Koblenz 1379: Erst seit Kurzem trägt Conlin den Titel Graf vom Langenreth, der für ihn mehr Pflicht als Ehre bedeutet, denn nun ist es an ihm, den guten Ruf und den Wohlstand der Familie zu retten, die sein Bruder zugrunde gerichtet hat. Doch um als Händler von Sicherheiten erfolgreich zu sein, braucht er Kapital. Als ausgerechnet seine Verlobte Reinhild ihn finanziell unterstützen will und dann auch noch ihr lang gehütetes Geheimnis ans Licht kommt, droht die noch junge Liebe zu scheitern.
Schier studierte Geschichte und Literatur an der Fernuniversität Hagen und arbeitet seit 2003 als freie Lektorin und Autorin. Neben Kurzgeschichten und Einzelromanen veröffentlichte sie Hörbücher für Kinder sowie zwei historische Reihen; jedes Jahr veröffentlicht Schier zudem einen Weihnachtsroman, in dem jeweils ein anderer Hund involviert ist. Unter dem Pseudonym Mila Roth veröffentlicht die Autorin zum Teil verlagsunabhängig verschiedene Buchserien. Sie lebt mit ihrem Mann und einem Deutschen Schäferhund in der Eifel.
Die Autorin Petra Schier hat mit „Das Geheimnis des Pilgers“ einen weiteren historischen Roman geschrieben. Dieser spielt im 14. Jahrhundert in Koblenz und ist der zweite Teil der Pilger- Reihe. Meiner Meinung nach kann man dieses Buch auch ohne Vorkenntnisse aus dem Vorband „Das Kreuz des Pilgers“ ohne große Probleme lesen.
Klappentext: Koblenz 1379: Erst seit Kurzem trägt Conlin den Titel Graf vom Langenreth, der für ihn mehr Pflicht als Ehre bedeutet, denn nun ist es an ihm, den guten Ruf und den Wohlstand der Familie zu retten, die sein Bruder zugrunde gerichtet hat. Doch um als Händler von Sicherheiten erfolgreich zu sein, braucht er Kapital. Als ausgerechnet seine Verlobte Reinhild ihn finanziell unterstützen will und dann auch noch ihr lang gehütetes Geheimnis ans Licht kommt, droht die noch junge Liebe zu scheitern.
Von Petra Schier habe ich schon diverse historische Romane gelesen, wobei mir besonders die Adelina- Reihe zusagt. Den Vorgänger habe ich bisher noch nicht gelesen, dennoch habe ich mich an diesen historischen Roman gewagt, weil mich der Klappentext interessiert hat. Zunächst möchte ich das umfangreiche Bonusmaterial positiv erwähnen. Eine hilfreiche Karte und auch ein umfangreiches Personenregister wurden dem Buch beigefügt. Auch ein Nachwort der Autorin ist enthalten, welches ich sehr informativ fand. Wie ich es bereits aus anderen Büchern aus der Feder von Schier gewohnt war, war auch dieses Mal der Erzählstil wieder sehr angenehm. Ihr Schreibstil ist leicht und dennoch dicht, sodass man in dieses Buch quasi hineingesogen wird. Schier schafft es, dass sie die Geschichte emotionsreich und humorvoll erzählt und dabei zeitgleich auf unterschiedliche Weise Spannung erzeugt. Dabei ist die Story nicht unbedingt actionreich oder schlachtenreich, die Spannung wird durch diverse Schicksalsschläge oder auch Situationen erzeugt, welche gelöst werden müssen. Auch merkt man dem historischen Roman an, dass Schier sich in dieser zeitlichen Epoche auskennt und eine fundierte Recherchearbeit vorliegt. Dabei spricht die Autorin wichtige Themen an, wie zum Beispiel die Rolle der Frau oder auch den Umgang mit gleichgeschlechtlicher Liebe in dieser Zeit. Diesen Aspekt fand ich sehr interessant und hat dem Leser einen guten Eindruck zum damaligen Leben aufgezeigt. Aber auch der Glaube war im 14. Jahrhundert ein zentrales Thema, daher ist es nicht überraschend, dass es auch in diesem Buch eine wichtige Rolle spielt. Jedoch driftet dies stellenweise in den Bereich der Mystik ab. Hier trifft wohl der Spruch Glaube versetzt Berge zu. Hier muss ich leider gestehen, dass ich mich mit diesem Aspekt schwergetan habe. Die Charaktere haben an die mystische Bedeutung des Gegenstandes geglaubt haben, soweit gehe ich noch mit. Aber als dann auch skeptische Charaktere dies erkennen und teilweise auch fühlen oder spüren, war mir persönlich dies dann doch etwas zu viel. Mir ist es schwergefallen, mich damit zu arrangieren. Zum Teil nimmt dieser Aspekt einen größeren Raum ein und dies ist eigentlich ein wesentlicher Kritikpunkt meinerseits. Dafür konnte mich die Charakterdarstellung und dessen Entwicklungen überzeugen. Diese wirkten auf mich authentisch und sind mit ihren Aufgaben gewachsen. Ich habe mit ihnen mitgefiebert und gebangt, habe ihre Schwierigkeiten und Probleme mitgefühlt und konnte ihre Gedankengänge nachvollziehen. Der Charakter Benedikt empfand ich hier als sehr gelungen. Hier merkt man, wie Schier mit den Empfindungen ihrer Leser spielt und diese bewusst lenken kann. Zu Beginn ist man ihm gegenüber eher negativ eingestellt. Aber je tiefer man in die Handlung abtaucht, desto mehr erkennt man von seiner Vielseitigkeit, man lernt ihn besser kennen. Benedikt wird als Spion eingesetzt und verfolgt zunächst klare Ziele. Aber am Ende hat mich sein Charakter einfach gepackt und mich hat seine Komplexität und Entwicklung überzeugt. Aber auch die Protagonisten Reinhild, Conlin und Palmiro wissen zu überzeugen. Sie wirken allesamt sympathisch und haben ihre ganz eigenen Sorgen und Probleme, welche gelöst werden müssen. Die Darstellung der Charaktere ist in „Das Geheimnis des Pilgers“ auf jeden Fall in meinen Augen gelungen.
