Jump to ratings and reviews
Rate this book

Freiheitsgeld

Rate this book
Europa in nicht allzu ferner Zukunft. Die Digitalisierung ist weit fortgeschritten, Maschinen erledigen die meiste Arbeit, während ein bedingungsloses Grundeinkommen, das sogenannte »Freiheitsgeld«, dafür sorgt, dass jeder ein menschenwürdiges Leben führen kann. Als der Politiker, der das Freiheitsgeld eingeführt hat, tot aufgefunden wird, wirkt es zunächst wie ein Selbstmord. Doch dann wird der Journalist ermordet, der einst als sein größter Gegenspieler galt. Ahmad Müller, ein junger Polizist, ist in die Ermittlungen um beide Fälle involviert - und sieht sich mit übermächtigen Kräften konfrontiert, die im Geheimen operieren und vor nichts zurückschrecken, um eine Aufklärung zu vereiteln.

527 pages, Kindle Edition

First published August 20, 2022

50 people are currently reading
469 people want to read

About the author

Andreas Eschbach

160 books827 followers
Andreas Eschbach is a German writer who mostly writes science fiction. Even if some of his stories do not exactly fall into the SF genre, they usually feature elements of the fantastic.

Eschbach studied aerospace engineering at the University of Stuttgart and later worked as a software engineer. He has been writing since he was 12 years old. His first professional publication was the short story Dolls, published in 1991 in German computing magazine C't. His first novel was published in 1995. Five of his novels have won the Kurd-Laßwitz-Award, one of the most prestigious awards in the German SF scene.

His novels have also been translated into a number of languages, including English, French, Italian, Russian, Polish, Turkish and Japanese.

In 2002, his novel Das Jesus Video was adapted for German television. In 2003, his novel Eine Billion Dollar was adapted for German radio. As of 2006, his only novel translated into English was Die Haarteppichknüpfer, published in 2005 as The Carpet Makers.

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
166 (17%)
4 stars
384 (40%)
3 stars
320 (33%)
2 stars
67 (7%)
1 star
12 (1%)
Displaying 1 - 30 of 100 reviews
Profile Image for Aleshanee.
1,724 reviews125 followers
September 10, 2022
Das Jahr 2064.
Nach der großen Krise, die durch viele Faktoren wie Klimawandel, Arbeitslosigkeit, Inflation und das vermehrte Einsetzen der Roboter-Technik aufgekommen ist, wurde vor 30 Jahren in der EU das "Freiheitsgeld" eingeführt. Was es damit genau auf sich hat, erfährt man erst nach und nach und der Aufbau ist wieder mal spannend und perfekt konstruiert, so dass ich von Anfang an gefesselt war.

Wir lernen verschiedene Protagonisten kennen, von denen wir nicht wissen, was sie wohl miteinander zu tun haben und Eschbach wechselt immer wieder mit recht kurzen Kapiteln die Schauplätze zwischen der sogenannten exklusiven "Oase", in die das Ehepaar Valentin und Lina einziehen darf, dem Steuerfahnder Ahmad Müller, der nach einer Karriere in der Kripo strebt und der Familie um Therese, auf die ich nicht näher eingehen möchte um nicht zu spoilern.
Sehr geschickt baut der Autor die Lebensgeschichten dieser Personen auf, lässt uns teilhaben an ihrer momentanen Situation und zeigt nebenbei, wie die nahe Zukunft in einer technisierten Welt für uns aussehen könnte. Dabei flechtet er sehr interessante Details ein und man merkt - mal wieder - welche innovativen Gedanken und Ideen er hat.

Die Natur ist in dieser Zukunft wieder auf dem Vormarsch, da die Menschen erkannt haben dass es ohne sie kein Überleben für uns geben wird und es gibt viele große Naturschutzzonen, die geschaffen wurden, um ein natürliches Wachstum zu ermöglichen. Ein sehr schöner, positiver Aspekt, der in vielen Köpfen leider ja immer noch nicht angekommen ist.

Viele Roboter haben mittlerweile die "einfachen" Arbeiten übernommen - sogar 3 D Drucker gibt es, die Möbel oder gar ganze Häuser "drucken" können und viele Jobs sind dadurch weggefallen. Was aber durch die Einführung des Freiheitsgeldes wieder aufgefangen wurde - denn das heißt nichts anderes, als das jeder Bürger mit wohnhaft in Deutschland ein Anrecht auf dieses monatliche "Einkommen" hat. Jeder.
Es klingt natürlich ähnlich der Sozialhilfe oder Hartz 4 - mit dem Unterschied, dass man eben die Freiheit hat zu entscheiden, ob man zusätzlich arbeiten geht oder nicht.
Finanziert wird das durch die immensen Steuern derer, die sich etwas dazu verdienen möchten, denn nicht alle sind dafür geschaffen, zuhause dem Nichtstun zu frönen und das Freiheitsgeld ermöglicht natürlich auch keine großen Sprünge. Wobei nicht alle, die das Freiheitsgeld "genießen", auf der faulen Haut liegen. Es gibt immer wieder welche, die gerne unbezahlt und mit viel Engagement ehrenamtlicher Tätigkeit nachgehen, oder einfach Spaß haben etwas zu tun, sich zu engagieren und etwas zu tun haben wollen.
Der innere Antrieb, gebraucht zu werden, etwas nützliches zu tun, hält den arbeitenden Bevölkerungsanteil immer noch hoch. Der hohe Steueranteil allerdings, mit dem das Freiheitsgeld finanziert werden muss, weckt natürlich auch einen gewissen Unmut. Um sich etwas mehr leisten zu können, bleibt aber nichts anderes übrig.
Da keiner arbeiten muss sind die Jobs, die dringend erforderlich sind, sehr hoch bezahlt, wie z. B. die Krankenpfleger. Universitätsprofessoren dagegen sind am unteren Limit angesiedelt und die lehrende Tätigkeit wird oft ehrenamtlich ausgeführt. Schon interessant...

An sich klingen die Argumente für dieses "Freiheitsgeld" sinnvoll, aber Eschbach beleuchtet natürlich beide Seiten und überlässt es uns selbst, sich eine Meinung darüber zu bilden. Manche Möglichkeiten fand ich erschreckend, z. B. die ständige Überwachung überall, die die Menschen mittlerweile gewöhnt sind und sich dadurch sicher fühlen

"Hmm", machte Valentin unbehaglich und sah sich um. Der Gedanke, dass sie beide hier, in diesem Moment, völlig unbeobachtet waren, von aller Welt abgeschnitten sozusagen, war ihm eher unheimlich.
Zitat Seite 115


Für mich hört sich das wirklich gruselig an, denn totale Überwachung weckt in mir immer ein ungutes Gefühl. Was sich auch zeigt in einem Moment, in dem ein Haustürschlüssel als Relikt angesehen wird - dem Hauseigentümer es aber wichtiger ist, dass es keinen etwas angeht, wann er ausgeht oder heimkommt.

