Ein zärtlicher und mitreißender Roman über Machtverhältnisse und über die Frage nach dem Gleichgewicht der Welt.
Željko, der von allen »Jimmy« genannt wird, ist fünfzehn, als er sich in Martha verliebt. Sie ist Professorin in Heidelberg, er lebt mit seinen Eltern und Geschwistern zu fünft in einer Zweizimmerwohnung in Ludwigshafen. Martha hat, was Željko sich sehnlichst wünscht: Bücher, Bildung und Souveränität. Mit Martha besucht er zum ersten Mal ein Theater, sie spricht mit ihm, wie sonst niemand mit ihm spricht. Mit Marthas Liebe wächst Željkos Welt. Doch welche Welt ist es, die er da betritt und wen lässt er dafür zurück? Wo verlaufen die Grenzen zwischen Begehren und Ausbeutung?
Ich habe lange überlegt, ob ich dazu greifen möchte. Als ich das Buch dann aber in meiner Bücherei sah, habe ich es mitgenommen und nicht bereut.
Das Buch beginnt und endet mit Martha. Für mich hat Kordić hier einen sehr feinen, gut durchdachten Text verfasst.
Martha ist eine eher schwierige Figur, die es dem/der Leser:in nicht leicht macht. Es wird nicht ganz klar, was genau sie mit ihrer “Beziehung“ zu Zeljko beabsichtigt.
Klar ist, dass sie dem 15 jährigen Jungen, dessen Eltern aus Bosnien- Herzegowina eingewandert sind, Türen in eine Welt voller Kultur und Bildung erschließt.
Doch nicht nur Martha ist ein Antrieb für ihn. Auch seine Wut darüber, dass er als Kind/ Jugendlicher spürt, dass es keine Chancengleichheit gibt. Dass Kinder mit Migrationsgeschichte immer mit einem Stigma behaftet sind, gegen Vorurteile kämpfen müssen und überhaupt immense Anstrengungen auf sich nehmen müssen, um gesellschaftlich aufzusteigen.
Den Gegenpol zu Martha stellt für mich der Charakter des Alex Donelli dar. Hier zeigt Kordić ganz klar, dass dieser den Protagonisten Zeljko ausbeutet und im späteren Verlauf auch wie eine heiße Kartoffel fallen lässt.
Martha hingegen hält über viele Jahre den Kontakt zu Zeljko.
Ich hatte anfangs extrem Probleme mit dem Verhältnis zwischen den Beiden. Schließlich ist Zeljko noch ein Teenager und Martha eine 40-jährige verheiratete Frau und Mutter.
Doch im späteren Verlauf mochte ich die zarten Bande, die die beiden in Kontakt hielten. Die Briefe, die sie sich schrieben…. Bestehend aus jeweils nur einem Satz bzw. die Schachzüge, die sie sich auf Theaterkarten oder auch Restaurantrechnungen schickten, hatte für mich als Kommunikationsmittel etwas Besonderes. Manchmal war es gar nicht wichtig, was sich die beiden schrieben, sondern worauf…..
Für mich hat der Autor einen Text verfasst, mit sehr ernster Thematik aber mit zwei unheimlich gut durchdachten Charakteren, die zu Interpretationen und Spekulationen einladen. Die aber trotz alledem aber glasklar strukturelle, gesellschaftliche Probleme aufzeigt und den Finger genau in die Wunde legt.
Es macht Spaß, zwischen den Zeilen zu lesen und sich von dieser Geschichte einnehmen zu lassen.
Auch die Nebencharaktere waren so liebenswert und authentisch gezeichnet. Ich konnte mir gerade Zejlkos Familie unheimlich gut vorstellen. Vor allen Dingen, wie hart seine Eltern in Deutschland gearbeitet haben, um ihren drei Kindern ein besseres Leben ermöglichen zu können. Aber auch um die Familie, die in der Heimat zurückgeblieben ist, zusätzlich mit materiellen Dingen noch unterstützen zu können.
Für mich ein extrem herzerwärmendes Buch, dessen Charaktere auch Ecken und Kanten haben.
Von mir eine absolute Leseempfehlung ♥️.
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"Auf die Frage, wer ich war, gab es keine leichte Antwort. Wenn ich aber selbst nicht sagen konnte, wer ich war, wie sollten andere mich dann als jemanden erkennen, mit dem ich einverstanden war."
Željko ist Kind bosnischer Einwanderer. Die Professorin Martha zeigt ihm eine neue Welt.