Insgesamt hat Petra Schier mit „Das Geheimnis des Pilgers“ einen interessanten historischen Roman geschrieben. In diesem hat mir die Handlung an sich, aber auch die Darstellung der Charaktere gefallen. Jedoch war mir der mystische Aspekt stellenweise etwas zu vordergründig. Daher möchte ich 3,5 Sterne vergeben.
Conlin bekommt von seinem Bruder den Titel des Grafen von Langenreth übertragen und damit jede Menge Verantwortung übertragen. Dann steht auch noch die Hochzeit mit Reinhild vor der Tür. Eine Hochzeit, die er eigentlich nicht wollte, aber aufgrund seiner finanziellen Situation nicht ausschlagen kann. Reinhild dagegen merkt, dass ihr Drängen vielleicht doch eher davon ausging, was sie für Conlin empfindet, und nicht, um ihm finanziell zu helfen. Währenddessen kommt Palmiro unverhofft zu einem neuen Wachmann, der sich mit seinem losen Mundwerk so einiges erlaubt und Palmiro mehrmals so dastehen lässt, als wäre dieser ein kleines Kind. Und doch kann Palmiro Benedikt vom Heidenstein nicht wegschicken, denn irgendetwas an diesem Mann reizt ihn unbändig. Über allem droht jedoch immer noch, dass Palmiros Geheimnis gelüftet wird und die Freundschaft von Palmiro, Conlin und Reinhild wird auf die Probe gestellt.
Der zweite Teil der Pilger-Reihe knüpft direkt an den ersten an. Wir stehen vor der Ausrichtung einer Hochzeit zwischen Conlin und Reinhild, Palmiro baut sein Kontor mithilfe seines neuen Gehilfen Mathys auf und es wird ein neuer Charakter ausgeführt. Benedikt vom Heidenstein wird als Spion der Inquisition eingeschleust, um das fortzuführen, was Mathys zwar herausgefunden hat, aber nie gemeldet hat. Benedikt soll nun herausfinden, was in Koblenz vorgeht und wird auch gleich in Palmiros Haus als Wachmann eingestellt. Durch seine rechthaberische und forsche Art eckt er aber ständig bei Palmiro an und die beiden führen so manchen wortreichen Schlagabtausch durch.
Reinhild und Conlin jedoch kommen sich langsam aber sicher näher. Nicht freundschaftlich, sondern als zukünftiges Ehepaar. Beide merken, dass sie mehr empfinden und Conlin findet dabei etwas heraus, was Reinhild jahrelang als Geheimnis gehütet hat. Doch hält ihn dies nicht davon ab, weiter an der Ehe festzuhalten.
Besonders gut hat mir in diesem Buch die Köchin Minta gefallen, die mich von ihrer Art her an eine andere Person aus einem anderen Buch der Autorin erinnert hat. Minta redet sehr gerne und viel, dabei kommt sie von Punkt A auf Punkt B auf Punkt C. Ich musste mehrmals an den Charakter Janna aus der Reihe "Spionin wider Willen" denken, die auch - vor allem wenn sie nervös ist - ohne Punkt und Komma redet. Ob Minta wohl eine Vorfahrin von Janna ist? Dies jedoch nur am Rande.
Ich habe eine Lieblingsszene in dem Buch, als Benedikt vom Heidenstein mit Reinhilds 5jährigem Sohn Hannes ein Gespräch führt. Hannes fragt Benedikt Löcher in den Bauch und dieser beantwortet sehr geduldig eine Frage nach der anderen. Die Fragen werden jedoch immer tiefgründiger, was für ein kleines Kind schon sehr gewöhnungsbedürftig ist. Benedikt jedoch behandelt Hannes nicht wie ein Kind, sondern gleichwertig und wird am Ende fast sogar schon philosophisch, was bei Hannes einen kleinen Sinneswandel herbeiführt. Diese Szene habe ich gleich mehrmals lesen müssen, weil sie mich einfach sehr berührt hat.
Benedikt habe ich sowieso gleich ins Herz geschlossen. Auch wenn er etwas brummelig ist, ist er doch eine treue Seele. Was sich am Ende auch beweist, weil er etwas tun muss, was er eigentlich nicht will. Er aber treu ergeben ist. Ich bin sehr gespannt, wo dies dann im dritten Teil der Reihe noch hinfahren wird.
Reinhild ist mir in diesem Teil auch sympathischer geworden, obwohl ich sie im ersten Teil noch etwas kalt fand. Aber hier kommt sie etwas aus sich heraus und zeigt, dass man auf sie zählen kann.
Der Schreibstil der Autorin ist wie immer sehr fesselnd und ihre Beschreibung der Szenen hat mich auch hier wieder gefangen nehmen können. Koblenz im Jahre 1379 wird wunderbar beschrieben, die Charaktere sind sehr gut gewählt und haben Tiefe. Denn sie sind nicht perfekt, machen Fehler, lieben, leiden und wollen nur eins: eine Zukunft, in der sie sich auf einander verlassen können.
Ich freue mich sehr auf den dritten und letzten Teil der Reihe und bin gespannt, wie es vor allem Palmiro ergehen wird, der mit seinem Geheimnis wohl die schwerste Bürde trägt.
Meggies Fussnote: Ein Geheimnis, das nicht öffentlich werden darf.