Das System scheint jedenfalls zu funktionieren und für das 30jährige Jubiläum ist eine große Feier geplant - doch das Auffinden zweier Leichen wirft viele Fragen auf, die damit zusammen hängen könnten.

Nicht alle Figuren sind mir so wirklich sympathisch.
Valentin und Lina können ihr Glück kaum fassen, als sie in die priviligiert "Oase" einziehen dürfen, in der Valentin einen Job ergattern konnte. Was damit zusammenhängt wird erst nach und nach deutlich und zeigt mal wieder, dass alles im Leben seinen Preis hat. Die beiden stellen für mich den typischen Vertreter der Menschen in dieser Zukunft dar, beide mit einer Vorgeschichte belastet, wie jeder, und beide irgendwie etwas naiv und gutgläubig, geblendet von dem Luxus, der sich ihnen hier bietet.
Ahmad verstrickt sich in den Ermittlungen der beiden Todesfälle und macht Entdeckungen, die alles in Frage stellen und ihm am Ende vor eine Entscheidung stellen, die seine Zukunft maßgeblich beeinflussen wird. Ihn mochte ich sehr gerne, denn er nimmt nicht alles hin, schaut genau und lässt sich nicht mit einfachen Phrasen abspeisen.

Die Gesellschaftskritik, die Eschbach gerne in seine Geschichten einfließen lässt, ist immer durchdacht und fasziniert mich. Ich hab jedes Mal das Gefühl, er sollte in die Politik gehen, weil er ein solches Hintergrundwissen vermittelt, das mir Gänsehaut beschert. Was ist fiktiv und was der Wahrheit nahe ... das hab ich mich hier oft gefragt und seine Gedanken zu den verschiedenen politischen Irrwegen und Entscheidungen sind brisant und gar nicht so weit hergeholt, wie man vielleicht denken mag.

Der Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen, vor allem die Kapitelübergänge fand ich grandios gewählt - zum einen greifen sie perfekt ineinander, zum anderen erhöhen sie immer wieder die Spannung. Wenn man einmal reingefunden hat, lässt es einen nicht mehr los und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, weil sich die Spannung konstant aufbaut.
Wieder mal ein großartiges Werk mit einem Blick auf das große Ganze, auf die Unstimmigkeiten unseres Systems, auf die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft, einem Blick auf die Menschen - ihre Hoffnungen, Ängste und Fragen, wie es weitergehen kann.

In einer Rezension hab ich übrigens gelesen, dass das Ende gehetzt gewirkt habe und noch Fragen offen blieben - den Eindruck hatte ich gar nicht und für mich wurde alles geklärt. Eschbach lässt dem Leser halt immer etwas Spielraum, um selber zu denken ;)

Weltenwanderer
Profile Image for Gernot1610.
321 reviews7 followers
September 7, 2022
Ich werde hoffentlich nie so alt im Kopf wie Herr Eschbach schreibt.
Profile Image for lauras_garden_of_books.
406 reviews14 followers
September 17, 2022
⏯ Zukunftsszenario TOP, Verpackung schwach - 3 🌟

Andreas Eschbach ist bekannt für seine dystopischen Zukunftsromane und sein neues Buch mit dem Titel “Freiheitsgeld” hat mich sehr angesprochen.
Die Diskussion ums “Bedingungslose Grundeinkommen” besteht schon seit einer Weile und ist zurzeit auch wieder sehr aktuell. Andreas Eschbach hat diese Idee in seinem neuen Roman weitergesponnen und ein Deutschland im Jahre 2064 konzipiert und wie dieses unter dieser Idee aussehen könnte. Dazu kommt, dass in dieser Zeit Maschinen/Roboter viele Arbeiten erledigen können und es auch eh weniger Jobs gibt. Wer mehr bekommen möchte als das Freiheitsgeld, kann trotzdem einer Arbeit nachkommen, muss aber auf sein Gehalt sehr viele Steuern zahlen. Für die Gesellschaft essenzielle Berufe, wie z.B. Ärzte und Krankenpfleger, werden hoch vergütet. So bildet sich grob zusammengefasst eine Gesellschaft, die trotzdem noch vom sozialen Ungleichgewicht geprägt ist.
Andreas Eschbach nimmt sich sehr viel Zeit, das Deutschland im Jahre 2064 unter diesen Gesichtspunkten zu erläutern, dem Leser näherzubringen und die Hintergründe auszuführen. Dazu kommen mehrere Charaktere aus unterschiedlichen Schichten und Bereichen, aus deren Sicht wir mehr über die Gesellschaftsstruktur und mögliche Machenschaften erfahren.
Es ist gruselig, wie Eschbach so oft Bezug nimmt auf Dinge, die bei uns heutzutage „normal“ sind und die in der Zukunft im Jahr 2064 als lächerlich oder schlimm dargestellt werden. Eine grandiose Umsetzung kritischer Fragen zum aktuellen politischen und gesellschaftlichen System!

Das Zukunftsszenario, das Eschbach hier entwirft, ist wirklich 1A !!!
Eschbach versteht es mit Bravour, sich aktuelle politisch Themen zu schnappen und diese weiterzuspinnen, sodass ich mehrfach eine Gänsehaut hatte; denn so weit entfernt von aktuellen Ideen sind diese garnicht und auch durchaus wahrscheinlich. Einstweilen war es mir aber auch ein bisschen viel und hatte ich das Gefühl, ich lese eine politische Debatte. Auch diskutierten die Charaktere oft in Dialogen die politischen Themen aus, was sich für meinen Geschmack machmal etwas in die Länge zog und ich das Gefühl hatte, der Autor nutzt die Dialoge als Mittel, dem Leser die verschiedenen Sichtweisen nahezubringen, aber es klang nicht nach einem Dialog “aus dem Leben”.

Was mir allerdings ein großes Problem beim Lesen bereitet hat, waren die Charaktere. Diese waren durch die Bank weg komisch und verhielten sich auch so; die Charaktere blieben schwammig und verhielten sich allesamt seltsam und für mich nicht nachvollziehbar. Dialoge wirkten auf mich viel zu sehr konstruiert, bzw. “schlecht geschauspielert”. Dies besserte sich auch bis zum Ende des Buchs nicht bzw. wurde es immer schlimmer/unglaubwürdiger. Dass ich zu keinem der Charaktere eine Bindung aufbauen und sie einfach nicht fühlen konnte, hat mich massiv gestört.
Und dann haben wir noch den Kriminalfall, der in die Geschichte eingearbeitet wird und der auch ein bisschen den Aufhänger im Klappentext darstellt.
Die Morde um die es geht, werden aber erst ungefähr in der Mitte des Buchs begangen, sodass der Krimi-Plot auch erst recht spät aufkommt. Und dieser Plot war für mich leider überhaupt nicht spannend und konnte man sich eh schon denken, wer dahintersteckt. Was mich dann aber am meisten gestört hat, war, dass dieser Plot am Ende mit einer “Erklär-Bär-Szene” ratzfatz aufgelöst wurde; alle Fragen und Abläufe des Krimi-Plots wurden einfach mal in einem abschließenden Dialog aufgelöst und dem Leser auf dem Präsentierteller erklärt. Das fand ich einfallslos und halt auch überhaupt nicht interessant, geschweige denn fesselnd.