Kein einfaches Buch, kein gefälliges Buch, ein schwieriges Thema, eine Story, bei der ich hin-und hergerissen bin zwischen Faszination und Abscheu. Željko muss sich finden und wird massiv von Martha dabei beeinflusst und dieser Einfluß ist nicht immer gut für ihn. Beide Charaktere sind sperrig und daher wirklich spannend, wobei Martha auch für mich als Leser stets fremd und unnahbar bleibt. Željkos Handeln kann ich nur teilweise nachvollziehen und das lässt mich wirklich intensiv über die Story nachdenken und daher wird das Buch sicherlich lange nachwirken. Spannend wie interessant man Charaktere und ihre Geschichte finden kann, auch wenn man sie nicht mag. Auch der Schreibstil ist nicht leicht, das Buch liest sich mal nicht eben weg, was es aber auch wieder eindringlicher macht. Es geht ums Erwachsenwerden, um Identitätsfindung, um Einwanderung und Integration. Viele Themen, komplex verpackt, oft auch nur angedeutet und daher überdenkenswert.
Željko/Jimmy wächst als Einwandererkind mit Eltern auf, die beide mehrere Arbeitsstellen haben. (Vater Bauarbeiter und Hausmeister, Mutter mit mehreren Putzstellen) Samstags sind seine 8jährige Schwester Ljuba und er entweder gemeinsam mit den Eltern an deren Arbeitsplatz oder sie erledigen andere Arbeiten für die Familie. Dass ein Kind samstags keine Lust zur Arbeit hat, ist nicht vorgesehen. Durch die Professorin Edita Gruber, bei der Željkos Mutter putzt, wird ihm bewusst, in welch märchenhaften Verhältnissen manche Leute leben. Als auch Jimmy eine bezahlte Arbeit bei Grubers bekommt, öffnet ihm das den Zugang zu Grubers umfangreicher Bibliothek, aus der er alles ausleihen darf, das ihn interessiert. Edita Gruber, ab jetzt Martha genannt, öffnet dem wissbegierigen Jungen kurz eine Tür in die Welt der Akademiker und Villenbesitzer, zu der er nie gehören wird – und sie wird seine Geliebte.
Ein Schnitt führt uns Jahre später an Jimmys Studienort München, dem als Schüler weisgemacht worden war, dass gute Leistungen bei Kindern wie ihm nur „Glück“ wären. Bildungssaufsteiger*innen wie er wurden damit entmutigt, dass andere Schüler begabt wären, man selbst sei nur fleißig und hätte darum keine Empfehlung zum Gymnasium verdient. Jimmys Bruder macht eine betriebliche Ausbildung und sieht nicht ein, wieso das Studium des Jüngeren die Familie „noch ärmer machen“ sollte. Erlebnisse mit dem von Jimmy verehrten Literaturprofessor Alex Donelli wechseln im zweiten Handlungsstrang ab mit Erinnerungen an Jimmys Kindheit, die geprägt war von Respektlosigkeit gegenüber Menschen, deren Namen mit Sonderzeichen geschrieben werden.
Jimmy muss schließlich schmerzhaft erfahren, dass er seine Herkunft nicht „weglesen“ kann, weil ihm verborgene Codes der akademischen Elite fehlen, um die gläserne Decke zu durchstoßen. Die Beziehung zu Martha blüht wieder auf, doch Jimmy muss erkennen, dass seine 40 Jahre ältere Geliebte nicht jünger wird.
Martin Kordić verknüpft die Geschichte eines Bildungssaufsteigers und seiner ungewöhnlichen Liebe zur erheblich älteren Mentorin mit den Lebensbedingungen von Menschen, die sich gegenseitig an den Sonderzeichen ihrer Namen erkennen. (Es ist bezeichnend, dass „Kordić“ nicht auf allen Webseiten korrekt dargestellt wird.)
Als Bildungsaufsteigerin finde ich Željkos/Jimmys Familie („deutsch, kroatisch, katholisch“) außerordentlich treffend gezeichnet. Besonders anrührend fand ich Jimmys Rückblick auf Dinge, die er als Jugendlicher zwar feinfühlig wahrnahm, deren Bedeutung ihm zu dem Zeitpunkt aber noch nicht klar sein konnte. Ein wunderbar liebenswerter Roman, der den Jugoslawien-Krieg und die NSU-Morde nicht auslässt. Die Rolle des minderjährigen Maskottchens von Bildungsbürgern lässt mich allerdings trocken schlucken. Hätte die Geschichte mit einer durchschnittlicheren Mentorin nicht ebenso gut funktioniert?
No s'haurà convertit en un dels meus preferits de la vida?!!! Meravella pura, equilibri perfecte entre la ficció i el context històric, una prosa lluminosa, directa i sense adornaments. No vull sortir d'aquest llibre!!!