Ein Haufen Geheimnisse, ein Kreuz, viel Liebe. Lebendiges Mittelalter pur
Das Geheimnis des Pilgers ist der zweite Band der Pilger-Trilogie. Die Handlung setzt dort ein, wo sie im ersten Band endete. Die bekannten Charaktere tauchen wieder auf, einige neue spielen eine große Rolle und es bleibt viel Raum sich mit dem Geheimnis zu beschäftigen. Ein tolles Bild der damaligen Gesellschaft und ihren Vorlieben, zu denen es wichtige Informationen im Nachwort gibt.
Conlin und Reinhild stehen vor einigen Herausforderungen, bevor sie zur Vermählung vor die Kirchenpforte treten können. Das liebe Geld macht ihnen Sorgen, Conlins Bruder ist immer noch ein Problem und der Alltag will auch noch gemeistert werden. Reinhild hilft weiterhin Palmiro, dessen Fellhandel einige Problemen hat. Eine Ladung Felle ist weggekommen, die Wachmannschaft muss mit Conlins Hilfe verstärkt werden und der neue angeworbene Benedikt vom Heidenstein scheint ihn nicht wirklich als seinen Auftraggeber zu akzeptieren. Da hilft es auch nicht, dass das Kreuz bei ihm nicht anschlägt. Es gibt also viel zu tun und sie wissen nicht, ob der nächste Schritt auch der richtige sein wird.
Palmiro steht im Mittelpunkt der Handlung. Um ihn herum passieren die spannendsten Dinge. Conlin ist gut damit beschäftigt, die neuen Entscheidungen seines Bruders umzusetzen und sich auf den neu angebotenen Posten vorzubereiten, während er gleichzeitig jede Gelegenheit zum Geldverdienen nutzen muss. Reinhild hat währenddessen so viel mit Haus, Geschäftsbüchern und Hochzeitsplanungen zu tun, dass sie kaum zum durchschnaufen kommt. Es ist wirklich erstaunlich, dass sie noch Zeit findet, ihrem zukünftigen Ehemann näher zu kommen. Ein Problem, dass Palmiro mit seinen Auserkorenen eher nicht kennt.
Es gibt reichlich Charakterentwicklung, die Geschichte um Benedikt ist sehr interessant und dass Conlin und Reinhild immer mehr zur Einheit werden, ist klasse. Die Handlung nimmt, vor allem zum Ende hin, sehr an Fahrt auf und lässt die ruhigeren Momente im Mittelteil vergessen. Insbesondere auf den letzten Seiten gibt es so viele neue Wendungen, dass man am liebsten sofort mit Teil drei weiterlesen möchte.
Ein weiteres wichtiges Handlungselement ist die Liebe. Petra Schier erzählt im Nachwort mehr über gleichgeschlechtliche Beziehungen zu der damaligen Zeit. Sodomie und ketzerisches Handeln und wie es trotzdem wohl mehr als vermutet stattgefunden hat. Sie lässt diese historischen Belege hervorragend in ihre Handlung einfließen, zeigt ein „möglichst buntes Kaleidoskop an möglichen Lebensentwürfen“. Dabei darf nicht nur Palmiro seinen Gefühlen Ausdruck verleihen, sondern auch die anderen Hauptcharaktere. Selbstzweifel und die Angst vor den Folgen dürfen da natürlich trotzdem nicht fehlen.
Mir hat auch der zweite Band der Trilogie sehr gut gefallen. Ich finde den Einblick ins alltägliche Leben von Adeligen, Kaufleuten und dem ganzen Rest sehr spannend. Petra Schier gelingt es problemlos, die damalige Zeit mit Leben zu füllen und einem das Gefühl zu geben, mitten unter den Handelnden zu sein. Ich bin gespannt auf den nächsten Teil und wohin der Weg Palmiro, Reinhild und Conlin führen wird, welche Stolpersteine sich noch auftürmen werden und wie es mit dem Kreuz weitergehen wird. Eine Empfehlung für alle, die historische Romane lieben, große, gefühlvolle Geschichten bevorzugen und einfach mehr über das Leben im Koblenz des Jahres 1379 erfahren wollen.
Meine Meinung: Conlin vom Langenreth und Reinhild werden heiraten. Das passt ihrem Vater, Graf Johann von Manten, nicht wirklich. Bevor aber das Eheversprechen gegeben werden kann, muss Conlin seinen Bruder Oswald, aus dem Frankenturm befreien. Dort ist er inhaftiert. Graf Johann begleitet ihn. Ob das Conlin zum Vorteil gereicht, ist dahingestellt. Die Bedingungen, die Bruder Thomasius stellt, missfallen beiden.
Don Palmiro reist viel, tätigt gute Geschäfte und ist immer darauf bedacht seine Gabe für sich zu behalten. Als allerdings Benedikt vom Heidenstein auftaucht, ist er verwirrt und fragt sich, was dieser Mann im Schilde führt. Denn bei ihm ist seine Gabe nutzlos. Don Palmiro ist sympathisch wie eh und je. Mich erschreckt nur eine Szene, in einer scheinbar verlassenen Hütte.
Graf Johann von Manten, ist mir im Gegensatz zu seiner Ehefrau, nicht wirklich sympathisch. Als er vor allen Anwesenden für Conlin spricht, sammelt er bei mir, ein paar Pluspunkte.
Graf Oswald von Langenreth, ist herrisch und in meinen Augen nicht ganz bei Sinnen. Jedoch hat er sich in einer sehr wichtigen Unterhaltung, die er mit Conlin führt, eine für mich positivere Position erarbeitet. So viel Einsicht, war ich einfach nicht von ihm gewöhnt. Lest gerne selbst.
Oswalds Frau Amalia ist sehr devot, das gefällt mir überhaupt nicht. Kann aber sein, dass es mit Oswalds Wutusbrüchen zu tun hat. Sie möchte wohl nicht schuld an einem sein. Die schrecklichen Konsequenzen, sind ihr immer noch schmerzlich bewusst.