Daher muss ich leider sagen, dass das Buch mich unterm Strich doch etwas enttäuscht hat…
Die Zukunftsvision ist grandios recherchiert und entworfen!!!
Leider konnten die Charaktere und der Krimi-Plot so überhaupt nicht bei mit punkten und haben den Gesamteindruck stark getrübt. So komme ich auf eine abschließende Bewertung von 3 Sternen 🌟
Profile Image for Michael.
26 reviews2 followers
September 10, 2022
Erste Reaktion - das war leider anstrengend und enttäuschend.
Profile Image for Toralf Saffer.
415 reviews5 followers
August 21, 2023
Freiheit oder Freiheitsgeld?

Andreas Eschbach versteht es Visionen in Worte zu fassen und dabei Realität und Zukunftsszenarien geschickt zu verweben. So auch hier, Freiheitsgeld steht für ein bedingungsloses Grundeinkommen, das es jedem ermöglicht ein sorgenfreies Leben ohne Existenzangst zu führen. Roboter und KI haben einen Großteil der Arbeit übernommen, die Menschen leben in Großmetropolen, da überall in Europa riesige Naturschutzgebiete eingerichtet wurden, um so den Klimawandel zu stoppen. Man kann arbeiten, insbesondere Jobs, welche durch die Robotertechnik noch nicht geleistet werden können, sind gut bezahlt, jedoch werden die Einkommen hoch besteuert und dank moderner Technik werden die Menschen auch intensiv überwacht. Außerdem ist Bargeld und andere monetäre Besitztümer verboten.
Die Story wird aus der Sicht dreier Protagonisten erzählt, da ist Achmad Müller, Steuerpolizist, konservativ und systemtreu. Seine Freundin Franka hingegen ist wild und unangepasst. Das zweite Paar sind Lina und Valentin welche neu in die Oase gezogen sind und somit zu den sozialen Aufsteigern gehören, ihnen gegenüber stehen Therese und Kilian, die den umgekehrten Weg gehen müssen. Eschbach erzählt zunächst aus diesen drei Blickwinkeln über das Leben nach 30 Jahren Freiheitsgeld.
Der Tod eines renommierten Journalisten und der fast gleichzeitige vermeintliche Freitod des hochbetagten Erfinders des Freiheitsgeldes führt Achmad zu Ermittlungsansätzen, die auf wenig Gegenliebe stoßen. Nachdem sein Kollege auf eigene Faust tiefer ermittelt, wird er erschossen und Achmad steht plötzlich selbst unter Mordverdacht. Ihm stehen Kräfte gegenüber, welche im Geheimen agieren und welche jeden Zweifel am Freiheitsgeld im Keim ersticken. Damit nimmt das Buch im letzten Drittel nochmal richtig Fahrt auf und führt zu einem teilweise absehbaren, fulminanten Ende – und es lässt den Leser voller Fragen zurück.
Auf jeden Fall regt das Buch zum Nachdenken an, vieles kommt einem bekannt vor – da ist die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens, die Einschränkung des Bargeldverkehrs, die Legalisierung von Drogen, Einschränkungen des Individualverkehrs und vieles mehr. Was heute als Verschwörungstheorie kursiert wurde in dieser Geschichte weiter gedacht mit all den positiven, wie auch negativen Auswüchsen und jeder kann für sich entscheiden, ob er das schön findet oder eher nicht!
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.
Profile Image for Callibso.
975 reviews19 followers
September 15, 2022
Der Einstieg in einen neuen Eschbach Roman ist oft etwas ganz Besonderes: da gelingen ihm Szenen, die sich einprägen und gleichzeitig das Thema des Romans einführen. In "NSA" wurde im Einführungskapitel beispielhaft erklärt, was Nazis mit moderner Überwachungstechnologie machen können, in "Eine Billion Dollar" wird die Größenordnung dieser Geldsumme veranschaulicht. So gelungen fand ich Anfang dieses Romans nicht, aber ein einprägsame Bild ist es allemal und ein Beispiel dafür, was Menschen mit dem bedingungslosen Grundeinkommen machen könnten, dem "Freiheitsgeld" wie es in dieser Welt des Jahres 2064 heißt, wo es das schon seit 30 Jahren gibt.

Im ersten Kapitel wird der Polizist Ahmad Müller eingeführt und es werden ein paar Grundlagen der Welt erklärt, die nicht sehr zukünftig wirkt. Es gibt neue Konzepte zum Drogenhandel und zur Steuerkontrolle, später kommen noch Gated Communities hinzu, verschiedene Wohnzonen, Pods als Handy-Erweiterung, selbstfahrende Autos und anderes mehr. Keine dieser Abwandlungen vom Heute ist großartig neu. Eschbach führt seine Welt in kleinen Häppchen ein, es ist “SF for beginners”, und mir ist sie viel zu nah am Heute. Ich muss aber anerkennen, dass es immer wieder weitere Neuerungen gibt. Die Beziehung Ahmads zu seiner Freundin ist etwas kompliziert und von unnötigen bis lächerlichen Verwicklungen gekennzeichnet.
Die Kriminalfälle, die Ahmad Müller untersucht, bilden den Kern der spannenden Handlung, die in ihren Konsequenzen mehr und mehr umfasst und in der es am Ende um Hintergründe zum gesamten Weltenbau geht (was hier nicht gespoilert wird).

Dann wird Valentin eingeführt, der als Physiotherapeut unter anderem Robert Havelock betreut (ja, der heißt wirklich fast wie unser derzeitiger Wirtschaftsminister). Dieser hat das bedingungslose Grundeinkommen vor dreißig Jahren eingeführt. Valentins Freundin Lina will ein Buch schreiben, was mir nur folgerichtig erscheint: wenn es ein bedingungsloses Grundeinkommen gibt, dann gibt es sicher noch mehr Autor*innen als heute. Es gibt tatsächlich noch Bücher im Jahre 2064, sogar welche auf Papier. Leider gehört auch die Schilderung der Beziehung von Valentin und Lina nicht zu den Highlights des Buches.

Eschbach hat seinem Buch einen klaren, sehr einfachen Aufbau gegeben: relativ kurze Kapitel, die jeweils einen Tag beschreiben und der Reihe nach die verschiedenen Handlungsebenen abklappern. Es vergeht wenig Zeit, Hinweise auf ein Geheimnis im Hintergrund kommen meistens am Ende eines Kapitels. So erzeugt er ausreichend Spannung, um zumindest mich zum Weiterlesen zu motivieren.