La nueva novela del renombrado autor alemán MartinKordié, cuenta la apasionante historia de un joven croataque vive en los márgenes de la sociedad alemana y unaprofesora universitaria mayor. Este relato cautivador refleja la realidad de los hijos de inmigrantes en Alemania, explorando los desaffos y oportunidades que surgencuando dos personas de diferentes generaciones, culturas y clases sociales se cruzan. Con un estilo ágil y envolvente, Kordic combina realismo, humor, ironía y poesía para crear una narrativa única y original. La relación entre los protagonistas se desarrolla con ternura, respeto y complicidad, convirtiéndose en un refugio mutuo para ambos. A medida que la historia avanza, los personajes evolucionan, enfrentando sus propios conflictos y dilemas, en un emocionante viaje hacia la madurez. "Mis años con Martha" aborda temas complejos como la identidad, la migración y la diferencia de clases, desde una perspectiva crítica y reflexiva. Más allá de ser una historia de amor, la novela plantea cuestiones profundas y universales, invitando al lector a reflexionar sobre su propia realidad y la de los demás. Con una prosa hermosa y una trama conmovedora, esta obra destaca la diversidad y riqueza que surge del encuentro entre culturas, así como los desaffos que pueden surgir en el camino. En resumen, "Mis años con Martha" es una novela que deleitará a quienes la lean, gracias a su calidad narrativa y profundidad temática. Una historia que celebra el amor y la diversidad, con un hermoso lenguaje y una trama conmovedora.
Einfühlsam erzählt Martin Kordic in „Jahre mit Martha“ nicht nur die ungewöhnliche und berauschende Liebesgeschichte eines jungen Mannes und einer älteren Frau, nein, diese Geschichte ist so viel mehr als das: Feinfühlig und bedrückend lässt er in Nebensätzen immer wieder anklingen, wie es um Željkos soziale Herkunft bestellt ist, dass er von klein auf lernt, für seine Familie, seine Geschwister zu sorgen, selbstlos ist; wie er seiner Mutter beim Putzen zur Hand geht, für sich und seine Geschwister Zeitungen aus alten Containern sammelt; den reichen Kindern von nebenan zeigt, wie man „arm sein“ wirklich spielt. Dem gegenüber stehen Željkos Fluchtversuche aus der Armut, die geprägt sind vom Alters- und Klassenunterschied und deren Auswirkungen auf seine Beziehung zu Martha. Was folgt, ist ein ungleiches Machtverhältnis, das an Ausnutzung und Gefügigkeit grenzt. Doch Željko muss sich in immer wieder seinem Gegenüber kniend wiederfinden, geschlagen; Martha, die er vergöttert und ihm finanzielle Unabhängigkeit durch emotionale Abhängigkeit ermöglicht; seinem Dozenten Alex Donelli, dem Starprofessor, der ihn hintergeht und durch sein Licht für andere unnahbar macht. . Es sind die immer wiederkehrenden Muster in Željkos Leben, die mürbe machen, ihn, das Kind einer bosnischen Einwanderer- und Arbeiterfamilie jedoch anspornen, denn er weiß, was er kann, er weiß, wer er ist und was er will. Und all das – seine zuversichtliche Einstellung allen Widrigkeiten zum Trotz, die Vorurteile und den Hass (let’s say it: Rassismus) deutscher Beamter mit Worten (und manchmal auch mit Fäusten) dementierend, seine Hartnäckigkeit – hält ihn am Leben. Er durchlebt eine unkonventionelle Heldenreise, fliegt hoch und stürzt tief, gerät auf die schiefe Bahn. Und er schreibt, schreibt und liest über und von der Liebe, von Hertha Kräftner, seiner Schutzpatronin – und landet sanft, als sich der Kreis und damit ein Kapitel seines Lebens schließt. . Innerhalb weniger Seiten hat die Geschichte von Željko aka Jimmy mit seiner sanften Rauheit und der multithematischen Herangehensweise, die gleichermaßen als gesellschaftliches Psychogramm, als Coming of Age-, Liebes- und Bildungsgeschichte gelesen werden kann, mein Herz erobert. Ich habe gelacht und geweint, gelitten und gebangt – vor allem aber: geliebt. Was für ein grandioses Buch!
Selten hat mich ein Ende so wütend gemacht. Kann immer noch nicht glauben, dass das Buch damit endet, dass er genau die Ausbildung macht, zu der ihm der blöde Arbeitsamtmitarbeiter geraten hat, der dachte, dass Kinder mit Migrationshintergung aus Arbeiterfamilien nicht studieren sollten. Wieso schreibt man so ein Ende. Sehr sehr wütend.
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Bezahlte Liebe Mir fehlen etwas die Worte für diese Provokation in Buchstaben. Ja, was schreibt Martin Kordic da? Es ist die Geschichte eines Migrantenkindes, in Ludwigshafen zu Hause, später in München. So weit, so gut. Es ist die Geschichte eines hoffnungsfrohen Beginns und eines Scheiterns, soweit ebenfalls gut.