Die Schwester von Reinhild, Mariana von Manten, ist ein aufbrausendes Geschöpf. Sie legt sich sehr gerne mit Smissi an. Ein Schlagabtausch jagt den nächsten. Keiner will der Verlierer sein. Smissi ist aber meiner Meinung nach, oft der Gewinner. Wenn sich Mariana so aufregt, muss ich immer lächeln. Sie hat endlich einen ebenbürtigen Gegner gefunden. Vielleicht auch jemanden, den sie falsch eingeschätzt und sogar unterschätzt hat. Auch seiner Herkunft wegen. Er hat sehr viele positive Charaktereigenschaften. Seit er sich Don Palmiro ("Das Kreuz des Pilgers") offenbart hat, ist er für Palmiro und die Geschichte ein wichtiger Teil geworden.
Benedikt vom Heidenstein ein unmöglicher Mann. Er ist barsch, überheblich, weiß immer alles besser, das nervt. Vor allem wie er gegenüber Don Palmiro auftritt. Wie er diesen behandelt. Wie einen dummen Schuljungen. Das bringt mich jedes mal zur Weißglut. Allerdings ändert sich vieles. Eine Szene zwischen Hannes, Reinhilds Sohn, und Benedikt ist bezaubernd geschrieben, mit viel Klugheit und Einfühlungsvermögen. Eine zweite Szene mit Don Palmiro und Benedikt sollte hier extra erwähnt werden. Sie war Augen öffnend und überraschend. Obwohl ich die wunderbare Petra Schier schon lange kenne, hat sie mich diesmal voll erwischt. Bin immer noch geplättet.
Bruder Genericus mit Tochter Ida, kann ich noch nicht wirklich einschätzen. Dafür habe ich noch zu wenig Einblicke.
Leider kann ich nicht alle vorstellen, oder zu den Charakteren etwas sagen. Das würde den Rahmen sprengen.
Jede Figur hat ihren Platz, ein Rädchen greift ins Nächste. Der rote Faden ist durchweg vorhanden und mit Überraschungen sollte gerechnet werden. Da dies eine Trilogie ist, empfehle ich Band 1 "Das Kreuz des Pilgers" zu lesen, bevor man zu diesem Buch greift. Man will weder bei Band 1, noch bei Band 2 aufhören zu lesen. Ich wünschte mir, es wäre keine Trilogie (3 Bände) sondern eine Heptologie (7 Bände) oder mehr. Alles was von der Autorin beschrieben wird, ist sehr bildhaft und greifbar. Man kann fühlen und erleben wie die Menschen miteinander umgehen und was sie füreinander empfinden.
Schreibstil: Einfühlsam, sanft mit viel Klugheit und Sinn für gute Szenen, erzählt Petra Schier eine Geschichte voller zwischenmenschlicher Gefühle. Sie kreiert Charaktere, die oftmals freundlich daher kommen. Aber es gibt natürlich auch die, die undurchsichtig scheinen, denen man nicht in die Karten schauen kann. Die man nicht leiden mag, oder ganz verabscheut. Jeder Charakter bleibt seiner Linie treu. Allgemein ist der Text flüssig zu lesen und einfach zu verstehen. Man kann vom Erzählverlauf, direkt an das frühere Band anknüpfen.
Mein Fazit: Eine wirklich tolle Fortsetzung der Geschichte, rund um Don Palmiro und all die Anderen, die ich nicht missen möchte. Der rote Faden geleitet die Leserin / den Leser ohne Schwierigkeiten durch den Text. Gerne gebe ich für Band 1 und Band 2 meine Leseempfehlung ab.
Das zweite Buch der Reihe, „Das Geheimnis des Pilgers“, ist ein historischer Roman, der mehrere Themen miteinander verbindet, darunter die Intrigen des Königtums, verbotene Liebe, religiöse Vorherrschaft und das Gericht. Bei der Lektüre dieses Buches reist du zurück ins Mittelalter, genauer gesagt ins Jahr 1379, in eine Stadt, die bis heute viel von ihrem traditionellen Aussehen bewahrt hat: die wunderschöne Agglomeration Koblenz.
Meine Meinung:
Ohne zu viel zu verraten, werde ich ein paar Details über die Geschichte erzählen. Conlin hat vor kurzem den Titel des Grafen von Langenreth erhalten, und er fühlt sich in der Pflicht. Sein Bruder hat sowohl den Ruf als auch den Wohlstand seiner Familie ruiniert, also fühlt er sich jetzt dafür verantwortlich, alles zum Besseren zu wenden. Der Erfolg könnte kommen, aber er braucht Geld. Seine Verlobte, die schöne Reinhild, wird ihm vorschlagen, ihn finanziell zu unterstützen. Gleichzeitig kommt ein lange gehütetes Geheimnis ans Licht. Wird ihre Liebe überstehen, was das Schicksal für sie bereithält? Um das herauszufinden, musst du das Buch lesen, aber ich garantiere dir, dass es sich lohnt.
Wie ich bereits erwähnt habe, ist dies der zweite Band der Reihe und er knüpft gut an den ersten an. Es ist teils Familiengeschichte, teils historische Erzählung und zeigt die Feinheiten des damaligen Lebens, auch in Bezug auf Beziehungen, finanzielle Angelegenheiten und religiöse Vorherrschaft. Wir erfahren, welche Sitten und Gebräuche die Menschen hatten, wie wichtig die Religion im Alltag war und wie schwierig es war, eine gleichgeschlechtliche Beziehung zu führen. Ich glaube, das war einer der interessantesten Teile des Buches, denn ich habe mich oft über gleichgeschlechtliche Liebe im Mittelalter gewundert.