(Einschub: In Kapitel 10 wird es doch noch utopisch(:-)): Als "Krankenbruder" im Gesundheitssystem verdient man richtig gut (!), es wurden Orte abgerissen, um viele Bäume pflanzen zu können und anscheinend wurde die Klimakatastrophe abgewendet (!!!). Später erfährt man übrigens, dass Kinderbetreuung nicht gut bezahlt wird. Im Laufe der Zeit kommen verschiedene Auseinandersetzungen mit dem Thema “Freiheitsgeld”, leider oft als Infodump. Trotzdem fand ich sie interessant. )

Zum Showdown am Ende soll hier nicht viel gesagt werden, nur: mir hat das Ende einigermaßen gut gefallen, es ist unerwartet, nachvollziehbar und in seiner Konsequenz vergleichbar mit dem Ende von “NSA”. Gefallen hat mir auch, dass das Ende Unstimmigkeiten im Weltenbau erklärt (was hier jetzt nicht erklärt wird). Es passt am Schluss also vieles zusammen, was mich mit dem Weltenbau wieder versöhnte.
(Beispiel: auf S. 319 steht und das sollte ich zitieren, es ist aber ein ziemlicher Spoiler: "Im Grunde leben wir heute nicht groß anders als unsere Großeltern gelebt haben" und weiter "unser Alltag bestimmt ist von lauter Erfindungen, die schon im vorigen Jahrhundert gemacht worden sind" und dazu passt die Erklärung am Ende.)

Auf der negativen Seite steht aber auch der simple Gesamtaufbau des Romans und die misslungenen Figuren und deren Beziehungen. Bei seinem 1500 Seiten Wälzer im letzten Jahr war ich der Meinung, dass der viel zu lang war. Bei diesem Buch hätte ich mir den Schluss intelligenter und länger gewünscht. Eschbach setzt sich mit dem Thema BGE ("Freiheitsgeld") auseinander, ich hatte nur mehr Diskussionen erwartet statt Infodumps, irgendwie mehr ... Substanz. Letztlich ist mir diese Auseinandersetzung nicht fundiert genug.

P.S.: Die goodreads Wertung ist sehr pauschal, lässt sie doch nur 5 Abstufungen zu, von denen ich zwei (ein und fünf Sterne) höchst selten benutze. Ich habe mich für drei Sterne entschieden, obwohl ich die Charaktere und Beziehungen misslungen fand. Ich fand aber auch spannende Stellen und solche, die zum Nachdenken anregen. Insgesamt bin ich aber enttäuscht.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for PeterS.
43 reviews
October 2, 2022
Freiheitsgeld von Andreas Eschbach hat meine Erwartungshaltung an den Roman so gar nicht erfüllt:

ich hatte - mit nur noch einem groben Eindruck von "Einer Billion Dollar", welches ich vor vielen Jahren gelesen und für sehr gut befunden hatte - einen Roman erwartet, der sich gut recherchiert mit unserem Geldsystem und der möglichen Finanzierung und Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommen beschäftigt, mit mehr oder weniger ideologischen Anteilen..

Aber bekommen habe ich etwas für mich überraschend anderes: ich habe das Buch als Hörbuch gehört, und es war aus meiner Sicht hervorragend von Matthias Koeberlin gelesen, und - wie ich fand - auch routiniert geschrieben von Andreas Eschbach.
D.h. ich habe mich unterhalten gefühlt, die Protagonisten hatten genügend Tiefe, es gab einige überraschende Wendungen: das ist der Hauptgrund für die 4 Sterne.

Bis kurz vor Schluss fand ich es ein interessantes Gedankenexperiment, was das bedingungslose Grundeinkommen aus der Gesellschaft machen könnte, vermisste aber die tiefere Beschäftigung mit finanz- oder ideologischen Themen, empfand es aber trotzdem als spannenden Krimi mit verschiedenen eingestreuten Informations-Sprenkeln zu einer mehr oder minder dystopischen (oder utopischen - je nach Gusto) Gesellschaft mit viel Überwachung, niedriger Geburtenrate, privilegierten Reichen, hoher Automation (Roboter und KI) und einigen Einzelschicksalen.

Am Ende kam dann - leider - die große Enthüllung enbloque mit kompletter Offenbarung einer Mischung aus (Achtung Spoiler) verschiedenen - teils verschwörungstheoretischer - Ansammlung aus folgenden Themen, die heute alle schon irgendwo auf der Agenda stehen: extreme Lebensverängerung mit tatsächlichen und verschwörungstheoretischen Techniken, Zukunft der Menschheit (im All oder auf der Erde), Ökologie, Superreiche versus normale Menschen und dem Staat, Reduzierung der Anzahl der Menschen über Fruchtbarkeitskontrolle, totale Kontrolle/Überwachung des Internets durch Wenige und den Konsequenzen daraus, Roboter und KI.

Das sind aus meiner Sicht alles super-interessante Themen (was einen kleinen Teil zur 4-Sterne-Bewertung beiträgt) und ich wurde davon angeregt, über die daraus geschaffene gesellschaftliche Dystopie (oder Utopie) nachzudenken.
Ich fand die Themen aus meiner Sicht aber nur zu rudimentär in die Story eingearbeitet, was mich enttäuscht hat.

Zumindest hat es mich angeregt, zum Thema noch mehr zu lesen, z.B. Digni-Geld - Einkommen in den Zeiten der Roboter (ein Sachbuch).
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Gitti.
1,169 reviews
May 12, 2023
Eigentlich ist alles gut in der Zukunft. Das sogenannte Freiheitsgeld wurde eingeführt, niemand muss mehr arbeiten, wenn er es nicht möchte. Die unangenehmen Aufgaben übernehmen Roboter. Doch Ahmed Müller, seines Zeichens Steuerfahnder und gerade in die Abteilung für Schwerverbrechen versetzt findet im Laufe seiner Mordermittlung an einem Journalisten heraus, dass nicht alles so ist, wie es scheint.

Die Welt, die der Autor beschreibt, erscheint so, wie man es sich heute auch schon vorstellen kann. Um die Klimakatastrophe aufzuhalten wurden riesige Naturschutzgebiete ausgewiesen und Millionen von Bäumen gepflanzt. Die Menschen leben in Städten, Drogen wurden legalisiert, das Bargeld abgeschafft und nur noch wenige Menschen besitzen ein eigenes Fortbewegungsmittel.

Ich muss sagen, ich hatte bis zur Hälfte des Buches meine Probleme damit. Das erste Drittel wird eigentlich nur beschrieben, wie das Leben in der Zukunft aussieht. Hier begleiten wir unterschiedliche Protagonisten einfach in ihrem Alltag. Erst dann kommt es zu den im Klappentext erwähnten Morden und ab der Hälfte des Buchs nimmt die Geschichte auch endlich an Fahrt auf. Danach ist es sehr spannend und auch überraschend und das Ende regt dazu an, sich selbst noch einmal Gedanken zum bedingungslosen Grundeinkommen (nichts anderes ist das Freiheitsgeld) zu machen.

