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173 pages, Kindle Edition
First published July 12, 2022
Inhalt: Mit "Ich bin Batman" setzt John Ridley seine Origin-Story des nächsten Batman Jace Fox nach "Batman: Second Son" fort. Mit der Hilfe seines Hacker-Kumpels Vol nimmt Jace einen verfallenen Teil des Firmengebäudes von FoxTech, der einst Batman gewidmet war, wieder in Betrieb und beschließt angesichts der angespannten Lage in Gotham und im Geiste der Enttäuschungen seines eigenen Lebens einen Unterschied zu machen. Als neuer Batman will er ein Symbol der Hoffnung werden und jene bestrafen, die meinen über dem Gesetz stehen zu dürfen. Doch schon bald muss er erkennen, dass das längst nicht so einfach ist. Als Maskierter steht er ganz oben auf der Abschussliste von Magistrat und GCPD. Außerdem sind die eigenen Absichten und die Meinung der Social-Media-Bubble zwei ganz verschiedene Paar Schuhe...
Bewertung: Gefühlt versucht Ridley mit "Ich bin Batman" sein Ansehen wieder reinzuwaschen. "Second Son" war angesichts der Charaktere, die meistens eher Super*rsche als Superhelden waren, irritierend, wenn nicht sogar häufig schwer erträglich. Wer es bis zu dieser Fortsetzung geschafft hat, merkt schnell, dass die definitiv sofort mit an den vorherigen teil dran gehört hätte. Durch die Teilung der beiden Abschnitte hat man eine nervige Serie und eine sehr angenehme. Nur zusammen ergeben sie aber eine Symphonie. Denn in "Ich bin Batman" passieren all die Dinge, die ich mir bei seinem Vorgänger sehnsüchtig gewünscht habe: Jace schlüpft endlich in seine Rolle getrieben von Tatendrang und Verantwortung, das GCPD zeigt seine angenehme Seite und die Fox-Familie rettet sich selbst. Besonders sticht natürlich die Entwicklung des Protagonisten zu Batman aus dem Geschehen hervor. Hier kommen viele Parallelen zwischen Jace und Bruce Wayne zum Vorschein. Wie auch der verwaiste Millionär wurde der Fox-Sohn von Meistern verschiedener Kampf- und Überlebensarten trainiert. Schön war es, Katana als alte Batman-Vertraute wieder zu sehen. Natürlich erinnert auch der Verzicht auf tödliche Gewalt und der schicke Anzug an den vermissten Bruce. Aber dennoch ist der neue Batman kein Abklatsch des Alten. Hier gelingt es Ridley genügend neue Wege zu beschreiten und dabei das Original zu reflektieren. Statt GEGEN das Verbrechen zu kämpfen, will Jace FÜR die Menschen einstehen. Er will kein unnahbares Symbol der nächtlichen Rechtschaffenheit sein, sondern greifbar für die Menschen. Das zeigt sich vor allem daran, dass er nach dem Ende der Action stets vor Ort bleibt und die Polizei u.a. mit Hinweisen unterstützt. Der Autor baut hier eine gelungene Anspielung auf Batmans berühmte Art zu Verschwinden ein, die Commissioner Gordon bereits zur Genüge ironisch kommentiert hat. Hervorsticht auch die Gesellschaftskritik die Ridley immer wieder einbaut: Realitätsverzerrung auf Social Media und Fake News, Polizeigewalt, Superreiche, die meinen alles tun zu dürfen. Man sieht: Mit "Ich bin Batman" hatte ich richtig Spaß. Dazu trug auch der Zeichenstil bei, der gegenüber dem Prequel ernster und düsterer, dadurch aber auch beeindruckender geworden ist. Ich bekomme erhebende Gefühle, wenn Batman mit ausgebreitetem Umhang aus den Schatten segelt und das bekommen wir regelmäßig im vorliegenden Band mit allerhand Schatten und klaren Strukturen geliefert.