Palmiro Bongert, der Neffe von Reinhild und Conlins bester Freund, wird in der Geschichte ein wenig im Rampenlicht stehen. Ich bin nicht der Typ, der seine Rezension mit Spoilern füllt, also empfehle ich dir, das Buch auszuprobieren und zu sehen, wie wichtig er für die Geschichte ist. Was ich sagen kann, ist, dass das Buch perfekt geschrieben ist. Dank der gründlichen Recherche nimmt die Autorin ihre Leserinnen und Leser mit ins Mittelalter und zeigt das authentische mittelalterliche Leben, mit all seinen guten und schlechten Seiten. Es gibt ein bisschen Spannung und jede Menge Intrigen, um den Leser zu fesseln, und ich fand es toll, dass das Buch mit einem Cliffhanger endete. Was wird das nächste Buch bringen? Ich bin schon neugierig.
Zusammenfassung:
Das war eine sehr unterhaltsame Lektüre, sowohl was das Setting als auch die Charaktere angeht. Ich mochte das Tempo, in dem sich die Geschichte entwickelte, die Art und Weise, wie die Autorin ihre Figuren zum Leben erweckte, und den authentischen mittelalterlichen Hintergrund. Die Autorin hat historische Fakten und Fiktion perfekt miteinander vermischt, sodass ich Lust auf mehr bekommen habe. Ich kann diese Reihe jedem empfehlen, der historische Romane liebt!
Koblenz, 1379: Reinhild und Conlins Hochzeit steht kurz bevor, doch vorher hat Conlin noch einiges zu erledigen, vor allem um seinen Bruder Oswald muss er sich kümmern.
Palmiro hat andere Probleme, sein Großvater macht sich Sorgen um die Sicherheit seines Geschäfts und hat ihm einen Wachmann besorgt, Benedikt von Heidenstein. Palmiro kann ihn zunächst gar nicht einschätzen, denn er kann dessen Seelenlicht nicht sehen, und außerdem benimmt sich Benedikt sehr anmaßend, was ständig zu Streitereien führt.
Benedikt von Heidenstein hat tatsächlich ein Geheimnis, dieses wird dem:der Leser:in schon zu Beginn offenbart, Palmiro aber erst sehr viel später. Man darf gespannt sein, inwieweit sich dies noch in den nächsten Band auswirken wird.
Der zweite Band der Reihe ist in großen Teilen Liebesgeschichte, hier gibt es zwei Paare, die zueinanderfinden müssen, Reinhild und Conlin, denn Reinhild hat ihrem Verlobten die Ehe aus eher sachlichen Gründen angetragen, und beide haben mit privaten Probleme bzw. Geheimnissen zu kämpfen. Das andere Paar werde ich hier noch nicht enthüllen, aber auch hier gibt es Probleme und Geheimnisse.
Petra Schiers Erzählstil ist insgesamt angenehm zu lesen. Sehr gut gefällt mir, wenn ein Perspektivewechsel eine Szene fortführt, und man so erleben kann, was der jeweils andere denkt und fühlt. Überhaupt werden Emotionen und Gedanken groß geschrieben. So sind auch die Liebesszenen recht explizit, aber auch emotional geschrieben und auf keinen Fall unangenehm zu lesen.
Wer mich kennt, weiß, dass Liebesgeschichten nicht so meins sind. Aber, es kommt auch darauf an, wie sie verpackt sind, ob sie authentisch wirken und dass sie nicht der einzige Zweck des Romans sind. Hier finde ich sie passend, sie wirken nicht aufgesetzt, sondern sind in die Geschichte (inklusive die mehrere Bände überspannende) integriert. Reinhild z. B. hatte in ihrem verstorbenen Mann einen guten Gefährten, aber eben nur das, denn dieser liebte Palmiro, jetzt noch einmal zu heiraten und sich auf einen Mann einzulassen, ist für sie etwas besonderes. Eingearbeitet ist das in einen gut recherchierten historischen Hintergrund, wie man es bei der Autorin gewohnt ist.
Apropos gleichgeschlechtliche Liebe, die spielt, schon wegen dem Protagonisten Palmiro in der Trilogie eine gewichtige Rolle – und Petra Schier hat auch dazu viel recherchiert, denn im 14. Jahrhundert war sie eine schwere Sünde, die sogar mit dem Tod bestraft werden konnte. Und dennoch haben die Männer und Frauen sich nicht davon abhalten lassen, die zu lieben, die sie liebten. Diese Thematik gehört einfach dazu, wenn man über diese Zeit umfänglich schreiben möchte.
Band 2 der Trilogie stellt die Liebe in den Mittelpunkt, vergisst aber dabei nicht die gesamte Geschichte weiterzuerzählen. Wege, die in den nächsten Band führen, machen neugierig, ich bin sehr gespannt darauf. Sehr gerne empfehle ich auch diesen Band weiter.
Mit diesem zweiten Teil der Pilger-Reihe entführt die Autorin wieder ins mittelalterliche Koblenz und hat eine gelungene Fortsetzung geschaffen.
Im MIttelpunkt stehen Conlin, Palmiro und Reinhild – Conlin ist nun Graf von Langenreth und wird bald Reinhild ehelichen, Palmiro hat sich in Koblenz niedergelassen und arbeitet nun als Pelzhändler. Seit er sein großes Geheimnis seinem besten Freund Conlin offenbart hat, ist das Verhältnis der beiden ein wenig getrübt. Reinhild versucht zu vermitteln, hat aber auch eigene Sorgen, denn obwohl sie die Hochzeit selber vorgeschlagen hat, macht ihr das bevorstehende Eheleben doch ein wenig Angst. Conlin wiederum kämpft darum, die Ehre und den Ruf der Familie wiederherzustellen, was gar nicht so einfach ist, da sein Bruder Oswald immer wieder in Streitigkeiten gerät.
Ich mochte diesen Band sehr gerne. Dabei hat sich die Autorin ein interessantes Thema ausgesucht, das sie in den Vordergrund rückt, nämlich die gleichgeschlechtliche Liebe im Mittelalter. Und tatsächlich habe ich dazu bisher nur wenig gelesen – umso interessanter waren daher die Einblicke. Zwar war es mir an mancher Stelle zu detailliert, dennoch konnte ich mich in das Gefühlsleben von Palmiro sehr gut einfühlen. Er ist eine sympathische Figur, die zwar manchmal ein wenig naiv durchs Leben streift, die aber ein großes Herz hat und dementsprechend einfach liebenswert auftritt.