An sich ist es Buch, das thematisch sicher noch eine Weile nachhallt, das Thema bedingungsloses Grundeinkommen ist vielschichtiger als gedacht. Trotzdem dauerte es mir dann doch zu lange, bis endlich einmal Bewegung in die Geschichte kam. Von daher kann ich es nur bedingt empfehlen.
Profile Image for laura.
22 reviews1 follower
December 26, 2022
Ich war gespannt, weil ich viel gutes über Herrn Eschbach gehört habe und dieses Buch an physischer Schönheit fast nicht zu überbieten ist. Leider war es zäh, anstrengend und langweilig. Ich habe es erst abgebrochen, dann halbherzig fertig gelesen…
Profile Image for Sven Aumiller.
32 reviews3 followers
October 7, 2022
Bevor ich auf die 3/5 eingehe, hier ein kleines Best Of von Freiheitsgeld aus der beliebten Rubrik: „Eschbach erfindet wahnsinnig unangenehme Sex-Analogien“!

„Sie hatten das Wochenende damit verbracht, die grandiose, neue Matratze gebührend einzuweihen.“

„Als Valentin aus dem Pool stieg, das Wasser an den Muskeln abperlend, dachte sich Lina, dass dieser Mann sie jederzeit gern haben könnte.“

„Endlich wieder Entnahme.“

„Heute Abend ist die Bombe fällig!“

„Wir könnten zu mir gehen und etwas tun, für das man keine Roboter braucht…“

„Und wenn wir das mit den Trainingsgeräten überspringen und uns gleich ins Zeug legen?“

So! Ansonsten nimmt sich das Buch leider viel zu wenig Zeit für seine eigens geschaffene Welt. Da wird die Idee des Freiheitsgelds für 400 Seiten einfach mal hingenommen, ohne zu erklären, wie es überhaupt zur Umsetzung kam. Und wenn dann eine Erklärung kommt, dann wird sie allenfalls schemenhaft skizziert, als „große Krise vorab“ bezeichnet, ohne wirkliches Hintergrundwissen zu geben - und das bin ich von Andreas „Unter 1000 Seiten fang ich gar nicht erst an, zu schreiben“ Eschbach einfach nicht gewohnt. Bei „Eine Billion Dollar“, „NSA“ und ähnlichen Büchern von ihm verliere ich mich liebend gern in allen Details und Nebenplots, und genau das machen seine Welten für mich aus. Freiheitsgeld fängt bei A an & geht seiner Wege stringent und simpel weiter - und zusätzlich zu ungewöhnlich plakativen und überzeichneten Charakteren gießt Eschi auf dem Weg noch Öl ins Verschwörungsfeuer. Gut geschrieben ist das alles immer noch, klar, aber ein unangenehmes Gefühl von „da wäre deutlich mehr drin gewesen“ bleibt in meinem noch nicht vom 3D Drucker gefertigten Exemplar von „Freiheitsgeld“ trotzdem übrig.
Ich geh jetzt mal wieder zurück an die Arbeit.
Profile Image for Alle Bücher müssen gelesen werden.
430 reviews51 followers
September 12, 2022
Drei Sterne? Vier Sterne? Schwierig.

Das Buch hat einen holprigen Anfang, macht in der Mitte aber Meter gut. Trozdem: Eschbach kann besser schreiben, das hat er schon oft genug bewiesen. Auf der Skala ist das Buch nur Mittelmass: zuviele Dinge die man von ihm schon kennt, teilweise hölzern etc...

Der Thiller Aspekt: der kommt in dem Buch vielleicht ein wenig zu Kurz. Die gesellschaftliche Betrachgung, Dystopie/Utopie... Da war mit eine Million Dollar lieber.

Ich musste die ganze Zeit an Ian Banks denken: "Geld ist ein Zeichen von Armnut", der hat es mit einem Satz auf den Punkt gebracht.
Profile Image for Konstantin Koehler.
64 reviews
January 16, 2023
Es ist so krass, weil es einfach so nah an der aktuellen Entwicklung der Realität ist…
Das Ende ist voll unsatisfying, der Rest vom Buch aber mega!

Andreas Eschbach wie immer mega gut, die Charaktere und Entwicklungen sind auch top. Die beschriebene Welt ist so nah an der aktuellen Entwicklung dass die Auswirkungen und Konflikte leider viel zu real wirken,,
Profile Image for Tinstamp.
1,100 reviews
November 12, 2022
Wir schreiben das Jahr 2064. Nach der großen Krise bestimmen größtenteils Roboter die Arbeitswelt. Die Menschen müssen nicht mehr zwingend arbeiten, sondern erhalten ein Grundeinkommen, das sogenannte Freiheitsgeld. Damit kommt man über die Runden. Wer trotzdem arbeiten möchte, unterstützt mit deutlich höheren Steuerabgaben diese Grundsicherung in der gesamten EU.
Um das Klima zu schützen wurden große Naturschutzzonen eingerichtet, die die Menschen nicht betreten dürfen. Die ehemaligen Ansiedlungen wurden teilweise zerstört und die Bewohner umgesiedelt. In eigenen Ballungszentren sind die "normalen" Bürger angesiedelt. Sie sind zwar grundgesichert, leben aber einfach und bescheiden. Die Oberschicht lebt hingegen in der sogenannten "Oase", ein luxuriöses Viertel, das vollkommen abgesichert und in weitere Zonen aufgeteilt ist.
Neu zugezogen sind Valentin, der seinen Job als Fitnesstrainer beginnt und seine Frau Lina, die jedoch Zone A, in der ihr Mann arbeitet, nicht betreten darf. Beide lassen sich blenden vom Luxus und sind naiv und gutgläubig. Noch wissen sie nicht, dass alles seinen Preis hat. Neben Valentin und Lina lernen wir noch Ahmad Müller kennen, der bei der Steuerpolizei arbeitet. Er träumt davon zur Kripo zu wechseln. Seine Freundin Franka ist Handwerkerin mit Leib und Seele. Beide Charaktere sind sympathisch und hinterfragen so einiges am System. Das Ehepaar Kilian und Therese spielt ebenfalls eine große Rolle in der Geschichte.
Eschbach wechselt mit eher kurzen Kapiteln zwischen den Protagonisten und Schauplätzen hin- und her. Als Leser fragt man sich zu Beginn wie diese vielen Figuren zusammenhängen. Doch umso mehr man über diese Menschen erfährt, umso besser lernt man sie und ihre Lebensumstände kennen und verstehen.

