschichte es geschafft hat mich so zum Kochen zu bringen, zeigt wie gut die Charaktere strukturiert sind. Beim zweiten Lesen konnte ich mich deutlich mehr auf die Situation selbst konzentrieren und hab die Geschichte nochmal neu wahrnehmen können.
Gar nicht so verkehrt. Ist auf jeden Fall fesselnd zu lesen und zudem aktuell, in ziemlich allen Zeiten. Eine Wut bestimmter gesellschaftlicher Gruppen, die meinen — teils nicht zu Unrecht — nicht von der Politik, der „Elite“ verstanden zu werden. Aufgezeigt wird im Stück ebenfalls, dass beide Seiten gewissermaßen ihre validen Aspekte haben und trotzdem beide keine vollkommene Einsicht haben…
Eine schöne Kurzgeschichte. Sie bespricht viele aktuelle politische Themen und erläutert beide Seiten. Der Anfang (der Unfall) und das Ende bleiben offen, da sich die Geschichte mehr mit der politischen Diskussion, als mit den Charakteren befasst
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