Reinhild mag ich auch – auf der einen Seite ist sie eine für die Zeit fortschrittliche Frau, die sich auch im Geschäftsleben durchzusetzen weiß, andererseits wirkt sie in „Liebesdingen“ wie ein junges Mädchen, das sich und die Liebe erst noch entdecken muss. Conlin ist mir in diesem Band etwas fremd geblieben – er wirkt oft unentschlossen und hin- und hergerissen und gar nicht wie ein gestandener Graf. Das macht ihn nicht unsympathisch, aber leider konnte ich auch nicht recht mit ihm fühlen.
Wer Bücher von Petra Schier kennt, weiß, wie lebendig sie schreibt – und das ist auch in diesem Band so. Dabei merkt man aber auch ihre gute Recherche, wie authentisch sie das mittelalterliche Leben darstellt mit all den dunklen aber auch positiven Seiten. Es gibt viele Dialoge, die der Zeit angemessen sind, so dass sich das Buch wirklich flott lesen lässt, dabei aber trotzdem ein mittelalterliches Gefühl erzeugt. Richtige Spannung ist dagegen in den ersten beiden Dritteln nicht aufgekommen, was aber nicht heißt, dass es nicht Spaß gemacht hat, die drei Hauptcharaktere zu verfolgen. Dabei passiert eigentlich eine Menge – Reinhild hat eine eigene Strategie, wie sie ihrem Mann in dem finanziellen Dilemma helfen kann, der Inquisition sind Palmiros Vorzüge nicht entgangen und hat daher einen Spion geschickt, und auch Oswald ist wieder für Überraschungen gut. Im letzten Drittel aber knistert es gewaltig, und zwar auf der emotionalen Ebene – und auch wenn mir manches zu detailliert beschrieben wurde, hatte ich doch meine Freude beim Lesen.
Ich mochte diese Fortsetzung der Pilgerreihe und gebe knappe 4 von 5 Sternen.
Mein Fazit Eine gelungene Fortsetzung der Pilgerreihe, bei der es sinnvoll ist, auch schon den ersten Band gelesen zu haben. Diesmal ist es vor allem die gleichgeschlechtliche Liebe, die den roten Faden der Geschichte liefert, und das hatte wirklich interessante Aspekte. Richtig spannend wird es erst im letzten Drittel, vorher aber gibt es lebendige Einblicke in das mittelalterliche Leben in Koblenz. Ich gebe knappe 4 von 5 Sternen.
Buchmeinung zu Petra Schier – Das Geheimnis des Pilgers
„Das Geheimnis des Pilgers“ ist ein Historischer Roman von Petra Schier, der 2022 bei Harper Collins erschienen ist.
Zum Autor: Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit Mann und Hund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur an der Fernuniversität Hagen, und seit 2003 arbeitet sie als freie Autorin.
Klappentext: Koblenz 1379: Erst seit Kurzem trägt Conlin den Titel Graf vom Langenreth, der für ihn mehr Pflicht als Ehre bedeutet, denn nun ist es an ihm, den guten Ruf und den Wohlstand der Familie zu retten, die sein Bruder zugrunde gerichtet hat. Doch um als Händler von Sicherheiten erfolgreich zu sein, braucht er Kapital. Als ausgerechnet seine Verlobte Reinhild ihn finanziell unterstützen will und dann auch noch ihr lang gehütetes Geheimnis ans Licht kommt, droht die noch junge Liebe zu scheitern.
Meine Meinung: Auch in diesem Buch zeigt die Autorin, dass Frauen im Mittelalter durchaus ihre Möglichkeiten hatten, gerade im Adel und im Handel. Reinhild, ihre Mutter Elisabeth und die Geldverleiherin Reynette demonstrieren dies eindrucksvoll. Doch das Hauptthema bleibt die gleichgeschlechtliche Liebe zwischen Männern, dargestellt am Beispiel Palmiros. Als er sich im Bekanntenkreis outet stürzt er seinen besten Freund Conlin in arge Verlegenheit. Conlins Erziehung sagt, Palmiro ist ein ganz Übler, aber seine Erfahrungen sagen etwas anderes. Benedikt, der neue Spion der Inquisition, bringt neue Gefahren für die Bewahrer der Kreuzreliquie. Erstaunlicherweise hat mir diese Figur trotz ihres Vorhabens gut gefallen. Überhaupt gibt es sehr viele Figuren, die für Überraschungen und unerwartete Wendungen gut sind. Es gibt tragische Momente aber auch Zeiten des Glücks. Palmiro, Reinhild und Conlin suchen und finden ihren Weg, wenn auch nicht immer auf einer geraden Strecke. Es ist Platz für romantische Gefühle und auch für humorvolle Einschübe. Mit der Familie Boos bahnt sich ein ernsthafter Widersacher für den Manthen-Clan an. Der Schreibstil ist empathisch und die historischen Gegebenheiten sind vorzüglich recherchiert. So gewinnen die Figuren an Leben und laden zum Mitfiebern ein. Die Figuren selbst sind mit vielen Grautönen durchsetzt. Die Handlung ist überaus komplex, doch der rote Faden bleibt erkennbar.
Fazit: Ein historischer Roman der Spitzenklasse, der mit interessanten Figuren, einer komplexen Handlung und einem ungewohnten Hauptthema punktet. Mich hat dieser Titel bestens unterhalten und deshalb bewerte ich ihn mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung für die Freunde lebendiger Geschichten aus.