Aber. Die angebliche Liebesgeschichte zwischen Martha Gruber, einer Professorin in Heidelberg, die in ihrem Haus in Heidelberg die Mutter von Zeljko als Putzfrau beschäftigt, ist nicht nur deshalb merkwürdig, weil eine Frau in den besten Jahren sich mit einem Einfaltspinsel von 15jährigem Jungen beschäftigt und im Verlauf des Romans mit ihm eine Affäre pflegt. So etwas mag es geben. Aber diese Geschichte ist insofern völlig unglaubwürdig als Martha (Gruber) Zeljko über die Jahre hinweg überaus großzügig finanziell aushält. Dieses Aushalten wird außerdem vom Icherzähler Zeljko idealisiert, bleibt aber im Kern genau das: Die Geschichte herablassender Ausbeutung auf der einen Seite und die Geschichte vom ausnehmenden Studenten auf der anderen Seite, es ist im Kern die Geschichte einer schön geredeten Prostitution. Um ein gewisses Gleichgewicht herzustellen, bleibt dem Autor nichts anderes übrig, als Martha gegen Ende des Romans jämmerlich krepieren zu lassen.
Wäre die Storyline nicht schöngeredet, sondern im Ergebnis als promiskuitiv, ausbeuterisch und ausnehmend benannt, weil und wie sie es ist, würde mir die Idee gefallen. Aber die Idealisierung dieser Konstellation ist, gelinde gesagt, unfein. Oder meint es der Autor dann doch nicht so und will nur provozieren? Danke, ist gelungen.
Als es Zeljko, der sich der Einfachheit halber Jimmy nennt, endlich gelingt, nicht nur einen Studienplatz zu bekommen, sondern auch im Olympischen Dorf in München ein Apartment zu ergattern, könnte sein Leben so allmählich anfangen, in die gewünschte Richtung zu gehen, sozialer Aufstieg im Visier. Da seine finanziellen Mittel beschränkt sind, arbeitet er nebenbei als Kellner im Balkangrill eines Bekannten, wo er auf seinen Dozenten und späteren Mäzen, den Blender Alex Donelli trifft.
Der Kommentar: Die Liebesgeschichte, in der Sex einerseits hinausgezögert, andererseits promiskuitiv eingesetzt wird, ist in höchstem Maße unglaubwürdig, aber wenigstens ein Einfall. Dass Zeljko seinem Dozenten Donelli auf den Leim geht, sich jahrelang für ihn krumm legt und doch leider gar nichts anderes von ihm gelernt hat als wie man Schein für Sein ausgibt, nimmt den Leser, der dieses Gefüge natürlich schneller durchschaut als der Protagonist, durchaus gefangen. Der ganze Roman ist sehr gefällig geschrieben, mit leichter Hand, mit leiser Melancholie durchzogen. Die Campuslinie des Romans könnte man als Kritik am Universitätsbetrieb ansehen. Aber, dass Zeljko alles, was ihm passiert, nur passiert, weil er Migrant und nicht von Geburt an Deutscher ist, wie der Roman suggerieren möchte, ist Humbug. Donelli geht er auf den Leim, weil er im Grunde seines Wesens ein passiver Mensch ist. Er informiert sich nicht, er agiert auch nicht, er reagiert auf zufällige Gegebenheiten, nicht deshalb weil er ein Migrant ist, sondern weil er Zeljko ist.
Im Berufsleben bringt er nichts auf die Reihe, aber auch daran sind laut Icherzähler, die anderen schuld, diejenigen, die ihr Hab und Gut durch ihre Großväter vererbt bekommen haben, die es wiederum sich unrechtmäßig in Deutschland angeeignet haben. Selbst wenn. Ist das weder Grund noch Entschuldigung für Zeljkos Inaktivität.
Was an dem Roman „Jahre mit Martha“ ärgert, ist seine Interpretation durch den Icherzähler. Man fragt sich, ob es auch die Interpretation des Autors ist. Man kann es nicht wissen, doch alles, was Zeljko und seiner Familie zustößt, liegt laut Icherzähler am Migrantenstatus. Doch auch andere Menschen haben Probleme. Und auch Migranten haben einen individuellen Charakter. An dem sie leiden, zerbrechen oder wachsen.