Kurz vor dem 30. Jahrestages der Einführung des Freiheitsgeldes wird Altpolitiker, Robert Havelok, tot aufgefunden. Er war derjenige, dem Deutschland und die EU diese Grundsicherung zu verdanken hat. Fast gleichzeitig wird der Journalist ermordet aufgefunden, der einst als sein größter Gegenspieler galt. Ahmed Müller ist es gelungen bei der Kripo Fuß zu fassen und bekommt beide Todesfälle auf den Tisch, wobei der des Politikers zuerst als Selbstmord gilt. Der Fall weitet sich immer mehr aus und Ahmed taucht ein in die kriminellen Machenschaften derer, die ihr eigenes Süppchen kochen....

Andreas Eschbach erzählt von einer Zukunftsversion, die nicht allzu weit entfernt scheint. Dabei zeigt er die beiden Seiten des Freiheitsgeldes auf und lässt uns selbst Gedanken dazu machen. Einige Jobs, wie Krankenpfleger oder Arzt sind sehr gut bezahlt; Handwerker trotz Roboter gesucht, aber viele andere Jobs unterbezahlt, sodass sich oft ein Zusatzverdienst zur Grundsicherung nicht bezahlt macht.
Eschbachs innovativen Ideen finde ich sehr interessant und auch teilweise besorgniserregend. Wie zum Beispiel die fortgeschrittene Digitalisierung. Die Überwachung ist lückenlos, denn Kameras gibt es überall und die Menschen tragen sogenannte Pods, ähnlich wie ein Handy, auf dem alles gespeichert ist. Dieser ist nicht nur Zahlungsmittel, wie wir es auch schon heute kennen, sondern darin verbirgt sich die komplette Identität seines jeweiligen Besitzers. Dieses Szenario weckt bei mir eher Besorgnis, denn so weit davon entfernt sind wir nicht. Als ich im Sommer in Schweden war, mochte ich schon die Vorstellung nicht, kein Bargeld zu verwenden, sondern selbst ein Eis oder eine Ansichtskarte mit der Kreditkarte, die auf meinem Handy gespeichert ist, zu bezahlen. Nicht mal ein U-Bahn Ticket bekommt man ohne Handy! Jeder Schritt und jeder Einkauf wird somit überwacht.
Originell fand ich hingegen die Idee ein Haus oder Möbel zu bauen, das aus dem 3-D Drucker kommt.

Mir hat diese Dystopie von Andreas Eschbach sehr gut gefallen. Die eher durchwachsenen Kritiken auf diversen Plattformen kann ich nicht ganz verstehen, obwohl auch ich das Ende ein bisschen bemängeln muss. Es kommt im Vergleich zur Geschichte, die mehr 500 Seiten hat, etwas zu schnell.

Fazit:
Ein interessanter Ausblick in die Zukunft mit all seinen Facetten, der dem Leser viele Denkansätze gibt. Eschbach hat mit seiner versteckten Gesellschaftskritik wieder einen Volltreffer gelandet. "Freiheitsgeld" regt auf jeden Fall zum Nachdenken an und ich empfehle es gerne weiter!
1,120 reviews9 followers
May 11, 2025
2064 hat die Menschheit und insbesondere Europa die Krisen offenbar ganz gut gemeistert. Der Klimawandel ist gebremst, die Vernichtung von Arbeitsplätzen durch Automatisierung konnte durch die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens abgefedert werden.
Fast ein bisschen ein Utopia. Gut, es gibt immer noch Ungleicheit, doch die meisten Menschen sind wohl recht zufrieden.

Scheinbare Utopien entpuppen sich in der Science Fiction ja fast immer als Alptraum. Auch in Eschbachs Roman zeigen sich bald Anzeichen dafür, dass da finstere Sachen im Hintergrund ablaufen.

Der Roman gefiel mir anfangs nicht so gut, es war alles ein bisschen arg behäbig und ausführlich. Fast wie Science Fiction für Anfänger. Doch es wurde dann noch richtig gut. Und es verläuft nicht unbedingt so, wie man es erwarten würde.
Eigentlich ist der Roman ein Musterbeispiel für "ernsthafte" Science Fiction: Durchs Weiterdenken aktueller Entwicklungen unserer Gesellschaft in die Zukunft liefert er reichlich Stoff zum Nachdenken.
Eschbach tut das auf teils recht provokative Art. Und er hat wieder mal Themen gefunden, die noch nicht so ausgeleiert sind wie viele andere in der Science Fiction. Das ist ja eine seiner Stärken.
Profile Image for Nina.
83 reviews4 followers
September 28, 2022
*** Rezensionsexemplar***
Ich liebe Zukunftsgeschichten. Und diese war besonders gut.
Ich kann mir die nahe Zukunft wie sie dort dargestellt wird, richtig gut vorstellen.
Interessant und gleichzeitig beängstigend.

Der Autor befasst sich mit spannenden Themen wie die Finanzierung und Machbarkeit des bedingungslosen Grundeinkommens.
Auch viele andere Ideen sind super.
Die fortgeschrittene Digitalisierung, das überwiegend vegetarische/vegane essen und vieles mehr. Auch der Klimawandel ist ein vorherrschendes Thema.

Doch auch in einer Welt in der es das sogenannte Freiheitsgeld schon seit 30 Jahren gibt, ist nicht alles Gold was glänzt.
Und vor allem, nur weil etwas 30 Jahre existiert, heißt es nicht das es 100% funktioniert.
Denn auch hier hat das Leben seine Schattenseiten.

Familie Strehminger musste gerade aus der Oase ausziehen. Eine geschlossene Luxuswohnanlage. Ein frisch verheiratet Paar zieht gerade in diese Anlage. Dadurch wird das Klassensystem und die Unterschiede richtig gut erklärt .

Der ehemalige EU Präsident der vor 30 Jahren das Freiheitsgeld eingeführt hat, lebt ebenfalls in dieser Wohnanlage und wird tot aufgefunden. Angeblich Freitod. Aber auch der Journalist der der größte Gegenspieler des Altpräsidenten wird tot aufgefunden. Das kann doch kein Zufall sein.
Und schnell wird klar, wir sind hier was grossem auf der Spur.

Das Ende war überraschend und habe ich so nicht kommen sehen.
4 reviews
December 2, 2022
Das Thema ist sehr aktuell, das Buch gut geschrieben , unterhaltsam. Manche Aspekte kann man gut in unsere Zeit übertragen aber letztendlich doch nur eine Fiktion. Der Schluss hat mich nicht so überzeugt und ich hätte ihn lieber offen gelassen. Ich habe fünf Sterne gegeben da ich das Thema sehr gut finde.
Profile Image for KruemelGizmo.
503 reviews5 followers
October 7, 2022
In Europa, in nicht allzu ferner Zukunft, ist die Digitalisierung weit fortgeschritten, Roboter und Maschinen erledigen die meisten Arbeiten, durch das sogenannte „Freiheitsgeld“, einem bedingungslosen Grundeinkommen, muss die Bevölkerung nicht mehr zwingend arbeiten. Als der Politiker, der maßgeblich dafür gesorgt hat dass das Freiheitsgeld eingeführt wird, Tod aufgefunden wird, deutet alles auf einen Selbstmord hin. Nur kurze Zeit später, wird der Journalist, einst einer seiner größten Gegenspieler, ermordet aufgefunden. Der junge Polizist Ahmad Müller ermittelt mit in dem Fall und muss schnell merken, dass hier besondere Kräfte am Spiel sind…

Freiheitsgeld stammt aus der Feder von Andreas Eschbach.

