Seit Jahren ist Wolfgang Hohlbein einer meiner Lieblingsautoren, jedoch hat mir "Das Buch" arg zu bedenken gegeben, warum ich das immer so empfand. Man sieht es allein an der Zeitspanne, die ich brauchte um mich durch das Buch förmlich zu kämpfen. Meist sage ich mir, wenn mich eine Geschichte nach etwa 100 Seiten immer noch nicht gefesselt hat, sollte ich aufgeben. So war es auch mit diesem Buch. Erst vor ein paar Wochen habe ich es wieder zur Hand genommen und mir fest vorgenommen, es zu Ende zu lesen. Was gar nicht so einfach war...
Allgemein finde ich die Idee zur Story sehr gut! Sonst hätte ich mir "Das Buch" wohl auch nie gekauft und überhaupt begonnen, es zu lesen. Es hat mich einfach zu Beginn nicht richtig gepackt, schätze ich. Irgendwann musste es doch spannender werden, dachte ich mir. Das tat es auch, jedoch nervte mich die Hauptfigur mit der Zeit dermaßen, dass ich beinahe erneut das Handtuch schmeißen wollte. Klar, es geht um ein noch junges Mädchen, aber die Naivität, die sie an den Tag legte, mein Gott! Was der Leser schon früh ahnt (bzw. einfach weiß, im Gegensatz zu Leonie), erfährt sie erst nach geschlagenen 300(!) Seiten. Und obwohl ihre "Gabe" bereits ausgereift sein sollte, besonders je öfter sie in einer neuen Wirklichkeit erwacht, stellt sie sich jedes Mal aufs Neue dumm, und es beginnt das alt bekannte Ratespiel Wieso? Weshalb? Warum?
Ja, und wer ist eigentlich der Böse, bis dato, in der Geschichte? Selbst das will sie nicht wahr haben und stellt auf Seite 750 noch die Frage, "Wieso glaubt ihr, er ist schlecht? Was hat er denn getan?" Ihr wisst, wen ich meine. Doch eine Frage, die mich z.B. brennend interessiert hätte (Wer oder was ist denn nun der Archivar??), wird nicht beantwortet. Oder vielleicht hat es sich mir auch einfach nicht erschlossen. Möglich, dass mein Hirn auf den letzten 100 Seiten ein wenig auf Durchzug geschaltet hat. Denn das Ende an sich fand ich auch eher antiklimaktisch.
Also sorry, WH, für mich war das ein Satz mit X. Ich kenne Besseres von dir, und hoffe inständig, das nächste Buch bringt mich zurück auf gewohnte Pfade.