Als der Protagonist sich von seiner Depression erholt, eine Phase, in der er gewissenlos daran mitarbeitet, dass die Sozialinstitutionen abgezockt werden und sich dann noch beklagt, dass die andere Seite am Telefon, das doch nicht wissen könne, es aber irgendwie vorausetze, also eine Schuldumkehr vornimmt-, wobei einem die Hutschnur platzt, kehrt er heim in den Schoß der Herkunftsfamilie. Immerhin liegen auf dem Grill jetzt drei „kulturell diverse“ Speisen: „deutsche Frikadelle, sudanesischer Hackfleischspieß, balkanesische Cevape.“ Ein versöhnliches Ende? Wie mans nimmt und wie man es interpretiert. Die armen Migranten? Die selbstmitleidigen Migranten? Was erwarten sie denn? Dass in der ersten Generation einem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen? Liest man Romane über die Emigranten in den USA während oder nach dem Zweiten Weltkrieg, Emigranten aus bekannten Gründen, kann man nichts anders sagen, als, dass es normal ist, dass es einige Generationen dauert, bis man sich etabliert hat. Auch Vorurteile und Chancenungleichheit sind ziemlich normal. Man ist Gast. Und wird erst mit der Zeit einer, der dazugehört. So ist es nun einmal auf der ganzen Welt. Diese Ichbeklagemichmentalität geht mir auf die Nerven. Diese Ichbeklagemichmentalität und ich brülle es in die Welt hinaus, lehne ich kategorisch ab.
Fazit: Gut geschriebener Roman, der allerdings alles in eine Farbe taucht, die ich abkratzen möchte. Bezahlte Liebe ist nicht ideal.
Gendern im Text: Wenn es keine Studenten geben darf, nur noch Studierende, warum bleiben dann Akademiker Akademiker? Sollten es nicht Akademisierende sein? Gendern ist so absurd.
Kategorie. Migrantenroman. Anspruch. Verlag: S. Fischer, 2022
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Ein sehr schön zu lesender Roman über die Themen eigene Identität und Integration von Gastarbeitern in Deutschland. Besonders gefallen haben mir die wunderbare Sprache und der sowohl humorvolle als auch melancholische Erzählstil des Autors.
Der in der Ich-Form geschriebene Roman erzählt die Geschichte von Zeljko und Martha. Der Erzähler Zeljko, zunächst Jimmy genannt, geboren in der Herzegowina , lebt mit seiner Familie zu fünft in einer 2-Zimmerwohnung in Ludwigshafen .Er ist zu Beginn 15 Jahre alt, sein Vater arbeitet als Bauarbeiter und Hausmeister und seine Mutter als Putzfrau an verschiedenen Stellen, u. a. bei der Professorin Martha Gruber in Heidelberg. Durch seine Mutter lernt er Martha kennen, die ihm einen Ferienjob bei sich Zuhause als Gärtner gibt. Es entwickelt sich eine Liebesbeziehung, die jahrelang andauert. Jimmy ist wissbegierig, studiert mit einem Stipendium in München und arbeitet während seines Studiums bei dem Professor Alex Donelli mit dem er eine Beziehung beginnt und der ihn ausnutzt. Der Roman spielt nun in München, auf der Nordseeinsel Juist, in der Herzegowina und schließlich wieder in Ludwigshafen und Heidelberg. Die Liebe zu Martha zieht sich durch die ganze Geschichte.
Das Einzige, was mir an dem Buch nicht gefällt, ist das Cover. Es ist mir zu altbacken und wird der recht freizügig erzählten Geschichte, in der u. a. sexuelle Abhängigkeit, homoerotische Liebe, der Konsum von Marihuana vorkommt, nicht gerecht.
Es geht um die Liebesgeschichte zwischen einem ca. 20 Jahre jüngeren Mann und einer älteren Frau, die nicht nur der Altersunterschied trennt, sondern auch die soziale Herkunft. Der Erzähler stammt aus einer Arbeiterfamilie, die Frau aus der akademischen Oberschicht. Es geht aber auch um die Identität von Einwanderern aus dem ehemaligen Jugoslawien und insbesondere ihren in Deutschland aufgewachsenen Kindern. Die Gegensätzlichkeit der Welt der eingewanderten Arbeiterfamilie und der Welt der Bildungselite wird sehr gut dargestellt, sowohl in der Beziehung zu Martha als auch in der Beziehung zu Donelli.
Den Schreibstil empfand ich als sehr schön und tief berührend. Die Charaktere erschienen beim Lesen sehr eindrücklich vor meinem geistigen Auge. Auch die Beschreibung der tiefen Verzweiflung des Erzählers, die er während seiner Zeit als Webetexter in München empfindet, S. 204, finde ich grandios gelungen. Sehr gefallen haben mir auch die Segelszenen mit Martha rund um Juist.
Kordic hat die Gabe, Gefühlszustände und menschliche Beziehungen in ihrer Komplexität wunderbar nachvollziehbar zu schildern. Auch das Ende des Romans fand ich gelungen, beim Ende eines Romans hapert es meistens, aber hier schließt sich der Kreis wunderbar.
Einer der besten Romane, den ich dieses Jahr gelesen habe und sehr zu empfehlen. 5 Sterne für dieses Juwel !
Promete más de lo que da. Con todo, es un libro entretenido que refleja como a segundas generaciones de migrantes les cuesta encontrar su lugar en un país que no siempre se muestra amable con ellos.