Mich interessierte die Thematik sofort und die Bücher von Andreas Eschbach lese und höre ich eigentlich gerne. Auch hier konnte mich der Anfang wirklich für sich einnehmen. Die Welt, die Eschbach hier entworfen hat, war gut beschrieben und so bekam man eine gute Vorstellung davon, allerdings konnte sie mich auf Dauer nicht überzeugen. Im Laufe der Geschichte gab es für mich zu wenig Zukunft in der Zukunft, wo waren die wirklichen Innovationen. Zu heute habe ich wenig Unterschied wahrgenommen. Sie war mir auch zu einfach gestrickt, es gab die Menschen, die nun faul sind und nichts produktives mehr tun und sich durch Fernsehen usw. berieseln lassen und dann ein paar die noch Arbeiten und dann abgeschlossen Areale für die Reichen, wie zum Beispiel für den Politiker, der das Freiheitsgeld eingeführt hat, das war nun nichts neues, sondern gefühlt schon einige Male so woanders gelesen. Auch die meisten Charaktere empfand ich oftmals einfach nur anstrengend und überzogen, manchmal ist weniger auch mehr.
Leider konnte auch der Fall, der einige spannende Momente hatte und mich dann auch echt mitreißen konnte, mit seiner Auflösung leider so gar nicht glänzen und enttäuschte mich wirklich. Die Auflösung empfand ich vorhersehbar und bediente einfach die gängigen Verschwörungstheorien. Schade, die ganze Thematik und auch der Fall hätten für mein Empfinden mehr Potential gehabt.

Mein Fazit:
Eine eigentliche interessante Thematik, ein Fall mit spannenden Momenten, aber leider konnte mich die Umsetzung nicht so wirklich für sich einnehmen.
Profile Image for Estrelas.
942 reviews
February 18, 2023
„Das, was durch ein bedingungsloses Grundeinkommen erreicht werden soll - dass jeder nur noch tun muss, was er tun will -, lässt sich nicht durch bloßes Umverteilen von Geld erreichen. Um zu diesem Grad an wirtschaftlicher Freiheit zu gelangen, müssen möglichst viele der Einrichtungen, Abläufe und Systeme, die dazu da sind, menschliche Bedürfnisse zu befriedigen, so weit automatisiert sein, dass sie von selber laufen. Deshalb der Name Freiheitsgeld.“
Das Freiheitsgeld des hier inszenierten zukünftigen Europas führt trotz der vermeintlichen Chancengleichheit zu einer Zweiklassengesellschaft und Kritik. Somit wirft der Tod seines Begründers berechtigte Fragen am System auf. Als Leser folgen wir hauptsächlich zwei Figuren, dem Polizisten, der den Mord aufklären will, und dem Fitnesstrainer des Politikers, deren Wege sich in Anbetracht der Umstände kreuzen.
Die vielversprechende Dystopie von Andreas Eschbach entwirft ein authentisches Szenario einer Zukunft, in der Automatisierung den Alltag bestimmt. Die menschlichen Beziehungen, um die es eigentlich geht, fand ich jedoch wenig überzeugend dargestellt. Klischees, wie die Frau, die aus Frust shoppen geht, und unglaubwürdige Dialoge oder Handlungen lenken zu sehr von der im Kern interessanten Geschichte ab. Somit habe ich diesen Roman als einen der schwächeren des Autors empfunden.
Profile Image for Bücherwolf.
164 reviews11 followers
March 26, 2024
Wie könnte unsere Welt in 40 Jahren aussehen? Wie würde eine Gesellschaft aussehen, in denen jeder ein bedingungsloses Grundeinkommen bekommt? Wie wird sich die Technik in diesen 40 Jahren weiterentwickeln?
In diesem Roman versucht Andreas Eschbach diese Fragen zu beantworten. Das sogenannte Freiheitsgeld sorgt dafür, dass jeder Mensch tun kann, was auch immer er will, ob arbeiten oder nicht. Wie immer macht Eschbach das auf extrem realistische und beängstigende Weise. Seine Voraussagen der Politik und Gesellschaft im Jahre 2064 hören sich durchaus realistisch an. Doch hinter all diesen Weiterentwicklungen der Gesellschaft verbergen sich Korruption und Intrigen, um die "einfachen" Bürger ruhig zu halten, während die Reichen die Welt mehr und mehr regieren.
Ahmed gerät in genau diese Ränke hinein und steht am Ende vor einer Entscheidung, die sein Leben für immer verändern wird.
Super spannend und interessant gestaltet Eschbach hier eine Zukunftsvision, wie sie realistischer nicht sein könnte. Große Leseempfehlung.
Profile Image for Moritz.
9 reviews1 follower
January 15, 2023
Die Idee zum Buch ist sehr interessant und hätte viele Möglichkeiten gegeben, die Thematik intensiver und von vielen Gesichtspunkten zu betrachten, wie man es eigentlich von Andreas Eschbach gewöhnt ist. Es ist schade, dass aus den spannenden Themen Roboter und bedingungsloses Grundeinkommen so wenig gemacht wurde. So bleibt aber in der ersten Hälfte des Buchs eine unlustige Version der Zukunft aus Qualityland zu der ein Mordfall dazu kommt. Wirklich Spannung kommt allerdings nie auf.
Die Charaktere sind eher uninteressant, dass man mit keinem, besonders dem Hauptcharakter, mitfiebern bzw. sich identifizieren kann.
Irgendwann kommen auch noch Verschwörungstheorien dazu. Gerade in der heutigen Zeit macht diese Thematik noch weniger Spaß als es noch vor ein paar Jahren gewesen wäre.
Schade, bisher das schwächste Buch von A. Eschbach meiner Meinung nach, gerade bei dem spannenden Thema umso trauriger.
3 reviews1 follower
October 28, 2022
Das Deutschland der Zukunft mit bedingungslosem Grundeinkommen bietet einen wunderbaren Nährboden für eine spannende Dystopie / Utopie. Leider wird das Potenzial nicht im geringsten ausgenutzt. Eschenbachs Vorstellungen von der Zukunft sind leider sehr flach und naiv. Dazu ist die Handlung alles andere als mitreißend und eine Identifikation mit den Charakteren so gut wie nicht möglich. Dazu kommt dann noch ein merkwürdiges Frauenbild und irrelevante Sexszenen.
Leider keine Empfehlung.
Profile Image for Isla.whimsybooks.
172 reviews12 followers
November 19, 2023
Zukunftsideen, Denkanstöße, top! Das Szenario des bedingungslosen Grundeinkommens in Europa ist meiner Meinung nach wirklich clever umgesetzt. Es beleuchtet Vor- und Nachteile für die Gesellschaft und regt zum Nachdenken an.
Aber leider ist die Story selbst nicht besonders spannend.
Das ist sehr schade, denn das Buch hat sehr viel Potenzial.
Profile Image for Ernst.
650 reviews28 followers
February 5, 2024
Sehr spannend, rasant, geistreich, inspirierend, was passiert, wenn das bedingungslose Grundeinkommen alles schlimmer macht; Robert Habeck als Altkanzler (schmunzel)
Profile Image for Denise.
622 reviews9 followers
May 6, 2025
Europa, nicht nicht allzu ferner Zukunft: Roboter übernehmen einen Großteil der Arbeit. Die Menschen haben nun mehr Zeit für schöpferische Tätigkeiten. Und seit das "Freiheitsgeld" in der EU eingeführt wurde, müssen sie sich auch keine Gedanken mehr um Armut und sozialen Abstieg machen. Nichtsdestotrotz muss das System überwacht werden. Ahmad Müller ist Ermittler bei der Steuerfahndung und Teil dieser Überwachung. Bei einer Kontrolle wird er schwer verletzt. Noch im Krankenhaus beginnt er mit den Ermittlungen. Und stößt dabei auf etwas, was viel größer ist, als er es sich hätte vorstellen können.