Conlin trägt erst seit Kurzem seinen Grafen-Titel, der für ihn aber eher Pflichtgefühl als Ehre ist. Denn er muss den guten Ruf seiner Familie wieder herstellen, den sein Bruder ruiniert hat. Außerdem ist die finanzielle Situation seiner Familie in Gefahr und er braucht Kapital um als Händler erfolgreich zu sein. Ihm ist es aber nicht recht, dass seine Verlobte Reinhild ihm dabei unterstützt. Und dann droht auch noch ihr langgehütetes Geheimnis aufzufliegen, dass ihre noch junge Liebe in Gefahr bringen könnte…
Der zweite Band schließt nahtlos an den ersten an und ich war nach der Verlobung zwischen Reinhild und Conlin so gespannt wie es zwischen den beiden weiter geht. Denn Reinhild hat ihn mit dem Vorschlag sie zu heiraten um die finanzielle Situation seiner Familie absichern zu können, schon sehr überfallen. Gleichzeitig merkt man aber schon, dass zarte Gefühle auf beiden Seiten vorhanden sind und sich beide dennoch sehr unsicher sind, ob dies auf Gegenseitigkeit beruht. Wie sich die Beziehung der beiden zueinander entwickelt hat, fand ich spannend und mitreißend erzählt.
Aber gerade auch Conlins Gedanken und Entwicklung war interessant dargestellt. Besonders spannend fand ich seine Zerissenheit zwischen seinem Glauben und der Freundschaft zu Palmiro. Denn er vertraut ihm an, dass ihn und Reinhilds ersten Ehemann romantische Gefühle verbunden haben. Und Conlin ist sichtlich mit diesem Wissen überfordert. Da alles an diesen Gefühlen und Handlungen falsch sein soll und gleichzeitig kennt er Palmiro schon sein ganzes Leben und weiß das er einer der besten Menschen ist, die er kennt. Seine Gedankengänge dazu fand ich authentisch und interessant.
Generell wie die Autorin mit dem Thema gleichgeschlechtliche Liebe im Mittelalter umgegangen ist, fand ich spannend und ergreifend. Palmiro gehört für mich zu meinen Lieblingsfiguren in dieser Reihe und daher habe ich mich auf seinen Handlungsstrang immer am meisten gefreut.
Auch interessant fand ich Benedikt, der in diesem Band seinen ersten Auftritt hat. Palmiro stellt ihn als Wachmann ein, aber eigentlich soll er ihn und sein Umfeld ausspionieren. Daher wirkt er auf den ersten Blick erstmal recht unsympathisch. Doch auch er legt eine interessante Entwicklung hin und sorgt für einige spannende Wendungen. Ich hoffe auf ein Wiedersehen im dritten Band.
Die Perspektiv- und Erzählwechsel zwischen den einzelnen Protagonisten sind perfekt gewählt und halten den Spannungsbogen konstant oben. Wer den ersten Band schon spannend fand, wird auch hier nicht enttäuscht und bekommt definitiv Lust auf den dritten.
"Das Geheimnis des Pilgers" ist der zweite Teil der "Pilger" Trilogie. Zwar könnten die Bücher unabhängig voneinander gelesen werden, doch ich würde es Euch wirklich empfehlen sie der Reihenfolge nach zu lesen, ich finde, Euch fehlt ansonsten zuviel.
Ich lese solche historischen Bücher unheimlich gerne. Diese Reihe ist die erste die ich von der Autorin lesen darf und ist praktisch eine Nachfolge Reihe von der "Kreuz" Trilogie. Ich habe diese Reihe durch eine Leserunde für mich entdeckt. Alleine schon als ich die Cover entdeckt habe, war ich sofort neugierig und musste einfach schauen was dahintersteckt. Als ich dann den Klapptext gelesen habe, war ich sofort begeistert und wusste einfach das wird meine Reihe und so ist es auch . Um die Zeit bis zum Finale besser herumzubekommen, habe ich mir jetzt die "Kreuz" Bücher bestellt. da die Hauptdarsteller dieser Reihe auch hier vorkommen, wenn auch nur noch eine kleine Rolle spielen, freue ich mich schon darauf ihre kompletten Geschichten kennenzulernen.
Ich habe es mir mit dem Buch nachmittags in meinem Lesesessel gemütlich gemacht und war sofort wieder in das Buch versunken. Wie gut das ich mir die einzelnen Leseabschnitte vorher markiert hatte, ansonsten hätte ich das Buch in einem Rutsch durchgesuchtet. Als ich das Buch doch mal aus der Hand gelegt habe, habe ich schon die Hälfte geschafft. Den Rest habe ich gleich am nächsten Tag nachgeholt.
Der Schreibstil der Autorin macht wahnsinnig viel Spaß. Er ist spannend, Wort- und wahnsinnig Bildreich. Ich habe auch wieder sehr viel neues gelernt aus dieser Zeit und das ist etwas was ich an solchen Büchern unheimlich liebe. Ich warte jetzt schon sehnsüchtig auf das Finale. Dankeschön das ich es lesen durfte.
Conlin, versucht sich einen Namen als Händler von Sicherheiten zu machen, doch es fehlt ihm, dank seines Bruders, an Kapital. Wie gut das er mit Reinhild eine Frau an seine Seite bekommen hat, die das in die Hand nehmen kann. Auch bei Palmiro läuft im Moment nicht alles wie es sollte...
Der Leser reist mit diesem Buch zurück nach Koblenz ins Jahr 1379. Dort ist Conlin erst kürzlich zum Graf vom Langenreth geworden. Für ihn ist dies jedoch mehr Pflicht als Ehre, denn es bedeutet das er den guten Ruf und den Wohlstand der Familie retten muss, den sein Bruder zugrunde gerichtet hat. Ausgerechnet seine Verlobte Reinhild möchte ihm finanziell unter die Arme greifen und dann kommt auch noch ein Geheimnis ans Licht. Dies bedroht die Liebe massiv und könnte sie zum scheitern bringen...