Martin Kordic schreibt in seinem Roman "Jahre mit Martha" über die großen Themen, über Herkunft, Bildung, Identität und Liebe. Der Ich-Erzähler Jimmy verliebt sich (15-jährig) in die gebildete Professorin Martha Gruber. Auch sie ist von ihm fasziniert, aber wahrt die Distanz, bis sie sich in seiner Studentenzeit wiedersehen und die Geschichte seinen Lauf nimmt ... Dem Autor ist mit Jimmys Figur ein vielschichtiger Charakter gelungen, der auf der Suche nach seiner eigenen Identität ins Schlingern gerät. Er schafft das von ihm ersehnte Abitur und schreibt sich an der Universitat ein, doch trotz seines Bildungshungers wird er nicht recht heimisch in dieser Gesellschaft. Seine innere Zerrissenheit wird an vielen Stellen deutlich, als Deutscher mit kroatischen Eltern, die in Bosnien Herzegowina gelebt haben (vor dem Krieg), die Großeltern noch dort, fällt es ihm schwer zwischen der Universität in Heidelberg, an der er sein Studium abschließt und dem Drogendealer Sinan, für den er später Autos und Marihuana zwischen Herzigowina und Ludwigshafen hin und her schmuggelt - seinen Platz in der Gesellschaft zu finden. Die Liebe zwischen ihm und Martha ist dabei ein schmaler Nebenstrang, der die verschiedenen Abschnitte (Kapitel) seines Lebens verbindet. Das fand ich übrigens etwas überraschend, aus der Werbung und vom Klappentext dachte ich, dass die Liebesgeschichte mehr Raum einnehmen würde. Ein weiterer roter Faden sind die Gedichte von Hertha Kräftner, denn diesen Gedichtband, kauft der Ich-Erzähler am Anfang des Buches von seinem ersten Geld und nimmt ihn immer wieder zur Hand, die Gedichte begleiten die Lesenden durch den Text. Eine spannende Anregung! Unabhängig davon, dass mir der Anfang ein bißchen Pretty Woman-mässig vorgekommen ist, (besonders die Stelle, als Martha Jimmy ihre Kreditkarte gibt und er nun frei über ihr Konto verfügen kann - an der Stelle ist mir alles ein bißchen zu glatt und zu nah am Kitsch), hat mich die Geschichte insgesamt sehr gefesselt und auch berührt. Leseempfehlung!
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Man könnte sagen, es werden zwei parallel geführte Geschichten erzählt, die im Laufe des Romans kulminieren: Die Geschichte des Aufsteigers Željko, Sohn kroatischer Einwanderer, der wie versessen um Bildung kämpft und schließlich zum Studium angenommen wird. Zum zweiten die Liebesgeschichte dieses anfänglich Fünfzehnjährigen mit Martha Gruber, Professorin in Heidelberg und als Repräsentantin der Bürgerschicht die Verkörperung all dessen, was Željko verwehrt ist. Eine schöne, vor allem gut erzählte und stimmige "Symbiose" aus soziopolitisch anklagendem Gesellschaftsroman und einer erotischen Liebesgeschichte, angesiedelt zwischen Heidelberg, Ludwigshafen, Juist ... und Bosnien-Herzegowina.
Endlich mal wieder ein Buch, das ich gerne innerhalb eines Tages gelesen habe. Es ist kurzweilig, schlau und ich habe mich in einigen Dingen selber gefunden. Die Heimatlosigkeit, die stete Suche, ohne, dass man merkt, dass man auf der Suche ist.
«Hoy tengo la impresión de que nuestra historia ha sido desde el principio la historia de una despedida»
«Juntos estamos sentados a una mesa y comemos y hablamos y reímos. Me siento bien. Estoy preparado para lo nuevo. Y mientras todo es tan cordial, en mis oídos se clava el rugido de la llama de altura y las voces y las risas de mi familia se amortiguan, aunque todos siguen hablando y todos siguen riendo.
Me ha gustado especialmente la belleza con la que el autor narra la historia del protagonista con Martha, pero toda la parte más crítica y enfocada en la inmigración y los problemas de la sociedad alemana se me ha quedado algo corta. Aún así lo recomendaría.