"Freiheitsgeld" spielt die Idee "Was wäre, wenn es ein bedingungsloses Grundeinkommen geben würde" durch und zeigt die Schwachpunkte, aber auch Stärken auf. Andreas Eschbach bettet diese Idee in einen Kriminalfall ein und erzählt eine interessante, aber leider nicht in die Tiefe gehende, Geschichte.

Die Lektüre hat mich super unterhalten. Dies lag vor allem an den Figuren und den daraus resultierenden verschiedenen Blickwinkeln auf das Freiheitsgeld, dessen Vorteile und Einschränkungen. Der Autor spricht eine Vielzahl interessanter Themen an: Digitalisierung, gated communities, Wert von Arbeit, Gesundheit. Und hier verheddert er sich und kann leider nicht jedem Thema den Raum widmen, den es verdient hätte.

Das Ende ließ mich grinsen. Nicht, weil es witzig war, sondern weil es auf der einen Seite zu weit hergeholt, auf der anderen Seite aber auch zu nah an der Wirklichkeit wirkte.

Ingesamt ein unterhaltsamer Roman mit einigen Denkanstößen.
Profile Image for Olaf Raack.
Author 29 books15 followers
May 22, 2023
Manch einer würde sich sicherlich sehr darüber freuen: Ein bedingungsloses Grundeinkommen, das pünktlich jeden Monat eingeht. Arbeiten müssen nur jene, die es wollen. Dafür gibt es dann einen stark besteuerten Obolus on top. Pflege, Erziehung etc. wird fantastisch bezahlt – quasi die letzten Jobs, für die Roboter und KI nicht geeignet sind. Utopisch mag man meinen ... doch wo ‚bedingungslos‘ gezahlt wird, gibt es eben meist doch Bedingungen. Etwas die Hinnahme einer ständigen und nahezu flächendeckenden Überwachung, sei es durch Kameras oder die im Buch eingeführten PODs. Zudem ist das Bargeld vollständig abgeschafft und jede monetäre Bewegung nachvollziehbar.
Wenn sich dann noch herauskristallisiert, dass das Freiheitsgeld auf wackligen Beinen stehen müsste, entgegen den Erwartungen aber doch funktioniert, wittert der geneigte Leser eine tiefgehende Verschwörung. Diese bietet uns der Autor natürlich auch.
Das Thema ist super spannend, weil es eine gewisse Aktualität bzw. Zukunftsmusik mit sich bringt. Die darum gesponnene Geschichte ist gut, wenn mir auch der ganz große Knall aus anderen Büchern des Autors gefehlt hat. Das ist aber natürlich Geschmackssache und nur mein persönliches Empfinden. Dennoch empfehle ich das Buch gerne weiter, schon weil ich fast erwarte, dass wir uns mit dem Thema irgendwann selbst auseinandersetzen werden.
Profile Image for Rudi Gladitsch.
51 reviews1 follower
July 17, 2025
Starke Story!
Bedingungsloses Grundeinkommen – kann sowas funktionieren? Wer finanziert das? Und wer arbeitet dann überhaupt noch? Und wenn keiner arbeitet – wer zahlt die Steuern? In diesem Buch werden erst mal verschiedene Charaktere vorgestellt mit ihren individuellen Lebensgeschichten. Ich wusste am Anfang noch nicht, was die im Laufe des Buches miteinander zu tun haben könnten. Aber nach und nach verknüpften sich ihre Linien miteinander und zum Ende hin wurde das ganze Thema eine sehr gute Mischung aus Aktualität und Science-Fiction, ohne kitschig zu werden.
Hat Spaß gemacht!
Profile Image for Robin.
31 reviews
May 11, 2025
Abgesehen von ein paar etwas seltsamen Nebenhandlungen ein sehr gut geschriebenes Buch mit einem meiner Meinung nach sehr interessanten und in Zukunft immer relevanter werdenden Hintergrund (Bedingungsloses Grundeinkommen & Automatisierung). Die Story bleibt bis zum Ende spannend, das Ende kam dann etwas plötzlich.
Profile Image for Jürgen K..
28 reviews
December 30, 2022
Interessantes Thema und auch neue Sichtweisen für mich persönlich. Spannend, wenn auch mit langer Anlaufzeit. Das Ende war mir jetzt doch etwas zu schnell und die Konsequenz des Protagonisten nicht wirklich glaubhaft - da hätte ich mir doch mehr Erklärung gewünscht als genau einen Satz.
Profile Image for Prim Hardbottle M.E..
175 reviews2 followers
September 4, 2023
Mir hat das Buch sehr gut gefallen.. in einem Rutsch durchgelesen…
Das Jahr 2064 und das Freiheitsgeld ist eingefüht. Wie war das möglich , mit welchem Geld und wird dadurch nicht eine Gesellschaft der Faulpelze kreiert? Was macht man mit seinem Leben. Eschbach erzählt in spannender Weise von Ahmad Müller einem jungen Polizisten und einem Kriminalfall rund um den Gründer des Freiheitsgeldes.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Elisabeth.
15 reviews
August 25, 2022
Eschbach ist einfach ein genialer Autor, der mit dieser Mischung aus Thriller, Dystopie und Krimi wohl mein neuestes Lieblingsbuch von ihm geschrieben hat! Absolute Empfehlung!
Displaying 1 - 30 of 100 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.