Dies ist bereits der zweite Teil der Pilger-Trilogie rund um Palmiro und seine Freunde. Ich rate hier die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da sie aufeinander aufbauen und Geheimnisse und Ereignisse aus dem ersten Band diesen Teil beeinflussen. Das Vorwissen ist also absolut zu empfehlen.
Der Schreibstil war auch in diesem Band wieder sehr leicht zu lesen und mitreißend, wie auch schon im ersten Teil der Reihe. Die Autorin versteht es die Vergangenheit lebendig werden zu lassen und so hatte ich Städte und das Leben der Menschen damals vor meinen inneren Augen.
Die Protagonisten waren wieder sehr authentisch beschrieben und ich habe sowohl mit Palmiro als auch mit Conlin mitgefiebert, mitgelitten und gehofft. Die Gefühle und Gedanken der Protagonisten waren für mich immer nachvollziehbar beschrieben.
Die Handlung ist fesselnd gewesen und ich habe wieder etwas über das Leben und die Probleme im 14. Jahrhundert gelernt. Ausserdem wurde gezeigt wie schwierig es war in diesem Jahrhundert mit gleichgeschlechtlicher Liebe zu leben, die damals noch sündhaft und mit hohen Strafen verbunden war...
Fazit: Ein toller mittlerer Band der Trilogie und ich freue mich jetzt schon sehr auf den dritten Teil!
> > Um die Figuren wirklich verstehen zu können, sollte man Band 1 kennen. < <
Mit der Überschrift "Adel verpflichtet - Handel errichtet" des Klappentextes, ist die Grundthematik des Buches sehr gut zusammengefasst. Es geht sehr stark um die Lebensumstände der damaligen Zeit.
Im Mittelpunkt der Handlung steht das frisch verlobte Paar ( Band 1) Conlin von Langenreth und die verwitwete Reinhild von Winneburg-Manten. Conlin stellt sich verantwortungsvoll dem Scherbenhaufen, den sein Bruder Oswald angerichtet hat und wir erfahren, wie die Rechte und Pflichten des Adels damals waren. Parallel dazu geht es mit Palmiro und seinem Handelskontor weiter. Palmiro hat eine besondere Gabe, er kann das Seelenlicht ( die Aura) von Menschen sehen und er ist Träger einer wertvollen Reliquie, die in einer früheren Trilogie ( Kreuz-Trilogie) schon eine Rolle gespielt hat. Die Autorin hat Palmiro noch eine zusätzliche Bürde aufgelegt. Er fühlt sich zu Männern hingezogen und lebt somit immer mit der Gefahr als Ketzer/Sodomit verurteilt zu werden.
Ein mächtiger Vertreter der Inquisition hat es auf Palmiro und Conlin abgesehen und ein Spion soll Beweise für ihr Ketzertum liefern. Dieser Spion heißt Benedikt vom Heidenstein und der wird für Palmiro zu einer harten Prüfung.
Petra Schier hat die Handlung sehr breit angelegt und bringt immer wieder neue Figuren ins Spiel. Das hat mir richtig gut gefallen. Ich habe das Buch sehr flott gelesen und das Ende verspricht einen aufregenden Abschluss dieser Trilogie.
Der zweite Teil der pilgerreihe ist eine gute Fortsetzung und noch spannender als der erste. Die Geschichte um Reinhild, conlin und palmiro geht spannend weiter und deckt viele Themen des Mittelalters, aber auch der heutigen Zeit ab. Für alle Fans von guten Geschichten, Mittelalter und Petra schier im besonderen ein muss!
„Das Geheimnis des Pilgers“ ist der zweite Band der Pilger-Reihe und knüpft direkt an die Geschehnisse des Vorgängers „Das Kreuz des Pilgers“ an. Zwar lässt sich das Buch auch ohne Vorkenntnisse lesen, zum besseren Verständnis empfehle ich dennoch die Bücher in ihrer chronologischen Reihenfolge zu lesen. Hilfreich für Neueinsteiger, aber auch zum Wiederauffrischen geeignet, ist hier das ausführliche Namensregister zu Beginn des Buches, denn die familiären Konstellationen sind nicht einfach zu überschauen. Wieder entführt uns die Autorin in das Koblenz des Jahres 1379. Die drei Freunde Conlin, Palmiro und Reinhild stehen erneut im Mittelpunkt des Geschehens. Palmiro ist mittlerweile als Pelzhändler in Koblenz sesshaft geworden und versucht sein Geschäft voranzubringen. Um die Sicherheit seiner Geschäfte zu garantieren, bekommt er den dreisten Benedikt von Heidenstein als Wächter vor die Nase gesetzt. Gleichzeitig ist Palmiro bemüht, dass sein wohlgehütetes Geheimnis nicht an die Öffentlichkeit dringt. Auch Reinhilds Heirat mit Conlin rückt immer näher, doch Reinhild blickt mit gemischten Gefühlen in ihre Zukunft und ist sich noch sehr unsicher. Und dann ist da noch Oswald, Conlins Bruder, der den Familienbesitz heruntergewirtschaftet hat. Eine bunte Gruppe, bei der ständig etwas passiert. Der Einstieg in das Buch war für mich nicht ganz einfach, angesichts der vielen Charaktere. Doch ist man erst einmal mit den Figuren vertraut, so kann man wunderbar in die Geschichte eintauchen. Immer wieder aufs Neue begeistert mich der tolle Erzählstil der Autorin, der es gelingt nicht nur unterhaltsam, sondern auch spannend zu erzählen. Die Beschreibungen sind einfach perfekt und man kann sich gut in die Zeit des Mittelalters hineinversetzen. Man liebt und leidet mit den Figuren, fast so als wäre man direkt dabei.
Auch in dem zweiten Teil bleiben noch ein paar Fragen offen und ich freue mich schon jetzt auf den abschließenden dritten Band.