Željko, oder wie ihn alle nennen: Jimmy, ist fünfzehn, als er Martha kennenlernt. Sie ist Professorin, viel älter, gebildet, souverän und verkörpert all das, was Jimmy sich erträumt. Er selbst lebt mit seiner Familie aus Herzegowina in einer engen Wohnung in Ludwigshafen, holt sich alte Zeitungen aus dem Müll, um sein Deutsch zu verbessern, und arbeitet sich nach und nach in eine Welt vor, die ihm eigentlich verschlossen scheint. Zwischen Jimmy und Martha entwickelt sich eine Beziehung, die irgendwo zwischen Zärtlichkeit, Machtgefälle und leiser Irritation schwankt und die sein Leben über Jahre begleitet. Doch Martin Kordić erzählt hier nicht einfach eine Liebesgeschichte, sondern viel mehr: von Herkunft, Sprachgewalt, Außenseiterpositionen und der Frage, wie man seinen Platz in einem Land findet, das einen irgendwie nie ganz meint. 💬
Ich sag’s direkt: Die Sprache hat mich teilweise echt gekriegt. Gerade zu Beginn. Da hatte das Buch für mich diese "Der Vorleser"-Vibes, dieses Feine, Subtile, das zwischen den Zeilen schwebt. Kordić schreibt oft beiläufig, fast ruhig, aber mit so viel Bedeutungsschwere, dass man manche Sätze zweimal liest, weil sie so beiläufig treffen. Das Problem? Genau diese Beiläufigkeit kippt irgendwann in Unschärfe. Gegen Mitte bis Ende wirkt vieles fast wie fragmentarisch angerissen: die Figuren, Situationen und Themen fühlten sich ein bisschen an, als würde man durch ein Fotoalbum blättern, bei dem die wichtigsten Seiten rausgerissen wurden. 🏠📖
Der Plot ist schwierig einzuordnen, weil er zwischen Coming-of-Age, Liebesgeschichte, Einwanderungserfahrung und Gesellschaftsanalyse hin und her pendelt und nie wirklich eine Richtung durchzieht. Das kann man als raffiniert lesen. Ich persönlich hätte mir aber mehr Fokus gewünscht. Die Beziehung zu Martha bleibt über Jahre ein loser Faden, sie verschwindet, taucht wieder auf. Und ja, da ist ein Machtgefälle. Ja, da sind Fragezeichen. Aber so richtig konfrontiert wird das alles nicht. Was bleibt, ist ein seltsames Gefühl. Kein Ekel oder Empörung, aber ein Unwohlsein. Auch, weil Jimmy als junger Teenager einfach zu leicht in Marthas Welt reinrutscht und sie ihn da nicht nur lässt, sondern ihn mitzieht. 🔀👣
Es gibt diese Bücher, bei denen man sich wünscht, dass sie mehr aus sich machen. "Jahre mit Martha" hatte für mich ganz klar das Potenzial dazu. Ich mochte Željkos Perspektive, mochte, wie die Sprache ihn spiegelt, dieses Streben, diese Sehnsucht nach Anerkennung, nach Dazugehören. Aber je weiter das Buch voranschreitet, desto mehr hat es mich verloren. Zu viele neue Figuren, zu wenig Tiefe. Themen wie Ausbeutung im akademischen Betrieb oder Herkunft und Aufstieg werden angerissen, aber nicht durchgezogen. Und bei allem, was da passiert, irgendwann hat mir die emotionale Verbindung zu Jimmy gefehlt. Ich hab gespürt, was er erlebt, aber nicht mehr, wie es ihn verändert. Der Schluss war dann schön, aber auch ein bisschen zu versöhnlich. Fast so, als müsste man alles weichzeichnen, was davor so hart war. 🧠💔
Fazit: "Jahre mit Martha" ist ein literarisch starker, aber inhaltlich überladener Roman über Herkunft, Sprache, Macht und eine sehr ungleiche Beziehung. Vieles wird nur angerissen, manches wirkt unausgegoren und trotzdem lohnt sich dieses Buch, weil viele Fragen hängen bleiben. ⭐⭐⭐✨
Ich habe „Jahre mit Martha“ sehr gerne gelesen. Es ist eine Coming of Age Geschichte, die die Geschichte von Zeljko/ „Jimmy“ erzählt, dessen Eltern aus Bosnien-Herzegowina stammen. Martha steht gar nicht mal so im Zentrum des Romans, sie prägt „Jimmy“ jedoch über einen langen Zeitraum als (wesentlich ältere) Geliebte und Mentorin.
Ich musste mir nach der Lektüre noch ein bisschen Gedanken machen, um diese für mich abzuschließen. Interessant fand ich die Wiederkehrende Beschäftigung mit dem Werk von Hertha Käftner. Es macht zum einen „Jimmys“ Bildung deutlich, andererseits aber auch seine Melancholie, trotz seiner Bildungsentwicklung sich nicht so richtig zugehörig zu fühlen. Auch die Reise nach Bosnien Herzegowina fand ich lesenswert. Die Art wie sich „Jimmy“ an den Krieg erinnert, die Erinnerungen daran die eher positiv waren (gemeinsames warten, bis keine Granaten mehr zu hören sind). „Jimmy“ selbst reflektiert während der Reise, dass zu den Verwandten zu fahren aber für die Familie nie Urlaub war, sondern notwendig, um monetär und materiell den Verwandten zu helfen.
El autor, con una escritura sensible y envolvente, nos entrega la historia de un protagonista entrañable. Acompañamos a Jimmy desde su niñez hasta su madurez, siendo testigos de su búsqueda de identidad y del camino que lo forma como persona. Lo más hermoso, sin duda, es la figura que lo acompaña durante todo ese proceso: Martha, una profesora culta, adinerada, que parece tenerlo todo, pero que aun así no duda en compartir su conocimiento, su tiempo y su generosidad con él para ayudarlo a despegar.
Hay un mar de reflexiones y momentos memorables, pero lo que más me marcó fue la manera en que la novela retrata las diferencias de clase y la experiencia migrante. Jimmy, con su inocencia de niño y su incansable deseo de salir adelante, encarna la fuerza de quienes buscan un lugar en el mundo, aun cuando lo único que tienen son sus ganas.
La literatura, la poesía y los libros en general son aquí un motor de cambio constante. Son lo que sostiene a Jimmy, lo que lo impulsa y lo transforma. Por eso es tan fácil conectar con él, porque ¿quién no ha sentido alguna vez que, con el libro correcto, puede cambiar el mundo… o al menos su propio mundo?
Martin Kordić erzählt in „Jahre mit Martha“ vom Leben des Željko „Jimmy“ Kovačević, der sich mit 15 in die Professorin Martha verliebt. Mit den Jahren ergibt sich eine außergewöhnliche Beziehung, in der beide voneinander abhängig sind.
Der Autor beschreibt aber auch die Probleme und Herausforderungen von Jimmy, die er während des Studiums und als Absolvent zu meistern hat. Dabei geht er besonders auf die Herkunft ein, da sich Jimmy als Kind von kroatischen Arbeitsmigranten aus der Herzegowina in Deutschland immer mehr als Ausländer fühlt.
Der Schreibstil ist einfach und spiegelt sehr gut die teils depressiv anmutenden Gedankengänge wider. Leider werden viele Themen sehr oberflächlich behandelt, sodass man manche Handlungen nicht nachvollziehen kann und es etwas unrealistisch wirkt. Ich kann gut verstehen, dass die angesprochenen Themen wie Sehnsucht, Kriminalität, erste Liebe, soziale Ungleichheit Jimmy beschäftigen, aber leider wird es ausreichend beschrieben, sodass der Protagonist teilweise sogar recht unsympathisch empfunden wird.
Martin Kordićs Buch bietet mit den besprochenen Themen zumindest genug Diskussionsmöglichkeiten.
Der Erzählstrang rund um die Herkunft von Zeljko, seinen Eindrücken von Deutschland, den Deutschen und dem „nicht (genug) deutsch“ Sein haben mir total gut gefallen. Die Liebesgeschichte mit Martha hat bei mir jedoch leider durchgängig ein merkwürdiges Gefühl hinterlassen (diese beginnt nämlich, als Zeljko jugendlich und Martha erwachsen ist) - für mich hätte es diesen Teil der Geschichte nicht gebraucht. Schade um den Rest, dass diese in meinen Augen doch sehr durch Macht geprägte Beziehung so viel Raum einnimmt.
Tendenz zu 3.5 ⭐️
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4.5 - fand es ein richtig gutes buch mit vielen neuen perspektiven und lebensrealitäten, von denen ich bisher selten gelesen habe! ich finde auch, dass es immer besser wurde je mehr man in der story drin war! :)
Trotz dem eher irreführenden Titel und der Rückseitenbeschreibung, welche nach schlecht verpackter softcore-pornografie klingt, handelt es sich bei diesem Buch um eine sehr gelungene und leicht lesbare Auseinandersetzung mit dem Migranten- und Deutschkroatensein, die ebenso subtil wie leichtfüßig in der Lage ist, schwerwiegende Themen wie den NSU, die Ustaše oder Klassismus anzuschneiden und mittels kleiner, Eindruck hinterlassenden Szenen und Beobachtungen scharf zu kommentieren. Kordić hat die Selbstsicherheit, nicht predigen zu müssen - das Ausländerdasein ist hier selbstverständlich und bedarf weder Rechtfertigung noch Selbstmitleid. Letztendlich war genau dieser Aspekt für mich das Schlüsselmotiv und Hauptlesegrund des Buches, selbst wenn es krampfhaft als tabuierter Liebesroman vermarktet werden will.
unmöglich für mich zu bewerten, dafür schneidet es zu viele Themen an, in denen ich mich wiedersehe. Dieses, wie der Protagonist es bezeichnet, “jugošvabo”-Dasein bringt Kordić auf den Punkt. Verwandte, die vor 30 Jahren noch auf die Nachbarn im Krieg geschossen haben, die nationalistische Diaspora in Deutschland, der Entwurzelungsprozess, Bildungsaufstieg, Ziellosigkeit, Einsamkeit, Mentor*innen.